Druckschrift 
1 (1852) A - K
Entstehung
Seite
147
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GRAFEN V. CABMER. 147

Grafen v. Carmer.

Cbcmgeltfd). $rrit|jen.

Besitz: (las Majoratsgut Borne und Panzkau und die Majoratsherrschafi Rützen in Schlesien.

Wappen: quadrirter Schild mit Millclschild , in welchem in Silber, wieEinige annehmen, ein goldenes Z steht. Die Form desselben ist so eigenthfimlich,dass es mehr als doppeltes L erscheint. 1 und 4 in Blau ein goldener Sparren,oben von zwei silbernen Johannitcrkreuzen und unten von einer silbernen Eilie be-seitet. 2 und 3 ein aus einem schwarz und silbernen Schnelle von vier Reihen,und jede von acht Feldern, nach der rechten Seite aufwachsendes, goldenes, schwarzgezäumtes Ross. Den Schild deckt eine Grafenkrone, auf welcher sich zwei ge-krönte Helme erheben. Auf dem rechten schwebt zwischen einem offenen schwar-zen Fluge ein silbernes Johanniterltreuz, aus dem linken erhebt sich das wachsendePferd des 2. und 3. Feldes. Die Helmdecken sind silbern und blau und denSchild halten zwei auswärtssehende preussische schwarze Adler.

Ein aus der Normandie stammendes Geschlecht, welches sich infrühen Zeiten nach England wendete. Ein Glied desselben kam im Ge-folge der Prinzessin von England, Gemahlin des Kurfürsten Friedrichvon der Pfalz, nach Deutschland und liess sich in der Pfalz nieder.Von dessen Nachkommen trat Johann Heinrich Casimir v . Carmer, geh.zu Creuznach 29. Dec. 1720, gest. 3. Mai 1802, 1749 in preussischeDienste und hald wurde Friedrich der Grosse auf die Kenntnisse des-selben in allen Feldern der Rechtswissenschaft aufmerksam. Er stiegimmer höher, wurde 1768 w. Geh. Staats- und Justizminister und Chef-präsident der sämmllichen Oberamtsregierungen in Schlesien, und 17 79erfolgte die Ernennung zum Grosscanzier des Königreichs Preussen undzum Chef de Justice. König Friedrich Wilhelm II. erhöh ihn 12. Dec.1791 in den Freiherrensland, und König Friedrich Wilhelm III. crtheilleihm 6. Juli 1798 die Grafen würde. Für seine Familie errichtete ernicht nur die Majorale Rützen und Dorne mit Panzkau, sondern auchzwei besondere Fonds zur Hülfe der Majorate in Fallen der Nolli oderdes Bedürfnisses. Aus der Ehe mit einer Freiin v. Roth und RützenhinterHess er zwei Söhne: den Grafen IJans Friedrich Heinrich , geh.10. Jan. 1765, gest. 26- Juli 1809, k. preuss. Geh. Kriegs- und Re-gierungs-Rath etc., verm. mit Maximiliane Freiin Senft v. Pilsach, geh.

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