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Die Niersjunker : ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts
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Straße mit der Frau des Junkers Winand de Bruyn in Streit.Sie hatten sich schan lange herumgezankt und mancherlei Artigkeiteneinander gesagt, als die Frau auf den Savelant mit den Wartenlosfuhr:sein Graßvater sei ja Jäger beim Junker Boß und einesKüsters Sahn gewesen und habe nach Bossen'S Tode dessen Frau ge-heirathet"'). Ob das Gesagte wahr und des Junkers Urahn Jägerund eines Küsters Sohn gewesen, muß dahingestellt bleiben, jeden-falls ist die ergötzliche Scene auf offener Straße für die damaligenZustände sehr belehrend. Für diese Verunglimpfung und Schmähungihres Stammbaumes wußten sich aber die Savelant auf ihre Weisezu rächen. Zwei Jahre später traf Junker Gerard von Savelantmit Junker Winand de Bruyn zusammen;ohne gegebene Ursacheund vorhergehende Worte," wie bezeugt wird,faßte er diesen vonhinten bei den Haaren, warf ihn vom Stuhle und schlug und trak-tirte ihn dergestalt in sein Angesicht und seine Augen, daß gemelterde Brupn nicht aus denselben sehen kannte und zu besorgen stand,daß er das eine Auge nicht mehr gebrauchen könne" Z.

Endlich erfahren wir noch von den Savelant, daß einer vonihnen 1601 eine gewisse Frau Beel Luitgens elendig zugerichtet hat,weshalb er für erlittene Pein, Schmerzen und Bersäumniß zur Zah-lung von 4 Rthlr. verurtheilt wurde H.

Die finanziell ruinirte Familie hielt sich nicht lange mehr imBesitz von Hoenselaer, das Anfangs des 18. Jahrhunderts von deinMarquis von Hoensbroech angekauft wurde.

Wie die Savelant trieben es auch ihre Nachbaren, die Junkervon der Horst, die wir bereits in einigen Exemplaren kennen gelernthaben. Sie wohnten auf Dierforth, das Dederich van der Horst 1500für 8200 silberne Thaler angekauft hatte. Woher sie kamen, erfahrennur nicht, erhalten aber über ihre äußere Stellung die Auskunft, daßsie niemals den Rittersaal frequentirt haben. Des genannten DerickEnkel war Junker Dederich Wilhelm von der HorstH. Dieser führteauf Dierforth ein gar schmutziges Leben mit seiner Haushälterin Jeu-nekeu, von der er drei Söhne hatte. Das geistliche Gericht sowohl wieder Drost Freiherr von Hoensbroech forderten wiederholt die Eutfer-

') Archiv Haag.

0 Ger. Prot, im St.-A. zu Geldern.

") Archiv Haag.

h Von einer seiner Ahnfrauen, der Catharina von Erp genannt Wardenburg,Wittwe von Dederich von Cleve genannt Hessen wird gesagt,dnft sie eineentlaufene Proseßnonne (een vtganßkns protvssäe Houas gewesen sei".