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Bericht über das 50. Stiftungsfest der Burschenschaft Alemannia zu Bonn gefeiert zu Bonn und Oberwesel vom 28. bis 31. Juli 1894
Entstehung
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nicht genau; viele mögen wohl auch vorsichtig etwas zeitiger geschlossenhaben, um sich für das Kommende zu stärken; aber lange mußten desMauspfads baufällige Giebel doch warten, ehe der letzte Schritt verhalltwar und sie sich staunend von einer Menschenmenge erzählen konnten,wie sie nie zuvor eine geschaut, zumal mit roten Mützen. —

Jupiter pluvius mußte auch allmählich gemerkt haben, daß da untenin Bonn etwas Erfreuliches im Werke war. Denn am Sonntag Morgenwaren die von manchem Alemannenauge sorgenvoll beobachteten Regen-wolken verschwunden, und freundlich lachte die liebe Sonne herab auf daswogende Festtreibeu auf dem Alten Zoll. Wie ein heiliger Hain wogteund grünte der reiche Laubschmuck um den alte» Arndt; seine Stirn war mitLorbeer gekrönt, und freudiger als je schien sein treues Auge den geliebtenRheinstrom und die Berge in duftiger Ferne zu grüßen. Zu des DenkmalsFüßen aber drängte sich um die sieben Chargierten mit den Fahnen diebunte Menge, der Damen hellschimmernder Flor und die Burschen alle,vom weißbärtigen Greise, dem des Lebens Ernst seine Furchen ins Antlitzgegraben, bis zum Fuchs, dessen Wange noch nicht einmal des SchlägersFurche aufzuweisen hatte.

Nun gebot der Sprecher Bruch Silentium, und trat, einen Lorbeer-kranz mit schwarzrotgoldener Schleife in der Hand, vor das Denkmal, demdeutschesten Manne die Huldigung der fünfzigjährigen Burschenschaft alsodarzubringen:

„Verehrte Festversammlung! — Die Feier des fünfzigsten Stiftungsfestes unsererBurschenschaft können wir würdiger nicht beginnen, als wenn wir zunächst des Mannesgedenken, dem gute Patrioten hier ein ehernes Bildnis gesetzt haben, des Mannes, derdurch und durch von burschenschaftlichen Ideen erfüllt sich Zeit seines Lebens nach einemfreien, einigen Deutschland sehnte; dessen kerndeutsche Natur und männlich fester Charakterihn noch als Greis die Ideale seiner Jugend mit Feuereifer verfolgen ließen; der demdeutschen Volke zum Bewußtsein brachte, daß der Rhein Deutschlands Strom, nichtDeutschlands Grenze sei; der ein Herz voll edelster Hingebung hatte für das Leidseines Volkes, der sein Volk in seinen trübsten Tagen aufgerichtet, es durch ernsteMahnrufe und zündende Lieder zu großen Thaten fortgerissen hat.

Dir, Vater Arndt, dem Deutschesten aller Deutschen, dem begeisterten Freiheits-dichter, dem Hüter am herrlichen Rheinstrom, dem geistigen Vater der Burschenschaftweihen wir in dankbarer Verehrung diesen Kranz."

Der Kranz senkte sich nieder zum Sockel des Denkmals, und wie zurBekräftigung der eben gesprochenen Worte brauste die erste Strophe desLiedes „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" zum Himmel empor.

Nicht minder stimmungsvoll und erhebend war die nun folgende Über-gabe der von den Frauen und Jungfrauen der Burschenschaft gestiftetenneuen Fahne. Aus der lieblichen Schaar der weißgekleideten Festjung-