Druckschrift 
1 (1842) Bis zum Jahr 1255
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

unter dem Heere, das so lange das größte Elendausgemalten, eine Seuche aus. Sie stürzten plötz-lich hin, Einer nach dem Andern, in solcher Anzahl,daß man sie unbegrabcn liegen ließ. ^) Die, welcheübrig blieben, führte Herzog Friedrich nach Akkon(Ptolomaus), das von den Türken besetzt und voneinem Heer von Christen belagert war, an dessenSpitze König Guido von Jerusalem und der Groß-meister der Tempelritter stand.

Erschöpft, entmuthigt, zum Theil schon den Todin den Adern tragend, langte der Rest der deutschenKreuzfahrer hier an (8. Oktob. 1190). In ganzenSchaaren rafften die Krankheiten sie hin. Beiden Johannitern wie bei den Tempelrittern fandensie wenig Trost: jene nahmen sich der Italiener,diese der Franzosen mehr an als der Deutschen.Die Deutschen sollten nur bei Deutschen Hülfe fin-den! Pilger aus Bremen und Lübeck, die mit demGrafen Adolph von Holstein nach Akkon gesegelt,schlugen im Lager derselben aus ihren Segeln Zelteauf, und unterstützt von den Brüdern des (im Jahr1128 zu Jerusalem gestifteten) deutschen Hospitalspflegten sie hier, so gut es ging, das Heer ihrerLandsleute. Der Anblick der hülfreichen, hochhcrzi-

Bischof Gottfried, mit vielen andren Fürsten und Bi-schöfen, fand hier den Tod.

") Auch Bischof Dietbold von Passau, dessen Erzählungwir oft angeführt, starb hier. Er war mit dem Kaiserverwandt.

Voigt, Geschichte Preußens. II. 27.