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6 (1846)
Entstehung
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16 Thlr. jährlich. Zu den Grundbesitzungen des k. Gymnasiums ge-hört der auch früher dem Jesuiten-Kollegium zuständige jakobsbcrgerHof, unfern Boppard.

Pfarrei-Schulen. Höhere Stadtschule in Nr. Sl. In dermännlichen Abtheilung befinden sich, unter einem Lehrer, 25 Schülerund in der weiblichen Abtheilung, unter zwei Lehrerinnen, etwa 30 Schü-lerinnen. In der Pfarrschule S. Kastor sind die beiden Abtheilungenebenfalls in getrennten Lokalen. Zwei Lehrer unterrichten 140 Kna-ben und zwei Lehrerinnen etwa 209 Mädchen. In der zur Liebfrauen-Kirche gehörigen Pfarrschule befinden sich 460 Knaben unter 3 Lehrernund 350 Mädchen unter 3 Lehrerinnen. Die Freischule im Gebäudedes städtischen Hospitals wird von 200 Knaben besucht, denen 3 LehrerUnterricht ertheilen. Unter der Aufsicht von 2 Vorstehern und t Bor-steherin, wie unter der Leitung von 8 Lehrerinnen, wird die Schuledes kath. Fraucn-VereinS, im Neben-Gebäude der Barbara-Kirche, voneiner großen Zahl armer Mädchen besucht. In der am l3. Januarl830 entstandenen höhern Töchter-Schule, in Nr. 1043, befinden sichetwa 100 Schülerinnen, in der katholischen Privatschule für Knabenebenso viele Zöglinge, unter 6 Lehrern und in der für Mädchen 130Schülerinnen, unter 7 Lehrerinne».

Die Schulen der evangelischen Gemeinde bestehen: 1) in einerhöher» i» 5 Klassen geschiedenen Knaben-Schule, mit 6 Lehrern, von180 Schülern besucht; 2) in einer Elementar-Schule sim ehemaligenS. Georgen-Kloster), von 330 Schülern, in 3 Klassen, mit 4 Lehrern;3) in einer Privat-Töchter-Schulc in Nr. 1143, unter der Leitung desLehrers Cunz; 4) in einer Pensions.Anstalt für junge Briten, derenDirektor Herr Cossmann ist. Unterricht in weiblichen Arbeiten er-theilt Fräulein Ernst, Nr. >06.

Waisenhaus, eingerichtet seit 1832 in dem ehemaligen Nonnen-Kloster zur h. Barbara, in der Leerstraßc. Es steht unter der Ober-aufsicht des kathol. Frauen-Vereins. Verbunden ist damit eine Schulefür arme Mädchen, die, nächst dem gewöhnlichen Schulunterricht, auchnoch Unterweisung in allen weiblichen Arbeiten und in der Haushal-tung bekomme».

Klcinkinder-Bcwahr-Anstalt. Seit den 4 Jahren ihres Be-stehens hat sich dies Institut genügend festgestellt und verspricht eineimmer erfreulichere Entwickelung. Die Anstalt ist für Kinder kathol.und evangcl. Konfession bestimmt, und wird von 1 Lehrer und 2 Wär-terinnen geleitet. Die Direktion besteht aus 8 Vorstehern und 4 Vor-steherinnen.

Armen-Unterstützung. Dieselbe besteht: 1) in einer Verwal-tung der Armen-Spende, welche für die 6 Stadtreviere 10 Beamtenanvertraut ist; 2) in einer Verwaltung des Bürger-Hospitals unter8 Beamten. Die Zahl der immerwährend unterstützten Armen wirdauf 250 angegeben, wovon viele Familie haben. Noch mehr erhaltenfreie Arznei, Schulgeld oder anderweitige Beisteuer.

Sparkasse, verbunden mit dem seit dem 20. April 1804 be-stehende»

Pfandhaus. Die Einrichtung desselben ist die gleiche, wie inähnlichen^Anstalten dieser Art. Es bedient sich der in die Sparkasseniedergelegten Gelder. Die Geschäfte des Pfandhauses und der Spar-kasse werden durch 9 Beamte geleitet.

Israelitisches Armenhans, unter Aufsicht und Verwaltung dervon der jüdischen Gemeinde eigens zu diesem Zweck ernannten Personen.

Katholischer Frauen-Verein, aus nahe an 100 Personen be-stehend, mit 9 Vorsteherinnen und 1 Rcndanten.

Evangelischer Frauen-Verein , wozu über 100 Damen gehö-ren, mit 7 Vorsteherinnen und 1 Sekretär.

Lokalgefängniß-Verei», zur Besserung der Gefangenen, miteinem Ausschuß von 5 Personen.

Koblenz in.

Sanitäts-Kommission, zur Verhütung des Umgreifens vonKrankheiten, namentlich der Blatter», mit einem Vorstand von ^Personen.

Katholische Stcrbckassen-Vereine: 1) der Sodalität zu S.Barbara; 2) des SängerchorS; 3) der Schneider; 4) der Schuhmacher;5) der Schreiner und Drechsler; 6) der Kupfer-Schmiede, Gürtler,Klempner und Zinngießer; 7) der Zimmerleute, Maurer, Steinhauer,Tünchcr und Schieferdecker; 8) der Fuhrleute.

Evangelischer Sterbekassen-Verein, mit 5 Beamten.Hilfsinftitut bei Todesfällen und Vermögens-Verlusten. VieleLebens- und Feucr-Vcrsicherungs-Anstaltcn für Immobilien und Mo-bilien, Waaren, zc., Nheinschifffahrts - Assekuranz, niederrheinischeRentcn-Versichcrungs-Anstalt, :c.

Musikalische Vereine. 1) Musikalisches Institut, beste-hend aus 75 Mitgliedern, unter Leitung des Hrn. Anschüz', gibt imWinter 6 Konzerte und bringt an hohen Festtage» in den Kirche» mu-sikalische Messen in Ausführung. 2) Koblenzer Liedertafel, 42Mitglieder, unter der Direktion der Herren Schons und Raffauf, gibtim Winter öffentliche Liedertafeln im bürgerlichen Kasino, und bei be-sondern Veranlassungen auch zu wohlthätigen Zwecken; versammeltsich jeden Sonnabend Abend bei Fluchard, im Gasthause zur StadtLüttich, und nimmt Fremde auf, wenn dieselben von einem Mitgliedeeingeführt werden. 3) Friedrich Wilhelms- oder Männer-Gesang-Verein, gestiftet und geleitet durch Hrn. Anschüz, über 300 Köpfestark, bestehend seit dem 16. September 1842.

Gesellige Vereine. I) Loge Friedrich Wilhelm zur Vaterlands-Liebe; 2) Gesellschaft des bürgerlichen Kasino's (s. Kasino); 3) Ge-sellschaft des Militär-Kasino's (vergl. das.); 4) Gesellschaft zur Ein-tracht (s. basscnheimer Hof); 5) Lese-Verein im Gymnasium; 0) mehrefreie Lese-Gesellschaften, bei denen die Bücher zirkuliren. Im Win-ter bestehen zwei Karnevals-Gesellschaften, die neue und die alte.

Gemeinnützige Vereine. 1) Botanische Sektion des natur-historischen Vereins für die preuß. Rheinlande, unter Leitung deöHrn. Wirtgen*), entstanden 1842. 2) Koblenzer Lokal-Abtheilungdes niedcrrhein. landwirthschaftlichen Vereins, unter Leitung des Frei-herr» von Hauer, in Koblenz. (Der Gesammt-Verein hat bei5000 Mitglieder; jährl. Beitrag 1 Thlr.) 3) Gewerb-Verein, ent-standen 1835, zählte anfänglich über 400 Mitglieder, löste sich abernach 4 Jahren wieder auf. Nur die Bibliothek wird noch von einigenMitgliedern durch Beiträge erhalten und benutzt. 4) Sonntags-Schule und Lese-Anstalt für Gesellen und Lehrlinge, gestiftet 1841,anfänglich mit 500 Schülern und 5 Lehrern, ist jetzt bis zu 150 oder160 Schülern jährlich hcrabgesunke»; es wird nur noch von einemLehrer Unterricht imZeichnen ertheilt. Ein Vorstand von 7 Mitgliedernleitet die Anstalt und ein Ausschuß von 24 Personen besorgt die Ge-schäfte und führt die Aussicht. 5) Verschönerungs-Verein, 18 Mit-glieder.

Verschiedene Sehenswürdigkeiten.

Nächst der Stadt- und Gymnasiums-Bibliothek, der städtischenGemälde- und Alterthümer-Sammlung, deren bereits oben gedacht ist,besitzen noch Privat-Sammlungen theils von guten Gemälden, theils

Hr Wirigen, Lehrer an der höher» evangcl. Stadtschule, besitzt ein ansehn-liches Herbarium, aus eiwa iz.ooo Spec. bestehend, welches alle bis jetzt be-kannten Pflanzen der Rheinprovinz, beinahe alle Pflanzen D utschlands und einegroße Anzahl erotischer Pflanzen enthält. Tic Zahl der wirklichen Milzliederdes naturhistorischen Vereins (dessen Sammlungen, bestehend aus einen, sehrvollständigen Herbarium der rhcinländ. Flora, einem Herbarium der bonnerFlora > ud einer kleinen botanischen Bibliothek, unter Wirtgens spezieller Leitungin Koblenz aufgestellt wurden) belauft sich auf iso und die der auswärtigenEhren-Mitglieder auf 25. Jährlicher Beitrag I Thlr.