Druckschrift 
1 (1856)
Entstehung
Seite
126
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IW

I!. Lehngüter von Kurmainz.

mehr Bauern das Jahr hindurch so viele Dienste thun, als ehe-mals die ganze Mannschaft von 500 Mann an das alte HausHanstein geleistet hatten. Jetzt seien ihrer 130 etwa «dann vielverdorben, verstorben, vcrarmbdct, in Kriegszögen, Auch mit straf-"bußcn von 1. 2 oder mehr fl., gcfengnüssen, Schlägen, verwun-den, streichen, Trauben zu schießen, vnd andere exorbitantemZwangsmitteln. - -

(Für 1 sonst freiwillig gelieferte Gans oder ähnliches fordereman jetzt Geld. Für die Gans 4 Thlr. - 1 Thlr. Für 1 SchockEyer 2 Kopfstück 1 fl., für 1 Huhn ^ holländ. Gld. 1 Kopf-stück, ebensoviel für 2 Hahnen.

Zu den bis zu 18Tagen gesteigerten Handdiensten werdenoch ein Dicnstgeld, welches bis zu 13 Thlr. steige, gefordert.

Die Holzhauer bekämen nur ein Stück Brot.

Bei den Schnittern werde schlechtes Essen gegeben, undwenn 2 Personen geschickt würden, bekomme nur 1 etwas.

Wahr das theils geschlagen worden bei der Arbeit,als Neinblich Valtiu Grieß, so nit gcnungsam gcmchet habensoll das er 14 tage krank darnicdcrgelegen vnd bluthrustiggewesen."

(Folgen die Unterschriften von 10 Zeugen aus den OerternBirkcnfeld, Werlcshausen, Nörich, Wüsthautterodc, Gcrbcrshauseu,Lindenwcrre.)

(Aus der für dieCensitcn verfertigten Klagschrift des V.Eyer.)

Im Allgemeinen mochten die Censitcn Recht haben. Den»der Z ustand der Bauern hinsichtlich der Dienste hatte sich einesTheils in Folge des Bauernkriegs, andern Theils in Folge derwachsenden Lebensbedürfnisse, des zunehmenden Lurus und derveränderten socialen Verhältnisse sehr verschlimmert. Der Bauern-krieg, dessen glückliche Unterdrückung den Adel von einer drohendenGefahr befreite, schien vielen eine Aufforderung, die Zügel der Ge-walt fester zu halten und strenger zu handhaben, und man hatBeispiele, daß Adlige diese Gelegenheit benutzten, um die auf ihrenUnterthanen ruhenden Lasten, Zinsen, Dienste zu verdoppeln. Trafdieses Schicksal zwar die Unterthanen des Gerichts Hanstein nicht,so lag doch in den oben angeführten Verhältnissen der Grund, daß