22
Auftreten der Blondhaarigkeit und Blauängigkeitunter den heutigen Juden jener Vermischung desjüdischen Volkes mit Jndogermanen, wie sie nachunseren obigen Auseinandersetzungen im Alterthumestattgefunden hat, zuzuschreiben. Auch wird es unskaum in Erstaunen versetzen, wenn wir sehen, daß eine Rassen-mischung, die vor Jahrtausenden sich vollzogen hat, noch beiden heutigen Juden in ihren Folgen zur Geltung kommt, da,wie oben bemerkt, die ethnischen Charaktere sich mit außer-ordentlicher Zähigkeit zu erhalten pflegen, und da gewisseEigenschaften der Vorfahren, die anscheinend bei den Nach-kommen längst erloschen sind, selbst nach Jahrtausenden als„atavistische Erscheinungen" wieder zu Tage treten.
Um ans die Frage nach der Verbreitung des blondenjüdischen Typus zurückzukommen, so wurde bereits erwähnt,daß blonde und blauäugige Juden in den verschiedensten Ländernund Klimaten angetroffen werden. Schon im vorigen Jahr-hundert hat Lempriere, ein französischer Arzt, der längere Zeitin Marokko lebte, die Häufigkeit des blonden Haares, der blauenAugen und des hellen Teints unter den Juden dieses Gebieteshervorgehoben, und bei den Juden Algeriens haben Rozet, Boryde St. Vincent und Broca, bei denjenigen der RegentschaftTunis hat Wilde die nämliche Thatsache konstatirt.^ NachBlakesley ist bei den Juden der nordafrikanischen Küstenländermit dem blonden Haare, den blauen Augen und der hellenHautfarbe nicht selten eine gerade Nase und ein fast gerad-liniges Profil kombinirt. An dem Znstandekommen des letzterenhat die Form des Kinnes, welches von dem zurücktretendenKinne der Juden anderer Länder sich wesentlich unterscheidet,einen gewissen Antheil. Auch soll nach Blakesley die geradeNase und das geradlinige Profil bei den Juden Nordafrikasum so häufiger vorkommen, je weiter man von Algier aus in
<7S2)