u> s. w. Hohe und schöne Häuser bilden die Mehrzahl der Gebäude.Große und kleine Gassen führen vom Heumark aus, z. B. die Fischkarregmit Frachtwagen und Ballen überdeckt, der Malzbüchel mit hübschen Lä-den, der Hessenhof still; durch die Bolzengasse kommt man zum Gürzcnich,durch die Salzgasse zum Rotherberg. Durch den Vorbau einiger Häusergegen den Heumarkt entstand die ihn unregelmäßig machende Gasse Unter-Hutmachern, sie hat viele Läden und ist sehr belebt. Noch mehr ist diesUnter-Seidenmacher, wo sich die verschiedensten Läden dicht aneinanderreihen und die am nordwestlichen Eck des Heumarktes beginnt. Mars-platz ist ein kleines Viereck mit einem Steinbrunnen und vielen Läden.Rechts ist der Altmarkt, links zieht der Steinweg nach der Fleischhalle.Die Marspforten, etwas ansteigend, hat Läden an Läden; rechts die Ju-den, links die Martinsgasse (Oben Mauern). Auch der Gülich platzist ein kleines Viereck, wo das Hans des lösb Hingerichteten Gülich stand,den ich in der Geschichte Kölns erwähnte. Oben-Marspforten isteine Fortsetzung der durch den Gülichplatz unterbrochenen Straße, hat vieleLäden und mitunter sehr schöne Häuser. Die Hochstraße, von Süd nachNord, von der Hochpforte bis zum WallrafSplatz hat an 2400 Fuß.Sie war wohl Hauptstraße in der Römerstadt, ist sehr lebhaft und hatLäden und Handlungen jeder Art; man kann sie recht eigentlich den Mit-telpunkt des städtischen Verkehrs nennen. Oestlich an ihr auf der Stelleeines ehemaligen Klosters ist der Augustinerplatz, ein längliches Viereck.Das Hauptgebäude an demselben ist das neue Casino. Westlich führt dieBlindgasse nach dem Cäeilienklostcr, östlich die Augustinerstraße nach demHcumarkt und dem Rhein. Zwischen dem Augustinerplatze und der Hoch-pforte heißt die Straße: Unter Pfanncnschläger. Sie ist lebhaft, hat vieleLäden und besonders Weinschenken. Wo die Stephans- und die Ster-nenstraße sich begegnen, verbindet sie die Hochpforte, die zu denschöner» der Stadt gehört. Sie hat weniger Läden, aber schöne Häuser.Die Stephansstraße führt auf den Marienplatz, ei» nicht ganz regel-mäßiges Biereck, mit zwei Baumreihen in der Mitte; er dient als Pro-menade. Der Malzbüchel ist eine breite, platzähnliche Straße, mit vielenKaufläden und ansehnlichen Häusern. Sie ist verbunden mit der Rhein-straße, welche sich bis zum Thurmmarkt erstreckt und außer dem Tempel-haus mehre Gasthöfe enthält. Der Lichthos steht in Verbindung mit demMalzbüchel durch eine breite Treppe, und mit dem Maienplatze durch einSpitzbogenthor, ebenfalls mit einer Treppe hinabführend. Die Martins-straße ist ziemlich breit und gut gepflastert. Der Martinsplatz ist einlänglich Viereck, worauf früher die Klein-Martinskirche stand, wovon nurnoch der ziemlich hohe Spitzthurm vorhanden ist. Daran liegen die StraßeOden-Mauern nach der Marspforten, die Fleischhalle und die Äönigs-straße nach dem Hcumarkt und der Steinweg nach Marsplatz und Alt-markt. Diese letztern werden durchschnitten von der Bolzengasse, dievom Heumarkt nach dem Gürzcnich ansteigt und sind sehr lebhaft. Unterhalbder Hochpforte rechts der Blaubach, links der Mühlbach, gegen Süd derWaidmarkt. Ein unregelmäßiges Viereck mit Fortsetzung bis zum Kar-melitergpmnasium ist er eigentlicher Obst- und Gemüsemarkt der Stadt.Der Eine Theil hat 3 Reihen Platanen und ist an Markttagen mit einerWagenburg bedeckt. Der eigentliche Waidmarkt erstreckt sich nur bis zurGeorgskirche, wo die stille Georgsstraße anfängt. Vom verlängerte» Platzführt die Wcisbüttengasse zum Blaubach und Perlengraben. Am Süd-ende des Platzes beginnt die Sevcrinsstraße, bis zum Severinsthor2950 Fuß lang. Sie ist ziemlich breit und gerade. An große mid schöneGebäude reihen sich viele Läden und Handlungen. Vor der St. JohannBaptistkirche ist ein kleines Plätzchen, daneben die Straße an St. Katha-rinen, wo man die de Grootsche Familienkirche erblickt. Zur Rechten be-ginnt der Perlgraben, der sich bis zur Waisenhausgasse, dem Blau- undRothgerberbach zieht. Der Josephsplatz zur Linken ist unbedeutend unddie gegenüberstehende ehemalige Klosterkirche gleichen Namens ist nunProviantmagazin. Dahinter die neue Josephsstraße mit schönen Häusern.Von da weniger Verkehr und Läden, statt deren Holzplätze, Gärte» oderleere Räume. Am Ende der Straße links sieht man die SeverinSkirche;das Severinsthor überragt ein alter Thurm. Aus der Sevcrinsstraße führenin östlicher und nordöstlicher Richtung mehre ungepflasterte Gasse» ge-gen den Rhein, z. B. am Severinswall, mit Gärten und einer Windmühle,
dann die der heiligen drei Könige, eine Arr Feldweg, die Baiengaffe imInnern längs der Stadmauer, vom Baien- bis zum Nächelsthor; auchdie Zuggaffe ähnelt einem Feldwege. Die Scgengasse bietet den kürzestenWeg vom Severinsthor zum Rheinwerft. Die Achterstraße enthält nichtsMerkwürdiges. Der Katharinengraben, gerade und gut gepflastert, wirdvon Handwerkern und Hafenarbeitern bewohnt. Nächclskaul ist eineFortsetzung der Baieustraße und von ihr geht die übelriechende Klapper-gasse und die Spulmannsgasse, von Arbeitern bewohnt, aus. Der Holz-markt ist eine ziemlich breite Straße von der großen bis zur kleinenWitschgasse. Unser» derselben beginnt die neue Rheinaustraße mit Bür-gersteigen und hohen schönen Gebäuden, deren meiste Altane haben. Dieschmale und gekrümmte Straße an Lpskirchen geht vom Holzmarkt biszum Mühlenbach und ist nach der in ihr stehenden Kirche benannt. Vonda bis zur Hochpfortc und dem Waidmarkt reicht die Straße Mühlbach,breit aber unregelmäßig. Sie hat im untern Theil mehre Mühlen, derobere ist mit Frachtwagen angefüllt. Der Filzengraben zieht von hier zumRheinthor. Man bemerkt hier bedeutende Ueberreste alter Bauten, mitSteinsäulen und einem zugemauerten Thor, von der ältern Befestigungdieses Stadttheils herrührend. In einem alten Thurm ist jetzt ein Eisen-lager. Der von hier gegen West aufsteigende Rheinberg ist höckerig undmit hohen Häusern besetzt. Sehr belebt durch Gasthäuser und den starkenHafenverkehr ist der Thurmmarkt, eine mittelbreite, vom Rheinthorbis zur Friedrich Wilhelmsstraße reichende, mit hohen Häusern besetzteStraße. Hier sind einige Wechsel- und Handelshäuser und die Sitze derDirektion der Kölner Dampfschifffahrtsgesellschaft, sowie der DüsseldorferDampfschiff-Agentur. Durch schmale Gäßchen verbindet sich die schmutzigeKühgasse, die reinliche Straßburgergasse und der Sassenhof. Westlich derSevcrinsstraße längs der Mauer ist zuerst der Kart Häuserwall, vomSeverinsthor über die früher vermauerte Ulrichspforte (durch welche jetzrdie Eisenbahn nach Bonn zieht) bis zum Weierthor. Auf diesem Wallbefinden sich l2 halbrunde Thürme, 2 Windmühlen und große Seilerdah-nen; der Weg ist »»gepflastert und nur bei trocknem Wetter zu gehen.Die Äarthäusergasse ist einsam und enthält in dem ehemaligen Klosterdas große Militärlazareth, dazu gehört der frühere Garten und die Anlagen,welche nunmehr eine große Wiese sind. Folgt man der Ulrichsgasse, die mitzwei Reihen Linden besetzt ist und zur Karthäusermühle führt, so hatman ein schönes Gemälde, die SeverinSkirche und ihre 3 Thürme, vorsich. Auf der Gallcrie der nahen Windmühle sieht man nächst dem Domfast alle Kirchen der Stadt, 2 oder 3 der äußern Forts und einige Dör-fer. Schmutzig ist die Eulengasse, nach der Severinsstraße hin; die Gassevor den sieben Burgen ist sehr still. Man gelangt zwischen hohen Gar-tenmauern zur Schnurgasse mit der Mariakirche. Weiterhin ist der neueBahnhof und es steht zu gewarten, daß diese Stadtgcgend durch dieBonn-Kölner Eisenbahn, welche hier beginnt, bald ein ganz anderes An-sehen wie jetzt gewinnen werde. Schon sind an der Waisenhausgasse undin deren Umgebung die geeignetsten Plätze zu Neubauten angekauft unddiese so ruhige und abgelegene Straße mit Einemmal eine der belebtestengeworden. Die breite chaussirte Straße Perlengrabe» senkt sich vomJohannsplätzchen an der Severinsstraße abwärts und steigt gegen dieWaisenhausstraße, den Blau- und Rothgerberbach wieder hinan. Unterihr fließt in bedecktem Kanal der Perlenbach, der sich unfern des Rhein-thors in den Rhein ergießt. Sie ist mit kleinen Häusern besetzt, einigealte Gebäude sind unbewohnt. Vom Eisenbahnhof führt die Gasse Pan-taleonsberg zum gleichnamigen Klosterplatz und der Straße am Weidcn-dach. Sie wird von einem schmalen Kanal durchschnitten. Hier ist diePionierkaserne; gegenüber die evangelische Garnisonskirche, auf deren Thurmder Telegraph angebracht ist. Der Weidenbach ist am nördlichen Endemit schönen neuen Häusern besetzt, wie auch die Weierstraße, mit Wein-schenken, Läden und Werkstätten. Schön und breit ist die Telegraphen-straße, unbedeutend die Taubengasse. Gegen Ost schließt sich der Roth-gerberbach an, mit Rothgerbercien und Lederhandlungen, aber wenigLäden. Unmittelbar dahinter ist die alte Römermauer, deren ganze Breiteeine schmale Gasse bildet. Die Straße Blaubach wird von dem weiteroben herkommenden Bach bewässert, dessen Leitung theilweise höher alsdas Straßenpflaster ist und an dem sich Lindenreihen hinziehen. Die alte