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6 (1846)
Entstehung
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nich nack Dransdorf, Alfter und Roisdorf. Auch von Poppelsdorf undEndcnich führen Nebenwege nach Nhcinbach. Am rechten Nheinufcr gehenvon Beuel nur 2 Straßen zweiter Clane aus. Die eine führt über Han-gelahr und Mülldorf in 2'/« Stunden nach Siegburg, und stößt hier aufdie Hauptstraße von Frankfurt nach Köln. Die andere, eben ko lang, gehtüber Limperich, Küdinghoven, Hosterbach, Oberkassel, Niederdollendors undLangenburg nach Königswinter. Cin Nebenweg bringt zugleich von Beuelüber Kombahn, Villich-Nheindorf, Villich, Geislar, Meindorf, Sieg-brücken, und Sieglahr nach Spich auf der Frankfurt-Kölnerstraßc; er ist2'/, Stunde lang, Die Postverbindungen kann der Reisende leicht beiden Erpeditionen erfragen; auch zu andern Fahrgelegenheiten bietet sichAnlaß; so gehen sogenannte Botenwagen nach den nachbarlichen Städt-chen, und mit dem Marklschiff von Königswinter zahlt man 23 Sgr.Die Dampfschiffe der verschiedenen Gesellschaften legen Vor- nnd Nach-mittags bei Bonn an. Die Bonn-Kölner Eisenbahn, welche am 16. Febr.1844 dein Publikum eröffnet wurde, hat in ihrer ganzen Ausdehnung vomBahnhof vor dem Neuthor zu Bonn, bis zum Bahnhof im Innern desMrichthors zu Köln, eine Länge von 93,750 Fuß, d. h. 3'/, Meile oder6'/, Stunde. Ohne den Aufenthalt bei den Stationen ist die mittlereSchnelligkeit 8 Wegminutcn in einer Minute Zeit. Der Aufenthalt ist ge-wöhnlich nicht viel über > Minute, mir Ausnahme der Station Sechtcn,wo der zuerst ankommende Wagenzug die Ankunft des Andern abwartenmuß, da die Bah» nur einspurig ist; der Reisende wird daher in 5V Mi-nuten Köln erreicht haben. Bei Bonn ist der Bahnhof 7 Minuten vomMittelpunkt der Stadt entfernt, der zu Köln aber ist 15 Minuten von derHochstraße (beim Casino) gelegen. Während des Sommers gehen zwischenBonn nnd Köln täglich 5 Züge hin und her.

Für litcrarische und künstlerische Bedürfnisse sorgen einige Buch- undKunsthandlungen, Leihbibliotheken, lithographische Anstalten. Das Jahr-buch der Rheinuniversität vertritt die Interessen der Wissenschaft; ein Ar-chiv des Vereins für rheinische Geschichtsforschung und AlterthumSkundeerscheint in freie» Heften und zu unbestimmten Zeitpunkten; die Zeitschriftdes landwirthschaftlichen Vereins für Rhcinpreußen, rcdigirt und heraus-gegeben von lir. Kanfmann, Professor zu Bonn, erscheint monatlich undbesteht bereits im dreizehnten Zahre.

Denjenigen unserer Leser, welche noch ausführlichere Nachrichten überBonn zu haben wünschen, empfehlen wir l> Malten» Handbuch fürRheinreisende, auf der Strecke zwischen Mainz und Köln. Darmstadt undWiesbaden, 1844. Die sehr gründliche Schrift verbreitet sich S. 527643 über die Rheinstadt und gibt die vollständigsten Nachweisungen. Ge-genwärtige Skizze ist in vielen Stellen Auszug aus Malten, wobei jedochandere ältere und neuere Schriften zu Rath gezogen wurden. 2) Bonnund seine Umgebungen, von Aug. Gebauer. Main; 162V(in Couimissio»bei F. Kupferbcrg). Das mit poetischer Wärme und mit lebhaftem In-teresse für die Stadt nnd ihre Bewohner abgefaßte Werkchen erschien, alsdie Rheinuniversität noch in ihrem ersten Entstehen war; ver Herausgeberstreut überall Poesie ein, nnd hängt zugleich eine Errurston i» das Sie-bengebirg, sowie eine Schilderung von Brühl und Köln an, die fast dieHälfte des Buchs einnehmen. 3) Willibald Rhein eck Nheiiirciie vonMainz bis Düsseldorf, nebst, ausführlichen Gemälden von Frankfurt, Mainz,

Koblenz, Bonn, Köln und Düsseldorf mit ihren Umgebungen. Mainz,1842. 4) Schreiber, Handbuch für Reisende am Rhein von Schaff-hausen bis Holland. Heidelberg 1822. 5) Die Stadt und UniversitätBonn am Rhein, mit ihren Umgebungen, von B. HundeshagenDerselbe Alterthumsforscher, welcher mit Prof. Ruckstuhl und Andern dieAusgrabungen nach römischen Alterthümer» leitete.

Um Bonns Antheil an den wissenschaftlichen Bewegungen der Zeit,sowie an der Kunst- uns Literaturgeschichte einig rmaßcn gehörig zu würdigen,wollen wir hier nur mit kurzen Worten den Herm esia nische» Streiterwähnen und schließlich die Künstler u. f. w. namhaft machen, welche inBon» geboren wurden oder ihre Jugend verlebten; wir bescheiden unsdabei gerne, nur in so weit vollständig zn sein, als unser Zweck hier esvergönnl. Die taiholiiche Kirche erlaubt bekanntlich der Philosophie durch-aus keine Einmischung i» ihre Dogmen, nicht einmal wenn die Philosophiewie eine treue Magd nur unterstützen und bekräftigen will, was die Herrinsagt. Daher war es in der That unerhört, daß in diesem Streit dieKirchenlehre mit der Spekulation zusammentraf. Georg Hermes wurde1775 im ehemalige» Amte Bevergcru des Fürstenthnms Münster geboren-man entdeckte frühe die Fähigkeiten des armen Knabe» und ließ ihn stu-diren; er warv Professor zu Münster, dann 1819 nicht ohne Widerstrebenzu Bonn, wo er 1831 starb. Sein Hauptstreben war, alle Lehren derkatholischen Kirche durch philosophische Beweise zu stützen; die Philosophiesolle den Beweis für die Wahrheit des katholischen Systems führen, dannaber zurücktreten und der Offenbarung ihr Recht lassen. Durch einen sei-ner Coliegen in Rom verklagt, wurde die Lehre des Hermes 1835 und1836 durch päpstliche Decrcte verdammt, allein der Streit damit nochnicht beschlossen. Andere katholische Theologen, besonders Elvcnich,igeb. 1796 zu Embke im Regierungsbezirk Aachen, 1826 Professor zuBonn) Brau», Achtcrfeldt, Heinrich Klee lgeb. I8VV bei Koblenz,1829 Prof. in Bonn), nahmen den thätigste» Antheil und in Schriftenund auf Kathedern wird der Kampf noch fortgesetzt, wenn auch die Her-mesianer sich als gläubige Söhne der Mutterlirche zeige». Im Grundesind diese Hermcsiancr nur was die frühern Rationalisten der Protestanten;sie wiederholten mithin, was in der protestantischeil Kirche seit 3V Jahrenausgesprochen uns somit veraltet war.

Unter den Künstlern, deren Wiege Bonn ist, steht Ludwig von Beet-hoven allen voran. Er ist daselbst 1772 geboren, sein Vater war Te-norist und und ein beliebter Sänger. Was die deutsche Musik dem Sohneverdankt, kann hier nicht erörtert werden und »nbezweifelt bleibt es,daß man in der Folgezeit seinen Genius noch mehr begreifen und würdi-gen wird, wenigstens scheint die neuste Richtung der Musik dies vorzube-reiten. Ferdinand Ries ist 1784 zu Bonn geboren, wo sein Vater Ca-pelldirector war; frühzeitig suchte er die große Welt auf, bereiste einenTheil Europa's, doch währte es lange, bis seine Musik die gebührendeAnerkennung fand. 1824 1826 lebte er in stiller Zurückgezogcnbeit mitseiner Familie zu Godesberg. Seine Opern z. B. die ,,Nänberbraut",sein Oratorium und seine Verdienste um die rheinischen Musikscste sind znbekannt, um hier noch einmal besprochen zu werden.