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ausrief, nun seien sie zum zweitenmal gefallen, noch einmalentthront; wer ihnen nun ein zweiter Alexander werden würde,— Aber tiefer läßt uns der Umstand blicken, daß Alexandereinen wahren Freund habe gewinnen und bis an dessen Lebens-ende festhalten können, denn dem Freunde zahlen wir durch das,was wir sind, Freundschaft kann nur ans gegenseitiger Achtungberuhen. Sie gründet ans nichts Irdisches; Liebe kann erwecktwerden durch Schönheit, Anmuth, Witz, durch mannigfache ge-sellige oder persönliche vergängliche Vorzüge und Giiter, dennsie berührt sich mit der Sinnlichkeit; wo Freundschaft ist, daist Werthschätzung; den Werth des Anderen aber mißt der Menschnach dem eigenen Werth: wir schätzen am Anderen, was wiran uns selber am höchsten schätzen, oder am höchsten schätzenwürden, wenn wir es besäßen. Freundschaft will nichts vondem Freunde, sie will dem Freunde etwas sein, sie freut sichzu leisten und zu opfern. Und wie Alexander über Freund undFreundschaft dachte, das hat er in einem bedeutenden Momenteklar ausgesprochen. An seines Hephästion Seite trat er zuder gefangenen Mutter und Gattin des Darius ein. Eingedenkder Grausamkeit, mit der die Perser in solchen Fällen meistensverfuhren, demüthigte sich die Erstere, warf sich für sich undWeib und Kind ihres Sohnes dem Sieger zu Füßen; aber sienahm für denselben den größeren, stattlicheren Hephästiou.Als sie dann über den Irrthum belehrt ward, da jammerte sielaut auf, nun sei sie ganz verloren. Sie, eines Königs Mutter,im Geiste vielleicht schon Ahne einer Reihe von Königen, hattevor einem Unterthanen, einem Knechte, gekniet, von ihm Er-barmen erfleht, wem konnte sie nach dieser Stunde noch mitköniglichem Selbstgefühl entgegentreten? Und Alexander? —Alexander, voll Verständniß für ihr Gefühl, ergriff sie bei derHand und sprach: „Sei ruhig, Mutter, das ist auch Alexander.Er ist mein zweites Ich, ist König, wie ich, er herrscht in