—Weinet mit mir ihr Armen; Ewere barmhertzig-liebreicheste Mutter: wei-net ihr Presthaffte und Gefangene; Ewre Erlöserin: weinet ihr Verlaseneundertruckte Wittiben und Weisen; Ewre Beschützerin: weinet ihr newbekehrteCatholischen; Ewre Nährerin: weinet ihr Geistliche; Ewre Gnädigste Pa-tronin: weine Newburg / Gülich / Berg und Heidelberg; Ewre liebste Chur-Princessin: weine Oesterreich; deine außerlesene Ertz-Hertzogin ist gestorben.Doch was rede ich? Non est mortua; sed dormit. Sie ist nicht gestor-ben; sie ruhet nur: a nicht begraben; sondern in Himmel ist erhoben unserOestreichischer Adler. Kaum ist Ihr der Befehl deß Allerhöchsten: Morieris tu,& non vives. Du wirst sterben / und nicht mehr leben / angedeutet: b.Elevata est Aquila: da hat sich unser Adler in Himmel erhoben; in der Höhe seinNest gesuchet; das zeitliche verlassen. Lasse da heulen und weinen / lasse für-wenden und zustrengen das Churfürstl. Hauß Pfaltz=Newburg denstarcken Ehe- und Liebs-Band, dardurch sie mit Ihro Durchl. unserem allerseitsGnädigstem Chur-Printzl. Lands-Herrn Anno 1673. verbunden;Lasse zuschliessen ihre Palläst / Schlösser und Vestungen das unüberwindlichemit Bergen versetztes Tyrol und Oestreich / darinnen sie Anno 1654. den 30.Decembr. gebohren / und endlich ihre Ruhe und Sicherheit / bey so grausamenVerderben ihrer Berg= und Gülischer Landen gestelt hat. Nec nidus, nec nodus.Nichts noch Eheband, noch Vatterland, weder Gülich noch Berg,weder Oestreich / weder Heidelberg oder Newburg tenuere volantem, haben sievon dem Geliebten ihres Hertzen Christo IESV abhalten können. Zu JEsulendet und wendet sie sich alsobald mit den Worten deß Königlichen PsalmistenDavid: Tibi dixit cor meum, requisivit te facies mea: faciem tuam, Domine, re-quiram. Zu dir hat mein Hertz gesagt / mein Angesicht hat dich ge-sucht: Herr dein Angesicht wil ich suchen. c. In dieser Sonn der Ge-rechtigkeit ist sie den 4ten Aprilis deß jetztlauffenden 1689.ten Jahrs entschlaf-fen / sprechend mit dem siegreichen in der Sonnen erzucktem Adler: Haecrequiesmea. Diß ist mein Ruhe. d. O gewünschter Ruhplatz! O selig und überseli-ger Adler! wer gibt mir die scharpffsichtige Adlers Augen / mit denen ich denWeg und Steg / so du gehalten / zu unserer Nachfolg in Obacht nehme? derhochweise Salomon, da er den Weg deß Adlers im Himmel betrachtet / verzweif-felt schier. Tria mihi sunt difficilia, sagt er / via Aquilæ in coelo. Der Weg deßAdlers im Himmel. c. Den kan ich schwärlich begreiffen: und ich solte michunterstehen dieses in Himmel erhebten Adlers Weg nachzuforschen? ja freylichGeliebte. Vnd diß umb desto leichter / weil unsere Gnädigste Ertz=Hertzogin / nit /wie andere Adler / in ihrem Flug nur bloß in den Lufft geschlagen. Non quasi aë-rem verberans, f. eitle Lufftsprüng gemacht; sondern die allerkläriste in aller Vn-terthanen Hertzen tieff eingedruckte Fußstapffen ihrer herrlichen Hochfürstl. Tu-genden bey jedermaͤnniglich hinterlassen. Dieselbe wil ich deroselben zu ewigemLob / zu unser aller Trost in gegenwertiger Lob=Rede kürtzlich Ewer Lieb undAndacht fürtragen.(a) Luc. 8. v. 52. (b) 4. Reg. 10. (c) Psal. 26. v. 8. (d) Psal. 132. v. 14, (e) Prov. 3. v. 19.(!) 1. Cor. 9. v. 26.
Druckschrift
Aquila Grandis Magnarum Alarum, Plena plumis & varietate, Ezech. 17. V. 3, Poenens in arduis nidum suum, Job 39. V. 28, Hoc est, Serenissima Princeps Electoralis, Maria Anna Iosepha, Archidux Austriae, Comes Tyrolis, &c : Avgvstissimorvm Parentvm, Ferdinandi III. Et Eleonorae Mantuanae Grandium Aquilarum, grandis Filia ... Ioannis Wilhelmi Iosephi, Lectissima conjux ... ; In soLo DoMIno IesV plè & sVaViter VIennae In AVstrIa reqVIesCens ; In triduanis Exequiis Ad magnificum Cenotaphium in templo aulico PP. Societatis Iesv Düsseldorpii Funebri Panegyri repraesentata
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