Des Herrn Mrelbung des gantzen nderer Worinne das alte und neue 8 I vV. wie selbiges In seine Käyserthümer/ Königreiche/ Provintzien/ Staaten und Jnsuln eingerichtet worden; nebst denen dazu gehörigen Land - Charten aus der alten und neuen Leoxraptiie, denen Grund-und Abrissen der vornehtnffen Städte und anderer ansehnlichen Oerter dieses herrlichen Welt-Theiles, sammt denen Bildnissen der Königen und Potentaten, so dieselbe beherrschen, ihren Wappen, Tituln und Libereyen ; ingleichen denen Sitten, Religionen, Regierungs - Formen, und unterschiedemn Kleidungs»Arten dieser Landes-^süon, ordentlich beschrieben ist. An vielen Orten mit neuen Anwerbungen vermehret. Franckfurt am Mayn/ verlegts Johann Adam Jung, lavcLxix. I- 1! Vorrede. Geneigter Leser! ist der andere Theil von des Herm ^lznetion Ivlsiierz vermehrter Beschreibung des gantzen Melt-Rreises/ welcher allem von dem alten und neuen^jä. handelt. Es wird dieser zweyte Theil das ganye vierdte Buch/welches in eilffCa- pnel eingetheilet / und wie der erste mit vielen kostbaren und zierlichen Kupffcr-Stichen-iluttriret ist/ begreiffen. Wer die Sache ftlbst überleget / daß Asta atn ersten mit Menschen bevölckert worden / und daß darinne die machtigsten Herrschafften und gröffcsten ^lonarcvien entstanden / auch die vornehtnsten Künste und Wiffenschafften daraus herkommen, und noch itzo viele weitlaufftige und volckreiche Reiche und Staaten darinne zu finden; der wird sich diese Blatter desto angenehmer seyn laffen, und selbige niemals ohne Verwunderung von sich legen können. A 2 In Vorrede. In dieser neuen ecknon jst ebenfals auf rühinliche Sorgfalt des Herm Verlegers eine solche bedachtige Vermehrung geschehen / daß nichts nothiges ausgelassen, und auch nichts überflusiM eingerücket worden. Die tckccvocie des ^uÄorjz hat man zwar behalten/ jedoch aller Orten eine beliebigere Ordnung beobachtet/ umso wohl dem Verlangen des Lesers/ als des Herm Verlegers eine Genüge zu thun. Ob aber dieses einiger Massen von mir sey pr^u-ree worden ? havon will ich andere urtheilen lassen > welche, wenn sie anders ohne Vorurtheile einsehen/ der Augenschein von meiner Bemühungendlich überzeugen wird. Ich habe so wohl aus der alten und neuen Ceograpkie»als ausder^ikorie gantz besondereAnmerckungen beygefüget/ welche mit der Zeit ihren würcklichen Nutzen bringen werden. Und wenn auch der Her? ^aUcc selbst diese Vermehrung in seinem Leben sehen sollen/ so würde ihm dieselbige meines Erachtens nicht mißfallig gewesen seyn; weil dieses schöne Werck dadurch zu meh- rerm Nutzen ist apr-ret worden. Dem ^urkon wird sein Ruhm hiermit nicht vermindert / sondern seine verdiente Hochachtung bey allen verstandigen Liebhabern der Leo^Kischen Wissenschafft vielmehr vermehret/ und erhalten. Vor lneine mühsame Arbeit verlange ich nicht die geringste Ehre / weil dieselbiae allein dem Allmachtigen GOtt gebühret/ welcher dabey meine Leibes-Kraffte in der grössesten Schwachheit/ nicht nur gestarcket/ sondern vermehret/ das Gemüthe bey allen Widerwärtigkeiten ermuntert/ und den Verstand taglich zu meinem Vergnügen geseegnet hat. Der geneigte Leser beliebe nun bescheiden davon zu urtheilen/ auch sich damit einen Zeitvertreib zu machen, und lebe unterdessen wohl! /.NA co ««Kh Das vierdte Buch/ von der eschreibung . des von 8 I und dessen Jnsuln. antzen reifes o»e>5e/ze/v^e>?e/x>se>?e>?c>?^?k/?e/zc^e>?L>2^??Ase>?e/ve/5 Das erste Capitel. Bondem alten und itzigen Asien insgemein. §. i. Vorbericht des ^uQoriz. i. .Achdem wir in dem ersten Theile dieser Beschreibung des gantzen Welt»Kteises, insgemein vonAssa geredet, als wir die Abtheilung der Erdkugel betrachtet, so wollen wir an» itzo in diesem vierdten Buch von diesem ansehnlichen Welt» Theile auch insonderheit handeln. , - 2. Es soll aber Asia hierinne auf zweyerley Art beschrie» den werden, erstlich wie selbiges die Alten bemercket/und hernach auch, wie es die neuen eevAi-axiu betrachtet haben. A ) z.Die» 6 Des vierdtttt Buchs I. ?. Dieses sol i-un solcher gestalt geschehn, daß wir vermittelt? der alten und neuen Land-Charten zwischen denenselben eine rechte Vergleichung anstellen. §- 2- Die allgemeine Abtheilung des alten Asien. i. Nahmen soll dieser herrliche Welt-Theil von der Nymphe Asta, des Oceani und Ibeciz Tochter, Japhets Weibe und promccliei Mutter, oder, nach anderer Meynung von dem^tlo. des Lor?-Sohne, und Klane» ausLydien Enclel haben. 5^«^ /. Die Schlcd-Gränyen des alten ^liz? ssnd gegen LNmernachr das große 5cplenrric>nalffchs Meer, lar. Oeeanu; Sc^rbicus, gegen L77orge>! das Orisnrslische grosse Meer, lsr. klare bvum, gegen Mittag, das Indische grosse Meer, lar. klare Inclicum, und gegen Abend Hfrica, das Mittelländische Meer, der poncuz Luxinuz und Lurojzz, wie solches aus der iBigur zu er» kellnen ist. Es kan ssch dieser Theil der Welt von andern gar besonderer Vor-- züge rühmen: Denn (i.) hat es dem allmachtigen GOtt gefallen, hierinne den ersten Menschen Adam zu erschaffen, und das irdische Paradieß anzurichten; auch den Noah zu der Zeit der allgemeinen Sünd-Fluth mit denen Sei- nigen in dem Kasten zu erhalten, und aus dem hohen Gebürge Ararath wieder aussteigen zu lassen, (ii.) Sind viele göttliche Weissagungen durch den Mund der heiligen Propheten darinne geschehen, (in.) Hat steh GOtt daselbst nicht nur zu unterschiedenen Zeiten wunderwürdig seinen: Volcke offenbahret , sondern auch dem Most auf dem Berge Sinai das Gesetze gegeben. (iv.) Sind die vornehmsten Gesichte und Geheimnisse des alten und neuen Testamentes in äl»-» ergangen und erfüllet worden. (V.) Ist unser HErr und Heyland Christus, hierinne in der Fülle der Zeit in? Fleische erschienen , und nach seinem Leiden , Sterben und Aufferstebung von denen Todten gen Himmel gefahren. (vi.) ^l>a ist am ersten mit Menschen besetzet, und von selbigen bewohnet worden, (vil.) Sind der Gottesdienst, gute Sitten, Gewohnheiten, Gebrauche, Künste und Wissenschafftcn aus kommen, (viii.) Sind hierinne die zwo ältesten Monarchien, die.Assyrische, und Perstanische entstanden. Die Assyrische Monarchie hat steh in? Jahr der Welt - 7 > L. mit dem Nimrod angefangen, und mit dem Könige 5-rclanz paio im Jahr zo??. nach Erschaffung der Welt ein Ende genommen. Die Perstanische Monarchie hat im Jahr der Welt );rum Imperium. I.) Arabien, iac. ^rabia. (6.)Sy» rien, lar.^ria. (7.) Klein ^6a oder ^6a minczr, UM welches die Insul Cy^ pern oder Lyprm und die Sporadische Insuln liegen. (8.) Grsß»Armenien, lac. ^rmema major. (9.) Lolcbiz, Iberien, oder Zberia, Albanien, oder älbania. s I c>.) Das Asiatische Sarmatien, oder 5ar Maria Macica. (l I.) Sey» then, Inc. 5c^rbia. 8. Von einigen wird das alte ä6z in Klein »und Groß»?lsien abgethei> let. In dem grossen 66a waren die Länder: das Listatische Sarmatien, das Astatische Scythien, Scriea, Sina, Indien, und die an Indien stossen»- de oder nahgelegene Insuln, Leciroüa, Larmania, vrangiana, /trackolra, Logäiana, Paropami65, LaÄiiana, ^rcania, ^larAiana, ParthlM, PerstöN, Sustana, Meden, Albanien, Colchis,Armenia, Meiopotamia, Assyrien,Ba- bylonien, Arabia, Syrien, Palastina, Phönicien, Cilieien, Capp^docien, Ga» latien, Pontus,Bithynien, Pamphylien,Lycien, und die Insul Cypern. Zu klem /lsta gehöreten diese Lander: Phrygien,Mysten, Lydien, Carim,Aeolien, Fuma. Qoriz und die Insul Rhvdls. 5 5. Die allgemeine Abtheilung von Asia, wie es itziger Zeit beschaffen ist. 1. sr>?ts t'ylgsAsta ist gegen Mitternacht durch das Zeprsnrrlonabsche grosse 7^6 Mer, gegen Morgen durch das Onemabsthe grosse Meer, gegen Mir» tag 8 Des vierdeen Buchs da p. i. tag durch das Indianische grosse Meer, und gegen Abend durch das schwartze Meer, das Mittelländische Meer, durch Afticam und ein Stück von Europa, eingeschrencket. II. Die vornehmsten Berge darinnen find: (>.) Der 4nnil»j oder imau», welcher die Asiatische Tartarey in zwey Theile sondert, sich biß an den Fluß t. ^l-rs paclkcum, Spanisch kl-r stel ^genannt. ?.Das Tartarischs oderScythische?)teer, lsr. l^are l'arrsricum oder 5cyrbicum ge» gen Mitternacht, ist ein Theil von dem grossen Zepremrionalischen Welt» Meere. Das todte Meer, oder das Saltz-Meer, lsr. ^lsrs morcuum, oder l-scu-i ^splislcices bey ?st«Mn2.ist das kieineste, und scheidet das gelobte Land von dem wüsten Arabien. Das Wasser dieses Meeres ist schwefelicht, stinckend, so saltzig und mit einer corrostvischen Scharffe vermischet,daß man es nicht auf der Zunge leiden kan. Es wird das todte Meer genennet, weil es keine Bewegung hat, und nichts lebendiges leidet. Hier zeiget man die Gegend, wo Sodom und Gomorra untergangen stnd. vi. In diesem Welt-Theile stnd vier -Havpt--Rell'giomn: J.)Das Heydenthum oder der Götzendienst, welcher zur Zeit der Assyrischen Mo» narchie entstanden, und noch itzo in der grossen Tartarey, 6bma> ssipomz, g-Nlo und Ost-Indien beliebet ist. Die Jüdische Religion, hat sich nach Empfahung des Gesetzes völlig angefangen, und wird noch heutiges Ta- ges in der Asiatischen Türckey, gegen Erlegung eines jahrlichen Tributs geduldet. f;.) Die M'ahometanisthe Religion, welche durch den Türcki- scheu Propheten ^abomec durch allerhand erdichtete Wunder-Wercke aus» gebreitet worden , ist nun über ftchs hundert Jahr alt. Der Lügen-Propst Uzbomer ist iü?. Lbr. 6 zI. gestorben. Der 6ecde der öuniz oder des Omzrz folgen die Türcken, und der K/zbü oder des ^aly-5e6te die Persianer. Ein Theil der Tartarn, und viele Einwohner in des grossen ktoZulz Landen, in der Nördlichen Halb-Jnsul disseits des 6z nges. Flusses in Ost-Indien, in denen Klzlclivez, Sondischen und Moluckischen Jnsuln, stnd der^labomeca- nsschm Religion zugethan. (4.) Die Christliche Religion, hat seit der Himmelfahrt Christi in Asta noch immer ihre Liebhaber gefunden. Sie ist aber heute zu Tage in Asta in unterschiedene 5eren, Gold in Flüssen und Bergen, und einen Überfluß an ?occell»in, Rubinen, Perlen /Topasern Von den, alte»! und f yl'gen Asta ittsgemsitt. l r und dergleichen. Sonst werden hoch geachtet die Diamanten von Narssngg und e»!con^z, die Rubinen von Pegu, der Pfeffer und Ingber von Mala- bar, Seiden und Wolle von ben^la, die Negelein aus denen Moluckischen - Jnsuln, die Muscaten-Nüsse aus Banda, das Sandel-Holtz von Timor, das Gold aus 5umzrra, der Balsam und Specereyen aus Arabien, der Zim- met von Legion, die cocoz» Nüsse aus denen Maldivischen Jnsuln^ der Kampffer aus barneo. der i'bäe aus Japonien. Es sind auch in Asta viel Marmor-Alabaster-Agathen-Iaspis-und Porphyr-Brüche vorhanden. X. Die vornehmsten Länder und Jnsuln in dem heutigen Asta sind: i.) Die grosse Tarearey, lsr. l'-ursriz worinnen vor Zeiten das Land 5enca, Scythien und ein Stück von Sarmatien, unter der Herr- schafft vieler Fürsten, so sich Chanen oder Könige haben nennen lassen, gele- gen gewesen. il.) China, welche vor Alters 5imrum kieZw ist genennet worden, hat eine lange Zeit seine eigene Könige gehabt, anitzo aber ist es der Herrschafft der Tartarn unterworffen. Dabey liegen dieIaponische-und die Diebes- Jnsuln. III.) Ostindien, l-r. Inclia OrienrzilZ, ist unter vieler Fürsten Gebiethe , davon sich der vornehmste den Titul KWZoi giebet. Dieses Indien wird zum Unterscheid ^meric-, welches West-Indien Heisset, Ost-Indien genennet, weil es uns Europaern gegen Osten oder Morgen lieget. iv.) Die Asiatische Jnsuln, lar. uckul-e auf dem Indianischen Nleere. V.) Das Königreich perston, lar. Imperium perstcum, zwischen dem Euphrat und Flusse luciux, welches den grössesten Theil der Königreiche der alten Perser und Parther in sich begreiffet, ist unter der Herrschafft eines Königes. vi.) Arabien hat seine alten Nahmen behalten, und gehöret theils dem Türckischen Groß-Sultan, theils aber etlichen Fürsten des Landes zu, welche zum Theil vollen des Türckischen Kaysers, zum Theil vollen des Königes inPerstenstnd. VII.) Die Türckey in Asta, lsc.'I'arciz Astacics, oder Asta l 'urcics, auf beyden Seiten des Euphrats. vm.) Bey dieser Asiatischen Türckey lieget ein Theü von denen I»t-s suln des ^rcbipel-Zi > die Instck Rhodiö und Cypern. Sonst pflegen die heurigen QeoZrzpbi Asien in s. Haupt-Theile zu theilen , nemlich in das Türckische Gebiethe, Perssen, Ost-Indien, die grosse Tar- tarey, China, und die Asiatische Jnsuln. Wir bleiben aber nicht ohne Ursach bey derjenigen Ordnung, welche der Herr Waller beliebet hat. xi. Die Asiatische Oölcker sind zum Theil sehr wollüstig, faul, zärtlich und leichtsinnig, zum Theil auch scharffsinnig und tapffer, aber doch denen B 5 Euro- iL Des vierdte»! Nu cp s Lap. I l. Europäern weder in Sitten und Gewohnheiten, noch in Künsten und Wissen» schafften nicht zu vergleichen. Das ii- Capitel. Von dem mitternächtigen Theile des alten Asien, darinnen gelegen sind, das Land 5erica, Scythien, das alte Asiatische Sarmatien; wie auch von der grossen Tartarey, von der Stadt von der Vestung Lierala.und denen Gwß-Chanen oder Tartarischen Käufern, von dem Groß-Lama und dem Zustande des Landes insgemein. §. i. Vorbericht des /^Ä0ri8. i. ist kein Land in gantz Asia, welches weniger als die grosse Tart.wc'f bekannt. Denn es wissen weder die alten, noch die neue ^crwenren von dem mitternächtlichen Theile derselben recht genaue und accuisce Nach- richt zu geben. 2. Die Hollander, welche mit vielen Unkosten und grossem Fleisse cinln Weg durch 9?orden über das Eiß»?Accr nach Japonien, und so weiter nach Oss-Indien gesuchet, sagen für gewiß, daß sie jenseit des Flusses ein grosses Meer gesehen harten; welches denn denen Erd»Befchreibern Anlaß gegeben hat, daß sie oberhalb der Tartarey ein Meer gesetzet haben, obschon des» sen Küsten unbekannt sind, wie in dem dritten Buche dieser Welt »Beschreibung bereits angeführet worden. §- 2- Von dein mitternächtigen Theile des alten Asiens. i. ^XAsienigc Land, welches wir heutiges Tages die grosse Tarcarey neu» ^ iien, begrciffet den nritternachtlichen Theil des alten Asiens in sich, in tvelchem die Lander ^eric-», Scythien, und ein Stück von dem Asiatischen Sarmatien gelegen war. Diese waren gegen Mitternacht durch das grosse 5cpremrionalische Meer, gegen Auffgang durch das Orienralische grosse Meer, gegen Mittag durch der Sineser Land, Indien, Persien, Albanien, Iberien und Colchis,und gegen Abend durch Lurogam eingeschrencket. i.Das Von dein alten und l'y lgm Asien insgemein. I z 2. Das Land ScncK hat unterschiedene Völcker und Landschaffren ge- habt, nemlich die Land schafft Aflniraa, worinne das Asmiraffche Gcbürge, und die Stadt Asmiraa gelegen war. 5cr.i war die Haupt- Stadt des gantzen Landes 5erw^ Die Völcker Illecloncz hatten die Stadt I lleNon. Die Ocroroco- 5-r hatten die Stadt Occol^coi'z. Die Völcker Oamn«, undi'b-igu. r-x haben auch in 5enc-i gewohnet. Dieses Land hatte gegen Morgen das sst- liehe Meer, gegen Abend denBerg imauz. gegen Mittag das Reich der Sinc- ser, und gegen Mitternacht das Scythische Meer. Die alten Völcker, 5ei «5 genannt, sind wegen ihrer Seiden-^snusaQiiren berühmt. Aus diesem Lande ist die Seide zu erst in andere Lander geführet worden. Daher wird auch die Seide 5ericum genennet. In denen Waldern ist vorzeiten viel Baum- Wolle gewachsen. Heutiges Tages sind der Gegend die Königreiche languc und dllucbe gelegen. z. Gcythl'ett, worinne die Berge und Hlsni gelegen waren, ist /'co/om-ki in das Drienmllsche und Dccidentaltsche abgetheilet worden. In dem Orientalischett Theile, welcher Scythien jenseits des Berges lmauz, oder Lcxrbia exrrz ImÄUM genennet wurde, wohneten die Völcker ^Lll Zcylb-x, dieR^..^- Völcker Lbauranz-i. deren Haupt-Stadt ckaurana war. In dem Lande c. I Z.14. ^U!5zciri5 war die Stadt Huözcia gelegen, wie aus der dritten kigur zu sehen. I In dieser Gegend sind heutiges Tages ein Theil der Ruffischen Tartarey, rbc^, diekislmzclci, auch kvlugülia nigra und llava. Der Occidcntalische Theil des 8c^cbien disieits des Berges Imauz, Ist. Zc^rbia incra genannt , hatte die Flüsse i-ixarce; und L>XU5 , welche Gegenden die Völcker izxarkX, letzgligerT und die bewohneten. Die Berge und Völcker wurden ^lanl genennet. Der t^-illzAcceri Königin I'omyrl; hat im Jahr der Welt 1411. den Persianischen Monarchen Ly>um überwunden. Dieses Zc^rbieu war um die Gegend nach dem Caspischen Meere herum, und wo heute zu Tage t-sll». ^ibcr und andere Lander der Gegend sind. Die Scythen waren kriegerische Völcker, welche keine gewisse Wohnungen hatten, in dem sie bald hier bald dorthin zogen. Sie kleideten sich in die Haute der wilden Thiere, und liebc- ten weder Ackerbau, noch artige Sitten und gelehrte Wissenschafften. Ihre Vermeinte vornehmste Gotter waren, ^upircr, t^larz, VeÜZ, Venu5, undb^er- cul», welchen von denen Gefangenen der Hunderte jederzeit geopffert wurde. Denen andern Gottheiten haben sie Vieh zum Opffer gebracht. Jbre Gefangene pflegten sie lebendig zu schinden, aus deren Hirn-Schedeln sichTrinck- Schalen zu machen, und die abgezogene Haut um sich zu hangen. Der Dieb- fiahlwurde bey ihnen nicht sonderlich gestraffet. Der letztereKönig der^cy-ben Nncbamist ^n. 1187. von dem ersten Tartarischen Könige cbinZ'5 erschlagen worden. 4« Das Asiatische 5armsclen > lsr. Zarmsna ^üäcica hatte zu Grantzcn, B 5 Legen »4 Des vierdkm Buchs <2->p. ?i. gegen Mitternacht das Septentrionalische Meer, gegen Mittag das Calpische Meer und den üonmm Luxwum. gegen Morgen schien diesseits^des Berges imzuz.und gegen Abend das Europaische 5,lrmzcwn. Dessen vornehmste Flüsse waren die Rha, heute zu Tage ^olzz. und l'snaiz, heute zu Tage Don genannt, an dessen Munde die Stadt lanai; gelegen war. Hierinne haben unterschiedene Völcker gewohnet,als die »xperbc»i-ei.die»ippophzFi,welche Pferdefleisch ast die ^ÄlllicX^zrmarX, die übchiro^b-iAl, die ^mz-ionc;, die psrielbiüi, die rkropoplizzi, welche Menschenfleisch gefressen haben. In dieser Gegend ist heute zu Tage ein grosser Theil von Rußland, und der Russischen Tartarey, und zwar die Provintzien Dwina, Lonclorc, perrxorg, permxlci, Zamojecla, 5ideria, y^iacka, I.op^,ia, I-ucomoria. Und die Königreiche Lslsn, ^ltcscan, LuIZaria. §» ?» Von der grossen odcrAsiatischen Tartarey, wieselbige heute zu Tage eingetheilet wird. ^5»" ^Ierbey ist in acht zu nehmen, daß zwo unterschiedene Tartareyen ssnd, eine, ^/welche die grosse oder Asiatische Tartarey genennet wird, weil sie in Asia lieget, von der wir hier reden; die andere, welche die kleine Tartarey heissct, und zu Europa gehöret, woselbst wirsie auch imsechsten Capitel, des sechsten Buches, im vicrdren Theile beschreiben wollen. Dasjenige weirlausstige Land , welches wir heutiges Tages die grosse Tartarey nennen, hat vorzeiten das Asiatisctx Sarmaticn, das gantze 2tsia^ tische Scythien, und die Land schafft 5cricam begrieffen, von welchen wir in dem vorhergehenden §. geredet haben. Die Tartarey hat ihren Nahmen von ihrer Flüsse einem ,den man Tartar oderTattar nennet,daher das Land baldTattaria baldTartaria benähmet wird. Ihre Grättrzen sind gegen Vlitternacht das grosse Septentrionalische Welt-Äleer, gegen Mittag das Reich Liw,a , Indien und Persien, gegen Morgen das Orientalische grosse Meer, und gegen Abend Rußland oder die Moscau. Die vornehmsten Berge sind: der >Urui, den etliche oder nennen, der^nca^, I4onim, ^nnibiundderlmauz. Die Halipt^Seei» sind: der von ^nmbu .jöailcal, pcbu, der von kich.i?, ^Icin, lehn oder IZÜiIboz. Die grossen Flüsse der grossen Tartarey ssnd: (i.)Der vbx.lzr.Obiu;, welcher aus dem See Kirbaicho entspringet, durch das Königreich ülrin,, der vliiuclcer Land, und Doriam lauffet, wo er die Flüsse loch und lodo! zu sich vimmet, und in das Septentrionalische Welt-Meer fließet. Dieser Fluß wird ins' Von der grosse») Tartarey. I f insgemeinm^^ zwischen Europa und ästa gesttzeh (2.) lrnz, ein grosser Fluß/ welcher aus dem Berge kosogol im Königreiche t.tclarcay entspringet, und bey I'olzalzlca den Fluß lobol zu sichnimmet, hernach aber bey 5amoro5 oder Famoroc in den Fluß Ob)/ füllet. ().) I'obol, ein Fluß, der in pascarir entspringet, und bey I'oboizlca IN den Fluß Iruz gehet. (4.) ^UNAUZ. ist ein Fluß, welcher grösien Theils aus dem SeeLzilca! verstarcketwird, und nach» dem er durch I'ungustam, 8iberiam, pislicl.im kommen, in das Eiß» Meer fliestet, (c.) Der Fluß kcns nimmt auch viel kleine Flüsse zu sich, gehet durch 5iberien, dasLand lalcu^, in dasEiß»Meer. t6.)DerFlnßXan(loderOKe- sei. vorzeiten laxarcez, entspringet in Ozkeclc in dem östlichen ^--g->rbay. und fliestet von Morgen gegen Abend in das CaspischeMecr. (7.) Der Fluß I'erei !,. oder i'arrÄ^ welcher in den Fluß lemstz kommet, soll dem Lande den Nahmen gegeben haben. (8.) Der Fluß Hchianu . sonst Oxu; genannt, fliestet in den Fluß Lbelel. (9.) ^mu^, ein schissreicher Fluß, welcher in dem Lande Iun entspringet, hernach die Flüsse scbwßsl oder5onZero, Zcbur, und andere mehr zu sichnimmet, und sich unter der Stadt 5ioils-ri in das Orientalische Meer ergießet. Die Tartan» sind theils LNahometancr, theils GöyeiwDl'encr, und theils der Griechischen Religion, nach denen Russischen Gebrauchen, zuge» thau. Von diesen Völckern sind die mehresten wild, grausam, räuberisch, zur Verrätherey geneigt, und leben grossen theils in schlechten Hütten, welche sie aufWagen hin undPüeder führen können. Einige gemessen unter ihren Koni» gen und Fürsten der Freyheit, andere sind demKayser in Lbma Unterthan, und einige find von dem Czaar von Rußland unter das Joch gebracht worden. Ihr Reichthum bestehet in Pferden, allerley Vieh, Wildpret, Peltz»Werck, Ho» nig. Wachs, und was sie sonst nach Gelegenheit des Landes besitzen. Den Och» sen»undPftrde»Mist pflegen sie im Winter statt desHoltzes zugebrauchen, um das Feuer zu unterhalten. Dieses weitlauffrige Land ist nicht viel kleiner als Kuropa, und begreiffetsehr viel Königreiche, Provintzien, und besondere Staaten in sich, welche uns noch mehrentheils unbekanntsind. Damit wir aber diejenigen, welche uns bis hie» her bekannt worden, desto leichter fassen können, so wollen wir die grosse Tarta» rcy in dreyen Haupt» Theilen beschreiben, wie selbige von denen neuern Oeo^rs. pbiz vorgestellet wird. Demnach betrachten wir, t- Die Russische Tartarey, welche weil sie grösten Theils gegen Mitter» nachtgelegen, auch die Mitternachtige Tartarey, lar.i^ki^Ki^ 8io^odcr Kdli'kt.iopl^i.15 genennet wird, ti. Die Occldc»)tailsche Tartarey, l-»r. T'^k.'i^kläOOLlvKN'i'äi.iK ist derjenige Theildergrossen Tartarey, wo die freyen und umher streiffen» deTar» 16 Des vierdtm 2öuchs L-p. Il. de Tattarn leben, welche also in Ansehung der Chinesische», Tartarey, die gegen Morgen lieget, benähmet. III. Die GnentnltjcHe oder Chmeststhe Tartarey, lzr.IarcuriaLhlnen- stz, oder^riencsliz. Zeder Theil von diesen dreyen HaupttTheilen der grossen Tartarey, wird wie. derum in viele andere Königreiche und kleine Staaten der Völcker eingetheilet, ivelche wir, so piel als möglich ist, nacheinander accurac bemerken wollen. §» 4» Von der Russischen Tartarey. ^s^Zescs ist ein grosser Theil von der Asiatischen Tartarey, welcher mehren- ^./theils gegen Mitternacht zu lieget, und daher auch osst die mitternächtige Tartarey, Tirana 5epcenrrionnlj5 genennet tvird. Die Czaaren oder (Kroß- Fürsten von Rußland, haben die darinne wohnende Völcker nach uiid nach zinsbar gcmachet, theils unter ihre Bottmässigkeit gebracht. Einige haben zwar noch besondere Freyheiten, müssen aber dennoch durchgewisseGeschencke dem Czaar von Rußland zu erkennen geben, daß sie selbigem mehralsandern Potentaten zugethan sind. Die vornehmste Lander, Völcker und Städte hierinnen sind: i. Dagestan oder Dachcstmr, I»r. vuchestaniz, eine Asiatische Provintz, welche 40. Meilen lang ist, und gegen Morgen an das Easpische Meer/gegen Abend an das Gebürge L-mcaiu5, wodurch sie von der TürckischenLandschasst ^col'Zien abgesondert wird, gegen Mittag an die Persianische Provintz 5cil van. und gegen Mitternacht an Lirc^stzm grantzet. Den ^ilahmen hat sie von dem Wort l)u->, welches bey ihnen ein Berg Heisset, weil dasLand durchgehends sebr hohe Gebürge hat. Die Einwohner werden die Dagestaner Tartarn ge- „cnner ^ welche mehrentheils in dem Gebürge herum sireiffen, und sich von der Rauberey zu ernähren pflegen. Von denen Persianern werden sie NczZi, von ib- neu selbst die Hochländische Tartarn genennet. Sie strcissen bald in Pcrsien, und bald m eeoiZisn, damit sie Sclaven bekommen mögen. Sie haben unter- sichiedliche Herren , unrer welchen zwey die Vornehmsten sind. Derbem. m der oberste Fürst, »velchen alle andere oder Kirsten lePettiren „iüsseii. Räch diesem ist der 0lmin in grossem AnselM. Der Religion nach sind dVnehrfsten ltt->homc»ncr nach der Gewohnheit derTürcken, doch sollen viele auch die Griechische Religion nach denen Lcrcmonien dcr Russen lieben. Diese Tartarn sind mehrentheils in ihrer Freyheit, und haben sich bis anhero weder vor denen Türcken, noch Persianern, noch auch vor denen Russenge- fürchtet. Doch haben sie mit vielen Geschencken den» Czaar von Rußland me» cken lassen, daß sie gegen ihn mehr Hochachtung und Zuneigung als gegen den König Von der grossen Tartarey. König in Persien oder Türckischen Kayser hätten. Zhre Gebürge sind zum Theil säst unzugänglich, daher sie auch die Freyheit so lange behauptetem. Die vornehmsten Oercer dieses Landes sind: i.) Darcu oder i'arclcu, eine Stadt von etwa tausend Hausern an dem Ca» spischen Meer gelegen, ist die Haupt»Stadt in va^elian. !.) Voynacfeine Stadt, worinneder^ccm^alreücliret. II. (Lucassen, I-". Oircaliiz, oder K-Zi u Lnc^.llorum, eine weitläufige Land» schafft, worinne d ie Circassische Tartarn wohnen, welche noch zu ^.üa gerechnet werden. Gegen Morgen grantzet dieses Land an Wracan oder die Nagaische Tartarey, gegen Abend an den Fluß von oder Kanals, und die Maotische Psü» tze, durch welche es von denen Donischen Cosacken und der kleinen Tartarey ab» gesondert wird, gegen Mittag an das schwache Meer, und gegen Mitternacht an den Fluß von oder i'ana-s. Diese Tartarn haben zwar ihren eigenen Fürsten, welcher aber ein Vatall des Czaars von Rußland ist, und auch itzo denen Türcken nach Assoph Tribut lieffern muß. Mit denen Krimischen Tartarn haben sie offt blutige Kriege geführet, ui,d selbige allezeit wieder zurücke getrieben. ^nnoiyos. wolten sie dem Cham der Europaischen Tartarey den sonst gewöhnlichen Tri» butder ErsttGeburt nicht liefern, daher siel dieser ohne des Türckischen Käysers permillion mit einer grossen Macht in Circassien ein, ward aber von denen Cir» eaffischen Tartarn gantzlieh in die Flucht geschlagen, und darauf von dem Gross- Sultan seiner Würden entsetzet. Die LircassisichcTartarn, lar. sind starck von Leibe, haben breite Angesichts, gelbe Farbe, schwartze Haare, tragen graue Röcke, darilber ein Mantel von Filtz hanget, welcher auswendig rauch ist. Sie streifn gemeiniglich zu Pferde herum, und pflegen sich, wie die Dagestaner, der Säbel, Bogen, Pfeile, Wurf Spiesse und auch zum Theil Flinten wieder ihre Feinde zu bedienen. Die Weiber gehen im Sommer in gefärbten, rothen, gelben, braunen und grünen Hembden, welche sie vorn offen stehen lassen, und tragen an denen Hälsen, auch an denen Armen Ket» ten von Silber oder Zinn, oder von Agt» Steinen. Die Todten pflegen sie ehrlich zu begraben, zu betrauren, und mit auffgeritzten Brüsten und Handen bitterlich zu beweinen. Sie sind theils Mahometancr, wie die Türcken, nach der 8cÄe Omars, theilsHeyden und Götzen» Diener, haben weder Kirchen noch Priester. Die meisten leben unter Gezelten wie die Araber, weil die Russen und Türcken die verwahrten Plätze besetzet haben. Sie haben hin»und wieder Heer» Weise Hütten gebauet, in welchen viele noch der Freyheit gemessen. Das Land ist an vielen Orten an allerley Früchten, Korn, und schönem Wiesewachs gesegnet. Die vornehmsten Berge sind Varacla, und eor» vllca. Fast mitten durch das Land gehet der Fluß 8?I oder Lopz. In der grossen Wüste 5rep giebt es gute Saltz--Quellen. Es wird auch darinnen das Korane? oder Bornitsch gefunden. Biestes ist eine Frucht so groß als bey uns ein Kürbiß, hat die Gestalt Anderer Theil. C eines j 8 Des vierdten VmHs (^p. li. eines Schaafes, (daher es den Nahmen Lorzn . so auf Russisch ein Schaaf Heisset, bekommen) mit einem Haupt, Füssen und Schwantze versehen. Aus- wendig hat diese Frucht ein Fell, mitweissen gläntzenden und sehr feinen gefärbten Haaren , so vest als Seide bewachsen. Diese Felle werden so wohl von denen Russen als Tartarn sehr hoch gehalten. Dieses öorsu-c? wachset auf einem Strauche, drey Füsse hoch, welcher sich in den Nabel des SchDeins einpflanzt. Diese Frucht kehret und wendet sich als eine Sonnen - Blume,nicht anders, als ob sie sich zu denen nabe stehenden Krautern neigen wolte. Man erzeblet dabey, daß wenn das Graß und die Krauter rund umher verdorren, diese Frucht auch vergehe, gleich als wenn sie ihre Nahrung und Unterhalt verliehre. Solches geschiehet auch, wann selbige grün abgehauen, und hinweg getragen wird. Wenn man selbige aufschneidet, so rinnet aus derselben ein Safft wie Blut heraus. Inwendig siehet es wie Fleisch aus, und ist davon wie Krebs-Fleisch zu essen. Die Wölsse sind daher nach dieser Furcht sehr begierig. Die Weiber dieser Tartarn pflegen ihre Aöpffe von denen Haaren sicbenfachig zu flechten, und selbige über das Haupt zu hangen. Die Würben müssen hinten an dem Haupre eine Küh-Blase tragen. Im Sommer gehen sie nur in Hembden, im Winter aber pflegen sie einen Peltz anzulegen. Die vornehmsten Städte dieses Landes sind: 5^6 ^ l.) Terckl /Iar.l'crcbiuni .die Haupt-Stadt in der Circassischen Tartarey, an dem Flusse ?emencki,auf einer grossen Ebene,wo weder Wälder noch Berge sind, beydem Caspischen Meere gelegen. Sie hat Vermahlen guteBolüvercke, siarcke Wälle, liesse Graben , und ein wohlbevestigtes korc oder Libelle, 16; 6. hat ein Niederlander die porriflcarior, ordentlich angeleget, und der Schottlander ö-i^lex ünno , 670. selbige aller Orten vermehret. Der Czaar von Rußland halt hierinne einen Gouverneur mit einer starcken Besatzung, weil sie eine gute Gräntz-Vestung gegen die Türcken und Persianer ist. Die t^rcik. cscion des Ortes ist aus der V. piZur zu ersehen. 2.) l-enrleni ist eine kleineInsul, welche gegen Tercl^i über lieget. kalem 5ui, eine Stadt zwischen zweyen kleinen Meer - Bussenam schwachen Meere gelegen. Sie ist von denen Tartarn bewohnet. 4.) Hbale, eine Stadt ohnweit dem schwachen Meere. 5.) Icmruck, und 6.) Ismzn, sind zwey Städte aufeiner ander k^Tori- schen See gelegenen Insul. 7.) Asioph oder oder Izr. eine wohlbevestigtc Stadt, mit einem starcken Ca stell und Hafen an dem Ausflüsse des Flusses l)on oder 1a- Nlii; in die k^rorische See. Sie ist eine tressliche Handels - Stadt an denen Grantzen von Luropa und äfls sehr wohlgclegen, daher die Türcken und Russen diesen Platz vor sich zu behaupten suchen. Wann die Türcken diese Stadt besitzen, so können sie die Russen und Cosacken von denen Streiffcrcyen aufdem sthwartzen Vsn der grossen Tart-arey. 'S Ü^Zde. 'Mn- Col. s ^ Äci!« ckm,M 'mchiW - mW, Ta Am -s'.^, M? WO ^>1-' schwachen Meer abhalten, und von dieser Seite Constantinopel in Sicherheit setzen. Ist der Ort in der Russen Gewalt, so können diese von Assoph bis vor Constantinopel mit Schiffen kommen, und das gantze schwartze Meer unsicher machen, auch eine ^rvlirsble Handlung nach dieser Gegend treiben. Der Fluß iÄnai8 theilet die Stadt in zwey Theile. Der Czaar von Rußland tei-cbzel kcärovvic? liesse diesen cczn5clersblen Platz ^N"v 16^ 7. denen Türcken wegneh- men, müsse aber selbigen hernach ^nno 164;. dem TürckischenKayser ibr-bim. ^murzrbz I V. Bruder wieder abtreten. Nach der Zeit haben die Russen diesen Ort vergeblich unter ihre Bottmaffigkeit zu bringen gcsuchet, auch>tnno 1695. eine vergebliche Belagerung unternommen, in dem es ihnen damahls nichtwie Xn. 1674. glücken wolte, da sie diese Stadt nach der Eroberung plünderten und in den Brand steckten. Im Jahr - 696. ward die e Vestung von dem Czaar von Rußland Perm /riexie v vir!-, mit Hülsse der Kayserlichen und Churfürstlüchen Brandenbuvgischen ir,A-nieur5 den 28. ^ulü mit ^ccorcj erobert, und in dem ünno 1699. zu L-rlowir^ geschlossenen Frieden, von denen Türckendem Czaar cecüret .Von derZeit an hat derCzaar sich auf dem schwartzenMeere koi mi> u-ble zu machen gesuchet, und hinter gedachtem Meere unterschiedene neue Ve- stungen, als VsAanemcic.ivamenon und I'cilon angeleget, darüber die Türcken sehr erbittert worden sind. Nach dem blutigen Treffen, welches der Czaar von Rußland, psccr /Ucxiovvir:-. mit dem Groß-Vezier der Türcken Me» hemeth ^nno 17 li.an dem Flusse Pruth in der Moldau den -o. 2 r. und 12. Julii gantzer drey Tage gehalten, ward endlich zwischen denen Türcken und Russen den 2 ;.P,liieinFriede geschlossen , in welchem die Vestung Asoph denen Türcken wieder abgetreten wurde. 8.) Taganerock, oder permlcbina Vubz, war eine Vestung ohnweit Assoph gegen Abetid an dem Assophischen Meere gelegen, welche nebst ksmcnon und Volon vermöge des Friedens am Prut < Flusse ^n. 1711. von denen Russen sind geschleissetund denen Türcken abgetretten worden. III. Dtw Aom'grel'ck) Astracan, Ist. Ke^num ^llrscaiium, liegetum den grossen Fluß Wolga herum, welcher 1 -.Meilen unter der Stadt Astracan in das Caspische Meer, Isr. »vm.inum genannt,fiiesset. Dieses Land hatte 15 54. vor, dieses Land nebst andern der Gegeiidunter seine Bottmassgkeit zu bringen. Da es ihm nun /^n. 1; 5 2. und 1; 5 Mut OKn glückte, so kam er auch än., 5 54. mit einer grossen Macht in diese Gegend, und brachte das gantze Königreich nach vielem Blutvergiessen in seine Bottmaffigkeit. Von der Zeit an haben die Russen die Ober-Herrscbafft darüber behauptet. Die vornehmste Oerterdarinnesind: C 2 (-.)Astr^ 2,0 Des vordem Vuchs dsp. il. (I.) Astracan, lar. ^lirsc-inum, eine ansehnliche Stadt an dem Flusse Wolga, Meilen von dem Caspischen Meere aufder jandichten Jnsul xoi gelegen. Diese Stadt ist mehrentheils mit höltzerncn Gebäuden versehen, und hat nichts destoweniger wegen der vielen hohen Thürne und Kirch»Spitzen ein schönes Aussehen. ^».1554. den i.^uAusti ward dieser imporrsmeHan» dels»Platz von Johann Basilowitz Czaar von Rußland mit stürmender Hand erobert, und nachdem die übergebliebene Tartarn ausgetrieben worden, mit Russen besetzet. Diese haben darauf eine starcke Mauer um die Stadt herum geführet, selbige nicht nur mercklich erweitert, sondern auch einen neuen Theil angebauet, welcher 5rreli-izZoro6 genennet wird, weil die Strelizzen darinnen wohnen. JmJahr 1 s66.liesse derTürckischeKäyser 5eiimu<-ii.emenEinfall mit einer Armee von dreymahl hundert tausend Mann in dieses Land umerne! » men, welche Macht aber von denen Russen und Tartarn gäntzlich zurücke ye» schlagen wurde, ^n. 1574. ward dieser Ort sechs Monath lang von denen Tur» cken und Krimischen Tartarn belagert, endlich aber von denen Russschen glück» lichentsetzet. -661. haben die Krimischen Tartarn zwar mit Beyhiilffe der Türckischen Trouppen und einiger Verrathcr diese Stadt erobert, und grosse Beute gemachet, stnd aber von denen Russen das folgende Jahr daraus wie» derum verjaget worden. Darauf liesse der Czaar von Rußland äicxius KticN-i. elovvirz: die Stadt und das Schloß mit einem starcken von Steinen ausgemau» erten Wall umgeben, und selbigen mit vielen dsnonen besetzen. Es wurde auch eine starcke Besatzung eingeleget, welche denen Feinden Widerstand thun könnte. Dem ohngeachtet glückte es dem verwegenen kebellen, 5repb3m,5 gc» nannt,welcher in RußlandgrausameUnruhe erregte,daß er^n. 16 7 o.ann; .Pmü durch seinen mächtigen Anhang diesen imporranren Platz mit List und Gewalt eroberte,und den grössesten Theil der Einwohnersso wohlHohe als Niedrige,nebst der Luzrmlon erbärmlich niederhauen liesse. Nachdem aber der Czaar das fol» gende Jahr 1671. die Rebellen nicht nur zerstreucte, sondern auch dasHaupr derselben nebst vielen andern gefangen bekam, so wurde Astracan von denen Ruf» sen wieder eingenommen. Nach der Zeit ist diese Stadt noch mehr bevestiget worden. Es wird heute zu Tage von denen Russen, Tartarn, Ameniern, Türcken und Persianern eine starcke Handlung darinne getrieben, und pflegen auch die Jndianer dahin zu handeln. Die Tartarn bringen im Sommer aller» leyObst, insonderheit viel grosse Wassermelonen dahin. Der Fluß Wolga ist der Gegend mit viclenDschen, Karpffen, Störlingen oder kleinen Stören, He» ringen, Hechten, Bährs, Schleyen und^nnüaclczgesegnet. Das Saltzaus der Jnsul OolZol, welches von der Sonnen ausgekochet wird, und aufdcnen Flüssen als ein Crystall gläntzendoben auffschwimmet, hat einen lieblichen Vio» len«Geruch , und darffgegen einen kleinen l'ribuc an den Czaar wie in der wü» sten Heide 5cep von jedermann gesammlet werden. Die Russen schütten selbiges Von der grossen Tarkwey. 21 auf grosse Haussen^, und führen esvonätlac-n nach Rußland, weil der Czaar die Ausführe des Saltzcs in andere Länder gar hart verbothen hat. In denen Monathen Sc^cember und Oeiober ist es der Gegend mehrentheils so warm, als es bey uns im heissen Sommer zu siyn pflegeü Die Stadt ist seit An» no -6i o. mit schönen und angenehmen Wein »Gärten umgeben, zu welchen ein Mönsch und Persianischer Kauffmann Anlaß gegeben haben. Unter der Stadtliegen in demFlusse Wolga,welcher hier Fußbreit ist, vieleschiis» sichre und büschichte Insuln, auf welchen allerley Vögel, wilde Gänse und dergleichen sind, so von denen Tartarn mit ihren abgerichteten Sperbern und Falcken gefangen werden. Die wilden Schweine um Mrac»n herum, wer» den alle nach Rußland abgeschicket und verhandelt, weil die Tartarn vermöge ihrer Gesetze deren Fleisch nicht gemessen dürsten. Die Zölle dieser Stadt so!» len dem Czaar jährlich 12000. Rubeln oder 2,40^. Thaler einbringen. So werden auch fast alle Jahre über 200. Fasser Wein von hier nach der Stadt Moscau gefuhret. (2.) 5or2ro5, ist eine Stadt, welche ohnweit dem Flusse Wolga lieget. (z.) 8ei-abic, eine Stadt am Flusse gelegen. s4.) (s.) (6.) (7.) Lscle^ba, sind Städt» gen. (8.) pvloo^, eine Vestung. Das Land um Ml-zcan herum Heisset eigendlich LAagaia, worinnen die Na- gastche Tarvarn, l-»c. heerweise in ihren Hütten oder Ge» zelten wohnen, weil ihnen der Czaar von Rußland nicht vergönnet, haltbare Städte zu bauen, noch in der Stadt mit denen Ihrigen zu wohnen, indem sich die Russen fürchten, daß sie ihnen hernach zu mächtig werden möch» ten. Ihre Hütten von Rohr und Bast von denen Bäumen zusammen gefloch» ten, sind insgemein i». Fuß weit, und für dem Regen oben mit Filtz»Lap» pen bedecket, auch offt für den Anfall der Feinde auf Vergünstigung des Czaars von Rußland mit Pallisaden besetzet. Die Kallmucken sind ihre ge» schworne Feinde, welche sie offt überfallen. Mitten in dem Dache ihrer Hüt» ten ist ein Rauch»Loch, das sie nach dem Winde drehen können. Im Som» mer ziehen sie in diejenige Gegenden, welche am lustigsten und angenehmsten sind, und pflegen ihre Hütten auf Karren nachzuführen. Die gedörrete Fische müssen sie an statt des Brodts essen. Sie machen auch Kuchen von Gersten, Reiß und Honig. Ihr Gerrancke ist Wasser und Milch. Einige sind der Russischen Religion, die mehresten der Icizüomecsiüschen nach der vmsrz. wie die Türcken, zugethan. Sie theilten sich in gewisse Horden oder 5cuz> Xutmaüemiznzst, 8älzz ^2r, und 6unclii-, sind mit Russen besetzet. VII. Das Aömgrelch) Izc. tt.egnum Lzsziium, liegt theils an dem Flusse kamz, theils an dem Flusse Wolga herum, hat gegen Abend die Czercmisstsche Tartarey, und gegen Morgen und Mittag das Königreich vul- tzzmm oder die Landschafft , gegen Mitternacht das Russische Her^ tzogthum Wiaclkz. Die Dartarn dieses Landes waren vor Zeiten so mächtig, daß sie von denen Russen Tribut forderten, und sehr weit in Rußland Kreiff-- ten. Nachdem aber der Czaar von Rußland, Johann Basilowitz, diese Tar- tarn mit einer gewaltigen Armee gantzlich ä». 1552. iiberwunden hat, so sind sie nun unter die'Bothmässigkeit der Russen gebracht worden. Einige lieben noch biß diese Stunde die tttzüomecamsche Religion nach der 5eQe 0mar8, wie die Türcken, dochInd die meisten durch die Sorgfalt der Russischen Ertz-Bischöffe zu der Christlichen Religion, nach denen Russischen Gebräm chen gebracht worden. Die vornehmsten Oerter dieses Landes sind: 1.) Casim, lar. dztanum. eine grosse und wohlbevestigte Stadt, mit ess nem starck»bo5c>Kciiten Schlossein der Gegend gelegen, wo der Fluß L-lancK» in den Fluß Wolga ssiesset, 1^2. ward diese ansehnliche Stadt, welche mehrenthcils Hauser von Holtz und Erden erbauet hat, von dem Czaar von Rußland Johann Basilowitz mit stürmender Hand erobert, und der grösseste Theil der Einwohner niedergehauen. Nach der Zeit ist die Stadt mit starcken Ning-Mauren, Thürnen und Rundelen, auch einem Wall be<- vestiget, und mit einer c-laciell. nach Europäischer Art, verwahret worden. Die Stadt ist mehrenthcils von Russen bewohnet, doch wohnen auch Tar- tarn daselbst, von welchen aber bey Lebens-Straffe keiner in das Schloß kom» men darff. Der Czaar hält hierinnen einen Waywoden, und in der Stadt einen absonderlichen Stadthalter, auch eine starcke Besatzung von lauter Russ sen. In diesem Orte wird von denen Türcken, Persianern, Krimischen Tar- tarn und andern Völckern eine grosse Handlung getrieben, wovon der Czaar von Rußland jährlich einen guten Zoll und Tribut zu gemessen hat. 2.) kuLlilci^A-i, oder koLk/->Z-l, eine Stadt ohnweit dem Flusse Wolga gelegen. ;.) ZvMslsIc, 4.) Xolego. 5.) kgovz ^llaceur. 6.) 8z!ulc und 7.) mifcb, sind kleine Städte in dem Lande von Lst-M. K.) >U!smr, eine Stadt an dem Flusse «lam» gelegen. viu. ! 4 " Des vierdren Buche <2sp. il. Vlll. Die weitläufftige Landschafft 81LKKI ^. I^r. KcZnum 5iber>g-. hatte vor Zeiten einen eigenen König, welcher über viele unterschiedene Ml« cker herrschete. Der letztere Czaarz5lberzlcy /Ucauu km-jumo^ic-, wurde An. 1584. von denen Russen zur Zeit ihres Großfürsten lbeoclori oder 6ur i-^-zno^ice überfallen, nebst denen Vornehmsten des Landes gefangen genommen, und also das gantze Land dem Czaar von Rußland unterworffen. Dieses Land wird sonst die wüste Tartarep, lac. i'Iccgriz Oelerrz genennet, wenn das Wort Sibcrien im weitläufigen Verstände genommen wird ,nach« dem es durch die Waffen der Russen biß an das EissMeer, und die Chine« fische Tartarcy erweitert worden ist. In dieses Land pfleget der Czaar von Rußland diejenigen zu schicken, oder zu rclessren, welche etwas wichtiges in Staats«und Krieges^Ksiren versehen l)aben. Das Land hat viele Walder, unwegsame Gebürge und Moraste. Der Zobel«Fang wird hier gar eifrig getrieben, wie denn der Czaar von Rußland jahrlich eine grosse Menge kost« h.ires Peltz-Werck aus diesen Landen bekommet, damit in Archangel eine star« cke Handlung ist. Weil diese Einwohner die Ungarische Sprache reden, so urtheilen einige, daß die Hunnen zu erst aus diesem Lande kommen wären. Die vornehmsten Städte und Oerter des eigendlichen Sibericns find: 1.) Tobolsba, l^c. 1 oboiium, itzo die Haupt« Stadt in dem eigendli« chen Siberien, in der Gegend, wo die Flüsse 1 obai und irrk zusammen fliesten, gelegen. Sie wird auch lokal oder lokoul benähmet, und liegt unter dem 64. c^raclu der Breite und 94. der Lange. Hierinne ist der ordentliche Sitz des Russischen Ertz-Bischoffs, und auch des Louvcrncurs von Siberien, wel» chem alle andere Lommcng-mren in Samojeda und Siberien pzriren müssen. Die Stadt lieget auf einem Berge, ist bevestiget, und noch mehr durch ein lorrik- eines steinernes Closter verwahret. Die Tartarn in Siberien müssen ihren Tribut an Peltz-Werck,Getrayde und Pferden hiefigem (Gouverneur einhändigen , welcher solchen nach Nußland übermachet. Der Czaar von Rußland pfleget hierinne eine starcke Besatzung zu halten, weil man denen benachbarten Völckern nicht viel Gutes zu zutrauen hat. In diesem Gebiethe ist das Korn wohlfeil, und ein Ochse gilt nach unserer Müntze etwa z.Thaler, ein Stöhr von 40.biß;0.Pfund etwa iv.Kreutzer. :.)lora ;.)ä5mzck. 4.)lumcen. ;.) Izjzhznim. 6.)?akcm. 7.) Verzacuria UNd d.M. find Städte. 8.) linne, eine Stadt am Flusse lobo! gelegen. eine Vestung. -o.) 5ikir. ist vor Zeiten die Haupt-Stadt von Siberien gewesen, i r.) 5>zmzraclc, eine Stadt. 12.) l).) dlsviznzlcoi, und 14.) find Schlösser in dem eigendlichen Siberien. ^ Alle folgende Völcker und Lander der Russischen Tartarey werden zu Siberien gerechnet. In »W Von der grossen Tarenrey. »f An dem eigendlichen Siberien leben auch die v-r-hinst. eine Art xäx muiciccii. welche unter dem Luttu eizzn stehen, und auch dem Czaar von Ruß» land Tribut zahlen. Sie wohnen von der Stadt lora biß an die Stadt Iom!k.oi um den Fluß 0bx herum in schlechten Hütten. Ihre drey Ober« sten sind, Xzsagz^.öAkiscb und öaicluck. Der erste muß den Tribut nach der Stadt lors, der andere nach dem RussischenSchlosse'l'eiuvva.dcr dritte nach dem Schlosse Xuicmba liefern. Sie haben feinen Ackerbau, und fönst mit denen 0Ui-,Xen fast gleiche Lebens-Art. ix. Die 05 ^i^ xi sind ein mächtiges und abgöttisches Volck in dem eigendlichen Siberien, zwischen denen Flüssen 0b^ und ttciz, welche in Hütten von Rohr, Bast und Hirsch «Gedärmen erbauet, leben, und den Götze» 5ierzn oder5zirsn mit wunderlichen Gebärden anbethen. Sie erkennen, daß ein GOtt im Himmel seyn müsse, welcher alles regiere, und dennoch find fie dem abscheulichen Götzendienst ergeben. In jeder Hütte der Horden, oder Versammlungen, pflegen fie ein Götzen-Bild zu haben, dem die reichen Ostia- cken seidene Kleider, wie Weiber-Röcke gemacht, anziehen. An der Seite des Abgottes hanget ein Zopfs von Menschen-und Pferde-Haaren, und darneben ein höltzern Becken mit einem Milch-Brey, womit fie ihren Götzen taglich zu speisen pflegen. Sie stecken dem höltzernen Götzen-Bilde die Speisen zwar in den Mund, welche aber der leblose Götze nicht gemessen kan, daher ihm der weiße Milch-Brey zu beyden Seiten über den gantzen Leib Herlausset. Dem ohngeachtet pflegen fie diesen Götzen mit einem Gezische, wie man die Hunde locket, zu verehren , und die Augen dabey ohne Beugung der Knie und Rücken auf und nieder zu schlagen. Diese Leute haben heßliche breite Angefichtev, und Nasen, insgemein rothe Haare, und find mittelmaßiger 5rzcur. und nicht starck auf denen Beinen. Die Bogen und Pfeile pflegen fie mehr zum Jagen als zum Kriege zu gebrauchen. Ihre Kleidung wird mehrentheils von Fisch-Fellen, nemlich Stöhr und Weltz-Hautengcmachet,weil fie weder wollen »noch leinen Zeug am Leibe haben. Schuhe und Strümpffe aus Fisch-Häuten hängen aneinander. Der Rock ist weit und kurtz mit einer Kappe, welche fie zur Zeit des Regen -Wetters über den Kopfs hangen. Ihre Nahrung haben fie von der Fischerey in dem Fluß 0l,li, und von dem Zobel-und Biber-Fang, davon sie aber nicht viel prostcuen , weil fie mehrentheils die Faulheit lieben. Die Mannerziehen Rottenweise auf die Bären-Jagd, und führen nur ein spitziges Eisen sechs und einen halben Fuß lang, welches auf einen Stiehl gestecket wird. Diese Tartarn haben weder Accker noch Garten, sondern find mit ihren Speisen von denen Fischen zu frieden, doch lassen fie eine grosse Begierde nachBrodte mercken. Ihre Haupt-Leute oder Myrsen stehen unter dem Xnezlcg oderXur-zXlußZnscic, welcher Fürst über hundertHorden oder Rotten zu gebiethen hat, und den Tribut einfordert, welchen sie dem Russischen Anderer Theil» B Way- 26 Waywoden zu stsobol oder stobckzsta liessern müssen. Dieses Fürsten Wohnung ist ebenfalls eine elende Hütte von Baum-Bast , wie die andere Hütten der Okisken, worinne er etwa vier Weiber, als zwo junge zum Beyschlaff, und zwo alte zur Pflegung zu halten pfleget. In dieser Gegend sind die schönsten schwachen Zobeln und Hermelinen, auch viel schwache Füchse, welche sie niemahls mit Ernst anzusuchen pflegen, biß sie ihren Tribut entrichten müssen. Sie können im Winter grosse Kalte ausstehen, und wenn ein Rock sie nicht erwarmen will, so legen sie noch einen an. Woferne aber die Kalte ihnen gantz unerträglich fallet, so werffen sie alle Kleider von sich, und legen sich nackend in den Schnee, damit sie ohne grosse Schmertzen zu Tode frieren mögen. Wann sie Toback rauchen, so schlingen sie den Rauch in sich, und stürtzen darüber offt todt zur Erden nieder. Die besten Städte dieser Gegend sind: I.) 8-irgurz. 2.) Igarlm oder dstimn, hat ein Lastest. 8zlim, welche die Russen besetzet halten. 4-M25stou5sticKerosta,istdieHaupt-Stadtindem (Master Lande. X. Samojcda, oder Samoid,!ar.8^stt()istO^ ein grosses Stück von der wüsten oder Russischen Tartarey, welches gegen Norden das Eiß-Meer oder die Meer-Enge Waigatz hat, wodurch es von stlova ^embst geschieden wird, gegen Mittag an Siberien und die Landschafft Lbst-n-iam grantzel, gegen Morgen den Fluß leiuteam, und gegen Abend den Fluß Obu hat. Vor hundert und zehen Iahren hatten die Samojeden ihren eigenen Herrn, sind aber nach der Zeit von denen Russen zinßbar und unterthanig gemachet worden. Sie haben ein halbes Jahr Nacht, und auch im Jahre ein halbes Jahr nach einander Tag, leben wie die Ostststen in Hütten, welche halb über und halb unter der Erden sind. Ihre Kleider sind von denen Fellen der wilden Thiere, welche sie mit denen Sehn-Adern der Thiere zusammen flicken. Ihre Speisen sind Fische, die sie auch zu dörren pflegen, Wildpret und Honig. Hiebevor sind die Samojeden wilde Menschen - Fresser gewesen, welche auch offt ihrer nächsten Anverwandten Fleisch mit Wildpret vermischet verzehret haben. Als An. -59s. die Nordliche Küsten von denen Hollandern entdecket wurden, haben diese an denenselbigen Orten eine grosse Menge Götzen-Altare gefunden, welche hernach zum Theil von denen Russen weggerissen worden, nachdem einer von ihren Bisehöffen dieses Volck zu der Russischen Religion bekehret hat. Dieses Land ist ein Stück von dem alten Scythien. Die Gestalt der Samojeden ist im ersten Theile, im dritten Buche auf der i^Rigur zu sehen, und auch dafelbst zur Genüge im Capitel beschrieben worden. Sie haben noch einige Haupt-Leute von ihrer ststnon, denen sie den Tribut bringen, welchen sie dem Czaar von Rußland jahrlich geben müssen. Die Hirsche sind in diesem Lande hauffig zu finden, und werden wie die Renn -Thiere vor Von der grossen Tartarey. 2? vor denen Schlitten gebrauchet. Sie pflegen viel aufAauberey und Teuffels» Künste zu halten, und sind noch grössesten Theils dem Götzendienst ergeben. Zhre Sprache ist so wohl von der Russischen, als Tartarischen unterschieden. Sarinne sind: l.) kslcmzlcojz, die Haupt»Stadt und Burg der Russen in §3moje^3> wohin der Tribut jährlich muß geliefert werden. -,.) ittalvsseilcoja, eine Stadt der Russen, welche wie die vorige angeleger ist,und aus schlechten Hüt» ten bestehet. ;.)Xro^jz. ist die äusserste Gegend am EissMeer. 4.)di.^L, sind gewisse Völcker in Samojeden, welche in Freyheit leben. 5.) 5^3. ist eine Gegend nach Siberien zu. Es giebt vielerley Arten der Samojeden, welche der Sprache und pronuml-gion nach unterschieden sind, als dw keroi. sotklcv. und pultolerflen, andere über der Ost»Seite des Flusses Obv. XI. oder Obdara, eine ziemliche Landschafft in der Russ» schen Tartarey , welche gegen Morgen an Samojeden, gegen Abend an die Russische Landschafft l^ora, gegen Mittag an Siberien, und gegen Mitter» nacht an das Eiß»Meer gräntzet. Weil sie zwischen Rußland un d dem Flusse Obii lieget, so hat sie daher den Nahmen bekommen. Die Holländer, als sie diese Gegend entdeckten, haben sie dieselbe West»Frießland genennet, welcher Nahme auch auf Wittens Land »Charte von der grossen Tartarey zu sehen ist. Der Czaar von Rußland, ibcocloruz oder ivano^jr?, hat die» ses Land durch kluge Veranstaltung seines Stadthalters ltorix czufleno-v, unter seine Bothmässigkeit gebracht. Dieser Czaar liesse an dem Flusse Oby einige Schlösser, als iFXoäxtz^. 2.)Lclou, 5,)izrfli, und 4-)dasStädt» gen Lerel'czf, bauen,dahin er etliche geschickte Männer sendete, welche die Co» lonien einrichten müssen. Diese haben das Land in ?orm eines kleinen Kö» nigreiches gebracht, welches von Zeiten zu Zeiten besser bevölckert worden. Was die alten Einwohner anlanget, so waren sie abscheuliche Getzen»Die» ner, wie denn noch aufden heutigen Tag viele das Götzen»Bild Äam, Lacbus L^buz anbelhen, welches in beyden Armen ein Kind, auch eines zu Füssen hat, und so viel, als das göldene a-te Weib Heisset. Diesem opffern sie allerley kostbares Rauchwerck und Haasen, und wollen zukünfftige Dinge von si'ibi» gem erfragen. Die niehresten aber sind der Russischen Religion zugethan. Hiebevor hatten sie kein Getrayde und Brodt, und bedeckten ihre Hütten von Bast mit Hirsch»und Elen ds»Häuten. Ihre Kleider waren von denen Fel» len der wilden Thiere, mit derselben Sehn »Adern zusammen genähet, von welchen sie im Sommer das Rauche auswendig machten , im Winter aber einkehreten. Heute zu Tage aber haben sie auch alle Tuch von Wolle zu ih» rer Kleidung, und wird das Land nebst andern alle Jahr besser angebauet. Zu unsern Zeiten wird dieses Land zu Ost»Rußland gerechnet, woselbst wir es kürtzlich in der Ordnung bcmercken, und uns hieher beziehen wollen. Die D 2 vor» st M Des Vl'erdtött Buchs Lap. ii. vornehmsten Flüsse dieses Landes sind, P-Mc, 8oknz, kerstc/, Xoclz, Obciv. ^ Zwischen dem Flusse ?eisse)f und Xoüz wohnen die Vogulici. Bey dem Flusse Obclo stud die Volcker, »ungnr-lcbi genannt. xii. Iemschlken, ist ein gewisses Volck um den Fluß ilcizundlobo! herum, welches unter Obclors in einer fruchtbaren Gegend wohnet. Diese Leute sind mehrentheils gebohrne Russen, und haben jahrlich eine gewisse Be- lohnung zu geniessen, weil sie die Waywoden, Lommencisnren undONiciier, auch alle, welche in denen Geschafften Jhro Czaarischen N'ajestät nach Sibe- rien verschicket werden , mir freyer Fubre und getreuen Arbeirs-Leuten verse» hen, und die Reisende im Sommer über die Flüsse und Moraste, im Win« ter mit Hunden auf Schlitten über das Eiß, biß an die Stadt 5urxmz in der oiiislcerLand bringen, welche letztgenannte Stadt am Fluß Obv lieget. xiii. Die Toebmsi/ sind Volcker zwischen denen Flüssen Ob/ und lenilea. XIV. Die Mraastt und XV. Die Ostackl, sind Volcker, davon uns wenig Nachricht zugekommen ist. xvi. Ä.oppm, eine Landschafft unter Russischer Bothmassigkeit. xvii. Batda, eine Landschaffr, worinne die Städtgen icuizkeizjcov und^lc^oy. XVIII. piasida, eine wüste Landschafft, welche sehr gebürgicht ist. Die Tartarn, welche darinnen wohnen, leben unter schlechten Hütten, und sind Götzendiener. xix. Jasäkki, sind gewisse Volcker, welche weiter gegen Nord-Ost unter ihren Gezelten und Hütten leben, und armseelige Götzendiener bißher bleiben. In dieser Gegend ist das lange Gebürge oder änmbi. xx. Molqueucaya, ein wüstes und sehr kaltes Land zwischen klzstcla und dem Eiß-Meer, welches uns nicht weiter bekannt ist. XXI. Das Ä.and Jelme, lar. Tcrrs leimer, ist Anno 1664. von dem Schiffmann Vlammg entdecket worden. Es ist ein wüstes und unbekanntes Land. xxii. Die Jakute sind Asiatische Volcker, welche in dem mitternächtigen Theile der grossen Tartarcy,um den Fluß l-enz herum wohnen, die Landschaffr der Gegend biß an das Tartarische Meer, ist vor Zeiten iviongalia oder auch larraria vcmz. oder die alte und rechte Tartarey genennet worden. Einige meinen, der König Salmanaser in Assyrien habe etliche Stämme der Juden, die er aus dem Jüdischen Lande weggenommen, hiebcr versetzen lassen. Das Land wird heute zu Tage auch i^xiiiü^iH geneünet. Die Jakutiser geben vor, daß sie von denen alten Kalmukken gbstammeten , und von denen Russen in diese Gegend vertrieben worden. Ihre Sprache kommt Von der grossen Tarßarey. 79 auch mehrentheils mit dererjenigen Tartarn Sprache, welche um Vokolzlco wohnen, und aus öulZzrU entjprossen sind, überein. Ihre Röcke sind fast auf Teutsche Art gemachet, in denen Seiten, vorn und hinten offen. Sie sind aus allerley bunten Fellen zusammen gefetzet, und müssen unten einen Saum von Reh-Fellen einer Hand breit haben. Sie haben eine ziemliche Erkänntniß von dem wahren GOtt, indem sie glauben, daß ein grosser GOtt im Himmel sey, welcher ihnen das Leben gefchencker, und taglich Nahrung, Weiber und Kinder zutheile. Im Früh-Jahr feyren sie ein grosses Fest, an welchem sie GOtt ein grosses Opffer von kunix oder Hrsck. einer Art Brandteweins, bringen, welcher von Milch üilUilüet wird. An diesem Feste trincken sie nichts, sondern zünden grosse Feuer an, welche sie mit ^l ->ck begiessen, und das soll ihr Opffer heißen. Sie sind sonst kluge Leute, und nehmen so viel Weiber, als sie ernähren können. Der Hirsche bedienen sie sich zum Reiten und Fahren. Wenn sie einen Verstorbenen begraben, so wird sein nächster Freund mit ihm lebendig in die Erde verscharret. Wenn sie keinen scharssen Gouverneur von dem Czaar von Nußland bekommen, so fügen sie einander selbst grossen Schaden zu. Daferne aber dieser scharffe vrllre halt, so rühmen sie den Verstand ihrer hohen Obrigkeit, und wissen in guter Ruhe zu leben. Hierinne sind zu mercken: ' 1.) I^uczicoi, lsr. 1-icuceim, die Haupt-Stadt des Landes, an dem Flusse I-SNZ gelegen. Hier rcilckret der Russische Gouverneur. Die Einwohner haben eine besondere Art von Schiffen, mit welchen sie aufdem Flusse l-cna im Sommer an der See-Küsten herum, und nach ^MzrliaOnocliczsioi undXzm. lAlvZ schiffen, Wall-Roß-Zähne, Traan und dergleichen zu hohlen. Sie haben auch Kahne von Leder, mit welchen sie auf dem Flusse sehr geschwinde fahren können. 2.) Krslenzlcoi. ist ein Stadtgen Ultd Schloß. xxiil. Gabarsm, ist die wüste Landschafft gegen das Eiß-Meer, wor- mne das Städtgen ist. xxi v. Änadirskol', ein Tartarisches Volck, welches die Oerter^ns- stirzlcoi und Xlwzn besitzet, und mit Schläudern umgehet, damit sie geschwinde werffen können. Sie essen alles Fleisch rohe, waschen sich mir ihrem eigenen Wasser, und haben von der Hirsch-Jagd gute Nahrung. xxv. Um die Stadt Ramrka wohnen die Xux^oder Xukü und Xoecli. clciund^ucTZri, welche mehrentheils in Höhlen unter der Erden wohnen, ihre Kleider von.Robbe - Fellen haben, und betrügerische Tartarn sind. Der Gegend ist das Eyß-Kaap,ein Vorgebürge unter dem dü-culo ?oi->n ^--Kico, oder Nord-Angel-Kreise, welches äusserste Spitze noch niemand entdecket hat. Die Russen nennen es 8vvecoiuo5, lzr.promouroiium 5acrum, das heilige Vorge- bürge, die Holländer Vz daep, Ist. pi-omonrorium dlaciale, weil selbiges im Jahre über sieben Monath durch mit Schnee bedeckxt ist,und das Meer der Gs- D - ge"d . z cz Des vierdt-ött Vuchs Oap. II. gend fast das gantze Jahr durch mit Eiß beleget bleibet. Die stauben Winde treiben offt gantze Eiß^Berge der Gegend zusammen, welche langsam wieder voneinander geschoben werden. Es geschieher^uich, daß das Meer allhier drey Jahr nacheinander gefroren bleibet, wie von 6n. 165.4. bis 1697 geschehen ist. Das ist nun die Ursache, warum die Schiffahrt von der Meer--Enge XVa'sgay, bis an das Eyst--2xaap fast imn^Äic^b.el ist. Es haben zwar die Hollander, Dänen undEngellanderetlichmahldurchseegcln wollen, haben aber unverrichter Sache wieder abziehen müssen. Wenn der Wind im hitzigsten Sommer von Mittag in die See streichet, so ist die Meer-Enge von xVaiZar- bis an den Fluß Ob/, auch das Meer der Gegend noch weiter schiffbar, weil assdenndas Eiß viel Meilen abweichet; so bald aber der Nord-Wind aus der See nach dem vesten Lande zugehet, so ist alles mit EissSchollen wieder bele» get, daß kein Schiffhindurch dringen kan. xxvi. Das Land JukaAir, worinne die ^ulczc^z/crz, gewisse Heyden, in ihren Hütten leben, welche ihre Verstorbene als Götzen zu verehren pstegen. Sie lösen dem Todten alles Fleisch von dem Gerippe, welches sie dörren, und hernach mit allerley gläsernen Corallen benähen, und um ihre Hütten herum tragen. XXVII. Die Landschaft«Wostok, istgantzwüste. XXVIII. Die Landschaft« Lensbdgp, lac. ben;lcoZa. ist ge- bürgicht. XXIX. Die Völcber Planskpl Uild Lanmtl sind nicht sonderlich bekannt. XXX. 1111^011516 - eine grosse Landschaffr, worinne die illNAuster wohnen, welche auch dem Czaar von Rußland zinsbar sind. DiesesLand ist zwischen denen Flüssen i-cnaundlunZus gelegen. Die Einwohner des Landes sind wilde Völcker, starck von Leibe, tragen lange schwache Haare, welche hinten zusammen gebunden werden, und als ein Mrde-Schwantz ausdem Nu- ckenabhangen. 'Sie haben breite Angesichter, platte 9kasen und kleine Augen wie die Kalmücken. Im Sommer pstegen sowohl die Männer als die Weiber nackend zu gehen,und dieSchaam nur mit einem Gürtel dreyerHände breit zu bedecken. Die Weiber haben ihr Haar mit Corallen und eisernen Bilderchen behänget. In die Haut machen sie mitDrat allerleyFigurenihre Schönheit zu vermehren. An dem lincken Arm tragen sie ein Töpffgen mit rauchenden» alten Holtze, damit sie die ^luzlciren oder Mücken vertreiben, von deren Menge ma»> im Sommer fast nicht bleiben kan. Im Winter haben sie Kleider von Reh-Hauchen, und einen Brust-Latz mit Pferde-Schwantzen behänget. Der Rock ist unten mit Hunde-Fellen gcbrähmet. Wenn sie aüfdie Jagd gehen,so tragen sie Mützen von Reh-Böcken, daran die Geweyhe noch stehen, wodurch sie viele Hirsche sangen. Die Todten begraben sie nicht ehender, als bis Fleisch Von der grossen Tartarey. 51 Fleisch und Haut eingetrocknet sind. In ihren Hütten, die von BamwBast und BirckenMinden sind, haben sie kleine von Holtz geschnittene Götzen^Bilder, denen sie wie die Otttzlcen zu esien geben. Sie wissen von keinem andern Prie-, sier als ihrem Schamarm oder Teuffels^Banner; Im Sommer ist der Fiscss, Fang, im Winter die Hirsth- und Reh-Iagd ihre Nahrung. Es sind einige Berge in diesem Lande, welche Feuer ausspcyen. Die lungoelex oder i'uu- gut! pflegen um ihre Hütten Pferde , Schwache, Mahnen, und allerley andere Sachen zu hängen. Sie haben sich auck in unterschiedene Horden und Rotten vertheilet. Die in der Gegend dlltna 1°ongoexca sind die vornehmste. Die beste Oerter Hieselbst sind: 1.) Jem'zea, oder lenilcea, eine volckreiche Stadt, auchieni-ezlcoi ge-E-N^»t, nannt, an dem Flusse lemles gelegen. Um diese Stadt sind viele Klöster und lrs Dörffer, auch ist das Land zum Ackerbau, und zu der Viehzucht gut. Aus Mige dieser Stadt und dem Lande 1°unZeflz bekommt der Czaarvon Rußland jahrlich einen ziemlichen inbm von allerley Peltz-Werck. uach 2.) Ilim5lco, oder Ilinxlvoi, esse Stadt, an dem Flusse Uni. Einige Tage^Reisen von hier ist der grosse steinigte Wasser,Fall, 5ckzmmxlloi, oder s-'"'5?. Zauber,Thal genannt, weil daselbst der 5chzmmsu , oder Teuffels^Priester^??- wohnet. 5.) Eine andere Stadt wird Llimcko geschrieben , welche nicht zu verwechseln sind. 4.) i.eny, eine Stadt an dem Fluß i-en^ gelegen. 5.) ?uA2nis, eine Stadt an dem Flusse wnitez. deren Einwohner viele aufdenWall«Fisch»Fang gehen. 5.) l'ocnZerxlcoi, ist auch eine Stadr. Die Völcker 0!enie lunguli sind die schlimmste!? unter allen der Gegend. xxxi. Die ILandjcdassc und Völcbcr Brarsba, hat die Stadt Lra»- ssi.zurlinckenHand des Flusses Angers gelegen. xxxii. Die V<5l«Lcr Turgarszmsö, wohnen unter denen von Lrsrzlca. xxxm. Die DölcbcrBuracri, eine besondere Art Tartarn, wohnen um denFluß Hng-rs herum, gegen den See Laillsl. Das Land der Gegend wird kurarriz oder l'err-l Lurzrcorum genennet. Ihre Nachbarn sinddieXirgllier. Die Lurscccn sind zum Theil sehr reich an Rind-Vieh, Ochsen und Kühen. Sie haben alle gar niedrige Wohnungen, von Holtz zusammen gepflöcket, welche dennoch mit Rasen bedecket sind. Oben auf der Wohnung ist ein Loch, da, durch der Rauch ausziehet. Das Feuer haben sie mitten in dem Gemachliegen. Sie wissen von keinem Ackerbau, und legen auch keine fruchtbare Garren an. Ihre Hauser stehen hin und wieder wie Dorffschafften an denen Flusse» beysammen, in dem sie ihre Wohnungen nicht leicht, wie die i'unguter oder andere Tar, tarn, zu verandern pflegen. Nahe an und vor ihren Haußrhüren stehen viele auf» gerichtete Pfale und Stangen oder Spiesse, an deren etlichen Böcke, gleichwie an andere Schaafe, angespießet find. Es hangen auch wohl Pferdelin oder>Ul>z5m, eine Stadt am Flusse ämur-gelegen. xxxv. Alrm, ist eine weitläufftige Landschaft zwischen denen Flüssen 0b/und lrci5. welche ehedessen ein weites mächtiges Konigreichgewesen. Bas Land führet noch den Titul eines Königreiches, undistmitKalmukkerTartarn bewohnet. Die Haupt-Stadt darinne heissetauch ^lbn. DieTartarn dieses Landes leben unter Gezclten und Hütten, und streiffen Horden-Weise Herum. Hierinn e ist auch der fischreiche See >Urin. Die Einwohner dieses Landes haben ihren eigenen Ehan oder König, welcher dem Czaarvon Rußlandjährlich einen gewissen Tributliefern muß. xxxvi. Die XirZil, oder Kirgizen sind ein streitbares Volck, welches zwischen denen Gebürgen in Gezelten lebet. Sie sind des Busuchtu Ehan Unterths- Von der grossen Tartarey. Z7 - ^ Unterthanen, und müssen auch zum Theil dem Czaar von Rußland Tribut geben. Ihre Waffen ssnd Bogen und Pfeile, und in der Kleidung gehen sie wie die Kalmücken. Wenn sie zu Pferde sitzen, haben sie feine Koller an, und schleppen eine Lantze neben dem Pferde her. Sie reden wie die Kalmu» cken , und pflegen nur denen Russen und Siberianern gute Freundschafft zu halten. Diese und nachfolgende Völcker werden zusammen cbaultckir- ge» nennet. XXXVII. Die 6rulllN5lci sind ebenfalls eine Art kriegerischer Tartarn, deren Städte ziemlich volckreich seyn sollen. Die vornehmsten Oerter sind: i.) Xlsiem. 2.) Xurnerz^vi. ) ) lurguc. xxxvm. Die özlbzncii, riiugi und andere Tartarn der Gegend mehr, haben zwar ihre eigene Fürsten, sind aber dem Czaar von Rußland zinßbar, und gemessen grosse Freyheiten. So viel wird heutezu Tage zu der Russischen Tartarey gerechnet, woraus denn zu erkennen ist, daß die machtigen Czaaren von Rußland, seit hundert Jahren, ihr Gebiethe sehr glücklich und ansehnlich erweitert haben. Denn heute zu Tage gehet die Herrschafft des Czaaren von Rußland biß an die Chinesische Tartarey. §. 5- Von der Occidentalischen Tartarey. k?^Ieses Stück der grossen Tartarey, wird darum die Occidentallsihe Tartarey, ior.l'zrraria Occillemalis genennet, weil sie der Ori^nenII- sehen oder Chinesischen Tartarey gegen Abend gelegen ist. Die darinne woh» nende Völcker leben in grosser Freyheit, und haben ihre eigene Könige, Für» sten und Obersten. Sie streichen bald hier bald dort hordenweise, oder mit gantzen Rotten oder Versammlungen herum, daher das gantze Stück dieser Asiatischen Tartarey Isr. Varrsris vagabunäorllM mllegenäen5genennet wird. Die vornehmsten Völcker und Länder dieser Occillcncaiischen Tartarey sind nachfolgende, und werden wegen ihres HerumschwermenSi'arcan vaZabunäi genennet. I. Das Land Pascatir, lar. kcgio pak-uir oder kelsgcret, lieget unter dem Russischen Gebiethe von Casan. Die Tartarn dieser Gegend haben ih» ren eigenen Fürsten, der zu X^crckinjz renMret, und mit denen Russen in guter Freundschafft lebet. Einige wollen diese Landfchasst zu der Russischen Tartarey rechnen, weil der Fürst dem Czaar von Rußland jährlich ein gewiss ses Geschencke, welches eigendlich kein Tribut zu nennen, übersendet. Hierinne ist das Gebürge ^Ucok und der See i-ülcsis. E ) li.vt). ) 8 Des vierdtett Buchs L^. 11. II. vokierliz, ist eine Tartarische Landschafft ^deremEinwohner mehren» theils unter Gezelten leben, und ihr Lager offt verändern. in. ^bls^, ist eiiie TartarischeLandschaffr zwisthen Siberien und denen weissen Kalmücken. Diese Tartarn haben ihren eigenen Fürsten, welcher offt mit denen Kalmücken Krieg führen muß. Die vornehmsten Oerter sind: I.)^ble/, die Haupt-Stadt. 2.) kelouvizcjz/. ;,) l.oulcz,-ZAZ)5. 4.) Ijoercko». IV. Xolralcbm», eine Landschafft oder Fürstenrhum um den Fluß lrcir herum, welches seinen eigenen Herrn hat. Die vornehmsten Oerrer sind: l .)Xo!czlcbma, die Haupt-Stadt, an dem Flusse Iltt5 gelegen. 2.) I'ulßz, ein Stadtgen. z.) letan, ein grosser See, durch welchen der Fluß weis gehet. v. Die Volcker v^nki. find in der Gegend, wo die Stadt v-ecki lieget. VI. Die Volcker Xillebsrerc, haben ihre Horden oder Rotten in Gezelten und Hütten um die Stadt Xulenba herum, welche von Russen besetzet ist. vil. Das Land äblszvis, wird von denen Tartarn bewohnet, welche ^bl25vi heissen, und ihren eigenen Fürsten haben, mit dem fie unter Gezelten nach denen ?zmilien leben. IhreVersammlungen werden auch Horden ge» nennet. Die Horde Ooen ist die vornehmste. Die vrlurrini gehören auch zum Theil unter dieses Fürstens Bothmassigkeit. VI II. Die 5cluancli find eine Art streiffender Tartarn bey dem Fürsten- thum ^blazviz. IX. Das Königreich V'I'ZVK.I'/U, welches von denen Murrilcr Tartarn bewohnet wird, hat seinen eigenen louveramen Herrn, welcher mit denen benachbarten Russischen und Occidencslischen Tartarn offt Kriege führet, welche aber nicht lange wahren. x. oi.Süki ü, eine weitläufige, doch wüste Landschafft ,'n der Ncciücn. wüschen Tartarey, welche von unterschiedenen Horden oder Versammlungen der Tartarn bewohnet wird. Die vornehmsten darinne find: I.) Hll,i ^Imucki oder Xzlmglclci, die weissen Kalmücken, welche also aenennet werden, weil fie von Angefichte weisscr als andere find. Sie pflegen fich nur der Rauberey zu befleißigen, und streifn offt in das Königreich Mrscan, wo fie von denen Nagaischen Tartarn Beute machen. Sie h'ben Gezelte und kleine Hütten, worinne sie fich auffalten. Sie lassen die Köpf kahl abscheeren, und tragen lange Röcke von leinen Zeugen oder von Tuche. Ihre Waffen find Bogen, Pfeile, Schiide und höltzerne Keulen. Ihr Reichthum bestehet in Vieh-Zucht, Fischerey,und dem 5clauen. Handel. Das rohe Pferde-Fleisch und Milch find ihre cteliesreste Speisen. Ihre vornehmste Horden oder Versammlungen find: i. Die lalb^oi-, eines Von der grossen Tarta^. eines Fürsten, ».tlorcla Xoncurs. z. Ulortlz 8emli. 4. PZorcis Il2>ßm. s.?jor- «ja Xstsriia. 6. Die I^lurrim zum Theil. I.) Xzimuciii oder Xslmsiclci 5utci. die schwachbraunenKalmakken, oder Kalmücken, sind insgemein von hcßlicher Gestalt, leben von der Viehzucht, und bcfleissigen sich des Stehlens und Raubens. Die vornehmsten Horden oder Versammlungen sind bey ihnen : i. Die »oräa des Printzens Xovi. 2. Die k^orcli lavi. F. Die PIc»rciz Xancien oder L-inrien. 4. Xolrsi 8cbilce l-torcis. z.) Der Czaar von Rußland hat hierinne die Stadt Oenzck, und das Schloß Vem oder ttiam besetzet, wodurch diese unruhige Völcker einiger mas» sen im Zaum gehalten werden. Unter Oensck sind die Berge, Ktomes 8.ust genannt. Dieses Stück der Tartarey ist wüste, unfruchtbar, und aller Orten gebürgicht und mit Sand-Wüsteneyen angesiillet. xi. ,eine weitläufftige Landschafft der Occiclenr2lischen Tar«> tarey, welche vielerley Völcker hat, die alle in gewisse Horden oder Versammlungen eingetheilet sind. Die darinne wohnende Tartarn werden eigendlich Kwgalez mit allgemeinem Nahmen genennet. Sie wohnen mehrentheils in Gezelten und Hütten, wie andere Tartarn gewohnet sind, ob sie gleich einige feine Städte haben, und dergleichen noch mehr bauen könnten. Es wird aber KluZUis in zwey Haupt-Theile getheilet, als da ist, 1.) worinne die schwartzbraune Klugen, lsr. kwzzlez pulci wohnen, die auch von emigen Kalmakken genennet werden. Die vornehmsten Städte hierinne sind: x-ri-ck. gierst!, z.x-zlcsr. und 4. l.ap. UIN welche die grosse Wüste l-op oder Xsrzjcirz/ ist. Ohnweit der Stadt üop ist die Horsta Xstsniz. 5. XuFnezlco. Um den See, Olero Xanlcitan genannt, wohnen die Völcker: gl.i'irli, Oubrcrii, ^blü^oi, Xzrs^, 1'ungu5en und Lurscren. Die Völcker l'srAvur» und iamito^z, wohnen weiter auffwarts,und werden zu denen schwachen Kalmakken gerechnet. Die vornehmsten Horden hierinnen sind: si.) »orcla Urincipis ir^n 8a- Ü3NZ. sz>.) Horcia Princip; XmstaiksjT oder Xinraizlczjze. sz.) Die Horcls principiz VcTur». (4.) Das Gebiethe des Fürstens ^/ceckzjz!, Isr. virio Princip!! >rcccKgjT, und andere mehr. 2.) worinne die schwach-gelben kUugalen wohnen, ist ein ziemlich weitlaufftigerBezirck der Occiclemalischen Tartarey. Hierinne sind zu mercken: r. Die Wohnung des machtigen Königes der^lu- xalen Orxur oitsn, Ist. Xeii6cncia porenristimi dbzn ^Ivßslorum Ol2vr oikain oder 8iroc>^. Die Wohnung ihres Priesters, Xctlcienria XoroucbrX ^tuz;z- lorum Pscuclo-8sn6ti. z. Gebiethe des Printzens Talaman, Ur. virio Princip» lalsmsn» oder Imperium 1'slZmsnni principi!, W0tMNe die Hör- 4« Des vwrdeen Buche dap. ZI. den, Zzglcvlr, Lelsgso. Lcla lerclenz. 4. Das Gebiethe des FürstenS l'lerxeen. XII. lerrs ^ma^unorum , eine gewisse Landschafft, wo die Hmzcluni. eine besondere Art Tartarn um den Fluß 5UmZa herum wohnen. Dieses Land grantzet mit llzbeclc und i'snZur. XIII. I'HR.LI-ILZ'I'HbliH oder I'iirquellzn,eine TartarischeLand» schafft, welche vor Zeiten 50LL>iHdlH geheißen, in welcher Gegend und in Ilzkecic die streitbaren Massageten gewohnet haben. Einige meinen, als wenn die Saracenen, welche man heutiges Tages Türcken nennet, zu erst aus diesem Lande kommen waren. Dieses Land grantzet gegen Morgen an Kathay, gegen Abend an iizbcclc oder . gegen Mittag an das Reich des grossen Ktozuk, und gegen Mitternacht an leiu^iizm. welche Gegend biß an das Eiß»Meer vor Zeiten die alte Tartarey genennet worden. Die» ses Land hat seinen eigenen iouverzwen Fürsten, dessen Vorfahren machtige Könige gewesen, daher einige diese Landschafft noch das Königreich Imgue- kan nennen. Die vornehmsten Oerter darinne sind: 1.) Lclclc, eine grosse Stadt, wo der Fürst des Landes rclicliret. Sie wird auch beleck geschrieben. 2.) 5elixur, ein Stadtgen und vester Paß. z.) Xzzksr, war sonst dieHaupt»Stadr des Königreiches, ist aber itzoeine schlechte provincial. Stadt. 4.) I'gzkenc oder e^ora.eine Stadt, daher viel ^Ic>scu5 gebracht wird. 5.) LlUsiiz. eine Stadt, wo die Manner nach der Weiber Geburt sich 42. Tage nach einander in das Wochen-Bette legen müssen, als wenn das Kind 'von ihnen gebohren worden, da hergegen die Weiber mit vergöldeten Zahnen wieder an ihre Arbeit gehen. 6.) ?eim, ein Stadtgen, wo die Weiber, wenn ihre Manner 20. Tage auf der Reise auebleiben, einen andern heyrathen dürsten. XIV' oder HI, eine weitlausttige Landschafft der L)c. c. ciclenrglischen Tarrarey, wird auch oder ^zurenzber, und 2 ' / D-ibecKlZ oder tickeck genennet. Ähre Grantzen sind gegen Morgen 1 ur- , 46. gucllsn und Groß ^ I'iber, gegen Abend das Caspische Meer, gegen Mittag des grossen i^ozolz Gebiethe und Persien, und gegen Mitternacht die c. 15 P45. Kalmucker Tartarn. Es sind in diesem Lande unterschiedene Königreiche, ' i f. Provintzien und Völcker, welche wir kurtz bemercken wollen. (I.) Das Gebreche ro,; Samarchand oder LNarakanda, welches vor Zeiten den Tirul eines Königreiches hatte. Die Einwohner der Gegend wer» den die Samarkandische Tartarn genennet. Hierzu gehcrcn: 1. Samarckand oder Marakanda, ist die Haupt«Stadt von der gan» tzen Landschafft oder H»beck in einer fruchtbaren Ebene, und treibet Vdn der grossen Tartgrey. 4? Dieß Mzm« starcke Handlung. Hierinne ist der beruffene Tartarische Kapser T'awcrlsn von einem Hirtengebohren, welcher zu Ausgang des vierzehenden Leculi durch seine Klugheit und Tapfferkeit sich in der Tartarep eine«? sehr grossen Anhang gemacht, und in Persien gegen die Türcken wunderwürdige Siege erlanget hat. Er bauete in dieser Stadt ein Schloß, und legte auch eine dlm verrat an, weil er ein grosser Liebhaber der l^scheieo5 war. Nach seinem Tode ist seine Herrlichkeit der Gegend sehr gefallen, weil seine Söhne nicht geschickt waren, ihr weitlaufftiges Reich, so ihnen der Vater mit dem Schwerdt er» fochten, zu gouvermren. Sie hat ihren eigenen Fürsten. 5-wrau. ist eine Stadt gegen der Caspischen See gelegen. Izrssn. ist ein grosser See unter Samgrkand gelegem (II.) Das Geblethe von Gellisuro, worinne die Stadt Selliiure ge>, gen dem Caspischen Meer gelegen, bat seinen eigenen Fürsten, welcher keine starcke Anzahl Tartarn auffbringen kan, und daher vor seinen Nachbarn nicht sicher ist. (in.) Das Gebiethe von Zahafpa, liegt um den Fluß Llbun herum, und hat seinen eigenen Fürsten, der zu einer Stadt, an dem Einflüsse des Flusses Tibun in das Caspische Meer gelegen, reüclwet. Dieser Ort treibet eine starcke Handlung. (iv,) Das Lürstenthmn BiLent, hat eine ansehnliche Haupt »Stadt gleiches Nahmens, worinne der Fürst dieses Landgens retillwet. Die Ein- wohner pflegen mit denen Tarrarn, Persianern, Kalmücken und Indianern Handlung zu treiben. (v.) Das Apmoweich NuAana oder Bocha?, lac. Noclcorz oder^c»- cbara. eine fruchtbare Landschafft, die ihren eigenen König hat. Die Einwohner kleiden sich wie andere Tartarn der Gegend. Die vornehmsten Oer» terdarinnejmd: l. Bochora, lac.Locbarz, die Haupt»Stadt desLandes, und ktclmcntz des Königes , an dem Flusse , welcher der Alten vxus ist. Sie ist eine gute HandebStadt, und liegt 50. Meilen von 5^mär!can6a. lamerlan bat diese Stadt m grosses Auffnehmen gebracht. e. lurna. z .5airaclc. 4. Isslcun. 5. Zznzcle,sind Städte. . (VI.) Das R-ömgreich Balck oder Valcb, liegt an dem Reiche des grossen klogob. und har seinen eigenen König oder Chan, welcher mit dem grossen klffgol insgemein im Bunde wieder andere Tartarn stehet. Es liegt zwischen dem Persianischen Lande Chorasan, und der Provintz des grossen 1'ocbarekan. Die besten Oerter darmne sind: i.Balk, oder Balch, auch Lewk genannt, die Haupt»Stadt des Kö» nigreiches und kekch ntz des Königrs, an dem Flusse (ZMun gelegen. Hierinne Anderer Theil. ' F soll Des vierdten Buchs <5ap. 17. soll der fürtreffliche ^ecllcu; >vviLLdldl^ gebohren seyn, welcher zugleich ein kluger Staats»Mann gewesen. Lzm-m. z. Lzllzsckiam, sind Städte. (vii.) Gegen Norden zu wohnen viele Kalmücken in ihren Gezelten »der Hütten, in etlichen Horden oder Versammlungen. Die vornehmste Horde ist Xzsi>2ier Horlls. ^ Die Stadt Ilclcen ist die keligcntz ihres Kö» niges oder Chan, der ^rzprzn ckan genennet wird. xv. Das Röm'grelch Grosi-Tlbet, lar. l'iöL'l' ist ein weit» läusstiges Land, welches auf denen Land - Charten von denen LhaicoZrz^his noch niemahls accurar vorgestellet worden ist. Es lieget zwischen klein 1°wer. Dzhcclc oder ^agzchzx und lanZur, und ist durchgehends mir vielen Bergen angefüllet. Es sind darinne unterschiedene Landschaffren, davon etliche den Titul eines Königreiches führen. Die Tibetaner oder Einwohner des Landes sind theils Götzendiener, theils haben sie eine Religion , wie die Mahometa» ner, welchen Nahmen sie aber niemahls leiden können. Ihre Priester heissen 1.ZMZ5, welche das Wasser mit grossen Ceremonien bey Verlesung gewisser Gebethe weyhen. Dieses Wasser vermischen sie mit Golde, Corallen und Reiß, und sprengen etwas davon in ihre Hauser, in Meinung, daß davon die Teufel entfliehen müsten. Das Volck wird im Jahre zweymahl durch TrompetemSchall zur Kirche geruffen. Sie geben vor, daß sie eine gewisse Kraffr hatten, die Kranckheiten zu heilen. Die Priester oder gehen öffters in die Kirchen, und lesen ihre Gebethe aus einem Buche, das sie sthr hoch halten, her. Sie pflegen aus denen Hirn»Schedeln der Verstorbenen zu trincken, und pacer notter von Todtcn»Beinen zu haben, um sich dabey ihrer Sterblichkeit zu erinnern. Sie glauben, daß ein dreyeiniger GOtt, oder daß GOtt drey und eins sey. Die erste Persohn nennen sie t.zmz.c»njvc, die an» dere Lbodonjoc, die dritte 5zvuyz - Lonjoc. Sie glauben auch ein Para< dieß für die-Frommen, und eine Hölle für die Gottlosen. Die Ubclthäter werden nach ihren Gesetzen, darüber sie scharff halten, hart abgestraffet. Sie hauen ihnen anfangs den rechten Fuß ab, und stechen ihnen ein Auge aus. Zwey Tage hernach wird ihnen der andere Fuß abgehauen, und das andere Auge ausgestochen. Wenn sie davon nicht sterben, so lassen sie auch die Hände abhauen« Die meisten legen sich auf das Betteln, ohngeachtet viel reiche Leute darinne leben. Weil man hierinne im Jahre fast sieben Monath grosse Kälte spühret, so schlachten sie vor dem Winter viel Vieh, davon sie das Fleisch einsaltzen, und sich auch mit Proviant versehen. Hiebevor gehör» ten die Königreiche dlcchzl,^llcn,l.ztl3 oder özr-mcul--, Lelor und l'ZNßur zu diesem Lande; Nachdem aber der König von l'-nZm dem Kayser von ebm» zinßbar, und auch NsrZnroiz oder i-all- zu der Sinesischen Tartarey gezogen worden, so gehören hierzu heute zu Tage folgende Länder: (i.)Das Von der grossen Tarearey. 4 5 (i.) Das Röingreich t^lechbal oder Necbal, worinne 1.) diecbal, die Haupt-Stadt. i.)L->cimeuciu, eine Stadt. Die Einwohner sind Heyden, und haben wunderliche Gebrauche. Wenn die Manner und Weiber einan- der zurrincken, so pflegen sie den Trunck Lba. oder Wein, mit dreyen Güssen einzuschencken, und unter dem Trincken drey Stücklein Butter an den Rand des Trinck-Eeschirres zu kleben, welche diejenige, so hernach trincken, herabnehmen und an die Stirnen kleben. Die Todt-Krancken werffen sie auf den Schindelnger, wo man eine grosse Anzahl derer, die mit dem Tode ringen, findet, und lassen sie so lange liegen, biß sie elendiglich verschmachten. Wenn nun die Hunde, Wölffe und Vögel den Cörper bald verzehren, so glauben sie, daß es ein glückseliger Mensch sey, indem niemand herrlicher, als in dem Bauch der wilden Thiere könne begraben werden. Dieses Land hat seinen eigenen König, der zu diecbai relluiret. (ii.) Das Königreich Assen, worinne kemmeroukdie Haupt-Stadt ist, hat der König von äraczn erobert, welcher deßwegen mit dem grossen bio^ul einen blutigen Krieg geführet hat. (in.) Das Königreich öelor hat seinen eigenen König, der zu Zelmlc, welches die Haupt-Stadt des Landes ist, restckret, und hier eine starcke Besatzung halt. Der Ort ist bevestiget. (iv.) Das Land i.ococb, hat seinen eigenen Fürsten, der zuLemsb» relicliret. xvi. Das Aomgreich Rlem--Tiber oder das Ä.and Ancheratt, Isr.l'lbel ktimiz hat seinen eigenen 5ouverair>. Darinne sind: 1. Thibet oder Tahamet, die Haupt-Stadt, von welcher das Land den Nahmen hat. Die Gegend des Ortes ist sehr gebürgicht. z. Lzrsüz, eine Stadt. z. Das Gebiethe des Fürstens ^rcsli, welcher etliche Horden von Tibetanischen Tartarn unter sich hat, und dem Könige in Klein-Tibet Tribut giebet. ^ ^ Das wäre also die kurtze Beschreibung der Occiäevralischen Tartarey in Affa. §. 6. Die Orientalische oder Chinesische Tartarey. t?XJeses Stück der grossen oder Asiatischen Tartarey,wird deßwegen die Oriemaliscke genennet, weil sie gegen Morgen lieget, und die Chr/ neslsche. weil der König dieser Tartarn zugleich das Kayserthum Sma besitzet. Dieses ist das Land oder Reich, dessen Ober -Herr der grosse Tartar c 11 ädi pfleget genennet zu werden. Der König Lum - i'e hat An. - 644. 44 Des vl'erdteii Buchs Lap. II. mit seinen Tartarn das Kayscrthum 5mz.ii erobert, dessen Enckcl itzo zugleich König in der OriemAischen Tartarey und Kayser in China ist. Weil diese Orientalische Tartarey, ausser der berühmten Chinesischen Mauer lieget, so wird sie larrsria exrra muroz, auch Lbina extra muroz undl'arrariz düinenÜ! benähmet. Die heutigen Grantzen dieser Tartarcy, sind gegen Morgen der Oceanuz orienraliz, ^eülo und die Halb-Jnsul Lorea, gegen Abend die Oceicienralische oder West-Tartarey, gegen Mittag Lbin-P, und gegen Mitternacht die Russische Tartarey. Die vornehmsten Lander und Völcker darinne werden diese seyn: I. Das Aomgrelch TnnAur oder Tmrchnt , lar. k.?gnum l'anguri. num, ist ein wcitläufftiges Land, welches viele andere Provintzien in sich bc- grciffer, welche vor Zeiten ihre eigene Könige gehabt, und Königreiche gewesen, nunmehro aber Provintzien von i'angur sind. Der König in l'-mgnr selbst ist nicht mehr touverain, sondern ein v -lall von dem Kayser in Llffni. Dieses Land wird auch dagbargar oder l'anin und Lampion genennet, und ist vor Zeiten eine von denen sieben Horden gewesen, welche der letztere Sey- rbische König llncüam zu Ende des xii. 5cculi nach Christi Geburt beherrschet?. Unter diesem Könige haben damahls alle Tartarn gestanden. Die flehen Horden hiessen: I. 1'z»r. I'zngur. z. Lumir. lalait. f.5onicU. ^longki. 7, l'ebeib, deren jede ihren Fürsten oder Heerführer hatte, wel- ehe diesem Scyrbischen Köitige p-iriren musten. Weil er sie aber zu hart rraÄirte,so erwahleten die?"artarn einen neuen König, Nahmens I'cmicjcm, bernach Lkinziz-Lban, das ist, ein König der Könige genannt, welcher An. z i 87. den Scythischen König Onckam in einer Schlacht tödtete, und alle Ccytben unter seine Bothmassigkeit brachte, und das grosse Tartarische Reich itisstete, welches itzo unter viele Herren zertheilet ist. Die Persianer haben diesen König Lucbam und seine Vorfahren ihrer Sprache nach, ?rc- tie-Lb m, das ist, einen Herrn der Christen genennet. Von der Zeit an kam eine imüirion nach Luropam, als wenn dieser Gegend ein Christlicher König regierete, der Priester Johannes hiesse. Von diesem Christlichen Könige bat iVlarcus pzuluz Vcneruz, welcher ums Jahr 1271. gclcbct, in seinen O.ieiic.1 tischen Reisen viel Wesens gcmachct, den aber die Jtalianer und Frantzosen nicht wohl verstanden, und aus ?relt?- Lbau. hernach dieie-Lio- vzoni, odcr Prellre-Iezn gcmachet, daher endlich das Wort Priester Johannes kommen ist. Da nun der König in Portugal! loliznncz i>. zu Ei'de des l s. 5eculi einen Weg nach Ost-Indien durch einige Schiffe ausforschen liesse, so musten seine Abgeordnete aller Orten nach dcmPriesterJohann fragen, damit er mit selbigem Freundschafft siifften könnte. Weil aber damahls kejn Christlicher König in Asia, auch der Nahme gantz unbekannt war, und Venen Portugiesen zu Ohren kam, daß sich die Abessyner zum Christlichen Elau- Von der grossen Tartarev. 4s JtZrii 'Riü Glauben bekehret hatten, so machten sie den Schluß, es müstederAbyssinische König in ^trics der berühmte Priester Johann seyn , von dem ^lzrcuz dauiuz von Venedig geschrieben. Nach derZeit ist aber der Irrthum offenbar wor» den, daß in diesem Verstände niemahls ein König in der Welt gewesen, der die» sen Nahmen geführet. Dennein anders ist Preltc-Oüzn, ein anders PriesterIo. I,znnc5. Nach t^ckamü Zeiten ist die Heidnische Kei^ion in diesemLande durch die Tartarn eingeführet wordeit. Die Einwohner dieses Landes bethen nicht al- lein den grossen t.ammz5oderEr^Priester, sondern auch einen verstorbenen gerechtgewesenen Königen. wie auch das Götzen-Bild lelenippe. welches neun Köpffe aufeinem Rumpfe träget, an, vor welchem letztem sie niederfallen, und ruffen: 5 ktenippe mebum, oMenippe, mache mich selig. Diesem Götzen zu Ehren haben sse zu gewissen Zeiten im Jahre ein Fest angeordnet, an welchem ein starcker Jüngling mit einem Säbel, Bogenund Pfeilen gerüstet ausgehet, und alle, so ihm begegnen , erwürget , weil sse glauben , daß alle Ermordete alsdenn von der ktemppe in die ewige Herrlichkeit versetzet würden. Diesen Würg-Engel, welcher aller Orten mit Siegs-Fahnen behängen ist, nennen sie nach ihrer Sprache pbm> das ist, einen Todtschlager. Die vornehmsten Lander hierinne sind: 1.) Das eigentliche Königreich ^ngm.worinne die Städte liegen: i. i'-m. xuc oder 2. 5clurAZ. z.XoKorss. 4.1'amellsnku. H.Lsmbion. Hierinne wohnen auch viele Kalmukken, deren Horden theils dem Printzen i'o- bel2^n!k7, theils dem Fürsten'i'ebcrxlZM, die chinesische Vasallen find, gehorsamen. Viel andere kleinere Horden haben ihre Haupt-Leute. 2.) Das Königreich i-zsta oder öaranrola , ist der südliche Theil von l'-msM, und wird von zweyen Königen regieret. Einer führet das weitliche Regiment, und Heisset Oevs , deranderevcrwaltetdasgeistlicheRegiment,und beisset der grosse I-ammzz. lar. 5UMMU5 l'srrzrorum Occiclenczüum ponrifex, der Oberste-oder Ertz-Priester der Occidentalischen Tartarn, welcher auf seinem hohen Felsen - Schlosse zu Naranrol-, lebet, und von denen Tartarn dieses und anderer Königreiche mit vielen Gefchencken begäbet, auch als eine Gottheit verehrctwird. Von ihm soll im - 0. §. mit mchrerm gehandelt werden. Die Städte dieses Landes find : i.Bnramolaoderi-sllz, die Haupt »Stadt dieses Königreichs, wo beyde Könige auf unterschiedenen Schlössern relillii-cn. Die Einwohner psiegen starcke Handlung zu treiben. 2. n-emla, eine Vcftung, von welcher §. 5. der Riß und ausführliche Beschreibung zu sehen, z. l'ure- tcsn 4.loil.'MZ, ssndStädte. ;. Ombi, ein Stadtgen. ;.) Die ungeheure Wüste bey welcher steh viele Horden von denen kvionxslen befinden, welche sich der Rauberey befleissigen, und offl bis an dlssnzm streiffen. Sie tragen Kleider von Thier» Fellen und eine gelbe Kappe darüber. Ihre Weiber haben glcichfals Kleider von Fellen , auch wohl von , F z grünem 46 Des vl'erdtm Buchs Q>p. 11. grünem oder rothem Zeuge, und jedwede dabey ein Halß-Gehenge, weiches für allerley Kranckheiren dienen soll. Die Priester tragen einen rochgefärbten Huth, einen langen meisten Ober»Rock, rochen Gurret, und gelben Leib «-Rock oder vielmehr einen Mantel. Wenn diese 1-amX bethen, stehet ein Rad für ihnen, welches von denen Umstehenden, mit einem inlUumcm, das wie ein Zepter kor- mit er, umgedrehet wird. Die Hütten dieser Tartarn ffiid inwendig mitScab» lein, die man zusammen legen kan, auswendig aber mit einer rothen Kiaccrie von gewisser Wollen bedecket, und mit Stricken zusammen gebunden. II. oder L^l'^V^. Isr. ist eine grosse Provintz der Si» nesischen Tartarey, worinne unterschiedliche Länder und Völcker sind, welche theils gantz und gardemKayser von (-lunz gehören, theils unter dessen Ober» Herrschaffr zinsbar sind. Die Einwohner haben vor alten Zeiten bereits ciiar» geheissen, daher das LandOzcsx- genennct worden. Wie heute zu Tage die gantze Orientalische Tartarey mit zu China gerechnet wird,so lieget c»»/ in dem Nordlichen Theile dieses weitläufigen Reiches , mußaberinder^eng^pbie an diesem Orte beschrieben werden. Gegen Morgen gräntzet es an die Wüste Xamo und die KluAslcn. auchan denSee vaizi, gegen Abend an das Land der ^m.incMnvrum. und die schwachen K4uß2lcn der Occidentalischen Tartarey, geigen Mittag an das Reich i'sngm, und gegen Mitternacht an das Land ^aj^cl». Dickes Land ist bereits vor alten Zeiten die Haupt - Provintz in der Orientalischen Tartarey gewesen , aus welcher die alten Konige der Tartarn, insonderheit än. Lbr. l 224. dasgantze Königreich Persien bekrieget, und UN» ter seine Bottmässigkeit gebracht- Der grosse Tartar»Chan oder König, brachte es 1298. und in folgenden Jahren dahin, daß ihn alle andere Tartarische Chane vor ihr Ober»Haupt erkennen mustm. Damahls waren die mächtigsten Lk-Ipzr. «ucürsj. und ^-rl)zn6z. Diese Tartarn sind vorher bis indieTürckey, Rußland, Pohlen und Schlesien von 1241.bis 1244. ge» drungen. Der älteste Sohn des dkan Lini, Nahmens i.icbmu! hat in am Caspischen und schwartzen Meer bis - »44. grosse pro^reilen gcmachet. Der dritte Sohn llarruz gierigen. 1241. bis in Schlesien, und verwüstete Rußland und Pohlen. Zu derselben Zeit war die Haupte Stadt der Orien» talischen Tartarey, welche aber Nach der Zeit in Abnahme gerathen , in dem sie etlichmahl verwüstet worden. Sie hatte über sieben Deutsche Meilen im Umfang, und war eine gute HandeKStadt, auch der alten Tartarischen Königen k-li- clenr?. Heute zu Tage wird auch Peking von denen Russen Lambslu genennet. Daß aber Lzmkalu und Peking unterschiedene Städte sind , erhellet daraus, weilscdeim 1 ;.8eculo unterschiedene Könige gehabt, d^mb-lu war vorzeiten die k-eiläen- des grossen Tartar»Chan, Peking aber gehörete dem Könige in 8ina zu. Der berufne l'zmerlznez erwehlete Zamarkanü zu seiner p-el-üen-, daher denn Lsmbalu zuerst in Abnahme gerathen, und bey Zerrüttung des Tartarischen Reichs von der grossen Tarkwey. 47 Reichs etlichmahl ruiniret worden ist ; Daher ihr heutiger elender Zustand mit ihrer alten Herrlichkeit nicht übereinkommet. An diesem Lande sind zu mercken: 1.) xwoncbeu oder ille ses Reich büeucbev begreisset wieder unterschiedene ^Lrovintzien und Volcker um ter sich, welche zwischen der Chinesischen Landschasst 1 ezvnmg, und dem Flusse ^mnr gelegen sind. Es sind hin und wieder die fruchrbaresten Gegenden, und sehr lustige Ufer an denen Flüssen, als man in einem Lande der Asiatischen Ta» tarey finden mag. Die Tartarn dieses Reiches sind blinde Heyden, welche ak lerley Götzen, ja gar den Teussel vcneri, en. Die grosse Menge der Horden dar- inne stehen alle unter der Bolhmässigkeit des Kayscrs von China. In denen vorigen Zeiten sind viel treffliche Städte hierinne von denen Occidentalischen Tartarn 4.8 DesvlerdkmNuchsCap.il. Tartarn und Sinesen verwüstet worden. Die vornehmsten Länder, Völcker und Oerter hierinne sind: ,.) Das Königreich t-akinskoi, hat seinen eigenen Herrn, verein Vakük des Kaysers in China iji. Die Städte darinne sind: vgueczmn und 5>lien. zk.) Die Provintz^nzal, worinne r.5cKwZal, die Haupt» Stadt, und K-lläen^ des Chinesischen Louverneurz. 2.Xüin. eineSradt. Z.) Das Gebiethe der Stadt kterzcen, erstrecket sich bis an den Fluß ^mur, und das lange Zglaische Gebürge. In dieser Stadt kl-rzeen wird eine starcke Besatzung gehalten, welche ein Chinesischer xiinclarin oder üoyu. das ist, Befchlhabcr gouvermwc. Hier müssen die Wachen von denen Grän» tzen Atizeige thun, weitn sich auf denen Grantzen Leute blicken lassen. Der Gc» gend findet man eine Art Gänse, lurpam genannt, welche schöne Federn von allerley Farben haben. Es giebt auch hier in denen Gebürgen viele Tieger»Thie» re. Gegen dem Flusse ^mur sind etliche Chinesische Verschantzungen ge» machet. 4.) Die Targa?iner Tarearn. Diese Völcker haben ihre eigene Horden, welche unter der Bottmässigkeit des Kaysers von China stehen. Sie sind von mittelmassigcr Grösse, und haben wie die lrian^ien ein breites Angesicht. Sie find abscheuliche Heyden, und vencnren den Teufel. Ihre Kleidung bestehet des Sommers aus blaugefarbtem L-cmn, odervoii zubereitetem Leder, im Win» rer aber pflegen sie Röcke von Schaafs»Fellen zutragen, weil es im Gebürge als» denn sehr kalt wird. Ihre Sprache kömml mehrenchciis niitdir Tuiigfsischen übereilt. Ihre Hütten sind aus Schilssgemaehet. Sie haben feinen Ackerbau, und gute Nahrung vom Vieh,Pfcrden,Kamcelen,Rmd»Vieh und Schaasen, welche Ziemlich groß sind. Der Schwantz ist eine gute Spanne dick, und zwo Span» nen lang, daran sich nichts als Fett befindet. Sie sind starck von Leibe, und kön» nen daher nicht wohl lausten. Dieses Volck reitet auf dem Horn » Vieh, und weiß mit Bogen und Pfeilen wohl umzugchen. Sie verfertigen die besten Bo» gen, welche in der gantzen Tartarey hoch gehalten werden. ;.) Die LVnmsche oder Xixicmrljche Ta.rraril wohnen in ihren Dorf» fern und Hütten um den Fluß Raun herum , wo die Städte i.Naunkoton und !. XiAZat- liegen. Die Stadt ^mnlcoro« ist vor etwa etlichen dreyßig I ah» rett erst erbauet, und mit Wallen, so von aussen mit Holtz»Werck un d guten Balcken wohl versehen sind, mngeben. Die Einwohner dieser Stadt, und die sichs Dörfler, so darzu geboren , und gegen Mittag darbcy liegen , werden D^chgenennet, odsr nach der alten Sprache vauil. Diese Tartaru haben ei» nen schönen Ackerbau und allerhand Garten »Früchte, pflegen auch viel Toback zu pflantzen. Ihre Religion ist abschculich, denn sie sind nach ihrer eigenen Aus» sage5clizmm-inz, dasist, solche, die demTeuffel dienen. OhngcsehrzuMit» kernachi versammlet? sich offt unterschiedene ?sachbarn, so wohl Männer als Weiber, Von der grossen Tarearey. 4? .>.! Weiber, da sich denn einer von ihnen gantz ausgestreckt zur Erden leget, um welchen die ander!; herum treten,und ein grosses Geschrey machen. Andere schlagen auf gewisse Trommeln, und wenn diese ein wenig auffhören, so fangen jene ihr Geschrey wiederan, welches zuweilen zwey Stunden lang wahret, bis derjenige, so aufder Erden lieget, gantz ausser sich selbstverrückt und verwirret zu seyn scheinet, nach einem langen Geschrey sich auffrischtet, und denen andern crzehlet, wo er gewesen, und was er gesehen und gehöret habe; dabey er auchdas vermeldet, was einer oder der andere von zukünfftigen Dingen zu wissen verlanget. Ihre Todten lassen sie drey Tage im Hause stehen, hernach setzen sie selbige in ein erhabenes Grab, in einen Garten, oder auf das Feld. Nach diesem gehen die nächsten Freunde täglich zu dem Grabe, an dessen Ober-Ende ein Loch gemachet ist, und bringen dem Todten allerley Speise und Tranck, legen die Speisemit einem darzu gemachten Löffel aufdes verstorbenen Mund; das Geträncke aber, so von unterschiedener Artist, setzen sie in kleinen zinnernen Schüsselchen rings um das Grab, und dieses thun sie einige Wochen, hernach pstegen sie die stin- ckendeLeiche tieffer zu vergraben. Sie wohnen in elenden Leimen-Hausern, so mit dünnen; Schilffbedecket sind, wie bey uns kleine Brau-Häuser. Die Wände sind inwendig mit weissem Kalck bestrichen. Um einen Pfeiler im Hause, der ohngefehreine Kiaffter hoch von der Erde ist, haben sie die Gedärme von einem Thiere gewunden, dabey ein kleiner Bogen, mit Pfeilen, Spießen und andern? Gewehr hänget, denen sie jezuweilen mit Bücken göttliche Ehre erweisen. Die Häuser sind in gewisse Gemächer abgetheilet, und haben keine Böden, sonder» das halbe Hauß ist rund herum an denen Wänden mit einer Banck einer Ellen hoch und ohngefehr zwey Ellen breit persehen,die miteinerDecke, aus Schilf geflochten, beleget wird. Unter diesen Bäncken ist ein Schornstein, darinne das Feuer von aussen an der Thüre gemachet wird, und der sich an der andern Seiten des Hauses wiederum endiget. Dieser muß an statt des Ofens dienen, wiewohl es wenig warm davon wird; ausser daß die, so des Tages darauf sitzen, und des Nachts darauf schlaffen, in etwas dadurch erwärmet werden. Es stehen auch jederzeit in denen Häusern zween gegossene, und in etwas ausgezierete Kessel bereit, in deren einem sie jederzeit warmes Wasser haben, zum Tl)ee trincken, und in dem andern werden die Speisen gekochet. Das Hauß hat rund herum grosse Creutzweise gemachte Fenster, welche an statt des Glases mit Papier betleidet sind, und wenn es warm ist, so heben sie dieselbe mit einem Stocke in die Höhe, damit der kühle Wind von aussen durch das Hauß wehe. Diese Menschen sind sonst wohlgestaltet , sonderlich die Weibes - Personen. Die Schreiber der ^lsnclzr^nen, welche in des Lbamz Diensten hieher gesendet werden, haben die Freyheit, daß sie, wenn sie sich in dem Venuz.Garten erlustigen wollen, sowohl Frauen, als Jungfrauen , die ihnen anständig, denen Einwohnern wegneh- memdürffen. Viele bilden sich darauf etwas ein , daß sie solche vornehme Anderer Theil. G Herren so Des vl 'erdten Buchs Lsp. II. Herren zu Schwägern haben, andere aber müssen aus Furcht der Strasse oder Ungnade sich dabey gedultig finden lassen. 6.) Die Völckcr 5iki^dl haben ihre Wohnung zwischen dem Gebürge (Zssmclcon, von dar sie osst zu der Stadt ö (i5bo2Z oder dtipcbeu. lac. dlogovium, kommen, woselbst sie einen Herrn haben , dem sie aber nicht jederzeit gehorsam seyn wollen. Sie kleiden sich mit Hirsch-Fellen, oder was si e sonst zu Bedeckung ihres Leibes haben können. Sie sind am Leibe gantz rauch, und sehen daher einem wilden Thiere ähnlicher als einem Menschen. Gegen einen Feind geben sie tapffere Soldaten ab, find aber dabey so blinde Heyden, daß sie weder von GOtt noch seinem heiligen Worte etwas wissen. Ihre Todren pflegen sie nicht zu be- graben, sondern hangen selbige an die Baume,und bethen sie an. Vor dem Chinesischen Käyser haben sie zwar eine grosse Furcht, wollen aber dennoch dessen Befehle nicht allezeit ^c5pe6tiren, weil sie wohl wissen, daß man wegen desunzu- sanglichen Gebürges, und Ermangelung der Nahrung vor Menschen und Vieh, keine grosse Armee wider sie ausschicken kcm, welche sie völlig zu paaren treiben könnte, ^n. - 68 9. ist in der Stadt dlsscbcu oder zwischen dem Czaar von Rußland und Kayser von China ein Friede geschlossen worden. 7.) Das eigendliche Königreich lg-uclie, lieget über der Chinesischen Land» schafft lnezorunZ. und ist ein unfruchtbares, wüstes Land, welches mit vielen hohen Bergen und Felsen angefüllet ist, und auch Nilc2n;Km Heisset. Es leben darinne einige Horden ^tugslen und Kalrnakken. Man siehet darinne noch gewisse kuinen der ansehnlich gewesenen Stadt l'aimmz-ingb , welche mit einem viereckigten Wall umgeben gewesen. Die Bollwercke sind noch in ziemlicher Höhe zu betrachten. Die Chineser erzehlen, daß dieser Ort vor vielen hundert Jahren, als zur selbigen Zeit ein Tartarischer König, DcLicbzn genannt, allda regieret, durch einen Chinesischen König erobert, und die Tartarn vertrieben worden kurgankorc.n, ist ebenfals eine ansehnliche Stadt gewesen, die auch verwüstet lieget. Die besten Oerter der Gegend sind: - 1. Xarzkacon. d. i. schwache Stadt, der Haupt-Ort dieses Landes, istmit eichenen Palisaden und Sturm-Pfalen ins Gevierdte,mchr zuinSchutz wider die Tieger und Leoparden, als wiedereinige Feinde umgeben. In der Nacht darffman der Gegend vor denen wilden Thieren nicht reisen, weil sich dergleichen in grosser Menge in denen Gebürgen auffbalten. Der Kayser aus China pfleget alle Jahre im Monath äugulto hiehcr aufdie Tieger- Jagd zu ziehen, da er denn gemeiniglich bcy 2. bis z ooo. Schützen aus der Tartarcy bey sich hat. 2. Hnglm, eine Stadt in einer lustigen Ebene gelegen. 8.) Die ungeheure Wüste Xmof. worinne allerley Horden wilder Leute wohnen, welche weit und breit unter andern Tartarn herum streissen,und sich mit Rauben nähren, weil sie sonst nichts vorzunehmen wissen. 5.) Ein Von der grossen Cartarey. 9.) Cm grosser Theil dieser Onentalischen Tartarey , ist gegen Morgen nach dem Meer zu noch unbekannt > weil von denen burop-crn noch niemmid dahin gelangen können. §. 7. Von der Stadt Cambalu. k?XJe geringe Erfahrung,so man von dem Orientalischen Theil der Tartarey, ^ ^/welcher gegen Norden nach China gelegen ist,gehabt, hat viele Ursachen zu demjenigen Irrthum gegeben, daßsieLambslu und Peking für zwo unterschie- dene Städte gehalten haben : also daß die Erd »Beschreibet Lambalu zu der Haupt »Stadt von Xsc-/. welches ste für der vornehmsten Lander eines in der Tartarey gehalten, gemachet. Ich habe zu l-illäbon unter sehr vielen Grund- und Abrissen der Orientalischen Städte, so in dem /üümücZu-, oder Kauff» Hausegewesen, den Entwurffdieftr Stadt, so wie er hier vorgebildet wird, mit dieser Abschrisst gesehen : Vili» clc Iz Cirscla cle Lambalu m Isrrsri,. Das ist. Aussehen der Stadt Cambalu in Tartanen. ??achdem aber die Reise-Beschreibungen der Hollander nach China, und des P. Kirchers an das TageS-Licht kommen find, so ist kein Zweiffel mehr übrig, daß die Stadt P-Kmx eben diejenige sey, welche die Zal-cener und Russen L-»m- benennen. DerAbriß, welchenwiraufder vi.pigur vorgestellet, und sonder Zweiffel ein Entwurff der Stadt Peking, und ein anderer ist, als den die Holländer auf ihrer Reise nach China heraus gegeben haben, ist än. 1656. und i6;?. gemachet worden, wie wir solches, wenn wir vonChina reden werden, erweisen wollen. In welcher Meinung mich dieses um so viel mehr bestärcket, weildie Art der Gebäude in einem undanderm Abrisseeinandergleich ist; worzu noch dieses kommet, daß die Tartarn, welche gegen Norden von China wohnen, umschweiffende Völcker sind, und keine solche Städte haven, wie man uns b-llu und Peking beschreibet. Damit wir aber, sovielmöglich, der Ordnung, welche wir uns selbst vor» geschrieben haben, einen Abriß der vornehmsten Städte jedes Landes vorzustellen,nachfolgen,so wollen wir auf der nachfolgenden Seiten und kigur einen Entwurfs der Vestung M-r-l- machen. * In soweit hat der Herr l^all-r und andere recht, daß alles, was man bisher von der vermeinten grossen Stadt L-mbalu in Xar-ys vorgegeben, von der Haupt-Stadt in Lbin», Peking, die auch di-mbul-genennet wird , müsse verstanden werden. Dabey aber hat man sich vergangen, daß man nicht gestehen will, daß jemahls in eine Stadt gewesen, welche diesen Nahmen geführet. Wir haben im 6.5. nnm. il. von Ka»? bereits erinnert, daß die alte Stadt O»mbalu, das ist, Stadt des Herrn, im l F. bcculo die feststem--, und G » Haupt- Des vierdten Buchs (lnp. 11. Haup»Stadt der Orientalischen Tartarey gewesen, und etlichmahl verwüstet, auch daher in ihrer vormahligen Grösse sehr vermindert worden.' Jtzo Heisset sie öiuvncüeu oder Illsüczn, und ist freylich nur ein Schatten vor der alten Stadt, welche fast hiebevor durch die gantze Tartarey Handlung getrieben. Denn seit dem die Tartan? 1644. ekinam erobert, und die Kayser von beyden grossen Reichen, der Orientalischen Tartarey, und China, zu kskmZ ihre bestandige kell. gen.ommen, so ist dieser Ort auch vor andern in Austnehmcn kommen, und das alte Lambulain völlige äeczßs^u,i5, erweiterte des Vaters Reich gegen Indien. Dieses Sohn iu^i4L0.Lbi^i4 folgete stinem Vater Llno auf dem Throne. Erbekebrete sich auf Bitte des Armenischen Königes tt^roni, der wieder die Türcken bey ihm Hülffe suchte, zu Christo, eroberte An. 1258. Uzgüall, starb An. 1259. Ihm tucccüirte sein Bruder Lob-Ia, der von An. 1260. biß 1298. in der grossen Tartarcy als König regieret hat. Sein Vetter L,5->ues ist biß in - Egypten durchgedrungen, 'wo er 40000. Mammelucken erlegete. Nach G z Lobll» 54 Des vi'erdttn Buchs 11. ? M - ^ -AL. Lobila ward I'cmur. ein Sohn Lbingix und jenes Enckel,König der gantzcn 0l i> encallschen Tartarcy, dem alle andere Lkzn5 gehorsamen müssen, wiemXzcay bereits erinnert worden ist. Nach seinem Tode ist in der Tartarey alles in Verwirrung gerathen, biß der beruffene Hirren-Sohn von An. i;?o. biß >404. das Tartarische Reich wieder auffgerichlet, und entsetz» lich gemachet hat, welches aber nach seinem Absterben wieder zerrissen wo» den ist, daher man keine richtige Ordnung der Tartarifchen Könige ha» den kan. z. Im Jahr »6l6. und 1618. fiel der Tartarische Konig Hen-btim mit grosser Macht in LKwa ein, behielte An. 16, ?. wieder die Sinesen das Feld, und limUrte sich darauf einen Kayser von LKina, Er ward aber he» nach von dem Chinesischen Kayser Ni-dum zurück geschlagen, und starb An. ,62 s. Anno 1644. fiel der Tarrar Chan dum-i's m ekm, ein, darüber der Kayser »o^-dum m CKin- sehr besturtzet wurde, weil er wegen der vielen Rebellen im Lande nicht im Stande war denen Feinden entgegen zu gehen, oder ihnen eine Furcht einzujagen. Es wolte sich auch dieser Konig der Ta» tarn, nicht wie sein Vorfahr ^ien- (?um, der An. 16; f. gestorben, mit einem Frieden abweisen lassen, sondern ein vor allemahl Kayser in cllinz seyn. Er starb aber An. - 644. und der gedachte Kayser von climz erhenckte sich selbst an einem Baum, daß also des Königes der Tartarn Lum-7'- Sohn,Xun- dlli oder Xunclvuz, ein Printz von 6. Jahren, An. 1645. den Kayserlichen Thron besteigen musie, welchen sein Vormund ä gar sorgfaltig aufferzogen, und nicht wenig zu Erhaltung einer so conllllcral,?en Lon^uece beygetragen hat. Er starb An. -66z.. im 24. Jahre seines Alters. Zbm luccecZirte sein 8. jahriger Sohn dttäkt-»! oder Lükt-Nl. gebohren An. ,6;6. welcher noch itzo Kayser in Lbina und in der Oricmslischen Tartarcy ist. Dieser Herr besah« An.1682. sein Vaterland, die Oi-nr-lische Tarta» rey zum erstenmahl, nachdem in China alles in solche Ruhe gebracht worden, daß er nichts feindseliges mehr zu besorgen. Er führete damahls bey 70000. außerlesene Soldaten mit sich, und wurde von seiner pzmille und allen Vo» nehmen des Landes begleitet. Das folgende Jahr 168 z. reisete er nicht nur durch die vriemzlische Tartarcy, sondern kam auch in die 0cc>llcm-l>sche Tartarey , da sich denn mehr als viertzig kleine Königreiche über die Her» lichkeit und Güte dieses grossen Monarchen verwunderten, und sich nicht anders als vollen auffführeten. Er liebet die Tartarische Sprache mehr als die Sinesische, weil selbige leichter als diese ist, und daher hat er sich die Mathematische Wissenschafften in der Tartarifchen Sprache beybringen lassen. 4. Weil nun der m-rci-lljchr Kayser Xun. cbi das Kayserthum cbm» An. 1645. völlig erobert hat, so setzen wir sein Bildniß hieher, welches wir aus dem gedruckten Buche, so der öerlraacl zu Pariß hat stechen lassen, genom- Von der grossen Tarrarey. 5 5 genommen, in dem die meisten Käyser und Könige des Erd-Bodens auf Hai- t>m Leib abgebildet zu finden find. Gedachter Groß»c^^ har dem Ge-- schlechte i'ai-din oder Qm, welches nun Lllwam beherrschet, und von Tar» tarischem Geblürhe ist, den Anfang gegeben. §. IO. Von dem Groß-Lama oder Hohenpriester der Tartarn in Barantoia. l. AAEil doch ofst von dem Groß--llsm^ oder HohemPriester der Tartarn gereder wird, so hat man vor nöthig erachtet selbigen nicht nur im >O. Abriß vorzustellen, sondern auch einige Nachricht von ihm zu geben. Er ist aber oberster Priester der Religion in dem Königreiche Lar-mrola. /5-nbe'-. i. Dieses Königreich wird gedachter Massen von zweyen Königen beHerr-- //. schet. Der erste, den man v«-vz nennet, ist mir dem Staat beschafftiget, und c.4. besorget alle Sachen , so in dem Königreiche vorgehen und verhandelt wer-- 96 <595. den, damit Gericht und Gerechtigkeit gchandhabet werde. Der andere aber lebet gantz ruhig, und von aller Wclt--Sorge besreyet, und wird nicht allein von denen Inwohnern des Ortes, sondern auch von andern Königen der ^.19. Tartarey, die ihme der Religion halber untcrworffen find, als eine Gottheit angeberbct, daß fie ibme zu Ehren , als dem lebendigen und wahren GOtt, den sie c.Otgn der grossen Tgrenre^. 57 sannt. Ihre gewöhnliche Speise ist halbgekochtes, oder halbgebratenes Fleisch. Das Pserdound CameeUFIeisch halten sie für eine Oslic-resse. An vielen Or» ten sind die Ochsen und Kühe etwas seltsames. 4. Diejenige, welche die mitternachtige Oerter bewohnen, legen sich we» der auf den Feld»Bau noch einige Handthierung oder Gewerbe, welches denn machet, daß sie sehr arm sind, es sey denn, daß sie sich von dem Raube, den sie stets von ihren Nachbarn hohlen, bereichern. Sie haben etliche Gold» Adern, legen aber ihren grösten Fleiß auf die Wegung ihrer Schaafe, und Wartung ihrer Geisse, deren Milch ihr gewöhnlicher Tranck ist. Sie sind von Natur zum Kriege geneiget, und tragen eine StunmHaube, oder zum wenigsten eine runde Mütze, die ihnen über die Stirn und Ohren gebet. Die Buchsen und Feuer»Schlosser sind ihnen unbekannt, indem sie sich lieber des Bogens mit Pfeilen bedienen. Ihre große Macht bestehet in der Ncuterey, und sind die Pserde-Decken, welche sie auf die Erde breiten, das gewöhnliche CchlajchBett ihrer Reuter, welche ihre Säbel mit der Spitze gegen die Schcmkel gekebret, tragen. Sie fallen mit grosser Ungestümmigkcit an, las« sen aber im ernschafften Gefechte bald nach. Damit sie einen Feind an sich locken mögen, fo stellen sie sich, als ob sie die Flucht nehmen wollen : So bald aber der Feind ihnen in Unordnung nachsitzet, so stehen sie geschwinde wieder beysammen, und suchen densilbigen zu zerrrennen. Die meisten leben ohne Unterscheid der Religion. Diejenige Religion aber, welche daselbst am meisten im Schwange gehet, lauffet auf eine grosse Abgötterey hinaus. Die d-d. fetuicen, welche in Lbm-m und andere Orisn- »lösche Länder verschicket worden, haben bey vielen einen Abscheu für der kl-- Homer -Nischen Religion verspühret,und ihrer etliche, wiewohl nicht ohne » bens'Gefahr in dem Christenthum unterwiesen. Das m. Capitel. Von der alten Landschafft der Sineser; von demKay- serthum China; von der Stadt Peking, des Käysers Pallast; von der Stadt Nanking, von dem lainen Thurn; von denen Kaysern, von ihren Ti- tuln, und Ritter- Orden; von denen Begräbnissen, und dem Zustande des Käyserthums China. Anderer Theil. H 5. 1» Des vierdtttt Nuchs in. it. §. I- Von der alten Landschafft Sina. i. 'Ch habe mich kaum entschließen können, ob ich eine Land-Charten der alten Landschafft Sina, welches heute zu Tage dasKayserthum China genennet wird, wie ich hiebevor von andern Landern des alten und itzigen Asiens gethan, anhero setzen wollen oder nicht. Denn ob ich schon wüste, daß einen Abriß hievon gemachet, so habe ich doch, als ich denselben, gegen den, welchen der l>. ktzrclniu! von China verfertiget, und für besser gehalten wird, einen grossen Unterscheid zwischen beyden befunden, daß mich anfänglich bedüncket hat, es sey unmöglich sie mit einander zu vergleichen. Endlich habe ich mir vorgenommen den Grund-Riß der Landschafft, so wie ihn pcolemXux heraus gegeben hat, stehen zu lassen, welcher zur Seiren gegen der lincken Hand des folgenden Kupf- fers zu finden seyn wird. Auf der andern Seiten habe ich den Abriß des Kayserthums China, wie lVlzrriniuz denselbigen verfertiget, vorgestellet, und daraus z.Capitel des ?.Buchs pcolcmTi. mit sonderbarem Bedacht gelesen, und befunden, daß die vornehmsten Irrthümer dieses berühmten Leogrspkt in nachfolgenden können eingezogen werden. Erstlich, so ziehet er den Strich dieses Landes von Norden nach Süden gegen Westen, da doch derselbige von Süden nach Osten Nord-Ost gehen solle, wie auf dem Grund-Risse des i>. ohnschwer zu sehen ist. Zum andern, so setzet l>cvlemTU5 falschlich voraus, daß diese Seiten der Landschafft Sina an die mittagliche Seiten von stojse,und schliesser durch dieses Mittel, denjenigen gantzen grossen Theil des mittäglichen grossen Meeres, welches wir heute zu Tage das Indianische Meer nennen, ein. Der dritte, und zwar nicht geringste Irrthum bestehet darinnen, daß er den Mund, oder Mslauff der zween grossen Flüsse dieses Landes, ohngefehr auf 14. Grad der Breite voneinander setzet, da doch der Unterscheid nicht über z.Grad weil ist. 2. Weil nun dieses solche Sachen sind, davon dicsenige, welche nur ein wenig in der LevZrsphiz erfahren seyn, mit Recht nicht zweiffeln können, so bin ich der Meinung, daß man, um denen Völckern, Städten, :e. des pcolem-ei eine etwas wahrscheinlichere Stelle zu geben , sich etlicher Massen einbilden müsst, daß sein Grund - Riß fast gantz umgekehret sey. Auf diesen Schlag nun wird man die Stellungen aus dem Grund-Risse des Ktarrim, sinden, und wenn man die Sache wohl wird überleget haben, so wird man vielleicht Von dem Aäystrthum China. 5? vielleicht gestehen müssen, daß man ssch auf eine andere Weise nicht leichtlich aus einer so verwirreten Sache habe auswickeln können. Anitzo ist noch übrig, daß wir zur Folge unserer Ordnung die Flüsse und Städte dieser Landschafft, so, wie wir selbige auf des kiarrimi Grund» Risse geM, besehen. Dieselbige ist gegen Mitternacht mit dem Lande 5cric-. gegen Morgen mit dem Sinessschen Meer, welches ein Stück des Orientalischen grossen Meeres ist, gegen Mittag und Abend mit eben diesem Meer, 'Und einem Theile des Indianischen Meeres, welches jenseits ist, und gegen Omenr mit dem Fluste Oan^ex eingeschrencket. Dieses Land ist bey denen Alten KIM KLOIO genennet worden. Die vornehmsten Berge darinnen sind, die Zemsmbini. Ale Haupt »Flüsse ssnd der Lorriariz, 5enuz, ^mbastuz und ^lpirbra. Aie Völcker, welche uns zum Theil unbekannt ssnd, waren vorzeiten, die Icklbiu^bzßi, die Sineser und Saracenen, worzu meinem Bedüncken nach die Städte OarriaZar-i.OocconnAZln, oder Locorznsgarz, l'klNX oder 5ill-r, welches die Haupt»Stadt war, und 8zrzZz oder Zagacz. Die Völcker besassen vermuthlich die Städte kbsbana und öramma. Die Völcker ächrirb-, waren in der Stadt älprirhz. Denen Völckern, genannt, wird die Stadt ^csstr«. oder ck»> auch /ickaczrz genannt, zugeeignet. Die Völcker 8emzcbeni, oder 5emzncbinx, wohneten um die Seman» thinische Gebürge herum, von welchen oben Erwehnung geschehen. 4. Man darff sich nicht verwundern , daß dieses Land von denen alten 8cnbcnren so wenig bekannt gemachet worden ist: Denn wenn man beden» cket, daß die alten Griechen und Römer dieselbige niemahls bekrieget haben, und daß der alte Oeogra^buz plolem-ru; ,V0N Xlexnnciria inEgYPten, sehr weit von Sina entfernet gewesen ; so kan man leicht urtheilen, daß dieses Reich denen Europaern hernach nicht besser bekannt werden können. Hierzu kommt noch dieses, daß die Schiffart damahlen bey weitem nicht in solcher Vollkommenheit, als sie itzo ist, und der Gebrauch des Comp-sses noch nicht bekannt gewesen. §. 2-. Von dem heutigen Käyserthmn China insgemein. i. 5H5S ist Veralte Nahme, die Landschafft Sina, lar.Zinarum anitzo ^ denen Ebinesern unbekannt: Denn es haben dieselbige diesem Königrei» i j. H - che 60 Des Lncrdkm ^nchs III. che oder Kayserthum, nachdem die Regieruilg von einem Geschlechte auf das 1 z. andere gelanget ist. unterschiedene Nahmen Mgeben. Heute zu Tage nennen sie dasselbige LKumgue, welches in ihrer Sprache so viel bedeutet, als das Land in der Mitten, weil sie gewiß glauben, daß ihr Kayserthum gerade mit« ten auf dem Erd«Boden stehe, und sporren dannenhero unsere Erd«Beschrei« der, daß sie dasselbige zu äusserst des vesten Landes setzen. 2. Dieses Kayserthum flösset gegen Mitternacht an die Onemzhsche Tartarey, und die Sinesische Provintz von welchen es durch die bo rühmte grosse Mauer abgesondert ist ; gegen Mittag an das Oriencaiische grosse Meer, und das Königreich luriKmA; gegen Morgen das Chinesische Meer, ein Stück von dem grollen Onencallschen Meer, und gegen Abend, die Königreiche groß« und klein l'iber, l'üngur und dtcgbal. Die vorgedach« te grosse Mauer zwischeil China und der OricnrMfchen Tarcarey, welche nach dem Bericht der sccm netten Reise«Beschreibungen, drey hundert Deut« sehe Meilen lang, und von dem Käyfer Xio, oder l-ioam. dcni Gc« //öl/s»-/, schlechte c>n. welcher von dem Jahr 2702. biß z?zy. also 209. Jahr vor Christi Geburt regieret hat, wider die Tartarn erbauet worden ist, ward im Jahr der Welt z?;also 2 - s. Jahr vor Christi Geburt fertig. Sie ist /. an denen mehresten Orten fünss und viertzig Schuch hoch, und bey zwey und -so. 8. zwantzig und eitlen halben Schuch breit, und hat viele Thürnen, von denen x. z8.c> Ulan feibige von einer Warte zu der andern bcstreichcn kan. Sie gehet, ohne //. unterbrochen zu seyn, biß nahe an die Stadt Nm^bo. allwo ein kleiner Raum ?o. v^. ist, welcher von arausainen hohen Bergen bedecket wird. An dieser sehr lan« 2 2 s. gen Nlauer, welche noch biß auf den heutigen Tag in gutem Stande ist, ward fünss Jahr gebauet, und der dritte Mann im gantzen Reiche auffge« botben, daß sie mit arbeiten mußten. Sie ist von Ziegelsteinen verfertiget. Auf denen Thürnen hielten die nachfolgende Chinesische Kayser eine starcke Besatzung, welche noch weit grössere Unkosten als die Mauer verursachet, welche ohne Noth über die unersteiglichen Berge gesühret worden. Nach« dem nun hernach die Tartarn dennoch durch die Passe gedrungen, und osst sehr grossen Schaden in China gethan, auch endlich An. 1644. dasgantze .Kayserthum erobert haben, so müssen die Chinescr selbst diese kostbare Schlitz« Mauer vor ein thörichtes Werck halten. z. Die Haupt« Flüsse darinne sind: 1.) Hoang, oder 6ecle, das ist, der gelbe Fluß, welcher von andern (Mamar-im, ubd aufLarein Ooceu; ge« nennet wird. 2.) Der Tviaug , das ist, der blaue Fluß. ;.) Der Lanron. 4.) Der la. s.) Der königliche Lznzl gehet aus dem Flusse KUng in das Orientalische Meer, und befördert so wohl die Handlung , als auch einige andere Bequemlichkeiten. 4. Die vornehmsten Seen sind, plexe.i'ül, po^zng.'i'unZnnZ, u.s.w. l .Einige Von dem Näyscrthvm Chmw. 61 s. Einige Lcoßrzpk. haben dieses Käyserthum in zwey grosse Theile, nein» lichinNeuXsr^und abgetheilet. Die Tartarn nennen das gantze Königreich China, , wenn man es aber eigendlicher nehmen will, sobcgreiffet das neue Xarny nur mitternächtliche Provintzien dieses Kayse»thums in sich, welche der Ordnung nach, so sie denen» ' selbigen geben : pelc.n^, oder pocbell, benebst dem Lande , Xzntl, Xenss X-nranZ. bionanund^ucbum. ^ ^.-mAln ist der Nahme, welchen die Tartarn dem mittäglichen Theile des Kayserthums China geben, ubd welcher vorzeiten ein absonderliches Königreich gewesenist. Jtzo wird dieser Theil in neun Provintzien abgetheilet, nemlich ' Xlzngti, dlznlcmß, Lbelcia,^ , ?olclen, (^uanrunA, (^iZNZti, (Zneicbu, UNdlnnnan. Damit man aber di'e5irunrionund Gelegenlxit dieser Provintzien aufder Land»Charteri desto leichter finden möge,so wollen wirdieselbige, unserm geogra- xblschen ^ecboclo nach, in folgendem §. 5. nahmhafftig machen. §» z» Von denen heutigen sechzchen Provintzien des Kayserthums China insonderheit. trXEmnach wir in vorhergehendem §.2. erwehnet, daß das Königreich China cx^in sechzehen Provinzen abgetheilet werde, so wollen wir in diesem 5. §. ihre und ihrer vornehmsten Städte Nahmen anzeigen. Man mercler aber hierbey, daß die Chineser zu dem Nahmen einer jeden Stadt, welche das hohe Gerichte hat, dasWortk^. und den Nahmen Lbeu oder c-eu, zu denen Städten wcl- che von dem zweyten Range sind, und von denen grossen ^encllren, setzen, und die Kleinern tticn nennen. Sie zählen in diesem Käyserthum 160. vornehme Städte, 240. mittelmäßige, und 25 57. kleine Städtgen. In jederProvintz haben sie unterschiedene Gebiethe, und ein jedes Gebiethe hat seine Haupt-Stadr, welähe demselbigen seinen Nahmen giebst, und unter welche viel kleine Städte gehören. Über das hat dieses Reich in denen Gräntz-Provintzen unterschiedene Gebiethe der Soldaten Städte und Plätze, nebst einigen Vestungcn, wo siar» cke Besatzungen zu Beschützung des Landes gehalten werden. Die Provintzien, und deren ansehnlichste Städte sind diese, deren Nahmen wir hersetzen, wie selbige zu unsern Zeiten gewölmlich sind. I.PLXIbl, dasist, dermittcrimchtl- He Hoff, ist sszo die vornehmste Provintz des gantzen Käyscrthums China, weil dieletzternSinesischenKäyseribre Xestclenc- in die grosse Stadt pcicln verleget haben. Die Lufft dieserNordischen Provintz ist etwas kalt. DenMangeldes Holtzes müßen die Steii?Koblen aus denen Bergen Xic und Liiuva ersetzen. Man H 5 ' findet Des vl'erdeen Buchs e-p. m. findet der Gegend einen Sand, welcher zu poürung der pertpcÄiv-Glaser und Brillen dienet. Auch die Edel-Gesteine können damit gesäubert werden. In dieser Landschasst sind neun grosse Städte, und Gebiethe, welche -6. andere , Städte, LKeuzubenahmet, und noch kleinere,ttieugenennet, unterfichhaben. Die vornehmste Städte sind: I.) pckin, i-r.l'cckittum, vorzeiten Xuncien?u, hat in ihrem Gebiethe andere Städte, und ist voritzo die Haupt-Stadt des gantzen Kayserthums China , weil der Sinesische Käyser daselbst in einem sehr weitläufftigen Schlosse,weiches §. s. beschrieben wird, seine ket-üenr- hat. Von denen Tartarn wird sie Lambslu, das ist, die Stadt desHerrn genennek, wel» chen Nahmen die alte k.eticlenr-i der Könige über die Orientalische Tar- tarn auch gesühret, und daher von vielen mit Peking conkunäiret wird. Ihre Beschreibung soll im 4.5 etwas umständlicher folgen. ».)"junpivz?u, einegrosse, aber ziemlich wüste Stadt, die 6. andere Städ- te in ihrem Gebiethe hat, welche wieder über andere kleinere zu befehlen haben. LlUnllinZ?u. hat 26. Städte unter ihrem Gebiethe. 4-) hat sechs Städte. - j.) Ikiemming, hat 11. Städte in ihrem l'erricorici. 6.) punmigpu, hat sechs Städte. 7.) NokieiBu, gebiethet über sieben andere Städte. 8.) paosting pu, hat 10. Städre in ihrem Gebiethe. 9.) Xunreku, gebiethet über neun Städte. Diese Provintz wird gegen ?chrden durch die grosse Mauer von l.eaor»ng geschie- den. . . . li. oder Xi-mnzn ist eine weitlaufftige Provintz, welche vier- zehen grosse und berühmte Städte, und über 11;. kleinere hat. Seide und Baum-Wolle ist hierinne in grosser Menge zu haben. An denen Küsten sind osst viel tausend Schisse beysammen, welche die Handlung befördern. Die vornehmsten Städte hierinnen sind: 1. Nanking, oder Kiamning, ist die volckreiche Stadt, worinne hiebe- vor die Käyser von China rellstiret haben. Sie war vorzeiten viel grösser, ehe sie von denen Tartarn nrit ihren Mauren, dem Königlichen Pallast und andern Herrlichkeiten ruwiret worden. Sie lieget an dem Flusse Xiang. Der Meer- Busen gegen dieser Sradt dlanguin wird von denen Portugiesen Xntcasgcnennet. Mehr Nachricht folget von dieser grossen Stadt im 6. §. 2. >>ucbe^oder5ollrcke<,u. eine grosse und lustige Handel-Stadt, welche die reichste und beste Handel-Stadt in China ist. Es werden hier fast taglich eine ugBibahre Menge Menschen und Schisse gesehen, weil der Strohm i'»/ zur Schissart dienlich ist. Die Stadt ist mit vielen sollen oder Götzen-Tempeln Von dem Aäyserthnm China. 6 5 peltV Pallästen und '^hürnen gezieret. Dem Reichthum nach hat diese Sradt xor Peking und dlznklNZ oder ^nczuin einen grossen Vorzug; indem der Käy» ftr in China allein aus dieser Stadt jährlich s. Millionen i-a-n, sein l-aenzu i. Meichs »Thalern gerechnet) an Zoll bekommet. Über dieses werden auch jähr- lichüber zehen tausend lonlcen, welches eine Art Schiffe in China ist, deren jetzes -o.bis40000.Pfylwführen kan, mitKorn, Reiß und Seiden, auch andern Waaren zu dem Kayscr nach ?elcin gesschret. Die Schiffahrt ist wegen der vie» len Schleusen, welche mehr unbequeme Wasser-Falle zu nennen, indemesteun» sern Europäischen Schliffen keines Weges gleich kommen, sehr langsam und be» schwerlich. z. d^lncnueu. 4. Lnin Xl'sriA. 5. l'baipinA. 6. Osnlcing. 7. Kmng. 8. Les»cbeu^ 9. Iun»jznZ. io. LlünAZn. ii. l.ucbeu. 12. (Zuongcc. I Z . cbsnckeu. l4.Xin»ckeu, sind mehrentheils ansehnliche und vokckreiche Städte. Diese Vierzehen Städte haben wieder über hundert und drevzehen kleinere Städte zu gebiethen. * Gegen dieser Provintz liegen die klei» ne Insuln LunAminF, und LbcuAt-n oder Lkeuxan. III. Die F.andsthaffv Chekt'ang, hatan allem , was zu Unterhaltung des Menschen und Viehes nöthig ist, einen grossen Überfluß, daher sie von denen Chinesen das Indianische Paradieß, oder der Lust»Garten der Götter genennct wird. Weih hierinne dieLufft gemäffget , und der Erd »Boden mit vielen Maulbeer»Bäumen angefüllet ist, so werden hierinne eine grosse Menge Seiden» Wurme unterhalten, und jährlich viel Schiffe mit Seiden beladen in sap-n- 5i- na, die Philippinische Jnsuln und Ost»Indien abgeführet. Die viele Canale dieses Landes sind zu Beförderung der Handlung sehr dienlich. Diese Landschafft hateilffgrosseStädte, unter deren Gebiethen noch 6 z.kleinere begriffen werden. BieGerichts»Städte sind diese: I. I^zncbeu, !al. , die Haupt»Stadt der Provintz Lstestian^, welche inwendig und auswendig mit grossen, breiten, liessen Graben und Für» then versehen ist. An denen Ecken der vornehmsten Strassen stehen hohe steinerne Sieges»und Ehren»Pforten. Ohnweit der Stadt»Mauer gegen Abend, ist ein See, welchercinige Meilen in seinem Umkreiß hat. Das Wasser dieses Sees ist klar, und kommet von denen Bergen. Es wird hin und wieder durch die Gra ben und Canäle nach denen Städten geleitet. Der Seiden»Handel wird in dieser Stadt sehr starck getrieben. Die Jesuiten haben in diesem volckreichen Orreeine Kirche und zwey Capelstn erbauen dürften, worinne täglich einige Heyden in dem Christenthum unterrichtet werden. In der Stadt sind sehr viel Brücken zu sehen. z>. XiakiNZ. z. XsnkinF. 4. dliencbeu. f. Xiuncbeu. S.VcnÄLU. 7-biimpo, eineHandels»Stadt, mit einem Hafen, welche hiebevor viel grosser und volckreicher gewesen ist. Aus diesem Hafen pflegen die Sineser nach I-m"" 64 Des vl'erdtei! Buchs 5zp. m. binnen zwey Tagen zu schiffen. s.Cblmcbem. ?. XinZico-». /c>. i^cke» ! I.düncbi. Gegen dieftr Provintz lieget die Jnsul cüangus, nebst noch andern kleinen Insuln in dem Chinesi schen Meere. iv. DieS.andjct?affcbL>xiLbl. eine vslckreiche Provintz, welche in denen letztern Kriegen ziemlich verwüstet worden, als sich der Sinesische General, Ulan ()ueje denen Tartarn, welche das KayserthumChina eingenommen, wiedersetzen wolte, da er doch vorher Anleitung zu ihrem Einfall gegeben. Der itzige Kayser in China, hatte das Glück, daß er alle Wiedrigge- sinnte von 1660. bis 1674. dampfete, und aus diesen Landen verjagte, nachdem die grösseste Anzahl davon gefangen und getödtet worden. Das Land hat zwar viele Berge, welche aber fast überal mit nutzbarem Bau-Holtze bewachsen sind. In dieser Provintz sind viele Graben gemachet, in welchen die hellen Wasser zur Wasserung der Aecker hin und wieder getestet werden. Die acht grossen Stadre, welche 48. kleinere unter sich haben, sind folgende: 7. 5olccn, eine grosse Handel-Stadt, und der Haupt-Ort in der Landschafft Hostien, wvrinne V0N denen ssipZvern, Llnewru, Lurop-reri! und Inüia- nern frarcke Handlung getrieben wird. t. Lb-inAcdeu. Z.Xiennmgoder (iZPcnnm. 4.k4ingboz. 5. Lbzocbeu vderXsoun. 6>LivencIieu. 7JcnninA. L.I'inckeuchndansthnliche Städte. ?. Hierzu gehöret auch die kleineJnsul Xcno^. 10. »zimui oder Lmczüi, eine Insuh aufwelcher ein trefflicher Hafen mit einer Stadt ist, in welchem die grösscsten Schiffe in Sicherheit liegen. Die Handlung, welche hiezwischenallerley tg^ionen siorliet, hat eine grosse Menge Menschen aufdieseJnsul, welche 6. Deutsche Meilen in» Umkreiß hat, gezogen , dalM der Kap/er von China in den» Hafen eine starcke Beiatzung halt. ! l. Die Jnsul dOkt.^05^. sonst Vksrmosz oder l'zjozn genannt, ist, 40. Frantzösische Meilen von dem vesten Lande abgelegen. Sie hiesse ebedessen auch i'alienkieu , tvie sie noch von denen Einwohnern genennet wird. I n ihrem Umkreise hat sie - 5 0. Deutsche Meilen. Die Portugiesen haben sie dc- gnio. die Spanier, wegen ihres fruchtbaren Erd-Bodens genennet. J11 dieser Jnsul wachset viel Getra»)dig, Zimmt, Jngber, und über dieses findet »nun darinne Gold-und Silber-Adern, Wiese- Wachs, allerley Wilv- prer, Fische und schöne Walder. Auch wird darinne viel Zucker gemachet. Diese Jnsul ist denen Erdbeben sehr unterworffen. Die Einwohner sind sehr sthnell aufibren Füsien, ui»d können überaus wohl schwimmen. Sie pflegen sich offt mit ihren Bogen und Wurff-Spiessen zu üben, und sind dem wilden Wald-Leben gantzergeben, tvie siesichdennstets aufder wildenSchweins-und Hirsch-Jagd befinden, davon sie viel prokciren, in Massen sie denn dasgcdörrete Wisch denen ?-mglev5, oder Clch»esischen Kauffleuten, samint denen Fellen rerkauffen. Dsn dem Aäysirthmn Thing. 65 verkauffei?. Den Götzen - Dienst lassen ste in allen Stücken durch gewisse Pric- sterinnen verwalten. Im Sommer gehen die Männer fast gantz nackend, die Weiber aber pflegen leichte Kleider zu tragen. Diese Insul hat vor alten Zeiten zu China gehöret. Als aber die Portugiesen in Ost - Indien in dem x vi. Zcculo machtig wurden , so muste sich auch diese Insul ihnen tubmicciren, da ste denn die Vestung^rbrou, . und i'-lmiu/baueten, stch darinne nie» verliessen und starckeHandlung trieben. Nachdem aber die Portugiesen in Ku- ^n. 15 8 0. unter das SpanischeIoch gerathen, und denen Niederländern /w.i 602. keine Ost-Indianische Waaren nrehr zukommen lassendurfften,so kamen diese selbst nachOst-Indien,und trieben is; s.dieSpanier,Portugiesen und Engellander aus dieser Insul heraus. Darauf legten ste eine starcke Ve- Mg an, welche Seeland genennet wurde. Diese Vestung und die gantze Insul ward 1661. in den? Monath ^uZui'kc» von dem See-Räuber Loxmgz, ivelchen derKayserLb-m-»i in 5W.2. mit seinem A'chang aus der Provintz k^o- Kic»verjaget, denen Hollandern abgenommen, dem ste -682.die!erKä»)ser nach einem fünffjährigen Kriege abgezwungen, und also seinem Käyserthum incorporiret hat. Die vornehmsten Oerter darauf find: 1.) I'keov-m oder i'aiovzi, die Haupt-Stadt in der Insul k^ormofz, dabey dieHolländer, welche diese Insul von ^n. 1655.bis -66i.innegehabt,ein porrbaueten, welches 16s i. von obgedachtem See-Räuber LuxinZz mitseinemaus5in» verjagtei?Anhange, zu Wasser und Lande eingeschlossen, und endlich erobert wurde. Heute zu Tage wohmn daselbst eine grosse Anzahl Chinesen, welche starcke Handlung treiben. 2.) See-Land, ein ?orc von sechs Basteyen , welches die Hollander zu ihrer Beschützung angeleget, aber -661. nach einer blutigen Belagerung, welche der aus vertriebene Printz Loxm^z zu Wasser u: d Lande unternommen, verlohren haben. Hierinne ward ein Schatz von zchen Tonnen Goldes werth erobert. ;.) 5llrlz5ou. 4.)(Zuil2m. 5) I'zmsuy, stnd Oerter, welche hicbevor die Portugiesen erbauet, u>?d zum Theil bevestiget haben. An dieser Ansul ist der heil. ^rsncilcu5Xavcriu5, welchen Pabst ?znln5iii auf Ersuchendes Königes labanm-- in. in Portugall i /4?.nach Ol?-I> d-en gesendet, denen heydnischen Völckern das Evangelium vo:? Christo zu predigen, Iss2.den 2. vecemdr. im s 5. Jahr seines Alters gestorben. v. Die provmlz oder O.na»mn?gauch genannt,ist gegen Mittag die äusserste Landschafft in dem Kay'crthunw"" und hat a» allen Sachen einen grossen Überfluß. Die Handlung tvird hierii?> evo? denen Sinesern, Indianern und Europäern ungemein starck mit Seide , Buim- Wolle, Zimmet, Würtz-Nagelei-n, Eben-Holtz, und vielen andern Waa- Anderer Theil. ' I reu 66 Des vl'erdem Nuchs L-p. m. ren getrieben. Diese Provintz hat eilffgrosse Städte, darunter 7kleinere ge- hören. Die vornehmsten sind: I. (^,!inckeu, I^c (^uznckcum, die Haupt-Stadt in der Landschafft Xzn. ron, worinne eine grosse Handlung getrieben wird. Ohnweit davon lie- aet ein offener Ort/uxan genannt, worinne die Handlung nicht weniger Noriret. Im vorigen Seculo reücliretehierin (^lAiickeu ein König von kanron, aus dem alten Gebliithe der Chinesischen Kayser, dessenBruder König in^olciei, war. Diese beyde Könige waren Vasallen des itzigen Chinesischen Kaysers,welchersie, aus Sorge, daß sie serner wieder die Dar- tarn einen Ausstand, wie /tn. 1674. erregen möchten,aus dem Mege rau- men,und ihregesammlete Königliche Schätze nach führen liesse. Das Schloß in dieser Stadt ist mächtig erbauet. Allhie sollen sich auf hun- dert tausend kamllien befinden. z» I^IanlllANg. Xsn^keu. ^k^o^ckcu. 5. XsnlLing. 6. Xiacboeu. 7.1.uiclleu. 8.1-isnclleu. A.LKzuclleu. lo.Xinckeu, sind ansthnli- che Städte: I I. LNacao, Amacao, lar. ^acaczum, eine vefie Stadt auf einer kleinen Halb-Ansul,welche durch einen schmalen Strich Landes an die Provintz Xznron angehänget wird. Sie ist groß und wegen ihrer flarcken Ka uffnann schafft sehr berühmt. In dem xvi. 5cculo hatten sich die Portugiesen dieses Ortes gantz- lich bemächtiget, allein ^.n. 1688. haben die Chinesen die Halb-Ansul, und die Stadt wieder eingenommen, weitderKayser in China in seinen Landen keinem auswattigen Volcke die Ober-Herrschafft zugestehen wolle. Sie liegt gegen dem Ausgang des grossen Käyserlichen L2N2I5 vsn x-incon. Die Stadthat die Freyheit mit denen Ausländern zu handeln, und führen sonderlichdie Porru» giesen viele von ihren Landes-Leuten an diesen Ort, welche aber doch dem Chine- fischen Gouverneur zu klzcso gehorchen müssen, der mit seinen Leuten die Helffte derStadt, und alle Vestungs-Werckeinne bat, und denen Portugiesen nach seinmr Gefallen die Gaben auffeget, demsie sich,aus Furchtdie gantze Hand- lung der Gegend zu verlieren , nicht wiedersetzen dürsten. Der Hafen wird durch ein vestes Castell verwahret. 1!. Zu der Provintz Xanron oder (P^nruuZ wird auch die Insul gerechnet/darinne diese Oertersind: i.Lauzs, die Haupt-Stadt. 2.) V27. z.) I.MXU7. 4."> Xiunctieu. ^.Xim/U. l). Die Jnsuln püczciorcs. oder die Fischer-Jnsuln, liegen zwischen der Jnsul ?ormol2. und der berühmten Handel - Stadt klsc-o, auf dem 2 t' Grad der Nordlichen Breite, unter dem i>offco c>ncri. sind erhöhet, und mehrentheils unbewohnet. Eswachsetaufselbigen starck kurtzes Graß, auch sind einige Bäume darinnen. Man findet viel Ziegen, und etwas grosses Vieh darauf. Es werden hin und wieder noch alte Schantzen gesehen, welche in dem vorigen Vsn dem Aäyftrchum China. 67 vorigen Kriege zwischen des Kaysers Trouppen , und denen Chinesischen See» Räubern auffgeworffen worden. Zwischen denen beyden Ostlichen Jnsuln ist ein guter Hasen, worinnen stets Schiffe liegen. In Westen der weitesten gegen Osten isteine Stadt, und eine Schantze, die den Hafen commznüiret. Die Häuser sind niedrig erbauet. Der Käyser von China psteget hierinne gemcinig» lich eine Besatzung von z.bis 400. Tartarn zu hatten, welche alle drey Jahre von andern nebst ihrem Qnu verneur abgelöset werden. Vl. Die provmy Gmangsi oder Quoangsi, ist mehrentheils bergicht, dabey aber auch fruchtbar. Es wachset darinne viel Zimmet, und das Holtz 5ss>zo, damit man färbet. Der Reiß wird aus dieser Landschafft hauffig in andere angrantzende Provintzien , sonderlich nach k-mcon gefilhret. Nie Einwohner wissen trefflichen ?c>rcc!-,in zu verfertigen, worzu aber die Erde aus derProvintz di-uikm, aus dem Gebürgt bey bloeicbeu gehoblet wird. Zu dieser Land schafft gehören -, grosse Städte, nebst 80. kleinern, welche unter dererstern Gebiethe stehen. Vorzeiten hatte dieses Land seinen eigenen König, welcher aus dem alten Geschlechte der Chinesischen Kayser gewesen, nach dessen Tode seine Gemahlin zwar noch die ke ven ucn eine Zeitlang genossen, doch ist das Land zu einer Käyserlichen Provintz gemachet worden. Die vornehmsten Städte sind: >.) OueliinZ. die Haupt»Stadt dieses Landes (glänzt!, die ehemahligere- üüen?eines Königesvon ()uozngü. t.) pin^lo. z.)Viicbcu» 4.)Änckeu. f.)tgznninA. 6.) I'zifu'nz. 7.) Lunun, sder^uminA. z.) I'eucbcuvder^iencbeu. yIÄucbeu. !0.)8iu^uenoderrin^^»cn. ii.)5uckin. i2.)1-ieucbcu. i^.)Lbili- x-n,sind alles grosse Städte. vii. Die^andschaffcIunatt , grantzet gegen Mittag an das Königreich 'dunkln, hat eine gemajsigteLufft, 20. grosse Städte, die68 .andere untersich haben, viel Gold, Silber, Kupfferund Zinn in denen Bergen, auch werden viel Edelgesteine darinne gefunden, sonderlich schöne Rubinen. Deritztregie» reiide Kayser von China ceclirete im Mitten des vorigen 5ecui> dieses Land dem alten Chinesischen General dts-k, Oz>ci oder Vii ZanAvei, welcher seinen Vater Xnn-cibi. ehemahligen Tartar»CH«n in der Orientalischen Tartarey, hernach Kayser in China, und seinen Gross-Vater den grossen Tartar»Chan, Gm-'dc. wieder die Rebellen zu Hülffe geruffen, unter dem Ditul eines König» reiches, und erlaubete ihm zu luaan einen Königlichen Pallast zu bauen, und einen Königlichen Hoff zu führen. Als aber dieser Printz än. 167;. nach ?--- an den Käyserlichen Hoffciriretwurde, und nicht anders als mit einem Ge» folg von achtzig tausend Mann erscheinen wolte, so liesse der Käyser diese Land» schafft mit Gewalt wegnehmen, bei) welchem Kriege die Provintz sehr verwü» stet worden ist. Die vornehmsten Städte werden folgende seyn: I 2 I.)^unan 63 1.) ^unan oder^unllÄN, die Haupt»Stadt des Landes, mit einem Pallaste, darinne im vorigen 5ecui, (wcl» cher den grossen Dartar»Chan, Nahmens Lum.i'e än, 1644. wider den Rebellen UizuHülffegerusscn, dessen Nachkommen noch itzo dasKayser» thum China behaupten) einige Jahre i-elickrec hat. 2.) (Puongst, z.)X^lbiA. I4>)tluking. 15.) XinruriF. 16.) Pining. i7.)XunninA. i8 .)XinA,n. :A.) 1'ungoü.i. 10.) 8in!cc>z. Vlii. Die iLaudsichaffc DÄicicbu, hat die besten Pferde in 5inz, vielQueck» Silber, Kupsser, Zinn, Riiid»Vieh, Seide, und zarte Leinwand. Esgehö» reu darzu vierzelxn grosse Städte, unter deren Gebiethe 24. kleinere stehen. Die vornehmsten Städre sind: I. (^Ieij-MA, dieHaupt»StadtderLandschafft()>ieichu. Lanxull, z.Pugven. 4 Cingvcn. s.t.gipwg. 6.5ucbuen. 7.5u- nan. 8.Xecang. P.l'ungin. lo.l'mjurig. ll.I'wgiuen. ü.Phzi. clinZ. izVaineng. 14. ^lesi. IX. Die provmy S:nst)uei:, ist die kleinestc unter allen Landschafften des grossen Kayserthums China, hat viele Berge, und neun grosse Städte, welche in denen innerlichen Kriegen im vorigen 5ccu!o, und durch den Einfall der Tar» tarn sehr verwüstet worden. In diesen: Lande sind Rhabarbar, Quecksilber, Zinn, Wein, und auch Agt»oder BermStcin, so gut als in Preussen zu sin» den. Die vornehmsten Städte, welche noch ioz. kleinere unter sich haben, sind diese: i.) LNinZtu, die Haupt - Stadt des Landes, war hicbevor grösser, ebesie in: Kriege verwüstet worden, 1644. hat der Rebelle Cham, alle Ein» wohner dieser Stadt, so sich aufsechsmahl hunderttausend Seelen erstrc» rket, mallaciil ei: lassen. T.)tunzan. z.)XmisimZ. 4-Munghing. 5.)daoning. 6 )Lüungching. 7.) tllencbcu. 8.)lvlMi. Diese sind 1644. sehr ver» wnstec worden. x. Die provltty ^uquaug, ist eine der weitlaufftigsten Provii:tzien in Chi» na, welche durch die blutige innerliche Kriege im vorigen P?culo sehr verwüstet worden. Sie hat einen reichen Überfluß an Korn, Reiß und Fischm, sonder» lieh die letztern in dem grossen See, welcher einen Umfang von etlichen Meilen hat. Die Baun:»Wolle ist auch hauffg hierinnc zu haben. Sie hat sunffze» hen grosse Städte, unter denen 12 s. kleinere Stadre liehen. Die vornehmsten Städte dieses Landes sind: I. ^ocbeu, dieHaupl»StadtdiesesLandes,istgroßundvolckreich. ».Vlick-mg, 2, VuclianA, war hiebevor die Haupt»Stadt dieser Provintz. F. 4. 5. 6. 5^ngjzn^. 7. ^uniznx. ^.l'eZZn. 9-st^NA^ng. lo.LksnZxü. ii.daoicinA. it.Xcbmcbeu. , z.Lbzngre. 14. tjgn^cbeu. 1 s.^ungcbeu. Die provüiy lRmngsi, ist groß, und hat einen trefflichen Überfluß an allen Sachen, welche zu des Menschen Nothdurfft gehören. Das I'circelzm wird in dieser Provintz von einem mit Erde vermengeten Sande hauffig gemachet, der Sand wird aus der Provintz Nanking gehoh» lel. Wenn die Geschirre zusammen und in eine Forme gesetzet, getrocknet und gebrannt sind, so werden sie mit gehörigen Farben gemahlet, alsdenn mit einer Ll-lur gestrichen, und nochmahls gebrannt. Bas schönste muß alle» zeit vor den Kayser ausgelöset! werden. Diese Landschasst hat - z. grosse Städte, unterwclchen 78. kleinere stehen. Die grossen sind diese: NancbanZ, dieHaupt»Stadt, istweitlauffrig, aber durch die innerliche Kriege dermassen verwüstet, daß sie steh von der Zeit an nicht wieder erhöh» len können. 2. Vieuckeu, eine ansehnliche Stadt, wo eine grosse Menge porcelsin gema» chetwird. Kincbeu. 4.5uicbeu. 5. dlanbang. 6. ()uoZNZstn. 7.(Zuienckanxe 8.I.inlcianA. y.tbbungciieu. lo.PunAcbeu. ii-dlanAZ». i^.Xie» gan. l Z.^-M<.beu.jmd grosse Städte, die in denen innerlichen Kriegen alle vielgelitten haben. xii.DieÄ.andschafftHottan liegt mitten inChina,dahero es vorzeiten als jede Provintz ihren eigenen Fürsten oder König hatte, das Mittel»Reich genennet worden. Kom. Reiß und andere Früchte wachsen hierinne überflüssg, daher es Mm hierinne theuer wird. Sie hat s. grosse, und 108. kleinere Städte. Die grossen sind: i.) 5cliai5unz, oderLs-kunZ. dieHaupt»Stadt, wo vorzeiten eine Konig» liche K.eliäen-! gewesen. Diese hatte vordcssen drey Deutsche Meilen im Um» fang,undwar sthrvolclreich. ^n. 1641. wardstevondem Rebellenst-l, wel» cher einen grausamen Schwärm Tartarn in das Landgeführet hatte, sechs N.'o» nach lang belagert. Da nun der Chinesische Kayser »o-ii-dum die belagerte Stadt worinne die Hungers »Noth sehrgwß war, nicht entsetzen konnte, 10 ward beschlossen den Damm des Flusses ttozng durchzustechen und das Tartari» sche Lager zu überschwemmen. Weil aber die Stadt sehr niedrig lieget, und des öeindes Lager vortheilhafftig potwet war, so drunge das Wasser mit gross ser Gew-ck in die Stadt, darinneaufeinen Tag dreymahl hundert tausend See» len erbärmlich umkamen, und die Stadtgantzlich verwüstet wurde- Nach der Zeit ward die Stadt nicht wieder auf den alten Platz, sondern gegen über ge» bauet. '-i '^»i 'U .chi'zzt Des vierdten Vuchs Lax>. lil. L.) ()umre. ;.)ttinccc. 4.)Veckc. 5.)VakiiiZ. 6.)ttonsn. 7.)^. N>nA)er ^iNlNA. 8.)k^0AÄNA. x:ii. D,e Ä.and>ch.iffr Xiensi oder Xmsi ist unter allen Provintzicn des Käyserthums die grösseste, in dem sie z;o. Frantzösische Meilen breit und 4°-». Frantzösische Meilen lang ist. Sie hat zwar viele Berge, ist aber doch fast aller Orten fruchtbar, hateine grosse Menge Schaafe und Ochsen. Her» inne sind acht grosse Städte, welche -! kleinere unter sich haben. Die Heu» schrocken finden sich der Gegend öffrers ein, und thun grossen Schaden. Der Weitzen und Hirse wachsen jährlich überflüssig. Das Volck halt hier noch sehr viel aufden grossen damzz. von dem oben Lax.ll. 5.10. in diesem vierdten Bu» che behörige Meldung geschehen, der jahrlichen noch etliche oder Götzen» Priester hieher sendet,welche mit Erlaubniß des Chinesischen Kapsers das Volck in ihrer heidnischen Religion unterrichten. Die vornehmste Städte hierinne sind: i. 5igzn.die Haupt«Stadt, ist groß und schön, än. ,625. ward bey dieser Stadt ein uraltes Denckmahl gefunden, welches anzeigete, daß bereits mi sie» benden und achten 8-cuIo das Christenthum iu China lloriret habe. Dieses war eine Gedächtniß»Tafel vonklsrmor. darauf ein Creutz ausgehauen war. Der Stein war io. Fuß lang, und 5. Fuß breit, und war sowohl mitChinesi» sehen, als Syrischen Buchstaben bezeichnet. Der damalige Kapier m China als er davon benachrichtiget wurde, liesse sich davon eine ^opic geben, und befahl daraufdas ^lonu menc in einer l'ZZo^e, oder Götzentempel, zu ver» wahren. Der gelehrte sscluic hat dieses in einem besondern Buche gar schön ll- lull-rjret. Die leiiMonzricn bedienten sich dieses Steines bey ihrer Lehre, zum Beweiß, daß selbige nichts neues, in dem das Christenthum bereits vor tau, send Iahren inChina angefangen. Der Inhalt der Schrifft aufdiesem Steine ist, daß des kilcch« Ankunffr ins Fleisch ein Engel verkündiget habe, und daß vlopovenausverreiset, undimIahr 6;6. ,'n China gekommen; und weil auf Befragen, sein Zeugniß vor gut erkannt worden, sohabc derKayser deßhalben zu dessen Vortheil ein plsc-r und Befehl ausgegeben, eine Kirche zu erbauende. ^.k^sncbunA. ;.?unA>sne. 4.?in^lizn^. z.I-irixiu. t.Vschzng. 7. z. i^yniac», sind grosse Städte, xi v. Die provmy Xansi liegt auf beyden Seiten des grossen Flusses t?o. anz; oder ttcisnZo, welcher so viel Heisset als der gelbe Fluß, weil das Wasser gelbe scheinet, ii.deme er über gelber Erde Siessct. Der Fluß ist zwar tieff, aber dennoch nicht schiffbar. Weil das Land niedrig lieget, so muß dasselbige ge^ gen den reissenden Strohm mit Dämmen verwahret werden, denn so osster durchbrchc, so kan er grosse Verwüstungen anrichten ; daher viele Städte in grossen Sorgen sieben." In diesem Lande sind sechs grosse, und darunter - 06. kleine Städte. Die grossen Oerter sind: -.l-st-o. Von dem Aäyjcrehum China» 7l i. die Haupte Stadt des Landes, hat 5. Städte Lbeu, und 24. Städte ttieu unter ihrer BochmassigkeN. psure. ). pti>^iznA. 4.^l,gzng. ^.puncberi. 6.1'srin^. XV. Die provmy Xanwng. Dieses Land ist geseegnet an allerley Früchten, Vieh, Fischen, Wildpret, wird aber durch viele Räuber gar sehr geplaget. Sie hat 6. grosse Städte, unter denen hundert kleine stehen. Die grossen sird: i.) Änan, die Haupt^Stadt des Landes, welche -o.Stadte in ihrem Gebiethe hat. locken. ;.)1"uncliang. 4.) dlncbeu. 5. l^cnAcbe». 6.)I.!,icbeu. Zu dieser Landschafft gehören etliche Insuln, unter welchen diese drey , nemlich lReuxeu. 2 X-!wuen,und ; die vornehmsten sind. In dieserInsul^engKenA.soll der Chinesische Kayser Xiu«,welcher die grosse Mauer erbauen lassen, sunffbundertnkdowpboz, welche erausseinem gantzen Reiche dahin beschieden, als wolte er ettvas Wichtiges mit ihnen abhandeln, aufeine unmenschliche Weise umgebracht haben, weil er ein abgesagter Feind der Ge» lehrten gewesen. Er liesse auch eine unsägliche Menge Bücher zusammensuchen, und aus einmahl verbrennen, damit sich seine Unterthanen nicht mehr auf alte Uhrkunden und Gerechtigkeiten beruffen könten. Das gantze Land x-nrung, ist hiebwor das Königreich du genennet wor» den. Hierinne ist der berühmte Chinesische vbiiolopkus eonsticms, oder Li- unKkustuz, im Jahr der Welt 5 z??. also; 5 vor Christi Geburth aus einem alten edelen Geschlechte gebohren. Sein Vater war Lbolcam-tte, oder Xc>- lezm-ttä, welcher an dem Hofe des Königes zu l.u,itzo XanrunZ genannt, eine wichtige Bedienung hatte. Durch seine Klugheit brachte er sich bey Hofe m grosse Gnade; weil aber seinRaht bey dem Konige nicht allezeit gelten wolte, so mlicsse er das Hoff» Leben, und lehrete mit grossem ^pplautu die Sitten» Lehre, SavondieEhineser noch viele Schrifften haben, welche sie in Ehren halten. Dem Könige hat er mehrmahlen zu verstehen gegeben, daß ein ke^me nicht nur selbst gelehret seyn, sondern auch gelehrte Leute um sich haben müste. Die Chmeser legen diesem ?Kilosopbo grosse Lob»Sprüche bey, setzen an denen ihm zu Ehren gebaueten Pallästen dieseWorke: Dem grossenMeister,dem berühmten Könige der Gelehrsamkeit. Sie hegen gegen ihn noch biß auf den niederwerffen, und ihr Haupt zu der Erden neigen. Dergleichen Ehren»Be» Zeugung pflegen sie auch an gewissen Festen, zu gewissen Zeiten zu rhun, damit sie das Gedächtniß eines so grossen Mannes, welcher so viel Weißheit und Ge» lehrsamkeit besessen, und so grosse Verdienste gehabt, nicht möchten ersterben lassen. Sie gebrauchen sichaber niemahls des Worts , welches sie sonst denen Z W 7t Des Vierdtttt Buchs Esy. II!. denen Götzen beygeleget, weil sie damit bemercken wollen, daß die Lehre Lon- iuc i. den GotzeiD-cn,t verdamme. Er ist im Jahr der Wett 5 47». also 478. vor Christi Gebührt, im 7 5.Jahre seines Alters gestorben. Sein Ruhm ist auch zu denen unbändigen Tartarn kommen, und daselbst bis aus unsere Zeiten crlxtten worden. Daher einer von seinen Nachkommen än.Lkr. 1646.von d.m Könige der Tartarn Xuocbio, welchersich damahls m China veste setzete, mir groster Ehrerbietigkeit angenommen wurde. Seine Nutte..rat hat ein mit denen 4rin-M vom Geblüthe gemeines Privilegium, daß sie keinen Tribut gc- den durften. So bald einer erwiesen, daß er aus dem Geschlechte contucii >va» re io ist er Kraffc der Geburt ein xl->nüsrin. welche te^näarmen vornchme Her- r/n in China, und mehrentheiis Gouverneur-! sind. Xvl. Die Provintz I.ezocung , oder ist groß und sehr ge- bürgicht, und daher an vielen Orten unfruchtbar. Heute zu Tage hatsie etwa 1 c> eder - ^.kleine und grosseStadte in ihrcmGebiethe.Sic wird von vielen Leo. ersobinnnerhalb der grossen Chinesischen Mauer gcsetzct; allein der Russsche Gesandte, Herr E. VßbrandJdes, welcher ä-n >6?;. und - 654. durch diese cs-ss-''- ^ und die Landschafft tts.',or„nZ zweymahl kommen, hatN! seiner neuen Land-Charte, welche seine dreyjahrige Reise durch die grosse Tartarey nach Ehj,ia vorstellet, zur Gnnge bewiesen, daß l.c.ioruuß austerhalb der grossen /»rl gelegen si'y. Dieses bekraffriget auch Oionxliuz ^0. ein gebohrner Chineser, in seiner Bejchreibung von China, die der Reise-Beschreibung des ^errn^; des angefüget ist, indemersaget, daß dieLandsthastt d^oc.ing geezen p" ^ ^>1 die grosse Mauer stosse. Dieses Land IM vorzeiten seilte eigene Koni- ge gehabt, welche aber von denen Kaysern von China vertilger, und l.e->or.mF zu einer Chinesischen Provintz gemachet worden. Durch dieses Land haben die ^rtarn osst grausame Einfall« in Chinam gerhan, und bey ihren Durebzugen ^ selbiges gar sehr verwüster. Sie wurden aber mebrentheiis glücklich wieder urüch qeschlagen, bis sich Lb..' 6 i 6.zwischen dem Kayscr von Eb-na Xm- Lum. sonst v.n-tt-c genannt, und dem grossen Tattar^Chan I'.e" XI.m des- wegen ein blutiger Krieg entsonnen , weil dieses Königes Jäter von denen Chinesen erschlagen worden, da die Harrarn deiiAnfang machten in China vc» sien Fuß zu setzen. Nui, starben zwar diest beyde Feil.de bald nachemandcr, der Kayser von China ^n. .6^0. und der König der Tartarn ^".1678. allem die folge: dc Könige der Orientalischen Tartarey ^en-cun', rcr ^--6; s. gestor- bcn , und Lum .7-^ welcher im Jahr Christ- . 644. m:t Tode abgegangen, setz- reu den Krieg in Cbina so lange fort, bis endlich die Tattarn gar von dem Chi- v 5-° wicd» di- R-bck-n,n gcrxffm w>,r!?m, bryw-I^rG-I-g'^'-ilsi-wriierziwmn. »ndmchlmhttm, bwchr KömaXnncbiu^64;.auchKayservon Chmawar. Nachder^eicistdas gantze Kävsctthum Chma, und die Orientalische Tartarey unter eir ^mOber- Von dem Räysirchum China. 75 Raupte geblieben. In dieser Landschafft wird die Wurtzei Cinien^ häuffig ge» funden, welchevon denen k^ecliciz vor ein HertzstarcketidesArtzeney» Mittel ge» halten wird. Die besten Wlirtzeln sind diejenige, welche groß, helle und schwer sind. Sie bewickeln diese Wurtzeln mit Papier, und heben sse entweder in trockener Erde, oder auch wohl im Pfeffer auf. Wenn sie dieselbige gebrauchen wollen, so kochen sse die besten entweder im Wasser, oderHüner»Brühe, und schneiden sse mit dem Messer klein. Das Gefasse, worinne man selbige kochet, muß bedecket seyn, dannrsse ihre Krafft nichtverliehre. Die vornehmsten Oer» terhicrinnessnd: i-e-onmg oder bez-ov-mA. die Haupt»Stadt des Landes, wo der Louvemeur rellclii et. l6^o. ward dieser Ort von dem Könige der Dar» tarn'l'ien-ktim belagert. Weil nun der Käyser in China lllLum keinenEnt» sitz versuchte, so gieng die Stadt an die Dartarn über, nachdem in der Vestung ;co?o. und vor derselben 26300. Mann geblieben waren. Bey der Eroberung j,ublicNete der Dartarn König ein Kck6t, daß alle Einwohner solten niederge» hauen werden, welche sich nicht nach Dartarischer Art die Haare würden absehe» ren laßen. Da nun dieses viele zu thun verweigerten, so wurde eine grosse An» zahl von denen Chinesen mM-criret. i.) lumpm, eine Vestung. §» 4» Von der Haupt-StadrPcking in dem Käyserthum China. /^SHat ^laicnz pauIelZ Venerus diese Stadt pangbin , und ^lcnclor» X^bln aenennet: Denn es hat dieselbige ihren Nahmen so offt, als die Krone diesesKaysert'humsaii unterschiedenel-amiliengelangetist, verändert, weilzum Derneine jede Veränderung der Königlichen k^milie zugleich eine Aenderung derNahmen der Städte und Landschafften eingeführet. Und solchergestalt haben andere Familien derSta dt pelcing den Nahmen wu, x-nAko, »ann, ^N/SNA. und mehr andere gegeben. Das Geschlechte der Paimmga oder kilkl hatsse pelcinß genennet, welches in der Land»Sprache so viel, als eine gegen Norden gelegene Stadt bedeutet. . S«e ist die ansehnlichste Stadt in gantz China seit r 404. da sse der Kayser'damsunAUZ, oder wie andere lagen, kien-Ven-ck'i oder zu seiner kl.j.ie»cenanr, der daselbst seinen Sitz hat, com- minclii et. Die Mauren haben in ihrem Umfang sieben Italiänische Meilen, welche fünff Französische machen. Dieselbige haben dreyzehen Thore, welche überaus wett sind. Sie hat auch noch eine Mauer, welche aber noch nicht rund herum ist geführet worden, und fan man von derselben nur allein d;e Orte, von denen man der Stadt am besten beykommen möchte, beschießen. ^ Der Pallast daselbst war vorzeiten so prachtig, daß sich die gantze Welt darüber hat verwundern müssen, und hatte über eine Meile in seinem Umfang. Heutiges Tageö aber ist derselbe fast anders nichts als ein blosser Stein» K 5 Haussen, 78 Des vierdtm Vuchs Lag. m. Haussen, weil die Hartarn, welche sonst die Stadt blz"!cing. mehr als andere Chinestsche Städte verschonet, ihren Grinnn über diesen kostbaren Pallast ausgelassen haben. §. 7- Von dem berühmten porcelamen Thuen bey der Stadt Nanking. und um die Stadt Nanking ist eine grosse Ebene anzutreffen, Welt 17. ehe wegen der vielen prachtigen Gebäude wohl Rühmens werth ist. Im sonderheir ist daselbst ein Hhurn von NvrcelaM zu sehen, welcher nicht aliein allen denen andern vorgehet, sondern auch die rsreste und ungemeincste Wer« cker, beydes der alten und itzigen Baumeister, wegen seiner Zierlichkeit, vor« O)-». trefflichen geblühmten Schmeltzwercies , auch schönen und kunstreichen Er» /. bauung weit übertrifft. Sein Aussehen ist auf der xvil. nZur vorgestellet. ; 4. Dieser berühmte Hhurn hat neun Stockwercke, deren jedes sein Gewölbe, 1; 8. u>ch auswendig einen Gang hat, dessen Lehnen mit solcher übereinstimmenden Gleichförmigkeit eingetheilet stnd, daß auch unsere berühmteste Baumeister sich über diese Arbeit, und kunstreiche Erbauung verwundern würden. Auf der Seiten, wo die Fenster stehen, stnd viereckichte Löcher, welche mir Gittern von weissem Bleche verwahret stnd. Das Gebäude an sich selbst ist zwischen einer jeden Q-üene einschichtig, und auswendig mit Bley überzogen, und sticht die gelbe, rorhe und grü.e Farbe einander mit einer so annehmlichen und wohl abgetheileten Abwechse» lung ab, daß man wohl sagen möchte, daß dieser Thurn von lauter Gold, Rubinen und Smaragden gemachet sey. Die Stücke des l'orcellsmz sind auf allen Seiten so wohl in einander gesüget, daß man schwerlich erkennen kan, wo sie an einander hangen. Die Dacher und die besagete Gange stnd von grüner Farbe, und haben in denen Erckern übergöldete Zwerchbalcken, an denen viel kleine kupfferne und vergoldete Glöcklein hangen, welche, wenn der Wind gehet, von sich selber lauten, und einen sehr lieblichen Laut von sich geben. Man gehet durch vier und achtzigStussen biß zu oberst aufdiesen Hhurn, auf welchem eine FichtemNuß stehet, welche, wie die Ehineser vorgeben, von K!.,t!iv. Golde ist. Man kan von der Spitze desselbigen nicht allem die Stadt Nanking, und ihre Vorstädte, sondern das gantze umliegende Feld, welches der Fluß K.ano benetzet, übersehen. Die Chineser berichteten die Hollander, welche denselbigcn An. 7655. gesehen, daß dieser Thurn vor siebenhundert Jahren aus Befehl der Härtern, welche um dieselbige Zeit in das Käyserchum China gefallen, und dasselbige ausgeplündert, sey erbauet worden. Dabero kommt Von dem Räystrchum China. 7 ? kommt es auch, daß die Tartarn, als sie An. -644. dasselbige abermahls erobert, und allen Ubermurh darini?en verübet, desselben verschonet haben, weil sie ein so vortreffliches Merck, welches ihre Ver-Eltern zu einem Sie-» qes-Zeichen ihrer ViÄorien hinterlassen, nicht haben rumwen noch verderben wollen. Einige meinen, der Chinesische Kayser x,.du, weicher aus der Tar- tarischen Vvcn gewesen, und von d. - -.80. biß 12.92. regieret har, habe djesen prachtigen Thurn zum Andencken bauen lassen, daß zu der Zeit eine Tartarische l^mibe in China regieret habe. §.8. Von denen Chinesischen Königen, oder Käyscrn. l?XJe Geschichte der Chinesischen Könige und Kayser ist sehr dunckel, tvel- ^)"che Verwirrung dem sehr weiten Raum des Kayserthums zugeschrie- ben werden kan, ii.dcm die Geschichte Schreiber in unterschiedenen Provinzen, unter Königen oder Tyrannen, so sich an unterschiedenen Orten gesetzet haben, gebohren worden sind, dergestalt, daß ein jeder twribence seinen Fürsten für den rechtmassigen Besitzer der Monarchie erkannt, und das Gedacht- niß des Mit-Negemen verschwiege!? hat. Es melden etliche ihrer Ge Schicht-Schreiber, daß ihr erster König, P20- neu-- genannt, aus dem dbao--. oder der Vermischung aller Dinge, als der llhrheber der Natur den ersten Klumpen von einander gesondert, sey genommen worden. Andere nennet? den Stiffter der Monarchep Vice/, und sagen, daß er die Kunst Kleider zu machen, und Hauser zu bauen erfunden, auch die Lander in Provintzen , wie auch die unterschiedene Wohnungen der Menschen in Städte, Flecken, Dör-sser und Schlösser abgetheilet habe. Sie erkem?en ihn auch für ihren Gesetzgeber, und sagen, daß er von unsäglicher Leibes-Erösse gewesen sey , daß es an dem Maaß unserer funff Ellen nicht viel gefehlet. Sie fügen noch dieses hinzu, daß er hundert Jahr gelebet, und mit 4. Weibern hundert fünss und zwantzig Kinder erzeuget habe. Sie sagen serner, daß innerhalb 2,257. Jahren, hundert und sechzehen Könige aus seiner Linie gewesen wären, und daß sich diese Anzahl in der Person des imm-zn, welcher mit allen Fürsten seines Geblüthes erwürget worden, geendiget habe, und also das Scepter aus eine andere ^mille gelanget sey. Auf diese erste Veränderung sind noch viel kläglichere gefolgct, indem das Reich China von .denen Bartarn viele 5ccula hindurch entsetzliche Trangsalen ausstehen müssen. Der Chinesische Käyser Lum - dum aus der k2mil.c5um, welcher von d. 1275.biß 12.77. regierete, und nur lo.Jahrdlü»-,^'' alt war, als sein Vater G-dmn mit Tode abgieng, ward in seinem Landen > von 169?. l2?»S. von siebenmahl hundert tausend Tartarn überfallen, und gefangen wcggefuh. ret, in welchem Elende er auch in der Wüsten sterben muste. Ahm"solgete sein Bruder ^uon-welcher sich ^ L. 1^7?. vor denen Tartarn auf das Meer renken wolte, und in dieser Noth mit Tode abgieng. Der jün» gere Bruder i'i-lllm, ein Herr von neun Jahren, als er An.-2so. sahe,daß seine Flotte von denen Tartarn geschlagen war,sturtzete sich mit seinem Hoff» Meister in das Meer, und hat also die beschlossen. Die merckwürdigste Veränderung in dem Käyserthum China ist im Jahr Christi 1644. geschehen, da acht Nebellen wieder den Kapser ttosi-caim, sonst (lum-Lbim oder I'uncbon genannt, auffstunden, deren jeder eine ziemlll ehe Armee auf den Beinen hatte, welche sich aber selbst untereinander ten. Die zwey machtigsten Rebellen waren Lstzm und ll> oder bicungz. Der erste bemächtigte sich der südlichen Provintzien von China, welche er mehren» theils aus das grausamste verwüsten liesse, weil die Einwohner sich zum Theil seiner verwegenen Unternehmung widersetzten. An der schönen Landschafft Zu-a-men, welche er fast durchgehends erbärmlich verwüstete, liesse er etliche Millionen Menschen ohne Erbarmung niederhauen. Aus der Stadt weil viertzig tausend Manu, welche auch noch bey ihnen gewesen , wieder auf Käyserliche Seite getreten, so muste die grosse Anzahl braver Leute davor un» schuldiger Weise büßen. Achtzehen tausend Studenten liesse er in das Lager ciruen, unter Vertröstung, daß sie Beförderung haben sollen; sobald sie aber in dieser Hoffnung erschienen, so wurden sie alle niedergehauen. Wegen soll chcr Grausamkeit ward der Tyrann endlich selbst An. -64-7. vor feinem Lager erschossen. Inzwischen hausete der andere Haupt»Nebelle lli st, denen Nördlichen Provintzien von China mit einer grausamen Macht erschröckst'ch, brachte die Käyserliche Armeen aller Orten in die Flucht, und suchte nun den Km/erli- chen Thron zu besteigen. In solchem Vorhaben machte er sich An. -644. vor die Käyserliche «.estclentz»Stadr pellin?.wormne er einen grossen Anhang harte, und brachte auch selbige mit Verracherey in seine Gewalt, ohngeach» tet eine Käyserliche Besatzung von siebentzig tauseich Mann darin,.e war. Als nun der Kayser dieses Unglück von seinen Verschnittenen, die ihm alles verborgen gehalten, zu späth erfahren, so verließe er aus Furcht, daß er dem Rebellen l.i lebendig in die Hände gerathen mochte, den Kayserlichen Pallast, entflöhe in die Garten, und erhenckte sich daselbst an einen Baum, an well chem hernach der Rebelle den Käpser in Stücken zerhauen liesse. Hierauf verfolgete er nun den Kapserlichen LenerA Ll-anZue oder n 5Adl Vch'» weicher Von dem Aäyserchum China. Si welcher bißher mit seiner unterhabenden Armee die Tartarn zurück getrieben, und belagerte denselbigen endlich gar in einem vesten Schlosse in der Provintz dabin er sich rec.riret hatte, nachdem er den Tod desKaysers, und die Eroberung von i'elcwg vernommen. Bey solcher höchsten Gefahr schickte der tapssere II 5-n <)uei einen Lourwr über den andern an den König der Tartarn Lum. i'e, mit Bitte, daß er ihn und die Seinigen entsetzen möchte, Weil nun dieses den? gedachten Könige eine gewünschte Sache war, so //. kam er dem 1/ 5an m ,c achtzig rausend Cstann zu Pferde, und zweymahl hun» ^ 17. derc tausend Manii zu Fuß zu Hülste, welche aber der l-> nicht erwartete, sondern ßch behutsam .cciurte. Da nun die Tartarn dem t-i auf dem Fusse nachfol- geten, so nahm dieser den Kayserlichcn Schatz mit sich, und befahl seinen Trouppen,die Stadt pelcinZ zu verlassen. Nun hatte n 5an ei gerne ge» sehen, wenn sich die Tartarn wieder zurück gezogen hatten; allein der König Om-i'e gab ihm gar deutlich zu verstehen, daß er bey dieser Gelegenheit das Käyscrlhum Lbinsm mit aller Macht vor seine Nachkommen einnehmen würde. Wie nun die Tartarn gesehen, daß sie die starcksten waren, so zwun- gen sie den oder 11 ()uei. daß er sich und sein Volck, auf die Weise wie dieTartarn, muste bescheeren lassen, und darauf ward der Marsch auf Peking fortgesetzet, in welchem der König oder Tartar-Lb-m, unter Weges mit Tode abgieng, ehe er den Kayserlichen Thron besteigen konnte. Er hinterliesse nur einen cintzigen Sohn, 9?ahmens Xun-Lbi, welcher sechs Jahr alt war. Diesem hatte der Vater seinen Bruder ä einen klugen Mann, zum Vormunde gegeben, welcher unverweilet die Tartarn snimixte, daß sie den jungen Printzen nicht nur zu ihrem Könige annahmen, sondern auch vor einen Kayser von China erklareten. Solcher gestalt waren nun An. >645. die Tartarn völlig im Lande, welche aber dennoch sieben gan» tzer Jahr mit einigen Chinesischen Printzeit zu fechten hatten, ehe sie Herren von gantz China werden konnten. Endlich, als die Chinesen saben, daß sie ihre Freyheit nicht wieder erhalten würden; zumahl da »..mqusm, welchen sie zu ihrem Könige wieder den Xunclü erwehlet hatten , gefangen und lt. an- 8»i>ret wurde, 1.0 - v»m sich fußfällig lbbmittüen muste, der berühmte See- Held l-um-v., mit List in das Netz der Tartarn geriethe, und darinne um sein Leben kam, Vumii- aber, nachdem An. >650. seine Keliüentz-Stadt ?z.n erobert, und darinne binnen >a. Tagen mehr als hundert tausend Seelen erwürget worden, An. > 661. in der Tartarn Gewalt fiele, und mit allen den Seinigen mZssscnret ward; so liessen sie sich die Herrschasst eines Tartarischen Kaysirs gefallen. Der sselmc p.^brsbam Schall brachte es bey diesem Kay- ser dahin, daß An. -650. das Evangelium von Christo öffentlich durffte ge» prediget werden. Dieser Kaysiw XuncK. starb An. 1661. den 6. ?cbru2rü. Sein Bildniß ist auf der XVIII, 5igu.' zu sehen. Er hinterliesse zum Nachfolger Anderer Theil. L seinen 18. - AM §2 Dos vl'crdnn Buchs Oap. III. seinen Sohn - ttl, welcher damahls nur acht Jahr alt war, als der Vater mit Tode abgieng. Als nun der Kayser sterben wolte, so befahl er, daß die Mutter und Groß-Mutter dieses zarten Printzens, für dessen löbliche Aufferziehung gebührende Sorge tragen möchten, biß er seine mannbare Jahre erreichet hatte. Das Kayserthum sollte durch vier Klznäzrmz oder Tartarische grosse Herren verwaltet werden. > Dieser Kayser nennete sich damahls »oci. nachdem er aber auf den Thron gestiegen, hat er sich Vuncbi oder Oam. n, nennen lassen, welches i ?. Wort auch etliche L-ng - ttl schreiben, indem es so viel als bestandige Ruhe oder der Friedfertige bedeuten solle. Er ist An. 1654. gebohren, und An. 1667.Kayser von Ehina und der grossen Tartare» worden. Er liesse alsobald 77«,«». in seiner Jugend alle Eigeuschafften und V'tt"äten mercken , welche von ei» ncm Printzen, Vereinen so herrlichen Thron beherrschen, und sogar weitlauff» tige Lander regieren soll, erfordert werden. In wahrender seiner Vormund« schafft wurden die Christen in China sehr hart verfolget, indem An. 1664. ein blinderHeyde Vaw.^izm-Hen sich einen grossen A Hang machte,und den ab» scheulichen Entschluß sassete, die Christliche Religion in China zu tilgen, und die Kirchen niederzureissen, dergleichen An. ,6is. auchLbinlrlo, ein vornehmer Hoff-Bedienter, unternommen hatte. Durch seine vielfaltige Verlaumb- dung ward endlich der tt. Abraham Schall, ?lTliclel>r in dem Loile^ic» der mzrbcm»rischcn Wissenschafften, in Ketten und Banden geleget, und zum Tode verurtheilet, aber An. --56s. wieder in Freyheit gesetzet, daß er auf sei» nem Bette sterben konnte. Anno 1666. trat der Kayser selbst die Regierung an, der?-beiclinznclu-> Verbiet! kam durch seine behutsame Auffführung und Gelehrsamkeit bey dem Kayser An. >669. in solche Hochachtung, daß er ihn zum prTliclenren in dem maibemzrischen Oollegio machte, und aufseineVo» stellungcn denen Christen sonderbare -Freyheiren erlaubete. Sonst regierete dieser Kaystr in China mit guter Ruhe b ß in das Jahr -674. Da der ob» gedachte II 5-m (^>ei oder llxangue, welcher dreyssig Jahre vorher die Tarfarn in das Kayserthum China gefnhret, sich deßwegen empörete, und einen Auffkaid machte, weil ihn der Käufer nach Hoffenden lassen, an welchem er sich keines guten r-iÄsments versähe. Hierbei) behertzigte er die Verwüstung seines Vaterlandes, und liesse grosse Reue mercken, daß er die Tartarn in das Land geruffen. Er na hm den Tituk eines Königes von an, des vesten Entschlusses die Gelegenheit zu suchen, wie er das Joch wieder von sich werffen möchte. Endlich liesse er sich die Haare auf der Chineser Weile wieder wachsen, und erklarete sich wieder die Tartarn, bemächtigte sich auch mit seinen Trouppen innerhalb kurtzer Zeit 4. grosser Provintzien gegen und brachte den König von knicicn. dessen Lande an dem Strande des Meeres gegen Orient liegen, auf seine Seiten. Angleichen fliesse der König von Xzncvn, von dem Räyserchum Chltta. 8; Kzmoi,. welcher über den mittäglichen Theil von China damahls zu gebiethen hatte, zu Eingang des Jahres -676. zu ihnen, so daß es schiene, alswennsie mit einer so grossen Macht die Tartarn leicht aus dem Lande treiben könten. Es geriethe aber hernach die gantze Sache ins Stecken. Denn erstlich war zwischen denen Chinesen kein gutes Vernehmen, und zum andern, so konten sich die drey keguluncht vergleichen, weil ein jeder das gemeine Beste hindan setzte, und nur dabin trachtete, wie er sein Land vermehren und erweitern möchte. Da nun einer den andern hieran hinderte, sowarderKönig von mitten der erste, welcher mit dem Kayser Ni Friede machte, und also sein Land auf seine Nachkommen zu behaupten vermeinete, ward aber bald darauf getödtet. Diesem Lxempel sslgete der König von Xsnion, welcher die Parthey des 5zn (Zuel um keiner andern Ursiich halber angenommen hatte, als daß er seinen Schatz, und sein Land behalten möchte, welche aber kurtz darauf beyde in des Kayscrs Hände kamen. Aenn ob er schon än. 1677. ein Königliches 'Gast-Mahl anstellete , worauf sich alle vornehme Herren seines Gebiethes einfanden, denen er ohn einiges anderes Wort-Sprechui die Haare abschneiden liesse, auch sie nach Art der Tartarn kleidete; so wolte doch der Kayser diesem Könige nicht trauen, sondern machte eine solche Verfassung gegen alle kegulox. daß sie entweder nach des Käysers Willen leben, oder das Land räumen müssen. Da nun der alte n 5an (chei von scinenBundes-Genossen verlassen wurde,und keine fernere ^Illan? zu hoffen war, sahe er sich genöthiget üekenstve zu gehen, ober schon die Provintzen und Kliguzn in seiner Gewalt hatte, in welchen die Chineser damahls noch etwas weniges von ihrer vorigen Hoheit übrig behielten. Nach seinem Tode ^n. ,68!. ist endlich das gantze Käyserthum China in des Kaysers Bothmassigkeit und in Ruhe kommen. än. l68:.und l685.reisete dieser Käyser in sein Vaterland, die Orientalische Tartarey, worinne er von denen Tartarn mit tau'end Freuden bcwMommet wurde. Er liesse sich jedesmahl von mehr als siebmzig tausend guten Soldaten begleiten, und hatte die Ehre, daß sich über 40. Könige und Fürsten der Ostlichen und Occidentalischen Tartarey als vollen aufführeten. Seine Gestalt ist aufder xix. kizur zu bewachtem, wie er in seinerJugend aus 5^«" l gesehen. Zu seinem Nachfolger ist der andere Printz»0^blQ-^l.'i'5e, der lSy^.gebohren worden, crklähret, welchen er mit grosser Sorgfalt auferziehen lassen. Dieser grosse klonzrcbe hat in seinem prächtigen Pallaste eine zahlreiche vllzllnrbegue angeleget, welche noch taglich mit den raresten Büchern, welche in seinem weitlauffrigen Reiche zu finden sind, vermehret wird. An dem KayserlichenHofe werden die Tartarische und Chinesische Sprachen geredet,und geschrieben; doch ist die erste fast gewöhnlicher, weil sie kürtzer, und ehender zu erlernen ist. Die Nachrichten der Reisenden, Gesandten und Xtiüionariorum stimmen darinnen miteinander überein, daß der jetztregierende Kayser von L t China, «4 Des VierdtsnVuchsesp.nl. China, Nahmens eäkl.Nl, ein kluger, wohlgebildeterund Tugendkiebender Herr sey, welcher sich nach vertilgeten Rebellen die Wohlfahrt seiner Lander sehr liesse angelegen seyn. än. 1639. und l69o.haterinderStadt^ipcKeuoderdo5. bo^s durch seine Abgeordnete, unter welchen auch der Frantzösische l>. eerbiiion war, mit denen Russischen vepurirtendie Grantz-Strittigkeiten beylegen lassen. Denn weil die Russen aus ^betten bis an die Ost - See gedrungen waren, und aufdenen Grantzen derer >jsmcbeou5. oder Oji » Tartarn einige Schantzen er» bauet hatten, so liesse der Kayser von China diejenige, welche ihm zu nahe ange» leget worden, durch seine Armee wegnehmen, und die Russen zurück treiben. Daraufwurde hernach ein Friede geschlossen, und^-n 169?. durch eine Rusii» sehe Gesandschafft nach China das gute Vernehmen zwischen denen beyden machtigen Potentaten, dem Kayser von China, und Czaar von Nußland,voll» kommen wieder hergestellet. §. 9. Bon dem Wappen, und denen Ritter - Orden der Käyser von Khina. Kayser von China haben zu einem Wappen zween Drachen. Die ab k^/ten Könige der Chineser hatten die Gattung einer Krön ; Anitzo ober ha» 6?«^. den die Tartarische Könige und Kayser in China, zu einem Zeichen der KönM» 20. chen Würde, eine Art einer Mützen, welche einen Zirckel von Helffenbein hat. Diese Mütze spitzet sich oben durch einen goldenen Drat zu , daran zu obcrst viele Perlen hangen, worunter eine fast eines Tauben»Eyes groß ist. Diese Perlen sind einig und allein das Kennzeichen der Kayserlichen Würde, und hat keineini» ger König in China, wie groß und machtig sie auch gewesen sind, sich unterstan» den, dieselbe aufihren Mutzen zu tragen, wie solches ausderxix.^urjstvor» gestellet worden. 2. Die Chinesische Kayser wählen unter ihren Unterthanen die allergelehr» teste, so man boüisz nennet, heraus, und pflegcn sie von einer Ehre>>Stuffe zu der andern zu hohen Würden zu erheben. Sie machen auch diejenige, welche die Verwaltung über ihre Provintzien haben, zu Rittern, und nennen dieselbige Nsnüsrinz. welches soviel gesagt ist, als Ritter des Herren^ und Befehls« Haber. 5. Das Kennzeichen dieser Würde ist eine mit rother Seide gestcpte Mutze, mit einem Umschlag von »ermelm, oder Marther, woran ein goldener Stern von sechs Strahlen gehefftet ist. Von der Spitze dieser Mütze gehet eine Flocke von Carmesin»Seiden hervor, welche mit Gold und Silber gesticket ist, Md über die Schultern herab hanget, an der Spitze aber einen grossen goldenen Knopff Von dem Aäyserthum Chma. 85 Knopfs hat. Diese Kta-Warinen find mit einem langen seidenen Rocke, der unten mit Gold und Silber verbremet ist, bekleidet, und mit einem vergoldeten Gürtel, der mit köstlichen Edelgesteinen besetzet ist, umgurtet. An statt der Schuhe tragen sse göldeneHalb-Stiefeln. Diese Kleidung ist aufder xx. vorgestellet. Nachdem der Kayser diese l-oiciss zu xwnüarinz gemachet hat, so gibt er ihnen gemeiniglich die Verwaltung über eine Provintz seines Kayser- thums, doch nicht in dem Lande, worinne sie gebohren sind, und pflegen sie insgemein zu ihrem Auffenthalt einen herrlichen Pallast zu haben. In dem vornehmsten Saal dieses Pallastes sicher des Kaysers Bildniß an einem hocherha- benenOrte, vorwelchcmder xlancjzrin jederzeitaufdie Knie niederfallet, und ei>:e tieffe keveren- machet, ehe er sich aufden Gerichts-Stuhl setzet, oder sonst eine wichtige Sache vornimmet. Das Volck halt diese Herren in so hohen Ehren, daß es mit ihnen niemahls als kniend, oder durch Bitt-Schrifft redet, und wenn einer von diesen XlanciAiwen aufder Gasse gehet, so weichet ihnen jeder- man aus, um ihnen Platz zu machen, weil sie sich durch die und Weißheit vor andern tignsliküet. 4. Als der Russische Gesandte, Herr Z des An. ?6?).in China gewesen, hat er des Kaysers Leib-Wache mit rothem Cattun gekleidergesehcn. Auf dem Cattun waren rothe Schissgen gedrucket, wie ein Reichs-Thaler groß. Aufdem Haupte hatte«: sie ein klein Hüthgen mit einem gelben Feder-Busch gezieret, und das ist des Kaysers in China Liberey. Sie waren auch mit Hau-Degen ander Seite bewaffnet, hatten schöneLantzen mit darangesteckten Fahnen, und warm bis an den Kayserlichen Thron pukuet. §. IO. BondenKhinesischenKäysern, und Königen, wie auch vonder gemeinen Leuten Begräbniß. l. ^»He die Tartarn in China eingebrockten, und sich darinne veste gesetzet ha-51^ Zü >»p. m. Tempel und Thüri»e, welche sehr zierlich erbauet sind, und der serer vollkommensten Gebäuden im geringsten nichts nachgeben. Die paZoäe, oder der Tempel l^olinx, aber ist unter allen Gebäuden daselbst das prachtigste! Dieser stehet aufeiner Höhe, und ist von viereckigten Steinen erbauet. Man steiget zu selbigem aufvier Stuffen von Marmor-Steinen, welche den Weg zu viel unterschiedenen Thoren anweisen, deren jedes sich gegen eine«? von denen vier Haupt-Gegenden der Welt wendet. Der Bau dieses Tempels bestehet in flmff Vor-Tempeln, deren jeder auf beyden Seiten zwo Reihen Säulen von sehr glattem Marmor-Stein hat, welche so dicke sind, daß kaum zween Manner, dieselbe umklafftern können. Diese Säulen sind vier und zwantzig Elenbogen hoch, und tragen noch andere Säulen, welche von Holtz sind, und das Gewölbe des Baues, welcher sehr prächtig getafelt ist, unterstützen. Mitten in dem Tempel sind zween Tyronen zusehen, welche mir Perlen und Edelgesteinen auf das kostbareste gezierer sind. Einer ist für die unsichtbare Gottheit, welche allda angebcthen wird , der andere für den Käyser, welcher derselben seine Opffer bringet, gewidmet. Man zahlet in diesem Tempel über zwey tausend Götzen- Bilder, deren Thore mit vergöldetem Bleche beschlagen, und wie ein Lorbeer- Blat ausgekerbet sind. Der vornehmste Zugang zu den; Tempel ist mit einem breiten und bequemen Wege gebahnet, welcher bis an den Berg, wo der Käyser und Könige von China Graber sind, gehet. Hieher gehöret die xxi. k^u,-. ;. Die Chineser haben im Gebrauch gehabt, die Cörper ihrer Todten zu waschen, und ihnen köstliche und wohlriechende, jedoch aber weisse Kleider anzuziehen , und pflegten alle Anverwandten, jeder nach seinem Rang, in tieffster Ebrerbierhung, und mit einem traurigen Gesichte, und niedergeschlagenen Ge- bahrden vor demselbigen nieder zu knien. Wenn diese Leremome verrichtet war, so legte man den Todten in einen Sarg von einem wohlriechenden Holtze, und setzte denselben auf einen Tisch in einem köstlich ausgczierten Saal, welches auch noch heute zu Tage zu geschehen pfleget, obgleich Cbina von denen Tartarn beherrschet wird. Der Sarg wird mit einen» weißen Tuche, welches bis auf die Erden herunter hanget, bedecket, und des Verstorbenen Bitdmß darauf geleget, vor welchem sie sich gantz demüthig erzeigen. 4. In dem nächst dabey gelegenen Vor - Gemache wird ein Tisch mit brennenden Lichtern, Brod und allerhand Speisen, eingemachten Sachen, und Früchten vor die Opffer-Priester besetzet, welche vierzehen Tage nacheinander Lob-Gesänge singen, und ihre Opffer vollbringen, indem sie viel Weyrauch und gemahltes Papier verbrennen. 5. Wenn die vierzehen Tage verlausten sind, so tragen viertzig oder fünst- zig Personen den Sarg unter einem Sammeten, mit allerhand teuren gebil- !>!»dete» Himmel in schöner Ordnung, und mit grossem Pracht vor die Stadt hinaus, wobey sich alle Verwandten und gute Freunde des Verstorbenen, mit ih- ren 87 reu Weibern, so mitemem Schleyer bedecket sind, befinden. Eine grosse An» zahl Priester müssen des Abgestorbenen Lob besingen. 6. Wenn? sie zu dem Grabe kommen sind, so verbrennen sie denen Tod -- ten zu Ehren viel Stücke von Seidenem Zeuge und Papiere,woraus viele Scla» vinnen, Elephanten und Pferde abgebildet, ja gar Gold, Silber, und andere Bequeinlichkeiten, welche er, wie sie sagen, in der andern Welt zugemessen hat. So bald das Grabgeöffnet worden, so werden um dasselbige viel Tische herum gesetzet. Diese Tische sind mit allerley Speise und Getrancke besetzet, von welchen ein jeder nach seinem Belieben isset und trincket. Wenn sie nun ver» meinen, daß der Verstorbene auch gejattiget sey, so wird das übergebliebene, sammt denen Seidenen Zeugen, und vielen anderen Dingen mehr, in das Grab geworffen, da mit sich der Todte deren auf seiner Reise in die andere Welt zu bedienen haben moae. 7. Nachdem das Grab zugescharret worden, so wird des Verstorbenen Bildniß, sammt denen Lob »Sprüchen seines Lebens über etliche Säulen ge» machet. 8. Die Chineser spahren im geringsten nichts, was zu der Zierde ihrer Graber gehöret, und erwählen zudem Ende Oerter ausserhalb denen Städte» in denen Bergen, oder andern Höhen, für welche sie Thuren und Treppen, ma» chen , und ihnen vor allen Dingen angelegen seyn lassen, in diese Graber eine kleine Capelle zubauen, Darein sie des Verstorbenen Sarg mit seinem Bild» nisse setzen. Sie gehen hernach alle Aahre zu denen Gräbern, und begehen mit weinen und klagen, essen und trincken, das Gedächtniß der Verstorbenen, in Meinung, daß sie selbige damit sehr verehreten. §. I!. Von dem Zustande und Beschaffenheit des Kayser- thums China, und dessen Einwohnern. i. A^Eil das Käyserthum China ein sehr weitläufftiges Land ist, so ändert ^ >V^)sich die Eigenschafft der Gelegenheit der Lander, welche unterschiedene ci-maca haben. Denn in dem mitternachtlichen Theile ist die Lusst viel kälter, und der Erd»Boden nicht so fruchtbar, alsmitten in dem Käyserthum, allwo ^ z sichalles in einem angenehmen Temperament befindet, und das Feld überflüssig Körnend Früchte träget. Es ist aber nichts lieblichers noch fruchtbringender«?, als de Land gegen Mittag, weil das gantzeJahr hindurch darinnen nichts als lauter Blüthe und Früchte zu sehen, welche nicht nur überaus schön sind, sondern auch 88 Des vi'crdtcn Vl»ct)s Lip. I!I. auch einen vortreffüchen Geschmack haben, insonderheit, die Feigen, Pome. rantzenund Citronen. Die Chineser haben eine unterschiedene Farbe: Denn die gegen Mit» ternacht wohnen, sind weiß, die gegen Mitrag aber schwartzbraun. Imübri» gen siiid sie lang voll Leibes»Gestalc, und haben kleine Augen, platte oder sium» pfe und kurtze')?asen. Sie lassen, beyde Mannerund Weiber, ihre Haare lang wachsen, ausgenommen diejenige, welche denen Tarrarn gantzlich unterthanig sind, und keine Freyheit behalten, welche ihnen zu Gefallen das Haupt bis auf />.//. c. 17. einen Haarlocken, den sie von hinten hinab hangen lassen, abscheeren. Sonst lxrben sie insgemein einen sehr langen Bart. Sie sind treffliche Redner, lieben die freyen Künste, und pflegen sich heute zu Tage insonderheit aufdie Kwi-z/e, De- polmcpie und Stern»Deuccrey zu legen. In kt->rücm»cischen Wissenschaff» ssnok. ten sind sie denen Europaern noch nicht gleich kommen, aber in der Krieges»Kunst sind sie eben so gut erfahren. In KleMmrivliibu; und lpccularivischen Wissen» c. i 2. schafften werden sie von denen Europaern weit übertroffen. Hergegcn haben die ». Europäer es denen Sinesern in der sibilotupüi.i Nl->6t!cs. nemlichinLcluc'sund polirici; Noch nicht gleich gethan. Denn es ist nicht zu sagen, wie schön heutiges ^Vo- Tages alles zur algemeinen Ruhe,undOrdnung unter denenMenschen,daß eines p-ff Ämctt dem andern nicht so offt beschwerlich fallet, eingerichtet ist. Es ist gewiß, daß das grösseste Unglück der Menschen von Menschen selbst entstehet, und daß ein Mensch des andern Teufel ist. Wieder dieses Übel, wo anders die Vernunfft ein Mitte! hat gefunden, so find gewiß die Sineser der gesundesten Vernunfft am nächsten kommen, und haben in einer so weirlauffcigen GeselWafft fast mehr ausgerichtet, als alle die Stiffter der rclixieustn Orden in ihrenkkmn Versammlungen. Man siehet einen solchen Gehorsam der Unterthanen gegen die Obern, eine solche Ehrerbietigkeit gegen die Alten, und einen fast so r-Iigi-u. len kekpeÄ der Kinder gegen die Eltern, daß selbige nur mit Worten zu beleidi» gen vor das grösseste Verbrechen-gehalten wird. Die besten Kl.ix,men von dem vccorc, sind bey ihnen in solche Obtervan- gekommen, daß sich die Europaer dar» über verwundern müssen. Denn unter gleichen Personen, die einander nicht so genau verbunden sind, werden die vorgeschriebene Pflichten der Hoffächkeit so wohl beobachtet, daß es scheinet, als wäre ihnen diese Gewohnheit gleichsam zur andern Natur geworden, die uns würcklich als was gezwungens vorkom» wen möchte. Auch die Bauren und Knechte, wenn sie einander lange nicht ge» sehen, oder Abschied nehmen, begegnen einander so freundlich, als immermehr grosse Herren in Luropa thun können. Noch viel mehr Ehre und Liebe pflegen hie Hoffleuthe und t^nü-n-inen einander zu erweisen. ;. In allen vornehmen Städten dieses Kayserthums sind Kayserliche calleAig un.d Schulen angerichtet, worinne die Jugend in allen nützlichen Wis» Anschafften, sonderlich in der klorai oder SittemLehre, pollugue, ^lUoi-^ie oder Von dem AäyserthltM Thüm- 8? pderStern-Deuterey undiurizpruclcnT, unterrichtet wird. In kleinern Schu- len müssen ^ie Kinder zu der grossen Menge der Wort-Lbz^Äeren (dergleichen Hauptfiguren sie nach p. xlrcbski Bericht sechzehen hundert, oder, wie ?. Günther will nur vier hundert haben) angewiesen werden. Was recht, gelehrte Chineser sind, die müssen auf die acht mahl hundert tausend Lbzr2nvsc-Pexsonen gewisse Masse gegeben, und sie von vielem zurück gehalten hatte. 6. Sie haben sehr reichlich gestifftete Hospitaler vor die Armen, weil in China niemand betteln gehen darffdoch sind einige darunter offt so unverschämt, daßsie sichselbst offtblutige Wunden schlage«, und allerhand Griffe brauchen, um von denen Vorübergehenden ein Allmosen zu bekommen. 7. Insgemein ist diese t^ion furchtsam, und wird entweder durch ihre grosse Menge, oder durch ihr grosses Glück übermüthig. Die Chinesen tragen ihren Säbel wie die Tartarn, welche dasHcsstgegcn den Rücken zu, und die Spitze vornen gegen die Schenckeln kehren. Zhr Reichthum bestehet, in Seide, Baum-Wolle, Perlen , Specereyen , Bisam, der in der gantzen Müder beste ist. Seide und Baum-Wolle sind in China so überflüssig zu haben, daß damit die gantze Welt versehen werden kvnte. ^Jn denen Bergen stecken starcke Gold-und Silber-Adern, welche aber der Kaystr noch zur Zeit nicht nöthig erachtet, zu eröffnen, da man Gold-und Silber- Sand in denen Flüssen findet. 8. Die meisten Chinesen pflegen die Nagel an der lincken Hand nicht, oder doch selten abzuschneiden, weil sie selbige vor einen Zierrath halten. Wenn sie Ziemlich lang werden/o wissen sie dieselben mit einem Büchslein zu bedecken, damit sie nicht zerbrechen mögen. Die Weiber halten viel aufkleine Füsse, und tragen hohe Schuhe, worinne sie nicht wohl fortkommen können. Ihre Kleider-Tracht istaus der xxm. nZur zusehen. AufdieGcbuhrts-Tagehalten sie fehr viel, und werden auch denen Geringsten Glück-Wünsche zu langem Leben gethan. Die Vornehmen werden mitgrossen Freuden-Bezeigungen, und Anderer Thal. M Lob- 50 Des vierdten VuchsOap. in. Lob.Gedichten verehret. So werden auch die Hochzeiten mehrentheils mit vie. len Lustbarkeiten und Spielen vollzogen. Wenn sie einen Gast ci ^irm, so last sen sie demselben, ob er schon geringerist, alssie, dennoch die Ober^Stelle, und geben ihm den besten Platz. Dabey denn zu mercken ist ,daß in denen Mittags« Landern die rechte, in denen mitternachtigen Landern aber die lincke Hand die Obe»Stelle sey. Beydem Sitzen haben sie gewisse Sitze und Stühle, worin, nesie sich von denen Tartarn UilkinZuuen, welche si ch auf die Erden setzen. Der Wirth pfleget wohl bekleidet seinem ankommenden Gaste bis auf halben Weg in den Vor.Hof entgegen zu gehen, und selbigen mit grosser Ehrerbietigkeit und vielem Bücken des Hauptes und des Leibes zu empfangen, dabey aber das Haupt bedecket bleibet. ?. Die Städte haben mehrentheils gute Mauren, deren Brust.Wchr viele Schieß.Löcher hat, aus denen sie mit Pfeilen und Büchsen kniend schiessen. Sie geben vor, daß die Buchdruckerey,Pulverund Büchsen,ehendcr m China als in Deutschland, oder gantz Luropa, gebräuchlich gewesen. Die Buchdrucker. Kunst soll bereits L. ?; 8. m China llorn et haben, als der Kap« fer KUm-Lum regieret hat. 10. Zu denen hohen Reichs«Cbzrgcn werden diefenige genommen, west che sich durch ihre Geschicklichkeit und Verdienste darzu würdig gemacht. Es wird hier kein Reichthum, noch Adel, sondern allein die Kunst , Tugend und Ehrligkeit angesehen ; daher auch offt bey gemeinen Leuten eine ungemeine Begierde nach artigen Sitten, Weißheit und Wissenschafften gefunden wird, indem sie dieHoffnung haben,auch einsten durch einige Geschicklichkeit eine Eh» ren.Würde zu erhalten. r i. Der Käyser hat zwey Reichs, eolleziz . oder zween vollgewaltige Staats. Räthe, einen ausserordentlichen, der aus denen Printzen vom Ge» blüthe bestehet, und einen ordentlichen, welche mit denen Staats-^mist-rn, so man Lnlsos nennet, besetzet ist. Diese sind die eigendlicheReichestRäthe, und des Käysers von China geheimdeste lttinilt«, welche alle hohe Geschäffre um tersuchen, davon Bericht abstatten, und von dem Käystr den letzten Schluß empfangen, stächst diesem Reichs»Rath sind zu ffelcin sechs Höfe, oder Rä« the, deren Verrichtungen unterschieden sind, und sich über alle Provintzien von Sina erstrecken. Der erste wird l-U'V. das ist, derRath der Obrigkeit genem net, welcher die Auffsicht über alle und Beamten des Reiches, und saß eine ungemessene ^uKoricat hat. Der andere Rath wird dasist, f der Rath der Gelder, oder der Rath genennet, welcher die gantze Kay. ! strliche Schatz.und Rent.Kammer süminillriiet, und die Einnahmenund Ausgaben ordentlich besorget. Derdritte Rathheissetl-i^pr),oder der Rath l und HoffGerichte der Gebrauche, lsr. l'-ibunal ricuum, welcher dieAuffsicht aus die keiigion, Opffer, Kirchen, Priester, Fest-Tage, Schulen, Leicb- Begang«' Von dem Räystrchum China. 91 Vl>> Begängnisse, Sitten und Gewohnheiten hat. Er ordnet das Zeremonie! bey Hofe an, und et alles, was bey Empfahung und Abfertigung der Ge» sandten muß in acht genommen werden. Der vierdte Rath wird di^e v, das ist, derKriegeö»Rath genennet. Diesem sind alle Krieges »und Friedens-Sa- chen, und was zur Sicherheit des Landes scheinet nöthig zu seyn, anbefohlen. Derfünffte Rath wird dum pu genennet, und ist so viel als Aufseher über die öffentlichen und allgemeinen Gebäude, Pallaste, Schiffe, dabey er alles be» sorgen muß, was zu Erweiterung der Städte, und Erhaltung nöthiger und nützlicher LuffHäuser erforderlich ist. Der sechste Rath »iktev oder tiompu.ist davhöchsteLnlMnzl.Gerichte, welches die Ubelthater beurtheilet und mit ver» dienter Straffe beleget, ^hre Bcdencken, Urtheile und Schlüsse, sind sie alle sechs verbunden dem Käyser zu eröffnen, und dürffen ohne des Kapsers Wis> sin und Willen nichts Wichtiges vornehmen. I». DieAbgötterey gehet in diese«: Kayserthum in vollem Schwange, und das gantze Land ist mit P-Zocien oder Götzen » Tempeln ange» füllet, worinne unzchliche Götzen» Bilder zu finden find. Die Chinesische Pfaffen werden Non-ier gcnennet, welche denen gemeinen Leuten vor» schwatzen, als tvenn sie sich von dem Fleisch»essen und denen Weibern enthielten. Sie pflegen sich selbst auf allerley Art zu martern , um die Gmde deren zubüssen, die ihnen Gutthaten erweisen und Geld dafür ge» den. Sie haben unter sich drey unterschiedene Secten, welche von der kellgio» der Tartarn unterschieden sind. Die erste Secte der Chinesen, istdie Secte derer Gelehrten, welche ein erstes und höchstes Wesen anbethen, das sie ^x- bi nennen, dem sie aber weder Bild noch Tempel machen. Der Kayser lasset demselben jährlich in zweyen grossen Tempeln zu pekin und blsnguin eine ge» wisse Anzahl Ochsen und Schaafe opfern. Viele von dieser Secte glauben tve» derHimmel, noch Hölle, verwerffen auch die Meinung, daß nach diesem Le» ben noch ein ander Leben zu hoffen sey ; und sagen noch dazu spottsweise: Wer hat jemahlsden Himmel oder die Hölle gesehen, oder ist von dannen wie» dergekommen ? Ferner sagen sie, es wäre nichts alseine blosse pb-mraste, und eitele Einbildung der Menschen, daß sie einen Himmel und eine Hölle glauben wollen. Viele haben das erste Wesen Lbam-iT oder Herrn des Himmels genennet. Diese Secte ehret auch insonderheit des berühmten Sinesischen l>bi- losopbi(i0di?i^ii, dessen im ;.§.r^um.xv.gedachtworden, SittemLehre, und Schrifften, und ist bemühet, jährlich sein Gedächtniß bey denen Chinesen zu erhalten. Die andere Secte hanget dem heidnischen l>bilolopbo i.i-i.zolllm, welcher noch vor Onlucio gelebet, an, und Heisset l-su-au. Wasgedachter Welt»Weise von der Tugend, Vermeidung der Ehre, von Verachtung des Reichthums, und von der wunderbaren Einsamkeit der Seelen gelehret, das halten sie vor den Grund der wahren Klugheit. Er lehrete, daß der allmachtige M -> Wtt GOtt cörperlich wäre, und die andern Götter als seine Unter«Könige regierte. Die dritte Seele 5cwguz oder 5cwcs. bethet den Götzen Lbisgua oder kc>an welcher auch Xzca oder l^oe genennet wird. Derselbe ward 52. Jahr nach dem Tod Christi aufBefehl des Kaysers^im-ii aus dem Occillenc gehohlet, weil er der rechte Heilige seyn solte, davon ihm ein Gespenst etwas entdecket hatte, oder wie andere sagen, im Traum die Eröffnung geschehen. Diese Secte glau« bet die klecempl'xcbotm, nemlich daß die Seele eines Menschen nach dem Tode wieder in eine andere Creatur führe. Aus diesen Secten sind hernach noch viele andere entsprungen. Die neue Secte ivXiHO, ist die, welche denen neuen Lehr-Sätzen l'lcllulwm lcicanhanget. Dieser lünlvlcipbuz hat im xi. 5-culo gelebet, und gclehret, als wenn GOtt nichts anders als die Natur wäre, die der Ursprung der Bewegung und der Ruhe sey. Die Vernunfft setze in denen unterschiedenen Theilen der Welt eine Ordnung, und verursache alle in denen» selben vorgehende Veränderungen. i e. Heute zu Tage bemühen sich die Nömisch-Catholische Geistlichen noch täglich, die Christliche k.eiiglc>rnn demKäyserthum China auszubreiten. Den Anfang darzuhat bereits ?rancilcu5X2verWs gemachet, welcher Hn. i s;;.auf der Jnsul^vrmulzgestorben, Hm is75. ist der Hugukiner-Mönch Xt.>rcinu5 von dahin gegangen,dem Hn.i 581. der knickse! Kugieruz.und Hn.is8z. der d. Xtsiill-ruz KicciiibfolgeteN .H«. 1596. haben sich einige Dominicaner, und hernach viele gurren dahin begeben, welche beyde Orden anfangs unermüde« ten Fleiß angewendet, mit ihrer Einigkeit die Heyden zu Christo zu bekehren, worinne es ihnen eine Zeitlang wohl geglücket hat, bis sie endlich selbst durch ihre Uneinigkeiten zu vielen Verfolgungen Anlaß gegeben, und das Christenthum znercklich gehindert haben. Die Allüren haben hierinne das meiste gethan. Denn ob schon bereits Hm ,615. unter dem Chinesischen Kay-er v-m-lllc oder Xm-Lum eine harte Verfolgung wider die neuen Christen von dem Lbinlaw, ei« uem vornehmen HoffManne, erreget wurde, welcher es dahin brachte, daß die Xt.Kionarien muffen gegeisselt, in die Gefängnisse geleget, die Kirchen ver« wüstet und die Neubekehrte gemartert werden, so brachten dennoch die^esuire» hernach alles wieder in guten Austand. Der ü. Hbmliam Schallmachte sich bey dem Käyser Xuncbio so beliebet, daß er bey selbigem so viel zu wege brachte, daß Hm 16^0. das Evangelium von Christo öffentlichdurffte gttehretwerden,ob hch gleich das inbunz! tt.>ruum, oder der Rath der Gebräuche wider dieses Lxercirium kcligicmiz aus allen Kräfften setzcte. Doch Hr>. 1664 schiene es,als wenn alle Christen in China sollen auf einmahl vertilget werden. Denn weil derdamahlige Käyser noch unmündig war, so ruhete nicht ehender, bis er den ll. Schall, p^l-gemen in dem (?oll?Zic> der xi-rkemz- tischen Wissenschafften, in Ketten und Banden, und die Christen in die ausser« ste Noth brachte. Hieraufaber kam der p. kerstiusnäu; verbkell bey dem Käyser in Gnaden, welcher dem Schall zwar seine Freyheit, und nach dessen Tode seine l'i-liclcmemStelle erhielte; allein dahin konnte er es lange Zeit nicht brin- gen, daß der Kayser das völlige Lxercirmm lleii^ionix in China erlaubet hätte. Kenn obwohl An. 1669. die vornehmsten Feinde derPtui-en und Christen in des Kaystrs Ungnade fielen,und der Kayser selbst An. 1679. nach dem entsetzlichen Erdbeben, welches am l7.5epc. in China geschahe, und über viermahl hundert tausend Seelen tödtetc, auch viele Städte verwüstete, auf bessere Gedancken kam, st> wolte dennoch der Rath der Gebräuche die freye Übung der Christ» lichen Religion nicht verstatten, biß der ll.l'boma! ?crena An. ,688. ein Dc- cicr auswürckete, vermöge dessen denen lttitllonarien nicht nur der Auffenthalt in China verstattet, sondern auch zum wenigsten denen Auslandern und Frembden die freye Übung der Christlichen Religion verstattet wurde. Als aber die vornehmen Chineser solches nicht respeötiren wollen, und darwieder in der Provintz Chekian die kttillonaiien verfolgeten, auch die Christen prügelten, so kam es vor dem i'ribunaii ttruum zum öffentlichen llcocek, darinne aber die ^illionarü eine wiedrige 5enrcntz erhielten, auch bey dem inbunali cüsoium schlechte Vertröstung hatten. Endlich steckten steh die l-imren hinter einige vornehme Staats-Rarhe, welche den Kayser beredeten, daß er An. 169!. den 20. KDrcu in beyden Räthen, Lalaorum und llicuum ein Deccet abfassen liesse, welches er eigenhändig unterschriebe, und darinnen denen Cbri- fien die freye Religions-Ubung verstattete. Dem ohngeachtet hchen die Christen von der Zeit an in China viel ausstehen nrüssen. Im Jahr 1704. wurde derStreit zwischen denen sselunen und Dominicanern in China mir grosser Hejftigkeit gcführet. Die ssetullen haben bißhero denen neubekehrten Christen zugelassen, daß ste bey der Christlichen Religion, auch den alten ?b,lolopbum (.unlucium. und ihre verstorbene Vorfahren ehren dürsten, damit ste mehr zum Christenthum bringen möchten, welches aber die Dominicaner niemahls billigen wollen, indem ste diese Neubekehrte nicht vor rechte Christen, so dem vor Götzendiener psllllen lassen könnten. Beyde Theile berichteten die Sache an den Pabst, welcher jederzeit denen Dominicanern hierinne den größten Beyfall gegeben. Weil nun der Kayser in China diese Unruhe vermerckerc, so liesse er die lttillionarien wissen, daß die streitende Christen ich entweder vergleichen , oder sein Reich meiden sollen. Da nun dieffs letztere dem Pabst zu Romsehrgffahrlichzu seyn schiene, so sendete er An. i-os. den L-^inA 7-".r. non als ^abstächen dluncium 2 Isccre in Lbinam, damit er die Strittigkeiten untersuchen, und selbige beylegen, auch glaubwürdigen Bericht abstatten möchte. Da aber dieffr denen Dominicanern beyzufallen schiene, so ward er auf Befehl des Kät/crs vonChina durch Anstistren dersseluiren zu KDcao mit beleget, und hat dwinne An. 1711. am Heil.Wngst- Tage sein Leben endigen müssen. Inzwischen ist An.-7-0. den ».vütobr.zu Rom einDccrcr M 5 abge- u.v . 94 Des vierdren Nuchs L-p. IV. abgefasset worden, in welchem die Meinung der Dominicaner von dem PM Zpploiznet, und das bisherige Leremoniulc der scluicen in China verworffen worden. Dieses Kayserthum ist erblich,und üiccscl^et in selbigem nicht jeder» zeit der älteste Printz, sondern derjenige, welchen der Vater vor andern zu sei» nem CromPrintzen und Erben des Reiches erkläret. 15. Die Chinese? geben insgemein ihrem Käyser den Titul iRi-neu. das ist, ein Sohn des Himmels und Herr der Welt. Das IV- Capitel. Von der Halb-Jnsul oder Khaosien. §. I. Von dem Nahmen und der Gelegenheit der Halb-Jn- sul Korea oder Lorczc. Ey dem Kayserthum China lieget ein Land, welches vsn denen Ja» pa- ern LLke^ oder icores, vo»i denen Chinesen aber ChaoMge» nennet wird. 2. Einige Lcograpbi nennen dieses Land darum eine Jnsul, weil es ge» gen Morgen, Abend und Mittag durch die See umftossen, gegen Mitter» nacht aber durch einen grossen Fluß grössesien Theils von der Sinessschen Pro» vintz bcaorung und dliuckc gesondert wird. Andere aber wollen es lieber eine Halb»Jnsul nennen, weil dennsch ein schmaler Strich Landes übrig bleibet, welcher gegen Ost »Nord das Königreich dlmcbe und Lorcam aneinander verknüpftet. Dieses Land soll 460» Frantzosssche Meilen in die Lange, und 260. dergleichen in der Breite haben. Vorzeiten ist es eine Provintz des Käyser» thums China gewesen, aber heute zu Tage hat diese ansehnliche Halb»Jnsul, welche auch ein Königreich genennet wird, ihren eigenen Fürsten, welcher zwar den königlichen Titul nicht führet, doch einen königlichen Staat machet. Er muß zwar jahrlich dem Käyser von China eine gewisse Schätzung überschicken, regieret aber im übrigen touveraw, und geniesset von seinen Unterthanen grosse Ehrerbiethungen. 5. 2. i Von der Halb--Insul Corea. 95 §. 2. Von der Beschaffenheit des Landes und der Einwohner. !. Jeses Land ist an sich selbst mehrentheils fruchtbar, und wachset darin- ne Reiß, Weihen, und allerley Obst. In der See findet man viel Fische und Perlen. Die Berge haben Gold-und Silber-Adern. Die Wurzel Ginseng, und der Sandarach oder goldfarbene Lummi Lic find hierinne häuffig zu haben. Die Lufft ist gesund, und noch ziemlich gemäffiget. Im XVI, 5cca!o, ward dieses Land von denen Japanern vergeblich bekrieget. Die Einwohner in Korea pflegen mit niemand als denen Chinesen, Ost-Tartarn und Japanern zu handeln. Sie leben nach denen Gewohnheiten der alten Chinesen, tvelche von denen Gebrauchen der heutigen Einwohner in China gar sehr unterschieden sind. Sie lieben die Gesellschafften, worinne Manner und Weiber zu finden, und pflegen nur ein Weib zum Ehestände zu nehmen. Ihre Waffen find Bogen und Pfeile, dabey sie auch Feuer-Rohre haben, wiewohl lieber in Ruhe fitzen, als Krieg führen. Sie haben Pappier von unterschiedener Gattung, und reden sowohl die Tartarische als Chinesische Sprache. Ihre Todten pflegen fie drey Jahr lang in schönen Sargen zu verwahren , und ihnen alle erfinnliche Ehre zu erweisen, als wenn sie noch am Leben waren, und nach diesen drey verflossenen Jahren dieselben zu ver» brennen. §- 3- Die Eintheilung dieses Landes. ^^IeHalb-Insul Korea wird in 8. Provintzien abgetheilet, welche voss denen 8. Haupt-Städten den Nahmen haben. 1. Die Provintz l-benZkmß > worinne »ienzkinz die Haupt-Stadt ist, welche als eine Grantz-Vestung gegen drucke verwahret ist. ,, . 2. Die Provintz K-nZici, worinne find : i.) Kingk.,. eine ansehnliche Stadt, e.) des Fürstens alte Kestüentz-Stadt, worinne hiebe- vor die ordentliche HoMaltung gewesen. z. Die Provintz iciän, worinne die Städte leian, und KisnZlc/ven. ^ 4- Die Provintz »anAbai, worinne die Stadt Lorca oder »anZNül, welche itzo die keliäentz des Fürstens, und die Haupt-Stadt der gantzeN Jnsui ist. 5. Die -.4. Des vierdeen Buchs V. ;. Die Provintz lcwxzn. worinne eine Stadt gleiches Nahmens der Haupt »Platz ist. ^ . 6. Die Provintz Lbunl^ing. darume die Stadt Lbunkin^. 7. Die Provintz Liucnio, worinne die Stadt dmenio lieget. lieget. 8. Die Jnsul t>'unAm». welche der Halb »Insu! köre» gegen Mittag Das v. Capitel. Von denen Japonischen Jnsuln; von der Stadt k^co; dem Tempel Daibuth, dem Pallast zu Dairo; von der Stadt ikv(), dem Tempel zu Amida, dem Kayserlichen Pallast zu sccio, von denen Kaysern, und dem Zustande in Nabmen iabscln bekannt gewesen, und daß die kleine umliegende Jnsuln, die Satyrische Jnsuln, Ur. intül-c Zsc/rorum waren, deren l>colemXU5 ge» §» 1. Von dem Nahmen und Entdeckung der Jnsuln in dem Kayserthum 1. Nter dem Worte i^?d)dl werden viele J nsuln begriffen, welche zu» sammen das KayserthumJapon, lar. i/z?o^iLdiia genenner werden. Sie werden einiger maffen auf der xxiv. vorgestellet. Diese Halb-Jnsuln und Jnsuln sind uns Europaern im Jahr 1542. fundbar worden, als Äudwig von 5oule, ^enci-sl-dicurenanr in Indien, wegen des Königes lobannw m. in Portugall gewesen ist. Weil stch nun damahls die Portugiesen in diesen Jnsuln ziemlich veste setzten, so lehrete przncikcuz Xavenuz An. I?4?. darinne den Römisch »Catholischen Glauben mit solchem 5ucce55. daß in wenig Jahren viele tausend zum Christenthum traten Man halt dafiir, daß die grösseste derselben denen Alten unter dem »n Man saget auch für gewiß, daß diese Jnsuln vorzeiten ärgenriereL.von wegen der grossen Menge Silbers, so man allda gefunden, sey genennet worden , welches denn mit des alten ^cvZr-xbt ?colcm-ri Bericht febr wohl uber^ Von dein Japom'sthm AZyjerehum. ^7 überein kommet, welcher in diese Insul i»t,zM die Stadt, so von ihme ^cncc-1 ^lecropoli^ genennet wird, setzet, und dabey meldet, daß diese Insul viele Gold-Adern habe, und sehr fruchwar an Getrayde sey. §. 2. Von der Abtheilung der heutigen Iaponischen Jnsuln. Japonische Jnsuln werden von allen Seiten von dem Onencalischen grossen Welt-Meer umstossen, und haben das Kayserthum China gegen Abend, das Land oderHalb-Jnsul stcciko gegen Norden, und die Philippinische, auch Diebes-Insuln gegen Mittag. Es find aber von dem Kayserthum Z apon insondecheit nur drey Stücke im Ansehen, nemlich die Halb-Insul lapon oder dlipkon, welche man sonst vor eine Insul gehalten, ehe man gewust , daß ftlbige durch einen schmalen Strich Landes an das Land Mo oder Vestw hange, die Insul Xicoco und Ximo. I. Die Halb-Insul dllpchlOdl ist von klares Paulo Venero genennet worden. Das Land ist sehr bergicht, und hänget durch einen schmalen Strich Landes an Mio, daher es keine Insul ist, wie man bißhero geglaubet, sondern unter die Halb-Insuln gerechnet werden muß. Diese ist es min, welche man in Europa insgemein Zapon nennet. In diesem eigendli- chen Japon, oder in der Halb-Insul Niphon sind hiebevor über funsszig unterschiedene Königreiche gezehlet worden, deren jedes seinen eigenen Konig gehabt, die aber itziger Zeit in fünff grosse Provintzien gezogen find. Nahmens, Ocbio, stZuauro, tsclcgen, perlen, NNd gnm.Moir oder lzuuiiliero. I. Die Provintz Ocbio oder Lbio hat zwey ansehnliche Städte: i.)Mo. oder VenUo. die Haupt-Stadt des Iaponischen Kayserthum», und siclentz des Iaponischen Kaysers, von welcher wir §. 6. weitlaufftiger reden wollen. 2.) Ximola, eine voickreiche Stadt, ü. Die Provintz y^^nco, darinne find: i.)ki>caua> die Haupt-Stadt der Provintz. ^.)5uruog^, eine Stadt mit einem Hafen, in. Die Provintz Mlegen, worinnc: 1.) die Haupt-Stadt des Landes. ;.)dlorc. IV. Die Provintz leclen oder Icrscngo, in welcher (l.) ^leaes oder kliacs, eine grosse und volckreiche Stadt, welche hiebevor die Haupt-Stadt des gantzen Iaponischen Käyserthums gewesen. Jtzo aber hat der vag 0. oder oberste Priester des Gesetzes allda seine Kellcleutz, davon wir §. ?. und 4. mit mehrerm handeln werden, M) (ü-r-iiTiz. (;.) Voair-. (4.) Vcixumi. find Städte dieser Provintz. Anderer Theil. N v.D,e 95 Des vierdtön Buchs d->s>. v. > V. Die Provmtz lamsiloic, oderiamaülcro hat diese Oerter: I.)dlsnzzw. die Hauptstadt dieser Provintz. 2.) kvgur oder ?oRi. ).) ^rims! 4.) ^mZZucki. Um diese Halb »Jnsul Inpon oder dliplion, welche gedachter Massen gegen Norden an das Land lecllo, davon im ersteil Theile ausführlich gehandelt ist, hanget, liegen folgende Jnsuln : i. 'l'onünxima. z^. 5anüv. z. Oczui. an der mitternachtigen Küste gegen dilucsse und eorez. 4. irtaicuxima. s. 1^. Vvnoximz, an der Oneaczlischen Küsten von lapon oder dlinbon. II. Die Jnsul Xicoco oder Chikoko, wird auchl'okaes, oder I 'vnsz genen» net, und ist eine von denen drey vornehmsten Jnsuln des Jaxonischeu Ka'y» serthums. Sie hat ehedessen vier Königreiche begriffen, 'Samens, äva,>o. LznuZui. und I'vntz oder Iota. Heute zu Tage sind darinne drey anschnli» che Städte, nemlich: 1.) Xicvco ,oder XiIcolco, die Haupt»Stadt dieser Jnsul. 2.) ^VZ. z.^OÜ!. 4 )5amuczui und 5.)!/o, sind kleinere Städte. III. Die Jnsul ximo, ist gleichfalls eine von denen dreyen Jnsuln des Ja« ponischen Käyserthums, und wird auch 5.^cvk und Lungo benähmet. ES find vorzeiten 9. Königreiche darinne gewesen, ncmlich: i.)plgen. ^.LunZz. z.dlbicujen. 4. kingo. s.kmngs. 6. Nugcn. /.Zarcuma. Z. Volumi. 9. Dro. Heute zu Tage sind folgende ansehnliche Städte darinnen: I. diangatzc oder dl-tNAalacqui, die Haupt 5 Stadt des gantzen Landes an der westlichen Küste gelegen, ist groß, und volckreich,weil ihre anmuthige Gärten und fruchtbare Felder viele Einwohner an sich ziehen. Sie wird vor die volckreichcste Stadt in dem Käyserthum Japon gehakten. Die Eimvoh» ner dieses Ortes sind gegen die Ausländer auch weit höfflicher als andere Je» poner, doch müssen es keine Christen Römisch ».Earholischer Religion seyn. Die Hollander haben allhier ibrenHandels»Platz und Anlandung der Schiffe. Die übrigen vornehmsten Städte sind : 2. Oluml, oder valumi. z. kingon oder ?igen auch ?i5en. g.Hun^o. s. ^rim». Der um ximo liegenden Jnsuln sind sehr viel: Die alleransebnlMeabe? darunter ist LKrmgo , welche auch iLne^xims genennet wird. Die übrigen sind meistentheils schlecht und geringe. Von der Netiäentz-Stadt des oder obersten Priesters in üpon, Japoneser nennm diese Stadt auch dskucomn. Sie war hiebe» vor die Haupt»Stadt in Iaponien, als der v-»iro Käyser gewesen > nachdem VStt dem Japsm'sthm Räyserthimw nachdem aber derselbe durch seinen rebellischen Feld »Herrn des Reichs An. 5-?^' .5 so. entsttzet worden, und der neue Kayser die Stadt Vecio zu seinem Sitz envehlet bar, ist sie istcht inebr in so grossem Ai'.sehen, obwohl über hundert tausend Häuser darinnen befindlich, welche alle von Zimmerwerck gemachet sind, /. damir sie nicht so starck durch die Erdbeben, welche daselbst sehr gemein sind, ^.70. mögen erschüttert werden. In dem innerlichen Kriege ist diese Stadt Anno 72. n 1572. durch Feuer fast gartz verwüstet worden. <5?-,^//. Diese Stadt ist von der Seiten gegen Occiclene durch die Berge von vuboj-lmmz bedecket, und wird durch den blauen Fluß in zween, aber sehr um sogleich« Theile, nemiich in die obere und untere Stadt getheilet. In dem obern Theile hat der oder oberste Priester in Japon seinen Wohn» Sitz in einem prächtigen Pallast, von welchem wir in folgendem 5. reden wol» im. In diesem Theile der Stadt hiaco giebt es eine sehr grosse Menge prächtiger Gebäude, und sind die Bürgerhäuser, so nur eines Srockwercks hoch sind, mit köstlichem Haußrath ausstaffiret. Zu der lincken Hand und gegen des v-mo Pallast über,is? ein wunder» schöner lustiger und sehr hoher Tburn zu sehen, welcher mit vergoldetem Blech gcdecket ist, welches in der Sonnen einen trefflichen Glantz von sich giebet. Ein wenig hinnunter ist die Mauer zusehen, welche der Kayser va/tukama, als er kliaco erweitert, hat bauen lassen. Unter vielen prachtigen Tempeln, so in diesem Theile der Stadt zu fin» den, gehet der Tempel vüburb, welcher viereckicht, und über alle Massen hoch auffqeführet ist, allen andern vor. Dieser wird §. 5. beschrieben. Nicht weit von dem Thore, da man nach.fonstz-zu gehet, ist das Zoll» Hauß, allwo der Zoll von allen ein »und ausgehenden Waaren für denKäy» ser erhoben wird. Zur lincken Hand dieses Zollhauses ist ein Tempel, dessen Stütze, worauf derstlbige ruhet, drey»gespitzet ist, in welchem 565. Gö» tzemBilder sind. Nabe bey dem Pallast des Kaiserlichen Stallmeisters hat es einen Wach»Thuen, allwo Tag und Nacht zwey hundert Soldaten wachen. Zu äusserst dieses Theiles gegen Auffgang,hat die Reuterey ihre Woh» nung, in deren Hof man vierzig tausend Mann in Schlacht»Ordnung stellen kan. Der untere Theil der Stadt ^llsco ist an die obere Stadt durch eine Brücke, welche von zween Thürnen bestrichen wird, gefüget, und erstrecket sich dieser Theil biß an ein Schloß, genannt. Die Häuser daselbst sind sehr enge in einander, und eines wie das andere gebauet, unten an einem Berge aber ist des Kaysers isicaläms Pallast, welchen dieser Monarch jm Jahr 1 ;8<5. hat erbauen lassen. N z 5-4° »so Des vlerbtstt Vuchs V. 26. /.LFckf. i» /^-a«. /. 120.121 §. 4. Von dem Pallast des O ^ 1 k ci. iJeser Pallast/ welcher in dem obern Theile der Stadt Kllsco stehet, ' ist in allen Stücken wunderschön. Man gehet in denselben durch ein grosses I'orcal, welches an dem äussersten Ende seiner Decke mit übergoldeten Kugeln versehen ist. Dieses llorrck stehet mitten auf einer schönen Lallen?, und zwischen acht Kammern von gleicher Arbeit, auf dessen plattem Boden der Himmel, wenn er am schönsten und Hellesten ist, zu sehen. Auf denen Fenstern dieses Ganges stehet man einen grossen Haussen Bilder, welche mit . dem schönsten Vern-5 des Landes überzogen sind, und eine Fahne, woran des * Oairo Wappen von Silber und Gold gesticket iß. Zu beyden Enden des Hofes sind kostbare Pallaste, darinnen dasFraum- zimmcr seine Wohnung hat. Jeder Pallast hat seine Küche, und viele Gemacher auf ebenem Boden. Hinter der Küchen hat es eitlen überaus schonen Garten, dessev Mauer mit schönen Thürnen, welche alle bewohnet werden, bcvestiget ist. Mittel, in diesem grossen Garten stehet ein Lust 5 Garten in gestalt eines viereckichten und sehr hohen Thurns, welcher dem übrigen allen eine sonderbare Zierde giebet. In demselbigen sind anders n chrsals freund ungemeine Baume, herrliche Krauter, und sehr schöne Blumen. Mitteil unter w vielen schönen Sachen, ist der Pallast des v-m-o zu sehen. Dieses Gebäude ist sehr hoch, und hat eine absonderliche Mauer, all- wo von einer Warte zu der andern sehr schöne gehauene Bilder zu sehen sind. Man steiget zu demselbigen durch fm.ffzehen sehr breite Stuffen von gegossenem Ertz. Auf beyden Seiten ist ein Wacht-Hauß, dessen Dach rund zugespitzet , und fast gantz übergoldet ist. Au beyden Enden der ^stans hat er zween Garten, die mit einer schonen Mauer umgeben, und an denen vier Ecken vier Zelte, in Gestalt eines Achtecks, deren Decke wie eine Muschel gemachet ist, gebauet sind. Oben aus die-er L-uben ist der Hmpt-Eingang allwo aebt grosse, mit Schmelywerck gezierete Säulen zu sehen, deren Capitalen der Corii'.lhischcn Arbeit, und ihr Fuß dem weissen lvt-nmor nicht ungleich ist. Das vorder Tbeil dieses Gebäudes ist viel höher, als das übrige, und auf welche Seiten man sieh wendet, da sind v'el ungemein schöne Sachen zu scheu, daß die Augen kaum erjartiget werden können. Das gantze Schnitzwerck ist weiß poliret aus einem Grunde von unpo- Zirtem Golde, welches über alle Massen schön anzusehen ist. Die Neben-Ge- bände, deren eine grosse Anzahl ist, sind eben also gezieret. Das Estreich ist von Steinen gemachet, die so wobl aneinander gefüget, und so glatt sind, daß man sie für Spiegel-Glaß ansehen solle. Von Von dem IäpomsKen ^äyjotthum. i o i Von diesem Hofe kommet man in einen andern, allwo man das vor» der Theil des Gebäudes gantz vor Augen sehen kan. Auf beyden Seiten stehen Säulen^ auf die Art von Corinrhischer Arbeit, welche einen Bau von allerhand schönem Bild»und Schnitzwercke unterstützen. In dem Zwischen» Raum ffnd Marmorsteinerne Figuren auf zinnernen Fuß gestellet, und die Stuffcn von gleicher Materie. Jedes WinckestEck des Saales hat ein Ce» stell, welches ein rundes Gitter, das rings um den Saal gehet, unterstützet. Das zweyte Stock'werck ruhet auf sechzehen Säulen, allwo es grosse Er» cker hat, welche alle mit doppelten Creutz-Bögen durchbrochen sind. Unter diesen sind die ersten von dem Obdach halb verdecket. Denn dieses Obdach schiesset über die vier Ecken vor, woselbst vier fliegende Drachen von Glett- Eold stehen. Der mittlere Theil des dritten Stockwercks ist mit einem Creutz» Fenster, welches etwas schmäler, als lang ist, durchbrochen. Auf beyden Seiten stnd dieselben doppelt, und von denen Fenstern darinne unterschieden, daß sie Bogenweise gemachet stnd. Der mittlere Theil des Schlosses ist auf persseHivisch gemachet, welcher je länger man ihn atistehet, je höher er schei» net. Oben auf hat er einen breiten und gekrümelten Krems, und auf der Spitze eine Pyramide, welche rund herum mit goldenen Aepffeln besetzet ist. Zu der Rechten und Lincken stnd ebenen, welche von zehcn grossen Säulen, die mit goldenem Bleche überzogen stnd, unterstützet werden. Hinter denen Paletten stnd niedrige Sale,welche der vä ikv die Zeit bewohnet. Sie stnd so wunderschön, daß man dieselbe schwerlich beschreiben kan. An statt der Scheiben stnd in denen Creutz« Fenstern sehr z^rte seidene glatte Tücher, welche man von ferne für ein Eryst'll halten solte. Das Estrich ist von schwartzem, grauem und weiss m Marmor, und wird mit denen schönsten Decken, so in gantz Japonien gcmachet werden, bedecket. Die hohen Säle stnd schier eben also geb-met, ausser, d-ß d 's Dach nicht so weit hinunter gehet, daß man die höchsten Creutz» Fenster nicht gantz solte sehen können. Die Heiligkeit, welche dieJaponeser ihrem V-Mo zuschreiben,ist sogroß, daß feine Fusse die Erde nicht berühren dürsten, daß ihm die Sonne nicht auf den Kopff scheine, daß ihn keine Lufft anblase, und tzaß ihn, weder der Bart, noch die Hiare abgeschnitten werden. Die Speisen, welche man auf seiner Tasel austtraget, müssen allezeit in neuen Töpffen zugerichtet, m n frischen Schüsseln auffgesetzet werden. Wenn der Fürst aussähret, so geschiehet es jedesmahl in einer Sänssrm, welche bey nahe, wie unsere gemachet ist, deren Säulen von leistl-v-Golde stnd. .Auswendig ist der Himmel mit allerhand Figuren .gezicret, in dessen Mitte eine Spitze von fünff, oder sechs gleichfalls gantz goldenen Knöpssen stehet. Diese Sänffte ist ggntz mit einem so zarten seidenen Zeuge überdecket N ) vaj. r Q!, Dos vrcrdton VucPs La^> v. daß der Dai, c. jcderntann scben, er aber von niemand gestben werden kan. Die. fcrPrintzwird in seiner Sa»fften.von vierzchen der allcrvornebntsten, und an» schnlichstenEdelieuren an seinem Hose gelragen. Nebst seiner Leib - Luarüe hat er ohne Umerlaßeine grosse Menge Leute um sich, die nimmer von ihm weichem Vorher gehen seine Soldaten, auf welche eine (Molle, so von zweyen Pferden, deren Deä cn durch und durch mit Perlen gesticket sind, gezogen wird. ' Zween Edelleute halten die Angel, zween andere gehen stets an der Seite, deren einer ohne Auffhörcn einen Wehr, Wedel hin und her beweget, und der andere einen Schirm traget. Diese schöne La rolle ist für des Dairo Gemahlin, und für die LoncudMen, aufweiche eine Reyhe schöne Caletschen, die gleichfals von zweyen Pferden gezogen werden, folget. Die Caletschen sind mit einem gewissen Zeu- ge überzogen, durch welchen das Frauen-Zimmer sehen, selbiges aber von niemand betrachtet werden kan- Diese werden von einer grossen Menge Damen und Hoffleuten aufallen Seiten begleitet, so daß es einem Triumph ahnlich sie» bet. Z m x vi. 8-culo ward dieser Pallast bey dem innerlichen Kriege durch Feuer sehr verwüstet. Von dem Tempel Daybuth in der Stadt Miaco. 5Z5tt?.-t27. ^^Jeser Tempel, dem die laponeter gleichfals den Nahmen Dachml? ge. c^^/ben, ist der vornehmstein der Stadtkiiacv, und einer von deki grosse- sten und schönsten in gantz Spanien. Dersclbige istviereckicht und drey Stoss. Wcrck hoch, die ihn von allen Tempeln in dieser grossen Sradt unterscheiden. 4. Die Haupt- Thür ist mit zweyen erschröcklichcn Bildern, welche mitWurff- »0-5. Splessen, damit einerdem andern zu drohen scheinet, gewaffnetsind, versehen. Von hier kommt man in den Hoff, um welchen eine Laien? gehet, so mit steinernen Säulen unterstützet ist. Diese Säulen sind mit durchsichtigem Glase eingeleget, welche einen so hellen Glgntz von sich geben, daß einem das Gesichte davon vergehet. Die zweyte Thür, ist mit zwey steinernen Löwen gezieret, zwischen welchen man mitten hindurch gehen muß, wenn man in den Tempel kommen wil- Das erste, das einem darinnck zu Gesichte kommet, ist ein Bild, welches, ob es wohl mit denen Füssen creutzweise übereinanderfftzet, jedennoch ein wenig krumm ge. bogen ist. Die kiarerie. wovon selbiges gemachet, ist mit Gtps überzogen, und mit vergöldetem Blech beschlagen, welches, wie die Non-er oder Pfaffen sagen, wieder allerley Zufälle gut und bewähret ist. Dessen Haare sind schwach und krauß, wie der ^»uriranicr, die Hände aber viel grösser, als ein Mensch von mittelmäffiger 5c->mr hat, jedoch aber sind sie nachdcrübrigen propomoa des Leibes zu klein. Diese nZur scheinet einem Weibes-Bilde gleich zu seyn, und ist ringsum mit Strahlen umgeben, unter denen sehr viel gläntzende Nßurea porge- Don dem 'Papomschei! Zxäystrthmn. 10) vorgestellet werden. Ein wenig weiter drunten stehen auf beyden Seiten eine grosse Menge Götzen, welche um ihre Haupter Strahlen von sich werffcn. Der Altar dieses Bildes ist ein wenig von der Erden erhaben, und mit brennenden Lampen,und mit vielenPilgernchieihrGebcth daselbst verrichten,und opssern, umgeben. Das Volck erweiset darinne seine 'Andacht, daß es sich seh? tieff neiget, und das Gebeth mitzur Erden gebücktem Angesichts verrichtet» §. 6. Von wvv.der itzigen HaupN Stadt desKäyserthums Zaponien. tT^Aesc grosse und prachtige Stadt tTvO ist die Haupt-Stadt in Hponlen, , k^/unddes Käysers ttetiUen?. Sie ist am Ufer des Flusses l'unl^va . oder " loukan, nicht weit von dem Strande des grossen Meer-Busens, welchervon wegen der vielen Sand-Bäncke keinen tieffen Grund hat, gelegen; weßtvegen man dann nur mit kleinen Lnczuen anlanden kan. In diesem Meer-Busen wird einegrosse Menge Schollen, Aalen, Austern und dergleichen gefangem Diese Stadt ist in viele Theile gerheilet, worunter die ansehnlichste die gegen Auffgang, und die gegen Mittag sind. Die Häuser sind nur von Leimen gemachet, und mit Holtzwerck bedecket, damit keine Feuchtigkeit darzu kommen könne. Die grosse Herren haben daselbst sehr viel? und prachtig erbauete Palläste, mitvielen über die Massen schön ausgehauenen Thüren. Bis grosse wird jederzeit die Käyscrliche genennet , weil der Kapser durch diesclbige in den Pallast hineingegangen ist, nachdem er ausgebauet worden. Denn es ist in diesem Lande der Gebrauch, daß man die grosse Thür eines Hauses, dadurch der Kayser einmahl eingegangen ist, Ehren halben verschliesset, damit sich niemand rühmen könne, daß erderalcichcn Ehre wie der Kayser gehabt ha be. Die Pallaste des Käysers, seiner Lsneubmen, und vieler Zaponischm Königen sind meistentheils an dem höchsten Orte dieser Stadt gebauet, und soll von des Käysers seinem im nachfolgenden §.j7. gedacht werden.^ Auf einer Seiten dieser Höhe ist ein lustiger Thurn,des Käysers Thurn genannt , und untenan dem Berge ein Tempel zu sehen, welcher ihm gewidmet ist. Dieser Tempel ist nicht allein sehr schön, sondern wird auch in so hohen Ehren gehalten, daßnur allein derKäyser, seine nächste Bluts-Fremwe, und der älcki.öun-e, oder Vornehmste unter ihren Priestern, hinein gehen darff. Diese Stadt hat sehr viele Gassen , worunter die meisten hundert und «chtzig Klassiern lang sind. Insonderheit ist eine darinnen, welche beynahe vier Frantzösische Meilen in die Länge bcgreiffet. In jederGasse gibt es sin ode? wchr l>rv7jÄM-Häuser, in welche bey Feuers-Brünsten die beste.Sachen, und was : 04 Des vierdte»! Vuchs <2ap. V. was einem am liebsten ist, gebracht werden. Zu Ende einer jeden Gasse Wn Thor, wo bey der Nacht Schildwache gehalten wird. Diese muß verhindern, daß niemand von einem (Z uaruer in ein anders, darinnen es brennet, einbrachen darff, oder die Diebe dahin Zuflucht nehmen können. §. 7. Von dem Käyserlichcn Pallast zu Jedo. Jeser Pallast ist der schönsten einer in gantzJaponien, mit dreyen Wal' ^^)len, und drey Gräben umgeben. Das Mauerwerck dieser Walle,welches sehr hoch ist, stehetman von gehauenen Steinen auffgeführet, welche von denen , Pasteyen und Thürnett bestrichen werden können. Jeder Wall hat seine Brust« > Wehr und Zinnen. In diesem prächtigen Pallast sind viele Pforten, Höfe > und Garten. Wenn man durch die dritte Pforte kommen ist, sind viele Pallä« sie zu sehen, worunter der erste ein doppeltes Stockwerck hat. Zwischen diesem ersten Pallast, und dem ersten Walle ist dieLeib«Wache, welche in drey tausend Mann bestehet, und alle Tage abgewechselt wird. Der andere Pallast ist dem ersten gleich, ob er schon nicht so hoch ist. Zwischen diesen Pallasten stehet ein an« der schönes Gebäude, so einem Thurn ähnlich ist, darinnen die Fürsten von Kayserlichcm Geblüthe ihre Wohnung haben. Nicht weit davon ist des Käysers Gemach, dessen vorder Theil ein grosses Gezelt ist, gegen welchem über noch zwey andere von gleicher Grösse stehen. Sie haben alle drey neun Stockwcrck, welche sich wie eine oder Flammen« Säule zuspitzen, und zu oberst zween vechbmen, so mit vergoldetem Bleche be« schlagen sind. Der Hullien^-Saal, welcher auf diesen vergöldeten Säulen ruhet, ist gerade gegen dem Gezelt, welches an statt des Vorder-Theiles dieses prächtigen Gebäudes ist, über. Der platte Boden ist mit goldenem Bleche beleget, darein allerhand teuren und Landschaffren gegraben sind. Hiermit ist auch die Ober-Decle überzogen, also, daß alles darinnen blincket. In die« scm Saal sitzet der Käyser aus einem von Golde und Edelgestemen glantzenden Throne, wenn erentwederdenen ausländischen Gesandten Huclien?giebet,oder aber wenn er von denen Königen und Fürsten seines Käystrrhumes den LehmEyd empfanget. Ein wenig zur Seiten dieses Saales sind die Gemacher des Frau« emZimtners, welche nicht weniger sehr prächtig erbauet sind. Der Garten dieses Pallastes ist sehr großund weit, und alles in grossem Überfluß dariimezusinden, so daß nichts daran, was die Natur und Kunst ver« mag, gespahrct worden. Die Gänge sind durch gewisse Baume voneinander unterschieden, und wird dafürgehaltn, daß in denen GartemBettern, deren fast unzahlich viel sind, allerhand schöne Blumen und Kräuter zu finden. §. s. von dem Räyserchum IapSttlSt». l o f §- 8» Von dem Tempel des Amida zu Jedo. Er goldene Tempel des ^micl-r. ist der prächtigsten und schönsten einer in ^^/gantz 1^0. dos Götzen-Bild ober, so darinneangebethen wird, ist dem- ' selben bey weiten nicht gleich. Dieses Ungeheuer stehet aufeiner silbernen Plat» ten, so öhnge/ehr eines halben Fingers dicke ist, und sitzet auf einem Pferde, wel- ^ ches sieben Köpffe hat, deren jedes tausend 5eculn oder Jahrhundert bedeutet. Dieses Bild hat einen Hundes-Kopff, und einen Menschen-Leib, sammt einem Lircu!. deii es mit denen Zahnen und Handen hält. Die Pferde-Decke l oj. ist über und über von Perlen, Gold und Edel - Gesteinen gesticket, und stehet vornen vordem Altar mit Buchstaben erklaret, was der gantzeAuffzug dieses Götzens bedeutet. Dieser ^micla wird von denen Japonensern, als ihrer machtigsten Götter einer verehret, und ist die Blindheit dieser Leute sogroß, daß sie vestiglich glauben, sie erlangen die ewige Seligkeit, wenn sie den Nahmen üz ofst undviel ausiprcchen. In der keiucion desp.krcjuz, welche in der Jnsuldzngzäi,. 1565. geschrieben worden, stehet, daßdie Kayftrin, des Japanischen Kayserö LvöO Gemahlin, in ihrem Pallast einen Tempel gehabt, in welchem sieden ämistz Unter der Gestalt eines Jünglings, welcher aufseinem Haupt eine mitgöldenen Strahlen umgebene Krone getragen, gehabt habe. Diese Princesiin sty so andachtig gegen diesem Götzen-Bilde gewesen, daß sie vor demselben alle Tage mit ihrem gantzen Frauen-Zimmer ihre Gebether und Gelübde verrichtet. Aus diesem grossen Eifer habe sie ihr eingebildet, es würde dieser Götze sie erretten, es begegne ihr auch was da wolle. Als nun ihr Gemahl durch den vianclono. und ktioxinclono hingerichtet worden, so habe sie die Flucht mit einigen ihren Hoff- Damen in ein Kloster, fun sszehen hundert Schritt von Msco, genommen. So bald man aber erfahren, wo sie sich auffhalte, sey sie zum Tode verurtheilet worden, welches sie auch ohne Entsetzen angehöret. Vor ihrem Ende habe sie an ibre zwo Töchter, welche von ihren Feinden gefangen gehalten wurden, geschrieben. Nachgehends habe sie sich gegen die don-cr oder Pfaffen, für die Ehre, welche sie ihr erwiesen, bedancket, und sey vor dem Altar des ^miciz auf ihre Knie niedergefallen, in welcher Andacht sie seinen Nahmen mit erhabenenHandenangeruffemdieVergebungihrerSündcn zuerlangen.Darauf habe der Prior des Lonvcnrs ihr die Hand auf das Haupt geleget , und im Nahmen dieses Abgottes versprochen, daß ihr dieselbige verziehen und vergeben seyn sollen. Hierauf sey sie in einen Saalgegangen, allwo ihr der Hencker, nach dem sie den Nahmen des ^micis ausgesprochen, den Kopffabgeschlagen. Wir haben die Abbildung dieses Tempels des , welcher bey der Stadt ^co Anderer Theil. O ist, i »6 Des ^ierdtött Vuchs p. v. ist, anherogesetzet, weil wir keinen Abriß von demjenigen, weicher m derStadt leciio stehet, haben bekommen tonnen. §. 9. Von denen Japonischen Käysern. hätte von Rechtswegen einem Printzcn,wel» r^/cher daselbst vilrogenen».et wird, zugehöret; er ist aber desselben um das ^ahr Christi i. aufdiest Weise beraubet worden. Dieser Printz hatte da» »« mah!s zween Söhne, von weichen der Aelteste nach seinem Tode den Z hron be» /. steigen solle, und also Cron» Printz, der jüi?gste aber nach Gewohnheit des Lcm» 1-7- des Lcner.-,! über die Armeen war. 9?achdem aber derAelteste durch der Käysc» rin, seinerMutter, Ansuchen bey dem alten vzno so viel erhalten, daßermit seinen» jüngern Bruder wechselsweise, alle drey Jahre die Völcker des Reiches comancliren solte,so suchte er auf alle Weise seinenBruder zu unterdrücken.Denn als er nun das Ober»Lomminllo drey Jahr geführet hatte, so weigerte er sich dem jüngern Bruder diese cl»rze zu überlassen. Da nun veralte vslro hier» mir nicht zu frieden war,sondern durchaus verlangete,daß seinem Willen nachgc» lebet werden solte, so machte sich der älteste Printz bey vielen Königen und Fürsten des Landes einen mächtigen Anhang, und bildete schein, erseynunstarckge» »mng das Kayserthum zu behaupten, und den alten Vater nebst seinem Bruder zu trotzen. Hierauf liesse der alte v.uro seine Trouppen zusammen ziehen, und vertrauete selbige einem wohlversuchten (Zencrale, welcher die Armee des Cron» Printzen nicht nur aus dem Felde triebe, sondern auch den unruhigen Prmtzen selbst gefangen bekam , und dein Vater überlieferte. Weil nun der alte v.mo gar sehr überdie innerliche Unruhe erbittert worden, somuste der Printz aufsei» neu Befehl durch einen grausamen Tod hingerichtet werde»?. 2. Nach dem aber dieser alte ^onurcbe mit Tode abgegangen, hatsich der esnersl über die Kayseriichen Völcker, wider alles Vermuthen dem Cron» Printz wegen derKiccelllon widersetzet, und sich auf den Kayseriichen Thron zu setzen gesuchet. Weil aber dieses dem Printzen als rechtmassigem Cron»und Thro?i»Crben ungelegen war, so brachte er eine zahlreiche Armee aufdie Beine, welche der Feld»Hcrr Lubo commannirte, und damit den gewaltsamen Best» Her des Kayserlichen Thrones nicht nur demüthigte, sonder auch nach etlichen Treffen gefangen bekam, und hinrichten liesse. z. Nun setzte sich zwar der v-.no auf den Thron, lebete aber nicht in der Glückseligkeit des Vaters, indem sich die kleinen Könige der Kayseriichen Ober» Herrschasst entziehen wollen, daraus eine Unruhe über die andere folgete. In solchen igoublen empörete sich der Käyserliche 6ener.il (KWo, und bemächtigte sich nach vielem Blutvergießen des Kayserthums, wormne nun v -Mo nichts mehr Vott dön» M^serchum Aapsm'e,f. i«7 Mch 'ck0Uz^. W wmM Mjicstii,iil M^SÄ ^kss» dttcko-i» D§iH M, DM Hon» ' cm'I mehr zu befehlen hatte. Al6 aber Lubo amallersichersten war, solcbcllüete auch sein Lenerslkiioxmcwno, welcher^». 1564. die Stadt ^tisco eroberte, den Pallast des vuro in Brand steckte, und des Lubo Besatzung m->lsucriren liesse. In diesem Lermen kam auch Lubo um fein Leben, ust-d ^ioxinllonc» suchte nun die Kayserliche Würde zu behaupten. Es war aber des Lubo Bru- der, Nahmens issnsüono. mit dem Zunahmen Vojzka-rZ noch amLeben, und hatte Meinen mächtigen Anhang gemachet, mit welchem seit; Feld-Herr buiZZNAZ ihn aufdem Thron setzte, und den -Vlioxiallono versagte» Weil aber derKayser hernach des Loner-lz getreue Dienste sattsam belohnere, so rcbellirete dtobunanAZ wider den Kayscr XanzclOno . und steckte die Stadt kliaco in den Brand, sperrete den Kayserin die Kayserliche Burg ein, darinne er ^n. 1 s?erschlagen wurde.Nach dem nun^lobnn-inga dasKayserthunt mit vieler Grausam- keiterobert, und etliche tausend Pfaffen an das Ereutz schlagen lassen, welche ihm eine kurtze Regierung propheceyet, so meinete er alles in Ruhe zu behaupten, er muste aber ^n. 1; 8 r gantz Z aponien. Von der Zeit an wird nun der v-Mo als ein grosser Patriarch in stspun fast göttlich vcne^ret, und der Käy- serpfleget Ahm zum wenigsten alle sechs Jahr zu K4szc» eine vnir. zu geben. 5. Pllleri5ummz, warein Sohn des Kaysers iXckobima, weicher von ^„.Lbr. I ;98.biö l6l 6. unter der Vormundschafft ld^isut^mz lebete, welcher dem jungen Kayfer zwar seine Tochter zu einer Gemahlin ga b, a bw aus Regier» suchtbeyde indem Schlosse zu Pulver verbrennen liesse. Dieler n situ 5^- mahat^ii. 161die Christen in s-lponiengrausam verfolget, und sich hernach, als er Kayser worden, ^>1. i6i6. (Zoirilll» nennenlassen. Erstarb^». >617. Ihm tuccell-rete sein Sohl> Xunbols mz. 6. tt,onbolsmzoderL!>mho^mz, sonstenXvguntamz, zubenahmettllon. horsmz. hat von än. clbr. > 7. bis -6; I. regieret, und die Christen erschrecklich in Linien verfolget. Vor dieser Verfolgung ist ein grausames Wetter Ö » als i v» Des vierdtm Ruches O-p. v. sls ein Verbothe hergegangen, welches in Ironien unsäglichen Schaden ae- thanhat. " 7. LbioNFON mit dem Zunahmen I'oxo^unt-lmz oder l'osczZunlamz, ein Sohn des Käysers Xonbotamu, hat von ^n.LKr. l6;,. bis 1650. regieret, da er ohne Kinder verstorben ist. Dieser Kayser hat das Christenthum in Ironien völlig vertilget, , 6; 9. denen Portugiesen und allen Christlichen Kauffleu- then die Handlung aufff^yon verbotten. Der König in Spanien nbili^uz iv. suchte den Kayser durch eine Gesandschafft auf andere Gedancken zu bringen, es wurden aber denen Vornehmsten die Köpffe vor die Fusse geleget. Dem obnge- achtet haben sich die Hollander daselbst zu wlmmi-en gewust , doch durfften sie nicht sagen, daß sie Christen seyen. Denn wenn sie von denen Kayierlichen Be- dienten in denen Hafen cxamimret wurden, wer sie waren ? so sagten sie, wir sind Hollander, und reine Christen- 8. AufihnfolgeteVzzne. welchervon^n. i6fo.an Kayser in ^snge» Wesen. Er wariein Anverwandter des vorigen Kaysers. Von der Zeit an haben wir keine weitere Nachricht von denen nachfolgenden Kaysern in erhalten können. 9. Der Kayser von Ppo» traget einen Säbel mit einem dreyfachen silbernen Klee-Blat; wie sie denn auch drey Klee-Blätter im schwartzen Felde zum Wappen führen. §. IO. Zustand und Beschaffenheit in Japonien. 1. ^^Je Lusst dieser Znsuln ist sehr gesund, insgemein kalt, weil daselbst im- e^^/mcr Schnee auf denen Gcbürgen lieget. An vielen Orten sind auch warme Waster-Brunnen anzutreffen. Das Erdreich ist nicht durchgehende fruchtbar, doch wird der Reißreichlich in dem Monath September gesthnirren , das Korn aber in dem ^aju eingcerndet. Hicrinne gibt es viel Gold, Silber, Perlen, Elephanten, Kameele, aber wenig Horn-Vieh, z2. 2. Die Japoneser sind von ziemlich schönerLeibes-Grosse, mehrentheils geschickte und starcke Leute, dabey auch insgemein hochmürhig. Die Jungen lassen sich die Haare vornen, die Bürger und Baurcn in der Mitten, die von Adel aber und vornehme Leute gantz hinweg scheeren, bis auf einen kleinen Zopfs, den sie hinter dem Haupt herab hangen lassen. Ihre Kleider sind sehr prachtig, und tragen sie kurtze Röcke, deren Ermeln sehr weit sind. Diese Recke sind sehr zierlich von Gold und Silber gesticket,unter denen sie seidene Wamser tragen, welche sie mit einem Gürtel zugürten. Sie tragen insgemein zween Von dem Aä^jerthum 'Japom'en. 105 grosse Säbel. Ihre Hosen sind so lang, daß sie bis aufdie Erden herunter han- gen, und bißweilen gar darauf treten. Es ist aber nichts kostbarers, als die Kleidung der vornehmen Weiber. Ihre vornehmste Speise ist Reiß. Sie backen auch Brod nach unserer Weise, und machen Suppen davon nach ihrer Art. Sie trincken warmes Wasser, und halten die schwachen Zahne für die schönsten. Wenn sie einander grüssen, entblössen sie an statt des Hauptes die Fusse, weil sie allezeit ynt entblölsetem Haupte zu gehen gewohnet sind, daher sie von einigen schertzwcise unsere morslex genennet werden. z. In diesen Jnsuln gibt es viele Metall-Gruben, daraus das Kayser- thum sehr reich wird. Vsit dem Reichthum des Landes lasset es sich leicht urtheilen, wenn man die kostbare Taffel desKaysers und seiner Loncubwen betrachtet, auf welche jährlich mehr als vier Millionen Pfund (jedes Pfund zu 8. Groschen gerechnet) gewendet werden muß. 4. Sie sind sehr zum Kriege geneigct, in welchem sie, nebst einer Büchse, Säbel, Bogen und Pfeile, auch einen mit Gold und Silber beschlagenen Wurfs- Spieß führen. Sie wissen die k>-guen, die viel leichter und langer als dieunsrige find, sehr geschicklich zu schwingen. Die Religion der Iaponeser könte in drey Haupt-Sectenabgetheilet werden. Die erste, welches der ilonz-ex ihre ist, wirdXcuxuzgenennet. Diese glauben kein anderes Leben, als dieses, wie auch weder Straffe des Bösen, noch Belohnung des Guten. Die andere, welche des ü micls seine ist, behauptet diell nsterblichkeit der Seelen, und halt dafür, daß dieselbe in den Leib eines unvernünffrigen Thieres,oder in einen Baum fahre. Diese Secte bethet dasGc- tzen-Bild ^iniüzan. Die dritte Secte wird po^ueuxgenennet. DieAnhanger dcrselbigen bethen den Götzen x.icz an, und glauben, daß sie, wenn sie zum öff- tern gewisse Worte wiederbohlen, da durch selig werden- 6. Die Iaponeser sollen ursprünglich aus China kommen, wie sie denn noch ihre Buchstaben und Lb-u-sAeren haben, sichre Sprache ist recht prahlend, und scheinet mit denen Gemüthern gleich zu kommen. Sie haben keine solche siiesserde Dinre wie die Europaer, sondern pflegen sich statt deren einer dicken schwachen oder rothen Kwene, die kostbar ist, zugebrauchen. An statt der Feder haben sie einen ehernen oder silbernen Pinsel- I hr Papier ist feiner und glatter als unser Papier,aber nicht so weiß. Auf einer Seiten ist das Papier blau, auch offt mit silbernerGlaß-Rmite überzogen, daher sie nur eine Seite beschreiben. Sie schreiben auch wie dicEuropaer von der tincken zu der rechrenHayd,abcr auch von der rechten zur lincken. wie die Ebraer. Die dritte Art ist, daß sie die Zeilen wieder anfangen, wo sie auffboren, nemlich, daß sie erstlich von der lincken zur rechten, und von dieser wieder zu jener schreiben. Sie sangen auch, wie die mehresten Indianer und Chinesen, die <7olumuen an von oben herunter zuschreiben, und sangen aufder rechten Hand an, daß sie also eine vierfache Schreib-Art lieben. O ; Das lio Des vierdnn Buchs clag. vi. z?. Das vi. Capitel. Von denenDiebs.Jnsuln, und dem Zustand, wie auch Beschaffenheit des Landes. §, i. Von dem Nahmen, Lager, der Entdeckung und Anzahl der Diebs-Jnsuln. l. ?^Iese Jnsuln, so an dem äussersten Orientalischen Ende unserer Halb. . ^ Kugel liegen, sind denen Alten unbekannt gewesen. Die Entdeckung derselben haben wir dem berühmten Portugiesen kercknan6o klaAellano, oder Mahalhao zu dancken, welcher sich im Jahr ÄMsti is, durch Kayserö L->. roli v. Vorschub zu Sevilien auf die ihm zugegebene Schiffe verfüget, und ibm vorgenommen, rings um den gantzen Erdboden zu schiffen, nachdem er eine enge Fahrtgegen Mittag von America erfunden, welche von ihm diektz. FellaniHe Meer-Enge, lur. ?rekum ^laZellanicum genennet wird. 2. Die Spanier nennen diese Jnsuln UÜZ5 cke lax Velzz, die Diebs' Jnsuln, die Frantzosen, I^lex clcz darronx. von denen Lateinern werden sie Inlübr d .arronlim genennet^ Sie heissen auch tlbnz cle Isz Vel.,5, Inc. lukulX Velarum, oder cle la 5apana, Inc. Insular Zapanar. Der andern GcMühlM Königes pbliPpi V. in Spanien , die kszria ^nna hiesse, und eine Tochter des Römischen Käysers kerclinnncllili .war, sind diese Jnsuln zu Ehren, in- lulae lölariar ^NNX oder kciarjanX genennet worden. z. Diese Diebs-Jnsuln erstrecken sich von Norden gegen Süden, und tormiren ein grosses Meer, welches ^lc!u^e!agu5 5c. iiN-um genennet wird, und das Orientalische grosse Welt-Meer von den? Süd-oder stillen Meer, clel Ztur genannt, scheidet. 4. Sie sind im Jahr Christi r fi?. und 1520. durch den obgedachten berühmten ^lagelian erfunden worden , welcher ihnen den Nahmen Dlebs- Jnsuln gegeben, die böse Neigung der Einwohner zum Raub uxd Diebstahl dadurch anzuzeigen. - , Die Wasser des Süd-Meeres flkessen bey diesem ^ccbi^elzZo m das Orstntalische grosse Meer. 6. Eimae haben die Anzahl dieser Jnsuln biß aus 50. erhohen wollen, andere aber zehlen deren zwantzig. Die vornehmsten sind: r.) v.ilcrra. unter dem Iromco Lsncri. 2.) Dc>! Lolumazz, l«c. LslumuAS, sind jWS Jnsuln. Von denen Dicbs-Insuln. ,, r jnsuln. z.) t^ns Lolumns. 4.) ^tslo ^briAv oder lrtzlabri^o. 5.) I.z I^Ieliz. 6 ) Xtanc, oder ktünZ, L». 1.surcncii. 7.) Lkerosbu oder Hstonlcn, jzr. Mlula /slsumprioniz. 8.) (^uana. 9.) ^griAz» oder ^reza, stzo 5. Xaverü. io.) pz» oder 5r. Ignsrio. l l.)^M2laAZN oder ^rromzgzn, itzo lnlula Lvucepria- NI5. 12.) <5uig, oder LuZUZN itzo 5r. PNilip^i. I z.) Cbere^z oder s^l-j^zn, itzo Fr.Lzroli. 14.)5e^>^n oder 5-^pZn, itzo 5. lole^k. i^)sit2lZn. iS-Mmi-m, oder 5. Ttn^eli. i7 .)e ?<>n. l8 .)X^ir^zns. ^nnr. 2o,)Luzbsn oder 5c. isokanniz, darauf die Stadt FZZclna ist. 2 I.) Lvczbz. 2>2.) L.icin. Um diese Jnsuln herum liegen noch die Jnsuln, lie I05 »ermanos. cle los 5zlclzclc»re!, cle I05 Uzrrüez, clez ^ves, cle ?ulo Vil-m, cle loz ^reciiez, cle Iv5 ^zcclorez.lle viciims oder 53veclrs, und andere mehr, davon die meisten auf der itR-'gur zu sehen find. §- 2. Zustand und Beschaffenheit der Diebes-Jnsuln. l. ^?^Jese Jnsuln haben eine ziemlich gemDgte Lufft, es wehen aber daselbst bißweilen hefstige und ungestümme Sturm- Winde. Das Feld ist^m^ meistentheils unfruchtbar/ und hat keine Weyde, und daher auch kein Vieh. , 95. Diejenigen Oerrer, weiche mit Lebens-Mitteln versehen find, werden wohl bewohnet. 2. Die Einwohner der Diebs-Jnsuln sind von langer Leibes-5cacur, und schwartzbrouner Farbe. Sowohl Manner als Weiber gehen gantz na- z^. ckend, ausgenommen etliche, welche vor ihrer Blosse einen Peltz-Fleck, oder ein Gewebe von geflochtenem Rohr, einer halben Ellen lang, tragen, welches sie mit einem Gurt zusammen binden. Sie sind insgemein, wie kercknanclus l^eiUnu; berichtet, grosse Diebe, und versichert gedachter kl^ellan. daß sie in der Nacht an seine Schiffe geschwommen kommen, die Nagel von seinem Bord auszuziehen, weil sie sonst nichts bessers hatten stehlen können. Sie legen sich insgemein auf die Jagd, oder den Fisch-Fang, weil ihnen das umher liegende Meer Fische in grossem Überflüsse verschaffet. Sie sprechen ihre Sprache gantz deutlich aus, und reden diese Völcker gar nicht durch die Nasen oder Kehle. ?. Ihre Handlung und Gewerbe bestehet in geflochtenen Decken, welche sie, vermittelst ihrer Canoen, oder Nachen, mit denen Tartarn gegen Eisen, weil alle ihre Jnsuln keine Ertz-Gruben haben, verhandeln. 4. Sie sind ßarck von Gliedern, und ihre Waffen werden gemeiniglich von Bäumen genommen. Die Spitzen ihrer Wurff-Pfeilen sind im Feuer gehärtet. x.Sre ' -ü Ki -,U jchWWM«cp lLMMt iRiK ^ tiiMW Z5> s. Sie bethen die Götzen und den Teuffel an, dem sie diejenigen, so ss. im Kriege gefangen bekommen, aussopffern. 6. Sie haben keinen König, noch Herrn, sondern es lebet ein jeder stl» ber wie er will; woraus denn zum öfftern grausame und sehr blutige Kriege unter ihnen entstehen. Die Spanier haben sich diese Jnsuln zugeeignet, und pflegen selbige jahrlich zu besuchen, doch haben sie sich darinne noch nicht veste gesetzet, weil dieser Orten wenig l^«Kc zu machen ist. Das vn. Capitel. Von Ost-Indien insgemein, nach der alten und heutigen 5Ltib)Lmen Meinung. Von dem Orientalischen Theile des vesten Landes Indien. Von dem Käy> serthum des ^lc>Fol5. Von der Stadt Agra. Von der Halb Jnsul des Indien gegen Oienr des Meer- Busens Von der Stadt Sian. Von der andern Halb-Jnsul des Indiens nach ^cciclenr des Meer-Busens Von der Stadt Goa. Von denen abgöttischen Völckern in Indien. Von denen ihren Grabern, und dem allgemeinen Zustand, und der Beschaffenheit in Indien. §. i. Von dem alten Indien insgemein. i. /7?»S hat ptolemXuz. welcher von denen Alten sich am meisten auf dir Erdbeschreibung geleget, Schriffen binterlassen, nach welchen rbo^'mon V0N XtexaiMneil, UNd Nach ihm Leelinr^uz.Vlercacor, V0N Rüremont bürtigsthre Land^Charten gemachet haben.Unkcr andern sind in denenselben zwo von Indien zu sehen, deren Grund»Risse denen unsrigen gantz ungleich sind, weil man zu des l>co!emXi Zeiten nur eine unvollkommene Wissenschaff von diesem Lande gehabt hat. Dem ohngeachtet haben wir uns bemühet der Meinung dieses vortrefflichen Mannes nachzufolgen, und die Volckrr Vstt Ost? Indien. Völcker und Städte, von denen er redet, in ihrer rechten Stellung auf die spitzige Grund-Risse zu setzen, woraus denn die Ubereinkommung des alten Indiens mit dem itzigen Oss-Jndien zu ersehen seyn wird. Es find aber den» noch einige Städte, deren Stellung uns gantz ungewiß zu seyn bedüncket; dero» wegen haben wir es dabey bewenden lassen, nur allein ihre Nahmen mit kleiner Italiänischen Schrisst auf die Land-Charte, ohne Beyfügung ihrer Stellung, zu setzen. Hiermit vermeinet man die ungewissen Städte, von andern Städten, welche wir mit grösserer Gewißheit oder Wahrscheinlichkeit setzen können, und deren Stellung man auf unsern Land - Charten finden wird^zu unterscheiden. Das alte Indien gräntzete gegen Mitternacht an Scythien, und die Landschafft Serica, gegen Mittag an das Indianische Meer, gegen Morgen an das Reich Sina, und gegen Abend an das Königreich der Perser oder Parther. Die vornehmsten Berge darinnen, find das Semantinische Gebürgt, der Berg imzuz, und ein Stück von dem Berge Laucalus, Lcc. 4, Die schissreiche Flüsse find, der Langes, und lnäus.öcc. 5. Die Alten haben Indien in zween grosse Theile, nemlich noch Orient und Occiclenr des Flusses Langes, oder Indien jenseits unddisseits des Langes abgetheilet, davon wir hernach reden wollen. §, 2. Von dem Orientalischen Theile des Indien, nach der Alten Meinung. /'eo/em. Theil des Indien, den die Alten Incliam errra Langem geilen- net haben, und jenseits gegen Orient des Flusses Langes gelegen war, /.iö 7.c.l. hatte zu Schied-Gräntzen gegen Mitternacht die Landschafft 5erlca und Sey- 6^ thien, gegen Mittag das Indianische grosse Meer, gegen Morgen das Kay- serthum Sma, und gegen Abend den Theil des Indien, so disseits des Flusses Langes gelegen war» Lbirt-« Die vornehmsten Berge find, der imaus, und das Semantinische Gebürge. »-«»?«» z. Die ansehnlichsten Flüsse desselben find der 5ems, vorias, i)eona,^»re 8obanna,5^pa , l.acameüa, 5acius, Langes, ö(c. In diesem Theilewaren UN» terschiedene Völcker und Landschafften, nemb'ch die 6- l.) Oacobae, 4.) Ouclutac, a.) kalanarae, 5.) karrae, Llaalciris, 6.) 5incli oder ürcli. Anderer Theil. P 7.) Die orrr/. il 4 Vl'erdtött Vl»chs dup. vil. 7.) Die Landschafftderi-c-Kc.rilm,worimie NulznZ-i dieHauptrs»esUscc, K. ?- Von dcm Occidentalischen Theile des Indien, nach der alten Meinung. /tF«?-F Z7. ^r^Ieser Theil, den die Mten Indien, diesseits des genÄmet haben, c^;8- so '-il^hat zu Grantzen gehabt, gegen Mitternacht scf-uen . gegenMorgm beydeei» den Theil des Indien, welcher jenseits und nach Oriciic des gelegen ist; nerley gegen Mittag das Indianische Meer, und gegen Abend das Königreich der ffnd./-chom Perser. Die vornehmsten Berge darinnen sind der Imau;, der Laucaw! u.s. f. «k/nvn. Die Haupt^Wsse waren: der cZsnZez und der indc>5öcc. Die vornehmsten Völcker oder Landschafften diests grossen Theiles von Indien waren folgende: r. Lrzdinclrmz. z.» Ozricb.-e, WO die Stadt lechuZacu war, 5. Die Hnricbc?, oder Hnanricbs , deren Haupt »Stadt 5snnabs ge» Wesen, 4, Die praliatX, welchem der Stadt ^arrzZolÄ wehneten. Die Usndslu?, wohneten in der Stadt Nobborbrs, und dcrstlbigen Gegend. 6. Die docconzZT hatten die Gegend um Oviurs, welches die beste Stadt war. 7» Die (-.inAZtläso, ein streitbares Beleb, welches H'c?tZncler^l. anzu^ greisscn sich nicht unterfangen hat. Diese hatten zur vornehmsten Stadt^-m- x--. Das Land Heisset itzo öenAsis. Vdtt Ost-i Indien. z i f 8. ist ein Land, darinne dir^ncla die beste Stadtgewesen. 5. Die^rvsr^ oder^>vani. haben die Stadt oder ^anzriisr- iO. I>-iraIiz l'orinZorum. oder 5oringoium, und^orecanum, WoriNNS <^aberj5dieHanpt»Stadt war. LI. Diekucihatten I^ig.immzoder t^iczmsZcc. l 2. Die Landschafft d->iMioni5 hatte die Stadt ^rgire undandere mehr. I). Diel^reihattenlLolcia. 14. Die hatten Lsrci-rz. ^4. II? djmiiw-1 war die Stadt ^tuxirizoder ^lociiriz öcc. 15. In ^vin.c2 waren die Städte: ItijZpocura Zim/lls Lec. I<5. I-oricc begriffe die Städte o^cne, öznAzsz öcc. 17. Das Indianische 5c^rdicn fastete die Städte t üznaZars, dai ^clzdz- ltbrs öcc. Z z. Qcir/rs hatte die Stadt d?zZzra oder dtila ^ vorzeiten vlon^Lopslis genennettt. s)^icht weit von dieser Stadt ist tetsZZ2Z oder . auch^ls2s. ZT. sozu denen Zeiten ^lexanciri ^.berühmt gewesen, welcher sie erobert. -9. DiedambzcT, odert-ampsgT. 20. Zliakeae. 2 l. DarZtirse. 22. (ZzncjzlX, wodieHaupt»Stadt dlzuliKe tvar. 2;. DieLandschafft^'t- oder v-rta, wo I'sxila die beste Stadt gewesen. 14. ?sncic>ü>, hatte die Stadt öucc^balZ. 25.Lzff>irTa, wo^rsgsllts oder Lr^rgibl war. 26«DieL>mnc>to^l>atcn. 27.Diet^3lli. 28. Die Ox^ärac-x, welche mit denen vorhergehenden Völckernzwischen denen L-l5pir^i5und L/mnQwpdiNen wohneten. 29« Lavsrsdiciz oder 8zllclrsbLÜ5, wo die Stadt d?anäubasclZAZr See. ;o. Dieö^UngT, welchen die Stadt ^2gzbs2z oder 5cagab--2Z nebst an« derngehörete. z I. ?orvari, hatte die StadtLIr6zm-> öcc. z 2. ^clibnbrihat 8s^j.cl». Or^IlojziailirT, wo die Stadt^wrium Lec. Z4. Die Sakzra-hatten die Stadt l'alopmm. z;. Die5al2-eni, bewohneten die Stadt Nen-Zgurum.u.a.m. z6. DieLaäiamXjbewohnetendie Stadt^arbill?- Lcc. Z7. Diebrzckmzni-tetügi, hatten die Stadt Lrackme Ü6c. z8. Die 5c>rX.dIomscie5 bewohneten die Stadt ^rcsci öcc. )9- Die t'dlllirT und ^ancisllhatten die Stadt ^gar-l. 40. Die 8irsmnT oder k-bamnX und die dar^ioc«, hatten die Stadt Lolbi Lcc. 41. peucelTtiz, wo die Stadt?cucelawar. ^ ^ 4». Die Pulin6ee, die ^lio^bagi, und die Lbsrriei hatten die Städte bligrzinms, dariNamz, u.s.W. ^ Die alten Erd«Beschreiber sagen, daß m Indien über neun tausend un« P 2 terschie» 116 Des vierdten Vuchs Lap. vil. tersthiedeneVölckcr, und über fünff tausend grosse Städte gewefem^Eiista» meinen, dieses Indien wäre Znlomomx o^bir. i. ix, 28. x. 11. §» Von Ost - Indien insgemein, nach der heutigen > 5ctideiuen Meinung. 1. /'Eko'-t;?. ^LIdimhat seinen Nahmen von einem Flusse des Landes ttinä oder inäe, «5 40. ^^lar. Inciuz genannt, welcher vorzeiten 5unciu5 genennet worden. ^ 2. Die Grantzensindgegcn MitternachtdieAsiatische?artarey,gegenM« tag das Indianische Meer, gegen Morgen LKmn, und gegen Abend Perfien. c.: O. z. Die vornehmsten Berge des heutigen Indiens sind , der Lsucail,!. DM»k, ile an- guebar aufder Küste Loromsnüel. u. s.w. §. 5- Von dem Orientalischen Theile des vesten Landes in dem heutigen Ost-Indien. ^?XJe Grämten dieses Theiles von Ost-Jndiensind an derSeiten gegen ^«^40. P z ^lit- F. il l 8 Dös vierdten Buchs tÜÄp. VII. Witternacht, die grosse ^artarey, gegen Morgen China, gegen MittaM //./ Halb-JnsuidesFnlfles^ngLz. jenseits desMeer-Bu:ensLcnAajz. undaeaen c. Abend das Reich des grossen Gogols oder 4!en5 wohnen insgemein in denen Höhlen der Berge, woriM selbige mehrentheils vom Menschen-Fleische leben, und sehr grausam sind. !i. Die ds?ez wohnen als barbarische und wilde Völcker nebst andernin höltzernen Hütten,^ und pflegen mit ihren Feinden grausam umzugehen. in. Das Königreich ^va, lzr. l^sAnum Hv«, zwischen 5iaw und ^i-rzczm, ist ein fruchtbares Land, darinne Getraydig wächset, undMxleyViehzuß!> den. Die Haupt-Stadt dieses Landes Heisset auch ^va, und ist gegen Auff gang des Flusses kl?.rrzt,au gelegen. DieseStadt soll fünffFrantzosisthe Meilen in die Rundung haben. Der Fluß führet in diesem Königreiche bis an den See von Lbi-lmzyden Nahmm^vg. In diesem Königreiche sind gute ^i»-- raUen, und Berg-Wercke. Die Einwohner sind mehrentheils Götzen-Diener. DerKonig von ^vs beherrsthet auch das Königreich ^orzcsm an dem eol. sc> üi IZenFüla , VPN ^n. 1648. IV. DasKönigreich ^irocs.hat die Haupt-Stadt 5i rota,welche gegen Gci. «lenr.m nit weit von einem kleinenFlusse,welcher in denFlußLaor fälletgckgenist. v. DasKönigreich ckipora. stösset gegen Norden, und Occiäcmandie Königreiche dezuund ^rrsxan. Die Einwohner pflegen wegen des ungesunden Wassers Kröpffe zu haben. vi» Das Königreich Vermz oder Ll-ems. In diestmLande ist dieHaupb Stadt Lremaoder Vermiz. Man sindet in diesen!Königreiche viele Gruben M Köstlichen Steinen. Die Einwohner desselben sind schwartzlichh gehen nackend, und bedecken die Scham-Glieder nur mit einem kleinen Stücklein von Baum« Wolle. Die Könige von Lrsmzpder Lr-ima haben mir denenKönigen von l'c. Au offt blutige Kriege geführet. >^«i^ vil. DasKönigreich ^lcn oder ^llem auch^em, welches dem Bericht nach eines der Unsrigen, so unlängst dahin gereiset, gegen Osten der Lander des /n-iis». Groß- Gogols gelegen, ist wenig bekannt. Die Haupt-Stadt diesesKomg- Reist n. reiches war vor diesem ^tem. Diejenige aber, allwo der König itzo seine Hoff haltunghalt, wirdXemmerousgenennet. Msnhalt dafür, daßindiesemKo- ^ nigreiche das Pulver und Geschütze am ersten sey erfunden, und folgends in Chi- ^s/. na , vermittelst der Handlung mit dem Königreiche pegu, gebracht worden. ^ Dieses Land wird vermahlen zwar von einem eigenen Könige regieret,Wen V«5i> Ost-- Indien. 11 §> Vorfahren in der Stadt begraben liegen, ist aber seit ^n. '.66?. dem Groß» !vlc,Zo! zinßbar gewesen/ da der (^eneosl ^Mgimo.'a, imNahmen seines Groß»Herrn ^urenz.^bzstn selbiges eingefallen /Und den König zur SubmiNiun genörhiget. Die Einwohner sind Götzen-Diener, und glauben, daß sie nachdichtn Leben in eine andere Welt kommem darinnesie gleiches Haußrahts/wie in dieser> benöthiget wäre!?. Hierinne ist an Lebens -Mitteln kein Mangel/ und wird in denen Berg>Wercken auch viel Gold, Silber, Zinn und Eisen gefum den. §. 6» Bon dem Occidentalischm Theile des besten Landes in demitzigen Indien / allwodas Reich I5NX> oder das Käyserthum des grossen ^lc.- Aäyscrtbmmoder IdlOO51'^.bl, l-ir. Imperium leldgo- -1 l - /Ncum, oder ^loAAol, 4^- gs' grantzet gegen Mitternacht an die Asiatische Tartarey/ gegen Mittag an den beydeess Meer»Busen von LonZala mid die Halb-Insul in Indien disseits des Lar>Z05, ncrley gegen N'orgen an Groß^lber. die Königreiche iMa und ^rracan, und gegen sind. Abend an Persien. Der vornehmste Berg darinnen, ist der d-mcaluz. * Dich 7. serBerg wird hier bester k^ar^amiwzoder t'aropzmistuzgenennet: denn der ei-- gendliche Lsucatu» ist zwischen dem Caspischcn Meere und dem schwartzen oder ^ Quxinischen Meere. Bis hicherist ^lex-anci-r mit seinen siegreichen Armeen ^er». kommen. Weil nun zu seiner Zeit der Laucatu? mehr berühmt war/so haben die 6^. Griechendiesen Berg deswegen Lauc-Wm genennet, damtt lnan meinen solte, daß Xlexancler bis an dem Lsucawm kommen wäre. Die berühmteste Flusse sind : der LanKSZ, Mid der tnclllZ Are. in welche 6- t)e> noch viele andere Flüsse kommen. ^ Dieses grosse und wcitläufftige Reich ist in viele Lander undProvintzien ab» ^5"° gecheilet/ darunter etliche den Nahmen eines Königreiches führen. Es werden auch einige von besondern Fürsten beherrschet/ welche man KGiaz oder la und Zumacra verführet wild. Dieses Königreich wird in viel Theile eingetheilet, welche sind: I, DasA nigreich varna, worinne die Stadt vama. ii. Die Provintz vrurop, darimie die Stadt LokH. III. R.aga Koclaz, darinne die Stadt Kuäaz. IV. Das eigendliche veiigckg, worinne 1.) vaca oder vaac, die Haupt»Stadt des M. tzen Königreiches, an dem Flusse langes gelegen. 2.) ?bil^aran. ^.)Lzrlli. gan oder Lbarigiian. 4.) parana. ^^I'anlanba^ar. 6.) Zacagan^sinddie beM Städte. 10. ver-ar oder veerar ein Königreich, wo 5bgpor oder Lbapor die Haupt»Stadt. I I. Lanclü,ein Königreich, oder Lbznclüiz, darinne Ll'zmpour die beste Stadt. l!. (Zu^urare, oder das Königreich L.ambavs, hat folgende ansehnliche Städte: l .)(dambaye> eine ansehnliche Handels »Stadt in der Gegend, M der Fluß Larari in den Meer»Busen von LamHva stiesser. Die Stadt hat starcke Mauren und 12. Thore. 2. Amedabad oder Amadabad, iß die Haupt»Stadt des Landes. ). 5urace, las. 5ur.i'.cz z eine berühmte Handele. Stadt, welche platte Hauser mit schönen Gärten hat. Zwey Meilen von der Stadt ist der vortreffliche Meer»Hafen, welcher einer der bequemsten von gantz Ostindien ist, und daher von denen Europaern starck besuchet wird. Die Engelländer, Frantzosen und Hollander haben hier ihre VaAmeyen. Das Castel ist an der südlichen Seiten der Stadt. 4. OW oder vm> vium. eine bevefligte Stadt auf einer kleinen Jnsul, welche denen Portugiesen geho» ret. Der Hafen wird durch zwey Castelle verwahret. Die Jnsul ist durch einen schmalen Canal von dem vesten Lande abgesondert, über welchen eine steinerne Brücke gehet. 5. varocci, hat viel Agat»Stein»Mmen. ' i;.5orec, Von Ostindien. z > i 15. 5orec, hat die Städte Isnzgar, welches der Haupt»Platz ist, und pzclio. 14. I'grrz, eine Provintz, darinne I'arrz die Haupt«Stadt ist. - s. Die Landschafft ^zj.,can , hat die Völcker Lzüoclc. Die Haupt« Stadt ist Lember. Die andern Städte sind ckul-zn, Vcbe. 16. kiulcan, eine Proviiitz, wl) ^lulrandie Haupt»Stadt ist» 17. Die Provintz L-nWaNs,-. Die Haupte Stadt ist L»n Die Provintz Lkilinesr oder Lalllmsi-e oder (Zueximir, worinne I.) Zpezi'.acar, eine Stadt. 2.) kacbemire. die Haupt »Stadt, hat keine Mauren. Sie liegt an dem User eines grossen Sees, der 4. oder s. Meilen lang ist. 20. Kmcbiz, eine Landschafft, worinne die Stadt ?ixbur ist. 21. dl.,Arscur, eine Provintz, worinne die Haupt»Stadt b^Aracul ist« 22. Die Landschafft Lan!zl, eine Provintz, darinne die Haupt»Stadt 5uu?bal ist. 2 s. Xarruvur, eine Landschafft, worinne die Stadt Lbebucl. 26. ^lalc-us, oder ^alva, worinne karizpoe oder kauctpor die Haapt« Stadt. 27. Lbiror.eine Provintz, darinne dieHaupt-StadtLbitor ist. 28. lewlwLer oder wlelmerc, worinne die HaUpt«Stadt lewluzcer, oder Llzlemere. 25. Wach oder Attock, eine Landfchafft, wo Wach oder Attock die Haupt«Stadt ist. zc>. öuclcar oder Zuclcor, eineLandschüfft, woriNM Luclcar-Zuclcor. z i. öziwo, eine Provintz, deren Haupt»Stadt n-m^o ist» ;?. wnl>2, eine Provintz, wo Icuba die Haupt»Stadt ist» K zz. leuZzpOl'. eine Landschafft, in welcher lenß.ipo!- der Haupt»Platz ist» Z4. Pengab, ein Königreich, so auch ?engal, das ist, Fiinff» Wasser Heisset, weil es von fünff Wassern bewassert wird, oder Lahor, von der Haupt« Stadt Lahor, lac. baborium Nucepbala genannt. Die Stadt hat einen an« sehnlichen Pallast, worinne ehmahis die grossem letl^üct, und liegt an dem Flusse kauee. Anderer Theil. Q ; s. vell/. "2 Des vmdtm Vuchs c^ap. vn. Zs. Oelly. eine Landschafft, wo die Haupt»Stadt vell^ ist, alidader Groß o^loAol vorzeiten restäiret hat. Sie Heisset itzo ^ckanzb-g oder <6ebz>,. >riz3cj, und haben darinne Lba-Leb-in , und /turcnA-^ed Hofgehalten, wei^ die Hitze zu Agra im Sommer sehr groß ist. )<5. Loiiallzr oder Lualiar, worinne die Stadt (Zouzlizr lieget, in web eher des Käysers von inclostzn oder Groß» Schatz»Kammer ist. Die Landschafft Agra, worinne dieHaupt»Stadt des gaw tzcn Käyserthums lieget, wie auch die Städte : Leru? Lbirpour, IZziAZnc, Ebalour, Vera^our, tvlucla, I^zclcins, Iginääm, Lznolzz IZiana, und 5canclerbaclz, L^c. Die Stadt welche auf der xdin, zu sehen ist, lieget in 4einem dürren und händigten Boden, daher kommet es, daß die Hitze daselbst unerträglich ist, weßwegen der verstorbene und hernach tie l'enF.^cb sich dafür zu verwahren , die keiiäentz zu Agra verlassen, und die» selbige in die Stadt . oder , sonst vel/ genannt, j>. 66. versetzet haben, weil die Lufft daselbst etwas gemäßigter ist. Der Fluß Lemini oder Lemine stiesset von Qnenr. nächst bey dem Schlösse ^opi»c. durch die Stadt. Gegen Mitternacht ist ein weites ebenes Feld,welches w «». gen eines grossen Lz-srs, lustiger Garten , und prächtiger Graber sehr wohl zu sehen ist. Mitten durch gehet ein Weg, welcher von Agra nach v-ch führet. Dieser Weg hat über 4". Meilen in die Lange, und ist der Boden />. i - o. mit einer Richt» Schnur gantz überzogen, und alle Hhäler sind ansgeMet, auch die Berge gantz gleich und eben gemachct. Auch ist er mit vier Rachen Bäumen besetzet, welche von kleinen Bächlein, die man daher geleitet,bezeuch» tet werden, der Dürre des Grundes und Bodens zu wehren. Die meisten Gassen sind enge, und geben schlangen weise, insonderheit die, welche nach dem Schlosse zu gehen. Die Häuser der vornehmsten Leute sind prächtig gebauet, jedoch haben dieselbe rächt mehr als ein, oder zum hoch« sien zwey Stockwerck,und sind mit sehr hohen Mauren umgeben, ihren Wa« bern dadurch das Aussehen zu benehmen. Des gemeinen Volckes Hauser sind, wie überall, sehr schlecht erbauet. Es sind daselbst fünff öffentliche Bad»Stuben, fünfftewlchi-en, sthr viel prächtige Gräber, und drey L^-,r Jahr lang gearbeitet haben. Von l!; Das Schloß hat vornen bey dem Eingang einen grossen Platz, von dem man die gantze Gegend besehen kan. Selbiges ist zum Theil auffeinem Hügel, und theils in einem Thal gebauet, und mit einer doppelten Mauer bevestiget. Von aussen scheinet dieser Kayserliche Pallast gantz schlecht zu seyn, inwendig ober ist er überaus köstlich und prachtig gezieret. Es wird darinne ein unschätzbarer Schatz, und ein Lzrm-m mit Diamanten verwahret. Sin Lzrman ist eine Gattung eines Korn-Maases, welches sünff und funffzig Pfund Geträydig in sich halt. Nicht weit von diesem mit Diamanten, find auch simff mit Smaragden, und zwölff von unterschiedenen Edel- Meinen. Diesen sind noch beyzufügen zwölff hundert kurtze breite Degen, deren Scheiden fast insgesammt übergoldet, und mit Edelgesteinen besetzet find. Man zchlet zu Agra funffzehen grosse und kleine Marckt-Platze oder lZ^zoz,achtzig Or^anter oder Herbergen, welche mit Gewölben, Kammern und Stallet? vor die Reisende apm-et find. Diese Stadt ist sehr volckreich, und find die Mahometaner die fiarcksten. Mandoli, ein Königreich, worinne die Haupt-Stadt Mandon ist. §. 7- Von der Orientalischen Halb-Jnsul Indiens, oder der»" Halb.Insu! Ost-Indiens jenseits des Meer-Busens ZU Leng-ala. Je Halb-Jnsul von Ost-Indien jenseits des 6-mgez oder Meer-Bu- fens von LenZala, hat zu Grantzcn gegen Norden unterschiedene Kö- nigreiche, als dlccbal und andere in der grossen Tartarey, einige Lander des grossen KtoMz, gegen Morgen Llünnm, gegen Mittag, auch Morgen und Abend, das Indianische Meer. Die grossesten Flüsse find, ünnlcan^, Lolmin oder I-uxinn, ^va, Lcc. Hierinne find die vornehmsten Königreiche: lonquln, Locbmcüirie, Qüam- pzz, Lamoojs, 8iam, , ?egu und Frracan. t. Das Königreich Pvnguin oder i'ungmn, welches man für eben so groß als Franckreich schätzet, erkennet K-cc-o oder LKeco für die Haupt-^e/.ck Stadt. Die andern besten Städte find öoüego, Luzcizg, Kecan, Xccoi,7«»M» Qmpa und Lu-ls-x- Dieses Land wird von einem Könige beherrschet, welcher^. 9.5 lt. vorzeiten dem Kayser von China zinsbar gewesen ist, und ihm alle 6. Jahr 61, drey Bilder von Gold und drey von Silber bezahlet hat. An. 1667.^'st dieser Tribut in einen Lehen-Cyd, den der König von i'onguln dem Kayser von China alle Jahr durch einen Abgesandten thun lässet, verwandelt worden. Q 2 Dir 124- Des vicrdtcn Buchs clap. Vll. Die Einwohner studieren fleissig auf ihre Gesetze, und viele legen sich auf die ^Urologie. kiuüc und l'oclie. Die öon^ez oder Priester sind die Gesetz« Lehrer. Ihre Religion oder Götzendienst ist in drey 5cäen eingetheilet, da« von eine dem Chinesischen pbil»ü>pbu Lunfucio anhanget. Ihre Gewi heissen L5ZM2, k6ie hat ihren Nahmen von einem Einsiedler (ib2c.?bc>ur. Die dritte 5e6te ist des Schwarzkünstlers daurNu. ii. , ein Königreich, welches seinen eigenen Koch hat. Die Einwohner nennen das Land bu oder lVicliucbin. Die gwA ße Handlung dieses Königreiches bestehet in Holtz von c?!amb?, ?orcelsi^ Seiden, Tastet, Gold und Silber. Das Land wird in sechs Provintzen ab getheilct. Die vornehmsten Städte sind : i.) kacci-m oder Laccian, die Haupt» Stadt und Residentz des Königes. 2.)Kli>kc> oder tiaikci. Der König ist dem Kayser von China zinßbar. ui. Das Königreich darinne die Hauvt^Stadtcdümpz oder an einem kleinen Flusse lieget, welche 2.O. Meilen von dem Meer entfernet ist. Man handelt daselbst mit Seiden, und insonderheit mitHck von Aloes , welches daselbst so hochgeschätzet wird, daß die Kauffleute so schwer Silber dafür geben, als es waget. Dieses Land gehöret dem Könige von L^mbojz. Die Stadt puloczcim, ist gering. i v. Das Königreich c /zKlL 01 ^, hat seinen eigenen König, der ein Vasall oder inbur-ur des Königes von Siam ist. Die HaripüTtedtL^m- bcch oder Vmboäia ist gegen Olieuc an einen Arm des Flusses kieLvn er» bauet. Die grösseste Handlung diesi's Königreiches bestehet in Aloes, Holtz, Gold und Silber. Die andern Städte sind: Hirvsn», bauvecli oder l.sav«tz. V. Das Königreich ^isski ist ein weitlausttiges Land, welches seineiui» .genen König hat, dem die Lander L?inboj?,(Iebor, I^rane, (^.leci?, Zinßon und andere mehr zinßbar sind. Dieses Königreich wird heutiges Tages in eilst Provintzien abgetheilet, welche vorzeiten alle Königreiche gewesen, als KIai-rav2m, Aar-i, l'zu.illerin, Kecia, bers, Ittor, sunc-ilzvn , ran?., undst-igor, von welchen etliche noch Fürstenthümer sind, und kleine Könige oder Fürsten haben, die aber dem König von 5i-im zinßbar sind. Der König von 5i?m ist ein .ibiolmcr und touveiamer Monarch, und wird von seinen Unterthanen gleichsam als ein Gott veueiiret. In dieses Königreich pflegen die Portugiesen, Spanier, Frantzoseii,Engella>'der und Hollander zu handeln, und kommen jährlich in den Hafen dieses Landes viele Schiffe aus China, Japan, denen Philippinischen und andern Ost»Indianischm Insuln, Persim u. s. f. an, daher die Handlung tresslich darinne llonret, wie denn auch die See - Küsten sehr volekveich sind. Die Siämesex sind mehrentheils Götzen» Diener, Oon Oft-"Indien. Diener, indem sie den Abgott 8ommonok-i-toclom verehren, än. 16 8;. mach» ten steh die Frantzösischen Jestüren grosse Mühe die 5ismessr mit ihrem 5^önige zum Christenthum zu bekehren, wie denn auch viele die Römische Caibollsche Lehre annahmen, aber hernach auch wiederum verliessen, als der folgende Kö- nig von 5i-m die Christen grausam verfolgete. Heutiges Tages hat das gantze Königreich 5>am 45 o. Frantzösische Meilen im Umfang. Die darinne gelegene, oder incosgorirte Provintzen dieses Reichssind folgende. (i.) Das eigendliche Königreich Sism, ist ein fruchtbares und reiches Land, wo oder luciia die Haupr-Stadt des Königreiches 5iaw, U't 'idk.<.'lt ^en2 des Königes von -n ist. Sie ist von denen Portugiesen 5iam «nennet wor- «. den. Von denen Einwohnern wird sie L> ungii rda 72, benähmet, daraus 2,8. i» andere^u-li2, Jurlua und OucNa gentachek haben. LlunZg. jst 10 viel als eine 7^/,,. /. vortreffliche Stadt. I hr Aus sehen ist aufder XI.V. k-gur vorgestellet. Sie liegt auf einer runden Znsui, welche bey -iahe zwo Meilen in ihrem Umkreist Hot. ^ 0^ Diese Stadt wird von dem Flusse ktenam. welches so viel als Mutter der Flüss T^i^se. se heisst, umflossen, weicher an diesem Orte sehr breit, Und so tieffist, daß er Schiffe von 4°°. Toiuien tragen ran. Dieser Fluß theilet die Stadt in simff ungleiche Theile durch so viele kleine Arme ab. Das Wasser dieses Fluss ses ist sehr gesund, aber mit vielen grossen Crocodilcn angefüllet, welche vielmahls die Menschen, welche sich nicht wohl vorsehen, ausfressen. Die Reisenden, so unlängst daselbst gewesen, berichten, daß diese Stadt 75^ , . der schönsten eine sey, welche man in Indien zu betrachten bekommen kan. Die , . Häuser daselbst sind so wunderschön , und die p->Zoclen oder Götzei^Telnpes Klöster, und übergoldete Thürne so kostbar und zierlich, daß man sich nichte, ^ prächtigere einbilden kan. So sind auch die Gassen allda, wie in andern grossen Städten, theils breit, theils enge. Im Jahr 1654. haben die Hollander daselbst ein steinern Haust, mit seinen Gcwölbern, gcmtz bequemen Zimmern, und breiten Wassr-Graben auffge" bauet, also, daß man wohl sagen kan, daß es der schönsten Hausereines, so die OssJndianische domp-iZnic in dem gantzen Orienr hat. Des Königes Pallost stehet an dem Ufer des Flusss, und ist so weit und groß, daß man denstlbigen für eine grosse Stadt ansehen solte. Dessen Gebau» de und alles, was daselbst anzutreffen, sind so prachtig, daß ausserhalb China nichtsvollkommeners zu finden ist. So kan man auch den Wall, welcher sehr hoch ist, von denen Thürnen und Pasteyen, deren sehr viel, und von einem ^s- iuicen von dleasxiliz, °I?ahme!is b>. I'boma.? Hn, 166;. erbauet worden sind^ be- streichen. Der Umkreist der Stadt hat seine Mauren, welche drey Klassiern hoch sind,und ist von hinten mit einem guten Wall,den man an vielen Orten aus Schieß»Löchern und unzahlich viel runden und viereckigten Tbürnen besireichcn kan, bevestigtt. Der Grund und Boden um die Stadt herum, infondcrbek Q 5 cm dw 126 Des vl'erdttl» BlxHs das. VII. an der Seiten, wo sie eben lieget, ist von vielen Bachen, an welchen eine arosse Menge Gärten, Schlösser, Klöster, Dörsser und andere sehr schöne lustige Gebäude gebauet sind, durchschnitten. Ihre Schönheit aber wird noch mehr vermehret, daß man in diesem gantzen Lande, welches platt und eben ist, anstatt der Berge nichts als Thürne und l>>ra mi6en,die beyde an Kunst und Arbeit ihres gleichen nicht haben, siehet. In dieser Stadt wohnen Portugiesen, Engeilä» der, Frantzosen, Holländer, Chinesen und Türcken oder dem Königlichen Pallast, welcher mehr als sechs Hose hat, ist die kostbareste vz. Zocle, oder der prächtigste und reicheste Götzentempel von gantz Sje jß mitLslln, ewer Gattung sehr weissen^Lcallz, zwischen Zinn und Bley, bede. cket, und hat drey Dächer, eines über dem andern. Bey der Thür stehet aus /. der einen Seite eine Kuh, auf der andern, ein abscheuliches Ungeheuer. Zr- seiner wendig siehet man alles von Golde gläntzen. Die Säulen, das Getastet, und Reisen alle Bilder, sind so wohl vergöldet, daß alles mit goldenem Blech beschlagen nach zu seyn scheinet. Das Gebäude siehet unsern Kirchen eben nicht gar ungleich, und stehet auf dicken Säulen. Weiter hinein findet man eine Art eines Altars, auf welchem drey oder vier ^--ttlv-GöldeneBilder fast in Manneö-Grösse stehen, -.j 8. deren einige auffrecht, die andere sitzend, mit creutzweiß, nach Siamischem Gebrauch,übereinander geschmückten Füssen. Jenseits ists wie ein Chor, worinne der reicheste und kostbareste daZoste oder Götze verwahret wird. Diese Umstehet auffgerichtet, und reichet mit ihrem Kopffbis oben an das Gewölbe. Sie ist ohngcfehr4;. Schuh Hoch , und 7. bis 8. breit, und von purem Golde. Zb- rer Grösse und Dicke nach müssen über hundert Piken (eine Pik ist c ^. Mvd) von diesem Metall dabey seyn, daß sie also -2,500. Pfund sthwer wäre, und wird sie am Werth aufsechs Millionen, und dritthalb hundert tausendReichs- Thaler hochgeschätzet. Mansaget, es sey dieser kostbare Lolocku!, oderdos ungeheure Götzen-Bild, aufder Stelle, wo es itzo stehet, gegossen, und hernach erst der Tempel über ihn her gebauet worden." Auf den Seiten stehen unten schiedliche kleinere, welche eben also mit Gold und Edelgesteinen bereichert find. Hundert Schritt von dem Königlichen Pallast gegen Mittag, ist ein grosser mit Mauren umschlossener Thier-Garten. Mitten in demselben steiget ein grosses und hohes Gebäude in die Höhe, in der Gestalt eines Creutzes, wie unsere Kirchen, und zeiget oben fünff wohl vergöldete runde Thürne, welche aufeine gantz besondere Art von Ziegelsteinen gemachet sind. Das mittelfle Gewölbe, oder der mittelste Thurn ist grösser, als die andern, welche an der Ecken stehen. Dieser Bau ruhet auf vielen Fuß-Gestellen, welche sich übereinander erheben und oben spitzig ineinander hinein gehen. Man steiget auf allen vier Seiten durch gähe und enge Treppen von ;s. bis 40. Staffeln hinauf, welche alle mit Lckln oder vergöldetem Zinn, gleich wie das Hach, bedecket find. Der unter- Von Ost-- 'Ittdiett. , 2 7 s. sie Theil von der grossen Treppen ist auf beyden Seiten mit mehr als -- o. Bil- dern, einer übernatürlichen Grösse gezieret. Einige davon sind von Ertz, 's' und die andere von vergoldetem <7alm. Dieses grosse Gebäude ist mit 44. ^ wohlausgearbeitcten U/rgmiclen gezieret, welche nach gehöriger Austheilung s' rings herum auf drey unterschiedenen Böden gesctzet sind. Aufdem untersten s! Boden stehen in denen vier Ecken die grössesten auf sehr breiten Füsten. Diese p^r-miclen endigen sich oben mit einer langen dünnen Spitze, welche vortrefflich ''ls vergöldet ist, und gantz oben eine eiserne Stange oder Pfeil hat, worinne unter» e schiedene Crystallene Kügclchen, ungleicher Grösse gleichsam eingesadmet sind, s - sjhre Bildung kommet der Europäischen Bau-Kunst ziemlich nahe ; allein sie haben gar zu viel Bilder an sich, und kommen denenjenigen, welche sie zum si i ersten mc hl sehen, gar nicht schön vor. Auf dem andern Boden über dem ersten Dn hinaus stehen z 6. andere kleinere p/ram^en, welche in das Gevierdtc vier Rei» hen um die ls^ocle, und zwar aufjeder Seite neun stehen. Sie sind von unter» schiedener Gestalt, und nicht ihrer zwey, welche einander gleichen. Dieser gan» Kic tze Pallast sammt denen , ist init der Art eines viereckigtenCreutz- ßk Ganges umgeben , wie ein Kloster, dessen jede Seite über 120. gemeiner ikj Schritte in die Länge, und über hundert in die Breite, und 51. Schuhe in die iüi Höhe hat- Die c^iwnen nach der u^Zocle zu, stehen gantz offen. Das Getas» his fcl ist mit vergöldeten Blunren gezieret, und wohl gemahlet. Inwendig in de» ncn eallenen. langst der äussersten Mauer, welche gantz verbauet ist, gehet ein lk, Fuß» Gestell eines halben Mannes hoch herum, auf welchem über vier hundert , H trefflich vergöldete Bilder in der schönsten Ordnung zu sehen sind. Und ob sie g,, schon nur aus gebackenen Steinen gemachet und starck übergöldet sind ; so scheinen sie dennoch etwas rechtes zu seyn. ' Unter diesen sind zwölffso groß wie dieRiescn, aufjeder^->llerleeines, undin jedemWinckel zwey. Siesitzemvc» wi sen ihrer Höhe auf ebenen Gestellen, und haben nach Art des Landes ihre Füsse M mutzweise übereinander geschlagen. ^ 2. Nouvo. eine grosse Stadt mit einem Königlichen Pallast in einer angenehmen Gegend gelegen, daher der König sich alle Jahr hier etliche Monath zu Mi lZiverrii en pfleget. Sie liegt I;. Frantzösische Meilen von 5iz m in der Höhe. ). (Ik^nrzhoun, eine Stadt an einem Flusse gleichcsNahmens. 4. dsllomer, eine Stadt an der See. 5. Ibec?ouston, ist ein lustiger Ort. s.öznclcocic, eine Vcstung am Flusse ^tcnzn. 7,820212^. (U.) Das Königreich oder die Provintz t»t^l(i^L^^l,worinne A oder lVlzr»>7Zn, die Haupt»Stadt ist, worinne starcke Handlung getrieben wird. i j ssui.) Die Halb-Jnsul^algccz, welche vorzeiten Lderkonclux zurea. d. i. 5 diegoldeneHalb»Jnsulgencnnetward, hat gegen Mitternacht das eigendüche s Königreich 5iam. istaber sonst aller Orten von dem grossen I ndianischen Meer x Wflossen. Zwischen dieserHalb-Insul und derInsul ist die Malacm> Des vl'erdtett Vuchs Osp. vil. sehe Meer»Enge, Frantz. vecroic Kl-Izccz. Die Halb»Insul ist z?o. Cn- gelländische Meilen lang. Es liegen folgende Länder darauf: 1. Die Landschafft 2. Die Landschafft^cnstlerim, worinne dieStädte icnclZznm oder?-, necarin, und l-i^or, welche letztere ein grosses Gebiethe hat. z. Das Land luucslaon , wornme die Städte lunc-zlaon und boick. lonZ. ^ 4. Die Provilch pamne, wornme die Daupt-Stadt?ar?.ne ist. ;. Das Land (Izeci-z oder Xeclü, in welcher (Zuecla die Haupt-Stadt. >5. yderl'abs.^. eine Landschasst, darimie die beste Stadt pzlunz oder daam ist» 7. Bas Land ?crz. worinne die Haupt-Stadt gleichen Nahmen hat. 8. Das Gebiethe der Stadt gehöreke vorzeiten dem Km. ge von ibor. zu weichem ßch.die Einwohner geschlagen, und dem Könige von entzöget; hatten. Im xvi. Fecuio ward die Stadt von de- tien Portugiesen unter H.ertzog ^ipbontUvon^ibugne-czue, zurZcir des Königes Lm-inucliz von Portugal! eingenommen und bevestiget. 1640. haben die Holländer die Stadt mit ihrem Gebiethe behauptet, und sind w» der Zeit an in pollötllon geblieben. Der bequeme Haftn von der Stadt üb. lacc-i hat von der Zeit an die Handlung sehr vermehret, und den Ort nicht nur in xusn.sondern auch in Luropz berühmt gemachet. DieseStadtist wohl bevestiget, hat eine gesunde LufftMd zur Handlung mit andern Landern Ost- Indiens eine vortheilhafftige Lage. ?. Das K önigreich 1 bor hat zwar feinen eigenen König, der aber dem Kö» nige von 5law zinßbar ist. Die Haupt-Stadt iblox hat einen guten Hafen. Dergrösseste Theil der Stadt wird öarustiber; derkleinere L»»- 5z. bran genennet. Sie lieget sehr niedrig, und die Häuser sind auf Psale gebauet. IV. Das Königreich l^l-dV, Izr. I^e^num war hievor em weitläufiges und mächtiges Reich , und begriffe mehr als acht Königreichein steh. Xn. 1567. hatte der König von peZu sechs und zwantzig Könige zu VatzIIen, und muste ihm auch der König von 51 >m i'ribuc erlegen. 'Nach dem aber das Königreich V0N denen Könige» von 3cau . Mcimz, 7'nn^uund5i.zmofft aufallen S eiten semdselig angegriffen worden, so sind dessen Grätchen endlich wüste und enger worden. Die Einwohner sind Heyden, ausgenommen diese» nige, welche von denen Portugiesen zum Christlichen Glauben bekehret worden. Sie glauben zwar, daß GOtt ein Uhrheber alles Guten sey, und daß selbiger das Böse einem bösen Engel übergeben habe, ehren aber dabey den Teufel mehr als den wahren GOtr. Ihre Priester werden 1 geuennet. Die vornehmste Städte in peZu sind: die Haupt »Stadt des Königreiches, welche Von Ofr^ndien. welche an dem Flusse gleiches Nahmens lieget, davon das gantze Königreich sei« Mi Nahmen hat. Sie wird in die alte und neue Stadt getheilet. Der Konig» liche Pallast, worimw hiebevor die Könige von peZu rcstKiret, ist sehr prächtig, etwas bevestiget, lieget mitten in der Stadt, hat einen Tempel mit vielen Gc» «en angefüllet. 2.) 5u-en oder 5uiso>,, ist itzo die ansehnlichste Stadt dieses Landes, wo sich die Könige von k>egu offt auffgehalten haben. Dieses König» reich gehöret heute zu Tage dem Könige von ^ vs, welches Königreich §. f. K. c. mim. m.bemercket ist. Die Könige von haben auch offt das Königreich kwraban inr.e gehabt, wo viel irrdenes Gefäß verfertiget wird. v. Das Königreich ist ein fruchtbares Land an allerley Ge» traydig und schönen Bäumen, hat auch eine gesunde Lufft, und viele Einwoh» ner. Im vorigen 5-cu!o hatte dieses Königreich seinen eigenen König, welcher vondem Könige von krsms oder Krems belagert, von demGroß»i^o^ol aber entsetzet wurde. 1646. entstund nach dessen Tode eine grosse Unruhe wegen . Absterben des alteii Königes, dessen natürlicher Sohn erst än. 165;. gekrönet worden, 1 66o .geriethe der König von Hrrscsn mit dem grossen KloZo! weinen blutigen Krieg, in welchem der Arracanische LcnersI LKsci^-m viele In» suln und Provintzien des grossen ktogalz verwüstete, Lbsb-»ez^sn aber, des grossen ^urenA.-cb Vetter, hernach mit Hülffe der Holländer das gantze Königreich ^rrscsn eroberte. Nach der Zeit hat sich der König von dessen bemächtiget, welcher itzo die Reiche ^vs, ?egu besitzet, und sich König der weissen Elephanten, der Reiche ^vs, pcZu, ätem, i'iprs, k^cZenren des alten Reichs krsms oder krscbmsnnen, und derer Völcker (Zue^cz, l'imoco» litt und Liocsnzc! Ober-Herrn schreibet. Die vornehmsten Städte sind: 1.) ^rrscsn. die Haupt-Stadt des Königreiches, an dem Flusse Lksbe. m 15. Nleilen von dem Meer gelegen. Sie war hiebevor der Könige von ärrscsn Kcticlen2, Im vorigen 5cculo ward die Stadt von dem Könige von Krems mit dreymahl hundert tausend Mann, und vier tausend Elephanten, deren jeder fünffSoldaten in einem Thurn getragen, belagert. Es hat aber der Groß - KioZol dem belagerten Könige von ^rrscsn Hülffe geleistet, und den von Krems genöthiget, daß er mit Schande von ärrscsn abziehen müssen. 2.) 8 -mäsr. z.) 8ore. 4.) Lsäoustcsn, sind feine Städte dieses Lan» des. VI. Hieher gehören auch die Landschafften Lalubi und l'rsntisna. in welchen die Städte Lslubiund ^rsnstsnssind. Anderer Theil. R 5- 8. Des vierdten Buchs c^sp. vn. §. 8. Von der Occidentalischen Halb - Jnsul von Indien, oder die Halb - Jnsul von Ost- Indien disseits des Ganges, und Meer-Busens von Bengala, gegen Mitternacht das Kar. r^/serthum Klogoi, oder das Reich gegen Morgen, M Tom« /. ^ Abend aber das grosse Indianische Meer, c. lv. Die höchsten Berge darinnen sind, die von 6-^5, welche dieses Land in das Orientalische und Occidentalifche abtheilen. IhreHaUpttMlssesind, ducngz, I^aguncli, (!c,acim0der?ttanciovzöcc. Eg begreiffet diese Halb - Jnsul in ffch die Königreiche Orixz. (Zolconilc. ^^5« I^arbnAuc, die Küste von Loromantle! und die von l^alaizar, auch dieAöllig» reiche Oecan, Lalaguare, öiwsgnr, u.s.w. 1. Das Königreich Orixa. Darinne ist Orix die Haupt'-Stadt, welche auf einer Ebene gelegen ist. In diesem Lande sind die Waaren, Bimboßi, Reiß, Pfeffer, rothe Leibfarb, Ingber, Baumwolle, u.d.g.m. ii. Das Königreich Lniconcle oder ^gn^r gehörete vorzeiten demS» ge von Orix-. Es hat aber eine geraume Zeit seine eigene Könige gehabt, und stehet Vermahlen unter des Groß-Mogols Bothmassgkeit. >.) Die Haupt- Stadt des Landes Qolconüu lieget auf einem ebenen Boden, der lauterStein- Felsen ist. Die Kauffleute wohnen mehrentheils in denen Vorstädten, vor- nehmlich aber in der, von welcher man zum Schlosse gehet. Die Beamten des Mogols wohnen in der Stadt. Das Schloß, worinne die Könige von Lolcon- äe sonst Hoff gehalten, ist zwo Meilen davon gelegen. 2.) tttululiparnn. ;.)dlzriingzp2rnn. 4.)pccrzpoli. 5.) ?»bor. 6.) Vixnopzran, sind Städte dieses Landes. 7.)L2rctipo!i, eine Vestung. In diesem Lande gibt es sonst gute Diamam-Gruben, viel Eisen, Saltz, Stahl. iii-DasKönigreich d>?2rtinguc,oder Hi2rlinA2,einKönigreich,welcheshiebc» vor feine eigene Könige gehabt,itzo aber dem Könige von LiW-iZar gehöret. Dieses Land ist reich an Edelg esteinen.Die Einwohner sind abscheulicheGötzen-Diemr, indem sie sich einem Götzen zu Gefallen mit Messern verwunden, und wenn ihre Wunden schwären, oder sie davon sterben, sich vor heilige Leute halten. Diebe» stenStädtesind : i.idszrllnZa, die Haupt-Stadt. pur, eine Stadt, die von denen Christen 5r.ibc>m28geliennet wird, weil derHcil.i'b^ms!, web cher für der Indianer Apostel gehalten ist, daselbst gemartert worden. Diese wird sonst zur Coromandelischen Küste gerechnet. I V. Das Königreich LünnZzr, lieget zwischen Lolconäs, Uslsbsr, vc- Von Ost^ Indien. i;. czn UNd LoromZnäe!. MüN findet dariNNe^apblere , ^mecl^tten und andere Edele Gesteine. -Die Haupt-Stadt öiüzzgzr oder Lbanäe^ri, hat ein Schloß und ist auf einen Berg erbauet. Der König von LilnzZ-ir befitzet heutiges Tages auch das Königreich ^-rünzz. Es soll das Königreich öiln^rnoch andere simffLandschafften in sich begreiffen , davon l'-enii und Lingi die vornehmsten lud/ welche Sradte gleiches Nahmens haben. V.DieKÜste von eilOI^O^tXl^DZI.sszr.l.irruzLos.omZnclclium.eine frucht» hare Gegend, welche den 'Nahmen von dem Überflüsse des Reisses hat. Sie erstrecket sich von der Gegend Kiaü^our bis an das Lspovondomorin. wie-» wohl etliche Lesgrgx-Kj dieselbige nicht weiter als bis an das Vorgebürge von KeßZp-ran erstrecken. Die Küste begreiffet viele Landschafften in fich, welche aberzum Theil klein sind. i.) Der kleine Staat Qmzi . dessen Fürst biuique Heisset, welcher dem Könige von zinßbar ist. Das Land wird offt Nzique üe (Zm^i ge» nennet. Die vornehmsten Städte darinne find: i.Lmgj, die Haupt-Stadt, dabey eineVestunglieget. ^.Loloron. z.Lznclzbzrzn. Dieser Staat wird von einigen zu NlMzAzr gerechnet, weil der Fürst demselbigen Könige jährlich Tribut geben muß. ».) Der Staat von lanjzor hat seinen eigenen Fürsten, welcherdiai-zue von i'znjsor Heisset, und dem Könige von öitnzZar zinßbar ist. i'anjsorist darinne die Haupt-Stadt. j.) Die Landschafft von l^laclure hat die Haupt» Stadt gleiches Nah» mens, deren Gebiethe sich bis an das Vorgebürge Lomorin erstrecket. Bey dieser Küste fischet man Perlen, weßwegen sie der Perlen-Fang zubenahmet wird, welches denn dieser viel eintraget. Der Fürste dieses Landes wird blzjgue von Xtaäurz genennet. 4.) IN-Zapacan, eine Stadt mit einem fruchtbaren Gebiethe, welchehie» bevor zu der Provintz i'anjzor gehöret hat, und hernach von denen Portuaie» sen erobert worden ist. Jtzo gehöret der Platz denen Holländern. Der Erd-Boden der Gegend träget viel Reiß und Obst. s.) Leiäriü, ist eine Vestung der Gegend, die von denen Holländern an» geleget worden. 6.) ponreckirre. eine Vestung der Frantzosen. vi. ici^i.^n^k.ist der gemeine Nahme, den man der Meridionalischen und Occidentalischen Küste dieser Halb - Jnsul giebet. Gegen Süden ist das Vorgebürge, capodomoringenannt. Lintschot beglaubiget, daß fichdiese Küsteauf - 08.Meilen erstrecke. Es ist das fruchtbareste, volckreicheste und Massigste Land von Ost-Indien. Sie begreiffet viele Königreiche und Land- schafften in sich, welche ihre Nahmen von denen Haupt-Stadten haben; als, ^NAzmala,(IaIicur,(Iznzrior, oder Lsnzor,Locbin,Lolzn, oder c^ciuIsn.Lranßa» vor, ?orea, l'anor.l'ravancor, oder^ran^uebar, u. d-M. vorzeiten N » gehö» i;» Des Vierdten Buchs c->p. vii. gehörete die gantze Küste nur einem Könige, welchen man den Kayser von b-r nennete, heute zu Tage aber sind unterschiedliche Könige und Fürsten darin» ne, auch haben die Holländer etliche Städte darinne, auch die Dänen daselbst ihre Lvlonie. Denen Frembden wird nicht erlaubet durch die Königreiche die» ser Küsten zu reisen, wenn ste nicht einige dleberz oder Edelleute zur Begleitum bey sich haben. Pfeffer und Zimmet werden in diesen Landen überflussig gesunden. Die Einwohner sind entweder Götzen -> Diener, oder Ma hometancr, zum Theil schwartz, zum Theil aber braun, und bemühen steh die Königliche Dänische Ew,n» gelischGutherische ^lillionarii bey l'ranZued-ir sehr,die blinden Leute zum wahren Christenthum zu führen,und zu bekehren. Lonfe,-. b. vi. wo dich ictislionzrii benähmet worden.DieWeiber u. Männer gehen mehrentheils bloß, haben aber ihre Schaam mit einem Stück Cattun bedecket. Die reichsten lcizi! labarcr wohnen an denen See»Kusten herum,wo dieFiüsse sich insMeer ergiesse». Ihre Dörffer oder Oertcr, worinne sie wohnen,werden oder Märcltege» nennet. Die ^lalzbarcr sind nach ihren Zünfften unterschieden. Die erste Zulifft ist der Fürsten ; die andere der dst-imbourieroder HohcmPriestcr, welche sich offtmitPrincessinnen vermählen ; die dritte der die vicrdte derdla- üer! oder Edelleute.. Die ^i v-5 bauen das Land, und dürffen die Waffen, Bo» gen, Pfeile und Säbel führen. Die xioncona; oder Fischer wohnen an dem SeoKüsten, und leben von der Fischerey, und werden nicht zuSoldawnge» i nommen. Die Lberez oder Hand» Wercks» Leute und Künstler machen auch I eine Zunsst. Die I?ouli.ir5 sind die Geringsten, und wohnen in schlechten Hut» ^ tenvon PalnwZweigen, daher sie sehr verächtlich gehalten werden, zumahl weil sie verändern lcislsbzrer vergrabenes Geld auffsuchen,und davon leben. Wenn ein pouliar einem dstzmbour, örsmen, oder tgcücr, begegnet, undnichtaus demWegegehet, so hat dieser das Recht selbigen mit Gewalt wegzutreiben, und wenn er nicht an einem vrivileMen Orte ist, zu todten, :c. Die vornehmsten l Länder sind: (i.) Hngamslz, eine Landschafft, welche hiebevor ein Königreich gewesen. Die Haupt»Stadtist^ng-,mslz, wo die Portugiesen im vorigen 5ecu !oeinen Bischoffgehabt, welchen aber Pabst l^uluz v. Xn. 1609. nach Osn^-mor oder Lcrra cle'dbom^ Versetzethat. (II.) Läl.ILIII'. ein Königreich , lar. Kegnnm dolecurium genannt, welches seinen eigenen König hat, welcher sich offt bemühet Kayser von gantz ^Al-ibai-zu werden. Die Einwohner nennen ihn 5ZM01 in oder l^ü morin, das ist, einen Käyser und Gott der Erden. Das Land hat viele Jubelen und eine grosse Menge Pfeffer, deßwegen die Holländer eine starcke Handlung der Ec» gend treiben. Die Engelländer haben auch ihre Verkehrungen, und haben zu Lalecur einige Häuser. Der 8zmc>rin will denen Portugiesen nicht trauen,weil sie im X VI. 3scu!o viele Unruhe in diesem Reiche verursachet haben. Die Haupt» Stadt Von OstIndien. »Z5 Stadt dieses Landes ist LHI.KLII1' oder Lslicur, lac.Olicuttum, welche sehr reich ist/ und in die alte und neue Stadt abgetheilet wird. Sie lieget zwischen liockm und Lsnznor, und hat einen trefflichen Hafen. Die Engellan- der haben ihre Häuser in die Höhe gebauet, um von Überschwemmung des Wassers sicher zu seyn : Denn weil die Stadt sehr niedrig lieget, so wird sie osst überschwemmet. * Die mehresten Einwohner des Königreiches stnd Götzendiener, und bethen mit ihrem Könige den Teufel an. Ihre Götzen- Pfaffen heissen kommen. Lislä, eine Vestung, welche hiebevor denen Portugiesen gehöret hat. (in.) Das Königreich oder eZnaor, erstreck t sich von dem Flusse L-mcerocorz, biß an puriparsn. Das Land hat zwar seinen eigenen König, welcher aber das Königreich nicht völlig besitzet, sondern denen Holländern einen Theil davon überlassen müssen. Die vornehmsten Städte sind: 1. Onmor, lar. L-mznormm, die Haupt-Stadt des Landes, welche anfangs von denen Portugiesen, An. 166z. aber von denen Holländern erobert worden, welche diesen Ort noch besitzen. 2.dot2. z.ielsnZÄce. 4. letar-ibjz. f.OorObz, sind Städte des Landes. Aer König von Osn»nor hat sich der Jnsuln vlvsnclurzn und KIslicuc unter denen Maldivischen Jnsuln bemächtiget. (IV.) Das Königreich Lc>L»ldg, lar. R.cgnum Oocbinum, hat seinen eigenen König, welcher durch viele Kriege mit denen Portugiesen,Hollandern und dem Könige von Lzlicuc gantz entkräfftet worden. Die so genannten St. Thomas-Christen pflegen ihren Gottesdienst in Chaldäischer Sprache zu verrichten. Die rechten Einwohner sind grobe Götzendiener, i. LocMn, lar. Loclimum, die Haupt - Stadt des Landes, welche wohl bevestiget ist. Die Portugiesen haben sie dem Könige imxvi 5eculo abgenommen, und daselbst einen Bischoff gehalten, aber An. 166z. sind die Holländer zum Besitze dieses Ortes gelanget. 2. vormec, ist die Residentz des Königes von docliin, welcher unter dem Schutz der Holländer stehet, welche der Gegend die Oberhand haben. (V.) Das Königreich Olan oder Loulzu. ist 20. Meilen lang, und '«.Meilen breit. Hierinne hat vorzeiten der Götzendienst deren Brachmanen Konret, welcher hernach nach Locbm versetzet worden. Die Haupt-Stadt ist Lolan oder Lalecoulzn. (vi.) Das Königreich OanZsnnr oder (Zi-gngznur, gehöret dem Könige von dslicur, doch baben die Hollander die Haupt-Stadt LrsnAllnvr in ihrer Gewalt, welche hiebevor von denen Portugiesen besessen worden. Zu ängem» wurde An. 1607. ein Bischoffhum angerichtet. (vii.) Das Königreich ^znigsre, worinne KisniAsre die beste Stadt. LViii.) Das Königreich ?ores, gehöret dem Könige von c^i.cur. R ) (ix.) 1,4 Dee Vl'erdtm Zöuchs dzs,. vn. (IX.) Das Königreich 7anor. hat seinen eigenen König. DieHmwt. Stadt ist ^anor. Die Einwohner sind Heyden, es befinden sich aber auck viele Christen darinne. ^ (X.) Trangebar oder l'rznczuckar, eine Stadt, mit einem Hafen und ! dirsäelle, gehöret dem Konige von Danemarck, welcher zum Vortheil seiner Kauffleute eine gute Besatzung hicrinne halt. Seit An. >7°5. habend. Dänische l^ilNonsni Ziegcnbalg, Plntscho, Gründler und Böving der tZe» gend eine Evangelisch »Lutherische Kirche ausser der Stadt bey einem Dorffe oder gebauet, Jerusalem genannt, dabey sie auch einige Wohn »Häustr und Schule haben, worinne von der Zeit an viele Heyden zu der Evangeli'ch. Lutherischen Religion auf Kl»lzb,,r bekehret worden. In der Stadt"7-^- / Nische Vleer. Es begreiffet dieses Land die Königreiche cwor, und Lzricuk an der Küste in sich, und weiter hinein auf dem vesten Lande, kc>scopz,so biß an die Gebürge von Larc reichet. Es erstrecket sich auf so. Meilen nach der mittelländischen Seite von Los. und hat einen grossen Überfluß an Reiß, welcher weit und breit verführet wird. Die Einwohner sind gute Soldaten, und wissen wohl zu mimren. Sie haben mit denen Malabarn fast immerfort Kriege. Ihre Gebrauche kommen mit denen Gebrauchen des grossen ^°li überein. Ihre grosse Festläge begehen sie auf eine wunderliche Art. Sie fuhren ihren Götzen auf einem mit Blumen geziereten Wagen herum. Die Rader an solchem Wagen haben grosse Hacken, welche an die Speichen ge» machet find,worauff diejenigen, welche einen sonderbaren Andachts»Eifer st» hen lassen wollen, sich legen, und also mit dem Rade herum drehen. Andere legen sich auf die Erde, um von dem Wagen todt gefahren zu werden; durch welche Art des Todes, da sie vor ihrer Götzen Ehre sterben, sie, ihrer narri» schen Meinung nach, hoffen unsterblich zu werden. Die Art, welche sie bey Abstraffung der Ubelthäter haben, ist auch gar sonderbar. Denn man pfle» get denen Ubelthätern Hände und Füsse zu binden, sie nackend auszuziehen, und also an die Sonnen»Hitze zu legen, daß selbige hierdurch, wenn sie von denen Fliegen gestochen werden, eines langsamen und schmertzlichen TodeS sterben mögen. Anno 1714. geriethe der König von dan-ira mit dem vice- ko? von <7oz in einen blutigen Krieg, in welchem die Portugiesen einige Städte eroberten, und über fünff Millionen l^otlez, oder zehen Millionen Von Ost-iIttdl'ett. lZf Thaler Beute machten. Nachdem aber gedachter König einen Gesandten ^ch eoa schickte, so ward der Friede wieder hergestellet. Die vornehmsten Städte dieses Landes sind: I.) ll-irceloi , eine veste Stadt mit einem See 5 Hafen, welche hiebevor denen Portugiesen gehörete, heute zu Tage aber von denen Hollandern beses» sin wird. e.) (iÄianopor. ;.)dak3pck. 4.) ^lolsczuin. 5.) Lomur«. 6.) Svtcor» ma. 7.) tctisseo, sind Städte dieses Königreiches. 8.) Onur. ist die Haupt» Stadt des Königreiches 0n»r, darinne viel Portugiesen wohnen. 9.) kaci. cula , ist die Haupt» Stadt des Königreichs L-tticulz. 10.) tcksngzlor . eine ansehnliche Handels »Stadt, worinne die Portugiesen eine ?zQorey haben, und die Helffte des Zolles gemessen, der ihnen von dem Könige von Lansra abgetreten worden. Abend das Indianische Meer, gegen Mittag , und gegen Mitternacht das Reich des grossen Dieses Königreich war hiebevor in fünffProvin» hien und Königreiche abgetheilet, welche aber seit 15 ».Jahren gar sehr zerrissen worden. Denn den grössesten Theil besitzet heute zu Tage der grosse t^o^ol, einen ansehnlichen Theil der lückcsn oder König zu vilzpor.und etwas die Portugiesin, welche in dieser Gegend am mächtigsten sind. (I.) Dem grossen LNoDol gehören von dem Königreiche 1.) Das eigendliche Königreich Occan. worinne i.vecan, die Haupt» Stadt des Landes. 2,. ^n6znz>»sr. (?Kzul oder Levu! , oder LKiaul, eine Stadt 2. Meilen von dem Meere ab, und an dem Ufer eines Flusses gelegen, welcher vermittelst der Seeflulh allerhand Schiffe biß in den Hafen führet. Nie Stadt ist gleichsam in zween grosse Thejle getheilet, in deren einem alle Handwercks»Leute wohnen. Ihr Hafen ist mit starcken Mauren verschlossen, und an dem äussersten Ende mit zweyen Schantzen bevestiget. Die Portu» gissen haben die eine An. - 520. unter ihrem L-ners! 5eczue>^, mit Erlaubniß des bli-22mzluc auffgeworffen ; die andere ist von denen Muselmannen ge» bauet worden, und also gelegen,daß sie sowohl die Stadt, als den Hafen beschies» sin können. Dieser Platz ist denen Muselmannen durch die Portugiesen mit List abgenommen worden, indem sie den Elephanten, welchen diese Unglaubi» ge mit einer Ketten an das Thor gebunden, den Eingang desselben zu verweh» ren, mit Feuer und etlichen iVtutssu«en »Schüssen erschrecket: Denn als die» sis Thier das Feuer gesehen, hat es sich auf die Seiten gewendet, wodurch denn die Portugiesen Anlaß genommen durchzukriechcn, und sich also dieses Ortes zu bemächtigen, sind aber hernach durch den grossen daraus vertrieben worden. 4. x,erbv. «. HmenLsball, welche der Groß» neu erbauen lassen. ».)Das IZ6 Des vl'erdtM NucHs VII. 47- 48. 2.) Das Königreich ksIaZuzre. Darinnessnd: r.volrzüzcl. die Haupt« Stadt des Landes. ^.LU->z->re. Neger, eine Stadt, welche in einer kleinen Ebene gegen Onenr der Berge von e^e- lieget. (ii.) Dem 1 v 1. L oder Könige von vecan, welcher auch König von cuncan und v.szp>c»r genennet wird, gehören. ' I. Viszgor oder Vlizpour, die Haupt-Stadt des Königreiches Viszvor, und des Königes von vecsn oder Lur>c->n, welcher auch König von genennet wird, Residentz, an dem Flusse gelegen. Sie hat vier Frantzösische Meilen in die Runde, und ist mit doppelten Mauren umgeben. Des Königes Pallast ist mitten in der Stadt, und rings herum mit einem liessen Wasser-Graben umgeben. v-woul oder vzbut, eme Stadt io. Meilen von db»ul gelegen,tvel 2. che die Portugiesen unter ihrem Lener-I ^lmeicla. dem i. dem Könige von Vikpor zugehöret, es haben aber die Engel« lander dieselbe fast gantz abgebrochen. Eben dieser König hat hiebevor die Städte vec^n, dunzn. vst^c-, dancilZ und tllamcüan.iAe besessen, welöhe ihm aber entzogen worden. (III.) Denen pottugiejen gehöret in den, Rönigretche vecsn dir Stadt Lvz. Ausser diesem Orte haben die Portugiesen vorzeiten viel andere Oerter in Ost-Indien besessen, sind aber theils durch die Engellander, theils durch die Hollander, und theils von denen innlandischen Königen clepollecli- ret worden. Zu Los aber sitzen sie noch biß auf den heutigen Tag veste. Diese Stadt Goa ist in einer Jnsul, welche eben diesen Nahmen fuh« ret , gelegen. Anno ,;o?. hat der Hertzog von ^ibaquereue, des Königes Lmznueljz von Portugall ^ümir-l über dessen See «Flotte, diese grosse Handelsstadt dem Fürsten von vecsn, oder iciU - . abgenom« msn, von welcher Zeit an die Portugiesen dieselbige für die HauptSM aller in Indien eroberten Platze gehalten, und zu einem Ertz»BischoffWl' Sitze, auch zur HossStadt eines Vice-ko^, oder Unter«Königes, oder Gouverneur; gemachet haben. Goa wird von dem Flusse ktznlloue. oder c-ozcim, welcher aus des Lande Oecsn kommet, und nachdem er den mittäglichen Theil der Stadt durchstoßen , sich zwo Meilen von dannenin das Meer ergiesset, zu einersss sul gemachet. Diese Jnsul hat sieben Frantzösische Meilen in ihrem Umkreist. Ihr Boden ist ungleich, indem die eine Helffte eben, die andere Helffte aber bergicht ist. ^ Die Hauser allda ßnd wohl und bequem gebauet, insonderheit wird zu Erbauung derjenigen Hauser, so denen Portugiesen oder ^leri« zugehoren, ein gewilier Von Ost--Indien. gewisser Stein, welcher von dem Marmor nicht viel unterschieden ist, ge» brauchet. Dieses Wort kteu; bedeutet diejenige Persohnen, die von einem Vater und von einer Mutter sind gezeuget worden, worunter das eine aus Portugal!, das andere aber aus Indien bürtig ist. Die Gassen daselbst sind sehr krumm, und wird die geradeste darunter verecbao > oder l.ailon genennet. Fhre Lange erstrecket sich über funffzehen hundert Schritte, und sind zu beyden Seiten die kostbareste Laden der Gold »Schmiede und Iubelirer, oder die Hauser der reichesten Wechsel-Herren, welche gemeiniglich Portugiesen, Jta» Hauer und Teutsche si-d, zu sehen. Die Dom »Kirche wird zu unser lieben Frauen genennet, und istderEnt» wurff derselben sehr prächtig , aber so weitlaufftig, daß sie noch nicht ausge» bauet ist. Auf der einen Seiten ist des Ertz»Bischoffs Pallast, auf der an» dem aber das lnguimic>n5-Hauß , welches ein sehr altes Gebäude, zu se» hm. Ein wenig weiter drunten ist die Lambra tte Liclacla, also nennen sie das Rath»Hauß, und in einem andern V-arcier des Königs Hospital, wel» ches über die Massen prachtig erbauet ist, und weder dem Krancken»Hauß oder inlckm^io zu Maltha, noch dem Hospital zum Heil. Geiste in Rom im geringsten etwas nachgießet, zu sehen. Der Pallast des vice - lieget auf einem kleinen Hügel, und ist sehr weitlaufftig, auch prachtig erbauet. Vor der Haupt »Pforten desselbigen ist ein öffentlicher Platz, Lamp» äe p-llo genannten dem äussersten Ende aber dieses Platzes ist das höchste Gerichts» Hauß der Portugiesen in Ost»Indien. Wenn man in des vwe. Pallast gehet, findet man zur rechten Hand den?mnco, oder das Gefängniß, zur lincken Hand aber sind die Proviant» und Ammunitions»Häuscr, das Zeughauß und die Schatzkammer. Diese volckreiche Stadt hat zwar keine Mauren, ist aber durch sieben gute und starcke Castelle verwahret, welche Vestungen diese Znsul beschützen. Der Hafen zu ist einer von den schönsten der Welt, und wird, wie die Hafen zu Constantinopel und i'oulon,vor einen der besten auf unserm ttemizpbseno von Asia, Aftica und Europa gehalten. §' 9' Von denen abgöttischen Völckern in Ost-Indien. i. 14Nter denen grossen Theilen des gantzen Welt»Rundes , ist Asia 4^. allein derjenige, allwo der Götzendienst und die Abgötterey am meisten im Schwange gehet. Denn in China, und insonderheit in denen beyden H>alb»Jnsuln diß»und jenseits des Meer»Busens von lZengckn, wimmelt es Anderer Theil. S voller 158 Des vl'erdtön Buchs VII. voller Götzendiener, welche eine unzahliche Menge Bilder, unter unterschiede nen und mehrentheils lacherlichen Gestalten, die mit ihren Religion Puncten nicht übereinkommen, anbethem Denn es finden sich solche Leute unter ihnen, welche, wenn sie einen Kieselstein oder Zahn von einem Affen au» gebethet haben, derjenigen spotten, die einer Kühe oder Schlangen göttliche Ehre erweisen. Etliche unter ihnen glauben vestiglich, daß nach ihrem Tode die Seelen in die Leiber der Thiere fahren, deßwegen sie von diesen Thieren nicht essen wollen, aus Beysorge, daß sie die Ruhe der Menschen-Seelen versteh» ren, dergestalt, daß sie sich nur vom Brodt, Erd-Früchten undHülsengemtz erhalten. Etliche sind so abergläubisch, daß sie sich einbilden, sie verunrew gen sich, wenn sie jemand, es sey denn im Kriege, anrühren. Damit sie sich nun von solcher Unsauberkeit reinigen, so enthalten sie sich so lange des Essens, biß sie sich dreymahl in das Wasser getauchet haben. Einige sind in ihm Speisen so gewisseichafft, daß sie von nichts anders, als was sie selbst Mich» ten, oder zum wenigsten von ihren Mummen, welche Diener ihrer Götzen sind, zugerichter worden, essen wollen. Sie halten die Kuhe absonderlich in grossen Ehren, und in der risrhen Einbi.dung , daß nach dem Tode die Seelen der Menschen in die Lei, ber der Thiere fahren, so stehen sie in dem Wahn, daß nur allein die Seelen der Menschen, we che absonderlich fromm gewesen sind, diese besondere Key» heit haben, daß sie in den Leib einer Kube fahren. z. Der Weiber ihr Zustand aber ist insonderheit zu beklagen : Denn 49. sie müssen sich entweder nach der Manner ihrem Tode in den Scheiler»yaus» fen, in welchem ihre Leichnam verzehret werden, stürtzen, oder sie we dm sur so unehrlich gehalten, daß jederman für ihnen einen Abscheu hat. Diesem» gen aber, so Kinder haben, können sich davon befreyen, wenn sie versprechen, daß sie sich nicht weiter verheyrathen wollen, und dürsten solcher gestalt nicht zu der zweyten Ehe schreiten. Man sagt, daß dieses schaffe Gesetze daher kommen sey, weil viele Manner ihren Weibern mitGiffc vergeben haben,da» mit sie andere bekommen möchten. Dannenhero bat einer von ihren Koni» gen verordnet, daß sie die Manner niemahls überleben selten, welches denn den Lauff der Vergifftung gehcmmet. Dem obngeachtet ist dasjenige, was man aus einem politischen Äbsi'hen vest gestellet, als eine die Religion und Lehre betreffende Sache fortgesetzet worden. 4. Die Anzahl der Götzendiener in Indien ist viel grösser, als derMaho» mesaner, und können dieselbige unter unterschiedenen Gattungen begriffen werden; als da sind die krummer, die Kerrix oder k-slpoucis, dieMnisn5,die die Lbarsclez, die Vcrreuz und die pulciei'5. 5. DieMammen rühmen sich, daß sie Nachfolger der alten Indianischen 50. Philosophen waren, welche unter dem Nahmen der Brachmanen so berühmt gewesen Von 1,9 gewesen sind. Sie sind zu dem Götzendienst und Verwaltung der Tempel bestellet, und verehren absonderlich einen Abgott, den sie nennen, welchen sie für den Ursprung aller Dinge, und für den Schöpffer der gantzen Welt erkennen. Sie sagen, daß derselbe drey e^öhne erzeuget habe, welche aber nur eine einige Gottheit ausmachen. Damit sie nun diese Zahl und Gleichförmigkeit der Natur ausdrucken mögen, so traget ein jeder eine Bin» de, welche in drey Schnüre abgetheilet ist. Sie tragen einen Tullband auf dem Kopffe, und ziehen zwey Futter»Hembder übereinander an, deren eines nicht weiter, als biß an die Knie»Scheiben, das andere aber ein wenig weiter hinun» ter gehet. Sie haben allezeit rothe Schuhe an, und legen sich sehr auf die kwksmattsche Kunst, habe«? auch eine berühmte Schule in einer Stadt, Lenzrc-- genannt. Insonderheit besteissigen sie sich die Sonn»und Monds »Finster» nisse auszurechnen, und ist der gemeine Mann dergestalt in sie betböret, daß er ihnen nicht allein das ZantzeReligions»Wesi'n, sondern auch die Verwaltung etlicher Königreiche anvertrauet. 6. Die Kilpourez werden auch von etlichen unter die Zahl der L.IM2N5 gerechnet, weil sie der 5eÄ von Samarath zugethan sind, mit welcher sie die Jndiani» Verwandlung der Seelen glauben. Infönderheic aber halten sie gantzlich scheReise- dafür, daß die Seelen der Menschen in die Leiber der Vögel fahren, welche Beschreib ihren Freunden zu wissen thun, ob ihnen Gutes oder Bö'es wiederfahren solle? bung. Um dieser Ursach willen haben sie auf den Gesang und Flug der Vögel mit i. grossem Aberglauben gute Acht. Und weil die Indianer von Natur furcht» 2,11. sam sind, so nennen sie diejenigen R.^luZ5. welche das Hertz haben in den Krieg zuziehen , und werden von dem Vlogol zu hohen Staats»Bedienungen be» fördert. 7. Die K-tl? oder essen von allerhand Thieren, ausgenommen von einer Kuhe, oder Ochsen. Diese sind insgemein Kaussleute. 8. Die Lznisnz legen sich auf den Kauss»Handel und Gewerbe, und bc» fördern unter dem Nahmen , dasist,Wechstl»Herren, den Laufs des» selben, und pflegen an listigen Griffen denen Juden nichts nachzugeben. Sie leben von nichts anders als von Reiß, Milch»Svcise, Früchten, Krautern, eingemachten Sachen, und vom Brodt. Die Männer und Weiber baden sich des Tages zweymahl, damit sie ihre Sünden aussuhnen mögen. Wenn der Mann gestorben ist, und das Feuer seinen Leichnam verzehret, so ver» brennet sich das Weib des Lani-mz zugleich mit auf diesem Scheiter»Hauffen. Sie führen mit denen Lammen einerley Lebensart, erkennen sich aber in so weit geringer als sie, daher sie aus Ehrfurcht niemahls ihre Töchter hey» rathen. ?. Die ioAuc5 oder log»)? sind wie die Pilgram, oder hin und her wan» delnde Geistliche, welche von eiuem Königreiche in das andere ziehen, sind S 2 aber i4o Des Vierdtm Buchs vll. aber lieber in denen warmen Ländern,und pflegen insgemein die Wüstenm Einöden zu suchen. Sie leben von den AUmo'en, sind übel gekleidet, M werden für heilige Leute gehalten, weil sie viele Tage lang in sehr strengem Fasten, und bißweilen ohne Essen und Trincken zubringen. Etliche unter jh. nen halten sich viele Jahr lang vor der Thür der Tempel in der grössefte» SonnemHitze, und im Regen auf, und verlassen dieselbige nimmermehr, c»s wenn sie ihre Nothdurffr verrichten wollen. Bey allem diesen so strengen Le» ben, sind sie dennoch sehr grosse Betrüger, und machen sich nicht so lehr durch diese Schemheiligkeit, als durch den Gebrauch und Hülste etlicher gemeine» Kräuter, und einiger Steine, deren Krafft und Tugend sie auf ihren Reiß» erlernet haben, einen Nahmen. Sie erkennen einen Obern für ihren Vorac» setzten, den sie alle Jahr in einer allgemeinen Versammlung crwehlen, deß» ämorirat und Ansehen aber nicht langer als ein Jahr wahret. 10. Die Lbsrocivz, oder 6oucir^i5 sind Leute, welche, wenn die ksssomez dem Kriege nachziehen, auch dahin folgen, jedoch mit diesem Unterscheid, daß sie stets unter dem Fuß-Volcke, die ksss>oucc5 aber gemeiniglich zu Pferde dienen. I I. Die Verrczz sind Leute, welche in Gemeinsamkeit wie die Klosw Leute leben, und sich der Armuth so sehr gelobet , daß sie sich nur allem von dem überbliebenen, was von guthertziger Leute Tisch getragen wird, w nähren. Sie tragen auch so grosse Sorge, damit sie von nichts, das ein Le» ben hat,cssen mögen, daß sie nichts anders, als warmes und gesottenes W.?st ser-trincken, nicht zwar der Gesundheit halber, sondern weil sie sich cu bi.den, daß das Wasser eine lebendige Seele habe, daher die'elbige durch dosFeuer vorher ausgcleichtet werden müste, damit sie diese Seele nicht mir eimrmckm. Um dieser Ursach willen tragen sie stets, wenn sie reiten,'kleine Släblein in der Hand, aus Beysorge, daß sie etwa die Seele eines Wurmes todten möch» ten, daher sie den Weg sauber:?. Sie gehen weiß gekleidet, und allezeit mit entblössetem Haupte. Sie bescheeren das Kinn, oder reisten vielmehr des Haar aus. Wegen eines besondern Gelübdes, das sie thun, ist ihnen auch die Beywohnung der Weiber verbothen. - 2» -Die Fekiers sind gleichfalls eine Art geistlicher Perlöhnen, welche sich die gantze Zeit ihres Lebens sehr strenger Züchtigung und Tödtung des Fleisches freywillig unterwerssen. Sie schlaffen fast niemahls aus der Erde», noch nach der Länge ausgestrecket, sondern meistentheils aus einem dicken Seil, so in die Lufft gespannet ist, und ihnen zwischen denen«Ltchenckeln durchgehet. Etliche schauen diejenige, welche mit ihnen reden, niemahls an; andere sehen in die Sonne, so offt sie scheinet, mit unverwendeten Augen. Sie Hessen noch viel andere dergleichen Gelübde, die sie auch sehr vestj und unverbrüch«- von Ost-Indien« 14? i z. Die Mahometaner werde«: in 5c»nm'5 und in LM-ix unterschieden, Jer Groß^ogol, und die Vornehmsten an feinem Hofe pflichten der Lehre 8onmz bey, welche mit der Tnrcken ihrer einerley ist. Es sind aber auch viel gemeine Leute in seinem Lar.de, und unter denen so ihm zinsbar sind, welche der Lin-ux ihrer Lcbre zugethan sir.d. 14. Man findet auch in Ostindien viele Christen, welche im Lande ge» bürtig sind, die von dem heiligen l'bomsz'i'bc.mMen genennet werden. Der Römisch »Catholischen Religion hanget niemand an , als etliche Europaische Kaufleute, oder die P ortugiesen, welche zu Lua wohnen, und etliche ausge» schickte Geistliche, die nach 5lam und andere Ocrter reisen. Die Evangelisch» Lutherische Lehre ist seit 1705. auf der Malabarischen Küste bey der Dani» scheu Vestung I'rznczuebzr, durch einige lVtjtlivnario5 ausgebreitet worden. §. IO. Von denen Groß-Mogols, und ihren Nachfolgern. s^Jesenige, welche vorgeben, daß die Groß^vZvlz von dem weltberuffe» s r. ^/nenl'amLrism abstammen, gründen ihre Meinung aufdas Zeugniß io- h-inni5 in. Königs in Portugal!, und sind zuBestarckung ihres Vorgebens der Meinung, daß die weisse Farbe, welche denen Fürsten aus diesem Geschlechte 659. «te angebohrcn ist, ein ohnfehlbares Kennzeichen sey, daß sie aus der Tartareyge» ^5/^° biirtig waren. Weil nun diese Farbe der schwartzbraun » und nliven-gelben Farbe der Indianer gantz entgegen gesetzet ist, so scheinet es, daß die Muthmas» sung durch die Bedeutung des Wortes irtogol, welches so viel als weiß bedeu» tchbestarctet werde. Nun folgen die tciugMz nacheinander. Tanwrlaw ist Lbr. 1404. gestorben. Sein Sohn leiiramacb solte Indien regieren, ward aber 1408. von Xara ickux einem ^uocomzmUer er» »lordet. Nach ihin sind folgende kwgolz anfden Thron von inckollan konimcn: I.)8u!ran^laliomerl>. bis 1465. ;.)tckamerb -8cdecl !v0N 1469. bis «495. 4 .)5ulcanlZ.!l )urvon^n. 14?;. bis 15;!. ward aus der Us» beckischen Tartarey versaget, und kam hier in wscMsn aufden Thron. Ihm solgete sein Sohn ;.)hic>m.ijon, dervon^n. i^zi.bisiis^.regierethat. Er Miethe mit denen paranoMern in einen Krieg, und ward durch deren König ^coi-.Lkiin genöthiget das Reich wcloüän ^11. i;47. bis i;;o. zu verlassen. Ihm lucceclirete sein Sohn 6.) ^keb»-,r. dervon ^>1.1 s; e. bis 1 6c»;. regieret, und die Lander dsnüsli-ucn > 5wclen z üengslz und andere mehr erobert hat. 7.) 5uKzn8elimoderieKznn.tZuir, regierete von >6o ;.bis ! 6^7 .wie» der diesen rebeliirete sein älteste» Sohn Lolruu. ward aber von dem Vater ge« S ) schla» Des vicrdrm Buchs dl-p. vii. schlagen, undgefangen. 8.)(^oram.5ckzckoderc^-6ekznn, desvoriqen Sohn, hatvon^n. .6 27. bis 1660. regieret. Er hatte vier Söhne: i.v^. (Iba. II.5uk2n.5ujnb. III.^iirenZ^eb. IV^Iclarsc öz^cbe. Mtt Wel. chcn Fureng - ^eb die andere alle aus dem Felde geschlagen, und ums "eben gebracht, auch seinen Vater selbst gefangen gesetzet, und sich/m. 166°. krönen lassen. Und ob gleich der Vater bis 1666. gelebet har, so ist er doch mehr wieder auf den Thron gelanget. 9.) äure^-eb . welches in der Indianischen Sprache so viel bedeutet , als eine Zierde des Thr» ues, hat gedachter Massen seinen Varer äccbromnret, die Bruder gewaltig aus dem Wege geraumct, und von ^>>01662. bis > 707 - regieret, da er am; >. k-. b. uar.l. im 9 l.Jabre seines Alrers verstorben. Er hatte vier Söhne: l.5cb». Flem. ^-:-2n-5cb2vv. welcher im Feldzug gegen seinen altern Bruder i samt seinen Söhnen gctödtet worden. ;. Llcbe^r. 4. L»wn-Lax, welcher I dem ältesten Bruder die Cronc älssucNen wolte, aber darüber sein Leben ein. büssete. Obgedachter glückstligerMonarch ^ureng Tleb. welcher 4^. Jahr als Kayser von inclottan regieret hat, uiid im Alter alle Könige der heutigen Mit übertroffen hat, war von nnrtclmassiger Grösse, hatte einen dicken Leib, m. des Angesi cht und viel Kinder, davon aber nur obgedachte vicr Söhne am Lew blieben. Er bielre sehr eifrig über die Mahometanische Religion, und M seineir ältesten Printzen, der vor bemeldeten vieren gestorben, zu im SW se gefangen, weil er wider ihn rebeibrct hatte. Er fuhrete ein strengesLeben, welches der Reue, wegen des an seinem Vater und Brüdern begangenen Mor» des zugeschrieben wird. Er liebete die Jagd, und pflegte sich aus einem Ekchcm, ten auf selbige zu begeben. Dieses berühmten Printzens Bildniß , nl nach dem Riß, den uns der p. lZercr-nd gegeben, gemachet worden. Auf der aber, haben wir den ^ic.Z»l fürgestellet, wieihnder p. iclircber jnseinemBM von China im 11. Theile, e->p. 5. in Kupsscr stechen lassen. - o.)5cwv I der heutige Groß^vgul, kam 1707. zur Regierung. i §. 11. Von denen Gemächern des Groß Mogols- 74ve?me? /^S haben die Gogols keinen besondern Ort, welcher ihrem Begrabniß ge' »ttne»-. -» ^^widmet ist : denn man findet etliche ihrer Grab» Stalte zu ^""^von,» und etliche am vielen andern Orten ihres Käystrchums. Des Wug T.el'. 7. Fkabsr oder Flceba. Begräbniß ist bey Fgrz > des leb-mn Lulr oder c. 1.?^- GrabmahlaberistineinemGartenaneinemWege, der von äZra nach u- 6gehet, zu seben. DerKäyser oder König cbz.ecbami, oder^ (Zebsn ^uir Sobn, hat über das Thor diests Gartens das Grab seines Von Ost-Indien» Mereinem schwachen Himmel, und an beyden Enden zween kp.^etmcen, und ringsherum viele Fackeln von weissem Wachs abmahlen lassen. Dergleichen fi..uren sind sonst der Gewohnheit der Mahometaner sehr zuwieder. ° Das Grabmahl derGemahlm des Kriysersegen 0riem der Stadt, in einer besondern darzu erbaueten ktosquee, nicht weit von I>timaczn oder Groß- Uaxar, welches der Ort ist, der am meisten M denen Auslandern besuchet wird. Diese ist wunderschön gebauet, indem eine unsägliche Summe Geldes daran verschwendet worden. Zwanzig tausend Menschen haben gan- her zwey und zwantzig Ja hr daran arbeiten müssen. I hr Gewölbe ist sehr prächtig, und so wohl imaiL auswendig mir weissem Marmor gelieret. Der Leichnam dieser Princessin lieger in einem Gewölbe mitten unter der Uolguec. Über dem Gewölbe aber ist eine Vorstellung, die mir köstlichen Ta- pecereyen, welchevon Zeit zu Zeiten abgewechselt werden, bedecketifi. Rings herum stnd viele Fackeln, wechc die l^>.,ula5 oder Mahometanische Pfassen, wenn sie ihrem Gebrauch und Suffrung nach ihr Gebeth daselbst thun wollen, anzünden müssen. Der Fluß sondert diese prachtige !^c>sguec von dem Grabmahl des Kaisers Lb^cb-in ab, welches aber m voll-ommen geblieben, weil dieser Pvintz in währendem Kriege, den er wider seine Söhne geführet, gestorben, alsernoch daran hat bauen lassen. Nach der Zeit hat niemand weiter Hand angeleget, daßetwas daran gebauet worden. §. 12. Von dem allgemeinen Zustande Ost-Indiens, und einigen Sonderheiten. i. HXSt-Indl'en ist ein Land, welches zum Theil grosser Hitze unterworssen 7^^? »V-)ist. Die Sonne gehet des Jahres zweymahl durch. Gegen Mittag ist es ^^,.7/. warmer, als in denen Landern, welche gegen Mitternacht liegen. Esistauch^. .. <5- die Farbe und Cigenschafft des Erdreiches daselbst unterschiedlich: Denn in m. , clvlian ist dasselbige an vielen Orten sandigt, und nicht sonderlich fruchtbar; in denen Halb-Ins«ln aber ist dasselbige sehr fruchtbar an Korn , allerley Früchten und Specerey, insonderheit aber an Reiß. 2- Insgemein ist das Mannes-Volck beydes in inclost-n, als in denen Palb-Insuln kleiner von 5csmr, als andere Astatische Völcker. Die Maho- 57 z. meta- 144 Des vierdtStt Buchs Lax», vii. ^ metanische Weiber, wie auch der Götzen-Diener Frauen werden dasMm -^5«" 5) - scharffer Verwahrung gehalten. Die Manl-es- Bilder tragen allda Kie/, undzwarnur die vornehmen Leute von Gold ui'd Silber-Stück.Denn ff hoben die Kunst noch nichtgelernet, Gold und Silber untereinander zu weben. Es wird daselbst grosses Gewcrb getrieben, davon dieZnwohnerzw Theil sehr reich werden : Denn ihre Handlung bestehet in Indigo, in SM. ter, inSpecerey, insonderheit aber in Baum-Wolle, von welcher der gemein ManngemahleteTüchermachet, welche einen starcken Gewerb heben." aller vornehmste aber von diesem allem, sind die Gruben von köstlichen Gej» nen, und der herrliche Perlen-Fang. Insonderheit sind daselbst Diamant. Gruben, einezuk^-ivlconclz, fünff Tage-Reisen von L>.'lLvncie, eine zu sieben Tage-Reisen von dannen, und die dritte zu Taumel, im Königreiche öe». xzls. Die Müntz-Sorten, so daselbst am meisten gangbar sind, werden die Koupiez, die b-il-in-und p 'goclez seyn. Eine pagocle ist so viel als ein haM üoler. oder-.Reichs-Thalcr und >2. Groschen. 4. Die Indianer haben Lust zum Krieges-Wesen , und sind von der Zeit an, da die Europaer mit ihnen umgegangen sind, viel tapferer gewesen. Sie pflegen heutiges Tages an vielen Orten Bogen und Pfeile zu verlassen, undH an die Feuer-Röhre zu gewöhnen, mit denen sie zum Theil wohl umzugehen ich sen. Sie haben unter ihrem Volcke etliche gewaffnete Elephanten, deren jeder mit seinem Rücken ein kleines Schloß traget, darinnen vier oder fünMann sind, so mit Bogen und Pfeilen bewaffnet werden. Der Grosi-Mogol hat dergleichen am meisten, jedoch wird dafür gehalten, daß er ober 8o. oder nicht habe, welches aber an denen fünff taufenden, welche er, nachdesd-mcbi Vorgeben, noch insgemein unterhalte, ein grosser Abschlag ist. Noch weiter ist gefehlet, wenn p/e-rcl schreibet, daßderGroß-Mogol dreyssg tausend Ele» phanten ins Feld führen könne. 5.. In Ost-Indien sind allerley Religionen, Götzen-Diener,Mabomff' ner, Römisch-Catholische, ketormirte, und Evangelisch-Lutherische Christen, von denen wir bereits, hin und wieder Meldung gethan haben. 6. Das Kayserthum lncloäan ist erblich/und hat derGroß -Mogolml allen Land-Güthern seiner Unterthanen zu schalten und zu walten, also, daßste anders nichts,als nur Haußhalter darüber, oder derselben blosse Einwohner ftd- Das Von dö,!M Anfüllt UN, Ost-Indien. 145 Das vm. Capitel. Von dem Asiatischen oderdenen um Ost - Indien herum liegenden Jnsuln. Von denen Philippinischen Jnsuln. Von der Stadt zvlanile. Zustand der Philippinischen Jnsuln. Von denen Jnsuln von 5oncke gegen Oienc. Von der Stadt Von denen Moluckischen Jnsuln. Von der Stadt Allgemeiner Zustand der Moluckischen Jnsuln. Von denen Jnsuln von 5oncie gegen (.^LLiäenr. Von der Stadt . VIA. Allgemeiner Zustand der Jnsuln von Von der Jnsul 0prc>l)ane. Von der Jnsul Le/latt. Von denen Städten OlumKo, und Allgemeiner Zustand der Jnsul Von denen Maldivischen Jnsuln. Von der Stadt und dem allgemeinen Zustand der Maldivischen Jnsuln. » §. i. - Vorbericht des .Je Alten haben viele Jnsuln um Indien erfunden, unter denen die vov- ^nchmsten gewesen , die^cbzciiX, LarussX, 5inciT , l'zproizsnz und M-mwl-e öcc. Anitzo werden dieselbige unter dem Nahmen des Asiatin tischen ^rcbipe >3Zl , oder iLnz-rilleeres begriffen» Dieses hat UN» terschiedene in denen Indianischen Meeren gelegene Jnsuln in sich, welche man in unterschiedenen Abtheilungen betrachten kan. t. Die PI)lIlppml>cI?c Insiiln. II. Die Infnln von Sonde. Ni. Die Moluckisthe Inst,w. Die Inst»! Ceylanmit denen kleinern, so dieselbige umringen» V. Die lNaldivisthe Jnsuln. u.s.w. Anderer Theil. E §. e. Des vierdten Buchs c^p. vin. §. 2. Von denen Philippinischen Jnsuln. I. durch den berühmten Portugch K-e? ?c>8 ^^eilanum, welcher der erste gewesen, der dst'WeKI ' umfahren , kundbar worden. Die Indianer nennen dieselbiye vondem W allergrossestenJnsul Die Spanier haben sie zu derZcit ^ K völlig entdeckt worden, d-ePhllipp.nisihe Jnsulngenennec, hm ' ' " ^ ^ ^ >^ -> " ... .... .s.... ^ , ' sie vvuig rvveve», , ymourchm ^ Nahmen ihres Königes pinlippi 11. unsterblich zu machen. Die Portugiesen aber haben sie von der Haupt»Stadt der Jnsul i.u?on Anilin, jederzeit^m!- les genennet. Die meisten gehören denen Spaniern. Sie sind in dem Indianischen Meer gelegen, und flössen gegenMtw nachtan China, gegen Mittag an die Moluckische Jnsuln , und die von 5c>^ und gegen Occiclcnc an die Halb» Jnsul von Indien jenseits des Flusses Ihre Anzahl ist so groß, daß man bis auf diese Stund noch leine MU hat setzen können. Etliche vergrößern die Zahl derselben bis aufeilfhundett,diese» nigen nicht darzugerechnet,welchebewohnetsind;andereaufeiiftausend,dieKiP» pen, so ihren Haussen vermehren, darunter begriffen. Die voruchmsteuober sind: I-u^on, Pzn6az»a, 5airic luun, ^tincisnao, l'ag^ma, l-ima- rbsn, ^Nnclors, d/lasbacb, /^bn^o, Lebu, l_e^rs, d>lcAioz oder vs/, oder ^svairon. II. Zustand und Beschaffenheit der Philippinischen Jnsuln. Ä.ussc dieser Jnsuln ist schr warm, und wird daselbst kein UickrM n^/der Jahreszeiten gespühret. Der Regen fanget sich allda zu Endew Monaths May an, und wahret ohne Ausshören drey oder vier Monath, w durch die Hitze gemassiget wird. Ausser dieser Zeit regnet es gar selten. ^«» Land ist denen hefftigen Sturm«Wintzn, welche durch ihre Gewalt diegv» sien Pa!m»Baume aus der Erden reisten, sehr unterworffen. Man DdeM» selbst warme Wasser »Quellen, und sehr viele Schlangen, worunter etiv zween Arm dick, einige aberüber dreyßig Schuhe lang find. .. Diese Völcker sind wohl gebildet, eines schönen Angesichtes und wechM Tarbe. Etliche bekleiden sich mit einem langen Rock, der ihnen bis an dm Von denen Insultt um Gst-Indiett. 147 Ächel gehet. Andere tragen kleine wei'sse, gelbe oder rothe L-n^ue«. sojh» i'ien bis ait die Knirschen, welche sie mit einem Gürtel zusammen binde». Die Weiber so wohl als die Manner, sind stets in» Wasser, und können wie die Fische schwimmen. Sie baden sich des Tages über fast alle Stunden, beydes am- Lust, und der Reinlichkeit halber. Wenn sie kranck sind, bedienen sie sich nur gewisser Krauter, und pflegen sonst weder Artzeney-Mittel, noch Aderlaß zu gebrauchen. Sie leben vom Reiß, den sie an statt des Brodtes essen. Ihr Kranck wird abermahls voll Reiß gemachet, welchen sie solchergestalt zuzurichten wissen, daß er so truncken als der Wein in Europa machet. Es wachset in diesen Insuln weder Wein noch Korn, noch Oel, noch sonst etwas von Europaischen Fruchten, ausgenommen Pomerantzen. Man findet auch daselbst keine Silber-Gruben, und ist das wenige, so man allda siehet, von Mexico gebracht worden. In der Jnsul ktznille, und der Gegend Luruan oder tttintl-mao. sind etliche Gold-Adern zu finden. Hingegen haben fie die Menge Wachs und Honig in ihren Bergen, und sehr viel Palm-Baume, worinnen ihrgrossester Reichthum bestehet. Seit dem die Spanier sich daselbst haußlich niedergelassen, haben sie viele Zucker-Mühlen dahin gebauet, wodurch denn derselbe so guten Kauffs worden , daßman sünff und zwantzig Pfund, jedes zu sechzchen Untzen , um zwantzig Stüber haben kau. Ihre TVaffen sind eine Laiche , Pfeile , Lampiisn , oder ein guter breiter Degen, ein Lri; oder Dolchen, oder^zrbzrsne!, oder Blaß-Rohre, mit denen sie kleine vergisstete Pfeile wegblasen. Von denen Spamern haben die Einwohner der Philippinischen Insuln gelernet,mit Feuer- Rohren umzugehen, deren sie auch, insonderheit die, welche unter denen Spanischen Völckern dienen,sehr wohl gebrauchen können. Es sind aber die Einwohner dieserInsuln von Natur verzagte Memmen, und vielmehr tüchtig ihren Feinden in einem Hinterhalt auffzupassen, als denenselben in einer geschlossenen Ordnung unter Augen zugehen. Die Religion dcrerjemgen,die nochHeyden sind, ist aufeineungeschriebene Lehre, und auf einen Gebrauch, den der Teufel eingeführet, gegründet, welcher vormahls durch den Mund ihrer Pfaffen und Götzen mit ihnen geredet. Die Spanier, welche dieft Insuln bewohnen, haben einen Ertz-Bischoff zumHerrn, welcher zu d^mllz seine Hosshaltung, und drey tausend Ducate» Einkommens hat. Diese meiste Insuln gehören zu der Cron Spanien. Der Königliche Stadthalter, welcher daselbst zu befehlen hat, wohnet zu dttanills. Er ist drsli^enr in der buchen?, undals^cnersbLajzirsin, und hat die Aempterzu Krieges-undFriedens-Zeiten zu vergeben. Die vornehnsske philippimstHeInjulnsind: (I,) Die Jnsul I -u^on oder klarulle, lar. Illiula l.uconia0der b^smlliz-ist T 2 unter Des vl'erdtW Vuchs vm. unter allen Philippinischen Jnsuln die grösseste und reichest^M^nss» Frantzösische Meilen im Umfang hallen. Es wachsen daseillft schöi.e Biru gen und Pomerantzcn. Man findet daselbst allerley Vögel und Wildm^ Pfauen, Adler, Falcken, undcrocvclllle. Aus denen Palmen»Aweiaen lM. gen die Einwohner einen solchen starcken Safft, weicher dem Spanischen Wem gleichgehalten wird. Die Spanier nennen dlejeJnsul bisweilen Neu-CaM, von wegen der Gleichheit, die sie zwischen ihrem und dem Cafliiianischen AM und Boden befinden. Sie hat schöne 5^,25 oder Vich»Weiden, und hok Gebürge. Sie hat etliche ansehnliche Städte, als Nucan, lar. hucoma.M oder^-lN'lb->, welche dieHaupUStadt dieserJnsul i-uconist. 5;. Die Stadt kl^il.t.6 odertttznille, liegethinter cmerös/e. öderem .ie kleinen Meer» Busen, der die Gestalt einerFuß'. Sohlen bat. Sieistmida ! Seite eines Landes, woran auf einer Seiten das Meer schlaget, anderandem I aber von dem Flusse franst befeuchtet wird. Über diesen Fluß gehet manausei. //tU». nerhöltzerneü Brücken, deren Pfeiler von unterschiedener Gattung Steinenge» machet sind. Dieser Fluß trager Schiffe von ziemlicher Grösse. ivt-mü-M» vanille ist klein, aber nett gebauet, und sehr schön. Die Hauser sindM Andiani» steinern, und haben grosse, freye und lustige Gemacher. Ihre Gassen D sche Rei» breit und gerade, nichts destoweniger kau man alle Stunden des Tages m sc»Be» Schatten gehen- schrei» Sie hat schöne Kirchen, wie auch viele Klöster, nemlich das bring» welches das älteste ist, das h, »ncilcaner-Kloster, der sscullwer Kloster, der Barfsifser»eUiguttmer Kloster, und zwo Ulmvertiräten, deren eimdiedl'.vo- Kumczner, und die andere die sestiiwn haben» Das Schloß oder Eastell,5r. isgo genannt, ist nicht sonderlichvest. Das Geschütze daselbst ist gegen das Meer gepflantzet, um denen Schiffen dieEinfahrt in den Hafen dieser Stadt zu verwehren, welche aber dennoch ohne besondm Schaden von denen Stücken einlauffen können, wenn sie feindlich ßuenwl« ien. Eskoninren jahrlich von dem Monath December biom den April mehr ele ^ 00. Schiffe nach diesem Hasen, welche Handlung treiben. Die Stadt ist nnteiner guten Mauer umschlossen. An dieser Mauersird viele Thürne und Katzen zu sehen, welche mit Stücken versehen worden, deß sine die andere füglich bcstreichen kan. Es sind in dieser Stadt ohngefehr zwey tausend Spanier, die Soldaten und Inwohner zusammen gerechnet, noch einmahl so viel wlli-mer. und zwar» Kig tausend 5-mxle)»e5> oder Chincser, welche allerhand nöthige Handwerctt zreiben, und in einer besondern Stadt, die man nennet, und mir einen Zvlulgueren»Schuß weit von dieserStadtentlegen ist, wohnen. Dieser OrNß sehr wohl zu sehen : denn obgleich die Hauser nur von Holtzsind, soistdochaucs .sehr artig eingerichtet» Jede Waare hat ihr besonderes V-^uer, und werden Von bettön sIttsttW um 149 dieWaaren hierinne so zierlich gemachet, daß sich auch die allergeschickteste ^.luoneu nicht unbillig darüber zu verwundern haben. Man bauet zu viel grössere Galeeren, alsdieindemmittellandi- schcn Meer sind, weil man daselbst Holtz, Hanssund ^bsca, welcher dem Hanss j^siuropÄ nicht ungleich ist, und daraus gute Schiff-Seiler gemachet werden, die Menge hat. Die Ancker lasset man von Loa kommen, das Eisen aber zu bemNagel-Werck wird aus China gebracht, lind lasset sich dasselbige sehr wohl schmieden. Diese Stadt und Insul ist von ^u. 1572. von denen Spaniern be» festen, und^n, 1649. von denen Holländern vergeblich angegriffen worden. Der Er^Bischoffal!hier ist iVtecrojZoj!c!Znu5 von allen Philippinischen Insuln, und hatdrey^uff-,AZn?o5. (II.) DieJnsul ieiinci-inao bat 4z 0. Französische Vteiien im Umfang, u::d ist nach duxon oder Tamile die grösseste imter denen Philippinischen Insul!?. In OäMp/F»- derLange hat sie 6 s. in der Breite aber 4«. bis 50. Meilen. Sieist überall voll in semer ungleicher Berge und Thaler, der Boden aber durchgehends tief, schwartz, neuen und gar sonderlich fett und fruchtbar. Auf denen Bergen wachsen starcke Bau- Reise um me, und in etlichen wird auch Gold gefunden. An statt des Brodtee bedienen dieWelt. sich die Einwohner des 5zZs , welches sie von den Rinden oder schalen eines gewissen Baumes mache:?. An etlichen Orten wachset auch Reiß. Die übrigen Früchte der Insul sind, WasseruridBiseN^elsnen, plsnceins, ö-manes, Egavzz, Muscaten-Nüsse, Betel-Nüsse, Ounan, Pcsx, LsLox-Nüsse, Po- merantzen. Die meisten Einwohner sind der Mahometanischen Religion zugethan.Sie haben unterschiedene Fürsten, unker welche:? aber der Sultan zu der Vornehmste ist. Die Spanier hatten hiebevor zwey Schantzen in dieser Insul, suchten auch noch mehr zu bauen, worinne sie aber der Sultan verhinderte, und selbige nöthigte die Insul zu verlassen. Er verjagte auch die Mönche, welche die Spanier in diese Insul geschicker, die Einwohner und den Sultan zu der Rö- misch-Catholisehen Religion zu bekehre:?, und liesse die Spanische Vestungen niederreißen, auch ihr Geschütze wegnehmen. Nach derZeit hat er denen Spaniern nicht wieder erlauben wollen, sich daselbstvefl zu setzen. Die Einwohner haben nicht einerley Sprache: denn etliche reden Spanisch, etliche haben die Malayifche Sprache, die meisten brauchen sich der Landes-Sprache, darinne viel Arabische Worte sind. Die rechte Kiinstsn«er sind hässlicher als die andere Vöicker daselbst, weil sie mit denen Europaern zu handeln pflegen. Sie lieben die Engellander, und fürchten sich für denen Spaniern und Holländern. Die MlüNiZtmen oder Berg-Leute wohnen mitten im Lande, und haben wenig Handlung zur See. Vor Gold und Bien-Wachs hohlen sie zu o.!u>gsm?.o allerhand Waaren. Die Zollen wohnen in Nord-Westen der Insul, und werden unter allen am wenigsten geachtet. Sie haben mit denen KlmstznTcrn we- »jo Des vicrdtm Buchs dzp. VIU. nig Gemcinschasst, und handeln mit ihren oder dro5 nach vils. , Die eigentliche XttnclznTec sind von mittelmäßiger Grosse, haben kleine Glicdmassen, einen geraden Leib, kleinen Kopfs, langlicht rund Gesichte, M. te Stirne, tieffe schwache Augen, kurtzeNase, ziemlich grosses Maul, kleine rotheLippen, braune Farbe, schwartzeZahne. Der Sultan zu eine unumschranckte Gewalt ober seine Unterthanen, und kan wegen derschlech ten Einkünffte keine grosse Schatze sammlcn. Die 5^)aupto Stadt dieser Insu! Heisset tttmcUn»», wie die Jnsul W auch labouc. Sie lieget an dem Ufer eines kleinen Flusses, ohngefcbrD Meilen von der See. Ihre Art zu bauen ist was seltzames: denn dieHäch werden alle aufPfahle gebauet, welche 14.18. und; o. Fuß über der Erden sie. ! hen, und schwach oder starck sind , nachdem das Haust groß seyn soll. Düs Hauß selbst ist nur einen Gaten hoch, welcher in unterschiedliche Zimmerei!,gc« theilet ist, und muß man von der Gassen aufeiner Treppen zu dem Hause» steigen. Das Dach ist breit, und wird mit Balm« Blattern bedecket. Des /.c. Sultans Pallast stehet ohngefehr auf iLo.Pfalen, und ist viel höher als andere gebauet. Die übrigen Städte dieser Jnsul sind : l.)8arzgo. 2.) l-ome-u-m. Ospico. 4.)Lslcjero. f.)8uirsco. 6.)LznvlK. (III.) Die Jnsul paroZos, oder p-n ->Fois, wird auch pulosn oder mizne; genennet, ist l c o. Frantzöstsche Meilen lang, ^0. breit, und begreifet 2.O0. Meilen im Umkreise. Sie liegt unter denen PhilippiiiischenJnsuinM weitesten gegen Abend zwischen »ornec. und tttamlU, ui.d ist ein Königreich, welches seinen eigenen König hat, der des Königes von öornso v-Mi ist. Die Europäer haben stch dieses Landes niemahlen bemächtigen können. Maaß» det daselbst Feigen eines halben Armes lang, die auch so dicke als wie einAm ! find. DieseJnsuk ist nichtsonderlich fruchtbar. l UV.) Die Jnsul 8r, lusn oder 8r ilobanni; ist; 8. Meilen lang, und inder Mitte 24 Meilen breit, hat einige Walder. Die Einwohner sind ihre eiM Herren, weitste von denen Spaniern noch nicht überwunden worden. (v.) LNmdora , eine Jnsul, welche hundert Frantzöstsche Meilen »n Umkreist hat, und denen Spaniern gehöret. Die Haupt« Stadt hat einen guten Hafen. (Vt) Tandayaoderl'cnclzjz. itzo Philippina genannt, eine Jnsul, wel» chevon dem berühmten KtügelUnc, unter denen Philippinischen Jnsuln zuerst entdecket worden. (vil.) Die Jnsul 2cbu. oder Obu, auch genannt, lieget mitten unter denen Philippinischen Jnsuln, und wird von denen Spaniern l-l- -t- i^insclox genennet, weil die Einwohner zu der Zeit, da selbige entdecket wurde, Von denen Jnsuln um Ost-Indien. jhtt Angesichter mit unterschicdlichenErd-Farben anzustreichen pflegten.Der be- ruhmMercZm.m^u^Z8cjl-»nu5 machteFreundschaffr m itdemKönige dieferJtt- sul,welchen er in des Königes von Spanien Schutz nahm,und mit ihm wider den König von Kwan Kriege sührete, in welchem er ^n. 15 20. sein Leben einbüssete. * Jesus ist die Haupt-Stadt der Spanier, welche sie aufder Mesili» lichen Küste dieferJnsul erbauet haben. (vi il.) Mlacan, eine Jnsul, welche vorzeiten ihre eigene Könige hatte, st von denen Spaniern daraus vertrieben worden, percUn3n>wz kiZAclla- Michael, r 5 20. mit dem Könige von i^arsn Krieg geführet, aber darüber jein Leben lassen müssen. Heute zu Tage leben die Einwohner wieder in voriger Freyheit, nachdem sie die Spanier daraus vertrieben haben. §. z- Von denen Jnsuln Sonäe gegen Auffgang der Sonnen. s^Je Portugiesen nennen alle diese Jnsuln, so /enseits der Halb-Insu/5-^^56. !e4nlaccn liegen, 8oncia, das ist, Sud-Insuln« Weilnun derfel- bigen sehr vi el sind, so wollen wir sie in die Jnsuln von 5onüe gegen Onenr, ^5/^ und in die gegen Occiilenr ahtheilen. 90^. Unserer Ordnung zu Folge, wollen wir von denen, welche gegen Auffgang der Sonnen liegenden Anfang machen. Diese sind, wie man dafür halt, denen Alten unter dem Nahmen ünrullz bekannt gewesen. Sie werden von dem Indianischen Meer umflossen, wie auf der l-vi. Ngur zu sehen. Die vornehmsten darunter sind diese: klorncn)', LUolo, Lersn, l'irnor 1.snr, 1i- wor z?Ior?5, Lelebcx, ^-Lolucczuez, lZouro, u. s. w. -.Die Jnsul l^oosrnxhat ihren eigenen Fürsten, welcher des Königes zu Ivclor Vnlnll ist. 2. Die Jnsul Qilolo, wird von denen Portugiesen Lnrocbinz cle t^oro, von denen Inwohnern der Molucken aber ^lemucra genennet. Auf dieser Jnsul wachsen Negelein. Diese Jnsul begreiffet zwey Königreiche, nemlich bolzclaund Lilolc,. in sich. Die Spanier schreiben an stütt ^ilolv, Xilolu, und pflegen es cwlolo auszusprechen. Jedes Königreich hat seine Haupt-Stadr, welche gleichen Nahmen mit demselben führet, nemlich e-Wlo und t.olucin. Or2m oder Leirsm, eine Jnsul zwischen denen Moluckischen Jnsuln und dem Lande p-pouz vilolo, hat ihren eigenen König, welcher mir denen Holländern im Bündniß stehet. Aufdieser Jnsul wachsen allerley Spccereyen. Sie ist auch wohl bewohnet. 4. Die Jnsul ämboina hat 24. Meilen im Umkreist, und ist An. 1515. von i s 2 Des vierdven Buche vlll. von denen Portugiesen entdecket,und hernach erobert worden.Die HM den ihnen An. 160;. die Stadt /tmbowa. welche die Haupt. Stadt desLo L ist, abgenommen, und nach der Zeit das Castell beyder Stadt, nannt,besser bevestiget, auch zwey andere Vestungen als Hit und Löw be^ Bey der Stadt ist em schöner Hafen. An. 1620. haben M.' Spanier auch wieder in diese Jnsul begeben, und darinne einige Oerter beb tzet. Die Jnsul hat viel Negelein, mit welchen hierinne grosse Handlung . trieben wird. Die Einwohner sind hiebevor wilde Hcyden und MensG. Fresser gewesen, von welchen die Persianer und Araber viele zum MahomG Nischen Glauben, die Holländer auch viel tausend zu der Christlichen Wi« bekehret habein Einige bethen noch den Deuffel an, den sie einen bösen Geist,-und i^an, das ist, einen Herrn nennen, damit er ihm kein Leid zufügen möge. s. Die Jnsul kbm und ?ulo ^ haben MuscatemNüsse, urdge. hören zu der Jnsul öäncw. Die Hollander haben selbige in ihrer Gewalt. 6. l^ncw eine Jnsul, welche zwey Meilen lang, und so viel breit ishge- höret denen Holländern, welche daselbstzwey Vestungen, als das i-orc NHu, und das ?orr öeißica haben, dabey gute Hafen sind. Darinne sind die CM Kwnrcloiiß» und 5vlcp-irvo. Die mehrestcn Einwohl'tr sind Mahomet«. Hierinnc giebt es eine grosse Menge MuscatenMusse, welche von denen Em« wohnern , ui:d viel Muscaren»Blumen, die ürunzpella genennet werden. Zu dieser Jnsul gehören auch die Jnsuln, Lvn^j, wörnme e/n Feuer- seyender Berg ist, und Lzncor. 7. Die Jnsul i'-mur hat etliche bewohnte Oerter, und muß mit cim l andern gleiches Nahmens nicht verwechselt werden. Dieß wird insgemein ' l'imor - h-mc genennet 8. Die Jnsul ?!ore-! hat ihren Nahlnen von den vielen Blumen, welche dieselbige hervor bringet, deren Geruch mit dem Vielem übereinkommet. ! Sie hat eine kleine Bcwohnung, butacsja genannt, welche in schlechten Wi geringen Hütten bestehet. ?. Die Jnsul LKnLkK 5, oder LNacasiar, auch Macazar, führet beyde Nahmen werben der zweyen ansichnlichen Städte Leiche uild ^t-c-iKr. In dieser Insu! wachset viel Reiß. Es gehören noch etliche Jnsuln darzu, welche unter etliche Könige vertheilet sind, unter welchen aber der König zu K5ac-iss-ir der vornehmste ist. ^Die Stadt tNacassar oder tNacazar, welche in der Jnsul Lelebes /.w. 2z. sieget, hat einen gantz sichern und bequemen Mcer.Hafen, allwo dieKauffleute »9- von ihren Waaren nicht das geringste, weder im ein»noch ausführen bczch' 4^'len. Vorzeiten hat man dieser Stadt keinen bessern Nahmen, als einen Haussen Hütten geben können, weil ihre Bewohnung nur in schlechten Hütten bestehet, Vdn döitm Insulit um Ost-Indien. stehet, darinnen Menschen und Vieh sich unter einem Dache auffhalten. Die Steine sind daselbst gantz gemein, es wissen aber die Einwohner die Kunst nicht, wie man dieselbige gebrauchen und anwenden soll. Sie hat drey kwhucen, welche aber nur von Palm - Bäumen Holtze gemachet sind. Die Portugiesen haben vor diesem mit einem Könige von dieser Jnsul gehandelt, ihnen alles Gewerbe zu überlassen, und haben eine Vestung mit fünff Pasteyen daselbst bauen lassen. Heutiges Tages haben die Holländer dieselben von bannen vertrieben, und alle Handlung an sich gezogen, und den König von Macassar überredet, daß er seine Stadt bevestigen, und Hauser allda bauen lassen, welche sie ihm angegeben, und die Arbeit verdinget haben. Der König von Macassar ist ein Mahometaner, wie auch der grösseste Theil seiner Unterthanen, und halten so vest über den daß sie ihnen ein Gewissen machen, von dem Wein, oder Safft,der von Palm-Bäumen gemachet wird, und so fürtrefflich ist, daß er unserm Trauben-Weine im geringsten nichts nachgiebet, zu trincken. Der Götzendiener sind daselbst wenig, und dennoch haben sich die p. ssetmren vergeblich bemühet die Christliche Religion daselbst einzuführen. Die Holländer, welche dieser Orten sehr mächtig sind, und unterschiedliche Religionen aus ihrem Lande dahin bringen, bekennen sich allda schier zu keiner; sondern leben in grosser Freyheit. Diese Jnsuln werden meistemheils von besondern Königen beherrschet, worunter der König von Macassar der mächtigste ist. Weil wir aber keinen Abriß der Stadt Macassar haben bekommen ^""57 können, so wolleil wir die Abbildung zweyer Bäume, welche in diesen Jnsuln, und in dem vesten Lande von Indien gantz gemein sind, anhero setzen. Der Locoz-Baum wächset sehr hoch,und treibet an seinem Gipffel sehr viel Blätter, gleich wie die Palmen» Baume heraus. Seine Frucht ist mit einer grünen Rinde überzogen, welche in ihrer Zeitigung gleichsam zu einer Gespünß wird. Inwendig ist sie hart, und hat ein weüses Fleisch, in der Mitten aber ist sie voll frisches und gesunden Wassers. Von denen Locos- Nüssen wird auch ein gewisses Oel 'gemachet, und das Holtz der Bäume zu Erbauung der Häuser angewendet. Der I ndianische Feigen-Baum, N-m-r. hat sehr lange Blätter, aus 7^^ denen eine Blume einer Faust dicke wachset, welche einen Klumpen Trau- den von ohngefehr hundert Feigen träget. Man schneidet den Trauben ab, ehe /»- die Feigen zeitig werden, und nach dem man dieselbige auf dem Estreich gc- dorret, so isset man sie alsdenn. Sie sind theils so groß, daß zween Männer Reffen, kaum einen tragen können. Diese Feigen haben einen Geschmack wie die Bohnen. Anderer Theil. U 5.4. ?54 Des vicrdten Buchs ciap. vm. §- 4- ^ Von denen eigcndlichen Moluckischen Jnsuln. I. ^?XJe tNslucklsche Jnsuln, lnr. Ir,5ul- lelolucc«. Spanisch, I.Z8 kt°. ^og Iuccs5 »sind An. 15' 9- durch ?crclm2NÜum I^zzellznum entdecket M ^ ^ kinncilcc, Zerrsno aber, der damahls mit KlzgelUno in des Königes 8wz. t NU-Ü5 von Portugal! Diensten war, 1511. gar besuchet worden. M ^ nun letzzellnnuz an dem Portugiesischen Hofe si'ine gchoffre Belohnung nichts kommen, so trat er in des Kayftrs die Portugiesen aber 18 0. Grad gegen Morgen, von dem L»p» cke 5c. vmceme, , welches der l'crminuz Z guo seyn solte, schiffen und ihren Vortheil schaffen kör- t ten, müsten die Molucken noch zu denen Portugiesischcn Landern gehören. D, » er wolte gar bis über die Philippinische Jnsuln priccncljcen. Kayser Lzrolu5 v. aber meinete, daß vermöge dieser Eintheilung die Molucken zu seinem Antheil gehöreten, welches erauch schon damahls, als,« demTode ^tsgellani, Lon^slcz Lome? clMl^inotck und5eli ^l !ian n c?or->la König voni"- I nsre, der noch vor dem donAlie regieret, ingleichen 5ulncn ^Imzn^or, König von U l'yäczr, Uucu5König von eilo!c,. und andere solche Fürsten mehr, welcheihnt ^ vor ihren Götzenbildern und auf den ^icorsn gehuldiget, und den Eyd der Treue abgeleget. Wie sie denn Lon-sZes Lome^ davor angenommen, und Von denen Insickn um Ost-Indien. -55 seiner Seits wiederum, vor einem Marien-Bilde, im Nahmen seines Königes geschwohren, die abgeredete Bedingungen und beschlossene Bündnisse zu Hai» ten. Diesem fügete er noch bey, daß durch mzibemacische Oblervzrlone!» welche gelehrte und in diesen Wissenschafften wohlerfahrne Manner gemachet, sonnenklar erhellete, daß die Molucken, und noch viele andereAnsuln mehr bis an kislacca Ulid noch weiter hinüber zu Spanien gehören solten, als indcM Westlichen; Antheilsie zu befinden waren. Es dürssren die Portugiesen nur nicht gedencken, als wurden sie so berühmter Welt-Beschreiber und geschickter See» sichrer Meinungen und Schrissten, insonderheit des kl^eiUm, der selbst ein Portugiese gewesen, einer Falschheit überführen können; oder, da sie ja diesen verwerten, und wegen seines in Portugal! ihm angethanen Verdrußes vor verdachtig halten wolten, fönten sie doch wenigstens wieder den 8eri-mo nichts dergleichen auffbringen, dcr ebenfals ein Portugiese gewesen, den man auch alldort werth gehalten, und wohl beschicket, dennoch aber mit Vlagellano einerley Meinung gehabt harte. Wolte aber jemand vorgeben, die Land» und See» Charten waren mit Fleiß verfälschet worden, so wäre dieses eine Beschuldigung ohne Grund, die nur den Eifer desjenigen, der sie machete, zuerkennen gebe. Mit einem Worte, die Gerechtigkeit selbst erforderte, daß in Entscheidung dieser Frage, man die Meinung und Schrissten der Welt» Beschreibet' müsse gelten lassen. Endlich wurden durch einen 4n. 15 ^ den 2 2. April, zu 5srzgossa geschlos» senen Vergleich, die Moluckische Jnsuln dem Könige lob-m-l Hl. von dem KjyserL->roio v. vor dreymahl hundert und fünffzig tausend Ducaten Pfand» Weise überlassen, wodurch denn alle Feindseligkeiten zwischen beyden dwmi-en damahls auffhöreten. Nachdem aber König dbilippuz 11. in Spanien das Königreich Portu» gall unter seine Bothmässigkeit brachte, so suchten die Spanier sich der Molucki» sehen Jnsuln wieder zu bemächtigen, woran sie aber aufAnstifften der Portugiesen durch die Anwohner der Molucken und Engelländer, verhindert wurden. Von dem Jahr 1598. haben sich die Holländer darinneveste gesetzet, welche heutiges Tages die beste Handlung daselbst haben. Sie liegen zwischen denen Jnsuln Liloio und Oleb» gleichsam eingeschlossen , und sind gegen Occicicnr nicht weit von der Küsten der Jnsul^-lMo. Der Nahme Kloloc ist in der Land» Sprache so viel als ein Haupt, oder Kopff, wie denn der Moluckische ^cliPelzZuz hiebevor das Haupt vieler andern Jnsuln gewesen, ehe die Europäer nach Ost-Indien kommen sind. Andere halten davor, das Wort Kt.ckuco komme aus dem Arabischen, und hcisse ein Königreich , gleich als wenn dieses nur ein einiges Königreich der Welt wäre. Sie erstrecken sich in einer geraden l.mie von Mitternacht gegen Mittag, und nehmen etwa einen Raum von 2 5. Meilen ein, wie denn immer eine der andern im Gesichte lieget. U » Die W !'vt ' ij6 Des vierdtm Vuchs dap. VIII. Die Nahmen der Vornehmsten sind: lem-tre, liäoro, potted^n l'imor, und öacckiz». ^ DieJnsul l'ernzre, die Vornehmste unter denen Moluckischen ^u. suln, wird durch einen Lan-l. Vereine Meile breit ist, von der Jnsul !>« abgesondert. Gegen Plitternacht liegt die kleine Jnsul ttzeru.oder besuch gegen Mittag die von Ktucerrs, wie auf der t-Vlii. zu sehen. Sie W vorzeitenals dieJnwohner noch Hepden waren; itzosind fie Mchvm!. taner. >W. 1578. und hernach sind viel tausend Christen darinnegetödtttW» den. Die vornehmste»!Oerter dieser Z nsul find folgende: iJLummzismene diejei»ige Stadt, »vo der König von i^rn»re gemeiniglich seine Kes.cien-has istuntenan dein Fuß einesBergesnichrweitvomMeergelegen. Dieselbe^ ^. 894- stehet in einer eigenen grossen mit Hausern besetzten Gasse, welche meisten« . ^ nur eii» Stockwerck in die Hohe habe»», und mit Plancken oder dickem SW bedecket sind. In dieser Stadt, welche gantz keine Rhede hat, ist ein von Slei« neu auffgeführtes Schloß für des Königes Kell-teil-, welches denn in dieser An» > ^»^59- sul ein ungemeines Gebäude ist. 2.) l'ernsre, ist die Haupt,Stadt dieser Jnsul gleiches Nahmens, und der Ort, wosonstder König seinen Hof halt, z.) (^mmacorura. ein Berg in dieser Jnsul, welcher fort und fort Feuer, Flamm ausspeyet. ^Ilconwz (Za!va ist der erste gewesen, welcher, als ein PortuM und Lommenclanr in dieser Jnsul, uns die Beschreibung dieses Vulcani M» /ö/^Be» ben hat, nachdem er z8 den Ort besichtiget, 167). den-o.^,rii schrei» ist dieser Berg fast gar versuncken, alser eine so entsetzliche Menge Asche ausac, 1 bring der worffen , daß die gantze Lufft davon verdunci elt würde. 4.) OhnweitdlchS Molucki, Berges Gegend hatten die Portugiesen seit ^n. 152 1. eine Schä tze, welche schenJm > 570. von dei»en icinscanein belagert, und «57;. erobert wurde, suln» 'salail^maeil» Hafen gegen Morgen. 6.) loloccc), ein Hafen. ?.)Die ! Hollander, so sich mit List bc» dem Könige vo»» 1°ernare in grosses Ansehe», ge» ! bracht, haben von demselben die Erlaubniß bekommen, in dieser Jnsul die SW tzen 1 accvmm». worunter d e eine gegei» Mitternacht, die andere gegen Mittag der Jnsul lieget, zu bauen, sitzen nun daselbst veste, daß sie die beste Handlung , darinnehaben. II. licloru oder iJctor, eine Jnsul und Königreich, welche durcheim (dün-il, einer Meilen breit von l'ern-ice abgeändert ist. Sie ist sehr fruchtbar und lustig. Die Inwohner des Landes nennen sie hiebevor l)uco. Nie Portugiesen setzten sich mir Erlaubniß des Königes von THWro darinne veltt, und bauetendieOerterundVestungen^inl-,, Lammal-mm-, M andere. IFcivr ist die Haupt, Stadt, wo der König relMret, welche einen Hasen hat. Im x vi. 5ecMa stttkcen die iJclorme, diese Stadt in den Brand, lind rerilirten sich aus Furcht vor denen Portugiesen in das Gebürge. Nie Portugiesen baueten aber die Stadt wieder auf, und gaben dem Könige M von denen Insuln um Ost-'Indien. '57 7^01 Gelegenheit selbige zu bcvestigen. i ^ s ward sie von dem Könige zu Icrnare belagert, von denen 7xclorinern aber mit Hülste der Portugiesen entse« tzet. Zu der Zeitsetztcn sich die Spanier hierinne veste, weil Portugal! damahls unter des Königes Bothmassigkeit war. Die Hollander haben aufdieser Insul auch ihre Handlung , und einige Vestungen. III. 7imor wird von denen Hollandern ^torir, und kstoric genennet. Sie hat etliche Wohnungen. Die vornehmste ist bey dem?orr, dlck-u gcnannr, welches die Hollander, io die Handlung dieserInsul mir denen Portugiocn thei-» lcn, erbauet haben. Sie ist?o. Meilen lang, und -6. Meilen breit. Es wäch« sei daselbst eine Art HansseS, davon gute Schiff"Thauen gemachet werden. IV. Klzcbian oder Gleisn ist eineJnsul, deren gantzes Gewerbe die Hol« lander mit Ausschliessung der Spanier und Portugiesen ihnen zugeeignet haben. Sie behaupten dieselbige vermittelst etlicher Vestungen, worunter die Merck" würdigstensind : l.Das^orc^lori^.und 7zbillolz. V. öacllianaoderllzlliam, ist eine kleine Insul, welche über die geringeve, denenmanebendiescnNahmengiebet, zu befehlen hat. Die Hollander haben sich im vorigen 5eculc>, wider der Könige oder Landes"Obrigkeit ihren Willen, welche die Holländische Schisse wieder die Portugiesen zuHülsse geruffcn, allda veste gesetzct. Nachdem aber die Handlung in andern Jnsuln der Gegend vor sie j^okrabier gewesen, so sind sie frcywillig daraus entwichen. Alle diese eigendliche Moluckische Jnsuln sind mir vielen Klippen umgeben, welche die Schiffahrt sehr gefahrlich machen, es sey dann, dass sie Steuerleute von cnoto. welche selbiger Gegend, und der Dieffe kündig sind, darzu gc« brauchen. 11. Von dem allgemeinen Austand der Moluckischen Jnsuln. dereigendlichen Moluckischen Jnsuln ist denen Europäi'chen c>^/Völc! crn, von wegen der dicken stinckenden Dünste, welche von so vielen Canalen, so in denenselben ai zutreffen, auffsteigen, gantz schädlich. Die Eu" ropaer pflegen daher in dcncnstlb gen nicht alt zu werden. Die Holländer bedic" neu! ch w:der die Krai ckheit, Ncber genannt, welche alle Glieder schwächet, und den Leib aufschwellet, des Limonien«SafflcS, die Anwohner aber des Weines aus denen Philippinischen Ansuln, mit Nägelein und Angbcr. Das Land daselbst ist niedrig, und dürre. Die Jnsuln 7 ernarc, 7iüor, 7-mor und ^acbjzn sind mehrentbeils dick voller Baume, auf denen die Gc»cke^ wurtz"^^agelein wachsen, welche die Persier und Indianer Eckakur, und die ^.88?. U ) Molu» -18 Des vierdtm Buchs vlil. ^Ivluckckerdbzmbe nennen. Ihre Blätter sind denen Lorbeer-Blattern nicht ungleich, die Blüthe aber, woraus das Körnlein wächset, ist, wennsie hervor zu schössen beginnet, weiß, hernach wird siegelb, und wenn das Körnlein voll« kommen ist, wird sie roch. Das Körmein faller ab, so bald es zeitig ist. Man lasset dieselbige drey oder vier Tage austrocknen, und besprenget sie mit ein we- nig Meer-Wasser, damit keine Wurme darein kommen. Hernach leget man sie etliche Tage an die Sonne, daß sie hart werden. Es wachset dieser Baum auch mehr an andern Orten, als in denenMo» luetischen Jnsuln, weil buch in China derselben zu finden, welche Nagelein tragen. DieMu'caten-Nüsse werden des Jahrs dreymahl gesammlet, diejenige aber, so im April zeitig werden, sind die besten. Der Baum, auf welchem die« selben wachsen, wird nicht gepstantzet, sondern wenn die Vögel die Frucht verschlungen, so gehet dieselbige unverdauet wieder von ihnen, sammt einer klebe- richten ki-rerie. wovon dieselbige in der Erden auffliesset, und Wurtzelgewinnet, daraus denn dieser Baum wachset, und die Nüsse hervor bringet. Die Inwohner dieser Jnsuln sind mittelmäßiger 5rzmr. vortheilhasstig in> Handel, und trage zu der Arbeit. Die Männer sind streitbar, und haben im XVI. 8eculo mit denen Spaniern und Portugiesen viel blutige ibrzgcräien gespielet. Sie essen, ungeachtet des hitzigen Landes , Brod von Mandeln, und tragen die Weiber lange, und die Manner kurtze Röcke, LKenine; genannt, nebst Hosen, so ihnen bis an die Schuhe hinab gehen. Ihr gantzer Hauß- rath bestehet in irdenen Geschirren , die ihnen von andern Orten hergebracht werden. Sie sind theils Heyden und Götzen-Diener, theils Mahometaner. Vorzeiten haben diese Jnsuln viele tausend Christen gehabt, weil die Portugiesen grosse Mühe angewendet die Moluckeser zum Christlichen Glauben zu bekehren. Nachdem aber die i'ernarancrän, 1577. und in folgenden Jahren die Christen grausam verfolgten, so wurden in wenig Jahren viele tausend elendiglich hingerichtet. Die mehresten haben heute zu Tage eine Secte, welche aus dem Heydenrhum und älcor-m zusammen vermischet ist, in welchem Mischmasch sie einige Mahometanische Pfaffen bestarcken. Ihre Waffen sind Säbeln, die sie (5-mpilznen nennen, und Dolche, Lütten benähmet, wozu sie das Cisen und Stahl aus der Jnsul t.-mbuco bekommen. Die Portugiesen und Hollander haben ihnen auch Musqueten, Flinten, und allerhand Gattung von grobem Geschütze zugeführet. Sie reden insgemein die Malayische Sprache, wiewohl auch andere Sprachen darinne geredet werden. Diese Jnsuln sind hiebevor von denen Chinesen, hernach von denen Persianern und Arabern beherrschet worden. §. Von denen Inst?!»! um Ost-Indien. §. 5. VondenenJnsulnvo„5oncl-, so gegen Niedergang der Sonnen liegen. I. t^Jeser Jnsuln sind wieder eine grosse Anzahl, welche aber nicht alle bekannt e^/worden. llnrer so vielen sind die ansehnlichsten üornco, isvs, und 5u. 61. niacrs, von welchen wir nun gantz besonders reden wollen. Die Jnsul ist klein. (i.) Die Jnsul Lomeo ist eine der grössesten Jnsuln in Asta, lieget unter der HgumoKj->l. t.m ic, und hat die Jnsuln Lelcbcs gegen Morgen,die Küste von ^tzlacca und Jnsul 5umarrs gegen Abend, dieJnsul)avz gegen Mittag, und ^.8/;. die philippinische Jnsuln gegen Mitternacht. Sie ist fast rund, und soll 400. Meilen im Umkreist haben. Man findet daselbst gute Vielv-Weide, Gold.» Minen, und kostbare Diamanten, auch Kampffer, Pfeffer und andere Spe- cereyen. Weil es hierinne sehr warm ist, so tragen die Einwohner nur ein Eat- tunen Tuch um die Hüfften. Ihre Haut ist schwartzbraun. Sie führen lange Bogen und Wurff-Spiesse, und pflegen die Pfeile zu vergifften. Es sind dar- inne unterschiedene Königreiche, und kleine Staaten , unter welchen der von öormv der machtigste und vornehmste ist. Sie find der Mahometanischen ke- lixwn mehrentheils zugethan, wiewohl mitten im Lande auch noch Götzen-Diener find, von welchen man noch keine gründliche Nachricht hat, weildieHol- länder nur die See-Küsten besuchet haben. Die vornehmsten Königreiche und Städte find : 1. Das Königreich L^rneo, wo die Haupt-Stadt övrnco ist, worinne der mächtigste König dieser Jnsul reüclii-et. Die Stadt ist gegen Westen, und mitten in einem Meer-Busen gelegen, darein man von wegen der Sand-Bancke nichtohne grosse Mühe kommen kan. Der Auslauff dieses Meer-Busens machet einen See, welcher bis in die Stadt hinein gehet, daher die Häuser, obste schon nur ein Stock-Werck von Palm- Baum-Holtz haben, aufPfeiler gebauet sind. Des Königes Pallast lieget aufeiner Höhe, von dannen man die Stadt und den Hafen beschiessen kan. Man muß von einer Gassen zu der andern mit Kabnen fahren. Die Mauren und Gemacher des Königlichen Palla» stcs find von Ziegelsteinen gemachet. Die Hollander haben hier ein Kauff-Hauß, mit Erlaubniß des Königes, erbauet. In dieser Stadt fi nd über 2ouo. Hauser, von Holtz, und Koth aufgeführet. Sie liegetgegen Norden. 2. Lenker Xjzllin. ein Königreich, dessen Haupt-Stadt öenclel klzlNn iß. Sie hat ihren eigenen König, und die Holländer haben daselbst ein Kauff- Hauß. !6o Des vl'erdtöüBuchs dap. Vlll. 7"-'' jtttZ. »» Hauß. Ohnweit dieser Stadt fliestet der Hluß 5uccaclana gegen Mittag in das Meer. 5uccsäzno. ein Königreich, dessen Haupt-Stadt 5ucc-lcjznc> ist. 4. 8amt?25. s.I-anäa. 6.Zaclor»!c. 7. klaruäo. 8. I'smsnzcoz , Städte dieser Jnsul. ^ ^ . tu.) DieJnsull^ begmffet Mle Königreiche m sich, soihreHaupt- Städte gleiches Nahmens haben , worunter die vornehmsten sind: özmzm. Lacavis oder lscarrz, lapars, lubsn, lorcan, pal^nhuam, ^tzczrzm Lcc. Heu» te zu Tage sind nur zwey Könige darinne, als der von welcher ein Käy. fer von isvaciculuetwird, und dervon Lznrzm. DieseJnsulist^oo. Meilen lang, und 50. breit. Sie wird durch eine Meer-Enge, welche ?remm 5un^. oder die Enge von 5o"p. vm. Sie hat sechs Grad , zehen Minuten der mittaglichen Breite, und wird durch den Fluß i-c-rra in zween Theile getheilet, worunter der kleineste die Q. raclell in sich begreiffet. Diese Lir-lciclt ist mit vier Regulier. Bollwercken, Diamant, Saphier, Rubin und Perle genannt, umgeben, welchevonStei» nen bevestiget, undmitLimoniemund Manges»Bäumen besetzet, und mit einem sehr breiten Wasser»Graben umschlossen sind. An dieser Vestung ist des Lene. rals Wohnung, der allen vKcicrern der Holländer in Ost»Jndien zu befehlen hat, und im Nahmen der fast einen Königlichen Staat führet. Die Gassen der Stadt sind nach dem Ebenmaaß abgetheilet, und die Hau» ser sehr schön und bequem, aber gar niedrig, dahero es kommet, daß diese Stadt von weiten ein schlechtes Ansehen hat. Durch die grosse Gassen fliesten Canale, welche mit schönen Bäumen besetzet sind. Sie ist sehr volckrcich, und bestehen die Inwohner insgesammt aus Chinesern, Holländern, Malayern und Java» nern. Ihr Hafen und Rhede sind vortrefflich gut, allda zu anckern, und allda vor dem Ungewitter sicher zu seyn. Die Handlung gehet daselbst im vollen Schwange, weswegen denn die Oepunrre der Ost »Indianischen Lomp-iZni- daselbst reliäiren. l 709. im ward dieser Ort durch ein Erdbeben erschüttert. Diese LompaZnic unterhalt allda einen General. welcher allen ^ouver- neurn der Bestunden, die sie in Indien besitzet, zu befehlen hat. DieserLene. 52I hat eine sehr prachtige Hoffhaltung, und führen die Hollander mitFleißei» nen so grossen Pracht, denen Einwohnern dieser Insu! dadurch die Augen auss ztsspcrren, und eine grosse Furcht einzujagen. Der Staats»Rath von Indien bestehet aus denen Personen des Lenerslx, Lcncr.ii-vircÄm ix, und sechsRa» then, welche die vorfallende Sachen nach den meisten Stimmen beurtheilen. Es ist hier das Haupt »Loncoir her Ost» Indianischen Lompzgmc. Diese pfleget in Ostindien insgemein zwölfftaustndMann reguIirteTrouppenund 50. Schiffe zu halten. Die Stadt karsvis hat drey Haupt»Psorten, die Utrechtische, Roterde» mer und Neuedeiß. Sie ist mit vierzehen Pündten oder Boll»Wercken be» vestigct^, welche heissen : Küllenberg, Seeburg, Groningen, Ober»Issel, West»Frießland, Utrecht, Seela nd, Nassa u, Dünß, Grümmingen, Holland, Amsterdam, Gelderland, Roterdam. Die Stadt führet in ihrem Wappen ein Schwerd mit einem Lorbeer» Krantz. (UI.) DieJnsul5umarrz istvon dem vestenLande des Indiens durch die Meer »Enge von Xi-Iscca abgesondert. In dieser Ansul sind viele Königreiche und Städte, als ^cbem, (Zoro, Lawpor, Ismb/, ^lcnsncb»bo, pscem, pslimbzn, Instzpuro, Zillzbsr, pc^ir, licou, U.s.f. UNter Welchen ^ckem die Haupt»Stadt aufder Ittsul Sumarr» ist. Sie ist ?oo. Engellandische oder »00. /// IV.! VU Von denen Jlnfuln um Oft--'Indien. 16) 200. Frantzöfische Meilen lang, und 210. Engellandische oder wie andere meinen, ; o. Frantzöfische Meilen breit. Ihr Umkreist wird auf4 ^ 0. Frantzöfische Meilen geschätzet. Der Pfeffer auf dieser Jnsul wird von denen Europaern sonderlich ^lUmuet. DerErd-Boden istfruchtbar, und pflegen dieEinwoh- ner viel Reiß und Hirsen zu bauen. In denen Waldern und aufdenen Bergen find viel Tieger, Elephanten, Stachel-Schweine, Naß» Horn-Thiere, Zi- beth-Katzen und Affen. Die Regen fangen sich in dem Monath P>mo an, und wahren bis in den oewbsr. Die vornehmste Lander und Städte find: 1. Das Königreich ^cbem . welches das ansehnlichste in dieser Jnsul ist, hat seinen eigenen König, welchem auch die Königreiche ?acem und peckrauf dieser Jnsul gehören, deren er sich bemächtiget hat. In diesem Königreiche findet man die rcichesten Schätze von Golde und Edel-Gesteinen auf5umztrz. I.) äcbem oder^cbin. ist die Haupt-Stadt dieses Königreiches, welche in einem ebenen Lande, eine halbe Meile vom Meere an dem User eines Flusses lieget. Der Fluß ist zwar sehr breit, aber so seichte, daß man kaum mit Schiffen darauffahren kan, und find die Hauser nur von Buchen oder Schilffgebauet. Des Königes Pallast ist mit einem Wall, und Graben, so mit Pallisaden besetzet ist, eingeschlossen. Diese Stadt wird so wohl von Christen als Malayern, Mohren, Javanen, Sinesern und andern Völckern , wegen des Goldes, Len/llin, und (Ismpkor; fleissig besuchet. 2.) pccler, I->r. pecliijz. eine Stadt und Hasen , Frantzöfische Meilen von ^cbem gelegen, war hiebevor die Haupr-Stadt des Königre ches l'eckr. ^ »616. hat derKönig von ^cbem die Portugiesen aus seinem Lande vertrieben. il. Das Königreich i->mbi oder lambiz hat eine Haupt - Stadt gleiches Nahmens, und einen eigenen König. Die Stadt wird auch Pmbay genennet, worinne die Hollander ihre Kauff-Häuser haben. Die Gegend wird die Ost-Küste von 5um-m-s benähmet. iii- Das Königreich pslemvzn oder pzllmbzn, hat die Haupt-Stadt gleiches Nahmens, worinne die Hollander ein Hauff- Hauß besitzen. Der König muß denen Holländern und dem Könige von ^cbem Tribut geben. iv. Das Königreich l-^zpouro, hat eine Haupt-Stadt gleiches Nahmens und seinen eigenen König. v. Das Königreich l^ensncsbo, worinnedie Haupt-Stadt Kl-n-nca- bo ist. vi. Die Holländer besitzen in der Jnsul Zumz^aufder West-Küste drey Kauff-Häuser und Lvmolrcn. Nahmens l.paciÄNgb. 2. poulo Lbinco. ;» k-"05, darunter auch l^z/.iNÄN, Zillicia, , I.OMP0, l'roulangb» und andere bie^ereyen gerechnet werden, pznäsn^b ist hier das Haupt-Lonrois. Zwey Stunden von poulu dbinc» haben die Holländer ein Bcrg-Wcrck, wel- Hessens chesaber der Ost-Indianischen Lomnicht übrige Beute bringet. Es X s wird , l^4 ^ Des vierdten Buchs Lzp.viil. /tt».»» tvird ä' ZllUdzse^ouclc mync i'.'tmlzznAk geschrieben. Von diesem Berg«Wer« cke ist bereits von ^n. 166?. viel Wunder gemachet worden, messen denn auch />.///.o^ Herr ttcrru5kiarr2ingN semer Hoch« ^ürstl. Dmchl. zu Braunschweig und Lü» ,69. neburg wohlbestalter Hoff« u>,d Berg« Rath einen besondern iraetar, dieses Berg«Werck betreffend, bestehend in 12. Capiteln //. c.?. dieser Vestung ist ein kleiner Fluß, an dessen Auslauff in die See ein grosses ; s- Pfeffer verwahret wird. Hie kommen offr Schiffe aus z '40. ' derSradt^i-cieizzaufderKüsteeo^msnclel, darinne die Engelländische Ve» stung 6r. Leorz lieget, an« 11. Von dem allgemeinen Zustande der Sondeischen Jnsuln. ^^XIe Lusst der Sottdclschen Jnsuln ist ungesund, und denen AlMn» /.ib.//. r^Ndern, ja auch so gar denen Eingebohrnen schädlich, insonderheit in der „n 17. Jnsul kornec.. weßwegen denn dieselbige nur halb bewohnet wird. Es ist auch /e/»2ne. ^^Je Jnsul I'aprobane ist denen Alten erstlich unter dem Nahmen 5imonsti ^^/bekannt gewesen; nachgehends aber hat sie den Nahmen 1 sprob-me über» 64. kommen, und schreibet l'colemXUZ, daß dieselbige zu seiner Zeit 5alice, und die Völcker 5slT genennet worden. , c?eo^./,S. Sie wird aufallcn Seiten von dem Ost »Indianischen Meer umgrantzet, 7.^.4. und berichtcn'die itzigen Einwohner, daß sie hiebevor viel grösser gewesen , aber durch das Meer eines Theiles überschwemmet worden. 5»muel lZocbzrc will mir unterschiedenen Gründen behaupten, daß dieses ?^pro!zans auch5alomo. niz Ochir sey. Jtzo Heisset diese Jnsul Mellon oder Leiian. Die vornehmsten Berge darinne waren, die L-Mbi und letslc-- Lcc. Ihre schiffreiche Flüsse sind, der^n^e?, der ö^acus, der ^-inuz, der5-ignz, u.s.w- Die Küste gegen Nord »Ost, wardllicruzmzgnum, dasist, dasHrosse Ufer genenuet. In diesergantzen Jnsul waren hiebevor unterschiedene Volcker und Landschafften, von denen wir die vornehmsten bemercken wollen, X z i.Die WM' ^ MM ' Hl > -' M >> ',>5. PA'KÄ't'i l'M-V-! Ä.'ch'S vM / ,T'. -1 - ^Msss' ^ , MM^ »66 i ' ^ F." « lN Des vierdttn Buchs Lzp. vm. i. Die Völker Xlucluri wohneten in und um die Stadt ^lolluri. !. Die dZzAzciilzü oder l^sgucliki, besasscil die Stadt t^-Azciilza, oder Illi!iacliv!t. und vielleicht auch dl->ngrnmmum, oder ^lzsgrnmmum» welches eineHaupt-Stadtgewesen. ;. Die Stadt pl-ocuii hat vielleicht denen VölckernLmnioderZsmnizu« gehöret. 4. Die Völcker vioilluli oder Klz^uli, haben die Hafen k-lzrcluUwne oder ^orcii beseffen« 5. Die iZucani bewohneten die Stadt Loi-riZNZ oder Lvcnna. 6. Diedligiri oder hianigiri, allwo vielleicht die Näc^llu5-Stadt, oder Oion^-iii, oder L.>ccllicivir!i5 gewesen. 7. Die K.bo6zgani oder Kbogauclini, allwo vielleicht die Städte Uzuz odervügan^, und Ollaca sind. 8. DieLumarllani oder Lumasani, bey welchen die Stadtführer, oder Iovi5 cxrrcmz gelegen. 9. Die üsngocznlla-. hatten die Stadt 5nnclocznciz. 10. DieL)nni, oder^onni, hatten den Fluß 8onr2, von welchem droben Meldung gethan worden. 11. Die ^nurogrammi,wohneten in und um die Königliche Stadt äm,. r^grammuw. 12. Die^niibi. wo die Stadt vgnliba. oder^nliba anzutreffen war. Diei'arsclli, sindum die Mitte dieserJnsul I'nprolznna gelegenge? wesen, wiesolchesdie l-Xiv.^urbemercket. §. 7. Von der berühmten Jnsul LLVi^dl, oder ^eilvn. t M ^ 'l V' l s!': - I. ^^Jese Jnsul Mellon , oder dehnn und dcilon, welche der berühmtesten 6 s. f^/eine auf dem Indianischen Meere, ist nach des kastei Meinung, des pcoiemzj laprokanz. Die Indianer nennen sie I>n2rit2in oder I'ensritim. D^-t. welches in ihrer Sprache so viel als lustiges und herrliches Land bedeutet. Sie erstrecket sich auf 6c>. Frantzösische Meilen in dieLange, 40. in die Breite, und 860. hat 150. Meilen im Umfang. Der Nahme lensritim war daselbst ^n. 15??. als incob Uopc; von 5l- gusire. ^clmir2l übereine Portugiesische Flotte dieselbige entdecket, nochgantz gemein. Nichts destoweniger schreibet der von klanlleickoke, daß sie von 5. Von denen Insuln um Ost--Indien. 167 von l-surcnlio, des 5r2ncitci ^ImcicZa Sohn, sey erfunden worden, welcher dieselbige im Nahmen des Königes Lmznueiis von Portugall in Besitzgenom» v. c.i o. wen. Sie ist gegen Oienr des e-,po von Uomorln gelegen, und wird allent- halben von dem Indianischen Meere umflossen. Der vornehmste Berg darinne wird nwo cl' genennet, und für den höchsten in Indien gehalten. Die Inwohner dieser Jnsul, wie auch die In» dianer, glauben festiglich, daß Adam der erste Mensch aufdiesem Berge von GOtt sey erschaffen worden, und wollen solches durch zween Fußstapfen, wel- cheaufderHöheeinesFelsenseingedrucketsind, behaupten. Sie gebendabey vor, daß Adam seine Tritte daselbst hinterlassen habe, ja gar darunter begra- ben sey. Es geschehen jährlich nach diesem Berge grosse Wallfahrten, und müssen die PilgrimKlapper-Nuß-Oel opffern, weil daselbst Tag und Nacht eine küpfferne Lampe brennet. Der vornehmste Fluß ist der von U-m6e-i. Die vornehmsten Städte dieser Jnsul sind : i.Uznäe-oderUzncl^ . die Haupt-Stadt derJnsul, woderKäyservon ^eilon relictiret. z.l'ringuilemate. 4. ^larccoiv, oderN^licola. j'. lalz. 6. pumalleLalo. 7.Lorz. 8.do!omlzo. p dlegomb». io. HcyravacÄ. Hlebevor waren viele Fürsten und Könige darinne, deren Länder heute zu Tage entweder von dem Kayservon Lznily , oder denen Holländern, welche die Institution gleichsam getheilet haben, unterworffen sind. I.) DerKäyservonU-mUez oder Uancl^, besitzet denmittelstenTheilvon derJnsul ^eüon, und reilclnet in der Stadt UanUez oder Lancii, welche an dem Flusse I"ncinemzls lieget, groß und volckreich ist. Dieser König ist mächtig, und hat viel kleinere Könige und Fürsten unter sich. Zhmgehöretauchder Berg ptco u'äclzm, und das umliegende Land. Die besten Städte sind: ^ir. ravacs, ^gnicraojür, dtel!eml>v, LsÜegom, Lorcmnl oder Uourernsle. II.) Die Hollander besitzen heute zu Tage die besten an denen See-Küsten gelegene Städte, welche sie denen Portugiesen weggenommen haben, als da find: 1. dolombo. die Haupt-Stadt der Hollander aufderWestlichen Kl> sie, istbevestiget, unddie li-ct-clen-desUciuvern-urz. SiehateinstarckesUi- rsclell, und war vorzeiten weit volckreicher, als sie denen Portugiesen gehörete, welches». > 606. von denen Holländern verjaget worden. Diese Stadt hat einen Hafen. Sie wird auf der i-x v 1 7 vorgestellet. i-iK-inapzczn . eine Holländische Veflung auf der mitternächtlichen Küste von ?e,lon, aus welcher der Uom menclsnr jährlich einige Leute abordnet, welche dem Perlen-Fang bey kianzra mit beywohnen müssen. ;. Kegombo, eine veste Stadt und Hafen, war ^n. 164). von denen Holländern und dem Könige von Onäl mit stürmender Hand eingenommen. ,68 DesvicrdtniBvchöcsp. Viil. Als aber die Portugiesen diesen lPlatz hernach mit Hülffe der planer wieder einnahmen, so haben die Hollander ün. 165.. diesen Ort auffs neue erobert, und mehr bevestiget. Sie liegt an der West^Küste. 4. innquem-,1?, oder I'rmquilemale, eine veste Stadt der Holländer mit einem Hafen , ist hiebevor dieHaupü>Stadt eines eigenen Königreiches ge» Wesen. Der Gegend ist der Mcer^Busen cle l'rmcjuilimzie. 5. ZZacicalo. oder Nocecaio, oder llacecalo, eine Vestung mitstarcken Bollwerckern im Flusse palllsAamone, warben. -6; 8. von denen Holländern denen Portugiesen abgenommen. Sie lieget auf einer kleinen Insul, zwey Niederlandische Meilen groß, an der Ostlichen Küste. 6. I>cimo Laie oder Lalle. eine Vestung und Hafen der Holländer an der 66 mittäglichen Küste von Ollon. Diese Stadt stunde 4n. 16o 6. als der grösseste Theil dcr Jnsul Lexlzn denen Portugiesen gehorsamere, im vollem Flor, nicht allein darum, weil alle Schiffe, so von lapon, cbina, denen Sondeischen Jnsuln, von kvwlscÄ, von llengala. und andern Orten gegen L >I lem dadurch c^o. I5.' paMl-en müssen, sondern auch weitste ihrer vornehmsten Lonroirnund Schreib» p 44?. Stuben eine daselbst gehabt- Weil aber die Holländer ihnen vorgenommen, 4s 0 lle steh der Insul Lcyian zu bemächtigen, und dafür gehalten haben, daß die Erobe» rung dieser Stadt ihnen grossen Vorschub hierzu thun könte, so haben fie listiger Weise mit dem Könige von Lanll?, welcher der vornehmsten einer in dieser Zu» ful ist, Freundschafft gcmachet, und ihm in ihrem l'- a6tar versprochen, daßste ihm diesen Platz, wenn fie denselbigen würden erobert haben, mit dem Beding, wenn er ihnen zu Lande mit seinem Volcke Beystand leisten, undden5uccm5. den die Portugiesen dieser Stadt Lalle oder llonco Laie, aus der Insul Klanai-, NeAlzmdeund Loiombo,und andern dieser Insul zugehörigen Orten zuschicken möchten, verhindern würde, wieder einräumen wolte. Über dieses wollenste ihm auch zu Vergeltung jahrlich eine gewisse (Pzsnmät Zimmet liefern. Nach» dem nun dieses allda abgeredet worden, haben die Holländer diesen Platz tapfer angegriffen , und denselben , ohngeachtet des von denen Portugiesen starck» geschehenen Wiederstandes, erobert haben. Weil aber die Portugiesen sa» hen, daß der Ort würde verlohren gehen, so haben sie die meisten ^g^inen, und vornehmste Häuser vor der Übergab ruinü et. Itziger Aeit ist die Stadt von geringem Ansehen, und nichts besonders darinnen, als etliche Häuser, welche 'die Holländer auf diejenige, dievon dem Geschütze, und durch die Miencnin währender Belagerung über einen Haussen gcworffen worden, wieder auffge- bauet haben. Den Vestungs»Bau aber belangend, haben sie selbigen auffs beste wieder verbessern lassen, damit sie sich darinne wehren, und dem Könige des Landes den Kopff, oder die Spitze biethen fönten, im Fall derselbe sie zwingen- wolte, ihr Wort zu halten. Der Hafen dieser Stadt, ob er wohl sehr berühmt ist, wird doch für der gefährlichsten einen in gantzIndien gehalten. DieKlippen in dem Von denen Jnjultt um Gst/Jndieif. , 6? irdmi Wasser machen die Gegend so beschwerlich, daß man ohne Hülffeder xchifficute der Stadt nicht hiirein lauffen kan. Wer sich nun nicht in äugen» Miüliche Gefahr eines Schiff" Bruches begeben will, insonderheit bey nicdri» M Wasserflut!), der mußsich dieserLeute bedienen. L^dl'Li^'i'iig^eine kleine Jnsul an der westlichen Küstevon Ge^lsn. vs» welcher sie nur durch einen schmalen L->nü abgesondert ist. Sie gehöret itzs denen Holländern. Die Oerter daraufssnd: i.) calpenlw, dieHaupt»Stadt. z.) h^c-»-, gehören beyde denen Hollandern. 8. Iie Ansul^anzr, liegt über der Jnsul gegen Nord»We» fien der Jnsul Le^lzn. und hat eine Stadt gleichen Nahmens , kl-m-i-, wel» che denen Hollandern gehöret. Vorzeiten hat man rund um diese Jnsul herum die schönsten Perlen von der Weltgefischet, ein grausames Erdbeben aber hat fi gar !ehr zerstreuet, daß man die Muscheln itzo nur an gewissen Orten findet, welche die PerlemBanckgenennet werden. Die Portugiesen haben daselbst noch liistvm das übrige alles gehöret denen Hollandern. §. II. Von dem allgemeinen Zustande der Jnsul de/lan. KWkein Land in Ostindien, da die Lasst mehr gemaffget, undannehm» sicher, als ist Le^lan ist, und machet der Regen, sodajelbstsehr hauffig Ml, mddiegrosse Menge Brunnen, deren Wasser überaus lieblich ist, daß 86^.867. dk^MwundWurtzelneinen sehrailnehmlichenGeruchhaben. Manfindet allda Wiitze Wälder mit Pomerantzen»Baumen, worunter etliche eine saure, 67. ardere aber eine fusse Frucht tragen. Der Zimmet, weicher die zweyte Rinde- «Baumes ist, dessen Blatter denen LorbeewBlattern nicht unähnlich, aber üeicerlmd, ist allda in st) grosser Menge zu finden, daßmehr, als in demgan» übrigen vrienc darinnen wachset, der beste aber ist bey (^olcimhu, auf der westlichen Küste zu finden. l >?s giebet auch daselbst einen Baum^i ccagenannt, der eine Frucht tra» M, welche die Orientalische Völcker mit denen Bethel» Blattern vermischen, « wie den Hoback kauen. Man findet auch etliche GoId»Minen, die aber Wgax ergiebig sind, wenn man nicht darnach grabet. Die Elephanten auf sind viel zahmer als an einem Orte in Asia. ^ ^ie Inwohner der Jnsul sind groß von 8czmi-,aber sehr dünn und schwach n Mve. Sie haben grosse Nasenlöcher, und lange Ohren, durch welche sie //. I Ju Loel) stechen, darein sie ihre Obren» Gehänge thun. Sie sind sehr 10° Anderer Theil. D bur» -MM D'k hurtig und ringfertig in delien Leibesübungen,und giebt es ihres gleichen Sprin. ger in der gantzen Welt nicht. .... Das gemeine Volck gehet daselbst gantz nackend , und bedecket nur dich, nige Glieder, welche die Ehrbarbeit zu verbergen gebiethet. Diejenige aber, so etwas vermögen, kleiden steh in Leinwand oder seines Tuch , welches sie mit Edelgcsteinen besetzen, und sehr artig in viele Falten zusammen legen. Die Weiber machen sehr schöne Arbeit mit der Nadel, die Manner aber legen sich aufdas Drechseln, verstehen si ch sehr wohl aus die Stück- Giesserey, sie Arbeb ten aber nicht gerne, weil die gesegnete Fruchtbarkeit des Landes sie gantz träge und faul machet. , , Die Könige und Fiirstcn des Landes erben die Gutber ihrerUnterthanen, /.»»/lvvl. ^ Kindern dcrEigenthums-Herren, wenn dieselben zum Sterben kommen, nicht das geringste. Sie geben ihnen aber in gewissen Fällen aus ' Gutwilligkeit den dritten Theil. Diese Völcker haben Lust zum Kriege, und wissen sehr wohl mit demDei gen oder Säbel, Bogen, Pfeilen, und denen Feuer-Röhren umzugehen. Sie bedecken sich mit Rondetschen, so mit Crocodils-Hauren überzogen, und schuß. frey vor einer ^ulssueren sind. Sie bewaffnen die Zahne der Elephanten mit Sicheln, und legen ihnen auf den Rücken einen kleinen höltzernen Thurn, in web chem sich vier oder fünffMann auffhalten können , die sich mit Pfeilschiessen und Steinwerffen wehren. Des KönigeövonLanll^oder^ei!onKleidungs-Art, ist aufder bxvik. zusehen. Die Jnsill ist sehr volckreich an Mahomctanern, derer aber, so die Götzen anbetben, sind noch vielmehr, und halten sie aus Aberglauben die Ochsen und Kühe in so grossen Ehren, daß sie sich um alles Guth von der Welt nichtumer« stehen würden, davon zu essen. §. 8. Von denen Maldivischen Jnsuln. r. ^H^Zese Jnsuln haben ihren Nahmen von zweyen Worten, nehmlichvon ^^^lals und vive. Das crstc ist der Nahme, welchen die vornehmste unter denenselbigen führet, das andere aber bedeutet in der Land-Sprache eine Jnsul. Sie sind uns durch des ^i meicle Sohn, im Jahr r 507. kundbar worden. Sie werden rings herum von dein Indianischen Meer umflossen, und wird dieser Ort von denen Schissern das Maldivische Meer, nach dem Nah. men, den diese Jnsuln demselben mittheilen, genennet. Einige vergrößern ihre Zahl aufzwölfftausend, welches aber sehr ungewiß ist. Sie machen einen ^rcbi- Von denen Jnsuln mn (dst- Indien. j>ci'>pel.,?um. oder einen so verwirreten Haussen Jnsuln, daß man bißweilen -im Klippen, oder eine Sand-Banck, der Gegend für eine Jnsul ansiedet. Sie sind gleichsam in einer geraden bime gelegen, welche von Nord-Nord, West, nach Süd-Sud-Ost gehet, und hat die Natur diesen unterschiedenen puffen Jnsuln in dreyzehen Haupt-Theile, welche die Inwohner ^ccoiwnz mimn / abgesondert. Diese haben zwölffenge Durchgange, welche einen Kc- io»o» oder Trauben von dem andern unterscheiden. Die kleinen Ansuin aber, welche den ausserjten Theil eines jeden ^rMlonz machen , sitzen dem Meere Neun Bancke entgegen, um die ungeftümme Sturm-Winde, so in diesen Wr-Engen gantz gemein sind, ausschalten. Die Jnsuln aber werden nur ^ch Canale , da das Meer gantz seichte ist, eine von der andern geschieden. Die Nahmen dieser dreyzehen ^ccolwnz, sind diese: I. Ii!!zciou-^2ll5, welches so viel bedeutet, als das Haupt der Jnsuln- Nicse Traube wird von denen Portugiesin Labsxa üe l»5 ilk-z geirennet. !. oder^laclove. ). päclipolo, oderl'scjipola. 4. ^zlc>5-^lc>sjou. 5. ^nacollori. 6. ^tzle-^rollon , worunter Iclzle die vornehmste der Maldivischen In« Dmitbegriffen ist. Aufdiesir ist die Haupt-Stadt ktt-zle, worinne der Kö- mgdtt Maldivischen Jnsuln reücliwt. Diese Stadtistgegen0ncm dessü. ff- ler. .^ollonz gelegen. Ihre Hauser sind niedrig, und haben nur ein Stock- M. Der Hand - Wcrcks - Leute ihre sind von dem Holtze der Indianischen /. W-Bäume, die man Locoz nennet, gemachet, und von denen Blattern ' 0° Ws Baumes gedecket. Die Hauser reicher und vorneinner Leute sind von Crem, welche aus denen Klippen dieser Canale gebrochen werden , gebauet. Dich Steine werden von dem Regen sehr schwach, und verliehren innerhalb et- lichenZchren ihre Hurtigkeit. Weil auch die Inwohner dem älcoran anhan» Zig sind, so haben sie viele kleine Xtolgueen in dieser Stadt, aucheine grosse, welche inwendig gantz getaffelr und mit ^.illenen versehen ist. In dieser wohnet der König, die cvncubiiwn, und der^luckci. welcher das Haupt des Ma- lMenjehen Gesetzes ist, und von ihnen genennet wird. Die Stadt ist Wi, und mit keinen Mauren umgeben. Des Königes Passast lieget nach M Meer zu, und ist von Steinen gebauet, dessen Gemacher aber haben nur twSlockwerck. Er beareisset viele Garten, und ^Zk^in-Hauscr in sich, dar« e oem Könige zu. 7. doulizclou;. 8. Uoluc^ue. Y 2. Des Vl'cibtei! Buchs viil. 5. Igillsnclouz. oder^Ulancioux. 10. Co!lom»lou!. I I. Icoclou. oder^Uoumzliz. iZs. 8ouaclou. i z» p>ouc ^toluguc Ulld ^clilou. Die zwo letztere sind in gleicher Weite der Breite voneinander, und liegen fo nabe beysammen, daß sie für einerley ^rcollon -gehalten werden- Von denen zwölff grossen, so sie von einander sondern, sind nicht mehr als ihrer simff, in welche man mit grossen Schiffen kommen kau, weil es nicht so viel Klippen dar* inne giebet, und der Strohm nicht so schnell und reissend ist. Diese fünffenge Durchgange werden t^alos.i^äou, Cariclou, pouliz . «Zou, ^üclou, und genennet. ^ Unter dem Nahmen der Maldivischen Insuln können auch die Jnsuln I.vivznciurouv, und t^alicur, so ihnen gegen Norden gelegen sind, begriffen werden. Sie gehören aber dem Könige von Lanonor. II. Von dem allgemcincnZustandederMaldivischen Jnsuln. ^^Z e Lufft in denen Maldivischen Insuln ist denen Auslandern insgemein o^/sehr gefahrlich, und geben die in so vielen unterschiedenen Canalenstillstehende Wasser siinckende Dampffe von sich, welche nebst denen ungesunden süssen Wassern, so man allda trincket, schädliche Fieber verursache». Bey diesen Hnolionz oder Trauben gibt es so viele Crocodile, daß man sich nicht sicher daselbst baden, oder in der Nahe sehen lassen kan. Man halt dafür, daß diese Völcker aus der Insul Lexlun ihren Ursprung haben. Selbigesind gelbvon Farbe, und klein von 5ru.ur. aber wohl praporlicuüi et. Sie gehell mehrenrheils gantz llackend , ausgenommen diejenige Glieder, welche die Ehrbarkeit will zugedecket haben. Es darffniemand als der Konig, und die Soldaten lange Haare tragen. Die Einwohner dieser Injuln haben sonst mehrcntbeils einen guten Verstand, und legen sich auf die Artzeney-und Stern-Deutungs-Kunst. In diesen Ilisuln wachset weder Korn, noch Reiß, hingegen haben sie viel Honig, Granaten, Cirronen, Pomerantzen und Cocos-oder Indianische Nüsse die Menge. Der Baum, welcher diejelbige traget, ist der nützlichste unter allen Bäumen: denn es gibt derselbige einen Safft und Feuchtigkeit von sich, woraus man, wenn sie zu unterschiedenenIahres-Zeiten aufunterschiedliche Von dein R.5nl'grcl'ch pcrsicit. 7 7; licbeWeise zugerichtet werden,eine Oel-ArtHonigs, Butter, Milch und Zuckers .jchcii kan. Seine Frucht ist ein Mandelkern, daraus man Brod machet. Ms denen Blattern wird Schreibe-Papier verfertiget. Der Stamm wird zu Almung der Hauser und Schisse gebrauchet. Man findet auch in diesen Insuln weisse Muscheln, welche die Natur so wohl gebildet, daßssean vielen Orrcn des vcsten Landes in Ost-Indien an statt des Geldes gebrauchet werden. Die Mahometanische K AigWn gehet in dielen Landern in vollem Schwanke lüid wenn ein Inwohner eine Reise nach Kwc b-> in ^^bicn gethan, so hat er oie Äcyheit, daß crzum Aeichen seiner Heiligkeit einen langen Bart tragen darff. AlledieseMaldivischeZnsuln, lac. gehören gedachter Massen einem Könige zu, welcher durch rechtmassige Folge zu der Crone chiiget. Es fallet aber das Recht solcher 'Nachfolge allein aus die Söhne, und , wnden die Töchter ausgeschlossen. Das vornehmste Einkommen des Königes Met in dem sünfften Theile von allen Früchten, welche daselbst eingcjammlec werden, und in der Einziehung aller Schiffen, welche daselbst SchijssBruch leiden. Des Königes Titul ist, ibr-mlm 5ulcan, König über die drepzehen Wichen, und zwölfftausend Insuln. Das ix. Capitel. Von Persien, nach der alten und itzigen 5cnl?Lncen Meinung ; Von der Stadt l-i Von , und dem Pallast der Könige in Persien , Von dem eingefallenen Stein - Haussen TMeiminanVon denen Grabmahlern der Können , und dem Zustande oder Beschaffenheit des Königreichs Persien. §. i. Von der alten Monarchie der Perser, und dem Königreiche der Parther. Shat sich die perslamscNc LNlonarchw vorzeiten bis m die drey Theile ^^69. unsers vesten Landes erstrecket: Denn sie hatte in Assen, Armenien, und 70. Persien,Indien disseitsdes LsnZes, Assyrien und Syrien, klein Assen welche ä) ; und l 74 Des Vl'erdten Vus 0z g. IX. ei» nerley c. 12. und die Jnsul Cypern. In Asrica hat sie besessen, Aegypten, ein Stück von Aetbiopien und Lybien. In Europa besassen die alte Persianer, Bhracienund sind. Maccdonien , sammt denen Ansuln des Algeischen Meeres gegen Afig und Europa. Lange Zeit hernach, haben die Parther ein neues Königreich auffgerichtet />. 9. i v8. welches sich von dem Flusse inclus bis an den Eupbat, und noch weiter erstrecket - 5;. hat, in dein sie eine zeitlang Armenien, und Syrien inne gehabt, auch die In» sul 'Nnpl-obane ihnen zinßbar gewesen ist. Ingleichen haben sie auch in Wieg 6^?^^ das Eaypten»Land und Lybien, bis an die Aethiopische Gräntzen besessen. Der llmkreisi diestr zweyen Königreiche ist in der Land»Charte obenauf ^ diesem Kupfer zu seben. Wir wollen nur anitzo von derjenige-i grossen Land» "M 6. schafft in Asia, welche zivischen Scythien, Indien, Arabien und Armenien ein» c. 2 s. geschlossn gewesen, und insgemein das Königreich der Perser und der Parcher c'ittpe»'«/ ist genenner worden, reden, weil sie das vornehmste Land der Monarchie ge» 5. wesen. Die vornehmsten Berge des Landes sind unterschiedene Arme von denen GebÜrgen Eaucato und I-uro, nehmlich der L0K.QXV5. P»rcbosrr35,ciic-z. rrzz öcc. Die nahmhassteste Flüsse sind, dervxuz, ^rzbiuz. derber und der L». xkrar, welcher letztere auch k^rzr oder pkrar geiiennet wird. Es war dieses Reich der Perser und Parther in viele Pwvintzien abaethei» let, unter welchen folgende die vornehmsten gewesen e I. 5061)1 /tdt^, war eine gebürgichre Landsthafft zwischen denen Ms» sen Oxc.undlaxzrrcz.wo heute zu Bage oder ^-»var-ilnabarz sMIlz- Heck genannt, in der Asiatischen Tartarey ist. Hicrinnne waren die Städte: I.) KtiUAmjz. 2.) ktarscancla. ).)0xisnz. worinnc die 0xiani wobneten. 4 .)psncjz. ;.)^lexanclrig. 6 ) ^lcxznclria ulcimz. 7.) 0 ),ropl )'i5. 8)61- TT. 9 ) I>ecrz 5oxciizn.-,. der vor unüberwindlich geachtete Felß, weichen ^Iex m6er der Gross endlich eingenommen. Diese Landsthafft hatte das Hör» canische oder Caspffche ?^eer gegen Abend. Landsthafft in der Gegend, wo heutezuTag« c n ffersianische ff rovintz Eborzszn lieget. Die Einwohner waren groß von 5r»rur und streitbar. Gegen Morgen hatte dieses Land zu Granchen einen ^ de-l von Midien, gegen Abend war . gegen Mittag die Landsthafft , uno der Berg l>arapzm.5u5, Uiid gegen Mitternacht der Fluß Oxuz. wel» cker es von 5»gä.,^ sonderte. Die Völcker darinne sind vorzeite-,gewestn, die 52l,clT, Lbomzri, ^cinncT, I'amb^ci, l'bocgrj. lglzricai,5cor- ' Diese waren so barbarisch, daß sie gewiss Hunde hielten, welchen sie die alten und unvermögenden Leute u fressen gaben. Ihre W^berwaren gegendst leutselig, u-id liessnsie mehr Liebe, als die Ehrbarkeit sonst verstattet, gemessn. Die l^celloni« haben sich von dem Aöm'grcl'che ^erstett. ^7/ r der Grosse der lizÄrizner gefürchtet. Unter vielen Städten Mes Landes waren die berühmtesten : i. öz^rz, oder dz6tcum. die Haupl- Mdt des Landes, an dem Flusse L.i6t5o, heute zu Tage vulctnzn genannt. Diese Stadt wird Itzo oder üuclutan . oder I^cmenc genennet. ^.Z>!>u5mi. Diese beyde werden Königliche Städte benennet. z .LbZl-acbZl 'lz. heutiges Tages LlnzcczGzr. Der dzetrisnische König ^ocozlUez ward von dn Uprischen Königin 5cmuzmi5 überwinden. in. ?.uux>3nUix,oder l^ropamil'uü.eine Landschafft, welche gegen Morgen Indien disscits des Linßex. gegen Abend ^nzm, gegen Mittag Xcscbolizm, md gegen Mitternacht kzcktriznzm hatte. Sie Heisset itzo Zzbleltzn. Die allen Pölckcr darinne waren: Die llolic-c, , /tmbznc-r, psriecX und ?ulu. Iievornehmste Städte ! I.) dlzulwiz. 2.) (larura. oder Orrochsnz. Hittinne war der hohe Berg pacopzmilux gelegen, welchen Luccmx deßwegen kucatum genennet, damit er, wie ^rriznu; und Krrzbo meinen, die Thaten des Königes älexznclri Xl. mehr erhöhen möchte. ^lexzncler hat hierinne «ine Stadt Nahmens ^lexancinz erbauet. iv. heute zu Tage Lznclsbzr, hatte gegen Morgen Indien disseits des (Zzngez, gegen Abend vcznAiznzm.gegen Mittag Leclrolizm, Udqegm Mittemacht psropamillciem. DieVölcker waren: DieXlzrgver-, welche vorher ^nm-ssl, hernach Lvsrger-e sind genennet worden; die 5/clri, ^l>flurT und Lorrz?. Die Städte waren: ^racbocux und ^lexznclris. V, LQl)k ()5iH.wo itzo die Persianische Provintz 5encl zu finden, war W'Kcn, gegen Morgen an Indien disseits des Lsn^ex, gegen Abend an e-r- M-iiz, gegen Mittag an dem Indianischen Meer, und gegen Mitternacht an ! drzn^rn und ^tacboiiz gelegen. Die Einwohner hiessen eeclcc>5l oder Se- I äwü. Die Haupt-Stadt war l>^k.8i5, deren Inwohner pzrürT genennet ^ worden. Sie lag am Flusse heute zu Tage ilmenr genannt. In der Stadt wohneten die ^ ig 1 ^ ^ h^te zu Tage xirmzn genannt, ward in groß ozlmznizm und klein Lzrmznizm abgetheilet. Das kleine (^l-maniü ward Mch das wüste Lzrmzniz genennet, weil es keine Städte, sondern wegen der grossen Sonnen-Hitze nur wenig Dörffcr hatte. Dieses grantzete gegen Nwrgen mvl-ngiznzin oder ^rism .gegen Abend an t'erliclcm, gegen Ntitrag an groß ^rmznjzm >und gegen Mitternacht an I 'zribiam. Das grosse Lzrm-iniz lag gegen Morgen an Ledollz , gegen Abend an perliclc und dem 5mu pcrlico, ge- M Vüttag an dem Indianischen Meere, und gegen Mitternacht an dem Wen Lzrmsniz. die alten Völcker waren vorzeiten hierimie,die it-cicliX. , Lzclzncm^ccx, dzmelc.bc.5ci oder 8c.xc.rX , H^clenirez, I^.bu>arz^-T. patzi-gzcjse. und ^rmoxri. Die Landschafften hiessen: Xlc .clc.MZ- 'ce, pzrepbsliclz, (.zbsclina und Lbaiuomce. Dtt vornehmste Fluß war 8KM/- , ^6 Des vierdeettZöl^chs dsp. ix. Läm^zccz. Der Berg, 8cmiramiüi5. Die Städte : Lirmsns, die Haupt. Stadt; 5^m^Iace, ^Icxanclria, /tmu-z. Hieriime hat L/M5 den überwun» denen völlig zum Gouverneur gemachet. Vil. ÜLK8I8. war eine Landschaffc in der Gegend,wo heute zuTage die Provintz l'-u-> oder k^ri-Kzu lieget. Die Völckcr darinne waren: ktelz. derre- - 5u2?i, tvlTzorez und ^rsb-ri. Die Länder WUttN: I -Ar-tc -cene. Ietl5ciiZ > IrNircliene, und X oscene. Die vornehmsten Städte sind hicbevor gewesen: l'Lrtepoü;, welche in denen alten Zeiten die Haupt-Stadt des Persianischen Reiches gewesen, wird auch kü/mzw gcnennet. Sie ward im Fabre der Welt ;6io. von ^!cxzni>um. und Xoace, waren auch Städte in dem alten pcrliäe - welches gegen Morgen (llzrmznüim, gegen Abend 8u5z- ncun, gegen Mittag den Persianischen Meer-Busen, und gegen Mitternacht Meden hakte. viu. 8tl?8i/rXl^, war eine Land schafft, die in derGegend gelegen,welche heute zu Tage dbuüüzn hcisset. Die berühmtesten Städte waren: 5ul-5 oder 5uia Ulid I'sriünü. Die Völcker: deren Land , und die Lolüei. Die Lander: irwlirerie, (?zbzmenc, Lbaracenc, Lüliz , Lbücz- xirix, und das fruchtbare Feld Osrz. Die Flüsse : kloüruz. Oiozre5 und xul,ru5. Diese Landschafft war sehr fruchtbar, und lag gegen Morgen an r^licie, gegen Abend an Babylonien, gegen Mittag an "dem Persianischen Meer-Busen, und gegen Mitternacht an Assyrien. Zu Susa haben sich die Könige in Persien offt in Winters-Zeit wegen der angenehmen Lüifftauffge- halten. tx. Assyrien, >sr. ^ 8 8 XKl ^, insgemeins geiwmmen, war hiebevor, als es eine kton.ncbie gewesen, in drey grosse Provintzien, in Assyrien, Mesopotamien und Chaldäa abgetheilet. Der erste Monarcha war Nimrod im Jahr der Weit -718. den Nahmen hat Assyrien von Sems Sohne, dem /.ülu ,der auch LAu; genennet wird, bekommen. Ihm tücce-twete sein Sohn ldünu5, von welchem die weltlichen 8Lnoemen zu zehlen anfangen. Er regieret die Assyrische Monarchie von An. 190 s. bis 1957. nach Erschaffung der 'Welt Seine Gemahlin war Zemil-gmiv. Der letzte König der unzertheile- ten Assyrischen Monarchie war 8zrUzn!ipzIu5, welcher von Xt. zos7. bis ^077. regieret bat. Nach seinem Tode ward die Assyrische Monarchie in das Medisthe^ Assyrische und Babylonische Reich getheilet, von denen jedes seine eigene Konige hatte. x. Assyrien insbesondere, von Assur dem Sohne Sems benähmet, war in der Gegend, wo heute zu Tage die Stadt Noch»! in der LandschasstDiar- besser Von dem Aöm'gm'cho perslem ? 77 Mr lieget. Gegen Morgen war Meden, gegen Abend Mesopotamien, «egen Mittag 5ui,ana. gegen Mitternacht GrossArmemen. Die vornehm-- sten !!äl dtr darinne waren! MrzpÄcbiclx, 5iraccnc, ^ciistzenc, ^szollionisrex, (^zlzccne, ^s^eiici5. Die Volt! er! (lsrzinrl und 5zml>2cae. Die Misse Z I .vcu5, c->plU5, c-orgus, weiche in den Fluß MZrim ftossm. Die berühmtesten Städte des eigendlichen Assyrien sind gewesen: 1, diinux, wird in der heilige» Schrifft Nnnve genennet, hat ihren Nahmen vom dlinc,. welchem zu Ehren ^!ul oder b-iux sein Vater selbige erbauete, heute zu Tage lieget m ScrGegen^ kloloul. x. Lc-ii^iiun, der Könige in Parthicn Sitz. 5 - ^>bela, eine Stadt,in einer lustigen Ebene gelegen. 4. !>. ;.) ^eleucia. 6.) oder LbarrT, IN der heill» D Schtlsft llzran oder (Nzran genannt, wo der Römische Lcnerüi und tt-umvir Lrzgs.z jm Jahr der Welt ;8?7. von denen Parthern erschlagen worden. Berge waren: KlNius und ^inA-irux. XII. Chaldäa Babylon, war anfangs ein Stück der Assyrischen Monarchie, bekam aber nach Tode, als die Assyrische Monar« ^ zertheilet wurde, seine eigene Könige, welche von ^n.Kl. ;xo).bis Z4"» ^ der Peruanische Monarcha L/iux den letzten König Dznumklcsumnbcr- «den, regieret haben, war der erste König, der es zu einem Königreiche machte. Nach vaiii klecli Tode ward es eine Perstani- .Nln^intz. Sie wird heute zu Tage Lb.'ilüsr oder L-lclsr, auch ^ benennet, wo die Stadt n.,g-izg lieget. Die vornehmsten Städte r nirenZeiten darinne waren: i.l Babylon dieHaupb-StadtderChaldaer, Anderer Theil. Z ist ,7? Des vierdten Buchs Lsp. ix. ist zur Zeit der Assyrischen Könige in Auffnehmen kommen. Insgemein wird dafür gehalten, daß Nimrod diese Stadt angebauet, die Assyrische Königin 8cmu-2ml5 mit Thürnen und Mauren gezieret, und der erste Babylonische König relt-mrilet, der sechzehende König zu Babylon Nebucad- nezar aber recht ausgebauet habe. Sie lieget dergestalt in ihren Ruinen ver- graben, daß man heute zu Tage den Ort nicht eigendlich zu zeigen weiß, wo diese weltberühmte Stadt gestanden. ;.) llrcboa oder tw, war des Pa- I> triarchen Abrahams Geburts-Stadt. ;.) Lorü^z. 4.) i'ercclc.n, heute zu Tage v -il-n z, waren ansehnliche Städte. . x 11. Medien, Isr, ^Lvi^. so heute zu Tage Servan oder Schirvan ^ Heisset, war in etliche Landschafften eingetheilet. Die vornehmsten hiessen, >tnrrvy!ii>z oder ^nllo^zrcne, l'ioparene, dlbiZlomicernc. 8^nznic2, K.Z. giana, vaiirix, ^zpsvorrcne,8^romecii3. Die berühmtesten Völtker WareiU ! (lzspü, von denen das Caspische Meer, und die porr« LsssiX , oder Caspi- xvili> i' sehe Pforten , welches gewisse enge und beschwerliche Wege zwischen hohen M.irvw Bergen gegen v^bem zu sigd, den 9?ahmen haben ; die »/rc-ni, von denen ^ A: .h das Caspische Meer, i^r. ^lzr-c it^icanum, benähmet wird; die L»ünln. deli, M sk n vrib/cc;, ^vsrici, ^larüi, Larclucbi. so hernach Lorclien, ssnd geNkNNet W0k- den, t^.'.runclT- I^srg»ll, 5zZzrrii, 1'az>uri,8iclicc5, Vacisllli. Die bekanntesten >l!n Vill Städte sind gewesen: I.) Lcbsl-mz, die Haupt- Stadt in Meden, wo die AMs'.ib Persianischcn Könige im Sommer steh auffhielten, wie im Winter zu 5us.5. z im Herbste zu Nertepolix, und zu Babylon die übrige Zeit des Jahres. Sie soll mit einer siebenfachen Mauer seyn umgeben gewesen , deren eine immer höher als die andere gestanden, und unterschiedene Farben gehabt. Denn eine soll weiß, die andere schwartz, die dritte Purpur-roth, die vierdte blau, die fünffte dunckel-roth, die sechste silber-farbig, die siebende übergöldet gewe- sm ^ ^ sen seyn. Sie lag 5. Deutsche Meilen von dem Caspischen Meer. 2.) ^ itzo (lsxbin oder Laxvü, genannt, z.) Iroparena. 4 ) Lyroz'oÜZ , heute zu lÄmicim I Tage 8csm-icbiz. 5.)Lboromirrenz. Die berühmtesten Flüsse waren: L-m- derAHi' , Lyrux. ^lorclux, 5rr2w» Lttrintizx. Die Berge: Loronux, laloniux» ^ Oronrex, ^»mx, itzo ^clibegisn genannt, Lkosrrsx öder Lozcrs. XIV. tiVKL^dii^, hatte zu Gräntzen gegen Morgen ktsrßianzm, gegen Abend kteckzm , gegen Mittag parlbwm, und gegen Mitternacht, das von diesem Lande und denen t^ircznix odertt/rezni!genannte tt/rcanischeoder Caspische Meer. Die Böleker waren: Die Kloxzrse, ^ll.ibenj, Lbiincii. Die Haupt-Stadt war »yresnlz, und wird vor das itzige C'süan gehakten; her- m ^ nach ^msruka. In der Gegend wo Hyrcanien gewesen, sind heute zu Tage M bkl die Persianische Landschafften kiwn. oder estan und l'abzrcttzn. XV. kwrZi-m-, eine Landfchafft,welche gegen Morgen mit LaÄrlanz, gegen Abend mit tt/rcsm», gegen Mittag mit ä»». und gegen Mitternacht mit5-7 rbi» ^ l Von dem Königreichs Persien. 17? ililaräntzete. Die Völckerwaren: Die Derble« und ^inllzAerT, so aus Scythien hieher kommen sind; die e->rni. vun- und l'-pmi. Die vornehmste Stadt war ^ncwclÜZ ^iarZizna, vorhew tLlexunäriu, hernach aber 5e!euci» zMNNt.^. ^ ^NZNZ, war in der Gegend, wo heute zu Age das Persianisthe Land LKorslnn ist. Die Völcker waren, die l^is-ci. B-veni, ^uzcior»!,,, L,t,ror^, Ob-rc--. Lll/m-nstri, UorAi. Die vornehmste» Städte waren: 1.) so vor die heutige Stadt Herat gehalten wird. z.) älexancim. z.)öicax^. XVII. OrsnKi-nz, war eine Landschasst in der Gegend, wo heute zu Ta- ge ZiZelian lieget. Die Völcker waren: Özrsncjz- und I5un ii. httk ouch das Land i-irac-ne darinne gelegen. Die vornehmste Städte sind gewesen: I.)l>mj?ikzli2. z..) ^risPc, oder ^rjspc-. XVIII. das eigendliche Land der alten Parther,war in der Gegend, wo heute zu Tage die Persianische Provintz ii-sc ^^emi oder Lrack lieget. Die Haupr-Stadt ist ttecacom^luz gewesen. Diese Nation war Weiten sehr kriegerisch, daher sie endlich ein eigenes Königreich auffrichteten, welches 478. Jahr störet hat. Der erste König war Glaces i. der um das Zehr der Welt >700. zur Zeit des ersten Punischen Krieges gelebet hat. Iie nachfolgende Könige eroberten viele Provintzien , und sichreren mit de» N Syrischen Königen und denen Römern blutige Kriege. Der Römische Immvir Lrzlluz ward von dem Parthischen Lcner^I 5urenZ5 ;8?7» WM geschlagen, und selbst getödtet. Der letztere König der Parther war ^mi>ZWZ iv. welcher im Jahr 219. nach Christi Geburt von ^>r,xerxe I. Könige in Perssen überwunden, und Parthia nebst allen zugehörigen Provintzien dem Mechanischen Reiche unterwurffig gemachet wurde. Die Theile wii dieser berichmten Landschasst waren: Limiten,, ?arrkicnz.Lor^na, urzmicAiz.Md l'sbienz. Die Parthcr waren tapfer, und konnten auch in ^er Dicht hinter sich schießen, licbeten die Unkeuschheit, und waren sehr ver» Um. Diealten Griechen hielten das Land sehr verächtlich, weil sie für ihre Armeen keinen sattsamen Unterhalt allda gefunden, und dennoch machte ^rl-cez 1. mnach das Parrhische Reich so K)rmien, und auch die Römer, für denen Parthern fürchten musten. §. 2. Von dem Königreiche Persicn, nach der heutigen A'""-- 8cril ?Lnren Meinung. ivrP ^Je Grantzen des heutigen Persten sind gegen Morgen Ost-Indien, beyde ei- gegen Abend die Türckev in Asten, gegen Mittag das Perstanische nerley Z 2 Meerstnd. 2 so Des vlerdten Buchs e--p. ix. Meer und der 5irn,z perstcuz. und gegen Mitternacht das Meer von Xilzr, oder dizsanclersri und das von labMan, welches Theile des Caspischen Oberes sind. Die vornehmsten Berge darinnen , sind die unterschiedliche Arme des Ge» biwges l'suri. L. i. Die Schistreiche Flüsse in Persien sind , die kucckan, Xurks», oder 565. rr-x Lasss^ genannt, angegangen. Der Ort ist heute zu Tage eineGräntz-Vestung gegen die Türcken und vagelisni- fthe Tartarn. Von denen Türcken wird der Ort i'emi,- oder vemir-LsP genennet. 2.) 5c2M2cbi, oder 5cammacü)^eine Handels»Stadt, welche vor» zeiten viel grösser gewesen, aber in dem Kriege, welchen der PersianischeKe» uig 5cbacü geführet, gar sehr ruiniret worden. An. 1667. hat ein ent» fetzliches Erdbeben, welches drey Monath lange gewahret, die Walle und mehresten Häuser umgestürtzet, daß viel tausend Menschen erschlagen wer» den. z.) LÄrmacK. ist ein hoher Berg ohnweit 4>)LaIcu. j.) kil. Zcan. 6.) sind Städte dieses Landes. II. xll-m oder sn genennet. Die Stadtk'crabarb Pin einem Land^clegen, welches voller Maulbeer »Baume stehet, und in welchem sich viele Seiden-Wurcker auffhalten. iv. Die Landschafft Xboemus oder Lom-z hat die Städte Bassam und Damegan» Lborzszn oder (!ozrzsszn, hat die Stadt-, eines bey denen Persianern berühmten Propheten,ist,welches sie in grossen Von dem Königreiche Persien. > 8» arossen Ehren halten. Von des Königes 5cll»cb. Kb-xZeiten an, haben viele rorr'ehme Persianer sich hieher begraben lassen, und reiche Gesehenere h.cher ^Vl. 5ab!ellan oder 5.-ibiiistzn, hat die Stadt Nusih, oder Nojr zur H.nipt-Stadt. In derselben ist ein Schloß, welches das ansehnlichste in gantz '1'crsltn ist. Es wird auch hierunter das Land, und die Stadt begriffen, welches sonst dem grossen Klozol gehöret. hat es ,6ü. dem abgenommen. VI!. 8i^iitsr. oder^lr^stan hat den Ort Slsianzur Haupt-Stadt. Diese Stadr ist zwar klein, aber volckreich, und in einer Ebene gelegen. vtii. Das Land 5cn^, oder5m«lj, wird von wenigen besuchet, und ist euch nicht viel bekannt, weil es fast gar öde lieget, und keinen besondern Meer- ^ ix. '^i3!c^R>derhatdieStadti'i^zur Haupt-Stadt, welche richt weit von dem Meer, oder, wie andere sagen, zwo Meilen davon gelegen. Eiche geben derselben die Stadt taj-ikr-m > von welcher dieProvintz ihren Nahmen bekommen hat, zur Haupt-Stadt. X. Xermzn oderkirmzn, Zzr.Lsrm-mia, hat folgende Städte : I.) Xcl'mZn die Haupt-Stadt des Landes, lar. Xel mznia genannt. !.) (zzmmcron oder L-imron, wird von denen Persianern öenclzr ^basti, kasist, Schussel des Reiches, genennet. Diese Stadt liegt an dem Persiani- W Mer-Buken zwischen zweyen Schlössern, welche nach der alten Art bc- WMtsind. Als die Portugiesen im vorigen 5eculu den Platz inne hatten, wr die Stadt nicht gar groß. Nachdem aber Omuz von denen Persianern crobmwvrden, ist sie tresslich gestiegen, daßnunFrantzosen, Mohren, En- gclländer und Hollander grosse Kauffmannschaffr dahin treiben. Von dem Mo/mkh^z/0 bis in den 5eprembel- ist hier grosse Hitze und ungesunde Lufft, daher viele Kembde sterben. Die Holländische und Engellandische Kauff-Hauser M sehr prächtig nach der See zu erbauet. z.) Olmu;, jzr. Ormurium oder eine Ansulmit einerStadt WcheöNahmens gegen Qamm- ron in dem Perstanischen Meer-Busen gelegen, MInsulhatte vorzeiten ihren eignen König bis 1 ros.da die Portugic- selbige eroberten, und daselbst die Vcstung Orn-uz anlegten. Weih aber uese dem Persianischen Reiche viel Verdruß machten, so machte der König ^1. mir denen Engellandcrn in Ost-Indien eine und Wm mit deren Hülffe diese Insul, Stadt und Vestung ein, liesse hernach die lmugieseii vertreiben, und die Stadt ruimwn. vcach derZeit ist sie wieder worden, und wird daselbst von denen Europaern, auch Portugiesen, 5, 5 Handlung gerrieben. 4.^ ösbrcm oder , eineAnsu! in dem lchignischen Meer-Busen, daraufdie Stadt und Castell üabalem liegen, wor- Z z inne , z z, Des Vl'erdtm Nuchs dsp. IX. inne ein Perftanischer Louveracu,-ist. Bey dieser Ansul ist die herrliche Per» len»Fischerey, weiche jährlich von dem P>lic> biö zum5cprember vonmebrals zoso. Schiffiein geschehet. Die Perlen» Fischer sind mehrentheils Araber, welche so wohl dem Konige von Persien, als dem Fürsten, unter welchem sie sie» hen, Tribut geben. 5 .)Xilckmilcb.eine fruchtbare Jnsul drey Meilen von e-mmeron > darauf allerley Früchte, Citronen, Pomerantzen, Granaten, Pfirsichen, Mandeln, Weintrauben und Aepsel wachsen, weiche mehren, theils nach gefnhret werden. 6.) I.ecbz. 7.) LarZ2. 8.) IMane. 9.)eo^uc. io.)c;og-i, sind Anfuln der Gegend. X I. ?zrlilt-n, eineanschnlicheProvintz, worinne dieses zu mercken: 5cbica8 oder 5irsz dieHaupt»Sradt des Landes, ist eine der besten in Persien. Sie ist hiebevor viel grösser gewesen, wie an denen verfallenen Mau. ren, Pforten und alten Gewölben abzunehmen ist. Sie lieger in einem Hbale, mit Bergen umgeben, und hat Mauren von unrerschiedenMMarmor. Die Strassen sind krumm, enge und unordentlich. Sie hat ein berühmtes (Z/- mn-lium,worinne l>rolell'ore5 ans allen ?2cuüaten üociren. * Nicht weit von dieser Stadtwar, zu des Persianischen letzten Monarchen varijdc>clc>m-nniZei. ten, die mit aller Herrlichkeit gezicrete k.ciicl->i?. Stadt der Persianischen Mo» narchen, l'crlepoliz, davon man noch heutiges Hages bey 5c lm»; prächtige kmnen zeigen will. Von dem eingefallenen Stein» Haussen desl'ickelmwzr oder perlepollZ soll unten weitlaufftigere Nachricht gegeben werden. 2.) 1.2r, eine Stadt an dem Flusse l'uin.lcin in einer sandichten, doch fruchtbaren Gebend gelegen. DieMauren sind von gebackenen Steinen, mt welchen die Walle verwahret sind. Bey der Stadt lieget ein vestes Schloß auf einem Berge. An dem Gebürge bey diesem Schlosse wird im Monath siumo von denen Persianern ein gewisses Oel gesammlet, das sie kjumms? Xobu nennen. ;.) öenllcc donzo. 4.) 8sburz. s.) I^ubcriLZN, sind Städte dlS» ses Landes. XII. In Lbuüll-M oder dulillzn, ist 81» die vornehmste Stadt, am Flus» se ^amoirz, und wird dafür gehalten, daß der Persianische Monarcha Xerxez I. welchen viele vor den in der heiligen Schrifft bemerckten König ^ll-lveruz aus» geben, daselbst seine Hoffstatt gehabt habe- Der Ort wird lsc. 5u Hz genennet. Von einigen ist sie auch 5uüi benähmet worden. XIII. kcl-erlzzjjcm , oder Hcüi bcir-sn. eine Landschasst in dcrGegend, wo hiebevor ein Sruck von kieüwn gewestn. Die besten Städte sind: I.) i'-briz oder Isuriz. lac. i'-bscilium , eine grosseStadt, im flachen Felde gelegen, warehedessen dieHaupt.und ^.eliclci^-Stadtder Persianischen Könige, ehe selbige nachdem, hernach auflzpzhzn verleget worden. Zhre Hauser haben nur ein Stockwerck,und sind von Ziegelsteinen gebauet. Es sind allda Von dem Rom'greiche Persien. allda immerfort viele frembde Kauffleme zu sehen, Hn. 15;;. ward sie von denen Sacken übel zugerichtet. !.) Lcvgn oderil-vzn. 1-r. krosnum, einegrosse Stadt, wclchesonstzu 7iircoms"nicn gehöret hat. Hrclebil, eine berühmte HandebStadt, welche wegen ihres Prachts und Alterthums viele Städte in Persien übertrifft. Die alten Persianischen Mo» uarchen haben hier rcücMet, auch hat sich der Griechische Monarcha Hiexzncler ^hierauffgebalten. Hier sind viele Bade»Stuben. DreyMeilenvonder Stadt sind solche SchwefebBrunnen, welche zu solchen Badern dienen, so die Krätze heilen. Die Brunnen heissen LssnciztcK. 8erücbe. XlV. tt/erselc-^Zemi, oder Lraclc, und lr^clc , ist itz0 die Haupt» Pwvmtz von dem Persianischen Reiche, und hat diese vornehme Städte: iPlzpnkan oder dljzjzzkan, lar. Hspakzmum, jstitzo die HaUPt »Stadt von Wen, an dem Fluß ^enüerur gelegen, mit einem Königlichen Patlast, dar» im'.eheute zu Tage die Könige von Persien rclitliren. Vonbeyden wird der z. md4. §. mehr Nachricht geben. !.) Lszbin oder L-zxpin , I->t. Lzxbinum, einegvosseundvolckreiche Stadt, mit einem prachtigen Schlosse, worinne die Könige von Persien rek-tu et haben, ehe5cwcb.Hb.i5 1. welcher von Hn. Lks. 1585. bis 1629. König in Persien ge» msen, selbige nach K^iffsKsn verleget hat. ;.) Lom oder Lum. 4.) ttzma» z-m. ;.) wvvz oder 8auz. 6,)Lalcsn. 7.) ^smiem , sind Städte dieses wdes. ^ Diesen Persianischen Landern werden noch beygefüget das Land Hrme- i men, ederlkcmcniclc, Dizrbcck» Lurclilisn, I^ieiaclc oder L^cli-Hi-sbi, oder l Verzcw Weil aber diese an denen Grantzen des Königreiches Persien, undder l Tmckcy gelegen sind, und bald denen Persianern, bald denen Türcken zugehören, so wollen wir von denenselben bey der Türckey in Asien reden. §. z. Von der Stadt welche itzo die Haupt- Stadt in Persien ist. / sind etliche der Meinung, daß »ispzkznoder5pbaon, wie die Persia» ^ Vnerdieselbige nennen, aufden eingefallenen Stcin.Hauffen der Stadt »c- «rompple sey erbauet worden. Diese Stadt ist mitten auf einemebenen Plan, dersievon dreyenSeitm ^ ^Siebet, gebauet. Diese Ebene erstrecket sich bis auffünffzehen oder zwantzig .oleilen, und wird ihre natürliche Fruchtbarkeit durch dieEanale und Bäche,; welche 184 Des vierdtsn Buchs c^p. IX. T^pernier welche das Wasser von dem Flusse 5 .n^iereu dahin leiten , sehr vermehret. An /./ö?-.;. denen Seiten gegen Mittag, beginnet diese Ebene zu einem sehr hohen Gebvrge, c.4,^e welches aufdas Höchstezehen Meilen von der Stadt abgelegen ist, zu werden. Die Vorstädte, und die Stadr zusammeii, haben einen so weiten B» griff, alsi'-ri!. die Anzahl der Einwohner aber ist wcitgeringer, undhaben dieser Stadt Hauser nur ein, oder zum höchsten zweyStoclwercke, welche nur von Ziegelsten.en , so an der Sonne gedörret werden , gebauet sind. Zhre Dacher sind mehrentheils nur von Erde gemachet, und ist das Vordertheil, so aus die Gassen hinaus gehet, sehr schlecht gebauet. ^ Die Gemacher sind möge» mein sehr nett. Was des FrauemZimmers Gemacher anbelanget, so können die Ausländer davon nichts gewisses sagen, weil ihnen der Zugang dahin sehr scharffverbothen ist. Ein jedes vornehmes Hausi hat seinen Garten, darinnen aber itziger Zeit die grosse Menge Maßholder-Baume, wodurch die Stadt von weitem für einen Wald istangesehen worden, nicht mehr gestatter wird. Die G^sen daselbst sind enge, krumin und sehr dunckcl, weil sie mehre» theils aus jeder Seiten Gcwölber haben, darunter man bedeckt gehen kan. Sie sind auch nicht gepflastert, daherkommet es, daß einem im Winter der Koch, und im Sommer der Staub sehr beschwerlich ist. Es gibt allda viele ^c-tquecn, L.12^5, das ist, Marckt» Platze, und OrvAnwi -ülz. welches letztere Herbergen sür die Reisende sind. Es sind auch daselbst zween ^rmciclsn5, das ist, zween öffentliche Platze zu sehen, wovon der eineder alte, und Verändere der neuegenennet wird, vonwelchem letztern wir im folgendem §. reden wollen. Die Srad»Mauren sind nur von Erden gemachet, und haben schlechte Thürne, welche an vielen Orten verfallen, und zum Theil die Graben ausfüllen. Dieser gantze Umfang hat zehen Thürne, so mit eisernem Bleche beschlagen sind. Aii der Seiten gegen Mittag ist die Vestung Mssaban an die Stadt» Mauren gebauet, und viereckig! lang, hat aber keine andere Streicl >Wehren, als etliche alte Thürne, und Rundelen. Daselbst wird des Königes Schatz, mit allen priemen, die er von denen Auslandern oder Statthaltern seiner Provintzen bekommet, verwahret. Die Vorstädte zu t5tp-ban oder itss-ck^n sind weitläufftig, und werden Al^barli geheigen. Die vornehmste oder Lbiulfz, istder Wlohn»Platz vieier Armenischen Christen, welche ihren Dai ugs oder(^r>uvei neu> haben, und einen Tribut von -.c-o. vm-iw geben müssen. Die Hauser darinnen sinda» sehnlich. An der andern Seiten des Flusses ist die Vorstadt ^sbrila» b--k oder , welche voll Menschen flecket. Die dritte Vorstadt beisi set «iltcnsbacb. wo die Gregorianische Christen wohnen genennet. Die vicrdte Vorstadt ist Xebrzbzrsswo eine Art Persianische Heyden wohnen,so nicht be chnitleii sind,lc-bber genennet; sind gantz anders gekleidet und geschoren, tra» genlangeHaare und Butte, §. 4. dem Königreiche Persien. §. 4. Von dem Meydan, und dem Pallast der Könige in Persien. s?^Je Persianer und die meiste Orientalische Völckcr, geben insgemein L/allen öffentlichen Platzen, welche mit eii.er Ring-Mauer umfajset stnd, 7)^/^ den Nahmen Meydan. Die zween vornehmste zu ttttp-cksn stich , der alte ^ und neue ^e^clan. Wir wollen aber allhier von dem neuen reden, weil die Häuser des andern dergestalt ins Abnehmen gerathen, daß er keiner Befchrei-/»» ^Dieser ist ein Werckdes Perstanischen Königes 5cbacb. Kl>a51. seine k^igur Eviereckiehtlang, so steh voti Mitternacht gegen Mittag erstrecket, und sechs 7^»^ hundert Schritt auf jeder grossen Seiten, und vier hundert auf jeder kleinen ^ Seiten hat. Dessen Flügel sind bey nahe sechs Klafftern hoch, welche zwey Slockwercke von gleichförnrigem Bau tormiren. Das erste c^tockwerck wird ^0. ? m Schwibbogen unterstützet, unter welchen die Gold» Schmiede, Cisen»s,^'. Hmdler, Buch-Handlcr, und Wechsel-Herren ihre Laden haben. In dem zweyten Stockwerck, welches mü einem Haussen Erde bedecket ist, stnd viel kleine Kammern, welche mehrentheils von Huren bewohnet werden. Die gantze Lange an denen Seiten des Platzes ist voller Lampen zu sehen, welche in die Mauren gemachet stnd, und an denen öffentlichen Fest-Tagen ei» Myrossen Schein von steh geben. Man hat auch zu noch grösserer Zierde, zwischen diesen Schwibbögen, drittehalb Schuhe voneinander, Maßholder- Bau- mMcmtzet, und einen Canal von gehauenen Steinen gemachet, dieselbe zü befeuchten. Jtziger Zeit stnd diese Baume aus Mangel des Wassers verdorben. Mtm in dem Platze stehen viel Hohe Baume , wie die Mayen, auf deren Kipfel eine gewisse Gabe, welche an Freuden-Tagen denen Soldaren, so am besten Hiessen, preist gegeben wird , auffgestecket ist. Auf diesen? Platze ist stetscinegrosse Menge Volckes, und zwar Vormittages Kaussens und Ver» muffens halber. Nachmittages pflegen die Gauckler und Seil-Dantzer daselbst hre Storchereyen zu verwüsten. Man kan auf des Königes Pallast aufden kkeyü-m sehen, dessen Haupt- Wr gerade gegen über stehet.' Aufdieser Seiten ist ein grosses Zelt, ohngesehv MssKlaffternhochüberdieHaustr, so rings um den l^evclan stehen, aussae- Wet. Selbiges hatvier Stockwerck, und nimmtderKönig,wennerauföf- Mlichen Freuden-Tagen denen Schau - Spielen zustehet, das oberste ein. <>or dem Thor stehen viertzig Stücke Geschützes, so theils in diesem Lande ge- Anderer Theil. Aa gössen. « AWMUM ö«c.^ bK?« s M-i"' I -U? '>,n^ ^. 'N e W'Uj> ''W>^^'Li' ' NOHNII 186 Des vierdten Vuchs L-p. IX. NF«'" 75- Iviiius fetzet den Anfang derPersianischen Monarchie in dasJahr der Welt .' 51. da dem Medichen Reiche ein Ende machte, und den letzten Medi» schca Könige Myzgem, seinen Gross-Vater, gefangen nahm, undihn zu einem Louvcrneul machte. Der vierdtc Austand der Perser war, als der Makedonische König der Grosse im Jahr der Weit ;6i?. vznum dogumÄnnum völlig überwunden, und dem Persianifchen Reiche ein Endegemachet hat. Also hat ünF. )6xo.nemlich 5 ^ L.Jahr vor Christi Geburt sich die Griechische Monar» chie angefangen. Derfünsice Austand der Perser ist, da sie denen Konigen von ^lgcsW- ni-n und 5/rien um das Jahr der Welt 16z?. also Z VA. Jahr vor Christi Ge» bmtunterworffen gewesen sind. Der sechste Zustand war: da die l>arrbcr sich wider die Könige von blzcecinnien und ISN empöhreten, und einen König aus ihrer blscicin erwah» W. Vieles war 1. welcher ohngefehr um das Jahr der Welt Z7 °o.also 14 8.Jahr vor Chrii'tiGeburt sich der Syrischen Herrschafft entzogen, und das Parthische Reich in Persien angerichtet hat. Der Stamm dieser welt« berühmten Könige w w. so man tsciUe5 nennete- Der siebende Austand der Perser war, daß ^naxerxez der edele sich Mrdenletzten Parchischen König ^rc-bsnum iv. auffiehnete, und nachdem er drey Siege wider ihn nacheinander erhalten , dem Parthischen Reiche im Jahr Christi das Garaus machte, und sich einen König der Perser nen» nete. Nach ihm regiereken z 1 Könige von diesem Stamme, und izgcgei öcz iii. warderletzte, unter dessen Regierung die^zrscenenin ^^blen gantz peRen, und auch die damahlige Königliche Llmeclzvnz eroberten, auch den Keniq verjagten än. Lkr. 65 7. der aber erst 6 s i. im Elendgestorben. Der achte Austand der Perser gieng also im JohrChristi 6z8.an, da der ?lrabische (Wchb Omlir I. mit seinen^Zl Scenen aus ^rabiei^ gantz pel ben erober» te, und die Perser nöthigte den Mahometanischen Glauben anzunehmen, den Nahmen der Perler auffzugeben, und sich 5-,rzcenen zu nennen. Der neunte Zustand in IWilen war, als im JahrChristi yoLHertapfe» reHeld ^lzrclsvvi^uz sich wieder den Lali^bcn lcwÄaciü-um auffiehnete, und die Persianer von des5zrzcenen Joch besreyete. Er war das Haupt des alten Ge» schlechtes vojs oder pujW. aus welchem nach ihm noch sechzehen Bojitische Kö» mgebisin das Jahr Christi 105 5.regieret haben. Der zchendeAustand war, als der Türckische König ivgml.Leg im Aa 2 Jahr i z z Des vierdtm Buchs dzp. IX. JahrChristi - ?;den Persianischen Konig iVielecralUm clepolseUirete. Der letzte König aus dem Türckischen Geschlechte 8algbuclc war ^bulcalcmuz. Der ellffre Zustand in Persien gehet ^n. e^Kr. i^z.4.an, dadieTartaru in Persien kamen. Ihr erstes Haupt warLbwgw-an. ^nd das letzte der berühmte I'amerlan , welcher ^n. 1404. gestorben ist. Der znwlffee Zustand fanget sich än. 14-08. an, da Xzi-a itk-saus ibir- com2nni-i oder Armenien König in Persien wurde. Der letzte König aus 7ur. com-mmcn war rrlvümcz, der ^n. Lbo. 1495. von dem Iimsel aus deralten Persianischen K^mibe des Propheten 5opb^oder5e>«bi überwunden wurde. Der dreyzehcnde Zustandest die Zeiten welcher die Sophianische Könige in Persien regieret haben. Von ^n.Lbo.1499. bis 17-7. haben nun eilffKo- nige aus der Sophianischen K-uMbe in Persien regieret. 1.8cb.2cb itmacl 1. 5opb/V0N^n. !499.bis '4^4- !.8cb.icb-'I'bzm2Z, von ^n. i; Is. bis 1576. z. scbzcb-Ilmael II.V0N ^n.izyv.bis 1^77. 4- ^ebacb-Loclabenü- V0N 1 s?8. bis i;86. s. 5cbacb .Lmii--I4cwie, ^n. 1^85. 6.8cbscb Ikmocllll. /In. 1585. 7- 5cbzcb ^bs51. von ^n. 1; 8 ;. bis 1629. Dieser verjagte die Portugiesen aus On-nuz, und legte die Kekcicn? nach Ichokzn. 8.5cbzcb-8cül. von ^n. I6t9.bisi64-. unter dicsimkam dertsommercien wegen >6)5. von dem Hertzog KriclcricO von Holstein - Gottorp eine grosse Gesandschafft nach Persien, und reisete 165 9. wieder nach Hause. 9. 5cbacb. ^bss n. von 164!.bis 1666. iO.8cb2cb.8ek II. oder6cbacb 8obm2nn I.von ä,i667.bis 1694. Dieser hat sehr ruhig regieret, und die Staats-Geschaffte alle seinen vornehmsten ^li'kkriz überlassen, l l. 8cbacb. 8olimznn II. heutiger Kömgin Persien , hat seit ^n. 1694. auf dem Persianischen Throne gesessen, und ruhig regieret, -7-5. hat er einen Gesandten, Nahmens, Mahometk^ Lccg, Louvcrneur in Lrv-M, der auch <8euera!.I.ieures>2nr der Persianischen Lsvzüeris war, zu dem Könige in Frankreich buciovico XIV. gesendet, und durch selbigen die alte Freundschafft erneuren lassen. §. 6. Von dem eingefallenen Stein-Hauffen des ^^76.^^^An halt dafür, daß die alte eingefsslene Stein-Haussen , welche die 4P 4 Persianer blcbclminar, das ist, die Vicryig Säulen nennen, vor Alters ein berühmter Tempel gewest seye, den ^bazverux an der AbHange eines Berges habe erbauen lassen, und welcher ein Stück der alten Stadt eeAepoli! gewesen seye. Das erste, so einem, wenn man dahin gelanget, zu Gesicht kommt, ist Mauer von grossen schwartzen Steinen, welche den Grund oder Wall, lo Von dem Königreiche persie«r. r 89 so siii^hundert Schritt in die Lange von Mitternacht gegen Mittag hat,^ md an der Seiten nach Orient durch einen Berg/ und gegen OcciNenr durch eine grosse Ebene sich endet, unterstützer wird. Man steiget zu diesem Wall auf einer Treppe von zweyen Stuffen so leicht hinauf, daß man ohne Müh mit Pferden bis an das Thor des Eebaues, so auf diesem erdenen Wall gestan- den, hat fahren können. Diese Pforte ist oben in der Höhe gebrochen, die Seiten aber sind von einem sehr dicken Stein funffzehen Schuh in die Höhe gemacht. Inwendig ist die Figur eines Thurns von erhabener postirter Ar» beik, welches einem Elephanten nicht unähnlich ist, zu sehen. Nachgehends kommt man zu zweyen Säulen, so von vieren noch übrig find, und folgends zu einem andern Thor, welches eben auf die Weise, wie das erste gemacht ist, Nein zwey Thiere mit grossen Flügeln gehauen, aber sehr schadhafft find, deren Haupt sich gegen den Berg kehret. Nicht weit von der rechten Hand ist ein gross ses viereckichtes Becken, welches gantz von einem Stein gehauen, und funffzehen Schuh breit, und drey, oder vier Schuh dick ist, zu sehen. Wann man sich gegen die rechte Hand zwantzig oder dreyßig Schritt wendet, steiget man auf zwey gegen über stehenden Treppen, deren Seiten mit erhabener Arbeit gezieret sind, hinauf. Mitten auf dem Grund ist anfänglich eine Säule anzutreffen, mbm welcher, wie man dafür halt, noch sieben andere gestanden sind. Dieselbe ist, wie auch noch viel andere, zu denen man folgends kommt, von ungemeiner schöner Arbeit. Wie es scheinet, so sondert einiges überbliebenes eingefallenes Gemäuer diesen Theil von einem andern, allwo ein viereckichtev M anzutreffen, welcher dem Ansehen nach, sechs und dreyßig Säulen, und sechs vornen her gehabt, und find die zwo Reyhen, so nach dem Feld und die zwo, so nach dem Berg zu gehen, von gemeiner Arbeit, und hohl getaffeltt Angleichen sind auch die zwo in der Mitten ausgehöhlet, aber von den andern, weil sie zwey Castell haben, unterschieden. Die zwo vordersten, so beym Eingang find, wie auch die andere, so allein stehet, find eben also gemacht, deren Mrifi in der Figur, so mit ür. bezeichnet, zu sehen ist. Es scheinet, als ob M Wgkstell rund gewesen sey. Diese Säulen find über zwo Spannen dick, und fünff, oder sechs Hoch , und stehen acht, oder zchen Schuh weit von einander, welche, wie aus einigen überbliebenen Figuren, so darüber stehen,ab- Nehmen ist, Zu nichts anders gedienet haben, als daß die Götzenbilder darauf Bellet worden find. Wann man weiter gegen die rechte Hand, und zehen oder zwölffStuss im hinauf gehet, kommt man zu etlichen eingefallene!' Kammern, die nicht gwent, und nur von Zimmer-Arbeit gemacht sind. Die Mauren find von Mjjen grauen Steinen gehauen, so zween Schuh dick, drey oder vier breit, ^ ^er zwölff hoch, und gegen einander über gesetzt find: Es verhiu- m aber das allenthalben eingefallene Erdreich, daß man nicht sehey kan,wie A a z i-e , c,g Des vierdtttt Vuchs dap. ix. siestchem Es hat ^llda viel Thüren, gerad gegen einander über, wie auch viel Fenster, so in diese Steine, oder Mauren gebrochen worden. Inwendig bey den Pfosten siehet man Bilder von erhabener Arbeit in naturlicher Grösse, W wie sie bey i>r- v gezeichnet sind. Vor diesen Kammern ist ein Platz von ohi.gefehr sunffund zwantzig Schuhen in die Vierung, allwo man die hinterstel» liae ^)terckzelchen vieler kieii.en Säulen siehet. ^ ' Gegen dem Berg zu, sind gleichsalls schone Überbleibsel von derglei» chenKammmr, sammt vielen Bildern von erhabener Arbeit zu sehen, und iß der Felsen, so an statt des ?uncl2m«-nrs ist,an diesem Ort sehr hoch, in weichen eine Treppe gehauen ist, auf welcher man bis zu unterst hinab gehen kan, allwo gleichsam wie eine Thür in den Fehen gehauen ist, durch welche man, wie es schei. mr in dieses grosse Gebau hat gehen können, es ist aber dieselbe so wohl vermacht, und in einander gesüger, daß man fast nichts davon gewahr wird. DieInwoh« ner des Landes geben vor, wiewohl ohne Grund, daß unter diesem Gebau etwas sonderbahres schönes zu sehen sey. Wann man wieder hinauf gestiegen ist, muß man hinter einem grossen 77 viereckichten Platz niit Säulen gehen, allwo gegen über dieser eingefallene Vt Sreinhauffen eines schönen Gebäudes zu sehen ist , dessen Wände, Thüren und Fenster mit vielen Bildern, und grossen, aber seitzamen Lü2>,2üereii,oder Buchstaben gczieret sind, wie man diejeive bey lu. L. sehen kan. Viel dieser Lbsrzawwn scheinen überguidet gewesen zu seyn: Man sie« het auch die Überbleibsels von vielen Eaneüen, we.che das Wasser dahin gelci» tet, dessen Quellen anitzo versiegelt sind. Zu dem Berg, zwey oderdrry hu: dcrt Schritt hinter diesem Gebau, sind zwo in Felsen gehauene Höhlen, weiche zwey Gräber gewesen seyn müssen. Oben bey' dem Eingang sind eini» ge in einen Felsen gehauene Figuren, und unter andern eines Menschen, der einen Bogen in der Hand hält, und einem Götzei bi.d, welches einem wilden Thier gleich siehet, opffert, zu sehen, wie bey O. t) angemercket ist. Man hält dafür, daß an diesem Ort über die zwey tausend Bilder von erhabener Arbeit seyen, und weil die Erde umgegraben worden, so sind sehr viel darum ter, woran nur der Kopfs zu sehen ist , deren Kleider meistentheils lang mit weiten Ermeln, und die Schuhe fast wie die unserme sind, und welche kleine Kappen mit Falten und einen langen Bart und Haar haben. Unter andern ist eiue Figur zusehen, die in einem Sessel sitzet, auf die Weise, gleich wie wir, wie bey Ist. v. angemercket worden. Mit einem Wort, so ist dieser Ort einer von den allerschönsten Über« bleibscln, so in gantz Persien anzutreffen, und ist beydes das Gemacht, ms die Ordnung und Grösse des Gebäudes, und der Steine kehr prächtig. Und obwohl diese grosse Menge der Figuren, wie bey in L. gezeichnet stehet, nicht nach der Kunst der alten Römer gehauen ist, so können doch dieselbe für M tzhön ^lUret werden. Zuntl Von den, Königreiche Persien. 191 Fünff hundert Schritt von diesem Gebäude, und zur rechten Hand in dem Meist noch eine Säule unter dem eingefallenen Gemäuer zu sehen, und stehen lwo Meilen von dannen, zur lincken Hand, noch drey derselben, welche, wie da» für gehalten wird, zu einem Thor der Stadt pertepoliz, wann änderst dieselbe an diesen, Ort gestanden ist, gehöret haben. Dritthalb Meil von dem ^tckei mmar, gegen Norden zwischen denBer» gen, ist eine grosse Menge anderer Bildnüssen, so in einen sehr harten, und Men Fellen gehauen sind, anzutreffen, allwo eine Art eines Tempels, oder Grabö zu sehen, darein man nur durch ein Fenster steigen kan, dessen Abbil» dung bey ist. angezeiget worden. §. 7. Von den Gräbern der Könige in Persien. i^^Ie Stadt Hrtteuil, welche des berühmten Xeczus Hptter, des Vlmael. Zopkl Vaters Geburts»Stadt gewesen, ist der gewöhnliche Ort, allwo l. c. s. das Königliche Hauß von Perfien ist begraben worden. 5 8. In der vornehmsten zu ^rcleuil, welche am meisten besucht/,^ wird, ist das Grab des^cbnctt.KejzKi. Dessen grosses ?orr-i! stehet gegen dem 77. Ucyäsn, auf der Seiten gegen Mittag zu, über, und sind bey der ersten F. Wr eiserne Ketten zusehen, welche, wann sie von einem Ubelthater ange» rühret werden, demselben die Freyheit geben, daß man ihn nicht gefangen neh» rmdarff, und wann er in den Hof entrinnen kan, fo findet er daselbst einen merbrüchlichen freyen und sichern Ort. Das Vorgemach dieser l^ol^uee ist Meimglich mit köstlicher Tapezerey gezieret, allwo man sehr viel oder Mahometische Priester siehet, welche ihr gewöhnliches Gebeth daselbst verrichten. Der Chor der i^olquee ist achteckicht gebauet, darinnen das Grab des5c/iZc/!.5epyj, st) von Holtz mit eingelegter Arbeit, und wie eine Küste gemacht ist, stehet, an dessen vier Ecken oben in der Höhe ein grosser gülde» mApffel gestellet ist, das übrige aber wird mit einem rothen köstlichen Gold» ßack verdecket. Rings umher hat es viel güldene und silberne Leuchter für m Kertzen, welche auf hohen Festlägen angezündet werden. Bey der Haupt» Mr der Ktottzuc- find die Grabmähler vieler Fürsten von Königlichem Ge» M zu sehen , und ist nicht weit davon in der Gassen eine andere klolssuee OWkreffen, in welcher viel Grosse des Königreichs begraben liegen. Des 5cbzck-5eptti Vater und Mutter haben ihre Grabmahler in einer wlguce, so eine viertel Meil von der Stadt abgelegen ist : Ingleichen sie» ^ vea me umliegende Felder zu beyden Seiten voller prächtiger Gräber, die^^/ct». Uhrentheils sehr alt sind; woran dann die grosse Vorsorge der alten Perser k« Ihm ErabsM« nkMM ist. §,s. Des vierdben Z5uch)S dap. IX. §- 8. Vom Zustand und Beschaffenheit des Perser Landes. ?8^ s«/'Vje Lufft in Persien iß ziemlich gemassget, und mehr trocken als feucht, weil die Brunnen und Flusse daselbst gantz ungemein sind, und es we» /.ch 4.' lüg schissreiche Ströhme darinnen giebt. ?ln den Orten gegen Mitternacht <5 macht das Eiß, und der Schnee einen sehr harten Winter; das Feld aber iß allenthalben fruchtbar, und tragt so überflüssig Korn, daß es daselbst wohlfeiler, als irgend an eitlem Ort in Asien ist. Hingegen sind die Berge unfruchtbar, und giebt wenig Holtz darinnen. Die Persianer sind weiß von ,M'b, schon von Gesicht, und von wohl xropocciunirter 5rarur, insonderheit aber sind die Weibsbilder sehr lieblich und anmutbig, und kommen die, so vornehmen Standes sind, schier nie aus ihren Zimmern , weiche von den übrigen Losamentern dergestalt abgesondert find, daß die Ausländer keine Kundschafft mit ihnen machen, noch dieselbe, von wecen ihrer grossen Cchleyer sehen können. Die Manner sind sehr eysi fcrsnchtlg, und bchstssen sich, sowohl als die Weiber köstlicher Kleider. Sie find grosse Liebhaber der freyen, insonderheit aber der Ktsibemarisehen Künste, und überaus vorwitzig in den l^rlvirar-Stellungen, sie legen sich auch starck aus die Auslegung des ^icor,r>5. Es wird daselbst eine vortreffliche Policey gehalten, und ssr die Sicherheit der öffentlichen Lani>Strassen besser, als irgend an einem Ort der Welt bestellet. Der Handel und Wandel bestehet in Seiden, leinen Tuch, Güldensmck, Tapezereyen, Cordoan-Leder, und in sehr künstlich gemachtem Scickwerck, weil die Handwerckcr sehr geschickt sind; ingleichen handeln sie auch mit Ee» wchr, Viehe, und eingemachtem Auckerwerck. Der König hat sein Einkam» men, welches in einer ansehnlichen Summa bestehet, vom Perlenfang an den Küsten, von den Minen der Türckis, bey alt und neu «.oclle, so 5. Meilen von der Stadt selchest abgelegen ist. Diese Einkünfften werden durch die Zolle, und den Vertreib allerhand Waaren, die sie nach dem Werth des Verkauffs bezahlen, vermehret/ So muß auch jede Cammer der Larvz». 8erzÜ5 dem König einen Tribut geben. Obwohl auch die Persianer sehr starck an Fußvolck sind, so sind sie doch noch stareker an Reuterey, und sehr wohl beritten, auch köstlich ausgerüstet; dann sie stellen sich insgemein jederzeit bey der Armee mit grossem Pracht ein. Sie sind fast insgesammt Mahometaner, und pflichten der Lehre des k^ss. welcher des Mahomets Eydam gewesen ist, und mit der Türcken ihrer Reist gion nicht überein kommt, bey. Es giebt auch in Persien sehr viel Lzure--. also nennen sie diejenige, die das Feuer in hohem Werth halten, welches sie zwar nicht als einen Gott anbethen, sondern verehren dasselbe, als eine som derbare Von Arabien. 19) derbare Gabe des Himmels. Die Armenier daselbst bekennen sich zum Christenthum unter einem Patriarchen, welcher sieben und viertzig Ertz-Bischösse unter ihm hat. , Das x. Capltel. Von dem alten und itzigen Arabien. Von der Stadt Medina und Mecha. Von dem Berge Sinai, St. Katharina, Horeb, und dem St. LatharinemCloster. Von dem Propheten Mahomet, und dem Zustande Arabiens. §. i. Vorbericht des ^u6Wri5. Aests in der heiligen Schrifft so berühmte Land, ist uns heute zuTa- ^ ge meistentheilö, insonderheit inwendig in dem Lande, noch unbekant. Die Kinder Israel haben sich darinne auffgehalten, als sie Moses Jahrdcr Weit ^45aus Egypten geführet hat. Sie sind unter dem Schutze GOttes des Allmächtigen trockenen Fusses durch das rothe Meer nach dem gelobten Lande gereiset, haben sich aber gantzer 40. Jahr in denen Wü- M des steinigten Arabien auffhalten müssen. Die Hebräer haben demselbigen den Nahmen »ercb, oder Kreb, auch llzrzl) gegeben, und von denen Morgenländern wird es HratMan, von denen chnFo in dem Lande gcbohren sind, Arab genennet. Diejenige, welche begierig sind, die Nahmen der alten Völcker, und ihrer Städte zu wissen, die wegen der Enge der folgenden Kupffer-Platten nicht mben hinein gestochen werden können, werden dieselbige bey dem pcolemXv finden. Hierbey ist auch anzumercken, daß wir nur die Völcker und Städte, welche uns auf denen Land-Charten dieses 5cnbcmcn die vornehmsten zu seyn Mincket, achero gesetzet, jedoch nicht darbey gemeldet, welchen Völckern die vtadte, so wir nahmhafft gemachet, zugehören. §- 2. Von dem alten Arabien. gtRMn ist eine grosse Holb-Jnsul, welche gegen Ml'tterngcht gn Syriens«,. und Persien, wenn sie beyde überhaupt genommen werden, stößet. Ge- 7?. M vncm wird es von denen Wassern des Persianischen Meer-Busens, und Anderer Theil. B b gegen 8». zy 4 Des vierdeen Vuchs <2-1 p. X. gegen Mittag von dem rothen oder Arabischen Meer, und gegen vcciclenr von dem Arabischen (Zollo jnsbesonder begossen, und von Egypten begräntzet. Die Länge dieses Landes von dem Egyptischen Meer bis an den Persianischen Meer»Busen, und das Vorgebürge Lorociamum ist 4so. Deutsche Meilen. Die Breite zwischen dem Persischen und Arabischen Meer»Busen, wo sie am grösten ist, erstrecket sich auf;4". Deutsche Meilen. Die vornehmsten Berge darinnen sind diejenigen, welche von vnsnr nach vcciclenc mitten hindurch gehen, und von denen Alten KIo»r-M2 ?LÜcl5 Hr-MiT sind genennet worden. Die Nahmen der geringern sind : ^ZMS5, klälickze, Llimax, öcc. Die nahmhaffteste Flüsse waren, der bzr, I4armanu5. Nrion, Loeriuz. öcc. Arabien wird in drey grosse Theile eingetheilet, nemlich in das wüste Arabien , lac. veserca benähmet, in das glücfseeliFe 2trabien, lac. ^caoiz kelix genannt, und das steinigte Arabien, welches bey denen /.rabiz?etr«z Heisset. I. In dem wüsten 2lrabien , welches gegen Morgen an das felsichte Arabien, gegen Mittag an das glückseelige Arabien, und gegen Mitternacht an die Syrer gräntzete, sind die vornehmsten Völcker und Städte nachfssi gende gewesen: Völck'er. Städte. l'bz^t^cuZ. ^Aubeni. oder barangzi. Lors. Laucksbem. 5-ive oder ^zbe. vrcbeni, welche insgemein bloma- K.sbba, oder kickb-ub, welche David cl-5 genennet werden. Sie hat» durch seinen Feld»Hauptmann ten keinen gewissen Sitz, sondern einnehmen lassen, zogen mit ihrem Vieh hin und oder »--rra, eine arosse und ve« her, wo sie gute Weyde vor das ste Stadt. welche von denen Rö» Vieh fanden , weil dieses Land mischen Kayfern i'raj-no und 5c- nicht aller Orten fruchtbar ist. verc> vergeblich belagert worden. II. Das glückstelige Arabien, lar. ^rabla l^ellx, hat ebenfalls unter» fchiedene Städte und Volcker in sich begriffen, und wird in der Heil. Schrift 5aba oder 3äbc!i , von 8üb2 des Enckel, genennet. Dieses Land hat je» derzeitvielerleyGewürtze,WeyrauchundVlyrrhen getragen« Dieberühm» teste Volcker und Städte waren nachfolgende: Volckex« Städte. be-inin- ^lallsba. I'cmi. Tbar. Lersü. Sers, ^rsci Völcker Fcsi oder.^ZT'- ^sariü. ^->cse. Hlsbi. ^id-nocopkoros. Zzcbckicze. ^cirgmic-c. Iilomeric«. Liilzri. Lzlsznici. Lin-ecjoco^ir«. Ikzm/ciirT^ 5cemrT. welche auch HZzremiens, Jsmaeiiten und Sarocener ge- nennet worden ßiD. Sie hiessen ZcciwT ä ?>ccni5. weil sie unter Zelten von Geiß-Haaren lebeten, und keine Hauser hatten, dzcem, oder d-cceni. lolulirT. LziZnilT. ^pk^rilT. 8siu«. Tns untere k^^rrlussra oder die Landschaft 8m^nc>x>boror. Lzlzpeni, oder ^Is^eni. ^Zraccni. ^clnirT. Incr. Liiliidznic« > oder dirbibznirbX, öec. ^ ^zzreni sind die 5cenira: V0N der > Abrahams Magd genennet worden. !ii. In dem sieimgten Arabien, vornehme Völcker gewesen. Städte. Zsrcz. libeZNis. dane. kl-ir>Zacbe,UNd ^rsbi«. Z^Iusz. Lacleo. ^zzl-inz, oder Tzbrzm. ^loclisnz. Oäsmz. ^Izcz diviczz. d«?rzcbÄ, oder dirzshz. kiadana oder Uiovannz. Omznum. Harzes. 5zbe, die Haupt-Stadt der 5sb-cs« rum. ^rcamzu, oder dsrmsn, UNd daros» oder dsr-ins. d-UNZ. drbrona, oder Hebron«» 8zlm» Irülü. ^zdacbz, öce. * Aus 5sbz kam die Königin nach Jerusalem, die Weißheit des Königes 5aiomvni5 zu hören, deren Völcker den grösten Reichthum an Weyrauch hatten. ** Von dem Lande und der Stadt 5-n-zca. sollen die Saracenen ihren Nahmen haben, die sich lieber von der Sara Abrahams Weibe also genennet. Isr.^rzbia pecrTZ genannt, sind diese Bb ^ Völ- Des vierdtttt Nuchs x. Die Völker. I^lunicbizcez. ^.zirbeni. pbzranicr. Zarsceni, 55c. Städte. Lostrs. 8ebunrz, »der ^«bura. ?crra, die Haupt»Stadt des Landes. Llznna,?barz,L0c. In diesem Theile Arabien war die Wüste pb-^n.darinnedieJsraeliten 40. Jahre leben musten , weil sie wider GOtt murreten, und lieber wieder nachEgypten kehren wolten, nachdem ste Moses aufGOttes Befehl aus der harten Diensibarkeit erlöset hatte. Auch war hierinne der Berg 5inzj, wo sich GOtt seinem Volcke mit Donner und Blitz offenbahret, und dem Most das Gesetz gegeben hat. ;.B. Mos .XIX.i -l6. §» ?' Von dem heutigen Arabien. des heutigen Arabien find gegen Morgen Persten und der z 1 Perfianische Nteer»Busen, gegen Abend das rothe Meer, gegen Mit» 7^»-^ tag das Arabische Meer, und die Meer»Enge von Lzbelmzuüel, gegen Mit» ^.ib ^// ternacht die Türckey in Asten. Die vornehmsten Berge darinnen stnd, der Uon, ^nnz, lZzln-n. 6z- Die berühmteste Flüsse stnd: der Lupbrar, prin, Zc«. Von denen Erd»Beschreiben wird dieses Land insgemein in ;.grosse Theile getheilet, als in das öde oder wüste Arabien, das glückselige Arabien, und das steinigte Arabien. ^ i> Das wüste Arabien, Isr. OLZLk.'l'H, wird von denen He» braern Leüzr oder Xeüsr, von denen Arabern, ^rüen und kensl-z, von dem Türcken aber das niedere Arabien genennet. In diesem Lande stnd wenig Brunnen, und wenn ja Wasser in einigen Brunnen gefunden wird, so pfie» get es insgemein einen schwefelhassten Geschmack zu haben. Dieses Land lieget zwischen dem steinigten Arabien und dem Perstanischen Meer » Busen, auch EuphrM. Es stnd sehr grosse Wüsten darinne, unter welchen etliche zwölff Tage»Relsen lang find, daher die Reisenden stch daselbst des Lvmpzstes.wie auf dem Meer, bedienen müssen. In diesem Theile Arabiens stnd folgende an» sehnliche Städte: i.) ünns, oder ^ns, auch ^nsbe, die Haupt»Stadt, ist dem Nahmen nach so viel, als Mühe und Arbeit. Sie ist an dem Strande des Flusses Euphrat gelegen, welcher daselbst eine Insul machet, in derselbigen ist eine schöne Capell, und nicht weit davon das Lmw, welchen Nm! auch der Fürst im Lande Von Arabien. »?7 Landeführet, der diese Stadt, und die umliegende Gegend regieret, zusehen ist. Der Fürst dieses Landes ist ein v-l-il desTürckischen Kaystrs. Die Stadt ^na hat nur zwo grosse Gassen, so der Lange nach am Luplmzr stehen. In dem Nord-Theile pflegen die Hand-Wercksleute zu wohnen. Die Seite gegen Mittag wird von denen vornehmen Leuten bewohnet- Diese ist viel breiter als dieandere, wie sich denn ihre Lange aufzwoFrantzösische Meilen erstrecket. Die Hauser haben nicht mehr als ein Stockwcrck, und sind von Gips, welcher daselbst sehr gemein ist, gebauet. BerFluß Lupbmr verbeßert ihre Unfruchtbarkeit, weiche sonst in diesem Lande zu sehen. Denn eine Meile von Hnnz findet man angenehme Garten, und schöne Lust-Hau'er, welche sonst nirgends in die s'm Theile Arabiens zu sehen find. Sie ist in dem letztem Persia- mschen Kriege sehr verwüstet worden. !.) änns, eine andere Stadt dieses Nahmens an dem Flusse ^tlzn, fast um die Gegend, wo sich derselbige in den Meer-Busen von L-übora ergießet, z.) ^ii, eine Stadt. 4.) 5uleana, eine Stadt. ;.) LU5c>r-> oder Lailora, eine grosse Handels-Stadt an dem Flusse 5cl,->r> der nichts anders alsder Zusammenfluß der Flüsse und i'i- zriz jst, zwölff Meilen von dem Persianischen Meer-Busen gelegen, welcher daher 6o>5o von öallbi-s genennet wird. Der Hafen dieser Stadt wird wegen stim Bequemlichkeit von denen Engellandern starck besuchet, daher die Stadt Mor-, seit dem Ormuz von denen Perfianern denen Portugiesen entzogen und imnii et worden, in gutes Auffnehmen kommen ist. Diese Stadt soll von dem mächtigen Lalipben in Arabien, Obmann oder Ormsnn , im Jahr Christi 64;. seyn erbauet worden. An den« Canal dieser Stadt lieget eine Vestung, westhe diesemdliche Schiffe verhindert, daß sie sich nicht an die Stadt wagendürffen. Die SM hatte vorzeiten ihren eigenen Fürsten, welcher aber im x vi.5cculo wndenenTürcken clepossecliret wurde. DaraufhatderGroß-Sultan einen Bässen dahin gesetzet. Der Kalla ^jucl hat diesen Platz hernach aus Verdruß seines Louvernemen» , weil er ohne Unterlaßmit denen Arabern Krieg führen muste, an einen reichen Herrn, Nahmens Kubralius, verhandelt, welcher sich zueinernFürstenvon kaibora auffgeworffenhat. Nach derZeitsuchte der König inPerfien^cbacb.^b->5t. als er denen Portugiesen Ormuz abgenommen, sich der Stadt LUto-a zubemachtigen, und der TürGsche Groß-Sul- taa ^mul-srb iv. siesie ^n. 16 z 9. nachdem er die Stadt kab^lo» oder LaZüar de- m Persianern abgenommen, diese Stadt belagern, allein die Fürsten in Lsl- wra haben jedesmahl die Damme durchstechen lassen, daß die Persianer und «ircken kaum Zeit gehabt ihr Geschütze zu balviren, ehe sie alle von der Fluch Mrschwemmet worden. Die 5r» JobanniZ Christen sind in dieser Stadt und m benachbarten Gegend auf viele tausend Familien starck. Ihre Vorfahren Wen um den ^oräan , wo lolisnnez getaufst hat, gewohnet, daher sie den Nahmen bekommen. Bb z s.M- - xW 19 s Des vierdtm Ntwlhs Lzp. x. 6.) I'ei e^on, ist hiebcvor eine grosse Stadt gewesen, deren kuineii zwey Mleilen von ststsor» liegen. 7.) 5umitc.sti,c. 8.) ^zcbe^rsbkz. 9.) l'znAia, sind Städte. 10. I-Wuc. eine Stadt an der Land»Strasse zwischen l),m2icoundXle. ftyn ge» nennetworden, von welchem Orte die sogenannte Heil.drey Könige hergekom» men, welche dem Herrn Christo nach seiner Geburt Goid, Weyrauch und Myrrhen geschencket haben. (4.) äclen , lar. ^6eniüm , eine der schönsten Städte in Hrsbien , hat sooc>.Wohn»Häuser, einen guten See»Hafen, ist mit starcken Mauren und etlichen V<»t Arabien. etlichen Castellen umgeben. Die Castelle liegen auf denen Gebürgen. ; ;Z. ward sie von denen Türcken eingenommen, von denen Arabern aber wieder er» obert, und hat itzo noch ihren eigenen Fürsten. An diesem Orte wird aus Ära» bim, Ostindien , Persien und grosse Handlung getrieben. Dieser ^ürst oder Lmir ist einer der machtigsten in Arabien. (f. ) ^tzscare, lar. ^tatcacum, ein mit einem Walle bcvestigtes Stadtgen mit einem Hafen, dabey die Portugiesen hiebevor, als ihnen der Ort noch gehö» rete, mehr denn zchen Thürne und Schantzen hatten, die aber itzo mehrentheils mimet sind. Sie hat ihren eigenen Fürsten. ^6.) Llc-ius, eine StadtMn welcher der Meer »Busen von LAtors auch Lolst? von Licslcifgenennet wird. (7.) ^lzscslsc. (8.) 5obzr, stndStädte« (?.) ^instliu, oder^man- liserAn,wird vor des prolemTi und5cexb2ni vmsn^im gehalten. (io.)5ÄM- brzcarz. eine Insu! am rothen Meere. 111. Das ftemlgte Arabien, Ur. ?crrXZ, hat seinen Nahmen von der alten Hauyt»Sradt, welche vorzeiten ?-rra ist genennet worden, bekom» mm. Die Hebräer nennen dieses Arabien S/ne-SobzaK, und die Türcken lZsr^b. In diesem Lande giebet es viele Wüsteneyen, worunter diejenige die Mnchmsteist, welchevon denen Alten i'b-rzn ist genennet worden. >.)Itziger Zeit aber ist der Berg 51 n.-ü das ansehnlichste Stück darinnen. Von diesem, und demBerge auch Closter zu 5r.Lzrbzrina, wollen wir hernach reden. !.)An dem Strande des rothen Meeres ist die Burg i'm. woselbst ein Schloß ist, dar» irre eine Türckische Besatzung lieget. Dieser äusserste Theil des rothen Meeres, so sich bey dem Sradtgen im-befindet, ist nicht über drey Meilen breit, woselbst, wieman dafür halt, die Kinder Israel, als sie aus Egypten geflohen, und von demPharao verfolget worden sind, unter Mofe Anfuhrung im Jahr der We/t-4^.also i4?s. Jabr vor Christi Geburt, trockenes Fusses durchgezo» M, die Cgyptier aber mir dem Pharao das Leben eingebüsset haben, z.) Die Haupt-Stadr dieses Theiks ist tterac, oderXraclc, vorzeiten üccrz, von wel» cherdasLand decr-ra Trabis genennet wird. Vorzeiten haben die ^liäianicer, klozbicer, ^mslekirer und Lüomlccr dieses Land bewohnet. * Die vornehmsten um Arabien liegende Jnfuln sind: L -bsrem, lar. renk, Lcc. die erste ist in dem kleinen Meer»Busen Ualbors, vor Alters der Persianische Lolko genannt, gelegen, und gehöret dem Könige in Persien zu, welcher, von wegen des Per!en»Fanges,grosses Einkommen von denselben bat, wie bereits im vorigen Capitel erinnert worden. Die andere ist in demje» Wen Theile des grossen Welt»Meeres, welcher das Indianische Meer genen» net wird. ^ ^ Die Kleidung der Argber ist auf der l.xxxvn. zu sehen. 5- 4« too Des vwrdten Vuch>s (^as>. X. §. 4. Von der berühmten Stadt Lv1^ mit dem Zunahmen 1^ /Löi. F^clinz wird von den Mahometanern für eine hochansehnliche Stadt gehal. ^S.ten, und tragen dieselbe , wegen des Leichnams Mahomets, welcher ^ I c ? anitzo in dieser Stadt in Verwahrung liegt, gegen dieselbe große Ehrerbietung. 'Es sind etliche der Meynung, daß dieser Leichnam damahln dahin versetzet wo» , ' den sey, als^lbubcrcz.ie, der Portugiesen Lcneizj, denselben von ^lecbz. all» "7^' wo damabls sein Grab gewesen, hat wegnehmen, und zu Beförderung seines « , ^ Anschlags , und seinen Abzug desto leichter zu machen , die Scadt (Zauber» rumpeln wollen. Die beste Meynung aber ist diese, daß Mabomet selbst aus Unwillen gegen Klecba , seine Geburts» Stadt,von dannen ihn seine Landsleute aus Verachtung, als sie gesehen, daß er sich zu einem Propheten undGesetz»Ge» berhat auffwerffen wollen, ^n.Lbr. 6 vertrieben haben, sein Grab zu >te. «jmserweblet habe. Diese Stadt ist vier Tagreisen von Kt-chz , und an dem Fluß l.-zlcie ge« lege>i. Selbige hat nicht über > ^oo. Feuerstatte, und haben ihre Hausernur einStockwerck, ausgenommen diejenige, wodievervi,. die Llzr»bzr!» und die kack»; wohnen, welche Mahometanische Geistliche sind, und von denen Türckcn in der Meyinmg, daß sie wegen ihrer Heiligkeit, und grossen Verstau» des, den ^or-m auslegen können, in hohen Ehren gehalten werden. Unter dcnanschnlichstenktosgueen. so in der Stadt sind, wird diejenige, sosie^o- lsä Xibu, das ist, die Allerheiligste nennen, für die Vornehmste gehab ten. Dieselbe ruhet auf4oo. Säulen, an denen über drey tausend silberne Lam» pen hangen. Es ist allda ein kleiner Thurn zu sehen, welcher mit silbernem Blech beschlagen, und mit einer Tapecerey von Goldstück gezieret ist. Daselbst ist der Sarg des Mahomets unter einem mit Gold und Silber gestickten Him» mel, den der ü von Egypten alle Jahr auf Befehl des Groß»Türcken mit grossem Pracht dahin schickt. Es ist aber nicht wahr, daß dieser Sarg, wie etliche falschlich vorgegeben haben, eisern sey, und an Magnet»Steinen frey in der Lmft hange; dann zu geschweigen, daß kein Christ, bey Leib-und Lebens» Straff sich über funffzehen Meil demselbeit nahern darff, so hat man doch von den Türckischen Pilgern , welche Christen worden sind , so viel in Erfahrung ge» bracht, daß derselbe aufdünnen Säulen von schwartzem Marmel ruhe, und mit einem silbernen Gegittcr, welches vollerLampen hange, diedenOrtgantzdun» ckel und finster machen, umgeben sey. Die Türcken sind, vermag ihrer Glaubens »Lehr hart verbunden, einmahl bey ihren Leb »Zeiten das Grab Mahomets zu verehren ; es reiset aber fast nie» mand Vdit Arabien. mand mehr, als der gemeine Mann dahin , und befreyet anitzo der Groß«- Muphti, das ist, das Haupt der Mahometischen kellZion . die vornehme Leute von dieser Pilgerschafft, mir dem Beding, daß sie jemand an ihre statt da» hin senden, und unter die Armen Allmosen austheilen lassen. §. 5. Von der Stadt Mecha, oder^l^dd^. k^Jese Stadt, welche der Geburts- Ort des falschen Propheten Maho-5M"84i f^/metsist, lieget in einem Thal, welches aufallenScyten von vielen Ber- und wachset weder Graß, noch Kraut, noch Korn, noch einiger Baum dar» innen, und werden die Gewächse und Blumen, so man allda stehet, in Küsten von weit entlegenen Orten dahin gebracht. Die Dörre ist daselbst so groß, und dasWasser so übel zu bekommen, daß man dasselbe zum Gebrauch derJnwoh- neranders woher bringen muß, daherkommt es, daß es allda sehr theuer ist. Wer dieser Unbequemlichkeiten aber ungeachtet, so kommen doch von allen Orten und Enden viel Pilgram, und ist an allerhand Lebens - Mitteln kein Mangel. Es werden d.-!selbst nicht über sechs tausend Feuerstadten gezahlet, Md sind die Hauser von Ziegelsteinen gebauet, und mit Erden bedecket. Die berühmteste unter allen Mahometischen , und die am meisten von jedermänniglich besuchet wird, ist mitten in der Stadt gelegen. Man kandieselbebey ihrem Dach, und zweyen Thürnen, die sehr hoch, undzierlich Mm sind, von weitem ersehen. Man gehet durch mehr als hundert Thüren, deren jede obenher ein Fenster hat, hinein. Der Boden der Ktotguce» ist liess, und muß man durch zehen oderzwölffStaffeln hinabgehen. Die Türken stehen in dem Aberglauben, daß ihr Grund und Boden, aus zweyerley Ursachen heilig sey; dann sie sagen, daß Abraham daselbst ftin erstes Hauß gebauet habe, und daß Mahomet allda gcbohren worden sey. Die Köstlichkeit ber Tapezereyen ist nicht auszusprechen, und schimmert es überall von Gold, insonderheit an einem gewichen Ort, allwo, ihrem Vorgeben nach, des Abrahams Hauß gestanden. Man gehet durch eine Thür von Silber, welche eines Manneshochist, hinein. Zur Seiten ist ein im b<-, (also nennen sie eine Ca» M) in welcher ein sehr tieffer Brunn, und dessen Wassergcsaltzen, abersoheil- >üm ist, daß es ihrer Meinung nach, wann man sich damit waschet, ihre Sün- oen austilget. Sie haben auch einen gewissen Tag im Jahr, welcher aufden ^.unsers Monats May fallt, an welchem sie ein hohes, und aufihre Weise yeiliges M, wegen Ausschöpffung dieses Wassers aus diesem Brunnen, wor- Anderer Theil. Cc mit 202. Des vierdten Buchs Lzp. x. Mit man die Mahometaner besprenget, begehen. Dieses geschieht um die Zeit, wann die (Ivanen » und grosse Schaaren der Pilgramen nach kommen. ^ ^. Die Gewölber der ^olgucci,. und rmgs umher stehende Kramladen sind mit allerhand kostbaren Kauff-Waaren angefüllet. Unter den Edelgesteinen, so daselbst feil sind, findet man auch eine grosse Menge Pulver vonGewürtz, welches einen überaus lieblichen Geruch von sich gibt» Die Stadt ist offen, und hat keine Mauren. §. 6. Von den Bergen Sinai, St. Katharina, und Sreb, auch dem St. Katharinen Kloster. l. k?^Cr Berg SiuM ist an dem Ufer des rothen Meers, und gegen vccb /einer. !- > c begäbet, und mit herrlichen Privilegien versehen, und unter andern von allen 'Äe Aufflagen befreyet, auch felbigem alle Araber, so si ch in dessen Diensten befin- den, unterworffen habe, jedoch mit dem Beding, daß man denen vorbey paffi- kW» 5; renden Arabern etwas an Speiß und Tranckzukommen lassen folte: worüber erihnei; ein Patent ertheilet, welches er mit seiner Hand unterschrieben, und aus feine Weise, indem er nemlich dieselbe in die Dinte getuncket, und hernach auf das Patent gedruckt, gezeichnet, denn manhalt dafür, daß er keineSchrifft, weil er nicht hat schreiben können, änderst unterzeichnet habe. Es hat aber der w W lc Türckische Kayser 5etim ihnen diesesPatentgenommen, und dasselbe in seinen WreM Sehatzgeleget, und hingegen eine Abschrifftdavon, nebensteinerBestattigung und Erweiterung ihrer Privilegien hinterlassen. «, „pK^ Dieses Eloster ist ein grosses viereckigtes Gebau; und find die Mauren bis auf zwey Drittheil ihrer Höhe, von gehauenen Steinen, das übrige aber ist ^ von Erden, oder vielleicht von Mörtel. Dieselbe ist vornen her zweyhundert Mi s - und funffzig Schuch breit, und funsszig hoch, fo daß man sie mit Leitern nicht besteigen kan. Sie haben nicht mehr als ein Thor, welchesaberzugemauret ist,denen Arabern den Eingang zu verwehren.An der Seiten gegen O, ie,u hat ein W es Fenster, aus welchen; die, so darilmensind,die Pilgram meinem Korb mit ei» ' nem Seil, welches durch eine Rolle gehet, heraufziehen, und eben durch diefes Fenster, und mit diesem Seil, lassen fie den Arabern das Essen hinunter. ? DieKirch, so mitten mpiesem verschlossenen Closter stehet, ist von geHaue» qzch ! ^ nen Von Arabien. 20; um Steinen, und mit Bley gedeckt. Dieses ist ein altes Gebau,4o. oder ;o. Schuh lang, und ;c>. breit. Der Chor bestehet in 6. Schwibbögen, und hat auf jeder Seiten einen Flügel. Selbiger ist mit einem Umfang von Schreinerwerck, welcher so breit, als das Closter, umgeben, und mit schönem vergüldetem Getäfel gezieret. Auch auf beyden Seiten mit vielen Gemählden, so auf Griechische Art gemacht sind, behängen. Hinter dem hohen Altar ist eine Capclle, welche nber den Ort, allwo GOtt der HErr dem Mose in ei» nem feurigen Busch erschienen, gebauet, und darff man nur mit blossen Füssen hinein gebetn Zur Seiten dieses Altars stehet gleichsam auf einem kleb- ,im Altar, ein Kasten von weissem Marmel, worein Laubwerck von erhobener Arbeit sehr künstlich gehanen worden, welcher gemeiniglich mit einem sehr köst» lichm Teppich bedeckt ist. Dieser Kasten ist zween Schuh lang, einen breit, und 14. oder 1 s. Schuh hoch, in welchem die kcliguien der Heil.Catharina, welche in einer dürren Hirnschalen, daran, wie auf unsern Kirchhöfen, weder Haut, noch Fleisch mehr ist, verwahret werden; es ist auch darinnen eine lin» cke Hand, welche gantz eingeschrumpffen, und an vielen Orten von kleinen Wurmen zernaget ist, zu sehen ; die Nagel sind noch gantz, das Fleisch aber on denen Orten, so diese Wurme nicht verderbet haben, gantz dürr und ein» Mallen. Die Stühle der Geistlichen sind so lang, als der Chor ist, nach einander gestellet, des Ertz»Bischoffs seiner aber ist mitten unter den Schwibbögen, wie ein Thron erhöben. Dieser Griechische Prälat, so sich einen Ertz» Bischoff des Berges Sinai nennet, ist keinem Patriarchen unterworffen,und önt auf die hohen Fest»Tage zwo Bischoffs »Hauben, worunter die eine von Eoldschmids»Arbeit gemacht, und mit Edelgesteinen besetzt, die andere aber, ss noch schöner, fast eben wie des Pabsts Cron, oben mit einem Krantz gemacht ist, es hat aber dieselbe nur eine, so in der Mitten geblühmet ist, das übrige von dieser köstlichen Bischoffs»Mütze ist sehr reich mit Gold gestickt, und mit kostbaren Edelgesteinen besetzet. Der Rock dieses Prälatens ist, wie der l)-s. conen ihrer, gemacht, so bis auf die Erde hinunter schleifst, auf den Seiten offen, und ist mit einem Strick von Seiden und Gold zusammen gebunden, die Crmel aber sind zugemacht, und gehen nicht weiter, als bis an das Bild» ruß unsers Heylandes, der Jungfrau Maria, und etlicher Heiligen, so darein gcwnrcket, und ist selbiger ein p-^lenr eines Groß»Hertzogs aus der Moscau» Auf der rechten Seiten dieses Prälaten hanget ein viereckichtes Stücklein von einem Goldstück, wie ein Brodtsack hinunter. An dem Hals trägt er zwey Hone Crcutz von Edelgesteinen, und ein kleines viereckichtes Goldstück, wel» ches mit Perlen, Türckissen und andern Edelgesteinen, wie das Lphocl, des -München Hohenpriesters, besetzet ist. Auf der rechten Schulter, trägt er ein Hones, mit Perlen gesticktes Goldstück, so eines Schuhes breit ist, und um om Hals herum gehet, nachgchends aber über dem Mantel doppelt wird, und Cc 5 ßch Des vierdtm Vuchs L-,g. x. ^ sich hiiitcr der Schulter schliesset. An statt des Hirtenstabs, hat er einen silber »vergüldecen Stab , an welchem oben etwas, wie ein ^chnuptuch von Goldstück hanget, welches demjenigen, so er an der Seiten traget, gcmtz gleich sst.^ welche von den Alten l'hzr-n ist gcnennet worden, er» strecket sich von dem mitternachtlichen Theil des heiligen Landes, wo vor die» sein die Stadt Oüezbarne gestanden, bis an den Berg Sinai, i Tagerei» sin. In dieser Wüsten ist weder Wasser, noch das geringste, was man zu des Lebens Nothdurffr bcdarff, zu finden; nichts destoweniger haben sich doch die Kinder Israel ;8. Jahr darinnen auffgehalten, und doch keinen Mangel weder an Wasser, noch Manna jemahls gehabt, und weder ikre Kleider noch Schuhe zerristen. Man halt dafür, daß die Zeit über, so sie daselbst zuge» bracht, über sechsmahl Hubert tausend Mann gestorben, die Weiber aber und kleine Kinder, derer eine noch grössere Anzahl gewesen, nicht darzu gerech» net. Durch dieses Wort pb-ian ist bißweilen der erste Theil der WWen, so nicht weit vom gelobten Lande gelegen, bißweilen aber, der erste Theil der Wüsten in Arabien verstanden, und zuweilen die Wüsten 8W, und 8mri, von dem Nahmen dieses Berges genennet worden. §. 7» Von dem Lügen-Propheten Mahomet. Nahme dieses vermeinten Propheten wird auf unterschiedliche Weise 8«. geschrieben und ausgesprochen; dann man sagt, ,ktccbmcsh ö^bzmmeü, und letccbcmcr. Selbiger ist im Jahr Christi 5 70. zu Mecha gebohren, und sein Vater äbäckla, oder ^blcb , und seine Mutter Lrminz genennet worden. Er ward von seinem Groß »Vater aufferzogen, weil sein i. c. iz. Vater 2.Monath vor seiner Geburt, und seine Mutter 6. Jahr hernach ge» storben. Im 40. Jahr seines Alters, warff er sich zu einem Propheten auf, u»id gab für, daß er ein Gesandter GOttes sey, dessen Lehre seines Vaters Bruders Tochter beygepstichtet. Zu welcher Zeit er auch den äli undOlrmr, welche die zween berühmteste Lcbrer seiner gewesen, auf seine Seite ge» e-m. 1. /ü-. bracht hat. In seinem 44.Jahre, befahl er die Beschneidung, die Fasten in lI. c. I. dem Monath , oder die drcyffigtagige Fasten, dann 5. Gebethe zu 11 z. 5- verschiedenen Stunden im Tage, die Reinigung des Fleisches, und die Enthaltung vom Schweinen-» Fleisch, und machte ihm einen grossen Anhang von Christen, Juden und Heyden, welche ihme den Eyd der Treue schwuren, und deren er sich bedienete, diejenige, so sich ihme widersetzten, mitGewaltun» terzudrucken. Er schmiedete seine Religion mit einem abgefallenen Mönch, Nahmens Von Arabien. Nahmens 5ergiu5. und einem Juden, welcher ein Schulmeister gewesen, der- acstalt, daß er diese Religion mit verschiedenen Articuln der zweyen andern ssrer vermischet, und nennete diejenige, so dieselbe annahmen, ^uzlmz. oder Uuluim-nz, das ist, rechtgläubig. Nachdem er 50. Jahr alt worden, nah- me er 2. Weiber, 4. Jahr aber hernach, lüde er, von wegen seiner Neuerungen, so er in der Religion einsiihrete, den Haß seines Vaterlandes auf steh, so, daß er sich mit der Fluchr von KWcK» hinweg, und nach Kwümz begeben müssen. Diese Flucht hat sich den isJulu ^nnc>6!2. begeben,welches dann die Ljiocbe, oder der Anfang der Jahres »Zeit ist, deren die Maho- mctaner sich bedienen, die Ordnung und Folge der Zeit darnach zu richten. Lu klcüins ward derselbe wohl empfangen, und bestellete er 12. Lehrer zur Auslegung des Gesetzes. Er brachte auch eine starcke Armee auf die Beine, und zwange die umliegende Völcker mit Gewalt seine Lehre anzunehmen, und ihn für einen Gesandten GOttes, welcher zugleich über das Geist-und Zeitliche zu gebiethen habe, zu erkennen. Er sichrere eilte Fahne, mit dieser Um- rur? er hatte eine annehmliche Stimme, schwartze Augen, und ein ma- Ms Gesicht, danebenst aber die fallende Sucht, welches er einer Göttlichen Mzüäung zuschriebe. Man halt dafür, daß er an einem Süpplein, welches ihm sein Feuerarm; Luli .incluca gekocht, gestorben sey. Nach seinem Tod wurden seine Schrifften mit grossem Fleiß von dem zusammen getragen, welcher sie in 4. Bücher, und in 2, i. Capitel unter dem Nahmen ^lco^n eingetheilet hat. Die Völcker, welche denselben angenommen, geben vor, daß ein Engel ihm dasselbe in Arabischer Sprache in die Feder ckniret habe. Unter andern Schwarmereyen, womit dieses Buch angefüllet ist, verspricht er in jenem Leben ein Paradeiß voller schönen Wci- vesbilder, mit denen die Muselmanne« ihre fleischliche Lust büssen können, und nicht ihnen Hoffnung zu lauter Wolleben, und guten Leckerbißlein. 8» Vom Zustand und Beschaffenheit des Arabiens. ^s^Cil der Krebs-Circkel mitten durch Arabien gehet, so sind die 5. der- ^<5 sthiedene Theile, welche dieses Land theilen, unerträglicher Hitze um ^ mworffen, welches dann um so viel desto mehr zu glauben ist, weil dieScmne 184. ihre Des vierdtm Vuchs X. ihre Strahlen nur auf lauter Sand wirfft, und es sehr wenig Flüsse und Brunnen darinnen giebt, und wurde kein Mensch darinnen bleiben können, woferne nicht die Nacht - Thauen die Hitze des Tages abkuhleten ; dahero kb. //. c. kommt es, daß mait daselbst nur bey der Nacht Handel und Wandel treibt. 12. Das Land wird insgemein sonst nirgends, als nahe am Meer bewohnet, so »7;. -i« ist auch dasselbe nicht sonders, als nur in dem glückseeligen Arabien fruchtbar, -chk. -Dieses bringet eine grosse Menge OeKBaume, Zimmet, Benzuen, Weyrauch und Mastix hervor: Man erndtet auch allda Gersten und weissen Hirse ein, den man vora nennet. Zwischen klecks und der Sradt kloccz. so an der Meer»Enge ü->belmanüel lieget, hat es eine Ebene, allwo gewisse Bohnen wachsen , aus denen das O-M gemacht wird , welches ein herrlicher Tranck für die Araber und Türcken ist. Die Araber, beydes Manner als Weiber, sind von Farbegantz schwartzbraun, hoch von Leibes-Grösse, und guten Ver» standes, und ist kein Volck unter der Sonnen, welches die Freyheit mehr, als dieses, liebt; dahero kommt es auch, daß die Landleute von einem Ort zum andern umher ziehen, ihrer Heerden hüten, und unter Gczelten wohnen. Diese verachten diejenige, so da arbeiten, und in den Städten wohnen, und nennen dieselbe kt-ur«, das ist, verzagte, mchsttverthe L.eme; diejenige aber, so auf den Raub ausgehen, und ihnen einen rühmlichen Nahmen ma» chen, werden von ihnen Saracener genennet. Weil nun unsern Reisenden keine andere, als diese Raub^Vögel bekannt sind, so bilden sie sich ein, daß alle übrige Araber ihnen gleich seyen, und wissen nicht, daß in den vornehmen Städten vortreffliche Sternkundiger, und wohlerfahrne lctcMci anzutreffen find, wie dann solches die Portugiesen beobachtet haben, welche uns versichern, daß sie bey denen kmirz gantze vollkommene Bibliotecken, und in denselben Kantze Wercker, vieler Griechischer und Lateinischer 5cnl?cnren gesehen, die wir nur unvollkommen haben. Die Araber find tapfere unerschrockene ^eute, unverdrossen, und gute Reuter, haben auch vortreffliche Pferde, darunter ei» nige zu finden, die 2. bis joOo. Thaler gelten, und wird ein Register über ihre Art und Zucht gehalten. Das Streissen und Rauben der Araber macht den Weg nach k-wäin-l so gefährlich und unsicher, daß der GrossTnrck zur Sicherheit der Pilger für ihren Anfall eine Lonvo? von mehr als drcyjM tausend Mann zugeben muß, unter welcher Anzahl das dritte Theil Ianitscha» ren sind, welche von einem comm,nünet, und in drey Haussen vertheilet werden, einer im Vorzug, der zweyte im Mittelzug, und der dritte im Nach» zug, welches alles auf der Pilger Kosten geschiehet. Die Religion betreffend, so sind sie insgesammt Mahometaner, und in den Städten lehr abergläubisch, die auf dem Land aber sind nicht so gewissenhasst. Die meisten ansehnliche Städte erkennen unterschiedliche Printzen für ihre Herren. Danss der Groß»Türck besitzet gegen Oriem und dem c-oiio ösltors, Von der Türckey m Asi Türckische Kayser ill unterschiedenen Welt-Theilen besitzet,von ein» 87- ander scheiden wollen, so begreiffen sie dieselbe unter drey allgemein und nen Nahmen, als da sind die Türckey m Asia , die Türckey m 88. Aftica, und die Türckey in Elwopa. 2. Man könnte zwar allhier von dem weiten Begriffe dieses grossen und mächtigen Reiches reden; weil aber die Stadt Constantinopel, welches die Anderer Theil. Dd Haupt» 21 o Des vierdren Buchs Lzp. xi. Kiaupt»Stadt ist, m Europa lieger, so wollen wir eineLand-Charte uud Be- schreibung hiervon zu geben, solches so lange verspahren, bis wir von der Turckey in Europa, im vierdten Theile dieser Welt »Beschreibung reden werden. „ ^ .. ^ z. Dasjenige, was die Erd»Beschreiber die Turckey m Asia, oder das Türckische Reich in Asia nennen, ist zwischen Rußland, dem Caspischen Meer, fersten, Arabien, dem Meer gegen dev-mrc, dem ^rcMpelago, dem Meer von letsrmorz, und dem mittelländischen Meer gelegen. Wenn steh aber in denen Schicd»Grantzen, so wir itzo benennet haben, einige Oerter befinden sol» ten, welche dem Türekischen Kayser nicht zugehören, oder dem Könige in Per» sie» unterworffen sind, so werden doch derselben wenig seyn, die von diesem allgemeinen Nahmen abgesondert werden können. Es wird aber Arabien nicht hierunter begriffen, beydes darum, weil es scheinet, als ob die Natur demselben sonderbare Grantzen,' und eine unterschiedene Landes»Art gegeben, als weil dieses Land gantz wiedrige Gebrauche und Gewohnheiten hat, auch der meiste Theil dieser Völcker, wie wir im vorigen Capitel erwehnet haben, den Groß»Türcken nicht für ihren Herrn erkennen. 4. Die vornehmsten Berge der Turckey in Asia sind, derLsucasuz.und der Berg i'aumz, welcher sieh in viele Aeste ausbreitet. 5 . Die merkwürdigsten Seen sind der Van - und das todte Meer. 6. Die groffe Flüsse sind der Oon, oder lanziz.l'ur-i, l'crcsiz, dertM oderXur,soin den Fluß ^ra5lauffet, ehe er in dasMeervon labrilUnoder das Caspische Meer stieffet, die IFger, derLupbrsc,der ^2clre,8znZzri, Lalmacb, ?22^e,UNd der Lc>^>^a. 7. Die Alten haben diese Lander durch die Nahmen, das Asiatische Sarmatien, zum Theil, Albanien, Z bersten, Colchis, Assyrien, Syrien und klein Asien unterschiede!?, worunter die meisten diejenigen sind, welche dieRc» mer in Asia besessen haben. Heute zu Tage kommen diese Lander überhaupt mit denen übcrein, so die LeoZrspbi, Georgien, Turcomanien oder Arme» nien,Diarbecker, Soria und i??ato.'ien nennen, dayon die drey ersten jenseits des Euphrats, die drey letzten aber disseirs des Euphrats liegen. §. 2. ^ Von Manien, Groß - Armenien, Lolchis, Jberien, 8?. nach der alten ^Lribemen Bericht. ^ ^Ä^Jese Lander flössen gegen Mitternacht an das Asiatische Sarmatien, ge- i o. 11.-^/ gen Morgen an das Cachische uud Persianische Meer, gegen Abend an 1- 5. i» klein Asien und das Luxinssche Meer, und gegen Mittag an Assyrien und Mesi> poramien. Die vöi» der Türckev in Asien. 21 r Die vornehmsten Berge darinnen sind, der dauczlüz. das Caspische Ge- bürgt/der ^lym^bscez, der^nrlrauruz.die ^iolclnci und die Dartarchjx. Die nahmhaffteste Seen stnd ^Rsta, 1I>oPiri;> Lcc. Die berühmteste Flüsse sind, der Manuz, der L/ruz, der ^rsxez, die I^ssr. der Lujzhrsc, Dbäie, Lorsx, u.s.w. I. Albam'a, war eine alte Provintz in Asia am Caspischen Meere, wo itzo DsZettanm ist, und wurde von dem Flusse 0/ni5 bewassert, wird itzo Quirle genennet, und gehöret dem Türcken. Sie muß mit der Provintz Manien in Griechenland nicht verwechselt werden. Die vornehmsten Städte in Mama waren: i.) LbMla, oder LMlacz, bey welcher die engen Passe in Albanien, welche MaiiiX lJla- sind genennet worden, mitten durch das Gebürge c^u- Mm gehen. 2.) Mznz, hernach 5crarm oder 2,mb-nscb, war eine grosse Handels-Stadt mit einem Hafen, an dem Caspischen Meere gelegen. Ls- ccca, oder LaZara. II. Gross-Armenien war in der Gegend, wo heute zu Tage die Türkische Provintz l'urcomamuz lieget. Ein Theil wird itzo LKurcMzn genen- net. Dieses Land ist anfangs der Assyrischen, hernach der Persianischen Monarchie unterworssen gewesen, und endlich von denen Mazedoniern erobert worden. Um das Jahr der Welt ;?)o. zm Zeit des Syrischen Königes Miocbi lei. war es ein eigenes Königreich, dessen erster König är»xi35 hiesse, der berühmteste König in Groß» Armenien war i'Prznez, des Königes iui- lbriüarez in pc>nrc> Schwieger-Sohn, welcher denKönig ^'-cznem ausKlein- Armenien verjagte, und mit denen Römern vielerlei) Handel hatte. Er ward aber 3881. bey der Stadt i'-gl-snocerra von dem Römischen Lcnera! ImcnIIo bis auf das Haupt geschlagen, und von pompejo ^l. im Jahr der Welt 1884. durch die Wassen genöthiget,Syrien zu verlassen,und vechmro Wi^Armcnien abzutreten, auch sich in Groß-Armenien, als einem Rönti- schen Valallen damahls zukam,denen Römern zu lubmirmen. Er w 'rd endlich gar gefangen nach Rom geführet. Ihm folgete sein jüngster C ohn är- mzzclez, welchen der Römische Drmmvn' gefangen nach Egypten führen, und auf Begehren der Königin Lwo^irrT ihm den Kopss vor die Füsse legen liesse. Hrczxizz II. ist von den Seinigen ermordet worden. Diesem folgete sein Bruder l'lAmncz 11. ,'m Jahr -4. nach Christi Geburt,und w-wd vomKay- ser äuZulW bestätiget, auf Befehl aber Kaysers i'Werii enthauptet. Die folgende Könige Hrcuzzcle; II. lVlkbriüarez und Kbaclsmiüuz, auch l'incl .isc;, hatten kein besseres Glück, indem sie alle gewaltsamer Weist um das Leben kommen sind. Nach der Zeit ist Groß - Armenien unter die Kayser zu Con- staminopel, ferner an die Saracenen, endlich im Jahr Christi > 5' s. an die Turcken gelanget. Die vornehmsten Völcker und Lander in Groß-Armenien waren diese: Dd 2 öioccne Des vierdten Nuchs xi. K4orenc oder l'olene. Lolrkeiic. Ursels. IvlalAi. (Zorüene oder Corcl/ne. Lorines. Sirene, oder ^n^icene. Zo^bens. L»ck». dscsr^ene, oder tüorocene. Libzcene, oder 5^rrsc«Zne. Loclucenc. Lor-ea, oder Lorr«z. I'bossicis. Lulbenc, oder I^oboräene. Zscsxeue, öcc. Lastlitcne. Die berühmtesten Städte in Groß-Armenien sind vorzeiten gewesen: I.) ^rc->xzcz. die gewöhnliche Residentz der alten Könige von Groß-Armenien, am Fluß ärax>5 gelegen. Sie soll von dem berühmten Carthaginenfischen cenersl »Ännibai erbauet worden seyn, nachdem er wegen seiner unglücklichen Verrichtungen von earrbszo in äliam fliehen müssen. Der Römische Le> neral vomirius Lorbulo, liesse sie im Jahr Christi 59. verbrennen, lirici-le; König in Armenien, ein Bruder Vvloges,5, Königes der Parther,liesse sie her» nach wieder anbauen, und dem dlenm zu Ehren Kennen, nennen. 2.) rcmicltts, oder ^rlemica. z^l'bossis. 4.)^rmo5sl2,oder^rsZmos2rz. rsgerz, eineVestung, dabey Lajuz Lsetar, ein Enckel Käysers gulli, ums Leben kommen. 6.)lizr2nocercz, war vorzeiten eine grosse Stadt in Groß-Armenien, welche der König l'igrzncs aus denen Ruinen 12. anderer Städte, die er zerstöhret, erbauete. Im Jahr Christi 67. eroberte derRö» mische Lencrsl I.ucullu5 diese Stadt, und bekam l Ovoo. Izlenrz zur Ausbeute. Wenn nun jedes l-ilenr nur zu 60?. Thalern gerechnet wird, so macht der erbeutete Schatz dennoch auf 6. Millionen Thaler. in. Die Landschafft LOI.LI^I5 ^g an dem Ufer des ?onci Luxini, oder schwachen Meeres, welches Meer dem Lande gegen Abend, undJberien gegen Morgen war. Die vornehmsten Völcker darinne waren: Die Lolcki. ki-nr-li, I.Z2X, oder , 2-ni, u. s. w. Die ansehnlichsten Städte sind gc» wösen: l.) k»ticblcilu!. 2.) Oioicurias oder 6ebsliiopoli;. ^.) ?icbyu5. 4.) K.IÜ2U5, ein Hafen. ;.)^bizpo!i! oder /kssioliz. 6.)^bszri, oder Hylorri vliiz. 7.) ^2cir». 8.) pbaüx. war eine grosse Handels»Stadt und des Königes in Loiclnz ^eüüentz, dem die ^r^onaulen unter Istontt Anführung im Jahr der Welt 2791. das göldene Vließ allhier geraubet haben. iv. ikkk. 1 ^ war vorzeiten ein Land in der Gegend, wo itzo das ei- gendliche t^eorgis ist. Dieses Land MUß Mit dem Occiclenralischen Idens, worunter Spanien verstanden wird, nicht verwechselt werden. Hierinnen waren die Volcker b-reric-, und die Städte: ».) ärrsrütk. 2.) ärms- rics» Lcc. Von der Türckev m Astn. - - 5 "" ' §- Z' VondemheutigenGeorgienund'rvkL0^^l^>ii^. 1. Von Georgien. , wann ^insbesondere genommen wird, bezeichnet anders ^Fnichts als das Land Welches von denen Alten itzo aber c^urgi- 90.^9» tt-n, oder das elgendlicH Georgien gencnnet wird. Die Leo^rn^bi aber bcgreiffen alles darunter, was zwischen dem Flusse von > und dem Mitternacht» lichen theile des Armenien, oderi'urcomannlZ gelegen ist. An diesem letztern Verstände find die Schied»Grantzen des Landes Georgien, gegen Mitternacht Rußland, gegen Mittag lurcomsmNz oder Armenien, gegen Morgen das Caspische Meer,oder das Meer i'abrillan, und gegen Abend das schwartze Meer, das Meer von dimen,und die kleine Tartarey. Die vornehmsten Berge darinne sind : derOsuczMz, undderOorzx. Die nahmhaffceste Flusse sind, der von, welcher seinen Ausfluß in das Meer von l.imcn hat, diel'urz. diö'Lercs, der Xur, welcher in den flies set, ehe er in das Caspische Meer fället, und der ^lc, so in das schwartze Meer Kiesset. Die vornehmsten Lander, welche unter dem allgemeinen Worte eeorgi-» ^Missen werden, sindLomÄnia, Lurvistzn, ^lin^i eilZ » ^voZallz und Oir- «llla. I. LO.viHbZiä, welches vormahls ein Stück von Albanien gewesen, ist ^vrdas Vaterland der alten ^ms-onicr gehalten worden. Dieses ist ein flaches Land, und, weil es allda viel regnet, sehr bequem zum Ackerbau ; aus Mangel c. - > derJnwohneraber, istesfast gantzund gar öde. Die Völcker Lomouckz ha»; ^ ben den Orientalischen Theil, langst dem Caspischen Meere innen, und sind um ter des Königes von bersten Schutz. Ihre vornehmsten Wohnungen sind je» derzeit an dem Fuß der Berge, damit sie sich desto ehender mit ihren Heerden, wenn sie vor ihren Benachbahrten, welches so wohl als sie, meistentheils von dem Raube leben, in Sicherheit begeben können. Dieses Land wird auch c«. mznagenennet. II. evkAiZ'i'ädl ,oder das besondere so vorzeiten ibens ge» nant,und einStück von ^>b.inien.undGroß»^rmenier> gewesen,ist ein bergichtes und armseliges Land, davon der eine Theil dem Schutze des Türckischen Kayiers, derandere dem Schutze des Königes in Perfien umerworffen ist. DiesesLand hat zwey besondere Fürsten, welche sich den Königlichen Tttul geben lassen , und des Koniges in Persien vollen sind« Es sind aber Dd z ll>)Der Des vi'crdtm Buchs XI. I.) Der Fürst in Laräucl, Kc.L^kDVLdi^, welcher ein volckreich Land In diesem Lande sind folgende Städte: lIiKtklK, oder i'ifliz, Kr. liplMs, die Haupt-Stadt, ist groß, volckreich, und der Griechischen keli. Lion zugethan. Hier sind viel warme Bader.^ Die Stadt lieget an einem Berge an dem Ufer des Flusses Kur. Gegen Süden ist eine starcke Vestung, worinne ein Persiani scher c-ou vcmcur rclictuet. In dieser Stadt sind vierze, hen Kirchen, von welchen sechs denen eeorzknern, die übrigen aber denen 6r- memznel-nzugchören. (^.) Lori oder Kon. (z./Surzm und (4-)^, stich Städte dieses Landes (KrNiien. u.) Der Fürst in kacberi, kr. eagueria, darinne die Stadt ^3Z3nan dem Flusse 1^23 usr lieget. ^ Der König in Persien will diese Fürsten zum offtern zwingen , daß sie, wenn sie an ders ihre Würden auf ihr Geschlechte fortpflantzen wollen, den Ma- hometanüchen Glauben annehmen, und die Griechische keligian verlassen sol- ten. Ihre Mnntze wird unter dem Nahmen der Könige in Persicn geschlagen. in. istdasLand, welches bey denen Alten unter dem Nahmen LolcNK bekannt gewesen, wo die ^^on.iucen unter Anführung des laMnz im Jahr 27?nach Erschaffung derWelt dem Könige /KrT von L»!- ckj;, der zu püütk reiictirete, das Göldene Vließ geraubet haben. Dieses Land wird in drey Theile eingetheilet, deren jedes zwar feinen eigenen Fürsten hat, die aber'i'Kduczrii'i'urc-num , oder desTiirckischenKaysers VäKIlen sind. Die drey Theile sind klwAielK insonderheit, Lukel, und imireceoderksik- ctiione. Die Fürsten lasten sich Könige nennen, und wollen touverain seyn. Wenn sie vor denen Türcren Ruhe haben, so fuhren sie selbst Kriege miteina» der- Sie werden alle drey o-MKn, das ist, oberste Richter, von dem Persi- sehen Worte vact, Gerechtigkeit, genennet. Zn diesem Lande wachset die Nieß-Wurtz, das Purgier - Kraut 5czmm<.>nj3 , und 5enner , in grosser Nlenge, und findet man auch daselbst etliche Eise!'.-Gruben. Es ist aber die Armuth daselbst sehr groß, daß die Einwohner genöthiget sind, ihre Söhne denen Türcken und Persianern zu verkauffen. Sie sind der abtrünnigen GrG chischen Keli^ion zugethan. Die KtiuAreiier werden eingetheilet in Linzlc» oder (Zmancli. Edelleute oder Herren, 5accur5 , reiche Land-Leute und Bürger, Ktoinaii, gemeine Leute. 1.) insonderheit, kr. klmzrelk yrosirk, hat seinen eigenen Für- oder König. Die Hnupt ^ ^tüdt ist 5auacopoli5. 2.) (Zuriel, Isr^ulk, hat seinen eigenen Fürsten oder König. Derbe- sie Ort darinne ist die Stadt Vzrrlui. z.) Imercrk oder iklkcbione, hat seinen eigenen Fürsten, welcherKönig vom lmerecc genennet wird. Die Haupt-Stadt ist cm3U5. . IV. IV. oder das Land oder übca/lez, istdaöjenige, welches vorzeiten die »eniocki bewohnet haben. Die Haupt-Stadt ist 5zma 5opl>ia- oder Ltcbitumlliii. Lc>Kz, ^jzü-o, sind auch Städte dieses Landes, welches seinen eigenen Fürsten hat, der ein Vskll der Ottomannischen Pfor» ^^'v. Cik bez, oder 6ener-i. Statthalter, welcher eilff8znZiois,, «on der wk hmi->ch mil mchrmm«dm xvan. oder v.n. eme Stadt, ist gegen Mittag an en.-cm See glei. ck-s Nahmens, und an dem Fusse eines Berges gelegen, dessen Spitze mit einem starcken Schlosse bevcstigct, und mit einer Turckischen Besatzung versehen ist, worüber ein öM cowmanckret, welcher vierzehen 82i'Al,ken unter ihm hat. III. Von der Stadt Lri v-m. und dem Berge /uararli, I. c>e Stadt ist aufeinem Felsen an dem Fuß des Bergs .^rzr»K L ^gelegen,und von mittelmässiger Grösse. Man halt dafür, daß dieselbe auf da ^ersallene Gemäure einer Stadt, die auch Lrivan geheissen, und nicht weit ? davon gestanden, erbauet, und in den letztern Turckischen und Persianischen I ' Kriegen zerstöret worden seye. EshatmL.'vznetllcheaufPersianijcheArter, ^ ' bauete ktotgueen, und ein Carmeliter Kloster. Sie hat zu ihrer Schutz-Wehr -/-nichts, als nur eine blosse Mauer von sehr harten Steinen: Ihre Inwohner / t> c)t> sind mebrentheils Armenier. die ihr aber allerdings nicht wohl anstehen. Es berichtet aber ein Reisender, welcher vor etlichen Iahren in diesem Land gewesen, daß sie durch ein Erdbeben seye umgekehrt worden. u. Es sind auf dem Berg ^rarark viel tausend Leut» Clausen, darinnen die Christlichen Geistlichen bewirthet werden. Die Armenier nennen ihn Kleie- soutar. das ist, den Berg der Archen dloali. Die Persianer aber und ist derselbe viel höher, als der Berg «ud i'- uruz. Es sagt ein Hollam bischer Reisender, welcher die parricularnäten dieses Berges beschrieben, daß jhme, als er ^nno 1670. ein Sclav in Krivan geweseli, von seinem Herrn, auf Ansuchen der Carmeliter dieser Stadt, so ihn für einen Wund-Artztgehalten, anbefohlen worden, aufdiesen Berg zusteigen, um einen Geistlichen an einem Bruch zu heilen, und meldet dabey, daß er sieben Tage aufdiesen Bcrgzusteü gen gehabt, und jeden Tag fünffMeilen gcreiset sey; auch daßerallesünffMei» leneine solche Claustn, darinnen er geschlaffen, angetroffen, unddaßihmdes andern Tages jeder Einsiedler einen Bauer zu einem Wegweiser , und einen Esel, welcher die Lebens - Mittel und Holtz getragen , mitgegeben habe; dann weil keine Erde auf dem Felsen dieses Berges anzutreffen, so ist alles unfrucht- bar, und können weder Baume noch Pflantzen darauf wachsen. Dieser Reifende setzet noch hinzu, daßersohoch, bis an die Gegend der Lufft, allwodie Von der Türcke^ in Asm. 217 Wolcken formiret werden, gestiegen, und daß die ersten , so ihn umgeben, «Wer und dick, die andern aber überaus kalt, und voller Schnee gewesen ftyen, ! Werdrittenaber, durch weiche er gegangen, hatteer, wann es iwch eine vier- wl Stund langer gewähret, für Kalte unfehlbar sterben müssen, die folgende Tage aber, welche er noch höher hinauf gestiegen, wäre eine viel gelindere uiid wärmere Lufft gegangen, und als er endlich in des preßhaffren Geistlichen Gellen angelanget, hatte er aus seinemMund vernommen, daß er in zwantzig Jahren, die er in seiner Einsiedlers-Glaustn zugebracht, niemahls weder Hitze noch Frost, noch Wind empfunden, noch einigen Regen habe fallen sehen. Nieser Einsiedler habeihn gantzlich bereden wollen, daß die Arch noch gantz aufdiesem Bcrge anzutreffen, und daß diese gemässigte Lufft verhindert habe, daß sie nicht verfaulet seye. Gestalten er ihm dann ein höitzern Ereutz , weiches, wie er vorgegeben, aus einem Bort von dieser Arch gemacht worden, verehret. IV. Vom Zustand und Beschaffenheit des Landes k^Je Lufft dieses Landes ist feucht und ungesund, insonderheit in ^in^rella. e^/Die Beschaffenheit des Erdreichs ist bergicht, und mir vielen Waldern 9 z. umgeben, darinnen sich viel wilde Thiere auffhalten. Der Falcren und Sper- )er gibt es eine grosse Menge darinnen, so wächset auf den Hügeln vortrefflich ffe ^ guter Wein , und in der Ebene sehr viel Hirsen. Ingleichen wird in etlichen z>^. 144 I Thälern Korn gesäet, und kommen die Mautbeer-Baume sehr wohl fort. ! Die Inwohner sind groß von Leibes-Statur, und wohl gebildet, die aber, I so aufden Bergen wohnen, grobundwild, und haben mehrencheils ein greßli» ^ ches und garstiges Angesicht. Sie bedecken ihr Haupt mit einergefaltcnen Mütze, und sind elendiglich mit einem Rock von lchlechtem Tuch, so im Lande gemacht wird, und ihnen bis an die Knie gehet, gekleidet, wiewohl die Reichsten, insonderheit m ivlmßrcli» sich Kappen von etlichen ausländischen Zeugen machen lassen, die aber sehr eng, und hinten bis au die Hintcr-Backen offen sind, damit sie desto bequemlicher zu Pferd sitzen können. Ihre Häuser bestehen in einem Saal, dessen Verwände von Holtz, und das Dach von Stroh ist, und haben keine andere Oeffnung, als eine Thür, die sie an statt des Fensters und Schornsteins gebrauchen. Nichts destowem'ger sagt man, daß der Fürst lMWrsiia mebrals funffzig Paklaste habe,worunter der zu ^ugclicli der schönste m. Selbiger ist von Steinen gebauet, undmicPersianischemHaußrathvcr- ! sehen und ausstaffirt. Der Neichthumb derer, so in den Bergen wohnen, bestehet in ihren Heer- Anderer Theil. Ee dm z. I z Des vl'erdtStt Buchs Lsp. X l. denMches, und Strassen-Räubereyen; derer aber, so Gewerb treiben, im Seyden-Handel. Die von Ktwgoclin haben zween vornehme Jahr-Märckte, einen, der vor der Kirch Qpourinz. und den andern, welcher in der St. Ge- orgs-Kirch gehalten wird , dahin die Türchen allerhand Kauff-Waaren von Constantinopei bringen , und sie gegen Honig , Wachs, Zwirn, Ochsen- Marder-und Tygsr-Hauten, Leibeigenen und Buchs - Bäumen Holtz vertauschen, an welchem Holtz sie sehr viel gewinnen , dann gegen vier hundert Thaler Saltz, so sie ins Land führen, lösen sie über fünffzig tausend Neichs- Thaler aus diesem Holtz. Diese Völcker haben Lust zum Krieg, lieben die Persianer, und hassen hingegen die Türcken, in deren Sander sie zum öfftern streiffen, und dieselbe ausplündern. Sie führen Bogen und Pfeile, und wissen auch mit Feuer-Röhren umzugehen. Die vornehmste Religionen dieser Volcker sind, die Jüdische, dicMa- hometanische, und die Christliche nach der Griechen Lehre und Lei emonien. Sie haben von dem Lätlil zu Lzjro dieses Privilegium, welches ihnen auch vom Groß-Türchen bestätiget worden , daß sie das heilige Grab alsKriegs- Leute besuchen, und mit offenen Fahnen in Jerusalem einziehen dörffen. V. Von dem Zustand und Beschaffenheit des Armenier-Landes. rein und gesund, und das c^/Erdreich von Natur fruchtbar und trachtig, an Korn, Erdfrüchten und ^ Thieren; es wissen aber die Türchen ihnen alle' diese Vortheile, wegen ihrer 7. überaus grossen Faulheit, und weil sie die Christen sehr hart und Übel halten, ihnen wenig zu Nutz zu machen, undistanstatt der Hösslichkett, Erbarkeitmid t/e Geschicklichkeit, so vor diesem daselbst anzutreffen gewesen, ein wildes barbari- schesWesen, Treulosigkeit, undgrobeUnwissenheit, so allda allenthalben in vollem Schwang gehet, eingeschlichen. Dasjenige, was die jetzige Inwohner mit denen vor Alters noch gemein haben, ist , daß sie zu den Wollüsten, und dem Müßiggang geneigt sind; dann der meiste Theil der Juden, Griechen und Armenier, so sich daselbst in grosser Menge befinden, und es nur ein wenig im Vermögen haben, ergeben sich derZartlichkeitund Fleisches-Lust, gleich wie die Türcken, welche Herren des Landes sind. Wann sie etwas reich und vermöglich sind, so bestehet ihre graste poliric darinnen , wie sie ihr Reichthum verbergen, und für dem Geitz der Lexielbeexen, und 5znZinclcen, welche der Groß-Türck dahin sendet, verwahren Von der Türckey m Asia. 2-9 wahren können; dann weildiese Bedienten nicht langer als drey Jahr zu bleiben haben, so befleißen sie sich, diese Zeit wohl anzulegen, und ihnen einen grossen Schatz durch tausenderley Unterdrückungen und Betrügereien zu sammlen, da* ,nit sie dem Groß»?ürcken ansehnliche pr^tenren thun, und ihnen hierdurch neue Lubemamernen zuwegen bringen mögen. Es sind in diesem t!ande reine Oerter mehr verderbet, als diejenige, so an Persien grantzen, entweder weil die Türcken zur Zeit, als sie mit den Persia* nern Krieg geführet, die Einwohner zu den allergcfa'hrlichsten Bedienungen ge* zwungenhaben, weßwegen sich dann ihrer viel verlauffen, oderaber, weil die* sezwo feindliche dl^wnen das Land vorschlich verderbt haben, damit ihre Ar* meen nichts zu leben finden mögten. Die Mahometische Kei-g-onistdievor» mwste iin Land; es gibt aber auch viel Juden m d Griechen, und noch mehr ^rmeni-ncr darinnen, welche viel Bischösse unter einem Patriarchen haben. Dieses Land wird von Türcken und Persianern beherrschet, es besitzen aber diese letztere nur den geringsten Theil davon. Die lurcomanm haben anfangs das meiste zur Erhöhung der Ottomannischen Macht comribulret. §. 4. Von der Monarchie der Assyrer. >Ium. I. t?^Je Assyrische Monarchie ist unter den vier grossen Monarchien der t^)Ä>elr die erste und älteste; denn es hat dieselbe im Jahrder Welt 1879. 95.96. md; 175. vor Christi Geburt, oder wie LsivMuz rechnet, im Jahr der Welt Diossor. ^»s.also a^zo.IahrvorChristiGeburtangefangen. (1.) DerersteKönig derselben war >11 ein Sohn ebuz. und des cbam! Enckel, und wird dafür gehalten, daß dieser bssuni-oü eben der Lelus sey, welcher bey denen heydnischen 5cnbcnren so berühmt ist. Er hat die Stadt //-sivr. lZabylon zum Sitze seines Königreiches erwählet. r. I. (2.) Ihm folgete^55VR., welcher ein Sohn 5emz und Bruder ^> pbacb- ch ü-lwar, 18;o.dieserbauetedieSradt tsslnive. und machte selbige zur cbro»s/s- Haupt» Stadt seines Reiches, eroberte auch im Jahr der Welt - 878. dieF^.^5- Stadt Lachlon. Er hat eigendlich den rechten Anfang dermachtigen Assvri» scheu Monarchie gemachet, und wird daher Lei, das ist, der Herr, benähmet, ch 2. e5- und voii denen weltlichen 5cnbemen genennet. Diesem lucceMrete sein Sohn dlinuz. e7/iro»ota- ().) ksslblvzi. hatvon demJahr derWekt lsos.bis 1957. den Assvri»F^/.^. schen Thron besessen , und die ^omenicr, ^leücr, Perser, pzrrbcr, sjyrc-,. nier, LaÄrianer , 5^rien, klein Asien, UNd Mit einem Worte, fast gantz/or.^0/- Ee 2. Asien 220 Des vierdtm Vucds Llug. xi. ^/oreri. f.) 28. Asien bis an den Fluß i'anaiz, ja gar Egypten bezwungen, und unter das Joch gebracht.^ sonach ihm von ^n.kl. 199?. regieret, und L >b^ion ausgebauet hat, eroberte noch Indien und ^rkio. p.en >' und versetzte den Krieg in l nclien. ^s.) JbrSohn^!l^v5 oder^m/35. hatvon^. Kt.-Ays.bis;vz7. regieret, sich denen Wollnsteit ergeben, und seine Provintzien durch Louvcr. neu» regieren lassen. DieKonige, so hernach kommen sind, haben nichts denckwlirdiges Derrichtet, daher bey denen tt.ltorw.5 kaum ihre Nahmen bekannt sind. Wir wollen selbige zur Nachricht beysetzen. (6.) änuz. regierete von Kl. 20,7. bis 2067. (7 .)^raliu5von^.^. 2 067. bis 1107. ^8.) IZzIeuz I. oder Xerxcx von ^n. kl. 2107. bis 2IZ7. (9.) ^rmamirbes oder ärmzcbrirez , von ^n. !kl. 2I Z7- bis 2165. (10^) Lelocbuzl. war König in Assyrien bis kl. 220 z. (1 iJLalcuz Il .bisä .kl. 224;. (l2.) 8erku5 oder ^lraclex bis 2277. (1 z.) klam^rbu! oder klamyn. ru5. bis2Z07. (14.) ^sck»>'U5 0der^l2ncb2!eu5 bis 2z; s. (l;.)8pk^ruz, bis kl. 2;; 7. (16.) Klam^lu;, bis Kl. 2; 87. (r7-) 8szsreru5. bis ^l. 2429. (i ZJHscaäechis^S?. ( > 9.) ^m^nra; , bis 250^ (2o .)Le!ocbuzlt. His2^2s. (2i.)lZzlarore5 oder ^ello^Zlez , bis^. kl. 2ss 8. (22.) l-amgri- «lez, bis^.kl. 2590. (2^)8oture5, bis26io.. (24.) ksm^arez, ^62640. (2;.) ?anliia5, bis267;. (26.^ 8c>5qrmux, bis kl.27»). (27.)t»lilrXU8, bis 2740. (28.) leurzmuz - bis 2769. (2?.)1'eurXuz, bis 279;. (zo.)^rä- belu8, bis 2827. (; 1.) Lkalaox, bis28sl. (z 2.) /^risbox bis 2872. Lulziuz, bis 2899. () 5,) 1mTU5, bis 292;. sz;.) Ocrcvluz , bis 294s. (;6.) LuyacmezoderLujzslez, bis 2975. s) 7.) bsotibeue;. ois 299). (;8) ^uriciuclez, bls zc >v7. s)9.)Os>krarTU8 , bis Z02 8. (40.) Lgaclrerez vdtt Opbrazzncu5,bis Zozo. (41.) ^cracsrnszoder ^icrz^zpezoderL/nilarzxc!, b iszo ;7. (42 ) ^c>r>c>sconcc>lero8 oder Hzril-inzjzzluz , bis )c>77. Der letzte König in der unzertheileten Assyrischeii Monarchie, ward von dem Couvcmcur jnKW6en . derwiderihii revelüvete, überwunden, woraufdicke mächtige Mo» narchie in drcy unterschiedene Königreiche, nemlich in das -Medische, Assyrische und Babylonische Königreich getheilet ward. Das Medische Königreich hat des 8zrüanzsizli rebellischer Gouverneur j. gestisstet, welcher von 4n.kl. ZO77. bis ZI 05. König gewesen. Die K.eüüen2-Stadt war kckacanz. Dieler König ^i bace! herrschete auch ü ber die Assyrer. Nach ihm haben noch acht Könige in Kl -üen regieret. 2. Kl-m- ^uucez, der andere Königin kleclen bis kl.; >55. z. 8olzrmu5, bis z' 8s. Von diesem sind die Assyrer abgefallen. 4. ärrica > bis 5217. 5. ä'bi-m«, his;^)?. 6. Oeloces, hjs Z2Aj, 7. türaorr^Z, hjszz i^ 8.L/.ixZle5, bis Von der Türcke^ in Asm. 22l bis )5>l. Dieser hat Kl. 5 545. die Stadt Ninive mit Hülffe des Baby» Ionischen Königes NzbopolUtiA- eingenommen, und mit diesem das eigentliche Assyrische Königreich getheilet. 9. /rtty-zges > bis 5 591- Dieser ward von seinem Enckel d/rci, der in der Heil. Schrifft Lc.re5 Heisset, und sich in Persien vefte gesetzet hatte, clerb^mm-et, und also das Medische Reich zu einer Provintz vo» ss ersten gemacht. Das AHrische Königreich hatte nach der zertheileten Assyrischen Monar» chie anfangs die Medische Könige zu Oberherren, bekam aber hernach seine eige» neKönige, deren 5.gewesen: i.pkul.oder pkul-öelockuz.von >r. kl 5180. bis Z20l. 2. I^iglac-PNul-Hllar, bis 5216. z. ^zlmznsllär, bis 5250» Dieser hat ^n.Kl. 5227. dem Königreiche I srael ein Ende gemachet, und die gefangenen Jsraeliten in die Assyrischen Städte vertheilet, auch den König Hosia gefangen genommen. 4- 5-mberib, oder 8enn^ckerib, von 5250. bis 52,5. 5- ^il-ilbzcjclun oder von kl. 5255. bis 528z. ward kl. 5270. auch König zu Babylon. Sechtzig Jahr nach seitienlTode ist das Assyrische Königreich von dem Medischen Könige und dem Babylonischen Könige getheilet worden. Das Babylonische, oder Chaldaische Königreich hat, nach des letztern Assyrischen Monarchen Tode, eine Provintz des Assyrischen Kö» mgreiches seyn müssen, worinne öslosuz vder kelocbuz, auch ö-lelu? genant, ein guter Freund 7ribsciz Louverneur geblieben, weil er den 5^Wzr>2j>3ium über» winden he ffen. Hernach aber zur Zeit des Assyrischen Königes rc- dc/ineten die Babylonier, und setzten ssch in die Freyheit, und haben von ki. ?2vz. bis 5412. neunzehen Könige gehabt. Von der Haupt-Stadt Ba» bylon hiesse es das Babylonische, von dem Lande Chaldaa aber das Chaldai» W Königreich. Die Babylonische Könige sind diese: l.) ki-bonz/Iar, V0N Kl. 520). bis 5218. 2.) blslliuZ, bis )22v. hernach 5-) Lbinxerux und 4.) pomx, zugleich von H.Kl. 5220. bis 52.25. 5.) OiIulXU5, bis 5229. 6.) klarücicempZÜ oder klerczüscbuz, bis 5241. 7.) ^rcesnu8, bis 5246. 8.) öelibuz bis 525 l. 9.) ^pronzcliuz, bis 5 257. >o.) ktigebeluz, bis 5258. 11.) kleleNZmarcjzcnZ, bis 526t. 12.)/lllarbzcjclon, oder ^llsrclinu!, bis 528;. 15.) 5acz5Üuckcu5, bis ZZ05. 14.) Lenilzüznuz, bis 5525. 15.) dlsbopollztllir, bis 5546. 16.)tgebuc»üne2zr oder dlnbucbu» «lonosor, bis 5589. 17.)Lvilmeroclacb, bis Z591. 1 8.7 Lgsz^er, oder üul- tl^szr- bis ? 595. Iy) variuz klecluz, bis Z412. da er von dem Persiani» sehen Könige (.710 überwunden, und sein Reich eine Provintz von Persien ward. Die Grantzen der Lander von Assyrien, Chaldaa oder Babylomen, und Mesopotamien, welche bisweilen unter dem allgemeinen Nabmen Assyrien sind begrissen worden, wie oben Lzo.lx. dieses vierdten Buchs §. 2. l^.m. Ee 5 m Des vierdten Vuchs (ÜZP. XI. ix. zu lesen ist, waren gegen Mitternacht Groß-Armenien gegen Oienr. Meden und Zutiana; gegen Mittag Persien und der Persianische Lolw; und Fegen Lkbend das wüste Arabien und Syrien. Ihre vornehmste Berge sind, der und cbc>zrl->5, öcc. Die ansehnlichste Flüsse sind, die Tyger und der Euphrat, welches noch itzo berühmte Flüsse in Asien sind. i. Das besondere Assyrien hatte unter sich die Landschafften und Vösi tfer, Lalacme, ^lrajzacblrix, Arbcliri;, 8zmbsr«, , 8icrzcene, /lUisbcnc, (^rzm-ri; deren vornehmste Städte waren: I.) dlinll! oder bsj. nivc, von welcher wir hernach 5lum. II. reden wollen. -,.) ^rbelz. z ) jonic. 4.) Zircace. ;.) Lrestpbon, VON denen oben Lsj?. IX. Z. 1. dlum. X. dieses vierdten Buches mehr Nachricht zu lesen ist. II. Babylonien, oderChaldäa hatte die Landschafft ^uraniri--, dasbe» jöndere Chaldäam^morüzcism. und die Völcker^c>c>jzKc5. Die vornehmste Städte waren: 1.) Babylon, bey welcher der berühmte Babylonische Thurn gestanden, von dem wir hernach dlum. iv. reden werden. 2.) l'eceäon, z .)Orcboe, oder I^r,Ac. Lonf.Lzs?. IX. H. l-dlum. XII. li. I. III. Mesopotamien hatte die Länder ^nrbemustz, /Lcslzene. ^ncobzrici5, '5mZene,LKsicin5,e;.iul2mri5, öcc. Die vornehmste Städte waren dämme: I.)d^istbi5. 2.) 8e!?uciz. z.)dtice^>korium. 4.)Lclctle. j.)Clsrrbe5 0derLzrrs?, vist. Lsp.IX. K.l. I^um.XI. cl. I. I^um. II. Von der alten Stadt Ninive, der ehmahligen Haupd ^ Stadt des Königreiches Assyrien. Xtt'Me»'. ^ - den man für den n-m,-- hält, ist der Stiffter der Assyrischen Mo? 7.^^ narchie gewesen, und hat ohngefehr im zwaiitzigsten Jahre seines König» F-zbe//ib. ^'^6 eine prachtige Stadt, welche nach seinem Nahmen Ninive ist genen- 2.5eK. 2. net worden, erbauet, und dieselbe zur Haupt»Stadt seines Reichs, nachdem i. er Babylon verlassen, gemacht. Diese Stadt, so eine Sradt von den allergrössesten auf dem Erdboden, war vierecncht,und hatte die Seiten gegen Mitternacht und Mittag bey > so« 5rzülz m die Lange, welche achtzehen tausend, sieben hundert und funffzig ^co- merr .sche Schritte machen; die Seiten gegen Ausbund Niedergang der Som nen aber, hatte jede neuntzig 5raüis. welche eilfftausend, zwey huiidcrt und funff- zig keomerr.jche Schritte austragen, 12s. Schritte für jedes 8r-,clium gerechnet, also, daß der gantze Umkräyß der Stadt vier hundert und achtzig 5czüi-i m sich begriffen hat, welche sechtzig tausend Leomecrifthe Schritte ausmachen; welches VStt der Türckey m Asi^. 22; welches dann mit deme überein kommt, was die Heil. Schriffr sagt, daß diese Sradt drey Tagreisen lang gewcft seye. Die Mauren, womit dieselbe umgeben war, waren hundert Schuhe hoch, und so breir, daß drey Wagen neben einander haben fahren können. Uberdiß hatte sie auf funffzehen hundert Tbürne, welche sonderzweiffel zwischen diesen Mauren gestanden sind. Worzu noch die Vorstädte zu rechnen sind, so sich bis an den Tyger- Auß und Eu« phrat erstrecket haben. Vor der Stadt draussen hat es eine hoye Pyramide, oder Flamm-Säule gehabt, welche des Königs Grabmahl gewesen ist. Diese Stadt war über die Massen volckrcich, alldiewcilen zu den Zeiten ihres letzten Königs und als der Prophet Aonas von GOct dahin ist gesandt worden, über sechsmahl hundert raufend Menschen darinnen ge-z. wejei! sind. Aetz-ger Zeit ist sie gantz übern Haussen gefalle-,, aus deren nbcr- gMbci-en Stücken die Stadt ^oickl in Ol-ubcck. erbauet worden ist. Es wird aber vielleicht zu unserm Vorhaben nicht undienlich seyn, wann wir hierbey erinnern, daß die Grund-und Abrisse, so ich anhero von Ninive, Babylon, und andern dergleichen Städten setze, nicht in allen Stücken der Wahrheit gantz gemäß seyen. Dann ich würde dißfalls eine grosse Vermessenheit begeben, wann ich solches vorgeben wolre. Angleichen würde es auch bey denen fehl schlagen, so sich einbilden, daß in diesen berühmten Städten weiters nichts, als was bey diesen Kguren zu befinden, zu sehen gewesen seyn solte, sondern es werden verständige kluge kleute leichtlich sehen, daß diese Grundrisse, tigendlich zureden, anders nichts, als wahrscheinliche Muthmaßungen, und .issö sebr unvollkommen seyest, je eigentlicher, oder nicht, die alte Zcckbeucen, denen wir nachgegangen sind, von diesen Orten geschrieben haben. Num. III. Von der alten Stadt Babel. 98. Abylsn ist eine von den ersten Städten gewesen, welche nach der Sund- fluth von Nlmrsd, welcher von andern ld-ws, König der Babylonier,?^?-« Wennet wird, ist erbauet worden. Dieses ist, allem Ansehen nach, eine Zeit- lang vorher geschehe!,, als er sich unterfangen, den Hhurn zu Babel zu bauen; 2. ne?. 2. weil aber diese Stadt nachgehends von der Königin 8emusmi5 viel schöner^.4. und herrlicher ist gemacht worden,so haben etliche geschrieben, daß diesePrin- cessin selbige erbauet habe. Sie war an dem Euphrat gelegen, welcher von Mitternacht gegen Mittag mitten durch dieselbe geflossen. Ähre viereckichte ?orm hielte in ihrem Um- krayß drey hundert funff und sechzig 5-^üiz in sich, und waren ihre Mauren, welche für ein Wunderwerck der Welt sind gehalten worden, von Ziegelsteinen, z.^4 Des vierdee«: Vuchs Lzp. Xl. nen, so mit Hartz aufeinander gefüget gewesen. Ihre Höhe erstreckete sich auf ;co.Elenbogen, und waren so dick und breit, daß s.Wagen raumlich neben einander haben stehen können. Zwischen diesen Mauren stunden 200. und so. Thürne, deren noch vielmehr hatten seyn können, wann die Stadt nicht an ver» schiedenen Orten mit Morast, welcher dieselbe genugsam bevestiget, umgeben '^^Bie Brücke, welche die 8emir->mi5 über den Euphrat hat schlagen lassen, sügete den Ottencslischen Theil der Stadt mit dem , so gegen Occiclenr ge, legen war, zusammen. Selbige war auf eine gantz sonderbare, und unge» meine Weise gemacht, und hatte keine Bogen, sondern sie war mit dicken Pfeilern unterstützet, deren Steine mir eisernen Banden zusammen gefüget, und mit Blev eingegossen gewesen. Von einem Pfeiler zum andern warm grosse Balcken, und über diese'belviele Bretter, oder Dielen, von Cedermund Cypreß-Holtz, überzwerch geleget, und obwohl dieselbe an dem Ort, wo der Fluß am schmalesten gewesen, ist geschlagen worden, so war sie nichts desto» weniger das ist, <525. Schritte lang. » Die zwey Ufer des Flusses waren von gehauenen Steinen auffgeführet, welche zwo Schifflanden machten, bey welchen zwey Königliche Hauser stun» den, die den beyden Städten, so siarcke Ringmauren hatten, zugleich zu einer Zierde, und Vestung dieneren. Der Palla st, welcher in dem On-malischen Theil der Stadt stunde, hatte eine Mauer von Ziegelsteinen, welche in ihrem Begriff z o.8r.Mi-> in sich hielte: An derselben waren viel Bilder von Ertz auffgerichtet, wodurch düm,8 und Zemirümiz, wie auch der Neluz selber, den die Babylonier für ihren vornehm» sten GOtt verehret, und für den Jupiter gehalten haben, abgebildet gewesen. Auf den Mauren waren unterschiedliche Feld schlachte!,, und wilde Thier» Jagden vorgestellet. In eben diesem Theil der Stadt war ein Thurn, welchen dlinus und Semiramiz dem LsülZ. oder Nimrod, zu Ehren haben erbauen lassen, den et» liche für den Thurn zu Babel gehalten, ungeachtet derselbe ohngefehr erst ioo. Jahr nach Verwirrung der Sprachen ist erbauet worden. Dieses Gebäude bestünde in 8.Thürnen, deren einer auf den andern ge» bauet war, die aber, je mehr sie in die Höhe giengen, je niedriger und dun» ner wurden. Jeder von dielen Thürnen war in viel Stockwercke abgethei» let, um welche herum eine Schnecken, oder Winckeltreppe gienge, durch wel» ehe man bis an den Gipffel des letzten Thurns steigen kunte, und waren von einer Weite zu der andern Sitze gemacht, darinnen zu ruhen, von dannen man mit grosser Lust und Bequemlichkeit, nicht allein die Stadt Babylon, sondern auch das gantze umliegende Feld übersehen kunte. Der Begriff die» sts Thurns gegen der obersten Flache der Erden hielte ein 8cMium, das ist, hundert Von der Türckey in Asia. hundert und fünffund zwantzig Schritte, oder sechs hundert fünff und zwantzig Schuhe, und dessen Di -merer. oder Durchschnitt ohngefehr 2OO. Schuhe in sich. Die Spitze des achten, oder letzten Thurns endigte sich mit einem schö- neu Tempel, welcher dem Lews geheiliget war. Sein Bildnüß , wie auch anderer Abgötter ihres, war von Gold, so wohl als die vornehmsten Gefäß, so man zu den Opffern brauchte; und weil die Chaldaer, oder Babylo- nier, jederzeit den Ruhm gehabt, daß sie grosse Liebhaber im Sternkunst seyen, so gebrauchten sie diesen prachtigen Thurnan statt einer schönen OlzlervMon. den Lauff der Sternen zu beobachten. Das andere Königliche Hauß, welches in dem Occiüenc -ilischen Theil der Stadt stunde, und welches die Burg der Zemirsmix genennet wurde, war noch viel ansehnlicher, und hatte eine dreyfache Mauer, worunter die erste in ihrem Begriff -5oo.5rzüi» einnähme. Der 2te Umfang hatte eine Mauer von gebackenen Steinen, allwo unterschiedliche Thürne in ihrer natürlichen Grösse und Farbe abgebildet gewesen sind. Ihre Lange erstreckete sich auf 40.5czüis. die Breite auf und die Höhe aus 50. Schritte, wobey auch Thürne, so 70. Schuhe hoch, zu sehen waren. Der dritte Unffang, in welchem die Burg war, hatte imUmkrayß 5t--üiz, und war höher und breiter, als die zweyte Mauer, darinnen zur Zierde unterschiedliche Jagden vorgestellet, und deren Bildnüssen über 4. Elenbogen hoch waren. Unter andern waren daselbst die Königin 5emi,-zmi5 auf einem schönen Pferd sitzend zu sehen, welche ein Par- therchier mit einem Pfeil durchschoß; ihr Gemahl dlmux aber, brachte einen Löwen mit einem Wurffspieß um. Diese drey unterschiedliche Umfange waren mit dreyen Pforten von Ertz verschlossen. Der Zemirzmix Garten, so nächst an dieser Burg gestanden, sind jeder- B für ein ausbündiges Kunststück gehalten worden , und haben die Alten mitcbe^. grosser Verwunderung davon geredet, von denen wir eine Abbildung, so wie ^»,4 sie ein gelehrter Mann unserer Zeit in Kupffer hat stechen lassen , anhero -oo. setzen, bey welcher man sich ihre Gestalt besser wird einbilden können, als wann wir eine weitlaufftige Beschreibung, womit wir uns nur lange auffhalten würden, davon machen. Nur dieses ist dabey anzumerckcn, daß diese Garten auf einem gewölbten Haussen Erden, unter welchem man spatzieren gehen können, gemacht gewesen; weßwegen sie von den Alten bicn-ri penülex, das ist, in der Lufft Hangende Garten, genennet worden sind. Sie waren an dem Euphrat gelegen, und viereckicht, auf jeder Seiten 1 oo. schuhe lang. Diese Erdhauffen sind also eingetheilet gewesen, daß einer von dem andern nicht weit gestanden; dergestalt, daß der erste nur 12. Elenbogen, und einen halben, der Zweyte -c>. der dritteund einen halben, und der vierdte 50. von der Erden erhöhet gewesen ist. Sie waren von gebackenen Steinen gemacht, und das Gewölb mit grossen Steinen, 1/. Schub lang, und 4. breit, bedecket. Anderer Theil. Ff darü- Des Vierdrm Buchs L-p. XI. 2^6 darüber man dürres Geröhricht und Bley geleget , damit die Feuch. tigkeit der Erden, welche allenthalben darüber geschüttet war, das Ge» bau nicht schadhafft machen möchte. Diese Garten waren sehr lustig und an» muthig, sonderlich von wegen des Schattens der grossen Baume, so allda geflantzet worden. Angleichen, so hatte es allda Brunnen, deren Wasser aus dem Euphrat hinein kommen ist, und welches man durch Kunst in die Höhe geführet. Diese vormahls in gantz Oricnr so berühmte Stadt lieget anitzo der» gestalt über einen Haussen, daß man kaum mehr wissen kan, wo ste eigentlich gestanden ist. Das gewisseste hiervon ist, daß ffe nicht weit von der Stadt Lsgclcr, die man annoch insgemein Babylon nennet, und von dem eingefal» knen Gemäuer der alten Stadt Babel erbauet worden, gelegen gewesen. Num. IV. Von dem Thurn zu Babel. Wss ^^Nter allen Gebauen, von denen die Geschichten des Alten Testaments zoi. l«,"« ^ Meldung thun, ist der Babylonische Thurn, von wegen seiner Aelte, aus» /->/-«. /,S. ssr allem Zweiffel eines von den vornehmsten. 2. i. Es war Nimrod, des Ehams, welcher einer von den dreyen Söhnen 2. ' Noah gewesen, Enckel, ein grosser starcker Mann, wie ein Rieß, und der ». 28. sich alles unterfienge: dannenhero er sich vorgenommen, einen Thurn bis an den Himmel zu bauen, nicht allein feinen Namen unsterblich zu machen, sondern auch für einer neuen Sündfluth die Menschen zu verwahren, sich einbildend, daß er hierdurch dem Zorn GOttes widerstehen könte. Zu diesem weltberuffenen Vorhaben wurde das Land 5ennar, welches nachgehends unter dem Nahmen Chaldaa ist bekannt worden, erwehlet, und ward ohngefehr -7v.Johr nach der Sündsiuth daran zu arbeiten angefangen. Das gantze Werck war von Ziegelsteinen gemacht, welche mit Hartz, das in diesem Land sehr gemein ist, zusammen gefilget worden. Ob man wohl nicht eben so eigentlich wissen kan, was für eine?orm und Gestalt dieser Thurn gehabt habe, so wird doch insgemein dafürgehalten, daß derselbe rund gewesen seye, so, wie in dieser Figur vorgestellet wird. Nachdem nun GOtt der HErr zugelassen , daß dieser Thurn bis auf eine gewisse Hohe auffgeführel worden, so erwiese derselbe, daß er unbegreG lieh geheime Mittel und Wege habe, der Menschen Ubermuth zu demüthigen. Zu dem Ende thäte er ein nie erhörtes Wunderzeichen; dann es wurden alle die Leute, so da unter der Anführung des Nimrods zugleich mit einander arbeiteten, und insgesammt einerley Sprach redeten, zum höchsten bestürtzt, als Von der Türcke? in Asia. 227 als sie in einem Augenblick sahen, daß keiner den andern mehr wegen des Un» terschieds der Sprachen verstehen kunte; derowegen musten sie von ihrem Vornehmen abstehen, und sich in unterschiedliche Oerter des Erdbodens ver» theilen, den Schaden, welchen die allgemeine SüMuth auf demselben gethan, wieder zu ersetzen, und auszubessern. Es haben die Griechische und Lateinische Poeten, welche etliche hundert Jahr hernach kommen sind, und von dieser Beschicht sagen hören, dieselbe ihrer Gewohnheit nach, mir vielen Fabeln ausgeschmücket, und gedichtet, daß, als die Riesen bis an den Himmel steigen, und die Götter daraus verjagen wol» len, dieselbe viel Berge über einander gchauffet, auf welche sie gestiegen, und mit Gewalt den Himmel stürmen wollen; es habe aber Jupiter, so der höchste unter den Göttern, sie dieses Frevels halber zu straffen, seinen Donner über sie geschaffen, und die Berge umgekehret, und über einen Haussen geworffen, von denen sie dann überfallen worden, und darunter begraben liegen. Die Deutung dieser Fabel mit der wahrhaffren Geschieht ist leicht zu machen. Dann der Nimrod hat sammt den Seinigen eine Riesen - Gestalt gehabt; durch den Thuen aber, welcher einer erschröcklichen Höhe und Breite gewesen, damit er einer neuen Sündfluth wiederstehen könnte, haben die Poeten die Berge ?eilc>n und 05-. kc. verstanden. Deme sey aber wie ihm wolle, so ist gewiß, daß dieser Thurn nachgehends Babel, das ist, Verwir» rung genennet worden ist. Man siehet noch den verfallenen Stemhauffen dieses berühmten Thurns auf eine halbe Meilwegs , und gegen 0nenr des Euphrats ; dieser ist nichts 7"«^« anders, als ein von allerhand Kummer und Grauß vermischter Berg, dessen Fuß bey nahe viereckicht, und der Umkrayß bey tausend hundert und vier und 2. ns. dreyssig Schritte, und alles wie eine Pyramide zugespitzet ist. c. i o.f.90. Hicrbey ist auch anzumercken, daß dieser eingefallene Stemhauffen meh» rentheils von Ziegelsteinen ist, die nicht durchs Feuer gebrannt, sondern nur 102. an der Sonnen getrucknet worden. Selbige sind mit Mörtel, darunter man klein geriebenes Rohrschilffgethan, zusammen gefüget, damit aus diesem Mör» tel, und den Ziegelsteinen, nur ein Stück werden möchte; an denen Orten aber, wo der Bau starcker hat seyn sollen , hat man gebackene Steine gebraucht, und dieselbe, wie der weitberühmte Reisende, pcrruz üe l- v-ilc, beobachtet, mit Hartz zusammen gefüget, als lvelcher nicht damit vergnüget gewesen, daß er alles, was er erzehlet, gantz genau besichtiget, sondern auch seinen Mahler mitgenommen, welcher den überbliebenen Stemhauffen, wo man denselben noch am besten, nemlich gegen Mitternacht und Mittag hat sehen können, ab» wissen müssen, welchen Abriß er, nach seiner Wiederkunjst zu Rom dem Ehrwürdigen p. Xirchero. einem Jesuiten, verehret, den er hernach in Kupffer siechen lassen, und seinem Buche, welches wir allbereits cirwt, einverleibet hat. tt 8 Des vierdten Buckys Cap. xi. Es haben etliche daran gezweiffelt, ob dieses der Steinhauffen des Babylonischen Thurnsseye; andere aber hoben kein Bedencken getragen, solches um vieler Ursachen willen zu glauben. Die erste ist, weil die Inwohner des Landes von undencklicher Zeit her, solches für eine Wahrheit geglaubet, und all dieses eingefallenes Gemäuer in Arabischer Sprache Babel genennet haben. Die zweyte ist, weil diese Steinhauffen eben an diesem Ort find, wo der alte Thurn gestanden, und das Feld 5ennazr . auf welchem derselbe gebauet worden, an diesem Ort gelegen ist. Die dritte, weil die heilige Schrifft meldet, daß dieses Gebau von Ziegelsteinen gewesen, und die davon noch überbliebene Stücker von eben dieser Materie sind, wie wir bereits angezeiget haben ; so ist kein Zweiffel, daß GOtt der HErr nicht zugelassen haben solte, daß man annoch zu unser Zeit ein fichtbares Denckmahl seines Zorns wider den Hochmuth der Einbildung Cham, welcher von seinem Vater Noah verstricht worden, sehen können. " §. 5- Kum. I. Von denen Landern Kurdistan, Diarbecker und HieraL. Schied-Grantzcn dieser Lander find gegen Mitternacht Armenien, ge- gen Morgen Perfien, gegen Mittag der Lolto von üaltsra, und ein T^ner»»»- Stück von Arabien und 8c>ria. /ie I. Die L.andjchaffc begreiffet in sich die Stadt ^macliZ, die Ruinen des alten Ninive, die Stadt ctnrstml. u. s. f. r.) Die Stadt ist auf der Spitze eines Berges, welcher, wie man dafür halt, bey einer Meile hoch ist, gelegen. Diese Stadt ist mittelmäßiger Grösse, hat aber kein Wasser, weßwegen die Einwohner biß auf die Helffre des Berges, allwo es viel frische und gute Quellen hat, hinunter steigen, und dasselbige hohlen miissen. Diese Stadt handelt starck mit Toback und Galläpffeln, so man von allen Orten dahin bringet. An dem eingefallenen Gemäuer der alten Sta.dr Ninive gegen Orienc des Tyger-Flusses ist nichts besonderes zu sehen. 2.) Die Stadt 8callere5u;, dbircioul oder ^cbebclcAil, ist bald von denen Persianern, bald von denen Türcken erobert worden, und haben die letztem einen öeAlerdez allda wohnen, welcher 20. Sangiacken zu befehlen hat. it. In der K.andfiHaffc oder vinrbcck, find die vornehmsten Oerter vinrbekir, kiolul, k-tgz oder , kir, Orpstz. I.) Die Stadt vwbcb,!r, oder dsrnsur, ist gegen Abend des Tyger- F-Iusses auf einer Höhe gelegen. Dieselbe ist groß und volckreich, und bestehtt ihre I0Z. Von der Türckey m Asia. !> ^ 9 ihre Handlung absonderlich in rothem Corduan»Leder. Sie ist mit einer dop» Men Mauer und Thürnen bevestiget, welche dieselbigevon einer Weite zu der andern bestreichen. Der L^le» heg,welcher hier seinen Sitz hat, commauguet neunzchen Z^ugizcstendie alle unter seinem Befehl stehen. 2.) Xiolul, eine grosse Stadt, lar. lu-mi-lum genannt, lieget gegen Abend des Tyger» Flusses, und gegen dem Stein »Haussen des alten dlimve, wird von einem L-ckz. welcher fünff5-lngiscicen unter ihm hat, regierer. kicka. eineStadc, Halden'Ii'ahmenvon einemLeglerbeg, welcher über steben 8snAi->ckcncommzncl!iet. 4.) Ocpba oder G's, . auch e)u,sa, wird insgemein vor die Haupt» Stadt gehalten, und ist in einem fruchtbaren Felde gelegen Ähre Hauser sind klein, und schlecht gebauet , die Mauren aber von gehauenen Steinen, welche an vielen Orten ausstarckenThürnen, so mit Schiesi»Löchern versehen sind, bestrichen werden können. Wie die Inwohner des Landes vorgeben, so soll der Ertz»Vater Abraham damahls zu 0> pst» gewöhnet haben, als GOTT der HERR ihm befohlen leinen Sohn Jfaac zu opfern. Hier werden viele Turckische I oehten verhandelt, weiche der Gegend in Menge verfertiget werden. III. Die Hrovlny Hicrack oder Rcracf, auchchk/reik- ^K>rill, eineLandsichaffr.darum sich die Türcken und Persianer offt geschlagen, , 5; p. eroberte sie der Türckische Kayser Zvllmannuz II. und nöthigte den König in Per» sien 5clizck . 1GZM25 zur keciracle. 8cl,2cl, - ^b-,51. eroberte Hn.i 6ic>. dieses Lca .d und die Haupt »Stadt k,Fclzr wieder, doch haben sie die Türcken unter dem Kayser /tmu> ->rst i v. >r„. »6; 8. abermahl in ihre Bothmassigkeit gebracht, und bis bieder besessen. Die vornehmste Städte dieses Landes sind : 1.) lac. n,Zcizcium, einegrosse Stadt, wo ein Türckischer Leg. lerbeß i-ciiaiwt, welcher über zwey und zwantzig ZanZjzcken zu befehlen hat« Die ausführliche Beschreibung dieses Ortes folger hernach dlum .il. 2.) öüilora. eine Stadt in einem morastigen und niedrigen Grunde gele» gen, welche von dem Rleer schon langst würde überschwemmet seyn, wenn man die Gegend nicht durch einen starcken Damm vor dem Auslauffdes Meeres ver» wahrere. Sie wird von einem L-sten , vermittelst eines geringen Tributs, den er dem Groß»Sultan schicket, als einem Ober»Haupt beherrschet, und hat er über sechzehen 5.,ng,-,cKen zu befehlen. Dieses Gebiethe von öallorz wird sonst zum wüsten s chien gerechnet, wie wir oben ordentlich erinnert haben» II» Von der Stadt ist ein verfälschter Nahme von dem Wort nckäach, welches diese 5)^«^ -u)Slabt gefuhrerhat. Die Araber nennen sse Dar-sl-Lam, welches in ibrer 104. Ff? Sprach Des Vt 'erdven Buchs dap. xi. Sprach soviel, als einbaust des Friedens bedeutet. Sie ist gegen Orienran dem Ufer des Tyger-Flusses gelegen, über den man auf einer Brücke von drey und dreyssig Schiffen bis zu einer Vorstadt gehen muß, allwo, einer alten Sage nach, die Stadt vor diesem erbauet gewesen ist. Diese Zimanun und Lager« stelle an dem Tyger-Fluß unterscheidet LüZclar augenscheinlich von der alten Stadt ö-ibylun, welche an dem KupM-ar gelegen gewesen. Der Lslik^bu^jz. Kr. welcher von etlichen genennet wird, hat, nachdem er viel Mro- nomische Obsc^vzrionen wegen einer glückseligen Stunde zu der Stadt Nzgclzc Erbauung gemacht, den ersten Grund darzu geleget, und zu diesem Ende den i. April imJahr Ehristi 76erwählet. Die Stadt ist an sich selbst groß und weitschichtig, aber gar nicht volck- reich, so daß nicht über funffzehen tausend Seelen darinnen zu finden find. So haben auch die Hauser nicht mehr als ein Stockwerck, und wenig Fenster, und sind fast alle mit einem Haussen Erden bedeckt. Man findet daselbst zehen Lzr- vsnlcrzz, oder Gast-Hauser, sehr viel ks-arch, undsunffKtotgueen, darun- ter ihrer zwo überaus schön, und wegen ihres von allerhand Farben gefirnsten Ziegel-Dachs, welches von weitem einen sehr grossen Glantz von sich gibt, S e- hens wohl werth ist- Die Stadt «Mauren sind von Ziegelsteinen, und fast allenthalben mit e> nem Wall beveftiget, und haben in ihrem Umkreiß dritthalb FrantzöstscheMeilen. Selbige können von vielen Thürnen, wie auch aus etlichen, wiewohl nicht allerdings wohl auffgeworffenen Bollwercken, welche mit fünffzig, oder . sechzig kleinen Stücken Geschützes versehen find, bestrichen werden. Die Besatzung bestehet ohngefehr in fünfftausend Mann. Das Schloß ist gegen Mitternacht von der Stadt an dem Ufer des Tyger-Flusses gelegen , und viereckicht, auch zum Theil mit in der Stadt begriffen, und nicht sonderlich vest: Gestalten denn die Mauren nur von schlechtem Mauerwerck gemacht sind, und keim Fall-Brücken haben. Es lieget eine Besatzung von dreyhundert Janitscharen darinnen, und werden ohngefehr funffzig Stück Geschütz darinnen gezehlet. Die Regierung führet ein k-M, welcher daselbst seine Wohnung hat, und zum öfftern aus der Zahl der Vezierer genommen wird. Seine vornehmste Bediente sind, ein öder Richter in Bürgerlichen Sachen, und lekc-nü-r, oder Schatzmeister, welcher des Groß-Türckcn Gelder empfangt. Drey Meilen von iZzßüzr, gegen Mesopotamien zu, und schier eben so weit von dem Tyger« Fluß, und dem Lus>brzr, stehet mitten auf einer Ebene ein grosser Tburn, den die Inwohner des Lands den Thurn dkmroüz nennen, und geben etliche vor, daß dieser der alte Babylonische Thurn feix. §. 6» Von der Türckey m Asia. §. 6. Bon dem alten Syrien, dessen Städten «ndLändern, auch kÄnkina > oder LWZZN > und ißlgcm Zoria. I^um. I. Von Syrien nachher alten 5criksnren Meinung, und glaubwürdigen Bericht. t^As alte Syrien hatte zu Gräntzen gegen der mitternächtigen Seiten Nb- ^/cien, und ein Stück von Lsnp^üocien, nebst dem Berge 4MUNU8, gegen ?)t0rgcn zu dcn Fluß Ltisibrzr, lcleto^orzmien. und das wüste Arabien ;gegen^^^" Mittag das felstchte ^rubien. und gegen Abend das ägyptische, und Syrische Meer, welche ein Stück des mittelländischen Meeres sind. Die vornehmsten Berge darinne waren: Der ^msnus. der l-ib-non, der ^ ämilibanmr. Kc. ' c. I5-S- Die vornehmsten Flüsse sind, der^upbrac, derOronrez, der^lculberiuz, l6. dcrLbi'^lorroaz, der^orctan. Serien wird wieder eingetheilet in Syrien insonderheit, und in Palästina. Das clFciidklche Serien hatte folgende Lander und Städte, als da waren: I. Die ^andschaffr Lc»na-^ena oder(?c>ma^cr>e, hatte hicbevor ihre eigene Fürsten und Könige bis auf den Römischen Käyser v-chatianum. DieRömcr haben dieses Land zu einer Römischen Provintz gemachet. Die besten Städte darinne waren: I.) 5a mvtal2. die Haupt-5 Stadt an dem Lupbrar gelegen. Sie ist das Vaterland des Ertz» Spötters i.uciani. und des Ketzers pauü 5amc>5sccni. 2.) Lermanicia. das Vaterland des Ketzers blcäorii, eine Stadt. z.)^kriocwa, eine Stadt, wo ign-mu; Bischoffgewesen. II. Die Landschafft L^rRe^cz .Frantzös. d^rrilliczue. Darinne waren: I.) L^irbu! oder L^ru;, eine Stadt. 2.) klremn. z.)btier2s)o!j5,sonst Ü2M. bvce. 4.) ttcr-zclez. 6.)?Uf>bzr-i. 7.^öelc-Z.eine Handels» Stadt. III. Das Land Lbzl^bonirjz; woLbul^bon dieHaupt»Stadtwar. IV. DasLand pzlni^lcne. Darinne waren die Städte: I.) vatm>rz, so biebcvor die Haupt »Stadt im gantzenvrlenr, als L->llienu8 das Reich nicht sonderlichaRimirete. 2.)Kel2j)bii. 5.) OrlüZ. 4«) Klaüu. 5urs. 6.) Teußmz. V. Bas Land Lsrance»lar. özranca, darinne war diclexa die beste Stadt. V!. La-'sl^riz, wo vamss oder Dämzscu! die beste Stadtgewesen. VII. 2,;! Des vl'erdten Vuck)S XI. V II. plioenici-t, eine Syrische Provintz , hatte diese Städte: > . eine ansehnliche Stadt, welche von denen Syriern, Sidoniern undAradiern gebauet, und daher ingvl.z genennet worden, weil sie die Zusammenkömm» linge aus dreyen Städten aufgeführet. -,.) 5iUon. i«^o 5^eleuciz. z..)Lepbirz. X- Das Land pleria, wodie Stadt pinzra war. XI. Das Land Lbzlciclene, wo die Haupt-Stadt Lbzlcis war. xil. Die Landschafft ^pamene, wo die Stadt gewesen. XIII. Die Landschafft lüaoäicens, darinne Uaollicez 5czbiosz der beste Ort war. I^lum. II. Von dem berühmten Lust-Plätze und Flecken 5-5«" ?^X^P»Xle bey der Stadt Antiochia in Syrien, und an dem Ufer des Flus 106. ses Orcares, war ein Flecken sammt einem Wald, welcher in seinem Um» kreiß zehen tausend Schritte begriffen, und für eine Vorstadt, die viertzig 5». tro öes- «Uz abgelegen war, gehalten wurde. Der Wald, welcher denselben umringete, war von Cypressen und andern dicken Bäumen, welche mit ihrem Schatten, nebenst den vielen kühlen Brun- quellen, diesen Ort sehr annehmlich machten, und war bey hoher S traffverbot- ten, einigen Baum in diesem Wald, welcher dem üpolloni geheiliget war, abzuhauen; ja man liesse sich vielmehr angelegen seyn, noch mehr Cypressen» Baume dahin zu pflantzen, weil die (Fpzriilli, welche diesen Ort vor diesem lieb gewonnen, in diesin Baum verwandelt worden seyn soll. Op-ck./t/e. Erdreich daselbst brachte unterschiedliche anmuthige und wohlrie- che,ide Blumen hervor, und waren alle vier Iahrszeiten stets cempenrt, und ub.t o. weder zu kalt noch zu warm. Der Brunn vaxllne hatte unter allen andern darum den Vorzug, weil man Von der Türc?^ in 2lslN. 2; z man dafür hielte, daß er seinen Ursprung und Quelle von dem Castalischen Brm> neu nicht weit von Delphis in Böotien, herhätte, unddaßdie, sodavontrin- cken / von zukunfftigen Dingen weissageten. Der gemeine Mann, welcher jederzeit ein Liebhaber der Fabeln gewesen, fügete noch dieses hinzu, daß, nachdem sich ^gollc. in die D.igüne. eineToch- lttdes Flusses t-scion in , oder des Flusses l'meus in Thessalonien verliebet, erdcrselben bis an diesen Ort, allwo sie in einen Baum verwandelrwor» den, nachgegangen sey, rn^d daß dieserGott diesen Ort nachgehends ihmezum Heiligthum erwählet habe. Derowegen srellecen sich die da herum ausshaltende juiige Leute, als ob sie diese Begebenheit für eine gantzliche Warheit glaubten, damit sie einen Vorwand haben möchten, ihre Kurtzweil an diesem wollüstigen Ort dadurch zu bemänteln. Kluge und verständige Leute waren selten allda anzutreffen, und durffte keiner ohne eine Liebste daselbst erscheinen, er wolte dann für einen dummen , oder in der Liebe unempfindlichen Menschen gehalten werden. Ob nun wohl dieser Ort zu nichts anders, als zu lauter Liebs-Handeln gc- wiedmet war, so wurde er doch durch eine gantze Legion verwahret: Nachdem aber Käyser /NxanUer 5everu5 vermerket, daß die Soldaten zu verzagten weibischen Memmen worden, hat er etliche von ihren olliciei ern, weil sie solches nicht verhindert, hinrichten lassen. pompems der Grosse, so sich in diesen schönen Ort verliebet, hatden Inwohnern noch mehr Landes eingeräumet, damit dieser Flecken noch grösser, geraunter, und anmuthiger werden möchte. Kayser Lonstammu>> der Grosse hat seinerMutter, der Kaystrin Selens, ein Lust-Hauß dahin bauen lassen; die nachfolgende Christliche Käyser aber, ha> den die Kirchen zu 5r. , und 5r. leticüzcl allda gestisstet. Sonsten war daselbst nichts prachtigers, als der Tempel des Hpollimr, mit dem Zu!?ahnten vipürMe;. S-jn Bildniß war an Grösse des ävviz s>>iseinem gleich, und von Holtz gemacht, und mit güldenem Blech überzogen. Es war auch ein Tempel der Diana samt einem befreyten Ort daselbst. Apollo . welcher in seinem Tempel die Osculz ertheilte, machte diesen Orc sehr berühmt. Dieses hat bis zu den Zeiten Käysers suüam gewähret, da der Lesthnam des Heil, k welcher zur Zeit Käysers hlumei-isni die Märtyrer Crone erlanget, dahin gebracht worden ; woraufdieser Abgottaussgehö- ret hat,die Leute zu betriegcn : Alldieweil« aber Kayser ^uli>nu5. der ein Heyd war, den Christen befohlen, den Cörper dieses Märtyrers anderswohin zu versetzen , zo har man diesem Befehl nachkommen müssen. Es hat aber COTT der HERN die Schmach , so man diesem Heiligen angeth'n, augenscheinlich gerochen , dann es hat der Donner in des Hg»llim5 Tempel ge'chlagen , und denselben gantz mit Feuer verzehret, so daß zu der Zeit des Anderer Theil. G g Heil. 2 z 4 Des Vl'erdten Buchs dax>. XI. ^ nicht mehr als eine Säule von diesem grossen Gebäu noch übrig gewesen, anitzo aber weder Stumpff noch Stiel mehr davon vorhcm. den ist. I^um. III. Von dem Lande , welches auch und oder das heilige Land genennet worden. ^c^As Land ist ein Stück von Syrien, und wird itzo das --^/heilige Land genennet. Vorzeiten hiesse es , auch Lznssn, oder das gelobte Land. Dieses ward ansangs von denen stebutiiern und Lzna- niri.rn besessen , welche zu suluT Zeilen von denen Istaclicen nach und nach vertrieben wurden. Darauf ward das Land unter die zwölffStämmeJsrael getheilet, welche in lauter Unruhe lebeten, weil sie wider GOttes Befehl die /Vmonrer, I'berebccr, stsbuiirer und L^nsnirer nicht gäntzlich Vertilget hatten, welche die Jßraeliten hernach zum heydnischen GötzemDienste verleiteten, und sonst ihnen viel Verdrießlichkeit machten. Der Stamm »Vater der zwölff Stamme oder Geschlechter Jßrael war der Ertz» Vater Jacob, derIßrael genennet worden, weil er nur dem Sohne GOttes gerungen, i Buch Mos. xxxn, 24.7 8. Er zeugete 1. mit der i-e- seinem ersten Weibe sechs Söhne, nemlich I.) kalben, i.) z.) bcvi. 4..) ^lu6a. ^.) ItaicbAr. 6.) ^tzulo». II. Mit der Kabel seinem andern Weibe: -.) sobegb > und 2.) den Lcnjzmin. III. mit der derbes Ammen: I.) Lacl und ^.) den ^ter. IV. mitderiulba , der Kabel Ammen oder Magd: I.)v.,n, und 2.) bl-pbikali. Weil nun GOtt nicht dulden wolte, daß diese Stamme unordentlich unterm!» ander wohnen holten, so ward durch das Loß jedem Stamme ein StuckM PUselUnzangewiesen. DerStamm i-evi bekamnichtseigenthümlichesimge» lobten Lande, weil ihn GOtt zu seinem Dienst zum Priesterthum erwehlete. Damit aber die Zahl der zwölff Stamme bleiben möchte, so musten so- iepbs zwey Söhne, Lpbrzim und tUansl^wor zwey unterschiedene Stammege» rechnet werden. Die Theilung des gelobten Landes unter die zwölff Stamme Israel geschahe im JahrdcrWelt!499.alsö 144?. Jahr vor Christi Geburt, nachdem sotga durch GOttes Beystand ein und dreyßig Könige überwunden hatte. Gegen Morgen hatten die Jßraeliten die ämmomrer, kilstiamrei-rmd Xlozbirer, auch ^m-llelc-rer; gegen Abend die pbilister an dem mittelländischen Meere ; gegen Mittag die Küomger am todten Meere, und die ^Lgypricr; ge» gen Mitternachtdieser, wo der ^oräa» entspringet. Zu unsers Heylands Christi von der Türc?ey m 2lsi.r. 2 z 5 Ebristi Zeiten ward pslTllina in sechs Theile unterschieden, die waren: kz'ilXZ, Zzmziiz, das eigentliche , Irzcboniüz. Irin^z oder ?-r.rz d lc!^. MXaoder^ciom. Das Land Galüäawar zwischen dem mittclia! di'chen Meere, soläzn und See Lene-srelk , und begriffe die Gegend, weiche die Stamme äler. ^zpkrkali. Scbulon und Is->sck.ir bewohnet, davon die zwey ersten das obere LziilXZ, die zwey letztem das niedere c^alilrz hiessen. Die vornehmste Sladre waren: ^golloniz, oder derThurnüirzro.l^machd^t'z^z genannt, nachdem se ^eroctez dem ^uz;llsto zu Ehren wieder erbgjiete. (Izgcl'nzum, I'iüeriZ8, KüöZi'crb. Lana, (-cne^arc'cb oder Linererb > Igzin. Die Landscioaffe begriffe den Staiznn ^pinaim und dcn hal» hm Stamm kianaltl'. Die Haupt^Stadt war 5aMÜNZ, hernach 5VKziic ge» nannt. Die Sradt 5icbcm hiesse hernach tge-iooiü. Hierinne waren die Ber> gcLbal und Lari^im oder Die elgeudltcheLandschassc'Ittdaa begriffe die Stännne fficta. v-n- j»min, V.ZN und 5imeon. Hierinne waren die Städte 5oüom. (Zomoslb.1. ä-jzmz. ?.eboim. welche EOtt mit Feuer vom Himmel verderbet, ^oar.wel- che voll denen fünffStädten iibergeblieben, :e. Das Land Idunma, wo die ^äomicer gewohnet, ward zudesKonigs DavidsZeiren eine Jüdische Provintz. Die Städte darinne waren: Duma. vzcZan oder l)e nach über den Stamm 8imeon . und halben Stamm H.üz, ja über die Helffte von isuÜTZ. Das Land Irur-ra oder begriffe die Stamme l^uben und Liaci jen» seits des /c»l'ci-lN5. Darinne waren die Städte I^erocüum, ^acbTluz, iga ho, öotor, oderüc^sr, >renon. öerbsbara. Das Land I'rackonüiz begriffe ein Stück von der Gegend des halben Stammes ^l-nzlle jenseits des Jordans. Ein Theil davon hiesse Latünca. Die vornehmsten Städte waren: Usrütziclg. Lamalz, soiizz vorher Usibarsmybca, Oalmanurba, Lolan, (Zzciara, (ZeiAeta, Dioz, pella oder del!e- Lbamnac Lzgars, u. a. Weil NUN auch jemand Verlangen haben mochte, zu wissen, was vor Städte in jedem Stamme der Kinder Zßrael gelegen, so haben wir diese kurtze Nachricht gegeben: I, Jn dcm Stmnm sbtvä waren folgende norsblc Städte: i.)decblc- bem, mit dem Zunahmen sucia:, sonst kpbrara, wo Christus gcbohren wor^ den. 2.) biebron, wo David eine Zeitlang rLÜcstwt hat. ;.)alc>moniz Sohne, und hiessen das Königreich Juclz. DieKö» niglicheKeillten-warzu^rulzlcm. Von Kebllbcam bis auf^edelciam regiere» ten in dem Königreiche 20. Könige nacheinander, bis der Babylonische Kö» -ä- nig ^educsclne^ar im Jahr der Welt 5 ;6o. dem jüdischen Reiche ein Ende machte, nach dem es . Jahr gestanden. Die Konige in Juda waren:Ke. habeam, ^bia, ^.Ila, ssolaphac, ^oram, ^kalia, /^rkalia, Joaz, Hms-K» Claris oder vlias, Jorbzm , ^cbzz , L^ccbias oder biislciaz, ein frommer König, ktanzüc, ^mmon, ^c>Ü2L, Joabar, lojalcim oder , lojz- ckin oder lecbanisz, und der letztere ^eclclciz, welcher von dem dlcbucailne^zr j s gefangen wurde ^.^t.;;6o. ^ III, In dem Stamme Glmeem waren: Leri'zbe, ^scslon, Hormz, ÄKlsZ, (Z.2^2. ^ IV^. Indem Stamme vanwaren: lonpe, ^zclocl, ^cron. ^ X'IZ, An diesen Stammen lag gegen Abend der pbilicierLandcharmnedl'e k Stadte^scU, Lhron, /^Icior oder ^lcalon , , tvlojumz waren, auch loppe, lammea oder Istnerb , ee2?r oder (t222i-, welche hernach unter die Stamme 8imeon und van getheilet worden. v. In dem Stamm Ephraim waren : iJZamarla, dieDaupttStadt des Königreichs Israel. :.)IZecbeI. ).)5icbem. 4,)52ron. " VI. In den, halben Stamm Manasie disseits des Jordans warm: eine Stadt. 5. Die Berge Larmei, ttermo», dilboa. Ilx. In dem Stamm Gebuldtt waren: iJUeililaicla amSee^ene- ^ 2Zrem. 1.) Vweris5, am See Lene^zreck, zwey Städte, z.) dl222ierk, ^ der Ort, wo Christus erzogen worden. 4.) dana in (^lilXZ. 5.) Der Bcrg . Inabor. 6.)^abnlon. IX. In dem Stamm Ascr waren diese Ocrter: I .)«.ecbob. 2.)^won. 0der»amon. z.)b!enocb, oder knock. 4.)I'7ru. s.)5i^on. X. In dem Stamm Olephthallm waren: I.) L-pernaum. dle- joblbslim z.) Der Berg i-ibsnon. 4 )LgcisrcakKilivoi,ward vondenenKin» dern Dem der Türckey in 2lsta. 2; 7 der» van erbauet, und nach ihrem Stamm-Vater van gcnennet. stlstlippus. ein Sohn v-rock5,hat sie erweitert, und zu Kaystrs i'ibeni Ehren L-rkarca ststi- Iffpi genannt. Hier war gegen Mitternacht die aufferste Gräntze des gelobten Landes, gleich wie ste,ladagegen Mittag, daher in der heiligen Schrifftchie Rc» dens-Art kommen, von van bis Ncrstba: Denn dieses ist die grössesteLänge des gelobten Landes. Ohnweit dieser Stadt kommen die Flüsse van und Jor zu» stimmen, daher der ^orclan benähmet wird, s.) Die Gegend der 10. Städte, las. vecapoliz, welche waren: l. vamascn^. 2. st.apstana> z. stbilaücl^lsta. 4.Zc^rbOpoliz. 5. Laüara. 6. bstpgon. 7.V10N. S.stella. A.Lalala. ici.La- narka. l l. Der Berg stibanon macht gegen Norden die Gräntze. XI. In dein halben Stamme LNanasse jenseits des Jordans , ware n: -.) Die Landschafft Leistn,. 2.) Das Königreich stalan, wo die Haupt«Stadt ^starcnst oder Laian. z.)Laulon. 4.)Lamala. ^.)DieGebürge 8anir oder stlermon, >rmana,und Lalaaci. Xli. In dem St.mrm L^v waren merckwürdi^: 1. Xamorst Lalaacl. 2. pstanuel. eine Stadt, wo Jacob mit dem Engel gekampffet. Der Berg ärnon. 4.DaöLand Lilcaci. s.DasLand'ststob. XIII. In dem Stamm Rttben waren: l .)Bethabara, ohnweit dem Jordan, in welcher Gegend Johannes getaufft hat. 2.) Edom oder Adom, eine Stadt an dem Jordan, in welcher Gegend die Kinder Israel über den Jordan gegangen sind. Dieses sind die zehen Stamme, welche im Jahr der Welt 2969. von Salomonis Sohne Rehabeam deßwegen abfielen, weil er auf den Vorschlag feiner jungen Räthe das Volck viel harter zu drücken bedrohete, und hernach das Königreich Israel auffrichteten, als fiezu Sichem versammlet waren. Von 2875-his 2969. harren drey Könige, Saul, David undSalomon,das gestimmte Israel regieret, nun erwahleten letzt bemerckte zehen Stamme ihren eigenen König, derer 19. in dem Königreich Israel gewesen sind, nemlich, w- rubeam, stlaciab, N -ela, st!Ia,8imri, /Imri, Fbab, /^stalia, loram, Iclm, loastas, Inzz, wrobeam, ?.ackariz. 8üwm, Vlsnastem, pccaja, stecab, plolea, der letztere, welcher Hri.kiunüi z227. von dem Assyrischen Könige Salmanafiargefangen genommen, und dem Königreiche Israel zugleich ein Ende gemachet ward. Das AömFreich Israel hat vonJerobeambis auf Hostam 258.Jahr gestanden, ehe es von denen Assyrern zerstöhret worden. Die Haupt-Stadt dieses Königreiches ist Samana gewesen. IV. Von dem heutigen Syrien oder 5 ok. i ^?XAs Land Syrien, itzo 8 0 st. i ^, wird von denen Türcken 5 Osti. » vog denen Europäischen Völckern sustr-a, und von de- -07.^- Gg ) nen»o8. 2)3 Des vicrdttit Vuchs XI. sattle. ns oder ^Icxnnclrerc-I, eine Stadt am äussersten Ende des mittelländischen Meeres gelegen, hat einen Hasen, dahin die Engclländer, Frantzosen und Holländer handeln. Die Gegend ist morastig, und die Lufft daher ungesund. ;.) ämiocbiz, war vorzeiten eine grosse und volckreiche Stadt, welche ^tsnco»/, ihr Erbauer 5clcucu5 nach seinem Vater ^nciocbo gencnnet hat. Heute zu Tage heissetsie^rbalcia, lieget an dem Flusse Oioncez, und ist meh» rcntheils wüste. Die OienrUifchc Christen haben noch einen Patriarchen da» selbst. Die Mauren sind noch grasten Tbcils zu sehen, daran 470. Thürnege» zchlet werden. In Vieler Stadt wurden die Jünger des HErrn Cbristi ^-1. cbr. 41. zu erst Christen genennet. Die Saracenen haben die Stadt im Jahr Cbristi 12,69. gar sebr verwüstet, und hat sie sich von der Zeit an nicht wieder erhohlen können. Die Gegend ist mit Mandel» und Feigen»Baumcn bewachsen. 4. Uaoclicez oder Usucliclii^, oder I.icbe,auch Maclekiez, ein elender Ort, ist hiebevor eine grosse Stadt gewesen. Sie lieget an dein Berge Libanon, f.) esamosat, l^r. , ein geringer Ort, war ehedessen eine grosse Sradt, ehe sie unter das Joch der Saracenen kommen ist. 6.) Seleuci-, ein kleiner Ort, ist vorzeiten eine berühmte Stadt gewesen. 7.) An dem Berge Libanon wohnen die Christen, welche man Maroniten nennet. 11. Das (Scblcrche ron Tnpoll wird lateinisch öeAlirbegzcuz lücholi- tZNU5 ,odcr Ui-ricöiurz Ircholg-N!, genennet, und wird von einem lleglcrveZ regieret. Die besten Oerter darinnen sind: 1.) I>choli, lar. Irzj. I'risiotl cli 8oriz, eine ansehnliche Stadt, welche die Hürcken ^arsholosthüm nennen. Sie wird l'ripoli Hri« zubenahmct, um sie von ?>jjzoli in Barbarien zu unterscheiden: Sie ist an dem Ufer des Meeres erbauet, und ist der Haftn dieser Stadt insgemein der Ort,wo die Pjlger, welche die heilige Lander besuchen wollen, aussteigen. Der hiesige Türckische hat über 4. Sangiacken zu befehlen. 2.) öerxruz, Lerice, lar. Laneuz, eine Stadt an dem mittelländischen Meer gelegen, ist hiebevor viel grösser und berühmter gewesen, als Gottfried, Hertzog »40 Des vl'erdte«! Vuch>s (^»p. Xl. Kertzog von Nouillon im Jahr Christi 1055. das Königreich Jerusalem auff« rschtere, und auch diesen Platz eroberte. III. Das Geblethe von Damasco, lsr. NeAliibsgAruz v»mzscenuz, pr^scetui-z Damalcena, begreiffet folgende Städte: 1.) I)a-M!»lco, oder Isr. V»m»lcu5, wird von denen Türckeu Scbzm genennet Ist eine ansehnliche Stadt, und unter denen Städten in Sv- rien die nächste nach ^Wppo.auch sehr vol«reich. Jnso-^derheil stnd dajelbst vortreffliche Schwerdt-Feger, und ist das Waffer in dem Bach, welcher hin» durch laufft, sehr gut, das Eisen zu harren, und weich zu machen. DerLM dastlbst hat 9. Sangiaclen unter sich. Vorzeiten war die Stadt viel in grossem: kior. ehe die Saracenen die Gegend eroberten, und verwüsteten. Sie treibet noch itzo starcie Handlung. Allhier ist der Apostel Paulus bekehret worden. In der Mitten der Stadt ist ein Castell. Die meisten 5clem, das ist, Frieden, ge» nc>. nennet habe, und daß sie ohngefahr ;o. Jahr hcrilach von den Jebusitern, einem Volck, welches von Pbux. einem Sohn des Lüanzzm, entsprungen, und ^edutaicm geneilnet worden seye. ^Nachdem habe der König David sich derselben bemächtiget, und die Jebusitcr daraus vertrieben, und das u. in k. verwandelt, und sie Jerusalem, das ist, ein Gesichte des Friedens genennet. Der erste Grund derselben ist auf den zweyen nächst gelegenen Bergen, Nahmens und geleget worden. Der König Salomon aber IM aus dem Berg Kton- einen herrlichen Pallast aussgeführet, gebauet, und den herrlichen und berühmten Tempel, weicher annoch seinen Nahmen behalt, ob er schon demselben nicht mehr gleich siehet. Selbiger hat zu Erbauung seines Pallastsv.Jahr zugebracht, und achtzig tausend Mann, die Steine zuhauen, ftebentzig tausend, dieselbe wegzuführen, und drey tausend sechs hundert,so die Ausssichr über das Werck gehabt, gebraucht. Es ist jedoch keine Stadt in der Welt, die mehr Plünderungen und Ver» anderungen ausgestanden hat. Ihr gröstes Elend aber hat sich im 70. Jahre nach Christi Geburt begeben, indem inux Vechzllznuz, der Römer Feldherr, dieselbe mir Gewalt der Waffen, und durch grausamen Hunaer, welcher so groß gewesen, daß eine Mutter ihr eigen Kino geschlachtet, und gegessen, be» zwungen, und in die Asche geleget. Im izo. Jahr hat Kayser dieselbe wieder auffbauen lassen, und den Berg wieder mit Mauren umgeben, welcher noch aus den heutigen Tag in dem Begriff der Stadt lieget. Dieser heilige Berg, den der Tod unsers Heylandes so berühmt gemacht hat, ist nicht sonderlich hoch, und nur ein Abhang des Berges e/on, davon er ein Arm ist, und also mit dem Berg 5ivn nicht vermichet werden muß. Anno ;26.harKayserLonNli-mus der Abtrünnige sich unterfangen, dieselbe wieder in ihrem Umfang erbauen zu lassen, und weil er den Juden sehr günstig war, wolte er auch den Tempel Salo- monis wieder aussuchten; er hat aber sein Vorhaben nicht ausführen können, sondern davon ablasse müssen, welches etliche einem Wunder-Feuer zuschreiben, so um die Zeit, wann die Werckleute an die Arbeit haben gehen wollen, erschienen ist, und dieselbe würde auffgefressen haben, wann sie von dem Werck nicht abgestanden waren. In dem Chalcedonischen Euncilis, welches das vierdte Occumemscheist, und Anno 45-. unter dein heiligen Pabst i-cone» dem ersten dieses Nahmens, vom Kayser ktzrciano und Vslemmizno III. gehalten worden, ward dieKirch zu Jerusalem, welche b-ß dahero nur ein Bischoffs-Sitz gewesen, mit dem Bituk, Würde und Recht einer Patriarchal-Kirche begäbet > welches auch in dem zweyten ^oncüw zu Constantinopel, so das simssre Ökumenische, und im Jahr 55 ?. unterm Pabst v-^illound Kayser äuüüü-no gehaltmward, be» kraffliget worden ist. ^ Nichts defloweniger geben etliche »illo.nci vor, daß der Bischosszu Jerusalem den Titu! eines Patriarchen lange vor dem Chalcedonischen Loncilis geführct, jedoch aber nicht die ^uckomat, und das Ansehen , noch die ctlon, so jhme durch dieses Loncüium bewilliget worden, gehabt habe. Anno 6oo. hat Loiroez II. Königin Persieu, die Stadt Jerusalem mit Gewalt eingenommen, daselbst 24000. Menschen ums Leben gebracht, und das Creutz unsers Heylandes weggenommen, welches - 4. Jahr hernach der König Ziroez, des Lolroex Sohn, und Mörder, dem Kaystr Nerscliw verkaufst hat. Eine Zeitlang hernach haben die Saracenen, oder Araber , die Christen, so sich unter Hertzog Gottfried von lmmtlon niedergelassen, vertrieben, und hat der Sultan von Egypten dieselbe den Eatholischen Fürsten abgenommen. Im Jahr Christi 1095. nahmen die Christen die neue Stadt Jerusalem mit grossem Blutvergiessen der Saracenen ein, underwehlten ihren Heerführer Hertzog Gottfried von Lomllsn zu einem Könige, welcher also dasKo- mgreich J erusalem auffrichtete, welches bis An» 1250. seine eigene Könige gehabt. Er starb An. 1, vs. nach ihm sind folgende Könige gewesen : ö-läui- ziu5 von >1.0 11 Ov, bis - 11 Z. Laläumus ii.ston An. - 1 iK. bis rl;l. 5»Ic0 V0NAN« 11) l» bis l 14 1» Lälcluinuz III. bis I!0j. ^Imerlcuz» bis tlllmuz IV. bis > >8s. L.vlclmnus V. bis 1186»Luiclo V0N > bis ll8^, da er vom Egyptischen Sultan Zalzämo gefangen, und genöthiget wurde das Königreich Jerusalem zu verschweren. Die nachfolgende Könige haben entweder ^ IV s 5 Von bei- Tnrcke^ in 2lsm. 24) weder nur den Titul gesuhret, oder doch gar wenig von dem heiligen Lande besehen, /llmericux von An« l 196. bis I 20s. lobannez Nreunez, von Anno 1210. bis 12; 7. Er ward An. l 21c>. zu 1/ru! zum Könige von Jerusalem gccrönet, muste sich aber hernach in Italien Innren. ?riciericux il. zugleich Römischer Kayser, eroberte An. 1219. das Königreich Jerusalem, muste aber hernach das heilige Land denen Saracenen überlassen, als er mit denen Pab» sten Lregono IX. dcrlellmo IV. und Innoccncio IV. IN Italien viel Handel hatte. Im Jahr lsl7 .aberhatsichderTürckische Kayser ^elim dieser Stadt bemächtiget, und sie mehrencheils mit Mauren umgeben lassen, wie noch auf den heutigen Tag zu sehen ist. Sie hat 6. Thore, und hohe Mauren, aber keinen Graben, und ist scbr volckreich, und wird von vielen Türcken,Mol> ren, Arabern, GMlichen Griechen, und Armeniern bewohnet, es wird aber kein anders Gewerb allda getrieben, als was mit RosemKrantzen und Heilig» thümern geschieht, welche die Christen allda denen Pilgern verkauften. Die Stadt wird von einem 8anZiac-öe^ beherrschet, welcher den Beg» lerberg, oder n-llli von v-mzf^fürJemen Oberherrn erkennet, dieser aber unter dem Gebieth des Groß»Türcken stehet. I^um. VI. Von dem Grundriß der Kirch des Heil. Grabs, und des Bergs Calvaria zu Jerusalem. - - -- z. e"?XEr vorderste Platz der Kirchell. 2. Die Strasse, auf welcher man nach dem Opsser Abrahams gehet, z. Die Kirche der Armenier. 4. Die Kirche der Copten. Die Kirche zu unser lieben Frauen, oder 6czbar klarer. 6. Der Türcken Wachthauß. 7. Die Thür der Kirchen. 8. Das Grab des Königs Lalllum. ?. Das Grab des Königs Gottfried von voulllon. 10. Das Grab Melchisedech. 11. Der Berg Laivana , auf welchem unser Heyland ans Creutz ist ge» hefftet worden. 12. Der Riß des Berges, oder der Felß des Berges La!varia. 15. DerOrt,allwo Adammit seinem Haupt geruhet hat, unddgsLoch, darein das Creutz Christi ist gesetzet worden. 14. Eine Ereppe von 18. Staffeln. HH; 15. Die 244 Des vicrdtm Buchs xi. 15. Die Capell, allwo die Säule zu sehen, an welcher der HErr Christus ist gegeißelt worden. 16. Eine Snege von 29. Stuften. 17. Eine Stiege von 11. Staffeln. 18. Ein Ort der Erfindung des Heil. Creutzes. 1?. Die Eapell der Heil, »clenz. 20. Der Altar des frommen Schachers. 21. Der Ort, da die Kriegs-Knechte die Kleider unsers Heylandes um ter sich getheilet haben. 22. Die Eapell, darinnen der Titul, oder die Uberschrisst des Creutzes verwahret. 2,;. Ein kleines Gemach nächst dem Gefangnüß. 24. Das Gefangnüß JEsu Christi. 25. Gemeiner Ort der Zwcyspaltigen. 26. Ein gemeiner Ort. 27. Ein Gang oder Stiege, worauf man in unterschiedliche Gemacher der Ordens-Brüder des Heil. ?rzncilc> gehet. 28. Das kt .e5eQorium der Minoriten, oder Franciscaner-Mönche. 29. Die Cistern. z c>. Die geistlichen Wohnungen. z i. Ein Gang, wodurch man zu der gemeinen Cistern gehet. Z2. Der Ort, wo man die Lauge zum Opffer gemacht. z z. Das kleine KetcQorium. Z4. Der Chor der Minoriten-Brüder. Der Ort, wo das rechte Creutz wunderbarer Weife erkannt worden ist. 56. Der Ort, wo der HErr feiner Mutter erschienen. Der grosse Altar. z8. Der Altar, allwo die keimen des Heil. Grabs,und die Säulen der Geißelung, mit Verspeyung unsers Heylandes, verwahret werden. 59. Der Gang aus dem Zimmer der Franciscaner in die Kirche. 40. Die Capell der Heil. Magdalena. 41. Der Grund der Pfeiler der Kirchen, 42» Die Säulen der Kirchen. 4). Die Wohnung der Surienser, itzo der Armenier» 44- Das Grab Josephs L0N ärimzrkis, und des dllcoäemi, 45. Die Wohnung der 46. Die Wohnung der Abyssiner. 47. Die Stiege, worauf man zu den Armeniern gehet, 48. Hohe Kammern der Armenier. 49. Der Von der Türckey üt Asm. 245 49. Der Glocken-Thurn. 50. Der Griechen Kirch. 51. Gemach des Pförtners der Coprcn. f i. Der Stein der Salbung. ;;. Grabstätte vieler Könige, und Königinnen zu Jerusalem. 5 4. Der Stuhl des Patriarchen von HlexanNia. 5Grosser Altar der Griechen. ;6. Der Chorder Catholischen. ^ 7. Der Stuhl des Patriarchen von Antiochia. ^ 8. Der Sitz des Patriarchen von Rom. Der Chor der Griechen. 60. Das Mittel der Welt, oder der Mittel-Punct der Erden, nach der Juden Meynung. 61. Die Capell des Engels. 6i. Das Grab unsers Heylandes JEsu Christi. Die Grösse Hes Heil. Grabes ist sieben Spannen lang, und vstrdthalb Spannen breit. " Num. VII. Von dem Zustand in e?XJescs Land hat eine cempenrte Lussr, nichts destoweniger ist dieselbe ,^/an etlichen Orren von wegen der Moraste, und Dünste, worvon die - l Auslander gemeiniglich den Schnuppen, und Haupt-Flusse bekommen, nicht zuni gesundesten. Das Erdreich daselbst ist von Natur gut, insonderheit wo ^ ^ cs eben ist, allwo das Feld sctt und sehr bequem ist, Korn und anderes Geträy» 5-77- de hervor zu bringen, so daß es fast ungcbauet darauf wachset. Es gibt auch daselbst einige Sand-Berge, und sündigte Oerrer, welche wegen der Nachlässigkeit der Inwohner des Landes, und Trägheit der Türcken gantz eingebauet liegen; dahero cs dann kommt, daß die viötual-en daselbst übel zu bekommen, und sehr theuer sind. Diese Völcker sind itziger Zeit unbeständig, leichtsinnig, und insgesamt seit der Zeit, da sie unter dem Türkischen Joch seuffzen, armselige Leute. Sie tragen lange Bärte, und lassen ihnen das Haar aufdem Kopssabscheren. Bis Mohren, so im Lande gebohren, sind wie die Türcken gebildet; die Aevmere aber tragen über dasHembd ein Kleid, so sie 6aba nennen, welches ihnen bis aii die Dicke der Waden gebet, und offtcrmahls keine Ermel hat. Die Christen, ob sie schon reich sind, kleiden sich aufTürckische Art, und tragen nur einen schlechten gefutterten wölienen Rock, mit doppelten Ermeln, der ihnen bis Hh ) an 146 Des vierdten Vuchs Lzp. XI. / '' ^ , n> an die Kiuegehet. Das Weibs-Volck daselbst ist einfältig, dumm und sehr arttuelig, fmd cjjen die Weiber feiten müden Mannern, sondern bchelffen sich elendiglich in ihrem Zimmer. Wann sie ausgehen, sind sie allezeit mit einem Schieyer bedeckt, und kleiden sich alle auf einerley Weise. Es wird daselbst können. Man findet zu ^leppo allerhand Waaren, wie köstlich auch dieselbe seyn mögen, weil von allen Orten und Enden Kauffleute dahin kommen, als Armenier, Georgianer, Araber, Egyptier, Griechen, Frantzosen, Sich lianer, Gensser, Cngcländer, Teutsche, und sthr viel Hollander. Die Eingebohrne des Landes sind, von wegen derTapfferkeitderJam't- scharen und Spähen, sehr streitbar, und fuhren gemeiniglich Bogen und Pfei- le, und einen krummen Dolchen, den sie LuZnsre nennen, an der Seiten, da- mit sie aber für streitbare und gute Soldaten angesehen werden mögen, so gehen sie auf ihren Reisen mit blossem Leib und Armen, und legen ihr Hembd und ihren Rock hinter sich aufden Rucken, und halten sich auf solche Weise für desto tapfferer. Die Inwohner sind meistenteils Mahometaner, und entweder Türcken, oder gebohrne Mohren. Angleichen gibt es auch Juden, und allerhand Christen darinnen. §. 7. Von dem alten Klein-Asienund itziaem Nawlia- dessen Zustand und Beschaffenheit. 1. Von dem alten kleinen Wen und dessen vornehmsten Landern. ^>5^ lat.HZiHlvlinok. ist eine grosse Halb-Jnsul, wel- 1 >4. k^/che gegen Mitternacht an das Euxinische Meer, und Cojcbiz; gegen Morgen an Groß - Armenien; gegen Mittag an 5^lier> , und den Theil des mittelländischen Meeres, welcher die Enge von Liücien, oder Lllicium?remm /.-b»-. genennet wird, wie auch an das Pamphylische, Lycische und Rhodische Meer, i. und gegen Abend/m das Egäische Meer und an den dropomiüem, oder die See Marmors grantzet. Die Von der Türckey m Asia. Die Haupt »Flüssesind der 5anAzriuz, l^alix, der^upbrar. derL/änux, d^x^lezncjer.öcc. Die vornehmsten Berge darinnen sind der i'zunix und ^nr-ram-ux, Lcc. Hierinne sind hiebevor die vornehmste Lander diese gewesen : t^z^^actocia , Lilicia , » das eigendlich so genannte kleine , Licüx"ia u. s. f. von denen wir in aller Kürtze handeln wollen. I. /tli/v, hatte den Nahmen von denen Albern, welche, nachdem sie Rom verbrannt, und Italien verwüstet, sich hieher begeben haben. Weil nun silier und Griechen sich darinne aufgehalten, so hiesse es LiH. Die vornehmste Stadre waren : l.)^r,c^rz. die HaupttStadt, heute zu Tage ^"FlN'igenannt. 2.) ^milux. 5.) Pcilinux oder delllnumux , ws die Götzin Lybeie verehret ward. 4.) Der Berg cngllilx. II. . eine Landschaffr, welche hernach ein Stück von Lzlaria gewesen. Hierinne ivarcn die Städte: I.)5inopc. x^l'eucarLma, oder?rlbicel>i oder ^ II!. Die Landschafft hatte folgende vornehme Städte: welche hiessen: I.L»MZN2. z. dleoclxsares. z.sebaliu,. 4. viczcixl-lrea. ;.Vlz. 2Zoder^^zcl,2.auchL-rsarcZ. S.Icvnium. 7. t.sr2ncl?. s.l'/sna« S.I'rZ- ^cTux. lo.^m^tla, 5rrabonisVaterland. IV. Die Landsehafft NOdliVZ.Darinne war k-leracl^die Haupt»Stadt« dieses Land wird auch Lappasocis genannt. v. In der Landscl>rfft waren diese Städte: larkux. 2.) t'om^ejogvlix, oder^olue. z.)ttllix. 4.) letallux. 5.) /wcbiuia. vi. In der Landschafft ?^tel?tiVi.iitwaren diese Städte: l.5icleodcr 5^cl2. 2. /tnriocbia pistcille. z.l'crmetluz oder^srmiilüx. 4. , oder ?erge. /iccslizoder ^zcrzkix. VII. i.VLk^, eine Landsehafft zwischen dciria und pam pb^Iia. Hicrinne warendiesi Städte: il^arziz. ^.^bstekix. z./tnäciace. 4.1'elWLlsux. 5. Kl^rz. 6. (HKimTrz, einBerg. li^. Das eigendlich alsogenannte klein Asien, Isr.HZiH oder ^opriacliAa, ward in vielanderekleineLandschafften eingetheilet, als da sind: Groß»l'br^Zzz, klein?br^giz, M2)or , U^ga rnmor, I.vclia, Lsris, ^eolix, lonjz, Oonx. (I.) In Grsß-^br^lZ waren diese Städte: I.5ynn-x2oder§7nn26.i. 2. ^(Zoiclium, wo^lexzniser derGroA denunausslößlichen Knoten mit den? Schwerd von einandergetheilet. ... (^.) In kiein dür^gien waren die vornehmste Städte : i. ichp oder Illum, welche Stadt IIOO. Aahr vor Christi Geburt von denen Griechen soll Wn zerstohret worden. 2.4b^sux. ;.^Iexanclria. 4. Zjgenm, eine Stadt Md auch ein Vorgebürge des Nahmens. 5. ^maxis. Dieses Land ward auch IK0.45 genannt« (UI.) Des Vl'erdten Vuchs dap. XI. 248 (in.) In Groß t»icha waren diese berühmte Städte: i.?srgamuz. l'rsjzsvl'oliz. /rcir»micmm. ^.Llwvn, ein Berg. (IV.) Jnklein waren die vornehmste Städte: I. !. rmm. z. I.->mptacu5. 4. ^Ü7clu5. vargznum. Dieses Land wird auch tteUesx>onc»5genannt. Der Fluß Lranicuz ist in der ttilione ^lexsnärl t»I. he» kannt.^ ) eine Landschafft, worinne diese Städte waren : l. ^!z. kznüz. x. 8n3conice. 5. ^lileruz. 4. !al?.gne5>->. s. ^linüus. 6. priene. 7.Ussu5. Z.^urvmuZ. (Vi.) In derLandschaffr i-/clien oder i.vl)i^ waren diese norsKle Oerter: I.l'by.iru-I.^ 2. pbll-läel^biz. z. I'ri^llliz. 4^ 8«ltlez , des Königes Lroesl R.et>cier>?. s.l'moluz, ein Berg. (Vii.) Die Landschaffr >1^01.18 hatte diese vornehme Städte: ».c^me, oder ^UM3. X. Barium. z.NbocXZ. 4, LNrü. 5.1.arillz. (IIX.) lOdli^ , eine berühmte Landschafft, wo diese Städte waren: i.8m)?rns. z..LIZ2omenL, oder Ll^omens. dolo^bon. 4. I'euz, T'iÄs, s.Ll^cbrxe. 6. I.ebecluz. 7. ?^rrbz. L-^pbetu;. 9.?üc»cXZ. (ix.) Die Landschafft vt)lpoli5 oder l^iero-dXszrea. (x.) Der?oi^l'li^oderLii'»vtg!>i, waren vorher zwey unterschiede» ne Lander, pomu; gegen Morgen, Lirb)?niz gegen Abend, sind aber hernach vereiniget worden. Die vornehmsten Städte sind vorzeiten gewesen: >. «e- raclea. !.Lbalceäouiz. z.dlicTZ. 4.?rustas. ;.I.lb^stz. 6. birh^ninn, hernach LlauÄlo^>oiis, und andere mehr. II. VON ohet !1;. ,16. ^^Jeses Land dlacollz ist bey denen Alten unter dem Nahmen Klein äliz, I bekanntgewesen, und wird dafürgehalten, daßde ,Izr. ^ „ daß dem» selben der Nahme ivarvliz, als das Griechische Reich auf die Neige gegangen ist, von ihrer Provintzien einer, ^laclole genannt, weiche der Sradt Lonlla» rino^el gegen Morgen gelegen, sey gegeben worden. Dessen Grantzen gegen Mitternacht sind, das schwache Meer, vor die» sem pnnru; Luxinuz genannt; gegen Nkorgen ^l mcnien oder lul-comanviH. " gegen Mittag 8ounz, und ein Sti ck von dem mittelländischen Meer, das Levantische Meer benahmer, und gegen Abend der Hrcbipel -ig^, vor Alters das Aegeische Meer genannt, welches ^"--rvlien von ^0^ absondert. Die vornehmsten Berge darinnen sind, der l'suruz, welcher sich in viel Arme vertheilet, und der^mü-mruz. Unter Von der Türcken in Asia. 245 Unter denen Flüssen dieses Landes sind die Vornehmsten : ZaaZzr, itzs Lzrslmzck, der Lupbrsc, (Zensur, (Zellir oder Luratu, vor» Zeiten LyZNUü, ^lzcire. vorzeiten ^lesncire. undder^srzhzr. Heute zu Tage wird dieses Land von denen Türcken in vier unterschiedene Provintzen getheilet, deren jede durch einen besondern !Z?ZlerbeA oderL-sts re» gieret wird, welche des GrossSultanscZvuverneurz sind. DiefünffProvintzensind: dl.,roiicn insonderheit oder in checle. (Zzrzmznis. ^laucluli und^>speicunr. i. Die provuuz LAarolm msönderhelt ist unter diesen fünssen die gross scste, und begreisset folgende merkwürdige Stadre, als da sind: 1.) Lur^/e, lar. dor/Tum. auch Lbioraiz »der Klocabi genannt, klNs Stadt, wo der ordentliche'Sitz des kegle,beA5 in HnZltZÜen ist, welcher vier» zehen 5-»ngi-,cKei, unter sich bat. 2.) Zm^i nz, eine grosse Handels» Sradt an dem Abhang eines Berges TZlper»/,»- inl^orm eines ^m^'bicbczr!, gelegen, ist so wohl wegen ihres Alters , als der starcken Handlung mit Seide, Magnesischer Baum »Wolle, Angurischen Schamelot, Tapeten, Toback, 5cz„,o„ce, berühmt. Die Europaer besu» chen diesen Ort vor allen Handels» Städten in der Uev^nre. oder morgenlandi» scben Gegend sehr siarck. Die Gegend ist fruchtbar , und die Lufft gesund. Dieser Ort wird durch einen Türckischen (lag, regieret. Die Stadt ist hiebe» vor grösser gewesen, als sie itzo ist. ^n. 1544. haben sie die Venerizncr erobert, und bis ,42 8. behalten, da sie von denen Türcken eingenommen worden, /^n. (II,- sz 8. den n o.Iulii ward der schönste Theil der Stadt durch ein erschröck» liches Erdbeben >um,-et. Da nui? auch in denen Pulver»^l^g^inen derFran» tzosen, EiMllander und Hollander Feuer auskam, so ward das Unglückver» doppelt, und geschahe denen Aauffleutcn Min Mx 5. Millionen Kronen Scha» den. Das Ca stel, welches an der Küste des Meeres gelegen, ward auch fast gantz umgekehret. Das Erd»Beben liesse sich bereits den 2,2. Iunn 168 8. mer» cken. Sie soll 90000. Einwohner haben. z.) Nurta. oder vor Alters klusa.warhiebevordieHaupt»Stadt des Ottomaninschen Reiches, ehe die Türcken Eoi stantinopel eingenommen haben.Sie war auch vordessen die Haupt»Stadtin k^l^nien. Der Sultan Oc- romAimuü liesse selbige 26. durch seineit Sohn Oicbsnez einnehmen, und erwahlete sie zu seinen'. Sitz, als er das Ottomannische Reich auffgerichtet hatte. Man theilet sie in die Ober»und Unter»Stadt. 4.) Lgbeluz. lar. piZens, wird von denen Türcken Hjztckonc genennet, eine kleine Stadt, welche vorzeiten eine grosse und voickreiche Handels» Stadt in lonicn gewesen. Sie hat dermablen nichts besonders als einige Ruinen von dem prachtig» gewesenen Tempel der vlann , und andern herrlichen Gebau» den. Anderer Theil. I i 5.) ?er° 2jv Des vierdtön Buchs Lap. xi. WUIMM H>o» in seiner Oriente lischen Reise 44° ^ttre/et t/5 t'snssänt. x.slL, 5.) pergzmuz, oder Lerzzmu5, eineStadt, wo die kuinen desPalla» stes der Altalischen Könige zu sehen sind. Sie wird von denen Türcken und Griechen bewohnet. 6.) iroja» eineStadt, derenSchloß vorzeiten ikiumgeheissen hat. Sie wird Neu^i'rojZ zum Unterscheid des alten l'roja. welches - -00. Jahr vor Christi Geburt soll von denen Griechen seyn zersiöhret worden, genenuer. 7.) Das Schloß d>laroIlZ oder ^nacolie. ist eine von denen Vestungen, welche die grosse varüanclleii genennet werden, weil dieses in der Land schasst der alten OarUanorum lieget. Die Breite des k4cilschOnc5 ist der Gegend ohnge- sehr von zwo N/eilen. Gegen über lieget das Schloß komeZie. Von de- nen neuern ecogr-zpbiz wird dieses Schloß unrecht ^b/clu; genennet. Denn äbyäu5 war eine Stadt in dem Lande drey Meilen weiter von der itzigen Vestung gelegen. Dieses Schloß HnsroUe lieget auf einem ebenen Lande, hat eine viereckichte Mauer, deren jede Seite mit drey dicken Thür- nen auf alte Bau-Art versehen ist. Mitten ist ein viereckichter l)c>njon, oder gevierdter Platz aufgeführet, wie in dem vierdten Theile dieser Welt-Beschreibung, auf der i-V. zu sehen. Die Graben sind mehrentheils verfallen, das Mauer-Werck baufällig, und die gantze Vestung in so schlechtem Zustan- de, daß der Ort mehr einem verfallenen Gemäuer, als einer vesten Burg abn- lich siehet. Dasjenige aber was dieses Schloß am besten bevcstigek, ist die vortreffliche ärriilerie, unter welcher viel grobes Geschütze, welches sehr weit reichet, zu finden. Hiermit nöthigen die Türcken die Schisse, welchedmchdie Meer-Enge von e-Mpoli hindurch wollen, vor dem Schlosse ^ll-roüs Ancker zuwerfen, allda sie gemeiniglich drey Tage verharren müssen, bis sie durchsuchet worden, und das Recht wegen des Passesvon denen Kauffmanns-Waaren, oderdenZoll, der sich jährlichaufeine grosse Summe erstrecket, bezahlet haben. Ein jedes Christliches Schiff muß hundert Gold-Gülden geben. 8.) llmck, dlicboz oder dückc«, eine Stadt in einer angenehmen Gegend mit einem Hafen, aus welchem man bey gutem Winde in acht Stunden nach Constantinopel siegeln kam Diese Stadt hiesse vorzeiten NWT2» und war deswegen berühmt, weil im Jahr Christi z 25. unter dem Kayser Conkan- rino dem Grossen, und ) 87. hier ^.Loncilia gehalten worden. Es wird vorgegeben, daß die Überbleibsel von dem Saal, in welchem sich die Bischösi feundparre;versammlet, annochzusehenwaren, ward sie vondc- nen Türcken unter ihrem Sultan vrcbancz belagert, und nachdem der Griechü fche Kayser^näronicuz iik. selbige nicht entsetzen konnte, auch erobert. ?.) ^nguri oder ^ngori, von denen Türcken LnAuni genannt, ist eine Stadt welche vorzeiten üncyrs geheissen. Bey dieser Stadt ward der Pontische König /Mkrilisres von dem pomxcjokei. im Jahr der Welt 5 884.,^ schla- Von der Türckey m Asia. 251 schlagen. In eben der Gegend ward i)??. den lo.AulüderTürckische Sultan özjz^ecb I. von dem lsameiians! überwunden. 10.) Zcurari, eineStadt, von denen Turck'en lscoü-rgenannt, dievor» zelten Lbr^lopoliz oder OisuX biinum hiesse. Ohnweit davonsinddiekuine» deralten Stadt LKslccr. t.zm^kscu5, ein Stadtgeii oder Flecken von etwa 200. Hausern an dem ttelessonr, ist vorzeiten eine grosse Stadt gewesen. Sie liegt s. Teutsche Meilen von dem Schlosse ^nzrolie, gegen eziiipollüber, und wird auf etlichen Charten l-amlsco genennet. Der Gegend stnd viel Granat«- Baume. ^ ^ 16.) Nc.cb>- Vccbi» , eine Stadt nebst einem Hafen in der Gegend, wo vorzeiten die Stadt gestanden. Sie wird auchkovs benähmet. 17.) focbis, oderNemsocbia, eineStadt, ist kleiner als die vorige. 18 ) b>lell, ein Sradtgen, hiesse biebevor ttslicarnzssuz. und war eine grosse Stadt, wo dic Königin^i tenun^ ihrem Gemahl >jzusolo 11. Könige in Marien nach seinem Tode ein solch prachtiges Grabmahl bauen liesse, das her«- nach unterdie sieben Wunder Wercke der Welt gerechnet wurde, und Mausoleum hiesse. 19.) dbilsclelpiiiz , Türckisch, ^llacb-Zcbe^r, das ist , StadtGottes, eine Stadt von ohngefehr acht tausend Einwohnern. Sie war eine von denen sieben Gemeinen, an welche Jobzune-z stine Offenbahrung geschrieben. Die andern sechs waren r Lpboli.5. Lm^rna, Zzrcles, bsoclice», Ib^srira , ?ec- ^ZMUZ. 20.) 5aräo. ein geringer Ort, war vorzeiten dieHauptStadtdes König» reiches i-vclicu, und des reichen Lioell Kesicicn^. Atzo wohnen einige Chri» sten und Tunken der Gegend, welche sehr arm sind. 21. Iby-rirs, eineStadt, welche vorzeitenauch also genennet worden. »2.) Ohnweit 5zrüo haben hiebevor die groA Städte bsoclices, und do- loil« gestanden, an welche letztere d-mlus eine Epistelgeschrieben. Ai -- »;.)era° Des vierdten Nuusszuhalten pfleget, sowird dieses Land offt in dcnenLand»Chartenö>.>Ainbsg!,ru5^el>äNier,üz genennet. z. locsr, liil. I'ocara, eine ansehnliche Stadt , soll der alten bleo. c-tzrca seyn , welche in Lüppzüocia gelegen. Der Gegend wachset guter Wein» Ohnweit von diesem Orte hat die Stadt gelegen, von welcher eregorm5,ein berühmter Kirchen»Varer,dk^jzn?,enu5 zubenahniet worden. 4. 5istmo, ein Stadtgen, vorzeiten genannt, wo der berühmte Pontische König Mcbriümez VII. restäirete, welcher mit denen Römern viel blutige Kriege gefuhret hat. 5. ?zll^, eine Stadt. 6. Lianicb. 7. /rc^zrs. Z dlbirilonst», sind Städte- in. Der , das Gebiethe von Trapezunt, wird von einem besondern öegierbeA regieret, der aber kei» nen SsnAiacken unter sich hat. Die besten Oerter darinne sind: I.) Irelzitonlte. Im. I'rnpc-uz, eine grosse und vcste Stadt , welche von denen Tunken imsbostan genenner wird. Sie lieget an dem llfer des schwachen Meeres , und ist mit einem Schlosse ', das auf der Höhe lic» get, bevestiget. Der Hafen dieser Stadt wird starck besuchet , weil hier mit Eisessuud Seiden starcke Handlung getrieben wird. Als Graf L-I- «luin aus Flandern ^n. Lb>. 1104. mitHulsse der Vsncrizncrn die Stadt Constantinopel einnahm, und Käyser wurde, so -cruirce sich ein Anverwand» ter des Griechischen Käystrs ^lexü 111. Lomoenj, nach der Stadt l'rape- --unrmnd richtete daselbst ein touversinez Fürstenthum auf. Seine Nachkommen lieistn sich 1164. gar Kayser nennen, und bemächtigten sich der Gegenden, wo die Landschassten Lzpp-iüocien, papblzzonia, ponruz Lcc. gelegen, welche das Trapezuntinische Käyscrthum ausmachten. Die Kayser zu Irgpe^unc sind gewesen: i.w- Von der Türckey m Assa. 1. Iokanne5 domneuuz. 2./rlcxiuz Lvmrienu5. z.Lztilluz. 4. öaliliuz. !^.(Iomncnu5. 6. ^Iexiuz.7.Ic>h-,nne5. 8 ^lexiuz. 9. D^v>cj,derIetztereKay» ser zu l'r-ipc-um, zu dessen Zeitei! der Türckische Kayser^-läbomec II. Anno 1461. diese Stadt einnahm, und demTrapezuntischenKayserthum, das 200. Jahr gestanden ein Ende machte. 2.) Kilto. ein See-Hafen am schwartzen Meer. iv. DieProvintz ^^vvvbi, l^r. nannt, hat ihren eigenen n^IcrbeZ, der zu Marasch icticllret, und 4. Sangiacken unter ihm hat. Die besten Oerter darinne find: I. lUalalbb, wo der öcgierbcg rstlUüet, ist eine Stadt, welche die Tünchen ?.ull<.isiis nennen. 2 'psb^cbaki. v. Die Provintz lac. L^I.lk wird von eil cm Le^lcrbc^ regieret, der zu Lutzni reiiäüet, und sieben Sangiacken unter ihm hat. Die besten Oerter hierinne sind: 1.) Lo^ni oder dvAiiz ,lac. Iconium, die Haupt-Stadt in einem ebenen Lande gelegen, wo der öcßlcrbcZ lesiduet. Dieser Ort ist noch auf den Heu-» tigen Tag in der Türckep, von wegen eines Closters, darinnen sich Maho- metii'che Geistliche, genannt, auffgehalten, berühmt. Diese Leute sind La» d»Lausser, grosse Heuchler, welche ein freches ungebundenes Leben führen. Ihr Vorgesetzter oder ^en^rsl wohnet zu (llvßm mit etwa z. oder 4^« die ubrigcl, steeiffcn in der Turckey herum. 2.) vorzeiten ärüia, eine Stadt mitten in einem Meer »Busen, der eben diesen Nahmen führet, gelegen. Die alte Stadt ärshz hat einige Meilen weiter gegen Morgen gelegen. Sie ist bevestiget, hat einen Hafen und Eastell. ^ ).) I.aj.i22u oder lar. Itluz, eine Stadt und Hafen an dem mit« tellai-disehen Meere gelegen. Bey dieser Stadt wurde des Königes in Persien o^rü Armee von ^lcxsnclro dem Grossen Ict. ;6i7. zum andernmahl geschlagen. 4.) isrsuz, eine Stadt in einem lustigen Thale, an dem Ufer des Fluss ses L/cinu;, so itzo Larztu Heisset, gelegen. An diesem Orte ist der Apostel Paulus gebohren, und erzogen worden. Sie wird itzo auch l'ariiz. 'pei-zssz, und dlzcmla genennet, und hat ihren eigenen Sangiacken, welcher dem vex- lerbkZ der Jnsul Cypern unterworssen ist. In dem Flusse L/ÜNU5 Ware xzncler KI. bald ums Leben kommen. ^ Zu dlarulis werden die Jnsuln Cypern, ^.hoüi,, kierelmo und andere gerechnet, von welchen in nachfolgendem Capitel gehandelt wird. in. Zu- Des vierdten Buchs Lap. xi. III. Zustand und Beschaffenheit von Anatolien oder Natolien. Jeses Land ist insgemein rem^ei-ixt und überaus lustig, insonderheit an den Flüssen, deren es sehr viel darinnen giebt, welche ihre Ufer und Thaler an Korn lind Weyde sehr fruchtbar machen. Mitten in dem Land aber hat es einige dürre, händigte Wüsten, und unfruchtbare Felder, deme aber abzuhelffen , die Inwohner ein gewisses weisses Körnlein aussäen , aus web chem ein Rohr eines Daumens dicke wachset, welches sie an statt des Holtzes Der mehrere Theil von den Eingebohrnen des Landes, ob sie wohl Ver- standes genug haben, sind ungeschliffen, tölpisch, und durch das böse Exem- pel derjenigen, so über sie zu befehlen haben, welche meistentheils verlaugnete Christen sind, allerhand Üppigkeiten ergeben. Ihre Kleidung bestehet in ei- ner gefutterten Mütze und langen Kleidern. Die Christen und Juden daselbst trincken frey und ungescheut Wein, und legen sich die ersten auf den Garten- und Weinbau. Die Bauren betreffend, so ziehen dieselbe mit ihren Heer- den im Feld von einem Ort zum andern herum, und sind so faul und trag, daß sie nur die äusserste Noth darzu treibet, etwan ein Stucklein Felds zu bauen. Die Handlung bestehet in Leder, Baumwolle, Leinwand, Tapezercyen und Geißhaaren, und wird der LK-meWr, so man allda machet, so hoch gehalten, daß man denselben aller Orten verführet und verkaufst, und würde der Vertrieb desselben noch viel grösser seyn, wenn die Drangsalen und drossu- ren der Türkischen Beglerbegen, nicht fo streng waren. Dieses Land, welches vormahls ein rechter Schauplatz des Kriegs der Persianer, Griechen, Römer und Türcken gewesen, wird itzo von solchen Volckern bewohnet, welche die alten Sitten gantz geändert haben, ausgenommen die Ceremonien. Sie sind sonst starcke Leute, und gute Soldaten, und fuhren einen Bogen, Pusirkan und Säbel. Es hat der Groß - Türck aus einem sonderbaren politischen Absehen, die meiste Vesiungen, und starcke Platze niederreißen, und der Erden gleich machen lassen, damit die Auffrnh- rijche keinen Auffenthalt darinnen haben, und die Sangiacken in desto bcsserm Zwang und Gehorsam gehalten werden möchten. Die Mahometische Religion hat daselbst die Oberhand; wiewohl es auch etliche Juden, gleich wie überall, und Griechische und Armenische Christen daselbst giebt, welche nach ihrer Weife ihres Gottesdienstes pflegen. brennen. §. ». Von der Türckey m Asia. -55 §- 8. Von dem Zustande der Turckcy in Asia insgemein. k?XIe Türcken, welche in denen sechs Asiatischen grossen Landschaffren 1 rolia, 5oiia, /Lrabiz, (ievrAia, 1'necvm.einia und Diardeclier, auch denen beyliegenden Jnsuln aus dem ^ecliij?elzc.m.wt, hcrgegen lassen sie zum Kriege mehr Asst spühren, zumahl, wenn es ihnen darin,>e glücklich gehet. Bey ihren Krieges-^ionen sieher man mehr turleute Kühnheit, als vorsichtige Tapferkeit. Man findet fast aller Orten in diesen Landern einen fruchtbaren Erdb oden , welcher aber wegen Faulheit der Türcken nicht gehöriger Massen cui- rlviret wird. Sie sind insgemein ernfthaffrig, mel-mckioüsch, ungestümm, grausam, breiten Angesichtes, Wohlgestalten Leibes, tragen aus ihrem Haupte Turbans, an dem Leibe lange Kleider, mir köstlichen Säbeln umgürtet. Sie nehmen viel Weiber, daher die grosse Menge der Mannschasst kommet, welche der Groß - Sultan zur Zeit des Krieges zusammen fuhren lasset. Die Manns- Persohnen müssen sich mitgrossen 5olenmraten beschneiden lassen, weil sie diese Zeremonie der Christlichen Tauffe gleich halten. Wenn nun von denen Christen jemand so unbesonnen ist, und sich zu denen Türcken machet, so muß er vorher beschnitten werden , und sich zu dem ^lcoran bekennen, ehe er den gewünschten zeitlichen Vortheil gemessen kau. Der Groß-Sultan pfleget in seinen Asiatischen ^rovintzen ordentlich 15. eouvsrneui-5 zu halten, welche Beglerbegen, das ist, Herren über andere Herren genennet werden, und Bässen sind, welche denen Fürsten gleich geachtet styn wollen. Diese haben eine gewisse Anzahl Sangiacken, welche so viel als Grafen sind, unter sich, nachdem ihr (-ouvcrncmenr groß ist. Es sind aber in Asia folgende vornehme (-ouverneur5: 1«) Der d^lerbeA von tg-i- lvliz in durste. hat 14. Sangiacken unter sich. 2.)Der LeZlcrbeZ in Lcigni oder 5lVÄ5, in e-n-zm-iniz hat 7. Sangiacken unter sich. ).) Der üeAlerbeA zu Xtsrslck hat 4. Sangiacken unter sich. 4.) Der Lsßlerbeg zu 1r2s)c2unr keinen. 5.)DerzuL2Zstar i<5. 6.) Der zu Van,i4. 7.)DerzuKlcAou!.5. 8.) Der Des vierdten Nuchs XII. 8.) Der zu Lr?erum. I>. 9.) Der zu Lsrz in l'urcomznni^ 6. 10.) Der zu l; oder blÜari, dabey Loloici'l? Llu- rana, und t-etinilr»; k.bo<^iz, dabey 8imie8 , lumonia, L.ircbi; 8car^-inro, beyder die kleine JnsulnZzriz. p.->n-in. dsilio. ^.pbra, und vivonv;5^m^' Zzz, dabey die kleinere Jnsuln, 5er^>z, k-Iieriincu!?, Lonu^i, plzcicl.', dorcelli, , pianola ; Amoign, dabey, ?.inaia und t.eui»? cbzrussa, diicZNZ; l'.nbmo?, dabey liegen die kleine Jnsuln, 8csjzoci!.i, gonill und I.erg; die Jnsul Cypcrn, und andere mehr, von denen wir in de» Don denen Insttln des ^rchi'pel.izi bev Asien. 2 <7 nen nachfolgenden §§. mehr Nachricht ertheilen wollen. Diese werden übcr- Haupt auf der Lx viil. p-xur vorgestellet. §- 2. Von denen beyden Jnsuln ^cnccjo und ^lerclino. ^ Il?. Jnsul 'reig^vo. welche den Alten unter den Nahmen lenclluz. />//„. ) oder 'I'enellu;. I-eucopbl^z, dbch mischen Krieg, und durch den Streit, den die Venetianer, und Genueser wegen ihres Besitzes bey den Alten, und zu diesen unstrn Zeiten unter einander geh bt, sehr ber hmt worden. Sie war vor Alters von wegen eines Hcmpels des . welcher vor ihren Ningmaurcn erbauet gewesen, und d her man von allen Orten und Enden ihme mit grosser Ehrerbietung zu opssern gekommen, in sehr grossem Ansehen. Das Mittel dieser Jnsul liegt auf einer Ebene, an dein User aber steigen Hügel auf, auf dem ein köstlicher Muscateller-Wein wach- ; c. set. Sie hat an der Seiten gegen Onenc einen Hasen, welcher voller Sand 7. />. 205. ist, und gleichwohl sehr besucht wird, weil es in Natolicn, gerad gegen die- ser Jnsul über, nirgends keinen bequemern hat. Das anmercklichste, so annoch in dieser Jnsul anzutreffen, ist ein Thurn, sammt einem Bollwerck, womit derselbe beseitiget ist, u"d auf welchem ohn-- gefabr funffzehen Stücke stehen. Sie hat drittehalbe Deut.che Meilen im Umkrayß. u. Die Jnsul ^eceliizo ist den Alten unter dem Nahmen l.c5bo5, »s- mcrt?.b.ast^?.qä.^>bc>, welche so schöne Verse gemacht; der klustc.mc , den in einem Schiffbruch ein Oechbin bey isenm is, so heutiges Träges das L.,s,c» von genennet wird , ans Land gefuhret, gebohren worden. Mit einem Wort, so ist dieselbe das Vaterland vieler vortrefflicher Leute gewesen. Der Nahme Ktereimo ist ein von dem Wort Klemmn-, gebrochener Nahme, andere aber nehmen denselben von Ktuvlene her, welches dann mit Anderer Theil. K k der 2; 8 Des vierdtett NltiHs Eap. XII. der Wahrheit am meisten übereinkömmt. Diese beyde Nahmen zeigen jeder eine ansehnliche Stadt der Jnsul an. Die von ^lerl^mna ist zu einem Dorss wordenMikzstcne aber stehet noch auffrechr, und führet den Nahmen der Jnsul. Sie ist gegen Nord-Westen auf einem Felsen, der ins Meer hinein gehet, und vermittelst desselben zween absonderliche Hafen macht. Die Inwohner sind der Griechischen Religion zugethan, es wohnen aber auch viel Türcken allda. Das Erdreich der Jnsul ist mit Bergen umringet, nichts destoweniger ist dasselbe fruchtbar, und hat gute Weyde, dasi man viel Heerden darauf gehen lassen kan; und wird vortrefflicher guter Kaß daselbst gemacht. Es werden auch Pferde allda erzogen, welche nicht grösser sind , als unsere kleine Klepper , aber doch wegen ihrer Dauerhafftigkeit und Hurtigkeit gesucht werden. Der Wem, so in dieser Jnsul wachset, wird zu Constantinopel sehr hoch gehalten, und insgemein zu ^lsra und zu per-, vertrieben. Es hat kiübumer der II. sich dieser Jnsul im Jahr 1464. bemächtiget» Sie hat 16. Deutsche Meilen im Umkrayß. §- 3- Von der Insu! oder 5cio, und deren Wem Zustand und Beschaffenheit, auch denen Jnsuln?^ UNd ?ico1a. 1. Von der Jnsul F-Min» ist der Nahme gewesen, den man dieser Jnsul gegeben hat 5 /sZJ? den Nahmen dbio hat sie vor alten Zeiten von einer Nymphe bekom» F»/>.76. wen, und wird 5cio ausgesprochen, und von vielen auch also geschrieben. ^ 78» Die 4 urcken nennen sie Hakissci-ici, oder 5imue?z(lz, welches so viel bedeutet, als die Mastix- Jnsul, Sie ist eine von den vornehmsten in den» ärcbipekzo. und flösset gegen Mitternacht an die Insu! ki-relmo , gegen Auffgang an Natolien, gegen Mittag an die ^uikul püc.irj. Selbige wird von dem vestcn Land des Na» tosten dnirch einen Canal abgesondert^ welcher drey Meilen breit ist, und die Meer-Enge des weissen Vorgebürgs genennet wird, weil dieses L->po mit J^en rings umgeben ist, welchen das Meer-Wasser durch die Bewegung der Wellen schwimmend macht, wodurch der Schaum sehr weiß wird. Die Ve>»! denen Jnffln des ^lcbi^Llzgi bey Asien. »5? Die Inwokner dieser Jnsul theilen dieselbe in zween Theile, und nennen den einen ^onomoiz. oder den ebenen Theil, welcher gegen Mittag gelegen ist, und den andern Lacamcrz»oder den untern, so mitternächtlich ist. Die Haupt-Stadt, von welcher die Jnsul ihren Nahmen hat, ist mit Mauren, so 8.Thoren haben, umgeben, nichts destoweniger ist dieselbe nicht groß, aber sehr volckreich, und wird nur von Lateinisch-und Griechischen Christen bewohnet, die Tunken und Juden aber sind im Schloß, welches sthr vest ist, und einen grossen Begriff hat. Es hat 5. Römisch-Catholische Kir- chen unter einem Bischoff daselbst, und halten sich auch Capuciner alida auf. Jngleichen haben die p.p. Jesuiten allhier z. Hauser, nicht weniger sind einige Aoster der Griechischen Geistlichen, und noch viel andere der Cawgerz, oder Griechischen Mönche,alldort anzutreffen. il. Von dem Zustand und Beschaffenheit der Jnsul Luffr dieser Jnsul ist rein, und wohl cempenrt, das Erdreich aber 120. "trocken, und das Wasset daselbst übel zu bekomme!?. Dannenhero die Christen zum öffern allgemeine procelllonen halten, von GOtt einen Regen zu erbitten. Es wird daselbst viel Wein gebauet, es ist aber derselbe nicht gar lieblich, hingegen aber der Mastix sehr vortrefflich. Dieser ist ein weisses Liimmi. welches aus einem Baum steust, in welchen man im Hugulk und Herbst Schnitte macht. Man kauet denselben, wie wirs mit dem Toback zu machen pstegen, und ist derselbe gut, weisse Zahne, und einen wohlriechenden Athem zu machen, von welchem der Groß-Türck einen ansehnlichen Tribut bekommt. Die Mannsbilder allda sind von schöner Leibes-Grösse und sinnreich, alch, daß man sich für ihnen vorzusehen hat, daß sie einen nicht rbern Tölpel werffen. Jngleichen ist auch das Weibsvolck Wohlgestalt, und in gantz Turckcv keines anzutreffen, welches lieber auffgebutzet und geschmückt gehet, und grössere Lust und Liebe zu allerhand Geschmuck und Kleynodien,und schönen Kleidern haben solte. Es wird daselbst sehr schöner Atlaß und Zeug gemacht, womit die Inwohner grosses Gewerb treiben. Die Feld - Hüner sind daselbst so zahm, daß ein jeder die seinige schaarenweife, unrer einem darzu bestellten Mann ins freye Feld lausten last, ihre Nahrung zu suchen, welcher ihnen des Abends mit einem Pfeiffein rüstet, und sie wieder na- eher Hause führet. Der Nahme des alten Griechischen Poeten Nomen ist daselbst sehr wohl Kk 2 bekannt. t<5o Des vierdtm Buchs Hap. xii. tiö. L. c. zi. Ls/t«/«. ^ 8. ^ bekannt, und nicht ein einiger Inwohner, der nicht von ihme zu reden wissen folte. Sie geben für, daß derselbe in dem Flecken ^nunaro; seye gebohren worden, und weisen ein altes, in einen Felsen am Ufer des Meeres gehauenes öwnumcnr oder Gedenckmahl, welches sie die Schul des »umeri nennen. Die Jnsul wird von den Christen unter der ^mhonrät und Bothmäs» pgkeit desTürcken, so sich Anno i;66. derselben bemächtiget, und die Her» tzogen, welche von Genua gebürtig gewesen, daraus vertrieben hat, beherrschet. III. liegen. Von denen Jnsuln k'lapa und I'lara ?icol3. sigen Niedergang diestr Jnsul, sind die Jnsuln ?t-irz und l'tar-lplcok, oder ^nrixlw,r2 gelegen, welche aber wegen der tllol ks i en wüst und öde §. 4» Von der Jnsul und denen beylegenden Jnsuln ^Aaronili. k'ermaco, oder z IVlancirsu, und i. e?^Je Jnsul 5zmoz, welche bey denen Men sehr berühmt gewesen ist,hat vorzeiten vielerlei) Nahmen gehabt, worunter die vornehmsten sind, I^rrkeiür, tlrcjzksviü, und 8->mc>5, welchen letztern sie bis auf den heutigen Hag behalt. Sie war der Göttin ^uno gewidmet, welche vsr Alters eine Bild» Säule von sehr köstlichem Marmel, und einen schönen Tempel, davon noch einiges altes Gemäuer zu sehen, allda gehabt. Sie iß des i'NiiolopNi I^rtizgur^, der 5amis, und des glückseeligen l'oss- craüz Vaterland gewesen. Es Hai zween überaus hohe Berge, einer keian-lale, und der andere Z^oice genannt. wie auch snsses Wasser die Menge, insonderheit nahe bey der Küsten, darinnen. Die Stadt 5amo!. welche dieser Jnsul den Nahmen gegeben hat, ist ziemlich volckreich, und haben die Griechen einen Ertz»Bü schoff allda. Man siehet allda längs dem Meer alte eingefallene Gebäude, und sonderlich die Überbleibsel eil-.es Zeuahauses , welches dem Ansehen nach sehr prachtig gewest ist. Diejenige, welche um diese J nsul schiffen, sehen vielmahl bey der Nacht Heuerflammen, und feurige Dünste auffsteigen, welche insgemein Irrwische genennet Von denen 'Insu!» des ^--cblpelZgi bey Asien. 261 genennet werden. Die Herren ^niinl^i von c^ennc-haben vorzeiten die Ober» herrfch 'ffrdarinneitgehabti weil sie aber dieselbe wieder die Türcken nicht lan» gcr bebaupten rönnen , haben sie solche verlassen, und sich mit allem, was sie am köstlichsten gehabt, nachLluv, weiches die Genueser damahls nochbesesssn, begeben. Gegen der Orientalischen und Mittägigen Scyten dieser Insul sind viel grosse Felsen , unter denen die zu xlic-lev. und dl.^ceco die vornehmsten sind. Diese Ansuln ^ßAtonili, und 5ermscc> sind nach Süd»West, und die er» fien gegen dem Ätui'.d über des Flusses Klallre m bimollcn gelegen. Sie liegen wüst und öde, und sind mir vielen Klippen umgeben. Die Insul l^-msco, oder 5crm->cul-. weiche weiter gegen Mittag gelegen, ist vor Alters bewohnet, folgcnds verstöhret, und zu einer Wüste gemacht, eine Zeitlang aber hernach von den Griechischen Geistlichen bewohnet worden, welche ein kleines Kloster da» selbst auffgebauet, welches die Durcken verstöhret, und sie aus dieser Insul, s» wüstund ode geblieben ist, vertrieben haben. tvtanül iü ist eine kleine gerad gegen Mittag von 6sm(Z5 gelegene Insul, allwo es vor Alters ein kleines Dorff gehabt, wovon noch einige Überbleibsel zu sehen sind. Diese I nsul ist überall mit vielen Klippen umgeben, welche die Ein» fahrt sehr gefährlich machen, weßwegen dann die Schiffleute, so viel sie immer können und mogelt, sich dafür hüten. 4. Die Insul 1 raIz, und viplo , sind West»Snd»West von Lzmm abgelegen, und vorzeiten bewohnetgcwest; anitzoabersindsiegantzwüst und öde, weil kein süsses Wasser, und wenig Holtz darinnen zu bekommen ist. Es sind dasilbfl noch etliche wilde Gcisse, und gar wenig Vögel zu sehen. Gegen Mütag derZnsul hat es viel kleine Klippen, so man Oefen nennet, welche sehr gefahrlich sind. §- 5- Von Jlljttln I^eniaa, (lalamo ^ UN0 So aber ^ beyde ei» ^^^^Insul l-ei-o. vor Alters i-enz, oder k.cro;, hat vor diesem eine aros» 5^/si Sradtgehabt,wie aus denen überbliebencn Mcrckmahlen ihrerGebau» r e abzunehmen ist. An der Seiten gegen Oncnr hat es ein kleines, schlecht bewohntes Dörsslein, und nach OcciNem eine grosseEbene, allwodaseingc» tallene Gemäuer eines Schlosses zu sehen ist. Diese Insul, welche in gleiche Kk 1 theile, Des vmdtm Buchs OZp. xik. öo/cb Theile, in Berge, und ebene Platze getheiletist, hat Ms Wasser, und viel Haftn , worunter die nach Norden und Suden am meisten geachtet werden, o 6-z 6; An der Seiten hat es einen, der einen kleinen Meer »Busen macht, welcher?-. V ' "ca genennct wird, und von der kleinen Insul b-M umgeben ist. zu b-ro ' wachset die beste im gantzen ^rcbipelzZo. gegen Nord»Westen aber hat es viel grosse Steinfelsen. 2. Die Insul Lalamo, welche von den Alten O-ros, von wegen ihrer ho» hen Berge, ist genennet worden, ist vorzeiten dem Apollo geheiliget gewesen, und kan man aus der grossen Anzahl der eingefallenen Gebäude, und vieler Mar» melsteinerncn Stücker, Säulen und Trimmern von Bildern wohl abneh» v'en, wievolekreich dieselbe gewest seyn müsse. Sie hat unten an dem Fuß eines Berges eine lebendige Brunnquelle, welche niemahls vertrocknet; aufdem Gip» fei dieses Bergs stehet ein Flecken, allwo die Aloe in grosser Menge wachset. Diese Insul ist von der kleinen Insul ^c-,Ziia, und vielen kleinen Felsen um» ringet. z. Die Insul t.2nzo ist denen Alten unter den Nahmen Ktcropz und dos bekannt gewestmund ist dieser letztere bey den jetzigen Griechen noch in; Gebrauch, wegen der üblen Aussprach aber derFrancken, das ist, Occidentalischen Völ» cker, verdorben worden. Welche wechselsweise sagen Lrzncu, Zrancbio, Ao, und bisweilen 5c2ncou. Sie wird auch von etlichen itoU bongz ge» nennet. Gegen Orient stoßt dieselbe an das veste Land von dlätolicn. undistvon demselben nur durch einen Canalabgesondert, Sie ist in grossem Ruff, weilder berühmte Mahler Xp-il-z, und der weltberussenene ic-teüicuz tqijipocrzre! allda sind gebohren worden. Mansagt, daß dieser ^-ciicuz durch die Lesung vieler Zettel, welche man vorzeiten in einem Tempel des^tculapil, der in dieser In» sul erbauet war, so gelehrt worden sey: denn es waren diejenige, welche von einer Kranclheit wieder gesund worden, verpflichtet, dieArtzeney, durchweh che sie zu ihrer vorigen Gesundheit gelanget, schriffrlich auffzusetzen, und eine Verzeichnis davon in diesen Tempel zu bringen. Die Stadt l-anga, oder^canxio, ist an demllfer des Meers aufeinem abHangenden Hügel gelegen, und mit einem ziemlich vesten, undmitgnugsa» mcm Geschütz versehenem Schloß verwahret, auch ziemlich volckreich, es werden aber die Griechen von denenTürcken gar hart gedruckt.Es wird allda derStein» Haussen eines prachtigen Gebäudes, den ste des »ippscr-riz Pallast nennen, ge» wiesen. Diese Stadt ist jederzeit wegen der köstlichen Steine, so daselbst wach» sen, berühmt gewesen, ste wird aber übel gebauet, weil die Unterdrückungen und Beraubungen der Christlichen Corsaren die meiste Griechen von dannen ver» trieben haben. 4. Die Von denen Insiiln des ^rch-^cl-gi bev 2lsien. 26f 4. Die kleine Jnsuln, so um dieselbe herum liegen,sind (^pronc, und c-pra. ncbenst vielen kleinen Steinfelsen , worunter der ansehnlichste der »u lall ist. §. 6. Von l)enen Jnsuln I^iNal'0, I.c- ll^ära, UN^> ^tlL0s)ia. 1^7ill,iro, oder kgitzri. ist vorzeiten dtil/i-o-und propk^nxgenennet worden. Die Alten haben sie unter die Zahl der Sporadischen , das ist, unter die Jnsuln des Egcischen Meeres, so gegen Asien liegen, gerechnet, und vorgegeben, />. 10. 18. daß sie von der Insul Lux durch einen Schlag von des i^epcuni dreyspitzigem ^ ;z. Scepter abgesondert worden seye, und daß dieser Gort, nachdem er den Nie» sin piilykorc überwunden, denselben unter dem Tempel, so ihmegeweyhet war, habe begraben lassen. Es hat daselbst iehr heilsame warme Wasserbader, und einen Berg, welcher, wie der Berg ^-Knz in Sicilien Feuer aus'peyet. Es wachset in dieser Insul sehr herrlicher Wein , und wird aus dem Wasser eines Sees, welcher m einer Ebene lieget, Saltz gemacht. Dst benachbarte Jnsuln bey sind, Lswicro» Lbirans, und I-c- lin^rZ. dzloieic, betreffend, so ist dieselbe eigendlich nichts anders als ein Felß, und wird auch dsugiz. das ist, die gantz heilige, oder die heilige Jungfrau genennet. Es haben auch die Griechen den Nahmen L^wier« denen Ordens» Leuten des Heil.üuilij gegeben, und hat sich noch voreiniger Zeit einer daselbst auffgehalten, welcher ein sehr strenges Leben in einer Grotten, sozuoberstm einen Felsen eingehauen war, geführet. Jhme haben zween andere seiner Or« dens»Brüder auffgewartet,welche vermittelst einesGerüsts,welches wie eine Lei» ter gemacht gewesen,hinaufgestiegen sind.Nach den: aber jweenTürcken einMit» tel erda cht,'dieselbe unizubringen, und auf die Spitze dieses Felsens gekommen,als sie die Kleider dieser Mönche angezogen, haben sie dieselben Einsiedler, in Hoffnung einen grossen Schatz beydenselben zu finden, erwürget; es hat ihnen aber ihre Meynung fehlgeschlagen, und istalso diescrFelß wustund ode geblieben. ). Lluranz, und l-e-instra sind gleichfals, von wegen des Ähangcls an snssem Wasser, unbewohnet, und nichts anders als emige Geisten, und etliche wilde Ekel darinnen zu finden. 4. Pistopi» ist vormahls unter denen Nahmen i'elvx und bekannt gewesen. Sie hat zween elende armftlige Flecken, deren einer ^uecora. und der Des vierdtm Buchs L-w. Xlr. der andere 8cepbanc)5 gei'.ennet wird. Es hat daselbst ein Bachltin mit ftkssem Wasser, welches nicht verdrocknet. Die Inwohner sagen, daßesall. da viel Ertz«Gruben habe, aus denen sse Metall graben fönten, wann sie nicht aus Beysorge, daß sie ihnen hierdurch d-e Turcken über den Halsi ziehen möch. ten, dieselbe bergen und geheim halten wüsten. §. 7. Von der Jnsul kkociiz, und einigen beyliegenden In- ' suln, nemlicl) , (Icirck! und , und der Stadt 5ck5 herum liegen die Jnsuln 5imicz. dzrcln. und etliche Klipp n. Die gröste unter den beyde«'. Jnsuln von 5imiez ward vor alten Zeiten 8ymc genannt ; und sil d alle beyde von dem vesten Land des bg»lolien durch ei» neu kleinen Eanal von einander abgesondert. Es wach'et sehr herrlicher Wein darinnen, wormitdieEinwobner einiges Getverb treiben ; Es sind auch eine grosse Menge wilder Geisse allda zu finden. 4. Die Insul Lsrclii ist vor Alters db.ilciz, oder Lb-ilce genennet wor» den, undobwoblen dieselbe saft gar wüst und öde lieget, so gibt es doch sehr viel wilde Feigen darinnen. s. Tie Insul ldimonjA betreffend, so ist dieselbe von niemand bewohnet,und nichts alsEaninichen darinnen anzutreffen; man kan aber aus einigem alten Ge» lmuer wohl abnehme««, daß sie ehedessen in großem Ansehen müsse gewesen seyn. II. Von der Stadt Rhodis. Feie Stadt ist eine von den vortrefflichste«?, und i«; vollem Flor stehenden 'Stadren in Asia, und eine langeZeit eine ^.epubllcgeivesen, u««d damahls habe«« sich die Eu wobncr zur See i«? großes Ansehen gebracht, undzu denen Veränderungen der Griechen und Römer Ursach und Anlaß gegeben. So sind auch die ducken und freye Künste daselbstin vollem Schwang gegangen. Sie ist zum Theil auf einer Höhe, zum Theil aber aufeincm abhängen» den Hügel gelegen. JhreEassensind breit undgerad, und mit kleinen Steinen gepsiastert. Mitten in der Grölten hat es eine Reybe von Marmelstein, welche sich von einem Ende des Masters bis zum andern erstrecket. Es sind auch in die» ser Gassen die Herbergen oder Zimmer der Ordens»Ritter St.Jcrusalem und des GroffMeisters Pallast, welcher sehr wohl im Bau erhalten wird, obwoh» len niemand darinnen wohnet, zu sehen, und sind wenig Hauser, die keine Vor» schöpffe haben, welche so breit sind, daß sie von einer Seiten der Gassen biszu der andern reichen, darunter man sich für der Sonne verbergen kan. Die St. Jobannes»K>rch, welche sehr zierlich gcbauet, ist zu einer ^wffueen gemacht, jedoch haben die Türcken an dein vordersten Theil derselben die Abbildungen, Anderer Theil. Ll wor» 266 Des vierdten Vuche Lap. XI,. worinnen die Gcheimnüssen unserer Christlichen Religion vorgestellet worden, unbeichädiget gelassen. Angleichen haben sie auch die Wappen der Ordens» Ritter, so an den Wanden der Häuser und Vestungen stehen, nicht abge» rissen , und belustigen sich die Türcken mit deren Anschauung , wodurch sie das Andencken ihrer Eroberung erneuren. Der Umfang der Stadt ist sehr vest, und mit vielem Geschütz versehen, ingleichen auch die zwey Schlösser, nemlich das zum H.Engel, und daszu St.Ermus. Sie hat drey Thore, eines ge» gen dem Meer, und die zwey andere nach dem Land zu: Es sind auch allda zween Hasen, einer si r die grossen Schiffe, welcher nicht allerdings sicher ist, und der andere für die Galeen, allwo dieselbe wohl verwahret sind. Die Tür» eben haben stets eine lllguaclre Schiffe zu Kbvcb;, worüber ein Beeg zu comman. tbren hat, welcher gegen die Christliche Corsaren streiffen last. Nachdem diese Stadt unter vieierley Herrsthasst gewesen , hat sie der Kayser Lmanuel in Onenr denen Ordens»Rittern von St.Aerusalem, nachdem sie aus dem heiligen Land sind vertrieben worden, überlassen, wiewohl sichdie Inwohner an des Kaysers Verwilligung nicht gekehrct, sondern es hat derselbe mit Gewalt der Waffen sie darzu zwingen müssen. Diese Ritter hoben dieselbe tresslichbevcstiget, undi44-4.widerdenSultaninEgyptenrühmlichver» thadiget. In, Jahr -480. unter der Regierung Mabomets des zweyten, bat sie eine drey monatliche Belagerung, durch die Tapffcrkeit und gute Anstalt des Groß »Meisters ^ubullon aufgestanden. 1; -.2. aber, ist sie, nach un» glücklichem durch den Groß» Meister der Insu! Adam gethanen Widerstand, durch Treulosigkeit eines Ritters, ^mursr - 5olunsn dem zweyten in die Hände gerathen. III. ^»7 Von dem Zustand und Beschaffenheit der Jnsul Rhodis. ^^Jese Ansul hat einen grossen Weinwachs, ingleichen gibt es auch viel ,-^/Honig , Wachs, und Seiffen darinn, und werden viel Zeuge von Schamlot und Teppichen daselbst gen,acht. So hat es auch gute Wcyde darinnen, und wachsen allda ausbündig gute Oliven , Citronen , und Po» merantzen. An der Küsten hat es wenig sichere Hafen, aber viel gute Rhe» den ; dann es hat nicht weit vom Land viel gefahrliche Klippen, wodurch die Alten bewogen worden sind, bey dem Einlauff in den Hafen zu Rhodis ei» nen oder grosses ungeheures Bild, welches die Sonne abbil» dete, auffzurichten. Selbiges war von Ertz , und von einem, Nahmens Ldar», Von denen Isnfultt des Archipelagi bey Asien. 267 clianz. ans der Stadt l.^05 gebürtig, des berühmten Bild- Giessers bv-. jn'vi L!ehr« Schüler, verfertiger, wormit er zwölff gantzer Jahr zugebracht hat. Dieser (I0l.()r5^5 wird auf der (lxxvii. 5igur vorgestellet. Die Hohe dieses Bildes war, des isti-m Bericht nach, siebenzig Elen« bogen, der Scribent aber versichert, daß dasselbe hundert und sieben und zwantzig Schuh, einen Einbogen für anderthalb Schuh gercch« net, hoch gewesen sey. Es hat kein Mensch den Daumen dieses L()t.(d5^5 mit beyden Armen umfassen können, und war jeder Finger dem größten Bild der Alten gleich , dergestalt, daß zwischen seinen Schenckeln die Schiffe, ss daselbst ihre Ancker auewerffen wollen , haben durchfahren können. Derselbe hatte ein Erfaß in der Hand , darinnen man ein Wachtfeuer zur Si« cherheit der Schiffahrt hat machen können. Nachdem nun dieses Bild sechs und funffzig Jahr gestanden , hat ein Erdbeben dasselbe übern Haussen ge« worffen, und sind die Rhodiser durch die Bedrohung eines Nraculi abge» schrockc worden , solches wieder auffzurichten , und ist also solches eine lange Zeit jederman zur Verwunderung in solchem Stand geblieben. Im Jabr Ehristi 654. aber, ohngcfehr tausend vierhundert und sechzig Jahr nach des« scn Verfertigung , ist es von einem Regenren der Saracener, ^kahmens lriz. boria . welcher sich der Instil bemächtiget , zu Stücken zerschlagen, und das Metall einem Juden verkaufst worden , der es , nachdem er dasselbe in Igzrvllen bat ausladen lassen , über Land in Egypten geführet, und neun« hundert Kamcele damit beladen. Die Instil wird von denen Griechen bewohnet, welche dafelbst in ei« nein elenden Zustande leben, und sich nicht unterstehen dörffen , bey Nacht, beydes wegen der Türcken, alsJuden, in die Haupt«Stadt zugehen. Die« se letztere sind, wie man dafür halt, aus Spanien dahin kommen. §. 8- Von denen Ansuln 5 ia ) kanni) Divon/ und Laziio. "6' 1. Jnsul, so zwischen Eancliz und kbostiz lieget, ist den Alten UN« SeM/v. r^/ter dem Nahmen darp-rbu; bekannt, und ehedessen so berühmtgewe« sen, daß sie den Nahmen des Carpathifchen Meers allen denen Orten, soun«/>. 8. ter dem vesten Land des kleinen Asien , und dem Lspo 5»momum , welches heut zu Tag (^p üe5zioi-non genenner wird, und an dem äussersten Ende gegen 0rlcnc von derJnsul Lanclis gelegen ist, begriffen sind, mitgetheilet hat. Sie L l 2 ist eine 26 s Des vierdten Buchs Lsp.X!!. ist eine von den Sporadischen Insuln, und wegen ihrer 5icliscion uich Lagers jederzeit in grossem Ansehen gewesen ; dann sie schneidet die Schiffahrt von Eonstantinopel mit Egypten und Syrien ab: Um welcher Ursach willen auch die Ritter von Rhodis dieselbe vorzeiten sehr starck bevestiget, und sich so!» cher beydes wieder die Sultanen von Egypten , als wieder die Türcken zu ihrem grossen Nutzen bedienet haben. An statt der vier ansehnlichen Städte, weiche dieselbe vor Alters gehabt hat, ist nur noch eine übrig , so halb wüst lieget: unterdessen aber ist ihr Erdreich lehr sruchrbar an Früchten und Wein, und sind die Feldhuner allda gantz gemein und Wohlgeschmack. Man halt auch dafür, daß in den Bergen Gold »und Silber »Minen anzutreffen seyen, man hat aber nie» mahls darnach graben wollen. Die Inwohner sind fast insgesammt dem Griechischen Goctes »Dienst zugethan , und siehet mau wenig pursten da» selbst. Es hat allda zween Hafen , allwo man beguemlich die Ancker aus» werffen , und für dem Ungewitter sicher styn kan, einen gegen Onem, In- ttamo, und den andern gegen Occiclenr, porro gravc» genennec. 2. Die kleine Insuln , so um diese herum liegen, sind 5-iri-,, pznzri, Vlvoll7 und LzEci, welche letztere vor diesem EAus ist genenner worden. §. 9. Von derJnsul , und denen um sie herum liegenden kleinen Insuln , ttierun- cule, donupl- >8cl0va, I^roLelÜ, Deo- -l. Jnsul ÄZmpallZ ist vorzeiten ^stypzsz-z genennet worden. 5rr-bo «-^./rechnet sie in seinem zehenden Buches , unter die Zahl der Spora» k- diichen Insuln , so gegen Asien liegen. Sie ist an demjenigen Theil des ^>cb peisgj gelegen, den man das Searpatische Meer nennet, und welcher vor dzestm das Searpatische Meer ist genennet worden. Vor alten Zeiten hat diese Jnsul eine Stadt gehabt , ^ü^psl-ca genannt, in welcher ein Tem» pel war , so dem Apollo geweyhet gewesen , welchen gantz Griechenland in höhet? Ehren gehalten hat. Amtzo führet diese Stadt den Nahmen Li-ungM, den sie mit der In» ful Von denen Jnsuln des ^rcbi^el-Ai bcv Asien. 26? sul gemein hat. Es hat daselbst ein Schloß auf der Spitze eines Felsen, dessen Mauren aber gantz in Abgang gerathen. ^ Die Pforte ist von geHaue» nein Stein , welcher dem Marmel nahe bcykömmt , woran vornen das Venerianisthe, Französische, und FlorelUinische Wappen zusehen ist. Die Haupt» Kirch dieses Orts ist dem Leorg gcweyhet, worinnen der Gotceschienst nach Arr der Griechen gehalten wird , und ist man in geistlichen Sachen dem Bischoff von 5chb-mco, so sich eine Zeitlang im Jahr allda aussbalt, untcrworffen. Die oderGricchische Priester daselbst, le» ben in 1 beraus grosseni Unwissen, und haben die Geistliche, so von der Griechi» sehen Kirchen dabin gesandt werden , bey den Inwohnern wider kein grosse» res Laster, als die Gottes Wasserung , welche unter ihnen sehr gemein ist, zu eysern. Das Land ist gantz unfruchtbar , und bat kein susses Masser, derge» stalr, daß in dieser Jnsui, weil sie in wahrendem Candianischen Krieg bey» des von den ^ürcken , als Venetianern, so daselbst ausgestjegen , viel aus» gestanden bar, nur eine einige Mahnung zu finden ist. 2. Die um 5rsm^Iia liegende kleine Jnsuln , sind 5erpa , »ieruncule, Lonu^i , dlacicla , 5crvv2 , t'vrccllj , Oeoiüa , , Istanols , und Viel grosse Steinselscn. §. lo. Von ^enen Jnsuln , Änam ^ dkarullä UNd^-evica. r, Jnsul ist vor Alters ^mor^u! gcneiinet, und war eine r^/v0!i den Speradiichen Jnsuln. Sie hat einen sehr schönen Hafen , aber nicht mehr als einen einigen Flecken, welcher von etwa neun hundert Menschen bewohnet wird. Selbige ' sind der Griechischen Religion zugcrban, und haben tue L-sto^ei, daselbst ein grosses Closter, weiches auf einem Fel en gebauet, und der pan-igia, oder /.. der gantz Heiligen , welchen Nahmen sie der Jungfrauen Maria geben, ge» I. weyhet ist. Diebes Clostcr wird in dem gai.tzen /trcbix>clsgc> in hohen Eh» rcn gehalten , und geben die Geistliche aus einer alten Ir-chirwn vor, daß die Engels dem Stisstcr desselben wunderbahrer Weise Handreichung gethan, und die Richtschnur, als man dasselbe gebauet , gehalten haben. Selbige verwahren mir grossen Ehrerbiethungen ein Bild unserer lieben Frauen , und sagen, daß wann die bey demselbigen angeruffen werde, sie allen Ll j denen, Des vierdtm Buchs Lzp. xn. denen, so ihrer Hülste begehren, beystehe. Es sind auch allda Mönchs«Clöster, welche des Heil. L-lllu Orden folgen. Es hat allhiereine starckeViehzucht, insonderheit an Geisten, aus deren Milch herrliche Käst gemacht werden , so wachset auch Korn und Wein darinnen. Der Eandianische Krieg aber ist den Einwohnern sehr schädlich gewesen , indem sie vielmahls sehen müssen, daß ihre Erndte und Weinlese von den Christlichen Capern , und den Tür- cken , so daselbst ausgestiegen, hinweg genommen worden ist, um welcher Ursach willen sich dann die Inwohner mercklich von dannen verlausten ha« ben. 2. Die Jnsuln Änarz. und i-evira, sind itziger Zeit gantz und gar unbewohnt, und nichts als wilde Thiere darinnen. Es sind daselbst noch viel verfallene Marmelsteinerne Säulen zu sehen , woraus abzunehmen ist, daß vorzeiten Leute darinnen müssen gewöhnet haben. Die Jnsul hat ein wenig süsses Wasser , bey welcher gegen Niedergang die kleine Jnsul Lbsrutla gelegen ist. Die Jnsul ttevka bettest send, so hat dieselbe einen Hafen, zu 5r. e-orz genennet, allwo viel Corsaren bey einem Brunnen, der nechst darbey lieget, Wasser holen. §. II- ^ dtnen JNjUlN d^icana , ?avkin05 , Zrapociia, '''' und ^o/cb>». kTXJe Ansul dlicsna hat anfänglich den Nahmen lvlzcriz Ol^cbs , und ^cbi/>. r^.'iciosz geführet ; nachgehends aber ist sie von dem bey den Poeten so />-74.e5 berüchtigten Fall des ic-li, des kunstreichen vellzll Sohn , ic»rrz genennet 8^. worden. Ihre Ufer sind voller spitziger Stein« Klippen , so daß man daselbst schwerlich , und nicht ohne grosse Mühe an Land steigen kan. Man siehet auf etlichen ihren Bergen annoch Merkzeichen vieler Schlösser; jetziger Zeit ist nicht mehr als ein Thurn , nebst etlichen kleinen , an der Seiten gegen t.)cciäenr noch auffrecht stehenden Häusern, vorhanden. Sie ist mit sehr vielen hoben Bergen umgeben, auf deren Hügeln viel Weinberge liegen, so gibt es auch in den Thälern sehr gute Weyde, auch eine grosse Menge Honig darinnen, womit die Einwohner grossen Nutzen schaffen. 2. Gegen Niedergang, und Mittag von liegen die kleinen I "' Des vicrdttn Nucds (szp. xii. fisch zu schreiben , sprechen dieses Wort (Ni^re aus. Selbiges flösset gegen Mitternacht an dlscolwn , uiid gegen Aussgang an 8uuim. Die Alten haben diese Insul in vier Theile, welche sie i.zpicbi.i, z-W minia, ^mackulia. und papy.a genennet, abgetheilet. Ihre vornehmste L-p», oder Vorgebürge siiid , das zu St. Andreas, vor diesem Lüge--; das zu 5c. , ehedessen ; und das zu (Zacce , vormahls Luriz5 genennet. Ihr vornehmster Berg wird der Lreny-Verg genannt , welcher vor« zeiten unter dem Nahmen ^t»n5 bekannt gewesen ist , welches ein gemeiner Nahme war, der vielen andern Bergen , vornemlich dem in Cy» pern, und noch einem andern, der in Thessalonien lieget, ist gegeben wor« den. Von diesem Berg in Cypern ist der Zierrar!) oben auf dem Helm des Savoyischen Wappens genommen worden. Es hat allda jetziger Zeit etli« che Eloster derL^ioyerz, welche sie l'nvgo;, oder nennen. Diese Insul hat keine schiffreiche Flüsse, aber wohl einige Bache, welche im Sommer vertrockenen, worunter der anmercklichste ist ?eclu5. oder?-- cliTuz. so jetziger Zeit deüee genennet wird. Ihre vornehmste Städte sind Lerinw . pzmzgusla, gegen der alten Stadt ^zwmiz über; 5Nne8, vorzeiten , lZasto-, ehedessen l>->pbczz, die neue, welche wegen eines Tempels, so der Göttin Venu-- gewiedmetge« wesen, berühmt war. I. dticostz ist vorzeiten der Sitz der Christlichen Könige, welche das Land eingenommen haben , und insonderheit derer aus dem Hause du- stznzn aus Franckreich gebürtig, gewesen. Jetziger Zeit wohnet ein kacka daselbst, den der Groß - Türck dahin sendet, und der Insul zu gebiethen hat. Selbige ist auf einer Ebene, neun oder zehen Meilen vom Meer gelegen. Von den dreyßig tausend Hausern, sose vor diesem gehabt, sind nicht mehr als etwa zwey tausend vorhanden, wel« ehe noch darzu in schlechtem Bau und Wesen sind : Dann weil die Tmcken einigen Schatz in einem von diesen Hausern gefunden , haben sie die andern meistenrheils durchwühlet, in Hoffnung , noch mehr darinnen zu finden. DieErtz»Bischöffliche Kirch, welche vor diesem der Heil. Sophia ge« wcyhet, und überaus schön gebauet gewesen , ist nebenst dem Augustiner« Closter, zu einer Ktolgueeu gemacht worden. Dw Griechen haben daselbst vier Kirchen, und die Francken zwo er« halten , worvon die Capucin.er die eine innen haben. So haben auch die Armenier eine Kirch daselbst. Die Stadt hat sich den 8. September ä-wo 1570. an die Türcken ergeben. A. Eerme-i, vor diesem dzpirhc.5 genennet, ist ein offener und unbe« wehrter Von dem»! Insu!»! des ärcbipelzgi l'5? Asien. 47; wehrter Ort, der Türcken Gebrauch nach , welche der besten Kr-iegs-Plätze, wann sie sich einmahl derselben bemächtiget haben, nicht achten, sondern dieselbe in Abgang kommen lassen. Das Schloß aber ist noch in gutem Bau und Wesen , und lieget eine starcke Besatzung darinnen. z. ist unter den Städten dieser Jnsul die gröste, in deren Hafen sich gemeiniglich die Türckische Galeeren auffhaltcn. Dieser Platz hat ünno 1571. eine siebenzigtägige Belagerung wider die Türckische Ar» mes ausgestanden , ist aber endlich von den Türcken erobert worden. 4. Die Stadt Zalinez hat ihren Nahmen von einem nechst dabey gelegenen See, alwo eine grosse Menge Saltz gemacht wird. Daselbst zu Hli-ic;, welche auch llarncca genannt wird, haben insgemein die Frantzö- sische, Englische, und HMmdlsehe Vice. Lonlulz ihre Wohnung und Aufenthalt, welche die Lomrnercien ihrer dlacion in Cppern unterhalten. II. Allgemeine Beschaffenheit und Zustand der Jnsul Sypcrn. Lufft dieses Landes bekommt denen Occidentalisthen Völckern nicht ^i^/wohl, sondern ist ihnen schädlich , und verursachet deren Unart ihnen gefahrliche Bauch-Flüsse und Durchbrüche. Das Erdreich an sich selbst ist sehr dürre und trocken, und ist, unter der Regierung des Kaysers Lontt-mini des Grossen, der Mangel am Wasser daselbst gantzer siebenzchen Jahr lang wandere sagen von ;6. Jahren) so groß gewesen, daß jedermann das Land verlassen hat, und die Jnsul unbewohnt geblieben ist , bis die heilige Hele- ^ na als sie voll Jerusalem wieder zurück kommen , und in wahrender dieser />. <5z. Noth dadurch gereiset ist , eine Kirch auf den Berg Olymou? hat erbauen lassen, und derselben ein Stück von dem wahren Creutz in Ve> Wahrung gegeben hat, wordurch sich dann der Eyffer derer, so dieser Kap erin gesolget sind , dergestalt vermehret hat, daß sie durch ihr Gebeth einen gnadigen Regen von G OT T erhalten, welcher die Quellen wieder erquicket, und erneuert, und das Erdreich befeuchtet bat. Es wachset daselbst Kom, Wein , und Oliven, und hat auch viel Seyden und Baum-Wolle allda, womit die Einwohner grosses Gewerb treiben. Die Griechen daselbst kleiden sich auf Italiänische Tracht, und tragen Hüte. Die Weiber allda Anderer Theil. M m sind »74 sind sehr i elt und zierlich gekleidet. Der Tribut , den jedes Hauß.Wesen und Geschlecht geben muß, ist überaus groß , weswegen dann ihrer viel den Türckii'chen Glauben annehmen. Die Inwohner werden durch die Besatzung , so zu Lerinez, und in 5amzgulta lieget, im Zwang gehalten. Es ist'der . oder Statthalter zu ?.-mzgulis dem Lslll,, welcher über die In. sul zu befehlen hat, niemahls unterworffen gewesen, sondern es hat derselbe seine Ordre vom Groß-Tunten empfangen. Im übrigen gehen allda vielerlcy Religionen im Schwang , und ha. den die Griechen der Orientalischen Kirchen daselbst einen Ertz . Bischoff, welcher seinen Sitz zu bbcoüz. und von derselben Stadt auch seinen Titul hat. Dessen Wephe - Bischöffe oder Statthalter sind, der Bischoff von^ssz. von Xrncca , und der von LsK'o. Die I^arttNircn sind vom Berg bib-no dahin kommen , und bekennen sich zu der Römisch . Catholischen Religion. Die Türcken, Jtalianer, Frantzosen, und Engeländer, bekennen sich zu der Religion ihrer Ober-Herren. Es ist diese Jnsul vielerlei) Herrschafften unterworffen gewesen. Die Ilersier wurden von älex^cr dem Grossen daraus vertrieben. Nach die. ses Siegs. Herrn Todt hat sieh erolem-euz, König in Egypten, dersel. den bemächtiget; Die Römer aber haben einen l>colcm«um durch Kt. L-ro- nem . welcher dieselbe im Nahmen seiner kepublic in Besitz genommen, ab- gesetzet. Nachgehends ist sie in der Kayser von Constantinopel Handen ge- blieben, welche Hertzogen darein gesetzet. Diese Hertzogen hat k.ickarcl, König in Engeland vertrieben , und sie den Tempel»Herren übergeben, welche ihme dieselbe wieder zu Handen gebessert. Hierauf hat er dieselbe dem Luillo von l.utiZn2'->. welcher König zu Jerusalem gewest, überlassen; Die Nachkömmlinge aber des Luiclo wurden von den Genuesern derselben beraubt, und als sie durch den Schutz des Sultans von Egypten wieder eingesetzt worden , ist sie änno ,476. unter der Venetianer Gebieth gc. rathen , welche ihnen aber von den Türcken änno 1571. abgenommen worden ist. Von denen Jnsuln des ^rcbipclzZi bey Asien. 17; " III. Von dcncn Königen der nahmhafften Jnsul Lypern. doch hin und wieder der Cyprischen Könige crwchnet wird, soha- i^^ben wir leidige turtz bemercbcn sollen. Es sind aber deren von än. cw. 1191. bis -475. binnen 28z. Iahren siebenzehen gewesen. 1. (>u»W, aus dem ^rantzösi chen Hause buliznan . war ein König von Jerusalem , daraus er von dem Egyptischen Sultan Salaclinc» verjaget wurde. König tt>cb.2r6u5 1. in Engelai d , welcher Cypern dein it^co Lumneno abgenommen, verkaufe du Cypern um eine gewiste Summe Geldes , daher LuiNo von ^n. ^Kr. 1191. bis 1196. König in Cypern ge- wesen. Ihm folgete sein Bruder, 2. älm-uicuz, König in Cypern von ^n. Lbr. 1196. bis 2 205.regie- rett 9. Jahr. ). I4uj;o I. von 1105. bis 1219. war des vorigen Sohn. 4. I4enricu5 I. von ^n. 1219. bis Its). regierett Z4.Jahr. 5. ttugo II. von ^n. 22/j. bis 1467. regierett 14. Jahr: ein Sohn des vorigen. 6. »ugo III. von ^n. 1267. bis 1184. 7. lokannez I. König in Cypern, reglerete ein Jahr bis 2285. 8. ttonricus II. ward König 1285. abgesetzt ljoj. resticuirt i;io.re- gierete bis i;is. da erstarb. 9. biugo i v. bis 11^2. regierte z?. Jahr. Ein Vetter des vorigen. 10. petruz I. bis i;7o. regierete iZ.Jabr. 11. pccruz II. bis 2Z8Z. regierete 15. Jahr. War ein'Sohn des vorigen. 12. ^acobuz I. bis 24,0. regierete 27.Jahr. I). II. oder /snuz, bis 1452. regierete 22.Jahr. 14. lobünnez Iii. bis 1458. war 26. Jahr'König in Cypern. 2 s. ciizrloltz des vorigen Tochter, und ihr Gemahl buclovicu;. Her- tzog aus Savoyen von 1458. bis 146 z. Sie ward von ihrem unachten Bruder ^cc.bo vertrieben, in welchen l>oublen ^n. 1482. ihr Gemahl gestorben. Darauf setzte sie Hertzog Larolum 11. von Savoyen zum Erben ein ^n. 1485. starb ^n. 2487. is.JzcoWiz 11. König in Cypern bis ^2. 147z. regierete 10. Jahr. Seme Gemahlin war Larkzrmz Lornars, eine schöne Venetianerin, welche er Mm 2. nach 276 Des vl'erdtm Vuchs e-lp.XII. Scc. «ach seinem Tode schwanger hinterliesse, worauf ^cobum m. zur Welt brachte. 17. ^zcobuz III. verletzte König in Cppern von ^n. 147;. bis 1475. da er starb. Daraufgieng die Mutte-r Ocliärm- dorn-r- nach Venedig.' setzte diese kepubligus zum Erben ein , und starb ^n. LM. 1510. Die Venetianer haben bereits ^n. 1476. von Cypm? polleM^n genommen sind aber ^,1571. von denen Türeten daraus vertrieben worden, ^ als der Türckische Kayser SeUmuz 11. regisrete. Ende des andern Theiles. 0. 5. L, Deß h Andern Theils Register über alle darinnen enthaltene Capitalen« Das vierdte Buch/ von ^81^. Das i. Capitel. Von dem alten und itzigen ^Än insgemein. §. i. Vorbericht des ^»Aoriz. ^ § !. Die allgemeine Slbcheilung des alten äi>en. ^ ß.i. Die allgenzeine Abcheilung von ä6s, wie es itziger Zeit beschaffen iß v Das u. Capitel» Von dem mitternächtlichen Theile des alten ^Än, darinnen gelegen sind , das Land 5erica- 5cvcKien ,daß alte Asiatische Lärmten; wie auch von der grossen Tartarey , von der Stadt (lamdlau, von der Be- stung ölerzla, und denen Groß-Lianen oder Tar- tarischen Kaysern ,^von dem Groß - l-ama, und dem Zustande des Landes insgemein. . 12 §. r. Vorbencht des ^.uÄoräs. ibi-j. §. 2. Von dem mitternächtigen Theiledes alten ^ke»8 iblä» Anderer Theil« N « ß.; - Von Register der Capiteln. §.). Von der grossen oder Asiatischen Tartarey, wie selbige heute zu Tage ein» getheiletwird. 14 §. 4. Von der Russischen Tartarey ,4 5.;. Von der Occidentalischen Tartarey z? S .6. DieOrienralische oder Chinesische Tartarey 4z §.7» Von der Stadt Lamblau ^ ^ 5. 8. Von der Vestung »iec-!a in dem Königreich varamola ^, §. 5. Von denen Groß »LK-nen, oder Tartarischen Kaysern 51 Von der alten Landschafft der Lines«; von dem Kay« serthum Lkina; von der Stadt?eIcillA, desKäy- sers Pallast; von der StadManKmA; von dem?«- cclizinen Thurn; von denen Käysern, von ihren Ti- tulenundRittcr-Orden; von denen Bcgräbnussen unddemZustandedcsKäyserthumsLKm» 57 § l. Von der alten Landschafft Sinn j 8 5. 2. Von dem heutigen Käyserthum CKins ins gemein s? §.5. Von denen heutigen ic. Provintzien des Käyferthums Cliias infsüdt?- heit 6l 5-4- VonderHaupt»Stadt Peking in dem KayserthumCdmz ?; Von dem Pallast desKaysers von ckina in der Haupt-Stadt Peking 7s §.6. Von der grossen Stadt dlsnking 77 5.7. Von dem berühmten porcellnwenThurn bey der Stadt Nanking 7^ 5.8. Von denen Chinesischen Königen, oder Kayserns 7? §.?. Von dem Wappen, und denen Ritter »Orden derKayser von ckma 84 5.'o. Von denen Chinesischen Kaysern,und Königen, wie auch von dergemei» nenLeuthe Begrabnuß. zx Das iv. Capitel. VonderHalb-Jnsul Lorc-> oder LKzoilen. 5. 1. Von demNahmen und der Gelegenheit derHalb»55nsul Xoreä oderco- Das in. Capitel. 54 55 95 Das Register der Capiteln. Das v. Capitel. Von denen JaponischenJnsulen; von der Stadt dem Tempel vaiburk; dem PallastzuD^o;von derStadt^cio; demTempelzu^mi6a; demKäy^ serlichen Pallast zu ^60; von denen Kaysern, und dem Zustande in 5apoma. §. l. Von dem Nahmen und Entdeckung der Insulen in dem Käyserthum sa- poniz 96 §. t. Von der Abtheilung der heutigen Japonischen Insulen 97 §.Von der k-llllen-. Stadt des vairo oder obersten Priesters in Ktiaco 98 §. 4. Von dem Pallast Oairo 10a §. s. Von dem Tempel vaybncll in der Stadt ^ti-co 10^ §. 6. Von Iceio; der ltzigen Haupt» Stadt des Kayserthums Spanien to; S. 7. Von dem Ka'yserlichen Pallast zu , 04 5.!i. Von dem Tempel des zu ä-clo. ,05 §.9. Von denen Japonischen Käysern 10s §. ro. Zustand und Beschaffenheit inI-ponien rot Das >vi. Capitel. Von denen Diebs-Jnsuln, und dem Zustande, wie auch Beschaffenheit des Landes. §. 1. Von dem Nahmen, Lager, der Entdeckung und Anzahl der Diebs-In» suln 1,0 §. 2. Austand undBeschaffenheitder Diebs»Insukn I l r Das vii. Capitel. Von Ost« Indien insgemein, nach der alten und heutigen Zcribcmen Meinung. Von dem Orientalischen Theile des vcsten Landes Indien. Von dem Käyserthum desMogols. Von der Stadt Rn 2 Von Register der Capiteln» Von der Halb-Jnsul desJndien gegen vricm des Meer - Busens LcnsM. Von der Stadt Asn. Vonder andern Halo-Jnsul des Jndiensnachvc. cicieiir. Des Meer - Busens Von der Stadt Qoa. Von denen abgöttischen Völckern in Indien. BendenenMogols, ihrenGrabern,und dem allgemeine» Zustand und Beschaffenheit in Indien. 1.7. Won demaltm Indien insgemein r tZt VondemOriemalsschen Theils desJMm, nachder Men Meinung - - ? 5.5» Von dem Occidentalischen Theile des Indien, nach der Alten Meinung 114 s.4. Von Ost- Indien insgemein, nach der heutigen Zcribenrm Meinung. Ii6 S. 5. Von dem Orientalischen Theile SeS vesten Landes in dem heutigen Ost- Indien. 117 S .6. Von dem Oecidentalischen Theile des vesten Landes in dem itzigen Indien, allmo das Reich 1 neloksn ^ oder dasKayserthum des grossen Mogols ist 114 §.7. VonderOrientalsschsn Halb-Insiik, oder der Halb-Jnsul Ojl« Indiens jenseits des Meer-Busens zu VcnAala 12^ 5. s. Von der Om'dentalischen Halb-InsiU von Indien, oder dteHalb-Jnsul von Ost-Indien disseits des(?anAS5und Meer- Busens von öenAala 140 S. 9. Von denen abgöttischen Völckern m Ost -Indien ') 7 §. lv. Von denen Groß-Mogols, und ihren Nachfolgern ^ 5. ii» Vondenen Gemachern des Groß-Mogols ^42 Z. 12. Von dem allgemeinen Zustande Ost-Indiens, und einigen Sonderheiten 14? Das vii?. Capitel» Won dem Asiatischen , oder denen um Ost? Indien herum llegenden Jnsulen. Von denmM lippinischenJnsuln. Von der Stadt tvlanbc. Zustand i. Register der Capiteln. stand der Philippinischen Jnsulen. Von denen Jnsulen von gegen l^rienr. Von der Stadt . Von denen Moluckischen Jnsulen. Von der Stadt : allgemeiner Zustand der Moluckischen Jnsulen. Von denen Jnsulen Von gtgM Occiäenc. VvN der Stadt Lara- >ia. Allgemeiner Zustand der Jnsulen von 5oncle. Von der Jnsul l'oprobane. Von der Jnsul lan. Von denen Städten ^olumbc? und (iaie. Von denen Maldivischen Jnsillen. Von der Stadt la, und dem allgemeinen Zustand der Maldivischen Jnsuln. z. I. Vorbericht des -45 S.» Von denen Philippinischen Jnsulen ^ 146 Zustand und Beschaffenheit der Philippinischen Jnstllm »ku^em 5.;. Von denen Jnsulen 5vn7" Von demallgememen Zustande der Maldivischen Jnsickn 17 ^ Das ix» Capitel Von Persien, nach der Alten und > tzigcii 5cnbcnren Meinung; vonderStadt c^iipsi^n; von dem und dem Pallastder Kömgen inPersien; von dem eingefallenen Steinhauffen?lcnciminzz. Von de- Nn z nen Register der Capiteltt. neu Grabmählern der Konigen und dem Zustande oderBeschaffenheitdesKönigreichsPersien. §.i. Von der alten Monarchie der Perser, u..d dem Königreiche der Parther >7) §.». Von dem Königreich Persien, nach der heutigen 5crll,snren Meinung 17? K.z. Von der Stadt ttihzstian ; welche itzo die Haupt »Stadt in Persten ist 18; §. 4. Von dem , und dem Pallast der Könige in Persie» 18 5 §.f. Von denen Königen in Persien 186 § 6. Von dem eingefallenen Steinhauffen desl'icliqjmin,, §. 7. Von den Grabern der Könige in Persien 19 - 5. 8. Vom Austand und Beschaffenheit des Perser Landes 19! Das x. Capitel. Von dem alten und itzigen Arabien. Von der Stadt Decima und Kteclia. Vvfl dem Berg Linai, 5r, tla- rkzrinz, ttoi ck, unci Sc.Catharinen - Kloster. Von dem Propheten MchvWt. Und dem Zustand Arabiens. §. i. Vorbericht des äuAorir >5» §. 2. Von dem alten Arabien jt>i-l. §. z. Von dem heutigen Arabien 196 K. 4. Von der berühmten Stadt ^loelins»mitdem Zunahmen 1'slnsbi 10s §-f. Von der Stadt ^tcckz. oder ^tcccs tvl §.6. Von dem Berg 5insi, Zsnr Lalb-rinz und Orel,, St. Catharinen Klo» sier §.7. Von dem Lügen» Propheten Mahomet 106 §.8. Vom Zustand und Beschaffenheit des Arabiens »07 Das xi. Capitel. Von der Türckey in ^ilen. Von dem alte»--W-mien, Groß-KrincmtN, Loicliiz und ldcrien. Von d-c- orxia, und dem itzigen Armenien. Von der Monarchie Register der Capiteln. uarchieder^tl/rier. VonLurclNan. Von'VeraLlc, UN d L)iai kec!c. Von der Stadt öaAclar. Von dem alte n und itzigen ^rien. Von der Stadt Jerusalem. Von dem alten kleinen ^lien. Von^arolien, und dem Zustand der Türckey in ins gemein. t. i. Von der Türckey in ästz ms gemein 20p §. e. Vonälbanien, Groß-Armenien, Cvlckjz, Iberien, nach der alten Scri- beuten Bericht 210 §.;» Von dem heutigen Georgien und l'urcomsnni» 2»i VoN^urcamznni-loder^rmenia 2lf Von der Stadt Lrivsn. und dem Berge är-rzck 2« 6 VomZustande und Beschaffenheit des Landes Leorxien 217 Von dem Zustand und Beschaffenheit des ärmenier -Landes --»8 §.4. Von der Monarchie der äst/rier . Von der alten Stadt istini ve, der ehemahligen Haupt-Stadt des König- reichesäst^rien 222 Von der a lcen Stadt o-be! 22; Von dem Thurn zu vabe! 226 Von denen Ländern Lurälksn, vlarbecker und^icracle 22» Von der Stadt VzAclsr ^ 22p §.6. Vondcmalten ^rien, dessen Städten und Ländern, auch p->!«lkns, oder e3N2sn,unditzigem5oria 2Zl Von 5/rien nach der alten Scribenten Mtinung,und glaubwürdigem Bericht ibiä. Von dem berühmten Lust- Platzeund Flecken Szpkne -;2 Von dem Lande palMinz , welches auch Jutlses und l'errAZ-nöts, oder das heilige Land, genennet worden ; ;4 Von dem heutigen ^rien oder 5orjz 2;? Von derStadtJerusalem, der Haupt-Stadt des heiligen Landes »4» Von dem Grund- Riß des heiligen Grabs, und des Bergs Calvsri» zu )e- ralslem 24) Von dem Zustande in 5ouria 2. 4 5 s. 7. Von dem alten Klein - ästen, und itzigem Nsrolis .dessen Zustand und Beschaffenheit 245 Von dem alten kleinen ästen, und dessen vornehmsten Landern 246 Von warolis oder änscolia 248 Zustand und Beschaffenheit von änsroli'en oder ^scolien 2 54 L. 8. Bon dem Zustande der Türckey in ästa ins gemein 2 5 5 Das Register der Capiteln. j ' Das xii. Capitel. Von denen Jnsulen des^rcKipclaAi, so aegen^llenlw gen, und zu dem Türckischen Reich gehören. 5 .1. Von denen Jnsulen der Türcken gegen-^üen ins gemein V0N denen beydmJnsulnI'eoccjo und ^creUnc, 257 §. F. Von der Jnsul Lkio oder 5cio. und deren itzigem Zustand und Beschaffen, cheitauch denen Jnsulen i^-rru und plnrn picola z Von der Jnsul Lbio oder^clo »Kid. VondemZustandundBeschaffenheitder Jnsul §clo Von denen Jnsuln und P5ara?icola »So 5 .4. Von der Jnsul 5-n,o5. und denen beyliegenden Jnsulen ^g»toniL. 5cr. msco oder^crmac'ula, ^anclrlz, Lrulia.'I'rsAjaUNdOipüo 260 §.5«' Von denen Jnsulen üero, , Calamv , ^ingllZ, I.SNZ0, Cs^rooe UNdLnpr» 261 §. 6. Von denen Jnsulen dlMaro., Lsloi'sro, Ckirsns, Lelmstrs , und diico- pjz §-7« Von der Jnsul kkost». und einigen beyliegenden Jnssilen, nemlich 5i. n-iie«, Lnrcki und Limonia und der Stadt ^Ko6i5, auch dieser berühmten JnsulZustand und Beschaffenheit 264 Von den Jnsulen k.kc>clis, 8imcl5, dsrcki und I-imoni» iblä. 5.8. Von denen Jnsulen 5car^iince^ 5nri», kanntl, vivon/und La», tic» ^67 §«9. Von der Jnsul 5»mps!ia, und denen um sie herum liegenden Jnsulen 5erps, !4ieruncu!e, Conu^>i, ^lscist», Lerora^ procelli, Oeonia, Tan- tersns, pjznota »68 §. >0. Von denen Jnsulen äm-rozo, Dinars, (Asrustz und l.e v!c-, 2t? §.»l. Von denen Jnsulen dlicnriz, parbmos, 8caxocllZ,vr-!AoNlst und Lero »70 §. 12. Von der berühmten Jnsul und Königreich Lvj?crn 271 Von denen Nahmen,Bergen,Flüssen,und Städten der Jnsul L/per» »l>. Allgemeine Beschaffenheit und Zustand der Jnsul Lxpern 27) Von denen Königen der nahmhafften Jnsul Lypern : ENDE Des Registers der Sapitulen des andern Theils. Register ÄSS c --) 5^^ ^ v/ ^ ^e> ^V»' ^I>» ^^ ^ ^s?>-' ^' " Register/ Deren in diesem zweyten Theil von Ronigreichen/ Ländern/ Städten und anderer lnerckwttrdlgent? haltenen Sachen/ von dem Mn und neuen ^Zz. Aballia, Land« 2 '4 Adlssvis, Land» Z 6 ^x-,Land. Z8 Acbem,Land. 16z A clam. wo er erschaffen« 6 Aclcn.Sradr. 198 Agzconili, Jnsul. 260 ^xi-a, Stadt und ^lZur derstlben.! ^! Vestung. Aj^ZIiz, Ansul. Al^ucluli, Land. Aleppo, Stadt« ^lexanäria, Stadt« Allsrur, Stadt Hllin, Land. Amzgucbi, Stadt« Amsro^o, JnjUl. /^makü, Land. Ambstlus, Fluß. Anderer Theil, Ambmnz. Jnsul. ifl ^miäa-. Tempel, wunderseltzam -05 Amur, Berg. z Fluß gleiches Nahmens. 15 ^nz> Stadt. 196 Anzclirilcoi, Völcker. 29 Anzrolia, Land. 248 Ar,z; Ar^lziz. ^?Z« >5-6 Allgemeine BeHaffcnheit 207 kugm-derInnwohner. 198 Ar-icnuüa, Land 175 Ararzck, Berg. 8.2-6 Arcledil. Stadt. 18; pjZur derselben z-?r 269 Arzencierez. AnsuleN 96 2s2 Hrgunük»!, Schloß. Z6 )9 ^"e. Stadt. ' 179 Oo Armenla, 24 261 2;; 2)8 i7s 2) Z6 98 Register des andern Theils. ^rmenia, Land. kiAur der Annwohner ^rrscan, Königreich Hriamez, Schloß, ^ien, Land. ^ilZ. Die Znnwohner Religion derselben Vortrefflichkeit des Landes ^zmzlc, Stadt Htpickra /illev, Königreich» , Stadt, älllir, König. ^ss^r.en, Königreich. Assyrische Monarchie. Xtteralzarir, Stadt, ^ltracan, Stadt. Hrra, Stadt. /ircaclr, Stadt. Hrrolonz, was ^ >tv2e, Land. Fluß gleiches Nahmens. /.ureng-ed, wer? ^200, Stadt. F. Lz^lon, Haupt» Stadk. kigur derselben. Babylonischer Thurn. Lackiana, Jnsul. LaQriana, Land, LaciatLbiam, Stadt. Lagclar- Stadt, ki^ur derselben. Lagclo. Lakrem. VestUNg Lstäz»Land, 215 118 I2Z 24 118 6.10. l 1 9 10 »4 59 4Z -8 219 176 2.19 - 8c>> 2O I?4 -2- -71 118 -2) I42 ZIA -77 22) 226 -57 -64 42 250 -bici. 5) -8l KZ Laikai, See. Laltco!, See. Lalaguace. Land Lalck, Stadt. Lalloclc, Volck Lattora. Stadt» Lalrkzsar, Lamam. Stadt Lzncklz, Land. Lancia, Jnsul. Lanclo, Land» Lanians. Lanram, Land. Stadt gleiches Nahmens Laramvla, Stadt. Larcelor, Stadt» Larocci. Laliam, Stadt, öaran c^daie, Stadt» Lacavis, Stadt. La-arci, was es Heisse. Leglerbeg. was. lop.MdazS Begrabnuß»Zeremonien bey den Lbl netern ^ Lelck, Stadt. Lslor, Königreich, Lember. Stadt, Lencouli, VestUNg. Lenä.reonzo. Stadt. Lencier kkaKn, Stadt» LenAzi-, Land. Lerar, Land, öeretok, StädtleiN» Leroca. Stadt. Lcrycuz, Stadt. Lrclcenr, FÜrsteNthuw, Liecula, VestUNg. Liecula, Stadt. Hin-gar, Land. -4 )4 -zL 4l 121 187 22l 4- -2! -5- -2l 160 ibjä. 45 -55 120 18a 18 161 122 86 40 45 121 164 182 1)9 120 -20 27 25- 2)? 5- 45 izo Locbors, Register des andern Theils. Buchtruckcrcy in Llblnz. Land. LucNur^, Stadt. 4^ V^Nego, Stadt. 12; Lllleztzus V. ; z 1^-nc? oderBornitsch, wUiiderwnr» dige Frucht. 17. 18. L^rne; , ^llsul. 152 Ito/aaclc. Stadt. 17 vrzmincr, Götzen^ Dienerl^lgur l;8 L^skz, Land. j l Lricznee, Stadt. 12t 9c? Hl ItoAN'i.i. 41 LuIsA.in;jci. z; Lulj;-r, Stadt. 22 Lulzariz, Land. 14.22 I^is-uci, Vöicker I I vurz?, VcchlNg. 5) Luits, Stadt 2-^9 Q (üvimäu, Stadt. 47 Lalamc». Mensul. 26! L.ilcjero, Stadt« 150 Lilicvr, Land. 152 Stadt gleiches Nahmens i; r L^lszencin-,, FnsUl 169 Lz!vZi'ia, Berg. 2 Z6 Laluiei-o, Fels. 26) Lamkz^c, Stadt. 12O <Üzn7.I?I-iu, Stadt« 51 kigur derselben. ibicl. dzmlzoje > Land. 124 Csnars, Land. !Z4 Lansuor, Land. ' 1)) Stadt gleiches Nahmens, idi-l. <ÜZNs6vc,z. Land. 247 Larzmaniz. Landschafft. 25 z 0.chipo!l. VeßUNg. 1 c» Liri-i, Land. 2«tS d-rmznia, Land. 17s Lurmeli, Berg. 2^2 Laroli V. Meinung Über die Moluckt- scheJnsukcn 154 LarrT, Stadt. 177 , was? 125 Lastn, Königreich. 2; L.i!din> Stadt. iLF St. Catharinen Berg. 202 Desselben Beschreibung und 20; Ein Kloster gleiches Nahmens»^ LZtic-ülu;. Berg. 7.8. Lelebcz, Alssul. i 5 2 Lera-.n, Insu!. Isi Leiines, Schloß. 27; 0)-IZ!i, Jnsill. iSF Beschreibung derselben 167 des Königs. 169 Allgemeiner Zustand i?c> Lbz-Leb^nn. Dessen Gemahlin köstliches Grab» Mahl. idici. LbaltlTZ oder Lzd^lvn. 177 Lkangue, Jnsul. 64 Lbarocloz, Götzen »Diener. 140 Lbzul,oder,(lern!, Stadt. IZ5 Lbzulacliirir, Völckep. Z? LboKisnZ, Land. 6; O 0 2 Lbelel, Register des andern Theils. Lketcl. Fluß. 15 Lkreu, oder,Leu» was? 6r LlÜZMZZ?, See. 8» II8 Llnzmpzu, Land» 124. cdlNZ. Königreich. I I. 87 Chinesische Käysere» 79 dero Pallast. 75 Inwohner in China. 88 74 iiZ 2)5 5? '5! !;r 272 26s ?r 228 272 275 6 96 247 215 »7 96 2 94 2)5 I)i 124 15; 2 35 167 266 21) 118 72 97 95 2)5 izr Beschaffenheit desKönigreichs.275 vaboul, Stadt. r 56 vz^etlsn, Land. k6 Einwohner daselbst. ibici. vairo, wer? 98 59 vamztco, Stadt» 240 vamatcus, Stadt. 2;» Dämeln, Stadt. itc> Online, Lust-Plätze» 2;r deren 'Figur. ibiä. Fabel. 25; vapiro, Stadt. 150 vsrcu, Stadt. »7 väriuz ^tecius. 22» vzvria» Landschafft. )4 vs^buck, Tempel. 20^ vecan, Land. i)5 vell^, Land. 222 Benckmahl in KZ-n. 7° verbeut, Stadt» 180 vcvs, waS? 45 verdeckter-Land» 218 Diebs-Jnsulen. irbi6. Register des andern Theils. Diebs»Insulen, Einwohner. l)ic>, Stadt. Oipto, Ansul. Oolzeciia » Land. Oolclsbzd, Stadt. i li 120 260 )8 156 ^oi^ien, Land» Stadt. 5or>^osz, Jnsul. kll, was? ?UAZNla, Stadt. Domiincaner»Ä?önche in China» 92 Stadt. Ooriz, Land. 148 kungms. Oormer. Stadt. 15; I>r2NAana, Land. 17? c?» Tckaran» , Stadt. 278 Lckznalzzci » Stadt» 222 Stadt. 177 Td^erb^ijan, Land» 182 KKiallZ, Stadt. 4» seltsanie Gewonheit allda, -b>d. Lpketuz, Stadt, 249 krivsn, Stadt. 216 LrvZli, Stadt. 28; Lr^erum, Stadt. 21 s ^upkrsr, Fluß. 8 174 Eyß»Kaap, was? 29 k'zmagolls, Stadt, -75 ksn'mz, Stadt. ?8 ksMzn, Landschasst» 282 Feckierö. 140 Feigen, Indianische. 255 kcrsbmk, Stadt. 180 kermsco» Jnsul. 260 ?etiponr, Stadt. 122 kinda, Stadt» 97 klorez, AnsulM. 252 kolieu > Stadt» 64 ibid. 9« 64» 6r )» 62 AS (Zzllzci'z, Land. 247 e-iilXZ,Land. 2)x (?2mmzcorurs, Berg» 256 tZzmmzlamene, Stadt, 256 Figur derselben. ibid. Lam mersn, Sta dt» 2 8 r (?znMrida?, Völtkek» 214 LüNZez. Fluß. 8 ezucamela, StädtleM» 2 77 Ledrott-, Land. 175 (Zeldria , VeßUNg. 2 ; r (Zemini, Fluß. 122 (^eorAia, Land. 215 t^eorAizner. 217 Lermskucia, Stadt, 2z 1 eZilolo, Jnsllk. 252 emßl, Stadt, 15» LinlenA. 7) Loz. Haupt» Stadt. 2z6 desselben Figur. 257 <3oscim, Fluß. 2)r, Land. 219 ciol'-.Dlka, Berg. 27 (^oNsIiZr, Stadt» 2 2 2 Götzen» Diener in Ost-Indien »z 7 Figur derselben. ibid. Grab »Ceremonien der Chinese?. 86 ErabChristhFigur. 245 Oo; Grab- Register des andern Theils. Grabmahle des Groß-Mogols. -4-- f> (ZrsniciiZ , Fluß. ^52, Großem. 5 5 I^znapzizn. Vestung. 167, Groß-I^mü. 55 Iiltanar. Stadt. 120' Groß-Moaol, k^ura. 141 ^kuci. Volcker. 28 Nachfotgere. i^ci. Izkucz^oi, Stadt. 19 Grcß'> Tartarey. 11 lambi. Stadt. 16z Groß ^ibec. Land. 42 IzniZar, Stadt. I2l e»even8, Völcker. ^l8 Izpkünim, Stadt. 24 LurMzn. 21) Izpon, Jnsulen. 96 Ouemsre, Land. "v Abtheilung desselben. 97 ^zpvnien, Beschaffenheit. 108 ^ IziZUNZ, Schloß. ;6 »-ijaczn. Land. 121 Izszkki. Völcker. 28 54zimui , Jnsul. 64 Izvz,Jnsul. l6c> »ancbea , Stadt. , 6; Ibrsliim, Sultans TitUl, 17; »zncburiA. Stadt. 70 IcliciopliZAi. Völcker. )9 Belagerung. 80 läzlcsn, wer? i?6 I4zNAli.il , Land. 95 iciumTZ, Land. 2;> Heil. Grab zu Jerusalem. 24z Stadt gieiches Namens. -bict. desselben Figur. ik>!ieb, Berg, beschrieben. 204 dero Leremonisle. 9; itupu.was? 90 . ... z,r,d 94 NuguZliA. Land. 68 Jeluz, Stadt. 151 ^ Jertc- Register des andern Theils. IcclcAen, Land. Serien, Land. Ikor. S^dt. ilimzk.0, Stadt» Nmenc, Fluß, imsuz, Verge. Inclasiouro, Land, Indien. alt Indien. Indianer Eigenschafften. Inclollan, was? Inclu;, Fluß. Jockcu, Stadt» IoZUS5. Jouiz, Land. Jordan, Fluß. Ircken, Stadt, IrciZ, Fluß. Isnicü, Stadt- Illeäon, Stadt, Juan, Jnsul. JucZcea, Land. Juliagir, Land. Jumsiin, Vtstung» Junan , Land. Stadt gleiches Namens» Itmjzmg-kä, Stadt» X. Xakanls, Schloß- Xal?»i, Land. ksckemire, Stadt» Xalcklrcz, Völcker. Xal^inilcoia, Stadt. Xalem-5ui, Stadt, Xzlmucln, alkl. iuici. Xsmrka , LgNd» 97 . Stadt. 29 ibicl. Zustand des Landes. zo 128 Xan6,Fluß. IZ z i Kanclnzna, Land. 120 8 ^-llron, Landschafft. 6e 8 Xaialc-con, Stadt- 50 16; k2->1c-r, Stadt. 40 112 X-cai, Land. 45. 6i. ii; Xaray. See. 8. 14 »44 Kayser inJaponien. 106 119 Keccio, Stadt. 12 Z 8 Xenoy, Jnsul. 64 68 Xeriz, Götzen - Diener. iz? IZ9 Xiany, Fluß. 8. 6c, 248 KiüNAli , Land. 69 2)1 dessen Porcellan » Brennerey. 42 ibiciem. 1; Xilau, Land. ,80 2 so Xinckeu, Stadt. 66 47 Xin^lci, Land. 95 isv Xinu5, Wüste. so 2ZO Xinxan, Land. 96 zo KiiAiü, Voltk. z6 7 ) XoclczcliaZs, Stadt. 2 z 67 Kocla, Fluß. 28 68 XolcAo, Stadtlein. 2 z 62 Xorion, Flecken» 271 Xrovl'sja. 27 Z5 I2l l.3Ü!)ZNZ, Stadt. 177 121 l-zbaiin, Stadt. )6 ,19 t-abinzko-, Köm'gl.^eliZsn2. 48 27 t.scn, was? 65 18 I.2MMZ5, was es heisse ? 45 ;8 I-amuri, Völcker. ?c> Z9 I.gn^o, ZWl. 262 29 I-auksuZ, Fluß, 12z !.socji- Register des andern Theils. I^cjjcLZ, Stadt l. »r, Stadi» 1. 5-, Königreich. z.-,yes, Völker» lbesrunZ, Stadt. I.cns, FlUß. i.er>ß, Stadt. I.en5lcogo, Land. I.eoarung, Land. I.cro, Jttsul. I-evirs, Jnsul. i-i, Rebell, l-llzznon, Berg. !.iencbcu, Stadt» I.impu, was es bedeute? lünclo, Flecken. i.ipu, was? L.c>ms»can, Stadt« I.vllllicene, Land. Land. I-orock, Land. I.0VO, Stadt» II.ucia.Land» I.u^on, Jnsul. t-uxisn, Fluß. 2Z9 1L2 45 ü8 7) L- 14 )' Zo 60.7 x 261 270 80. 8 i. 2Zl 66 90 -6f 90 I;o 2Z2 28 4) 127 247 147 kiÄCZo, Stadt. 66 klacsss-r, Stadt« 1; 2 klacbicm, Jnsul« 15? l^laclurs, Jnslll 159 ^tsclure, Stadt. i)l ^t-isellzn«5, wer? 154 A4sbomcr 206 Das Auffkommen seiner Glaubens» Lehr. ibicl. Abbildung. 207 ÜQ!»b»r, Insul. izi Jnsul. Land gleiches')?ahmcns. Maldivische Jnsuln. Zustand derselben. ^tsic, Stadt. t^aluij->ur, Stadt, tcl^loue, Land, ^lalvsicilcoja, Stadt- ^anzr, Jnslll. ^lsncjznn5, wer? kiauclun, Stadt, tclanclriz, Jnstil. KiiMAüioz, Stadt« I^znZÄce. Stadt öianiAzre. Stadt. Stadt. k-Zur derselben, t^araliz, Stadt. ^Isrglana, Landschafft. Ktarrzban, Stadt. ?. ^arclnüL^nd»Earten. ^tcacc. Stadt l^azlcouzjciLberollÄ. Stadt, ^lacsn, Jnslll. ktacersn, Stadt. Xtauioieum. klecba, Stadt. k^iAur derselben. Xteclien, Land, kleclina. Stadt. ?igur derselben. Meer, dasCaspische. das mittelländische Schwartze. Arabische. Rothe. Stille. Indianische. iZ-7 >!Z UNd l 28 170 l?! -7- -ja 27 !6-> 84 ,2; 260 -Z5 i)l ibicl. 148 ibicl. -ZI -78 -27 i» 199 26 160 2 s l 19? 10 l !?8 198 200 7.8. 8 8 ibicl. jbicl. ibicl. ibicl. Aerssa» Register des ander«, Theils. Perfianische. ibicl. N^unäi. Fluß. i;c» Scytische ? bi-j-cla. Land. 47 das rodteMeer. ibiä, biznebanZ. vesieStadt. 69 ^cnj^^c. Götzen. 4s Nzngalzc, Stadt. ?8 I^cnn.icsbc,. Stadt. »65 bl2NZ2tc). Stadt. ibicl. ^le^ecn. Stadt. 4^ blankizng, Stadt. 6S ^lcicbeä. Stadt. »So blanlcmx^Land. 6t. ^etoporamiz. »77 grosse Stadt gleichesNamens. 77 ölerelioc,. 2s 7 dlarim, Stadt. 2 9 ^unkoron, Stadt. 4» ^»zoler. »44 Religion der Einwohner. ib. Groß» Mogols Figur. 14» bl^r-rb. Stadt. 2^ Ktolqucncajz, Land. 28 blecbzl, Stadt. 4; Moluckische Jnsulen. I; 4 l4?Z-,pzr->n. Stadt. l z r Völcker und Beschaffenheit der» blezombo, veße Stadt. 167 selben. ^ Is7. Is8 bler-inzlcoi, Stadt. zs ^tonzlcbia, Assyrische. 6 t>levizn5l«zl. Schloß. 24 Perßanische. ibicl. blic^a, Stadt. 2s» lesrs-ttl, Völcker. 28 l^icans, Jnsul. 27« ^tußgllZ niZrs. Land. )9 blicepborium , Stadt. 177 klzvz mzznz. ibicl. L. IgicolZi, Closser. ;; ^luoncbcu. Stadt. 47 blicotis, Stadt. 272 Muselmanns, was das Wort be» bümpo, Stadt. 6; deute? 207 blimrocl, wer? 219 ^tuscuz. Hirsche. ;; I4inive, die alte Stadt. 222 ^lulubxzran, Stadt. Ijo dlinuz, oder l^illive, Stadt. »77 I4iliu5, König. 2 19 Nipbon, Jnsul. 97 I4zbncboclonc»lc»r. 221 blilibiz, Stadt. 177 blagaia, Land. 21 blüläro. Jnsul. 26j Inwohner. ibicl. I^iucbe, Land. 47-s a I^zKraeur, Stadt. 12» !4c>ce. Stadt. 97 Anderer Theil. P p o.Obcjz. Register des andern Theils. B ' t:- O. Obllarz, Land. Qbclc», Fluß. Ol>7. Fluß. . vckio, Landschafft. Oelberg- oißüriz, Land. Onor, Stadt, vrckcni, Völcker. Orixz, Landschafft. Ormuz, Jnsül. Ollaki, Völcker. vlti-lci, Völcker. Abgöttcrey derselben. Ost»Indien. ^ vxiäricT, Völcker. 4 18 perlen, Land. i l is perlica, Ktnusrcbiz 17). 179 ibiä. Figur des Persischen Königs, Zu» ?scle, Fluß, pslior, Stadt. pslTitinz, Land. wohl beschrieben, pzlembzn. Landschafft. 11.1! 6. l 4 5 ' stand und 'Völcker. 115 perlis, Land. Ij perllcy, Fluß, pecrspoll » Stadt, pliaran, WÜsteNty. PhilippmischeJnsulen. 18 Beschaffenheit derselben. »)o pbeenicia, Land- 2Z4 ?br)'Aia, das große. 2Z4. 1;; das kleine pbr/^jz. 16; pbuc, was? Pallast des Chinesischen Kaysers. 75 . Völcker. pzlm^re, Land, pzm^kilis, Landschafft. panclsnAb. p^oclin^- pu. pzoünxi- Berg. Tempel gleiches Namens. ?zs,K!2Aomz, Land, psro^oz, Jnsui. pgnvfismilluz, Berg. pzro^amliz, Land. pzrcker, Königreich, p^ribiz, Land, pascacir, Land» »Z4 pjzllciz. Landschafft. 247 pico Berg» 16) piexc, See. 61 pimpu, was ? z 5 pilcaäorcs. Jnsulen» 86 pilcopiz, Jnsul. 247 p»!iur, Stadt. i;o pitsn. ! 19 pik'sncjz, c°7)tadt. 17; plzrixlcoi, Völcker. !?5- 17? pcibem, Stadt. 179 ?o!oc>x, VestuNg. Z7 , wer? 19! 176 18 izo 206 146 ibicl. 1)2 247 ibi6. 45 27 1? 8. 167 60 5- 66 26; lii III ils )-> »4 II 11 ponro- Register des andern Theils. ponco-e-Ic, Stadt. -68 8-ihzriiz, Land. 19 ?onn>5, LandÄ)afft. 247 8zgzc!>i, Land, purcellsinen ^hurN- 7^ 82dm, Ssadt. 26 piAurdeffeibm. ibi^l 8zlinez, Stadt. 27; pore^.Smdt. >Zl 5amarsn,. Stadt. 22 po^2Ng, ^See. 6c> 8amzrcl^.mcl, Stadt. 40 Priester Johannes, König. 44 8smarjz, Land. 2^5 ervlom^l. LandoLarten. sL 82M-Iroc!r. Stadt. 24 ?colomZl5. Stadr. 5amkal. Stadr. 121 pulu-Kkm.Jnsul. >s^ 8zmojeci2 . Land. 26 Fzmo5, Ansul. 26c» Zzmoi-cz, Stadt. 2jl ^anclzr, Stadt. »2? (Zuanckcu, Stadt. 66 8arago, Stadt. i;o c)uzn^l>. Landschasst. 67 8arclanzpÄlu5. 176 ()u-nr». Land. 97 5arcpra. Stadt. 2)2 ()uecji. Land. 124.128. Dorhen»SargMahomets. 200 (^ueicliu . Landschafft, sammt ihren s-i-Zurz, Stadt. 26 Städten. 68 5zri2a. Stadtlein. 21 c^iciiinZ, Stadt. 67 8armzrien das Astatische !) (Zuosm^in^.fü, Stadt. 62 8czmscbi. Stadt. 180 8cznclervnz, Stadt. 2Z9 8ccni--e, Völcker. >9f 5ckziimiZ, Stadt. 69 Kzhbz, Stadt. r?4 8cbingzl, Stadt. 48 kschoure!. >Z9 8ckir2!, Stadt. 182 kclckc.Stadt« 18 o Schreiber, ihr Privilegium in derTar» Kkz, Fluß. -4 tarey. 49 R.hocli!, Jnsul. 264 5cisx-k, eitie5e Register des andern Theils. Zemirsrm», heldenmüthige Königin Derselben Kunst. Garthe Nxurs 115 Lenus. Fluß. 5 9 Lerstüc, Stadt. 2l Zcrvics, Land. 2) Siam,Land. 124. Stadtgleiches Nahmens. 12; Götzen. »Tempel und Bild. 226 Zisra.Land. 128 5ilzz,Land. !»9 Ziberis, Land. 24 Libir, Stadt. idici. §>äun, Stadt. 2Z1 Zierin, Götzen. Bild. 2 5 Zl^an, Stadt. 70 Zins, Landschafft. 5 8 5mii, Berg, dessen ?igur und Be» schreibung. 7.201 5mZil,Land. 48 Zin^ora, Land. 124 Ziren, Stadt. 129 Zirors, Landschafft I 2 8 Zlcsis. Zlcemksl. Zm^rns, Stadt. Zo^äisni, Land. Zoloczuen, Völcker. Loncle, Jnsuln gegen Vnenr UNd Oc ciclcnr i i ?igur der Einwohner und Zustand desselben 164 Zorsrvs, LviinZ. See. 118 5v!nz,Flnß. ig Zourii, dessen Zustand und pjAur der Jiinwoyner. 145 5l»wx,lü,Znsul. z.6? 27 16 249 174 149 1. I60 LZ i;2 ei Steinhauffe des Babylsnis. Thurns, 5>Aur 11 Zuccsnäsno . Stadt. Zucbucn, Land. Sud»Jnsulen. Lugcu, Stadt. Zuiraco. Stadt. ,;o Zumarrs , Jnsul. 161 Zursce, Stadt. Zurun^s, Stadt. ZulliNZ, Land, z^-iac!^, ^radtlein. Serien, Land. 110 97 176 21 2)8 1s, Fluß. 60 lidsrcksn, Land. l8o Isbriz, Stadt. 181 lacomms , Schantze. 156 IgAsnerllclc, VestUNg. i? ist, See. 60 1-7-0, Stadt. 7' Ismsn, Stadt. 18 Ismcrlsn. 41 l'sncZsx-, Jnsul. 270 IsnANZ, Fluß. 8 Isnxur, Königreich. 44 Isnjsor, Stadt. 'Z' Isnor, Stadt. 2ZI.IZ4 Isviienzlcoi. isbrobsne, Jnsul, und Beschaffet heit derselben. 26; isrßsimer-Tartarey. 48 Isrwz, Stadt- 2;; Tartarey, derer Austheilung. 24.-5. (1ccitlen«tlische. ;7 Tartarische Völffer und Religion- l 7 Iszkcsr, letztster des andern Theils« l'szkenr, Stadt« 40 l'-lra, Stadt« 221 l'elimtzz, PestUNg« ;6 l'cmruck, Stadt. 18 l'cnstlcrim, Land. 128 l'enc^o, Jnstil. 157 l'cnAkcnx, Ansul. 7» lcobm6,Völcker. 28 lecki, Stadt. I« l'crnakc, Jnslll »56 l'ecera oder larrocl^, Fluß. 15 lksbor. Berg. 7 I°lisuru5, Berg. 7 l'bc^vsn, Stadt. 4 5 Ibiber, Stadt. 4) l'lpora, Land. Ii8 1°jrvat)2 , Stadt. 124 1°obol, Fluß. I f I'odolz^». Stadt» 24 ^ocsr, Stadt« 25z. Todte-Meer 258 l'om^ri!, Königin. I; l'on^um, Land. 12) I'or. Vchrmg , wobey die Jsraeliten " ^ 199 24 ^;4 252 168 2)2.1)9 1'urcbcüznis, Land» Türckeyin^kis. Eintheilung derselben l'urcomsnnia, Land. 1/L-r-Fluß. , Stadt. I'zcnllem, Jnstll« 4» ->55 21» 21; 8 2Z2 »8 Varzcl-, Berg. Ilcletlz, Land. Hclinzki, VestUNg« Vebe, Stadt. VerZscuris, Stadt. Verma, Land. Verrezz, besondere Lebens »Arth 140 v^ckzng. Stadt. 6? Visgpor,Stadt und?-8ur derselbeni;6 17 »2«? z- »2l 24 »I» Stadt. Vixna^2lÄN I/ncliam. vssi?. Stadt» Nr. Stadt. I7r2, Fluß. Schloß. Ilrlurrai, Volt?. Vjeucbeu, Stadt« über das rothe Meer, l'ora, Stadtlein» l'rzzis, Jnslll. I'rsngnebar, Stadt» I'rzvsncor, Stadt. 1>iliZurz gegen pagmsm. i. 11. in. IV. und V. 6 8 14 IW. Die Ngur. welche bemercket Mit l'. II. 1; z.die Stadtlcrcki ist im Grund» Riß, muß gesetzet werden gegen ^8 VI. VII. VIII. IX. X. XI. xii.undxiii. XIV. XV- XVI. XVII. XVIII. XIX. XX. XXI. XXII. XXIII. XXIV. XXV. XXVI. XXVII. XXVIII. XXIX. XXX. XXXI. XXXII. XXXIII. xxxiv. dsmblsu 5) f; 56 )8 5? 7) 75 77 78 Ll 8j 84 86 87 88 ?? ISO IV2 10z 104 ,vs 106 zc>8 iic> ZU il! 1,4 XXXV. UNd XXXIX. XXXVI. XXXVII. und XXXVIII. XXXIX. kommt mit der xxxv. überein, kau allo gesucht werden xaZ. i > ze XI.. US IW. Die k-Zur, welche bezeichnet: fioliXI.. sü und rlruliret! die Stadt 8oursce oder^uralle, gegen xi.i.undxi.11. XI.III. XI.IV. XI.V. XI.VI. XI.VII. Die Stadt Vil-szor XI.VIII. XI.IX. 1.. 1.1. I.II. I.III. I.IV. I.V. I.VI. bVII. I.VIII. I.IX. I.X. I.XI. I.XII. I.XIII. I.XIV. I.XV. I.XVI. ?l'?ura gegen I.XVII. I.XVUI. 69 und 70 I.XXI. und I-XXII. I.XXIII. I.XXIV. I.XXV. I.XXVI. I.XXVII Bericht an den Buchbinder. ?zgin2m. 169 l?l '7) 180 »8; 185 186 183 1 90 I.XXVII. die Stadt ^räevii sder^r. 6sbN 191 I.XXVIII. 192 I.XXIX. UNdbXXX. 19; 1.XXX. und I-XXXI. 196 1.XXXII. 197 I.XXII. die ArabS 198 I.XXXIII. 200 i.xxxiv. 20 - I.XXXV. 20! I.XXXVI. 207 I.xxxvii.undl.xxxvm. 209 I.XXXIX. 210 xc.undxei. 21) xcu. 216 xem 217 xciv. 218 XL V. UNd XdVl 219 xevn. 222 xevill. 22; xeix. 224. !>ig. In denen Theilen von Luropz, das ist, im vierdten und fünfften Theile, sind einige jetzt»regierender ?ocemaien ^Zuren neu beygestochen worden ; weilen aber solche an sich selbst wohl bezeichnet, wohin sie gehören , als ist unnöthig dieselbe allhier nochmahlen anzuweisen, darum der Buchbinder sie nur an bemerkten Vaginen beysetzen kan. Jnpatzinz l4.I.mes6. pro : aß leseassen. P--8- 21. Im. pro: mönsch, lese rnöttche. PSA. s4. Im. 2 f. pro: ^8 jähriger lese 6.jähriger. P^L- 74- Im. 14 pro: Schrissden lese Schritte, pZs-142.lin.29. pro: Gemächern lese Grabmählern, p2s.16z.lm.29. pr» - Gauss-Haaß leseRauff-^aA 2 s 8. Im. ulrimz, pro: schwimmend lese swäumend. NAur» gegen e. LI. 226 en. 227 enr. 228 civ. 2)0 cv. 2)l cvi. 2)2 cvn. undcviil. 2)8 eix. 240 ex. 24. cxi. und cxn. 24) exm 245 cxiv 246 exv. undcxvi. 248 ! exvi. die biacober 2/4 cxvtii. 2s6 cxix. 2)8 exx 2s9 exxi 260 exxii. und exxiii. 26l cxxiv. 26; exxv. 264 exxvi. 26; kigma 127. 266 cxxviil. 267 cxxix. 268 cxxx. 26.9 cxxxi. 270 cxxxn die letzte?ixur 27l jh,tyc jAfien. ttq -.II . ICEA.V JEf TJ^S T> IdvA. | EARTIX ] «SET TINTRI = JONAXM DE |L'AWCI tNjrt I AsiZ mw iwi ui iii min Region SEsiMJE, .trjÄX CITI - s DE LA iE M iMAUj Ott ort CO. UtAKÜI i5a.rm:ath i AilATI = 1 Q"E j-rCÜLANl fcriHIE DE CA u M IHAUJ fytUc-mitdfaytr ^ CJ ci/t&n i3nj- in. Duf alte tielf eh a}t eler Sen."J ~! (7 rXj- ' rß cipön serioaue .. pi |\ ahgiexne r onoroc»^ |\ R egion JJKS ' jt—* ämathem } gl i m e g et* . a>x i SfrtfeZ ffixFo n . jy-XX IV. ~7~1 rt <■ D n , ~T> - 11 /) > Dte ix-di Ie.de So euner-Le"- ItlpT&ns XXXVW-XX^JX I ?0 7 j Jje ! J*9 i 129 U9 r i i?0 ! ZQ i i i IS I j j Li iScYT-HJB t" LmäSik' . . SElilOUL /> i| ' JAHTJS.RJE \ ^ 1 *f C a^ y ^ A L 7cH *=<"» ^rjster-^ U ^ §1 | iiCöBiv yliy E w f y%i*y y ^—1 n ttvt rY y. ,^#jN LZ^ v Ky Cv /£ xtnfflTvA u M ,H£ X KEV /j) U-V? H! /«V 1 Gdtl Q.'^ A~^flA \ ) X '~A «9 r_ ! ., • \ rH«^ £ y -- 7 * . J l\r \n tri / | ^ T , r pp-p l yice. clcAi-rvcA'' " \SS/ / J / ^1* 1 ÄfEii I ! ^bi'~'' '^ " | //* , ^ ' """"" ^~i}o " 1 1 _ Q/4/u Oii/nldes tflu/fj ^a»j^-fOJfX3uc*\ bz o ~~ * Ii * r> < 1 LAC EM ChaLern Jj^JDlEW dno J)*£. iSttutl- S uj-cd £ oh er fowattz Tost T -tyyLt, aA Z>ef Crieftial^ketkeiL cW vejtzn laiidesm eie/t tet-t,Itt-clwi-v / XX-1 KrtP-XXJl _£)1vt>' f j [ d fj caila.nl jjjj caltooli t, laäxbtx-äau^i - ^ rr/ u, tri yridten ^iyr?t-, jc>sn.i,1j 'figxwi . »• ' • 11 ■ ?gjj ■ear'sse^ IekreFermljdl l I nde l Empire, düMogol INDIEK AAJou fjj£ y f/ hujivES Die AiaUsiuiS'die §nsel . j^.LXVIII . 0 T)wjpJ uroim *9 g yj"u f ^ o A.rch tag u e qu (lAou ulo/4- ^k/icidiolton _ M (nt trlou. U n ILMTAL Tbuxt -=o= , . JALCJ TiUy f*"> V g %"Xr/r*'>ou Tw\A J , , , C>^ tg^llloj -Phtlou Coufiirti'%- cari'lot* L/ R TR ATTA T ou yidcAfoUÖrAgLggult.i JjOH A^le £* 9t*J' A ddo * *"c<^r' n mPtolucf,* „ MlLindoux AlaUu-ies CoUomAou« £ jy JJ £ jgjg- TUtlvux {§J Act"iim,dt.v C all ™'"n t I ™pOV' ./E^UU'U? C R# • 6 7° -Dtu I\c'ich der Yevjer und der Förthen ^—w*ft»mäs _ 3 —r, 1 i = 1 /%{_ rn-' 1 \ l ßad\th./al\j-ß mfr ^ v FAB\pr\AMrsK i jg akte amqutut l c '"? m ' . r ^%- j±a \ \AliVcaridtTt4 .««, x ^ i—^ '"' \ pap. the^ w/ " ^ o 'dlxtcfi i . i0,p . ÄLileoaiornijulori pvifjtdh/uru' ^ i&^\' . \fdtrjc.r pui cliofth'aji- ^ < v \ \ n ( ^ (Iw.nyJtyC^RKAmA. w, m * S'fvSIANR o 35 q * ^Mr(d e K i /) / i «■.:,'• • j _ _., . ~f GOIr — JSZ. . 8£ Acpienh'ton / 9 f ;100 \io{: inii lim um mihi jiii nrüiii') hh h im um nä je cjiilj OCEAM fa-lLaJt 2W J^.z.xxj'v ii .) ' h ' r.i i.M '.(.m f ? <-!! > 'I I I 1 I I I ! .■ Hl Y-A- LAIS Jt *• - Mxkda s , ; W ^» -J>% uJ'-^ Ag& &&*« kjjllX ^ ^ AcW x>E ' r^jt^ I c JLN'l^^vSv Cr *1 ^ <£ 4 , ' C 1 »CKU W ., f) ~lbö£AI etiajrj, ^~* ^a/ma ±J-Jaui Jba' t n ml ^ '\* T . H *JTJ£ % ÖER-ex*"^ (B^lpSSSrJ "'^««■ ,?1 * jtT*J, :b awc tantC ii&AmTE J*£ uS CL- JStjhqfje a-V ARABIE 3b (V^AiCAl tfc >a .«.icaX & Giä'cao.-t ) FA3LXA.CH t'.'i>-1 .1:/- ZITfff^^ ]\\. C I* jr cLiAr^bie Zioir \ AöüiV ocejin t lÄFILIQUE OVJlE EMA.VIE ># ■h'o'viaJi ( (FAPTACVL ?f\ M \ "-A- 7 _ t / I i yjrrr CUJ'UIML J\TL US* tjJT :rA Ümr ä^ Mnnh C11 AN m i .l'ljF. Imovoua 7vijw<£ VEU ah Ej. LXXXII N }>!£■ CathaJreJ'iTvc Chuvettz fuas'Anlc £ M^rfy-a.- ^Con-v en£ (Iß xtrzp ixxxvnr Du, p-,T^lXXxVJi alban i e Grande arme nie ColCHIDEXT Iberie s'eeon les 1 A ncie nn '3ectrU**"i.- k -^aankali^ (äy > a d&l'tzjto atfff ,v, - 3 ^ 's «•^^echern^ ja.. ►A CR/- a (a>7^a ä fg sfv ?r#v%;pg x (_ j^l h x 4wf«.' >" ■a xa autdfjn w •*? ( - • -• 1 / azetekk lf o jt tjstea. ~a a m.ß .s' (11' o r iv\/n r±v 'ÄstYitm All»* G\ /p.exxxix ? .JlrmerrtA- Colchij--u i,A cTbet'ta. na.rli ffau'ümile Evropje Armen^ HO l V\COVI ti" te> läki-aft jVlß«P e Vura-.n. / — v^-v COMANDTE C ' ' clfcassie "3t - gaste 'iutf-11 mixg (tafgistaw **poati evxjm w ,r ww/. * -*d - .ararflf- vpi\unn (ar/isil . rr- % li M kamt*» J M ^ JtusFi; ^E.V.VKf {.• UusReich der Jlsjj/trer KyYlQV unJ. 'V^C Hl . -r H -?°| H ^1 hUa» - s JBÜlfMTt l m tiarnntmu m n * a - v f s 1JC Mb.« - $ • s | Empire i.'fiv ;A^,WRfBV,S'j s~nruu X * s rr a itttt-n.h,a s» füi n; mTdurttWi a an a ii » ■ rrJ .ff/ C>o[ X°; £°l y°l /- >0/ Ho/ / 2.0/ . ,- riT y\ wns /jjf jTizui n ' \ , K 4 . - HrsfcA \ j w ,'■ * ^ ,hxr<*jjA-üiirri.' A '-AAC ,, ^FBELlTIe \A(!ABBKey rf r *4r/„.//s' K X/vc^-UK. M2SATAI lle-n/e ^ Ä^^yinE. Chaldee et i AVE-y t U' O TAI* rfE <5ELÜH eea* ANC ifiME S\~RL,E AJytri.eri f £lh.oLld.eer urft/.ftlcj'opot-amierr. fA/? •Sie dt e .AII en, /sefchrtebe'rt , Hohen frA Ali AIS I E w * * » »Ti-J. ^ /" \V JS.Qvchoe ^ CrcAC » f f. r Jl>Fc?di>n üea'e bte ( AlA ^ ( D&rEiabylonvJcfae- 'Tl-t/iirn/■ ■ CI ASPIENNE 1 U-J7 Iii' fVeRAßVdel RBARfiSM i'o.vr E.V SIN ovJ/E jvohle J L ila cUGylm 1LMENJE ^ oy rVRCOMANIE fß Ju-tm, J c. & s' %& ^-A.-madie, ClBJilS tVME Sqvs.ii II t6~gE%. JE C VR.DIS7J [UnKn&ci J)i£l*.ZLrudct~ CtMt" 3ifta.ri urvP l?ecK. _M cua,-^a,r^ Wtcti-'y. JünsHons I) lucfief" 'fc NC [Z N N& PFADOCE 1 ^ i C&jJ ' J r ä'CJtl'lo.tiL ^ ' C^S ^ UAJODTCRKK S J 0 ^ . / Njflstrr.a. Deseete Yn Lt> d\lÄTOLiI D iarbegk YcVittL roiista Xhntuzni i'HKWCm Drrjzm diAMUm \ Aler , le ß UVfl k 'tUUtlf •a xylo atz- FlJ. caiiunJ. ClAlIt Die Capelle des H ■ at-abj- unfers H etla.nd.es $e/u Christi Xu cde 7-U.fo- CtU . F l r $ CXf und c>C!I . Fl an de l Eglisedu Saint Sepu lchreet du Mon'tc'alvaibea Jerusalem: Moderne Grundriß derKivchendes !-[■ (fra. bes und de.rB etyes ~ »«-» sf er-ri 1 h t/7^n~ Kinn 4s\ rt_ _M m swiii— mmz: ~ bmm ' i \ > o— /y cx 11/ . -r , r"1 A G TBTtT ^^J k i " ""i p 4 -^ M )oi/■*> -» \ . 1> <^6ei«ifc^eu.. •" ^ :J" srfi T. //> r , •>> r^l■^fasLVONBSfi jf T _ " - 8 jFF /oA F U « UXIMUSehnmuF^HX >. , i 5l'-cr® x/MER Mjuv.I \ iL 1» J*/ /feit No IRE ~>= ^ 0 W j?P . . - "In | 0ta •%,_ n ^ c. !3j j ! « r> j jy () -,XL^ *:Y' v "4" 7 ' v p; (~ 7 ,. \ ' ' $ \ » ? v , _ \ o ' r - -, „ 'AU'"'*'": ' ^ F-€\ i I > tf i\ t~> £. ■!4o *' ClR-vW/UV/S- , ■ihojtt* J\ J ca A.„, 7 *) \ frnhUiuw I < P Äl i 1 >i3k *-< Mii'-a- <-/>- Tär.-e j ? I LjJZib' 1 "1. n W A a I LÄRCHIPEL i QVT S'ONTT TA ■ \//urr/t Tl B QVIE 13 f. (frdefett des.^.vchipeirtqiS? hey.ßfia. l/eftnjAjCXW1 ■fb -fl 18i tmnmammd- — ■r / ^ li'ner t-ox 3 p ^ J. IRTfE -Com .-• Aldein ( \Ljc j '±s Vv PE LAC,l/E p r Ipan.i iL *"\M I Oft lJuo y&ijetuo f Hu,*'',., r- ' s^.,L, ' Y t --' v - /4q.il.> g&D,'"'"-Q t . 11/ €3 OA^ZkÄU T (>EJ E GrEE V f T ,-J r.v r -\^ c>ÄA" V > SSr „ ixyy ~.i e # s^z/fe^o Wr a rS._ . i UfPJjjK,y ir* P r ^ IUI U;>.y, L Oarcll / l *- Q~y AfcEUiTEKRANEE Du d/ns-el Cyvetrn. . /yXXXX<]