bubenheimer Fleche von 1819 bis 1820, neuendorfer Fleche von 1821bis 1822, der Stadtumschluß von 1820 bis 1828, das Mainzerthori„ -ipecii! von 1820 bis 1824, das Löhrthor von 1820 bis 1823, dieMoselbrücken«Batterie von 1820 bis 1825, der obere Ehrenbreitsteinvon 1815 bis 1833, der Helfenstein von 1820 bis 1821, der untereEhrenbreitstein von 1815 bis 1821, die pfaffendorfer Höhe 1825, derKlausenberg 1832, der montalcmbertsche Thurm von 1825 bis 182k,das Nellköpfchen von 1826 — 1828, der Pleitenberg von 1827 — 1829.
Umfang der Stadt. Innerhalb der FcstungS-Werke in graderLinie gemessen, beträgt derselbe: von der Mosel-Spitze bis zum Rhein-thor 125 rhein. Ruthen oder 600 Schritt; vom Rheinthor bis zur Ar-tillerie-Kaserne am königl. Schlosse 310 Ruthen oder 1488 Schritt;von der Artillerie-Kaserne bis zum Mainzerthor 75 Ruthen oder360 Schritt; vom Mainzerthor bis zum Lcerthor 150 Ruthen oder720 Schritt; vom Leerthor bis zur Stelle des ehemaligen Ochsenthurmshinter dem Dominikaner-Kloster 220 Ruthen oder 1056 Schritt; vomehemaligen Ochsenthurm bis zum Moselthor 65 Ruthen oder 312 Schritt;vom Moselthor bis zur Mosel-Spitze 240 Ruthen oder 1152 Schritt;zusammen 1185 Ruthen oder 5688 Schritt. Die größte Länge derStadt, vom Moselweisthor bis zum Rheinbrückthor, mißt 310 Ruthenoder 1488 Schritt, und die größte Breite derselben, von der Schwa-nen-Pforte bis zum Mainzerthor, 230 oder 1344 Schritt. Ihre Grund-fläche, bis an den Fuß der Wälle, wird auf 62,183 Geviert-Ruthenberechnet.
Die Stadt hat 5 Hauptthore (Rhein-, Mainzer-, Leer-, Mosel-weis- und Mosel-Thor) und 5 Pforten (Mosel- (Wolf), Korn-,Schwanen-, Hafen- und Holz-Pforte). Die Zahl ihrer Hauptstraßenbeläuft sich auf 16, die der Nebengassen, Gäßchen und Sackgassen au)etwa 60, die der größern Plätze auf 9, und die der kleinern auf 6oder 7. Es gibt in ihr 4 zum Gottesdienst verwendete katholischeKirchen mit 8 Thürmen, 4 kath. Kapellen, eine cvangel. Kirche mit2 Thürmen, 3 zu andern Zwecken verwendete ehemalige Kloster-Kirchenmit einem Thurm, 1 Spnagoge, 9 öffentliche Schulen (1 Gymnasium,4 kath. Pfarrschulen, 2 kath. Armen-Schulen und 2 evangel. Schulen);ferner 32 Staats- und Gemeinde-Gebäude, 1234 Wohnhäuser, 43 Wirth-schasts-Gebäude und 3 Fabriken, zusammen 1330 Gebäude. Die Straßender Stadt sind, mit Ausnahme einiger neu angelegten, gepflastert,obschon nicht überall gleich lobenswerth. Vom 15. Oktober bis zum15. März werden sie durch ungefähr 150 Laternen erleuchtet, worinetwa 320 Oellichte brennen. Die besten neuen geometrischen Plänevon Koblenz sind der von Gebrüder Becker und der von L. Boccard.
Merkwürdige Gebäude, Denkmäler und Anstalten.
Kirchliche Gebäude und Denkmäler.
Licbfrauen - Kirche. Auf dem höchsten Punkte der Stadt,210 Fuß ü. M., gelegen, soll, der Sage nach, diese Kirche das ältestechristliche Gotteshaus in Koblenz sein. Wirklich ist ihr Bau, nament-lich im untern und hintern Theile, sehr alterthümlich. Die Form deruntern fächerartigen Fenster verleiht ihr ein eigenes Ansehen. Diedarüber emporstrebenden Spitzbogen - Fenster deuten an, daß derhöhere Theil des Gebäudes im 14. Jahrhundert erbaut worden. Ur-kundlich wurde der Chor 1405 hinzugefügt und die damals ganz zer-fallene Kirche im Verfolg der Jahre wieder hergestellt. Ihre beidengleichförmigen 180 Fuß hohen Thürme (deren Dächer aus unschönenSchnörkel-Kappen, in 3 Absätzen, zu Anfang des 18. Jahrhundertsaufgesetzt worden), scheinen ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert herzu-rühren Der Mondwechsel wird am Zifferblatt angedeutet.
Das Innere dieser mehr langgedehnten als breiten Kirche ist freund-lich. Ihre Merkwürdigkeiten bestehen in einigen hübschen Altären von
Marmor, aus den Brüchen von Villmar an der Lahn, mehren schönenGemälden von Zick, wie andern ziemlich verschossenen im Chor, undalten Steindenkmalcn aus dem 15. und 16. Jahrhundert, namentlichdie drei in der Vorkirche von 1517, 1547 und 1553. Die beiden röth-lichen Marmor-Säulen, welche am vordern Eingang die Emporbühneunter der Orgel tragen, befanden sich früher am Grabmal des Pfalz,grasen Heinrich, Stifters der Abtei Laach; sie sollen von römischemUrsprung sein. Ueber der Hauptthür steht auf der Außenseite einegut gearbeitete Bildsäule der Jungfrau mit dem Kinde und darun-ter, am Thürbogen, die Inschrift: Dir « M-»I-> IVnxlr->V rein,
Lokl-ens »nbetubl.en sein.
In dieser Kirche verrichtete Eduard III. von England, zur Zeitder Regierung Kurfürst Balduins, seine Andacht am PeterS-Fcste.Ein gleiches geschah durch Filipp von Schwaben und Heinrich vonLützelburg, wie 1492 durch Kaiser Maximilian 1. und 1543 durch Karl V.Im kaiserlichen Schmuck, mit der Krone auf dem Haupte, hielt Kon-rad Ili., nach seiner Heimkehr vom Kreuzznge, 1150 am Pfingstsonntagseinen Auszug in dieser Kirche, die überhaupt von allen hohen undausgezeichneten Personen besucht wurde, welche längere oder kürzereZeit sich in Koblenz aufhielten.
Florins-Kirchc. Man gelangt zu derselben von der Liebfrauen-Kirche durch die Mehlgasse. Da sie an Wochen-Tagen gewöhnlich ver-schlossen ist, hat man sich, um sie zu sehen, an den hinter der Kirche,in einer alten Zugehörung derselben, wohnenden Küster zu wenden.Als vormalige Stiftskirche soll sie schon zu Ende des vierten Jahr-hunderts durch die h. Helena oder durch Kaiser Konstantin entstandensein. Sie wurde reichlich von Fürsten, Rittern und Geistlichen ausge-stattet. Erzbischof Bruno lies sie im 12. Jahrhundert neu aufführen;aus jener Zeit rührt noch der Hintere Theil des Chors und die oberelinke gegen die Mosel gerichtete Seite her. Ihre jetzige bpzantischeForm hat sie erst bei spätern sehr wesentlichen Ausbesserungen erhalten.Die Kirche wurde dreimal, 1545, 1671 und 1791, vom Blitz in Brandgesteckt und während der 14tägigen Beschießung durch die Franzosen,im Jahr 1688, sehr beschädigt.
Der durch seine Gelehrsamkeit und seine diplomatischen Sendungenin Griechenland, Frankreich und Deutschland so berühmt gewordneKardinal Nikolaus von Cusa war früher Dechant bei dieser Kirche.In ihr hielten Friedrich der Rothbart, Heinrich VI. 1188, und Filippvon Schwaben Fürsten-Versammlungen. Auch Eduard III. bestätigte1338 hier den in seinem Namen mit Mainz, Trier und Pfalz geschlos-senen Hilfsvertrag gegen Frankreich. Erzbischof Werner empfing vordieser Kirche die Huldigungen der Bürger. Unter der französischenVerwaltung wurde sie in ein Magazin verwandelt, sodann der Stadtüberlassen und von der jetzigen Regierung angekauft, um zum evan-gelischen Gottesdienst eingerichtet zu werden.
Unter Leitung des Bauinspcktors von Lassaulr wieder hergestellt,gewährt ihr Inneres einen eigenthümlichen Anblick. Aus dem unternTheil des Hauptschiffes gelangt man, auf acht Steinstufen, zu einemVorsprung, worauf cinerseit die Kanzel und andcrseit der Taufstein,beide in gothischer Form und von einem halbrunden Eisen-Geländerumschlossen, stehen. Weitere 7 Stufe», in zwei Absätzen, führen vonda zum Altar, geschmückt durch ein schönes Kruzifir und vier fackel-tragendc Engel, alles von Bronze. Zu beiden Seiten des Altars sindzwei schöne Fresken: die Fußwaschung und die Hochzeit zu Kana, beide' von Zick und gut erneuert von Bachta. Im mittlern Theile derKirche sieht man vier Gedcnk-Tafeln, mit dem Namen von Ritterndes eisernen Kreuzes und im Kampfe für das Vaterland gefallenerKrieger bedeckt, nebst dem letzten Willen Friedrich Wilhelms III. Ander hübschen Kanzel sind die Bilder des Erlösers und der Apostel Ma-thäus, Lukas, Paulus, Petrus, Johannes und Markus auf Goldgrund