19
die im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung im südlichen Theilevon Mesopotamien wohnenden Jnden sich von jeder Vermischungmit fremden Elementen frei erhalten haben, hat sich die jüdischeBevölkerung der südöstlich von Babylonieu gelegenen persischenProvinz Chnsistan dermaßen mit der dort einheimischen Be-völkerung vermischt, daß fromme Häuser der jüdisch-babylonischenProvinzen sich scheuten, mit chusistischen Jüdinnen ein Ehe-bündniß einzugehen. Ebenso kam es auch in der am Tigrisgelegenen Stadt Machuza zu einer intensiven Mischung der dortwohnenden Juden mit der einheimischen Bevölkerung. Daß im6. und 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung vor dem AuftretenMohammeds arabische Fürsten und zahlreiche Himjariten zumJudenthume übertraten, ist deshalb von geringerer Wichtigkeit,weil ein den Juden so nahe verwandtes Volkselement, wie dasarabische, auf die körperlichen Eigenthümlichkeiten der Judenwohl kaum einen umgestaltenden Einfluß auszuüben im ständewar; dagegen war es für die Rasscnmischnng im Judenthumejedenfalls von einiger Bedeutung, daß im 8. Jahrhundert Bulau,der Fürst der Chasaren, zum Judenthum sich bekehrte, was zurFolge hatte, daß es zu einer Mischung der Juden mit dembesagten türkisch-finnischen Stamme kam. Endlich sei hier nocherwähnt, daß in Ungarn vom 11. bis zum 13. Jahrhunderteheliche Verbindungen zwischen Magyaren und Juden einhäufiges Vorkommniß waren. Wenn König Ladislaus derHeilige von Ungarn durch Gesetz vom Jahre 109tZ die Ehenzwischen Christen und Juden verbietet, so hatte eine solchegesetzliche Bestimmung nur dann einen Sinn, wenn derartigeEhebündnisse überhaupt vorkamen. Noch im 13. Jahrhundertist nach einem Berichte, den der Erzbischof Robert von Grandem Papste erstattete, die Zahl der in Ungarn zwischen denBekennen: des christlichen und jüdischen Glaubens abgeschlossenenEhen eine sehr beträchtliche gewesen."
2" l?2g)