Druckschrift 
Der Zustand des Erdinnern
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

25

indes denselben in seine Betrachtung einführen zu können, daihm die nöthigen Daten über das Verhalten der einzelnen Körperfehlten. Er sagt, daß das Erdinnere mehr oder wenigerflüssig sein müsse, wenn das Bestreben der Temperatur,die Massen zu verflüssigen, schneller zunehme, alsder Einfluß des Drucks, welcher sie verfestigt, daß aberumgekehrt das Erdinnere fest sei, wenn der Druck sichstärker geltend mache, als die Temperatur, mit anderenWorteiw ob die Erde fest ist oder flüssig, hängt von der re-lativen Zunahme der Temperatur und des Druckes ab, sowievon dem Verhalten der erdbildenden Stoffe gegen Druck undWärme.

Hopkins machte, ebenso wie Bunsen," einige Versuchebezüglich des zuletztgenannten Punktes. Er fand, daß derSchmelzpunkt von Wachs, Schwefel, Stearin durch steigendenDruck erhöht wird, daß die Erhöhung der Schmelzwärme abernicht proportional dem Druck stattfindet, sondern mit steigendemDruck geringer wird. Für metallische Legierungen konnte er über-haupt keine Schmelzpnnktserhöhnng bei zunehmendem Druck be-obachten. Hopkins selbst legte seinen Versuchen keinen entschei-denden Werth bei, da die untersuchten Substanzen als Bestandtheileder Erde nicht oder nur in ganz untergeordneter Menge inBetracht kommen. Bezüglich der mineralischen Stoffe standenihm keine Daten zu Gebote.

Später behandelte W. Thomson denselben Gegenstand.Sein Bruder I. Thomson hatte das Gesetz aufgestellt, daßfür alle Substanzen, welche sich beim Erstarren zu-sammenziehen, Druck den Schmelzpunkt erhöht,während bei den Körpern, welche beim GefrierenVolnmvermehrung erfahren, der Schmelzpunkt durchDruck erniedrigt wird. Für Wasser hat Thomson dasGesetz experimentell bestätigt. Eis schmilzt unter erhöhtem Drucks

<8ZI)