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Dem Gesagten bleibt nur noch zuzufügen, daß zur selbe» Zeitdie Hexenverfolgnngen hier zu Lande anc-brachen und INlS und lbtülallein in Geldern eilf der Hexerei beschuldigte Frauen vor Gericht ge-stellt, schuldig erklärt und verbrannt wurden').
Die, nothwendige .Felge dieses entsetzlichen Znstandes war dieallgemein einreißende Verwilderung der Sitten. Die Zahl der Hin-richtungen mehrte sich mit jedem Jahre; die bezüglichen Urtheilenennen alle Arteil van Verbrechen: Diebstahl, Raub, Mord, Ehe-bruch und Unzucht, Zauberei und TeufehZ'eschwörung.
II.
Grade um diese Zeit finden wir das Amt Geldern mit kleineilKastellen aber Burgen übersäet. Allein in den kleinen GemeindenCapellen, Wetten, Veert und Pant zählen wir deren nicht wenigerals 22. Alle waren durch Gräben, Dämme und Thiirme mehr oderminder stark befestigt. Auf diesen Kastellen hauste aber eine Un-zahl meist verarmter Junker in einer eben nicht ritterlichen Weise:vail den alten Rittern war in diesen Sans- und Raufbolden auchnicht eine Faser. Die meisten von ihnen waren fast einzig auf denErtrag spärlicher Erbpächte lind einiger Morgen schlechten Landesangewiesen, was in dem Umstände seine Erklärung findet, daß diewenigen größeren Güter zersplittert und die durch Erbtheilung oderKauf in die Hände.dieser kleinen Herren gelangten kleinen Bauern-höfe zu „Ritterburgeil" umgeschaffeu wurden. Mit ihrer Verarmungstiegen aber auch ihre Bedürfnisse. In den Wirthshäusern war ihrSammel- und Tummelplatz; hier fochten sie mit Maul und Degenihre faulen Streitigkeiten aus, hier tranken sie sich neuen Muth anund ersäuften in Bier ihre häuslichen Leiden.
Ein lateinischer Vers schildert sie uns folgendermaßen:
„Lgnul .blirsnni, tininen in (IGein.
Unbitnt evrtniu boniinnni AKNN8, jnnbberi voenntnr.KpIsnciiUs vivunt,
Imntk Inbunt,
Gninibus civbentIR nknüni snlvunt.
Zu deutsch etwa:
Am Flüßchen Niers im GeiderlaudWohnt ein Geschlecht Junker genannt,
') Nettesheim I, S. 357.