50 Des vierdten VuchsOap. in.
Lob.Gedichten verehret. So werden auch die Hochzeiten mehrentheils mit vie.len Lustbarkeiten und Spielen vollzogen. Wenn sie einen Gast ci ^irm, so lastsen sie demselben, ob er schon geringerist, alssie, dennoch die Ober^Stelle, undgeben ihm den besten Platz. Dabey denn zu mercken ist ,daß in denen Mittags«Landern die rechte, in denen mitternachtigen Landern aber die lincke Hand dieObe»Stelle sey. Beydem Sitzen haben sie gewisse Sitze und Stühle, worin,nesie sich von denen Tartarn UilkinZuuen, welche si ch auf die Erden setzen. DerWirth pfleget wohl bekleidet seinem ankommenden Gaste bis auf halben Wegin den Vor.Hof entgegen zu gehen, und selbigen mit grosser Ehrerbietigkeitund vielem Bücken des Hauptes und des Leibes zu empfangen, dabey aber dasHaupt bedecket bleibet.
?. Die Städte haben mehrentheils gute Mauren, deren Brust.Wchrviele Schieß.Löcher hat, aus denen sie mit Pfeilen und Büchsen kniendschiessen. Sie geben vor, daß die Buchdruckerey,Pulverund Büchsen,ehendcr mChina als in Deutschland, oder gantz Luropa, gebräuchlich gewesen. DieBuchdrucker. Kunst soll bereits L. ?; 8. m China llorn et haben, als der Kap«fer KUm-Lum regieret hat.
10. Zu denen hohen Reichs«Cbzrgcn werden diefenige genommen, westche sich durch ihre Geschicklichkeit und Verdienste darzu würdig gemacht. Eswird hier kein Reichthum, noch Adel, sondern allein die Kunst , Tugend undEhrligkeit angesehen ; daher auch offt bey gemeinen Leuten eine ungemeineBegierde nach artigen Sitten, Weißheit und Wissenschafften gefunden wird,indem sie dieHoffnung haben,auch einsten durch einige Geschicklichkeit eine Eh»ren.Würde zu erhalten.
r i. Der Käyser hat zwey Reichs, eolleziz . oder zween vollgewaltigeStaats. Räthe, einen ausserordentlichen, der aus denen Printzen vom Ge»blüthe bestehet, und einen ordentlichen, welche mit denen Staats-^mist-rn,so man Lnlsos nennet, besetzet ist. Diese sind die eigendlicheReichestRäthe,und des Käysers von China geheimdeste lttinilt«, welche alle hohe Geschäffre umtersuchen, davon Bericht abstatten, und von dem Käystr den letzten Schlußempfangen, stächst diesem Reichs»Rath sind zu ffelcin sechs Höfe, oder Rä«the, deren Verrichtungen unterschieden sind, und sich über alle Provintzien vonSina erstrecken. Der erste wird l-U'V. das ist, derRath der Obrigkeit genemnet, welcher die Auffsicht über alle und Beamten des Reiches, und
saß eine ungemessene ^uKoricat hat. Der andere Rath wird dasist, f
der Rath der Gelder, oder der Rath genennet, welcher die gantze Kay. !strliche Schatz.und Rent.Kammer süminillriiet, und die EinnahmenundAusgaben ordentlich besorget. Derdritte Rathheissetl-i^pr),oder der Rath lund HoffGerichte der Gebrauche, lsr. l'-ibunal ricuum, welcher dieAuffsichtaus die keiigion, Opffer, Kirchen, Priester, Fest-Tage, Schulen, Leicb-
Begang«'