Äis vor kurzem umr die Reinheit der jüdischen Rasse einfast unbestrittenes Dogma; denn nicht nnr in Laienkreisen,sondern anch unter den Anthropologen war die Ansicht ziemlichallgemein verbreitet, daß die Kinder Israels den von ihnenvertretenen semitischen Typus von Vermischung mit anderenethnischen Elementen frei erhalten und daß dieselben vermögeder Jahrtausende hindurch fortgesetzten Jsolirnng und Ab-geschlossenheit diese Stammesreinheit bis auf den heutigen Tagbewahrt hätten. In seiner verdienstvollen Abhandlung: „ZurVolkskunde der Juden" ^ erkennt Richard Andree zwar dieThatsache an, daß in den ältesten Zeiten Mischungen der Judenmit anderen Völkern stattgefunden haben; der besagte Autorspricht aber zugleich seine Ansicht dahin aus, „daß diese Bei-mischungen von dem unverwüstlich scheinenden Stamme völligüberwunden und derart aufgeschlürft worden seien, daß dasallgemeine homogene Gefüge darunter nicht litt und der monu>mentale Hebräertypus in Körper und Geist stets siegreich wiederans der Mischung hervorging". Weiterhin bemerkt der nämlicheGelehrte: Die sämtlichen Mischungen mit heidnischen Weibern,welche in den ältesten Zeiten in Vorderasien stattfanden, konntenin Bezug auf den körperlichen Habitus der Juden um deswillenkeine sehr wesentliche Aenderung hervorbringen, weil es meist
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