makedonischen Königsgewalt war damit in Frage gestellt; werhatte gegen einen Gottkönig denn noch ein Recht? es stießeneben zwei unversöhnliche Gedankenwelten aufeinander.
So begann denn in Alexanders Nähe ein passiver Wider-stand sich geltend zu machen, eine Unbotmäßigkeit, die an demHerkömmlichen festhielt, und ein Kampf, mit Witz und Sar-kasmus geführt, den wir leider genöthigt sind mehr zu errathen,weil uns über Alexander keine Geschichte, sondern nur eine noth-dürftige Skizze, zumeist über das, was ins Auge fällt, vorliegt;aber wir sehen, was vorgegangen ist, wenn drei Jahre späterPhilotas, der Verschwörung gegen Alexanders Leben angeklagt,nachdem er wenigstens durch sein Schweigen ohne Frage denKönig in die höchste Gefahr gestürzt hatte, behauptet, daß seit-dem Alexander wegen dieser Aeußerungen gegen ihn grimmigenHaß im Herzen trüge, und wenn Klitus, seiner Amme Bruder,drei Vierteljahre später den Hohn gegen den König ans diehöchste Spitze treibt, steigt man nur auf vielen Stufen unddurch manche Vorkommnisse zu solcher Schärfe der Gegensätzeempor.
Für den Augenblick gewann Alexander die Aegypter nichtallein durch den Schutz, den er ihren Tempeln angedeihen ließ,sondern opferte selbst dem Apis, verherrlichte seine und andereFeste durch griechische Aufführungen, gründete in Alexandrianeben griechischen Tempeln auch einen der Isis. Das Kom-mando der zurückbleibenden Truppen blieb natürlich in denHänden von Makedonien», die Verwaltung organisirte er unterägyptischen Großen und suchte überall dem ägyptischen Volks-leben, so fremdartig es ihm erscheinen mochte, in jeder WeiseRechnung zu tragen und ordnete möglichst alle Verhältnisse.Dann nahm er das blutige Werk des Krieges wieder auf. Sonahm er von dem Halse der Aegypter ein Joch, das schwerauf ihnen gelastet hatte, ebenso wie er es früher in Kamen und
<9S)