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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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126 Des vl'erdttl» BlxHs das. VII.

an der Seiten, wo sie eben lieget, ist von vielen Bachen, an welchen eine arosseMenge Gärten, Schlösser, Klöster, Dörsser und andere sehr schöne lustige Ge-bäude gebauet sind, durchschnitten. Ihre Schönheit aber wird noch mehrvermehret, daß man in diesem gantzen Lande, welches platt und eben ist, anstattder Berge nichts als Thürne und l>>ra mi6en,die beyde an Kunst und Arbeit ihresgleichen nicht haben, siehet. In dieser Stadt wohnen Portugiesen, Engeilä»der, Frantzosen, Holländer, Chinesen und Türcken oderdem Königlichen Pallast, welcher mehr als sechs Hose hat, ist die kostbareste vz.Zocle, oder der prächtigste und reicheste Götzentempel von gantz SjemitLslln, ewer Gattung sehr weissen^Lcallz, zwischen Zinn und Bley, bede.cket, und hat drey Dächer, eines über dem andern. Bey der Thür stehet aus/. der einen Seite eine Kuh, auf der andern, ein abscheuliches Ungeheuer. Zr-seiner wendig siehet man alles von Golde gläntzen. Die Säulen, das Getastet, undReisen alle Bilder, sind so wohl vergöldet, daß alles mit goldenem Blech beschlagennach zu seyn scheinet. Das Gebäude siehet unsern Kirchen eben nicht gar ungleich,und stehet auf dicken Säulen. Weiter hinein findet man eine Art eines Altars,auf welchem drey oder vier ^--ttlv-GöldeneBilder fast in Manneö-Grösse stehen,-.j 8. deren einige auffrecht, die andere sitzend, mit creutzweiß, nach Siamischem Ge-brauch,übereinander geschmückten Füssen. Jenseits ists wie ein Chor, worinneder reicheste und kostbareste daZoste oder Götze verwahret wird. Diese Um-stehet auffgerichtet, und reichet mit ihrem Kopffbis oben an das Gewölbe. Sieist ohngcfehr4;. Schuh Hoch , und 7. bis 8. breit, und von purem Golde. Zb-rer Grösse und Dicke nach müssen über hundert Piken (eine Pik ist c ^. Mvd)von diesem Metall dabey seyn, daß sie also -2,500. Pfund sthwer wäre, undwird sie am Werth aufsechs Millionen, und dritthalb hundert tausendReichs-Thaler hochgeschätzet. Mansaget, es sey dieser kostbare Lolocku!, oderdosungeheure Götzen-Bild, aufder Stelle, wo es itzo stehet, gegossen, und hernacherst der Tempel über ihn her gebauet worden." Auf den Seiten stehen untenschiedliche kleinere, welche eben also mit Gold und Edelgesteinen bereichertfind.

Hundert Schritt von dem Königlichen Pallast gegen Mittag, ist ein gros-ser mit Mauren umschlossener Thier-Garten. Mitten in demselben steiget eingrosses und hohes Gebäude in die Höhe, in der Gestalt eines Creutzes, wie unsereKirchen, und zeiget oben fünff wohl vergöldete runde Thürne, welche aufeinegantz besondere Art von Ziegelsteinen gemachet sind. Das mittelfle Gewölbe,oder der mittelste Thurn ist grösser, als die andern, welche an der Ecken stehen.Dieser Bau ruhet auf vielen Fuß-Gestellen, welche sich übereinander erhebenund oben spitzig ineinander hinein gehen. Man steiget auf allen vier Seitendurch gähe und enge Treppen von ;s. bis 40. Staffeln hinauf, welche alle mitLckln oder vergöldetem Zinn, gleich wie das Hach, bedecket find. Der unter-