33
cheleien der Anderen riigten. Unter dieser Partei trat alsWortführer besonders Kallistratns, ein Neffe des Aristoteles,hervor, der als Geschichtschreiber sich dem Heere Alexandersangeschlossen hatte, ein Mann von hoher Bildung, aber vollSelbstüberhebung, von herbem Wesen und in trotziger Frei-müthigkeit sich gefallend. Er hatte Philotas nahe gestandenund einstmals demselben auf die Aeußerung, ein Königsmörderwerde nirgends einen Zufluchtsort finden, geantwortet, Athenwerde einen solchen nicht versagen, da es fortwährend denHarmodios und Aristogeitvn feiere und für die verjagten Hera-kliden die Waffen ergriffen habe. Man sieht, wovon die Herrenredeten, und mancher Kriegsmann fchloß sich an ihn an. Fürsie war dies neue Vorgehen des Alexander ein Stachel, der siebis anfs Blut traf. Von diesem Gegensatz ging der unheil-volle Zusammenstoß des Königs mit Klitus ans, bei dein mannur zweifelhaft fein kann, was dabei größer war, ob das Un-glück, oder das Unrecht, Es war nach Arrian um die Zeitder Dionysien, also im Winter 328, an deren Statt aberAlexander ein Fest der Dioskuren feierte. Ein Schmaus derGenerale und des Hofes fchloß die Feier, bei welchem SchmeichlerThorheit redeten und sich Parallelen erlaubten zwischenAlexander und den Gefeierten, die ans irdischen zu göttlichenVerhältnissen und Ehren aufgestiegen, aus TyndarussöhnenDioskuren, Söhne des höchsten Himmelsgottes geworden seien,man möchte glauben, es habe sich um ein Gedicht zu der Feiergehandelt. Das Gespräch zog auch den Herakles heran undverbreitete sich über den Neid der Menschen, der den Sterb-lichen in den Weg trete, daß ihnen von ihrer Mitwelt diegebührenden Ehren uichr zu theil würden. Unter den Gästenwar auch Klitus geladen, der Bruder von Alexanders Amme,Er hatte, sagt Arrian, mit dessen Worten wir den unglücklichenVorfall wiedergeben wollen, längst merken lassen, wie ärgerlich
Sammlung. N. F. V. 99. 3 (103)