gebirge von ihren südlichen Stammesbrüdern geschieden, hattensie jahrhundertelang in der Zeit des höchsten Aufschwungesgriechischen Lebens und griechischer Kunst keinen Theil genommenan ihrem geistigen Streben und ihrer politischen Entwickelung,hatten den Verbindungen und den Festen, an die sich dieselbenknüpften, fern gestandeiu In dem schrecklichen Sturm der Perserkonnte Griechenland sie nicht schützen, und die Folge war, daßdie Perser im Schoße Makedoniens ihr Hauptquartier nahmen,Dadurch wurde die Scheidung immer größer und das Volk galtin Griechenlands Glanzperiode den Griechen als ganze oderhalbe Barbaren, Vielleicht vergleicht man das Verhältniß nichtganz unpassend den deutschen und skandinavischen Stämmen,Grundverschieden von den Griechen sind sie nicht. Hier inPiörien ist die Heimath der Musen, hier die Gegend, woOrpheus saug, hier der Schauplatz eines nicht geringen Theilesder Bacchusmythe, auch rühmte sich die Königsfamilie griechischerAhnen und bemühte sich wiederholt, sich der griechischen Bildungzu nähern, ja sie an ihrem Theil zu Pflegen; sie zog Euripidesdorthin, der dort mehr als eine seiner Tragödien schrieb, zogAgathon heran und hätte dem Sokrates sich geöffnet, wenn ersie nicht verschmäht hätte, Ihre Sprache hatte Eigenthümliches,stand aber, so scheint es, dem Griechischen doch nur als Dialektgegenüber, aber im Kerne ihm nicht fern. Blieb auch das Volk,zumal die Bewohner der oberen gebirgigen Flußthäler, griechischemLeben und griechischer Anmuth fern, zum Theil unter heimischenFürstengeschlechtern, die sich aber dem makedonischen Königthumunterordneten, so haben wir doch nicht zu zweifeln, daß auchfür sie das Wehen des griechischen Geistes nicht wird umsonstgewesen sein, wenn sie auch vorläufig bei der rauhen und derbenWeise der Väter blieben und thrakische Händel höher hieltenals die Verhältnisse griechischer Staaten. Aber mächtig hattesich schon vor Alexander die Ausgleichung angebahnt, indem
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