Druckschrift 
1 (1852) A - K
Entstehung
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

GRAFEN V. BORITZ UNR WORFRAMITZ.

361

ses Wappen. Einige ältere und namentlich neuere Abbildungen und Beschreibun-gen weichen vielfach von diesen Angaben ab. Im Wappenbuche der durchlauch-tigen Welt und im Wappenbuche der preuss. Monarchie findet sich nur ein blauerSchild, in welchem zwei silberne Hirschgeweihe, jedes von fünf Enden,-neben ein-ander gestellt sind. Den Schild deckt die Grafenkrone, auf welcher sich ein ge-kriintcr Helm erhebt, auf welchem die Hirschgeweihe des Schildes stellen. Diellelmdecken sind blau und golden. Nach den neueren Angaben des GenealogischenTaschenbuchs der gräflichen Häuser ist der Schild quadrirt mit Mittelschild. DerMittelschild ist der Länge nach von Silber und lioth gellieilt und in der silbernenHälfte stellt ein rotlies, in der rolhcn ein silbernes Büffelshorn. In 1 und 3 inKolli ein silberner, in 2 und 3 in Silber ein rother Löwe. Sämmlliche Löwen sindeinwärts gekehrt.

Uraltes, ursprünglich polnisches, aus dem berühmten Hause Rogallastammendes Geschlecht, welches eigentlich Hodilzky v. Hodilz hiess.Vom 14. Jahrhunderte an breitete sich dasselbe in Mähren und Böh-men und seit 1622 in Schlesien aus, wo es mit der Herrschaft Weg-stein und mehreren anderen Gütern angesessen war. Schon 1303 be-sass die Familie das Dorf Hoditz im vormaligen Iglauer Kreise, dochbeginnt die ununterbrochene Stammreihe erst vom Jahre 1368 an.Ulrich Lorenz und Wenceslaus Hoditzky v. Hoditz zeichneten sich umdas Jahr 1534 in Böhmen aus, und Kaiser Rudolph II. erhob, ausge-zeichneter Verdienste wegen, die Familie 10. Sept. 1603 in den Frei-herrenstand. Freiherr Georg Maximilian , Herr auf Hennersdorf, Johannis-thal etc., k. k. Kämmerer, Oberst, Kriegsrath und General-Kriegs-, undLandescommissär in Mähren und Schlesien, erhielt vom Kaiser FerdinandIII. 10. Juli 1641 für sich und die Familie die Reichsgrafenwürde, undErnst Graf v. Hoditz, Plenipotentiarius auf dem Concil zu Costnilz, undWenzel Graf v. Hoditz, Plenipotentiarius bei Errichtung der Grenzenzwischen Mähren und Ungarn, erlangten vom letztgenannten Kaiser 17.Juli 1647 das Indigenat in Ungarn.

Graf Georg Maximilian hatte drei Söhne. Der ältere: LudwigMax imilian, k. k. Kämmerer, war 1660 Land-Rechts-Beisitzer in Mäh-ren und bischöflich Olmülzischer Rath; der mittlere : Maximilian Georg, starb1689 als Landeshauptmann von Neisse mit Hinterlassung eines Sohnes, desk. k. Kämmerers Franz Anton, und der jüngere: Julius Leopold, Herrauf Rosswalde in Mähren, verm. mit Barbara Gräfin v. Nostitz, starb1693. Von den Nachkommen desselben, durch welche das gräflichHoditzsche Haus in zwei Linien, in die Linie Hoditz-Rosswald.eund in die Linie IIo d i tz-Wolframi tz zerfiel, sind namentlich FranzJoseph Philipp, des Troppauschen Fürstenlhums Rechts-Beisilzer, und CarlJoseph, Herr der Herrschaften Rosswalde und Burg Fullsteineck, fürstl.Olmützischer Rath und Land-Rechts-Beisitzer, bekannt.

Die Linie Hoditz-Rosswalde erlosch 1778 mit Joseph AlbrechfGrafen v. Hoditz, geb. 1706. Dieser, ein in seiner Art höchst merk-würdiger Mann, welchen Friedrich der Grosse in einem, in den Werkendesselben sich findenden Schreiben: ,,0 Hodilz, Mann von wunderbaremGeiste" anredete, hatte das Schloss Rosswalde mit seinen Umgebungenin einen Feen- und Zaubersitz umgeschaflen und dasselbe zum Sam-melplatze aller Vergnügungen der Natur und der bildenden Künste