GRAFEN V. ITZENPUTZ.
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sind, ja Einige lassen sie, der Endigung des Namens wegen, von denalten wendischen Urbewohnern der Mark abstammen. — Urkundlich istdie Familie seit dem 12. Jahrhunderte in der Mark Brandenburg bekanntund nach Kaiser Carls IV. Landhuche derselben hesassen die Itzenplitzeschon in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Güter Grieben,Jerchel etc. Lüde, Henning, Tile, Heinicke und Winicke, fünf GebrüderNitzenplitz, wurden 1361 mit Badeinin bei Rathenow belehnt. Christophwar 1530 im Comitate des Kurfürsten von Brandenburg auf dem Reichs-tage zu Augsburg. — Die Besitzungen der Familie wurden mit der Zeitimmer ansehnlicher und ein Zweig war auch im Clevischen begütert,namentlich mit Hönnöpel und Ober- und Nieder-Mörmter. •— In Kriegs-diensten haben sich besonders in der preussischen Armee drei Brüder,die Söhne Balthasar Friedrichs auf Grieben und Jerchel, grossen Ruhmerworben: August Friedrich starb 1759 in Folge der in der Schlachtbei Cunnersdorf erhaltenen Wunden als k. preuss. General-Lieutenantund gilt allgemein für einen der grösstcn Helden im 7jährigen Kriege;Joachim Christian Friedrich starb 1765 als k. preuss. Generalmajor undChef eines Dragoner-Regiments, und Heinrich Friedrich machte an derSpitze eines Grenadier-Bataillons die schlesischen Feldzüge mit, starbaber schon als Obersllieulcnant 1751.
Der preussische Grafensland ist durch zwei Ernennungen in dieFamilie gekommen. Zuerst wurde Friedrich Dietrich Wiprecht Güntzelv. Itzenplitz, Herr auf Grieben, bei der Huldigung des Königs FriedrichWilhelm III. von Preussen 6. Juli 1798 in den Grafenstand erhohen,machte aber von der gräflichen Würde keinen Gebrauch. Später, 21.Juni 1815, erhielt vom König Friedrich Wilhelm III. von Preussen dieGrafenwürde Peter Ludwig Friedrich Johann Alexander v. Itzenplitz,gest. 18. Sept. 1834, k. preuss. Staalsrath a. D. und Herr auf Gross-Behnitz etc. im Havellande, venu. 23. Sept. 1792 mit Henriette Char-lotte v. Borcke, genannt v. Friedland auf Cunnersdorf!, Friedland, ßeli-nitz etc., geh. 18. Juli 1772, gest. im April 1848. Letztere war dieeinzige Tochter und Erbin der Frau Helene Charlotte geb. v. Lestwitz,vermählte v. Borcke, genannt v. Friedland, Erbtochter des 16. Febr.1788 verstorbenen k. preuss. Generalmajors Johann Sigismund v. Lest-witz , weshalb mit königlicher Genehmigung das Wappen der v. Lest-witzschen Familie in das grällich v. Itzenplitz-Jerchelsche Wappen mitaufgenommen worden ist. Der erwähnte spätere Generalmajor v. Lest-witz hatte bekanntlich wesentlich zu der für die preussische Armeegünstigen Wendung der Schlacht hei Torgau beigetragen und Friedrichder Grosse hatte auf dem Schlachlfelde zu ihm gesagt: „Lestwitz, daswerde ich ihm nicht vergessen". Der König löste dieses Wort dadurch,dass Lestwitz das halbe Amt Friedland nach dem Tode des MarkgrafenCarl, zu dessen Apanage dasselbe gehört halte, als Lehn erhielt — dieandere Hälfte des Amtes bekam General v. Prittwilz, welcher den Königbei Cunnersdorf von der Gefangenschaft gerettet hatte, woher sich desKönigs bekannte Worte schreiben: „Prittwilz hat mich, Lestwitz aberden Staat gerettet".