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Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts der Herren von Kröcher : aus Urkunden, Archivalien, und Familiennachrichten
Entstehung
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ließen, blieben in ihrem Besitzthume, und wurden deutscheMannen, alle übrigen verließen das Land. Die eingeführtendeutschen belehnten Mannen aber wurden benutzt, um das Landzwischen Elbe und Oder zu erobern, denn die ganze Priegnitz,Mittelmark und Ukermark ist von der Altmark aus erobertworden, worüber indeß ebenfalls eine lange Zeit verging.Hier wurden den Kriegern neue Belehnungen angewiesen,auf welche .sie großentheils die Namen ihrer Besitzungen inder Nordmark übertrugen, woraus sich die Erscheinung er-klärt, warum so viele Dorfnamen der Altmark sich in denübrigen Marken wiederholen. Es trat also in den ostelbischenLanden ein ganz anderes Verhältniß ein, als in den altsäch-sischen. Während in den letzteren der Herr seinen Namenvon dem Bcsitzthume empfing, erhielt in den ersteren das Bc-sitzthum seinen Namen von denn Herrn. Diese Wanderungder Ortsnamen von Westen gegen Osten in das slavische Landhinein bis jenseits der Oder, und selbst bis nach Preußen hin-ein, ist ungemein merkwürdig, und erhält zugleich eine beson-dere Wichtigkeit dadurch, daß sie uns zugleich eine Kolonisa-tion der Familien im slavischen Lande erkennen läßt, die voll-ständig nachweisbar ist, und durch die Wappen der colonisir-tcn Familien bestätigt wird. Es war dies eigentlich nur derSchlußstein anderer Kolonisationen, denn die Kaufmanns-Colonien oder Stationen waren vorausgegangen, zum Theilauch die von den Mutterklöstern abgezweigten Filialklöster imWendenlande.

Mit einem dieser vielen gegen das Wendenland gerich-teten Heereszüge ist auch ein Vorfahr der Herren von Kröchernach der Nordmark gezogen, und hat dort den verlorenendeutschen Boden wieder erobern helfen. Zur Belohnung wur-den ihm im Gau Mosidi Güter und Einkünfte angewiesen,unter welchen das Dorf Kröchern, eine halbe Meile südwest-lich von Burgstall gelegen, unstreitig das vorzüglichste war.