4½¼ (u)len hat. Hei st das nicht mit dem Adler den Raub theilen: Dividere spolia?Was bedarff ich mich nacher Wien zu beziehen? Düsseldorff ist nicht weniger einSchawbühn gewesen Jhrer Freygebigkeit. Allhie wil ich nicht sagen / daß Sienach altem Oestreichischen Gebrauch alle Jahr auff dem grünen Donnerstag zuehren deß leidenden JEsu zwölff armen Weiberen die Füß gewaschen; von Hauptbiß zun Füssen gekleidet; Speiß und Tranck reichlich hergeben; zu ehren der bey-den gottseligen Eheleuthen loachim und Anna, zwey Eheseuth in ihrem Zimmerheimlich gespeiset / und ihnen zu Tisch gedienet. Jch wil nicht vermelden / damitich den alten Schmertzen nicht ernewere / wie Sie bey ihrer letzten Abreiß / daSie von ihren lieben Vnterthanen scheiden müssen / allhie vorm Chur-Printz.lichem Hoff mit eigenen Händen / nicht ohne Zähren und hertzlichem Mit-leiden denen auff Sie wartenden Hauß=Armen Allmosen außgetheilet. Dasfrag ich kühnlich; welcher armer Presthaffter ist allhier gewesen / so nicht zuunserer Gnädigsten Ertz=Hertzogin / als zu einer allgemeinen Mutterder Barmhertzigkeit seine Zuflucht genommen? welcher ist zu ihr kommen / sonicht die gnädige Hülff erlangt hat? höret die Wort / so ich hierüber erhalten:Egenti nunquam eleëmosynam negavit. Keinem eintzigen Dürfftigen hatSie jemahlen ein Allmosen abgeschlagen. Ein eintziges muß ich unsereGnädigste Ertz-Hertzogin mit demütigstem Respect abfragen: was istnun Ihro Durchl. von allen so grossen und weiten Landen / die Sie beherrschet /von denen so vielen Einkömpsten / deren Sie mächtig gewesen / überblieben?Höret die Antwort:Hoc habeo, quodcunque dedi.Was ich den Armen geben /Das hab in jenem Leben.
Achte