die Terrasse van dem Hof, in dessen Mitte stich eine rothe, rundeSandstein-Säule erhebt. Ein springendes weißes Steinpferd, übereiner Thür, deutet die ehemaligen Stallungen an. Das Gebäude,von seinem Eigenthümer vernachlässigt, wird jetzt von Beamten, Ge-schäfts- und Privatleuten zc. bewohnt.
Die Burg, ehemalige Residenz der Kurfürsten von Trier, wäh-rend ihres Aufenthaltes in Koblenz. Sie wurde zum Theil auf denTrümmern des alten fränkischen und karolingischen Königs-Hofes, durchErzbischof Heinrich von Vinstingen, von 1280 bis 1287 erbaut, undzwar nahe an der Stelle, wo 60 Jahre später Erzbischof Balduinseine Steinbrücke über die Mosel schuf. Von der Burg oder demZwinghof, wie ihn die Koblenzer nannten, ist noch das Hauptgebäudean der Mosel vorhanden; jedoch hat dasselbe, sowohl im Innern alsAeußern, mehrmals wesentliche Veränderungen erlitten. Jetzt ist esEigenthum der Herren Schaffhausen und Dietz, welche sowohldarin, als in einem großen Neben-Gebäude gegenüber, eine Fabriklackirter Blech- und Papiermachs-Waaren angelegt haben, worin über130 Arbeiter beschäftigt sind. Magazin und Komptoir sind in der ei-gentlichen Burg, deren ältester Theil gegen die Mosel und den Gartengerichtet ist. Er ist mit hübschen Verzierungen über Fenster und Thü-ren geschmückt, welche letzteren klein und schmal find. Der neuereTheil ist von 1681. Durch eine Rundbogenthür, woran diese Jahr-zahl neben zwei bunten Wappen zu lesen ist, gelangt man an dieWendel-Treppe, welche sich um eine sehenswerthe mit vielen Figurenbedeckte Rundsäule bis zum dritten Stock erhebt. Am untern Theileder Treppen-Säule steht die Jahrzahl luovil, und am obern die1599, nebst dem Namen des Baumeisters! Georgius Klock von Witlich.Das kurfürstliche Wappen befindet sich am Schlußstein des Treppen-thurms. Die Balduins-Kapelle, in dem am obern Theile achteckigenöstlichen Thurm an der Mosel, dient jetzt ebenfalls als Werkstatt. Indem dünneren Rundthurm, näher an der Mosel-Brücke, führt eineWendel-Treppe bis zur Wasser-Fläche; der östliche Thurm dagegen istunten nicht hohl.
Die Burg war ein beständiger Zankapfel zwischen dem Erzbischofund der Stadt. Mehrmals von den Bürgern berannt, welche die Er-bauung derselben als eine Verletzung der von Kaiser und Reich ihnenzugestandnen Freiheiten betrachteten, behaupteten sich die Kurfürstenimmer in ihrem Besitz und Johann von der Lcyen nahm selbst keinenAnstand, die Stadt förmlich zu belagern, als 1560 die Koblenzer ihmden Eintritt verweigerten. Kaiser Friedrich III. wohnte im April1475 in dieser Burg und Maximilian hielt in ihr 1492, auf dem Für-sten-Tage, eine Rede über die Deutschland von Seite der Türkendrohenden Gefahr. In einer im Dezember 1534 gepflogenen Zusam-menkunft der drei geistlichen Kurfürsten, der auch Abgeordnete vonSachsen und Münster beiwohnten, wurde der Krieg gegen den Wie-dertäufer Johann von Leyden beschlossen. Ferdinand I. und seine Ge-mahlin verweilten 1566 mehre Tage in der Burg, worin 1609 dievom Kurfürst Lothar von Mctternich in Vorschlag gebrachte katholischeUnion zu Stande kam. Später bewohnten die Grafen von Kesselstadtdies Gebäude, das nach der Einnahme der Stadt durch die Franzosen,an andre Besitzer und endlich an die gegenwärtigen Eigenthümerüberging.
Mettcrnicherhof, unfern der Burg, zwischen dem Münzplatzund der Straße an der Mosel-Brücke, ein dreistöckiges, großes Ge-bäude ohne den mindesten architektonischen Schmuck, mit der als Ei-sen-Klammern dienenden Inschrift „metternicher Hof" und der Jahr-zahl 1674, wodurch die Zeit der Erbauung dieses Hauses, auf derStelle eines vorher abgetragnen sehr alten Gebäudes, angedeutetwird. Jetzt, sogar durch seinen Anstrich, in zwei ungleiche Theile ge-schieden und Privat-Personen gehörig, bietet der metternicher Hof
nichts sehenSwerthes mehr. Vergessen darf man jedoch nicht, daß derverdienstvolle k. k. östr. Staatskanzler, Fürst von Metternich, hier1773 das Licht der Welt erblickte, wie bereits 3 Kurfürsten von Trier,seiner Familie angehörig, vor ihm.
Bassenheimerhof, dem Mettcrnicherhof schräg gegenüber, nahean der Mosel-Brücke. Er wurde zu Anfang des 18. Jahrhundertserbaut, und besteht aus einem Hauptgebäude mit zwei östlich vorsprin-genden Flügeln, welche durch ein Hauptportal und zwei Nebengänge,von dem zu beiden Seiten des Weges davor befindlichen Doppel-Garten geschieden werden. Außer dem aus 83 Mitgliedern bestehendengeselligen Verein zur „Eintracht", der in diesem Hause sein aus meh-ren Sälen bestehendes Gesellschafts-Lokal hat, deutsche und französischeZeitungen hält und im Winter 4 Bälle, im Sommer musikalischeUnterhaltungen gibt, wohnen im Bassenheimerhof noch verschied»?Privat-Personen.
Militär-Hospital, hinter dem Bassenheimerhof, in den Ge-bäulichkeiten des ehemaligen Dominikaner-Klosters, welche zu ihrergegenwärtigen Bestimmung zweckmäßig eingerichtet find. Das Haupt-gebäude ist sehr groß und erstreckt sich längs der Mosel. Zu Anfangdes 18. Jahrhunderts, nach der Einäscherung von 1688 neu aufgeführt,enthält es mehre geräumige Säle und eine große Zahl Gemächer, dietheils von Rckonvaleszenten, theils von Beamten bewohnt werden.Der dazugehörigen Kirche ist schon oben (vcrgl. S. 35) gedachtworden.
Mosel-Thor und Mosel-Brücke. Das erste von 1820 bis 1825erbant, ist eine gewaltige felsenfeste Steinmasse, die jedem GeschützTrotz bieten kann, und die nichts desto weniger eine malerische undimposante Wirkung macht. Dies Gebäude ist ein vollkommen würdi-ger Triumph-Bogen, welchen die k. prcuß. Regierung dem Erbauer derMosel-Brücke gesetzt hat. Bekanntlich führte Erzbischof Balduin die-selbe 1343 und folgende Jahre in 14 Bogen auf, wovon jeder durchdreifache Gewölbe aus Quader-, Tuf- und Kiesel-Steinen gebildetist. Die Richtung der Brücke ist nicht geradlinig, sondern in derzweiten Hälfte gegen das linke Ufer etwas geschweift und gegen denRhein in einem leichten Bogen vorspringend, mit einem Pfeiler-Altanauf der entgegengesetzten Seite. Man behauptet, diese Krümmung seiwegen der Beschaffenheit des Bodens im Flußbette unumgänglich noth-wendig gewesen, indem der letzte grade an dieser Stelle für die Ein-senkung der Pfeiler-Grundlagen nicht geeignet war. Soviel ist gewiß,daß man in unsrer Zeit Hindernisse solcher Art nicht mehr beachtenwürde.
Die Gesammt-Länge der Brücke beträgt 450 Schritt oder 1125 Fuß,nämlich vom Moselthor bis zum Brückthurm 360 Schritt oder 900 Fuß,durch den Brückthurm 12 Schritt oder 30 Fuß und von diesem bis zumlinken Ufer 78 Schritt oder 195 Fuß.
Anstalten und Vereine.
Lehranstalten. Das k. Gymnasium (unter der FremdherrschaftLcol«! seeoniisire co»,inu»i>le) , in dem ehemaligen Jesuiten-Kollegium,wurde in seiner gegenwärtigen Form 1816 eingerichtet. Es besteht in7 Klassen, mit zweijährigem Lehrkursus für die oberste und einjährigemfür jede der sechs andern. An seiner Spitze befindet sich ein Direktor,nächst welchem das Lehrpersonal aus acht ordentlichen Lehrern (denkatholischen Religionslehrer mit inbegriffen), 6 Hilfslehrern (einschl.den evangel. Lehrer, 2 Lehrer für die technischen Fächer und 2 Ele-mentar-Lehrer, zugleich Hilfslehrer bei den Gpmnasial-Klafsen) zu-sammengesetzt ist. Der Verwaltungsrath des Gymnasiums besteht aus6 Personen. Die Zahl der Schüler belicf sich 1843 auf 380. DasUnterrichtsgeld beträgt für jeden Zögling, je nach den Klassen, 12 bis