270 GRAFEN V. GNE1SENAD.
Grafen v. Gneisenau.
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Besitz: die Majoratsherrschaft Sommerschenburg in der l'rnvinz Sachsen.
Wappen: quadrirter Schild mit Mittelschild. Im Mittelschild, welches einenrothen Rand hat, auf welchem unten das Wort: „Colberg" steht, in Silber aufeinem dreifachen schwarzen Hügel drei griine Kleeblätter an ihren Stengeln. 1und 4 in Silber der preuss. schwarze Adler. 2 und 3 in Gold ein aus zwei Zwei-gen gebildeter, roth befruchteter, oben offener Lorbeerkranz, vor welchem in derMitte aufrecht ein Schwert mit goldenem Griffe steht. Auf dem Schilde ruht dieGrafenkrone mit 3 ebenfalls mit Grafenkronen gekrönten Helmen. Auf dein rech-ten steht der preuss. schwarze Adler einwärtssehend; auf dem mittleren ein dieSachsen rechts kehrender, geschlossener und mit einem goldenen Kleestengel be-legter Adlersflug, und auf dem linken Schwert und Kranz, wie im 2. und 3. Felde.Die Decken sind rechts schwarz und silbern, und links grün und silbern. DenSchild hält rechts mit der rechten Kralle ein einwärtssehender preuss. schwarzerAdler, links mit beiden Vorderpranken ein rother Greif. Die Devise ist: Fortiter,Fideliter, Feliciler.
Der eigentliche Name dieses alten, ursprünglich wohl schweizeri-schen Geschlechts ist: Neidhardt (Neidhart, Neidlhart, Neydhard), unddie Familie hat sich früher lange in den Reichsstädten, namentlich inUlm aufgehalten, wo dieselbe zu den ältesten Patriciergeschlechtern ge-zählt wurde und zu den 17 alten Ulmer Familien gehörte, welcheKaiser Carl V. 29. Oct. 1552 zu edlen, rittermässigen, turnierfähigenLelms- und Wappen-Genossen erhob. Von Ulm aus kamen Gliederder Familie nach Schwaben und Franken, nach Cur- und Liefland, sowie nach Oesterreich und Schlesien. — ßucelini führt eine FamilieNeidhardt v. Raustädt auf, beginnt die Stammreihe derselben um dasJahr 1350 und führt dieselbe bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts fort. —In Oherösterreich blühten im 16. Jahrhundert zwei Zweige der FamilieNeidhardt, der eine mit dem Beinamen v. Spaltenbrunn (Spätenprunn),der andere mit dem Beinamen v. Gneisenau. Als Stifter des ersterenZweiges wird Johann Neidhardt, welcher Spattenbrunn erbaute, genannt