Druckschrift 
Alexander der Grosse
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

solch ein Kampf gegen Persien eine Wohlthat erster Größe.Seit einem Jahrhundert strebte dasselbe durch Geld die Feind-schaften der Griechen zu nähren und den inneren Hader zuerhalten, indem es den einen Stamm gegen den anderen zuHetzen und Griechenlands Kraft durch griechische Waffen zubrechen suchte.

Der Gedanke war glücklich; indes die angegriffene orienra-lische Welt hat auch ein Rechl, zu fordern, daß man den Kriegunter ihren: Gesichtspunkt betrachte; aber die oberflächlichsteKenntniß der persischen Geschichte genügt, um uns zu belehren,daß die persischen Könige sich zu ihrem Herrscherberuf vollkommenunfähig zeigten. Denn was enthüllt sich uns hier? Aufständevon Völkerschaften, Abfall von Städten, Auflehnung einzelnerDynasten bis zu der eines königlichen Prinzen hinauf, wechselnunablässig mit Palastintriguen, den entsetzlichsten Grausamkeitenund Blutthaten aller Art. Es genügt, die Geschichte des Datamesim Nepos zu lesen, um den bodenlosen Abgrund zu erkennen,der sich hier unter den Füßen einer solchen Herrschaft öffnet.Gehen wir aber von dieser äußeren Geschichte über auf die innere,so finden wir Zertreluug der einzelnen Völkerschaften unter diehvchmüthige, despotische,,Willkür persischer Großen, daneben nurprunkende Verschwendung, Ueppigkeit und sSchlemmerei. DieMänner, denen die.Leitnng nndsOrdnnng der einzelnen Provinzenübertragen 'war, hatten entweder als geborene Perser für dasinnere Leben der Völker kein Verständniß und brachten ihrenGedanken und Interessen, selbst den heiligsten, chn besten Fallenur Gleichgültigkeit, oft genug nur Verkeunuug, Verachtung undMißhandlung entgegen, oder erweckten als von den Fremdenerhobene Günstlinge nur Haß, Verachtung und Widerwillen, sodaß die Beseitigung solcher Herrscher nur als ein Freiheits-morgen konnte begrüßt werden. Auch unter despotischer Herr-schaft, unter Sultanslaunen entwickelt sich bisweilen eine Blüthe

i?7i