- 50 —
tief bewegt, wollte ihn aufheben. Die Kaiserintrat hinzu. „Lieber Herr," sagte sie, „steht auf,Gott wird euch helfen, wenn ihr einst dieses Tagesund dieses Hochmuths gedenkt." Voll trüber Ah-nungen ritt Heinrich nach Deutschland zurück. DerKaiser und sein Feldherr, ErzbischofEhristian, warenAnfangs in ihren Gefechten siegreich; dann verlorer jene Schlacht. Ein Jahr später schloß er zu Ve-nedig mit dem Pabst Frieden, mit den Lombarden,einen sechsjährigen Waffenstillstand. Im Herbst 1178kehrte er nach Deutschland zurück. Er gedachte derStunde, wo er, vor den Augen der Fürsten, Hein-rich dem Löwen zu Füßen gelegen, lud ihn (Jan.1179) nach Worms, sich vor den versammeltenFürsten des Verraths an der Sache Deutschlandsanklagen zn hören. Heinrich erschien nicht; eben sowenig auf neue Ladungen nach Magdeburg, Goslar(?), Würzburg. ") Nachdem er so auf dreimaligeVorladung sich nicht gestellt, auch nicht durch einenAndern hatte vertheidigcn lassen, ward er auf demFürstentag zu Würzburg in die Reichsacht erklärt.Zu Gelnhausen saßen (April 1130) die Fürsten nocheinmal über ihn zu Gericht; es blieb beim Ausspruch
Blasien) und drei norddeutsche (Chronik von Lautcrberg,Arnold von Lübeck und Albert von Stade) erzählen es.)
*) „Selbst Gemeiner (Gesch. von Baiern. 343.) konntedie Folge dieser Reichstage nicht ganz entwirren. DieLösung dieser Aufgabe bleibt demjenigen vorbehalten, wel-cher einst die Chronisten dieser Zeit besser als bisher ge-schehen für die Alonumentn Kcrmaninv distoricn bearbeitenwird." Böhmer, Kaiscr-Regesten S. 12S.