Wohlstand. Schon im 13. Jahrhundert wird Limburg eineStadt genannt; ihr Gebiet erstreckte sich jedoch nicht über ihreMauern hinaus und die Gemarkungen der Dörfer Kreuch, Esch-hofen und Freiendiez reichten bis an dieselben, weshalb der Ortbei jeder Zwistigkeit der Gefahr preisgegeben war, von denGrafen von Die; umschlossen und berannt zu werden, was auchoft genug geschah.
Allein eben dieser Beschränkung wegen konzentrirten sichdie Einwohner auf sich selbst, verdoppelten ihre Kraft und ga-ben ihrer Gewerbthätigkeit eine solche Entwickelung, daß Lim-burg bald der Mittelpunkt alles Verkehrs für die ganze Umge-gend, bis zum Westerwald, der montabaurer Höhe und demTaunus wurde. Die natürliche Folge davon war, daß seineBewohner zu nicht geringem Wohlstande gelangten, der 1356durch Abschaffung der kaiserlichen Zollstätte, durch Karl IV.,noch vermehrt wurde, während die Stadt im folgenden Jahredas Recht erhielt, zu ihrem eignen Vortheil einen Brückenzollerheben zu dürfen.
Die Namen Brod-, Fisch-, Roß- und Schuhmarkt, welcheeinzelne Plätze und Gassen der Stadt bezeichnen, wann schonim 13. Jahrhundert im Gebrauch. Mit ihren Dynasten, denHerren von Limburg (einer Seitenlinie des Hauses Jsenburg),hatten die Bürger 1279 und in den spätern Jahren blutigeKämpfe um ihre Freiheit und Selbstständigkeit zu bestehen. Esgelang ihnen endlich ihre Gegner auf den alleinigen Besitz derBurg, womit sie zugleich die Verbindlichkeit der Beschützung der
Stadt übernahmen, und den Bezug der Bede zu beschränken.Im Uebrigen hatten die Bürger ihre sclbstständige Verwaltungund ihr eignes Stadtgericht.
Dem wohlwollenden Einflüsse der Kurfürsten von Trierhat Limburg die Erweiterung seines Weichbildes, bis zu denjetzigen Grenzen desselben, die 1494 durch den bertramschenVertrag erfolgte, zu verdanken. Auch die zahlreiche Burg-mannschaft, welche am Fuße des Schlosses ihre Burghäuserhatte, trug nicht wenig zur Vermehrung des allgemeinenWohlergehens bei.
Das Georgsstift beim Dom bestand aus 16 Chorherren,welche während der ersten Jahrhunderte unter einem Probst inklösterlicher Gemeinschaft lebten. Von der uralten Nikolai-Kirche, die um 836 durch den Erzbischof Hetti von Trier ein-geweiht wurde, ist keine Spur mehr vorhanden, eben so wenigals von der Laurentius-Kirche, die 1607 einstürzte. Auch dasWilhclmiten-Kloster, auf einer Insel in der Lahn, ist nichtmehr vorhanden. Es wurde 1322 in die Stadt verlegt unddie neuen Gebäulichkeitcn desselben 1573 an die Bürgerschaftabgetreten. Die Mönche zogen in die Burg, wo sie bis zurAuflösung ihrer Gemeinschaft blieben. Die Franziskaner bau-ten ihre Kirche um Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie standendem in neuern Zeiten hier errichteten Gymnasium als Lehrervor. — Limburg ist 10 Stunden von Koblenz, 9 St. vonWiesbaden, 14 St. von Frankfurt, 6 St. von Weilburg und12 St. von Dillenburg entfernt.