dem Westen war fast ganz gelähmt und in die Hände derGriechen übergegangen. Welche Stellung, mußte man fragen,würde Alexander zu ihnen einnehmen? Die Antwort lautetdoppelt- wenn sie wollten, die eines Befreiers, wenn sie nichtwollten, eines Siegers. Geknechtet waren sie, wie alle anderenVölker des persischen Reiches, Religion, Verfassung, Gesetz,Sitte, soweit nicht die Seeverhältnisse ihnen einen Schutz ge-währten, unter die Füße getreten. Das alles nahm Alexanderunter seine Obhut, begehrte für sich, was des Reiches war, be-rief die Sprößlinge der edelsten Geschlechter zur Verwaltungund Behütung des Volksthümlichen, so in Sidon und anderenStädten, die ans dem Siege bei Jssus sich eine Lehre zu ziehenwußten, und von ihrem Uebertritt erntete Alexander sofort dieFrucht, die Kontingente, die sie zur Flotte hatten stellen müssen,welche den ganzen Sommer über im ägäischen Meere unthätiggelegen hatten, vom Hofe nicht unterstützt und von jedem ge-wagten Unternehmen zurückgehalten durch die Furcht vor denIntriguen persischer Großen; jetzt verließen sie dieselbe, stelltensich Alexander zur Disposition, der sich nun wieder eine Flottebilden konnte und die Seetüchtigkeit der griechischen Slädte,zumal in Kleinasien, trefflich zu benützen wußte. Aber einanderer Theil der Phönizier, zumal Tyrus, verblendete sichauch jetzt noch darüber, daß der Fall des persischen Reichesnur eine Frage der Zeit sei, und drängte so Alexander, seineganze Tüchtigkeit als Ingenieur gegen sie zu entwickeln und,wenn auch in riesigem, siebenmonatlichem Ringen gegen alles,was Seeknnde, Tapferkeit und zuletzt Verzweiflung gegen ihnaufbieten konnte, in die Schranken zu treten und auch denKampf mit den Elementen nicht zu scheuen. Tyrns verschwandfür den Augenblick von der Erde, und Alexander zeigte seinenGegnern, daß er, wo es sein müsse, auch energisch zu strafenverstehe. Ich schenke es mir, Ihnen von den Kämpfen mit
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