sen seien und nachmals das Waffer zur Weihe geliefert haben. — Wirwenden uns zur Betrachtung des Innern. Die Vorhalle des DomS ist»och nicht überwölbt, doch ist der Eindruck, welchen der Säulcnwald desInnern erzeugt, deshalb nicht minder ergreifend und einzig in seiner Art.Die Grundmauern find überall 22 Fuß und an Stellen, welche großeLasten zu tragen haben, über 40 Fuß tief gelegt. Die ganze Länge desGebäudes mißt 44g und die Breite 150 Fuß. Die gesammte Breite zer-fällt in 5 Schiffe, die des Kreuzdurchschnittes und des Kreuzes dagegennur in zwei. Das Hauptschiff, der mittlere Säulengang, hat eine Breitevon 50 Fuß und die beiden Seitenschiffe jedes eine Breite von 25 Fuß.Die Höhe des Mittelschiffes ist der Gesammtbreite gleich, und die Höheder Thürme — 525 Fuß, wenn sie ausgebaut sein werden — ragt nurwenig über die Gesammtlänge hinaus. Die Höhe der Seitenschiffe be-trägt 05 Fuß. Im Ganzen enthält die Kirche 102 Säulcnbündcl, dieeinen Längendurchschnitt von 5'/, Fuß haben. Alle Knäufe sind mit schö°nem Laubwerk von verschiedener Art geschmückt und dieses, ungemein sin-nig und bezeichnend, von solchen Pflanzen gewählt, welche in und umKöln wild wachsen. Einen großen Eindruck machen die über 43 Fuß ho-hen und 1k Fuß breiten bunten Fenster, durch welche das Tageslicht nursehr gemildert eindringt. Das erste Halbfenster zeigt 0 Vorstellungen ausder Leidensgeschichte des Heilandes, das zweite ebenfalls 0 Bilder ausdem Leben des Apostels Petrus, ferner Abrahams Stammbanm und denBlutzeugen Gereon. Im dritten ist die Verkündigung der Hirten darge-stellt, nebst den 4 heiligen Streitern Georg, Gereon, Moriz und Reinold,und den beiden Bannerträgern von Köln: Marcell jlllnrsilius) und Agrippa.Im vierten Fenster ist die Königin von Saba vor Salomo, die Anbetungder Weisen aus dem Morgenlande, der heilige Engelbert, Maria mitdem Kinde, ^Elisabeth und Christoph mit dem Kinde. Das fünfte Halb-senster zeigt Maria mit der Dreieinigkeit, den Evangelisten Johannes, dieHeiligen Petrus, Agatha und Michael. An demselben Fenster sind nochdie Wappen: der Landgrafen von Nassau, der Burggrafen von Zollern,der Herzoge von Sachsen-Weißenfels, der Grafen von Braunschwcig-Lüneburg, Sponheim, Saarwerden, Jülich, Braun, die Wappen vonKurhessen, Hessen-Darmstadt, Kurbaiern, Löwenstein-Werthheim, Vrabant,Königseck, Truchseß von Waldburg und Zeil, Greifenberg. Aus demobersten Haibfenster sind die Wappen von Wartenberg und der Grafenvon Virneburg und Jülich. — Im Kreuzdurchschnitte befinden sich, vor demAbschlüsse des Empors, zwei bemerkenswerthe Altäre, wovon der in Flü-gelgestalt, mit einem zierlichen Tester, aus dem 10. Jahrhundert ist.Neben dem Altar ist das 8 Fuß hohe Standbild des Erzbischofs Wilhelmvon Gennep, aus schwarzem Marmor gearbeitet. Hier befindet sich auchan ver Säule, dicht vor dem Abschlußgitter des Krings eine dem letztenmittelalterlichen Baumeister des Doms, Konrad Kupn, gewidmete Denk-schrift von 146... ldie letzte Zahl fehlt). An der nach Norden führendenAusgangshalle hängen die Goldstäbe, welche nach alter Sitte die Zahl derRegierungsjahre der Erzbischöfe andeuten, lieber der Wölbung ist dievom Bilchof.. Hildebold begonnene Bücher- und Handschristensaminlung,welche durch Verschleppung und Zerstörung unter französischer Herrschaftsehr gelitten^ hat, wo man einzele der wichtigsten Urkunden zu Flinten-patroncn und Schncidermaßen zerschnitt. Zur Seite des Südeingangssteht der aus der Kirche Maria zu den Staffeln hierher gebrachte Flügel-altar, der im Innern mit Schnitzarbeit reich verziert ist und andeutet,auf welcher Höhe die Kunst der Schnitzerei im 15. Jahrhundert sich nochbehauptete. Gegenüber lehnt sich an eine» Säulcnbund der Niese Chri--stoph, das Wahrzeichen von Köln. Er hat eine Höhe von 10 Fuß undwar früher geschmackvoll bemahlt. Vor ihm steht ein altes Weihwasser-Gefäß, aus schwarzem Marmor gefertigt, das schon in den« ältern Domeim Gebrauch gewesen sein soll. — Bemerken wir Einiges über den Chor.Er besteht anfänglich aus 2 Schiffen bis zu den großen Kapelle», hinterwelchen die Wendeltreppen zu den obern Räumen führen, wonach erst dereigentliche Kring beginnt. Dieser ist aus 7 fünfseitigen Nischen zusam-mengesetzt, die in einem Halbkreise den Schluß des östlichen Baues bilden,der westliche von den beiden Thürmen geschlossen wird. Die erste dergrößer» Kapellen an der Nordseite ist die der Kümmcrniß, auf deren ge-schmacklosem Altar sich ein Kreuzbild aus dem alten Dom befindet, welches
aus dem 10. Jahrhundert herrühren soll und den h. Wilgefort vorstellt.Hier ist auch der Eingang zur Drehse jder Schatzkammer) und dem SitterlKapitelsaal) des Doms, ferner das Grabmal Engelberts III. von derMark, der 1368 starb, dasselbe aber noch bei seinen Lebzeiten errichtenließ. Das Steinbild des geistlichen Herrn ruht auf einer schwarzen Mar-morplatte. Von den 24 Figuren in den Nischen sind nur noch 8 unbe-schädigt vorhanden. Die zweite Kapelle, in der ersten Nische des KringS,ist dem ersten Urheber des heutigen Doms, dem h. Engelbert, gewidmet.Er wurde 1308 hier beerdigt, allein >633 unter dem Hochaltar beigesetzt.In der dritten oder h. Matcrnuskapelle ist das Grabmal des 1191 gestor-benen Erzbischofs Philipp von Heinsberg. Leiber ist die rechte Hand desschönen Steinbildes durch einen muthwilligen Buben abgeschlagen worden.Die vierte oder Johanniskapelle enthält vor dem Altar das Grabmal des1257 gestorbenen eigentlichen Domgründcrs, des Erzbischofs Konrad vonHochstätten. Das kolossale Bild desselben ist i» Erz gegossen und ruhtauf einem niedern Steinsockcl. Die französischen Soldaten haben esschmählich verstümmelt. Der Altar ist mit einem Bilde in Flügelform ge-schmückt, das sich früher in dem Hauptaltar der >306 erbauten Clarakirchebefand, bei Entweihung derselben durch Boisscrbe angekauft und vonihm dem Dom geschenkt wurde. Es ist eins der ältesten und schönste»Denkmale der altveutschen Kunst. — Die Kapelle der h. drei Königebildet die mittelste der Nischen des Krings, hinter dem Hochaltar. Ihrheil. Schrein umschließt die Häupter der morgenländischen Weisen, welcheReinold von Dassel, Erzbischof von Köln, der wie schon oben erzähltwurde, mit Kaiser Friedrich Barbarossa nach Italien gezogen war, nebstden Gebeinen der h. Felix, Nabor und Gregor, 1163 von Spoleto nachKöln sendete. Sie wurden >337 aus dem alten in den neuen Dom ge-bracht, in der für sie eigens bestimmte» Kapelle aufgestellt und diese durchein schönes, vergoldetes Eisengitter vom Kring abgesondert. ErzbischofMar Heinrich von Bayern ließ um >660 dies Gitter wegbringen n»d stattdessen eine sehr geschmacklose, den ganzen Dom verunstaltende und dieschönen Glasfenster verbergende Kapelle erbauen, deren baldige Beseitigungjeder Freund wahrer Kunst dringend wünschen muß. Der Schrein derh. drei Könige wurde gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, beim Heran-rücken der französischen Truppen, über den Rhein gefluchtet und büßte beidieser Gelegenheit viele seiner kostbarsten Kleinodien ein, welche man durchfalsche Steine ersetzte. Ei» anderer Kirchendieb beraubte ihn 1820, dochwurden die meisten der entwendeten Gegenstände entdeckt und das Ganzemöglichst wieder hergestellt. Der Schrein ist > on fränkischer, also voralt-deutscher Arbeit, hat eine Länge von 5, eine Breite von 3 und eine Höhevon 4 Fuß, ist aus getriebenen Goldblech zusammengesetzt und mit derreichsten Schmelzarbeit verziert. Innen ruhen im untern Theile hintereinem Silbergitter die Schädel der h. drei Könige, worüber die mit Ru-binen gezeichnete» Namen an dem Gitter selbst stehen. Ueber den Häup-tern schimmern Kronen, die früher aus Gold und mit Diamanten besetztwaren, jetzt aber nur vergoldet und mit böhmischen Steinen verziert sind.Ein Deckel, mit kostbaren Steinkleinodien geschmückt, schließt diesen Raumab. In der obern Truhe sind die Gebeine der h. Felix und Nabor, undin der obersten Vcrdachung wird die Asche des h. Gregor aufbewahrt.Die Wände wie die Verdachungen sind mit getriebenem Bildwerk, Ge-mälden und Steinverzierungcn geschmückt, wovon die beiden Giebelseitcndie ausgezeichnetsten enthalten Die Zahl der geschnittenen alten Steine,Perlen und derartigen Kleinodien, welche sich a» der vorder» Giebelwandbefinden, wird auf 587, an der hintern auf 313 und am ganzen Schreinauf 1540 Slück angegegeben. Vor der Plünderung durch die raubgierigenund das alte Heiligthum verhöhnenden Franzosen soll er fast doppelt soviel gehabt haben. Der inschriftlose Stein vor der Kapelle der h. dreiKönige deckt das Herz und die Eingeweide der in Köln als Flüchtlingingestorbenen Königin von Frankreich, Maria von Medicis, deren Leichnamnur einige Zeit hier blieb, sodagn in die Königsgruft zu St. Denps ver-setzt wurde. Eine über der Kapelle angebrachte Inschrift sagt, daß wäh-rend des verheerenden Sturmes am 17. Oktober 1434 ein Balken durchdas Gewölbe herunterstürzte, mit welchem nach einer in Köln noch ver-breiteten Volkssage der Teufel die Häupter der drei Heiligen zerschmetternwollte. — I» der nun folgende» Agneskapelle, der fünften Nische des
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