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Chronik der Familie Weyersberg zu Solingen
Entstehung
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5. Mose, 32, 7.

„Gedenke der Tage der Vorwelt,

Betrachte die Jahre der alten Geschlechter.Frage deinen Vater, der wird dir's verkündigen,Deine Aeltesten, die werden dir's sagen."

Die Familie Weyersberg stammt mündlicher Ueberlieferung zufolge aus Steyermark und hatsich von dort kommend in der Solinger Gegend niedergelassen; sie dürfte zu jenen steyermärkischenEinwanderern gehören, welche, wie Forschungen über das Solinger Schwertschmiedehandwerk dargethanhaben, für die Hebung und Entwickelung dieses Gewerbes von Bedeutung gewesen sind. Es lässt sichnicht wohl annehmen, dass nur ein einmaliger Zuzug von Steyermärkern stattgefunden hat; vielmehr werdenden ersten noch weitere Einwanderer gefolgt sein, welche sich durch die Kunde von dem guten Fortkommenihrer alten Handwerksgenossen in der neuen Heimath, wie auch durch die jeweilige Lage der steyrischenArbeitsverhältnisse zum Verlassen ihres Wohnsitzes bewogen fühlten. Ein genauerer Bericht über denZeitpunkt dieser Zuzüge lässt sich nicht auffinden; nur wird erwähnt, dass der von 1259 bis 1296 regierendeGraf Adolf V. von Berg, welcher sich um die Förderung- des Gewerbefleisses sehr verdient gemacht hat,eine Uebersiedelung von steyermärkischen Schwert-, unjä' Messerschmieden in sein Land veranlasst habe.

Während jetzt der Name Weyersberg in .Stc.y.onnark, bezw. der alten Industriestadt Steyr imheutigen Nieder-Oesterreich, nicht mehr vorkommt, war derselbe vor mehreren Jahrhunderten, jedenfallsbis über die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts hinaus, dort vertreten. Dies geht hervor aus einem altenSteyrer Meisterbuch, welches die Angabe enthält: „Antonis Weierperg ist Meister worden den Feiertagnach Fronleichnam, Juni 1552. Jahr."*) Da die damalige Steyrer Chronik von einer aus religiösen Ursachenerfolgten Auswanderung mehrerer Messerschmiede meldet, und der Name Weyersberg sich in den späterenAufzeichnungen nicht mehr vorfindet, so ist es wohl möglich, dass der genannte Antonis Weierperg sichunter den Wegziehenden befand und zugleich der letzte war, welcher in Steyermark diesen Namengetragen hat.

Wie es den Nachkommen der ehedem ins Bergische eingewanderten Steyermärker in der erstenZeit ergangen ist, lässt sich nicht feststellen, da die uns erhalten gebliebenen Solinger städtischen, kirchlichenund handwerkschaftlichen Dokumente nicht über die letzte Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts hinauszurückreichen. In den noch vorhandenen Urkunden findet sich der Name Weyersberg von vorneherein undregelmässig wiederkehrend, was darauf schliessen lässt, dass die Familie bereits lange in Solingen ansässigund mit dessen Geschick schon damals enge verwachsen war. Hängt doch auch ihr Name unzweifelhaftmit dem in Aufzeichnungen aus jener Zeit schon vorkommenden Hofnamen „Wiersberg" und der Orts-bezeichnung „am Weiersberg" oder „am Wiersberg", nach welcher die heutige Weyersberger Strassebenannt ist, zusammen.**) Freilich können wir uns über diese Beziehungen nur Vermuthungen hingeben.

*) Mittheilung des Herrn Genossenschaftsvorstehers Michl Scliartinger zu Steyr vom 17. Oktober 1885. Die Schreibweiseist nicht ganz deutlich ; möglicherweise soll es nicht Weierperg, sondern Weiersperg oder gar Weiersberg heissen.

**) Verzeichniss der Renten und Gefälle der reformirten Kirchengemeinde Solingen:

1605 Clemens Müngsten am Weiersberg.

1622 Jan Trys und Peter Trys am Weiersberg.

1671 Clemens Tesche-Weyersberg, Presbyter.

Protokolle der Solinger Schwertschmiede-Bruderschaft:

1640/45 Clemens Tesche-Wiersberg.

1660 Petter Hoppe Arendt Sohn, Wiersberg.

1698 Johannes Bügel am Wiersberg.