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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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l o Des vl'erdten Buchs <2ap. I.

nemlich lZsrlKolomTus Zt'eAeubalg, von Pulsnitz in Meissen, und -Heunchplurscho, von Wesenberg aus dem Hertzogthum Mecklenburg, nach derDänischen Lolonic l'rangucbzr, auf der Küste Lorom^ncle! in Ost »Indiengeschiehet worden, welche von der Zeit an viele Heyden in der Evangelisch-Lu-th^ischen Religion unterrichtet, und zu Christo bekehret haben. An. 1708.wurden diesen zur Hülffe Johann tLr,,st Gründler, von Weissenseeaus Thüringen, Johann Georg Bövmg, von Haltungen aus Westphalen,und Polycarpus Jordan, von Neu-Ruppin aus der Marck Brandenburg,nach dem sie von dem Bischoff in Seeland, v. Bornemann orNmiet wordev,nachgeschicket. Sie haben bey l'rangucb^ eine Kirche, Jerusalem genannt,erbauet, welche sie den 14. HuZulli 1707. eingeweihet haben.

vi/. 2lsta liegt zwischen dem i o. und 74. Grad der Breite, und dem54-Grad und 76. der Länge. Es begreiffet einen ziemlichen Theil des hitzi-gen Erd-Striches, noch vielmehr von den/ mitternächtigen gemäßigten Erd»Striche, und über 6. Grad von dem Nordlichen kalte// Erd-Striche. DessenLänge von der Meer-Ende der grossen Dardanellen, biß an das Östliche En-de von )e/lo soll 1500. teutsche Meilen, die Breite aber von Ktckzcca biß andas Eiß-Meer 1000. teutsche Meilen, der Umkreist 4500. Meilen sind.

vm. Dieser Theil der alten Welt ist fast durchgehends mit einer gesun-den und gemässgten L.uffc geseegnet. Denn nur wenige Grad gegen Nor-den wird in der grossen Tartarey einige Kälte verspühret; und in einigen In-sult/ bey Ost-Indien, auch Arabia pfleget es im Sommer etwas heiß zuwerden.

ix. Der Erd-Boden hat zwar nicht durchgehends gleiche Güthe undFruchtbarkeit; jedem/och hat der allmachtige Schöpffer fast einem jeden Landesonderbare Vortheile und Nahrung verliehen. Was der gebürgichten undwüsten Tartarey an Gcwürtzen, Früchten, Specereyen und Edelgesteinen vonder'Natur versaget ist, das wird durch mancherley Wildpret, schöne Pferde,die Zobeln, Hermelin und dergleichen reichlich ersetzet, von welchen letztern dieFelle nach Rußland, China, Persien, Ost-Indien und in die Turckey verhan-delt werden. Die Asiatische Türckcy hat ihr berühmtes Türckische Garn,viel Seide, Elephanten-Zahne, seidene Atlas und andere Stoffen, kostbareTapeten, eine grosse Menge Gall-Aepffcl, ,Cameel-Haar, Bisam, undmancherley KlznufaQuren, welche in Smirna, auch zu Tripolis in Syrien,und zu Constantinopel verhandelt, und durch die Levanten-Fahrer in Kurv-pam g eführet werde//. Persien hat seine schöne Seide, starcke Camele, ge-schickte Pferde, und herrliche Perlen, welche jahrlich vom P-Iio biß zum 5e-prcmber gefischet werden. Die schönsten werden bey der Jnsul K-Nzrem ge-funden. China hat seine Seiden-und Wollen-Klznufa6tt>ren, Gold in Flüs-sen und Bergen, und einen Überfluß an ?occell»in, Rubinen, Perlen /Topasern