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6 (1846)
Entstehung
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Nächste Umgegend.

Südliche und westliche Seite. Folgt man vom Mainzerthorder großen Landstraße, so gelangt man, vorüber an den Landhäusernund Garten des Dr Drimborn und des Regierungsralhs Esser,in l2 Minuten nach dem Rondel, wo unter hohen Pappeln einigeSteinbänke der Ermüdeten harren; binnen 9 Minuten von da nachdem Punkte, wo ein alter Meilenstein steht, bei dem sich rechts einWeg absondert, der unter schönen Nußbäumcn bis zum Fuße des FortsKonstantin in 16 Minuten und von da in 8 Minuten zum Leerthorführt, was einen Spaziergang von '/ Stunden, und von Mitte derStadt an gerechnet, von einer Stunde macht.

Als kommandirender General des achten Armeekorps, lies Gene-ral-Lieutenant von Borstell längs der mainzer Chaussee, von Kob-lenz bis Kapellen, eine Reihe niedriger rother Steine setzen, welchefolgende Distanzen andeuten: Erster Stein, römisches Stadium,294 Schritt oder 519 Fuß; 2ter Stein, griechisches Stadium 249 Schr.od. 622'/ F.; Zier St., schincsisches Li, 765 Schr. od. 1912'/ F.;4tcr St., russische Werste <!;>>,,ni->f, 1417 Schr. od. 3542'/ F.; 5tcr St.,englische Land-od. Statute-Meile, 2137'/ Schr. od. 5344 F.; Kter St.,türk. Berri, 2218 Schr. od. 5545 F.; 7ter St., ital. Meile und cngl.Seemeile, 2462 Schr. od. 6155 F.; 3ter St., halbe holländ. Meile,3888'/ Schr. od. 9722 F.; 9ter St., halbe östr. Meile, 5175 Schr.od. 12837/ F.; 19ter St., halbe badische Meile, 5225 Schr. od.13962'/-F.; Ilter St., halbe schweb. Meile 5594 Schr. od. 13935 F.;I2ter St., franz. Stunde 5919 Schr. od. 14775 Fuß.

Die Entfernung von Koblenz bis zur Wasserheil-Anstalt ander Laubach beträgt 35 Minuten. Auf dem Wege dahinhat man östlich, oder zur Linken, die 299 Morgen große In-sel Oberwerth. Man kann von Laubach über den aussichtreichenKalthäuser- oder Bcrghof, wo eine Wirthschaft ist, vorüber amKarten- (Karthäuser-) oder Pfaffcnborn, in 59 Minuten nach derZStadtzurückkehren. Geht man aus dem Laubachthal, oder von dem Kar-thäuserhof, über den Uebungsplatz der k. Artillerie, so kommt manzu einem vorspringenden Felsen, von dem man eine schr interessanteAussicht hat über das Moselthal, von Lap bis unterhalb Güls. DerEigenthümer des Karthäuser-Hofes hat dies Schaudichum mit einemGeländer umgeben, mit Bänken besetzen und mit Bäumen bepflan-zen lassen. Sein Besnch verlängert den Spaziergang um etwa '/Stunde. Bis zum Dorfe Kapellen beträgt die Entfernung vonKoblenz 1'/ Stunden und bis Schloß Stolze nfels 1'/- Stun-den. Man kommt auf diesem Wege vorüber an dem Gasthause drit-ten Preises: Weinberg, zur Laubach gehörig, an dem Meilenstein,der die Entfernung von Koblenz auf /, von Köln auf 12 und vonMainz auf 11'/ Meile» angibt; ferner am Königsbach, wo starkesMauerwerk einen frühern Bau von Bedeutung (vielleicht zur Ver-hinderung der Verheerungen des jetzt unbedeutenden Baches) er-kennen läßt, endlich an der Sicchhausschlucht, an deren Mündungfrüher ein Krankenhaus, nebst dazugehöriger Kapelle, gestanden, undin deren Hintergrund man durch das bewaldete Teufclsloch zum kod-lenzer Jägerhaus und dem Kühkopf hinansteigt. Den letzten erreichtman auf diesem Wege in 1'/ Stunden und in '/ St. weniger durchdas Laubachthal oder auf der nach Simmcrn führenden Landstraße,vorüber an den Forts Konstantin und Alexander.

Kühkopf. Die Aussicht von diesem Berge ist sehr ausgedehnt,mannigfach und belohncud. Sie umfaßt den Rheinlanf von Horchheimbis jenseit Andernach, dann von Rheinbrohl bis Linz, und ein Stückdesselben zwischen den Bergen bei Königswinter, wie den Lauf derMosel von Lap bis Koblenz. Gegen Morgen übersieht man einenziemlichen Theil des Lahnthals. Die am deutlichsten sich zeigenden

Orte sind: Koblenz mit seiner Schiffbrücke, Thal und Festung Ehren-breitstein, die übrigen Forts bei Koblenz; ferner Neuendorf, Urbar,Vallendar, Bendorf, Engers, Sayn, Neuwied, Heddesdorf, Jrlich,Andernach, Leudesdorf, Rheinbrohl, Hönningcn, Breisig, Linz, Rü-benach, Bassenhcim, Mctternich, Mosclweis, Güls, Pfaffendorf, Horch-heim, die Insel Oberwerth, Montabaur und viele andere mehr nörd-lich gegen den Wcsterwald gelegne Orte. Die vorzüglichsten Höhendes Gesichtskreises sind: die Vorder-Eifel und hohe Eifel, mit dem1999 Fuß ii. M. crhöheten Hochsimmer, dem 299 Fuß niedrigern Gän-sehals und den übrigen Bergen in Nähe des Lachersce's, wie mit 12bis 16 andern weit zerstreuten Hauptgipfel» (hohe Acht 2439, RuineNürberg 2229 und Hochkclberg 2169 F. ü. M.) Auf der andern Seitebefinden sich das Rheingebirg, das Sieben-Gebirg und der Wcsterwald.Besonders schön ist das abwechselnde, theils bebaute, theils bewaldeteHügelland in der nächsten Umgebung des Kühkopfs, längs der Mosel,ebenso die einzelne» Abschnitte des Rheins unterhalb Koblenz.

Einer der genußreichsten Spaziergänge auf dem Vorgebirg zwischender Mosel und dem Rhein, ist der um das von 1817 bis 1822 erbauteAlexander-Fort. Man folgt vom Leerthor der nach Simmernführenden Straße und läßt das auf einem steilen Grauwacke-Felsenerbaute Fort Konstantin zur Linken. Hier stand früher ein schönesKarthäuscr-Kloster, ans dem Beatus-Berge. Es wurde 1153 durchErzbischof Hillin für Benediktiner gestiftet, die Balduin 1349 durchregelmäßige Chorherr» ersetzte, welche, da ihnen die Lage zu ein-sam war, 69 Jahre später das Kloster an Karthäuscr überließen.Bei Erbauung der Festungs-Werke mußte das Kloster und die H.Kreuz-Kapelle abgetragen werden.

Oberhalb des Konstantinforts, auf der sogenannten Marter-Stätte,wo, der Sage nach, unter Diokletian viele Christen hingerichtet worden,schlägt man den Weg zur Rechten gegen die Hunnenhöhe ein, aufwelcher die bedeutende Oberfestung oder das Alexanderfort ligt, umdas sich ein schöner, mit hohen Pappeln zu beiden Seiten bepflanzter,Fahrweg und hübsche Gebüsche ziehen. Auf diesem Wege hat man,oberhalb des gegen Moselweis gerichteten Blockhauses, eine schöne Aus-sicht über den untern Theil des Mosel-Laufes und das mehr nordwest-lich aufsteigende Hügelland. Oben beim Wachthause befindet man sichauf der Hochebene, welche die nach Simmern führende Straße durch-schneidet, und wo die Artillerie ihre Schießübungen hält. Dann er-reicht man bald die vorgenannte Straße, von der man eine reizendeAussicht auf den Rhein, von Horchheim bei Neuwied und auf das Gcbirgs-land an seinem rechten Ufer hat. Es werden zu diesem Spaziergang vondem Innern der Stadt und wieder zurück, 1'/ Stunden erfordert*).

Sehr angenehm ist auch der Spaziergang nach dem 49 Minutenvon Koblenz entfernten Dorfe Mosel weis, wohin man auf 3 ver-schiedncn Wegen gelangen kann. Der schönste derselben, wenn auchnicht der nächste, führt an der städtischen Begräbniß.Stätte vorüber,auf der die irdischen Ueberreste Max von Schenkendorffs (gest. 11. De-zember >817) ruhen. Der Friedhof ist seit 1823 eingerichtet und miteinem Leichcnhaus versehen. Es fehlt in Mosclweis an Gasthäusernund Garten-Wirthschaften nicht, wovon die bei Hubalcck, im ehema-ligen renesse-breidbachschen Garten, wie die im rothen Ochsen, in dergoldnen Rose, im grünen Baum, im Schwan und im schwarzen Bäram meisten besucht werden. Eine Viertelstunde weiterhin, am linkenMosel-Ufer, ligt das große Dorf Güls, wo von den Gasthäuser»goldner Anker, goldner Karpfen und goldene Krone das erste, zunächstan der Mosel gelegene, das beste ist.

») Koblenz, Plan Lcerthor s Min. Wirthshaus Johannisbcrg 7 FortKonstantin oben links. Weg rechts genommen lv Höhe über dem Blockhausgegen Mosclweis g Wachthaus Simmern-Slraßc q Wirthshaus ,oLecrthor zo Koblenz Plan k, zusammen >>/ Stunden.