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Philipp, der einige Jahre in Theben als Geisel festgehaltenwar, die Gelegenheit benutzt hatte, die griechische Bildunggründlich kennen zu lernen. So hätte er seinein Reiche einFührer zu derselben werden mögen, wenn er, der König, denBeruf in sich gefühlt hätte, der geistige Reformator seines Landeszu werden. Aber die Staatshändel zogen ihn mehr an, ergedachte nicht sowohl als Glied sich in die griechischen Organismeneinzufügen, als vielmehr sich als Herrscher über sie zu stellen. Erorganisirte sein Militär auf griechischem Fuße, suchte durch eineReihe glücklicher Unternehmungen und Verbindungen den Eintrittin den Bund des südlichen Griechenlands und dadurch eineFührerstellung für das gesamte Volk der Griechen zu gewinnen.Beiläufig bemühte er sich auch griechisches Leben und griechischeWissenschaft und Kunst seinem Lande zuzuwenden und an seinenHof zu verpflanzen. Aber vor allen Dingen setzte er dengriechischen Kampf in geordneten Gliedern an die Stelle desMassengefechtes der Makedonier, bildete so die makedonischePhalanx der griechischen nach, behielt aber für sie die schweremakedonische Sarisse bei, wie sie der dortige derbknochigeLanzknecht noch sichren konnte, und gab so derselben eineUeberlegenheit über ihr Muster, wie viel mehr über die um-wohnenden Barbaren. Aber nachdem er den Eintritt in denAmphiktyonenbund erlangt, begriff er die Nothwendigkeit, durcheine nationalgriechische Unternehmung die letzte Schranke hinweg-zuräumen, er wählte einen Rachekrieg gegen das Persische Reich,um die Kriege und Eifersüchteleien der Griechen zu beseitigenund durch gemeinsame Siege an ihrer Spitze ein neues Bandzwischen sich und ihnen zu knüpfen. Nachdem er den Widerstandseiner griechischen Gegner, Theben und Athen, bei Chäroneaniedergeworfen, ließ er sich zu Korinth zum Bundesfeldherrnwählen und rüstete sofort zum Kriege; hatte doch einst Athenin gleicher Weise sich emporgeschwungen. Für Griechenland war
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