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Die Niersjunker : ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts
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Leuten konferire und trinke, dieser Rekel, Hundsfoth, Schelm, eingemachteSchelm, zehnfach doppelte Schelm". Der anwesende Junker Barichwies ihn zurecht und meinte,daß um 100 Dukaten Niemand vonuns solches im Geusenland zu Sonsbeck von eurem Prädikanten sagendürfe"; Junker Horst ließ aber nicht nach und ergoß sich in neuen Schim-pfereien. Der Drost Freiherr von Hoensbroech aber zog den Junkervor Gericht und forderte die strengste Bestrafung, die auch erfolgte').

Das Mitgetheilte mag zur Charakteristik der Junker Horst hin-reichen; dem moralischen Bankerotte folgt sehr bald der finanzielle,der zur Subhastation und zum Verkaufe ihres Gutes führte.

Die auf Bremenhorst gesessenen Junker Fuirden sind uns bereitsmehrfach begegnet, sie haben sich in nichts besser gezeigt, als die Sa-velant und Horst; auch sie kamen Ende des 10. Jahrhunderts als Fremdein's Land, anch sie hatten dasselbe Ende. Nachzutragen bleibt noch,daß sie anch mit ihrem Nachbarn zu Altvehlar unter Wetten, demJunker Philipp von Dam, in Streit lebten, den der ältere Fuirdennicht allein mit den immer bereiten Schimpfreden, fondern anch mitSchlägen übel traktirte'H.

Ihr Nachfolger im Besitze von Bremenhorst war der bereitseinmal genannte Junker Barich. Auch ihn mußte der Drost Mar-quis von Hoensbroech noch 1710 vor Gericht ziehen. Barich hatte näm-lich einen Knaben von 12 Jahren, welcher in der Nähe seines Hofesstand und von dein er glaubte, daß er in seinem Banmgarten Aepfelstehlen wollte, nicht allein mit seinen: Schnaphahn in die Seite gesto-ßen und Arme und Beine blond und blau geschlagen, sondern auchauf den armen Jungen, als er davon lief, geschossen, so daß derChirurg 00 Hagelkörner tief in: Fleische fand. Das Urtheil lauteteans 50 Goldgnlden, zudem hatte er dein Knaben Schmerzensgeld zu zahlen^).

Einen weiteren Beweis des finanziellen Ruins der Junker liefern unsdie vielen Steuer-Exekutionen, von denen wir nur eine anführen wollen.

Junker Winand de Brupn zu Steeg war an Steuern 71 Rthlr.6 Schilling schuldig geblieben. Der Amtsempfänger mahnte verge-bens und mußte ihm endlich eine Exekution von zwei Kanonieren zu-schicken, die so lange auf seine Kosten zehrten, bis er den Rückstandgezahlt hatte'). Das Gut Steeg kam kurz nachher zun: Verkaufe.

0 Archiv Haag. Die Meisten dieser Junker waren Protestanten, das Land-volk nnsnahmelos katholisch.

H A. a. O. ;

H Ger. Prot iin St.-A. zu Gelder»,ch A. a. O.