Druckschrift 
Aquila Grandis Magnarum Alarum, Plena plumis & varietate, Ezech. 17. V. 3, Poenens in arduis nidum suum, Job 39. V. 28, Hoc est, Serenissima Princeps Electoralis, Maria Anna Iosepha, Archidux Austriae, Comes Tyrolis, &c : Avgvstissimorvm Parentvm, Ferdinandi III. Et Eleonorae Mantuanae Grandium Aquilarum, grandis Filia ... Ioannis Wilhelmi Iosephi, Lectissima conjux ... ; In soLo DoMIno IesV plè & sVaViter VIennae In AVstrIa reqVIesCens ; In triduanis Exequiis Ad magnificum Cenotaphium in templo aulico PP. Societatis Iesv Düsseldorpii Funebri Panegyri repraesentata
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

(12)Person / so Land und Leuth erblich zu regieren hat / als ohne Leibs=Erben seyn /und in vielen und schwären Schwach= und Kranckheiten schier allzeit stecken?diese beyde hat erfahren unsere Gnädigste Ertz=Hertzogin / und gelitten sogedültig / daß sie sich den Artzten gantz übergeben / und GOtt so ergeben in denSchmertzen / daß / wann die zu grosse Bitterkeit ein eintziges unbedachtsames Oweh solte erpresset haben / sie sich alsobald einer grossen Vngedult schüldig geachtet.Damit ich zum End ihres Lebens und meiner Predig eile / was ist bitterer / als der Todt selbsten einer annochin der Blüh ihres Alters und Glücks stehenden Princessinnen / und dannoch wie bereitwillig hat denselbennit angenommen. Rede selbsten mein lieber Adler / ehe du uns verlassest / und geb den zaghaffts viel zu viel an die Weltgeklebten Welt-Kinderen eine Prob deiner glorwürdig-Oestreichischen Tapfferkeit. Mein GOtt undHErr / pflegt sie nach ergriffenen Creutz in ihrem letzten Hinscheiden zu sagen / Mein GOtt und HErr /dem Will geschehe in mir: solte es wider deinen Willen und meiner Seelen Heylseyn / daß ich gesund werde; so wil ichs nicht / so begehre ichs nicht: Ists aber demWill und meiner Seelen nutz und heilsam / fiat, so geschehe es. Ohne dich HErrJesu wil ich nit ein Augenblick leben; mit dir lieber tausendmahl sterben. In deineWunden O Jesu verberge mich; von dir laß nimer scheiden mich. Von dir O Jesuwil ich in Ewigkeit nicht abweichen; bey dir wil ich verbleiben. Haec requies mea.Diß ist mein Ruhe. Ich wil in der Catholischen Kirchen leben und sterben. Auffdich O mein GOtt hoffe ich / auff dich bawe ich / auff dich vertrawe ich,daß du mir werdest gnädig und barmhertzig seyn. Ich liebe dich O meinGOtt von Hertzen / und wünsche dich zu lieben und zu ehren / wie dich deineliebste Mutter und alle Heiligen lieben und ehren. Es ist mir leid von Grundmeines Hertzen / daß ich dich / mein GOtt beleidiget hab. Warumb diß?O Durchleuchtigste Chur=Princessin! Warumb ist sie dergestaltwillig und begierig deß Todts / warumb förchtet sie denselben nicht? Sudum pernubila quaero, sagt sie mit dem Adler: durchs Creutz und Widerwertigkeit sucheich die ewige Seligkeit. O glückseliger / überseliger Adler! du hast gesucht undgefunden / kanst sagen was die Braut Cant. 3. v. 4. Inveni, quem diligit anima mea,tenui eum, nec dimittam. Ich hab gefunden / den meine Seel lieb hat / ichhalt ihn auch/ und wil ihn nit lassen. so recht/ O Gnädigste LandsFürstin / ich wünsche dir von Hertzen Glück in unserem höchsten Vnglück. Ob-wol du uns wider allen Wunsch und Hoffnung viel zu früh entflogen / der Spie-gel aller Tugend und Vollkommenheit entzogen ist; so wünsche ich dir doch Glückvon Hertzen: ruhe / erfrewe / ergetze dich in deinem GOtt / darnach du immer ver-langet hast. Beschütze O großmächtiger Adler deine liebe Kinder und Vntertha-nen so du verlassen hast. Quis dabit mihi pennas sicut columbæ, & volabo, & requi-escam. Psal. 54. v. 7. Geliebte Zuhörer / wer wird euch und mir Flügel / wo nit deßhochfliegenden Adlers / zum wenigsten einer unschüldigen demütigen Tauben ge-ben / damit wir ihren Hochfürstlichen außerlesenen Tugenden / welche ich nit halbbeschrieben / noch immer beschreiben kan / in etwa nachfolgen. Volabo, ich wil ihrnachfliegen / so viel mir möglich / & requiescam, mit ihr in Gott ruhen. Ist dir die-ses von Hertzen bedacht mein lieber Zuhörer / so schawe das Exempel / den Wegdieses in Gott ruhenden Adlers an. Sicitur ad astra, so gehet man zum Himmel;sey andaͤchtig gegen Gott / seine liebe Mutter / und die Heiligen / eiffrig im Sa-crament der Buß / Communion / und Gottes Wort / sey liebreich gegen die Armenund Vntergebene, Bekehrte, und Gottshäuser, sey keusch und rein an Leib undSeel / mässig in Lüsten / gedültig in Widerwertigkeit / so wirstu in Himmel erhebt /mit der Cron der Glory gezieret / in Gott ruhen und sagen können:Haec requies mea Psal. 131. v.14.Gott ist meine Ruh / verlangst hinzu?Sudum per nubila.Durchs Creutz und Widerwertigkeit.Sic itur ad astra.Diß ist der Weg zur Seligkeit. Amen.