Druckschrift 
Hand- u. Adressbuch der Geschlechtsverbände u. Stiftungen
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

78

Deutsohe Adelsgenossensckaft.

2. zu Hergabe unverzinslicher Darlehn an Damen undHerren in Fällen nichtversckuldeter Armuth, sowie zu üebung allerWerke christlicher Barmherzigkeit;

3. zur Auswanderungsbegünstigung auf ein neues Arbeits-feld, wo die hier verfehlte Existenz, ohne Voreingenommenheit zubegegnen, sich neue Bahnen schaffen kann;

4. zu Vermittelung von erspriesslicher Thätigkeit,Arbeitgeher (Anmeldung vacanter Plätze wird erbeten) und Arbeit-nehmer werden durch Auswechseln der Adressen vom Verein in Ver-bindung gesetzt, und Ersterem ausserdem zu Erkundigungen dieNamen der dem Letzteren zunächst wohnenden Nobilitas-Mitgliedergenannt;

5. endlich zu Erstattung der zu Erreichung der Vereinszweckeerforderlichen Auslagen; sie sind unter Fortlassimg jeglichen Auf-wandes auf das zweckdienliche einzuschränken.

Zur Beschlussfassung werden Rathstage angesetzt. Der Sitz desVereins „Nobilitas" ist in Potsdam.

2. Deutsche Adelsgenosseuscliaft.

Aufruf an den christlichen Adel Deutscher Nationvon Seiten der Abtheilung I der Deutschen-Adels-Genossen-schaft, welcher uns mit den Principien, der Organisation und derThätigkeit der „Deutschen-Adels-Genossenschaft" vertrautmacht. Sitz dieser, mit Corporationsrechten ausgestatteten, sich mächtigentfaltenden Genossenschaft ist Berlin.

Unsere Tage sind Kampfestage, Tage des Ringens zweier dieHerrschaft über die Geister anstrebenden Weltanschauungen, Tagedes Ringens um die ckristlich-sociale und wirtksckaftliche Wiederge-burt der alten historischen Gesellschaft. Von allen Seiten rückenehernen Schrittes die Schaaren zur Entscheidungsschlacht heran. HierAnarchisten und Social-Demokraten den Fluch der Gottlosigkeit aufden Lippen, drohend die Fäuste ballend gegen Eigenthum und Ge-sellschaft, dort die berufenen Hüter der Gottesordnungen auf Erden,ehrsame Handwerker und Bauern einander verbunden zu Schutz undTrutz für ihrer Arbeit goldenen Boden. Sociales Lehen, Zusammen-schluss überall, hier den finsteren Mächten der Verneinung, dort demWiderstand gegen dieselben dienend.

Nur auf dem Adel als solchem ruht noch immer die dumpfe Schwülesocialer Unthätigkeit, nur er, den seine Ueberlieferungen vorzugsweisezum Vortritt auf der Bahn der Reformen im Sinne wahrhaft christ-licher Ritterschaft und corporativer Einheit berufen, verharrt in seiner