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6 (1846)
Entstehung
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bis Abend mit Gästen angefiillt und kleinere Gesellschaften führen inPrivatcirkeln maskirte Darstellungen auf. Nach drei Tagen kehrt Alleswieder in die gewöhnliche Ordnung zurück, den» daß ein solches Festkurz sein müsse, haben die Unternehmer richtig eingesehen. Der Ueber-schuß der Einnahme wird zu wohlthätiger Unterstützung des Waisen-hauses und der Armenschulcn beider Confesssonen verwendet."

Unter den besondern Sehenswürdigkeiten Kölns dürfen wirdas Diorama der Gebrüder Meister nicht übergehen. Das Lokal istin der Wolfsstraße nicht weit vom Nenmarkt in einem runden, vonoben erleuchteten und zweckmäßig im Innern eingerichteien Gebäude.Die Vorstellungen wechseln; vas Diorama ist täglich von 8 Uhr Mor-gens bis 5 Uhr Abends geöffnet. Beträchtliche Sammlungen seltenerund guter Oelbilder, Kupferstiche, seltener Bücher, Handschriften unddergl. findet man bei mehren Privatpersonen. Höchst interessant ist dieSammlung von rvlographischc» Werken und alten Drucken des Kanonikusvon Büllingen, die Gemäldesammlung des Kunsthändlers Willmes, dieder Herrn Oppenheim, sin welcher ein Velasguez de Silva, QuintinMcsfis, Salvator Rosa und andere ausgezeichnete Stücke) sowie andererachtbarer Kunstliebhaber. Eine große, nach dem Svstem geordnete Pflan-zensammlung besitzt der Apotheker Söhlmever, welcher auch eine oryktog-nostische Sammlung von etwa 3000 Eremplaren hat. Eine ähnliche, wichtigfür Kölns Umgegend, die Eifel und den Laacher See vulkanischen Ur-sprungs zeigt Apotheker Heis, sowie auch in der Wohnung des MalersMcinertshagen eine schöne und große Naturaliensammlung aufgestellt ist.

Dem Handel Kölns müssen wir noch besondere Bemerkungen wid-men, wenn gleich schon aus dem Ueberblick der Geschichte dieser StadtVieles darauf Bezügliche zu ersehen ist. Namentlich haben wir darzuthunversucht, wie im Laufe des l7. und 18. Jahrh, durch das Eintreten höchstungünstiger Conjunkturcn der Handel immer tiefer sank, und unter derfranzös. Verwaltung beinahe gänzlich z» Grunde gerichtet war. Seit Köln,vom I. 1814 an, wicver zu Deutschland gehört, hoben sich auch Handelund Verkebr von Neuem, und durch Dampfschifffahrt und Eisenbahnen ge-fördert, sind sie jetzt zu einer Entwicklung gelangt, welche in mehr alsEiner Beziehung der in den schönsten Zeiten des Mittelaltcrs gleich kommt,ja demnächst dieselbe noch übertreffen dürfte. Man hat neuerdings ange-fangen, Köln das deutsche Venedig zu heiße». Offenbar hat der Rhein-handel am meisten gewonnen, wodurch denn als natürliche Folge auch dieSchifffahrt sich vermehrte. Die rheinisch-preuß. Dampfschifffahrtsgcsellschaft,deren Direktion in Köln ihren Sitz hat, befährt den Strom von Straß-burg bis Wesel mit 24 Schiffen, die schwächsten zu 30 und die stärkstenzu 120 Pferdekraft. Hierzu kommt der Verkehr der 8 Düsseldorfer Dampf-schiffe, der 7 niederländischen und der 3 der Rhein-Mel-Gesellschaft, nebstdem der zahlreichen Segelschiffe, wovon Köln allein über 40 hat, die an4000 Laste» tragen. Nicht minder sind in neuester Zeit die Dampfschlepp-schiffe als Verkehrsmittel von Belang geworden. Köln versendet haupt-sächlich Oel, Getraide, Wein, Tabak, Manufaktur- und Kolonialwaaren,Farbcstoffe, Baumwolle, Häute, Leser, Holz und Steinkohlen, auch Traß,Pfeisenerde, Potasche, ider Chemiker Liebig soll in diesem Jahre an36 000 Centner für eine neue Guanofabrik gekauft haben), Alaun unddiesen ähnliche Gegenstände. Die Versendung und Zufuhr über Land hat sichseir Eröffnung der beiden mehrerwähnten Eisenbahnen verdreifacht. Wird dieEisenbahnlinie gegen Minden die ostrheinische eröffnet und somit der Zu-sammenhang mit den norddeutschen Linien bewerkstelligt, dann läßt sichdie Steigerung des Verkehrs kaum berechnen. Vierzehn Handlungen derStadt machen ausschließend ihre Geschäfte in Geld, Papieren und Wech-seln; Großhändler und Cvmmissionshandlungen gibt es nahe an 200;Geld-, Waaren- und Schiffsmakler >2, Kaufleute mit offnen Läden über650, wovon allein 170 Gewürz-, Spezerci- und Materialhäudler; außer-dem 82 Weinhändler, 25 Getraidehändler, 26 Hvlzhändler, >5 Buch- undKunsthandlungen, über 600 Krämer ohne kaufmännische Rechte. Auch dieZahl der Fabriken beläuft sich gegen 80, worunter 10 chemische Fabrikenund 12 Zuckerraffinerien. Sehr zahlreich sind die Webstühle, von denenallein an 190 in Seide und Halbseide arbeiten. Die Kölner Seiler lieserngute Arbeit und die in jüngster Zeit gegründete Fabrik platter und runderTaue setzt ihre Waare weithin in Menge ab. Im Uebrigcn trägt die Ver-

fertigung und der Absatz des Kölnischen Wassers s>n» <Ie toloxn«),welches in der ganzen Weit berühmt ist und wovon jährlich gewiß für mehrals eine halbe Million Thaler verkauft wird, zur Lebhaftigkeit eines Han-dels bei, der am Rhein seines Gleichen nicht hat. Im I. 1827 schonwurden ungefähr 500,000 Flaschen desselben zu Waffer, und zu Landewenigstens eine gleiche Anzahl versendet. Der Erfinder ist Jean MariaFarina, doch gibt es in sehr verschiedenen Straßen der Stadt Fabriken,in denen es verfertigt wird und die sich zum Theil ganz anderer Receptedabei bedienen. Die künstliche Mineralwasseranstalt, vor 3Jahren nach dem Muster der bekannten Struve'schcn in Dresden gegrün-det, ward im Sommer 1843 eröffnet. Wiewohl das Lokal, im botanischenGarten, sehr einladend ist, zeigte das Publikum im ersten Sommer nurwenig Theilnahme. Doch haben die Aktionäre neuerdings größere Hoff-nungen. Die laufenden Kosten sind natürlich bedeutend. Der Hafenver-kehr gibt im Durchschnitt jährlich eine Gesammtmasse von 3,800,000 Cent-ner angekommener und eine solche von 2,700,000 Centner abgegangeneGüter. Ein- und umgeladen werden zur Thalfahrt etwa 1,500,000 Cent-ner, zur Bergfahrt dagegen weit über 3,000,000 Centner Güter. DieMenge des an Köln vorübergehenden Floß- und Nutzholzes läßt sich aufnahe an 600,000 Kubikmeter und der jährliche Schiffsverkehr, ohne dieoben erwähnten Dampfschiffe auf 12,000 Fahrzeuge berechnen. Währendder geeigneten Jahreszeit legen zu Köln 9 bis 10 Dampfschiffe an undeben so viele gehen täglich von dieser Stadt auch wieder ab. Die schön-sten Arbeiten des Kölner Gewerbfleißes sind in Holz und Erz; auch in an-dern Gewerben und Handwerken zeigt sich die regeste Thätigkeit. Die Zahlder Gasthäuser für die höhern Stände beträgt 32, die der niedern Wirths-häuser für Frachtfuhrleute, Schiffer u. a. an 75. Dazu kommen »och40 Speise- und über 400 Schenkwirthschaften, Garküchen u. dgl. Dievorzüglichsten Buchhandlungen der Stadt sind die von Bachem, Boisserse,Cretour, Du Mont-Schauberg, Dunst, Eisen, Heinigs und Gatti, Kohnenund einige weiter. Musikalienhandlungen und Notendruckereien gibt esüberdieß, sowie mehre sehr bedeutende Flügclfabriken, deren vortrefflicheKlaviere sich auch auswärts besonderer Aufmerksamkeit erfreuen. Früherwar die große Jahrmeffc für Köln von nicht geringer Wichtigkeit. Mandarf ihre Entstehung wohl weit in das Mittelalter zurückverlegen und zwar,als im 12. und 13. Jahrh, der sehr gestiegene Handel Käufer und Ver-käufer aller Art hierherzog. Im größern Maßstabe hob sie sich aber erst,als Kaiser Karl IV. durch seine 1349 erlassene goldene Bulle den KölnerBürgern große Freiheiten zugestand. Nach einer Verordnung des Stadt-rathes von 1377 sollte die freie Messe, verbunden mit einem Roßmarkt,am Sonntag Estomihi beginnen und 14 Nächte dauern; die andere amJakobstag anfangende sollte eben so lange dauern. Jetzt währt dieFrühlingsmesse 6 Wochen und der sogenannte Neujahrsmarkt 4 Wochen.Mit Ausnahme Sonntags, ist täglich, hauptsächlich jedoch Dienstag undFreitag, Wochenmarkt.

Die nächste Umgegend der Stadt zeigt weder am einen noch amander» Stromufer diejenige Abwechslung und die malerischen Punkte,welche man bei den übrigen Rheinstästen zu rühmen pflegt. Die weiteEbene, in welche,- Köln liegt, wird allein durch die Fruchtbarkeit anzie-hend; dazu kommen die Festungswerke, welche nur bei den neuern FortsAbwechslung bieten, und so berührt der Blick jenseits der schattigen Spa-ziergänge um die Gräben herum nur ausgedehnte Felder, in welchen sicheine halbe bis drei Viertelstunden weit, größere oder kleinere Dörfer, Höfeoder Ziegelhürte» bemerklich machen. Aus Mangel an Raum können wirhier nur einige Orte aus der nächsten Umgebung näher besprechen undwählen dazu solche, die eiuweoer von der Einwohnerschaft am häufigstenbesucht sind und deshalb in ein einigermaßen vollständiges Bild der Stadtzu gehören scheine», oder solche, an welche sich eiuzele für die frühere Ge-schichte nicht unerhebliche Bemerkungen leicht anknüpfen lassen. Zuerst

Brühl, ein Städtchen von ungefähr 2000 Seelen. Es liegt an je-ner von Köln über Enskirchen nach Münstereifel, Prünn und Trier füh-renden Straße, ganz in vcr Nähe der Bonn-Kölner Eisenbahn, derenzweite Starion sich daselbst befindet; 3 Stunden von Köln und 3'/, vonBonn entfernt. Hätte man auch nicht viele unbezweifelte Neste der Vor-zeit da aufgefunden: der Name selbst würde keinen Zweifel lasse», daß an