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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
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Seite
89
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Von dem AäyserthltM Thüm-

8?

pderStern-Deuterey undiurizpruclcnT, unterrichtet wird. In kleinern Schu-len müssen ^ie Kinder zu der grossen Menge der Wort-Lbz^Äeren (derglei-chen Hauptfiguren sie nach p. xlrcbski Bericht sechzehen hundert, oder, wie?. Günther will nur vier hundert haben) angewiesen werden. Was recht, ge-lehrte Chineser sind, die müssen auf die acht mahl hundert tausend Lbzr2<I-re5 zuerklaren wissen. Weil nun die Chinesische Sprache so schwer und weitläuffrigist, so pfleget man sich bey Hofe mehr der Tartarischen zu bedienen.

4. Sonst ist von denen Chinesern angemercket, daß sie wollüstig sind, unddas Weibes-Volck sehr lieben, auch viel auf das Tantzen und das Säyten-Spiel halten. Anfuhren Lom«ülen pflegen sie angenehme und lustige Stückevorzustellen. ^

5. Vermöge des Gesetzes dieses Landes ist ein ieder Chineser verbunden,das Gewerbe, oder die Kunst und Handthierung seines Vaters fortzutreiben,und darffsich keiner, ohne Erlaubniß der ktünWmen, unterstehen dieselbige zuändern. Die Künstler und Handwercker sind insgemein sehr arbeitsam, undwurden sie in dergleichen Dingen noch viel weiter gelanget seyn, wenn nicht ihreRegierungs» Art denen Ausgaben der I>nvsc-Pexsonen gewisse Masse gegeben,und sie von vielem zurück gehalten hatte.

6. Sie haben sehr reichlich gestifftete Hospitaler vor die Armen, weil inChina niemand betteln gehen darffdoch sind einige darunter offt so unverschämt,daßsie sichselbst offtblutige Wunden schlage«, und allerhand Griffe brauchen,um von denen Vorübergehenden ein Allmosen zu bekommen.

7. Insgemein ist diese t^ion furchtsam, und wird entweder durch ihregrosse Menge, oder durch ihr grosses Glück übermüthig. Die Chinesen tra-gen ihren Säbel wie die Tartarn, welche dasHcsstgegcn den Rücken zu, unddie Spitze vornen gegen die Schenckeln kehren. Zhr Reichthum bestehet, inSeide, Baum-Wolle, Perlen , Specereyen , Bisam, der in der gantzenMüder beste ist. Seide und Baum-Wolle sind in China so überflüssig zu ha-ben, daß damit die gantze Welt versehen werden kvnte. ^Jn denen Bergen ste-cken starcke Gold-und Silber-Adern, welche aber der Kaystr noch zur Zeit nichtnöthig erachtet, zu eröffnen, da man Gold-und Silber- Sand in denen Flüs-sen findet.

8. Die meisten Chinesen pflegen die Nagel an der lincken Hand nicht, oderdoch selten abzuschneiden, weil sie selbige vor einen Zierrath halten. Wenn sieZiemlich lang werden/o wissen sie dieselben mit einem Büchslein zu bedecken, da-mit sie nicht zerbrechen mögen. Die Weiber halten viel aufkleine Füsse, undtragen hohe Schuhe, worinne sie nicht wohl fortkommen können. Ihre Klei-der-Tracht istaus der xxm. nZur zusehen. AufdieGcbuhrts-Tagehaltensie fehr viel, und werden auch denen Geringsten Glück-Wünsche zu langem Le-ben gethan. Die Vornehmen werden mitgrossen Freuden-Bezeigungen, und

Anderer Thal. M Lob-