GRAFEN UND BURGGRAFEN ZU DOHNA.
der Fromme dem Sohne des Aloisiiis: Ludwig Conrad, nicht allein dieseSchenkung bestätigte, sondern auch den Titel eines Burggrafen, welcherspäter erblich wurde, beilegte. Hie Familie liesass das BurggrafenthumDohna, zu dem Königstein, Rabenau etc. gehörten, und welches mitgrossen Vorrechten versehen war, bis 1402. In diesem Jahre zerstörteMarkgraf Wilhelm von Meissen den burggräflichen Silz zu Dohna underoberte das feste Sc.hloss Königstein, worauf sich die Familie, wie früherschon einzelne Glieder gethan, nach Schlesien, der Lausitz und Böhmenwendete. Vergeblich bestätigte Kaiser Sigismund 1423 den GebrüdernJaroslaus und Nicolaus von Neuem die burggräfliche Würde: die Graf-schaft blieb verloren.
Um das Jahr 1484 lebte, nachdem sich 1454 das Geschlecht inPrcussen niedergelassen hatte, Heinrich Burggraf von Dohna, Herr aufKraschen. Die Söhne desselben: Christoph und Stanislaus , stifteten zweibesondere Linien: Ersterer die schlesische, Letzterer die preussi-s c h e. Die schlesische Linie erlosch mit Carl Hannibal, welcher imfünften Gliede von Christoph stammte, im Jahre 1711; die preussischeaber schied sich durch die Urenkel des Stanislaus: Fabian und Christoph
— Söhne Achaz des Aelteren, gest. 1619 — in zwei Hauptlinien: in dievon Fabian gestiftete reichertswaldische, und in die von Christophgegründete vianische Linie. Die reichertswaldische Haupllinie trenntesich später in einen älteren Zweig zu Lauck und in einen jüngeren zuReichertswalde, und beide stifteten ein eigenes Majorat und Fideicommiss.Das Majorat des älteren Zweiges ruht auf Lauck, das des jüngeren aufReichertswalde. Die vianische Linie besieht jetzt aus dem Hause Schlo-hitten und Schlodien, welches letztere in die Häuser Schlodien und Car-winden, Kotzenau und Malmilz zerfällt. Für diese zweite Hauptliniesind vier grosse Majorale gestiftet worden, von welchen die drei aufSchlobilten, Pröckelwitz und Finkenstein haftenden dem Hause Schlobit-ten zustehen, das vierte auf Schlodien ruhende Majorat aber dem HauseSchlodien gehört, welches letztere llaus nicht nur 1762 die earwindi-schen Güter von dem 1651 nach Schweden gekommenen, 1820 imMannesslamme mit August Magnus Delphicus erloschenen Zweige derGrafen v. Dohna an sich gebracht, sondern auch später durch grossenGüterkauf das Besitzlhum sehr erweitert hat. — Die Reichsgrafenwürdeist 18. März 1648 in die Familie gekommen, und die kurbrandenburgi-sche Anerkennung derselben erfolgte 29. Juni 1648.
Die Abstammung der jetzigen Glieder der Familie gestaltet sich inabsteigender Linie, wie folgt:
Linie Dohna-Lauck. Fabian (Sohn Fabians, des Stifters der rei-cherlswaldischen Linie); erste Gemahlin: Henriette Amalie Gräfin v. Dohna.
— Christoph Friedrich; erste Gemahlin: Johanna Elisabeth Gräfin zurLippe Detmold. — Adolph Christoph; Gemahlin: Frede Maria Gräfin zuDohna-Schlodien. — Alexander; dritte Gemahlin: Elisabeth CharlotteGräfin v. Dohna-Reichertswalde. — Carl Wilhelm; Gemahlin: FriederikeEleonore v. Liehermann-Sonnenburg. — Carl Friedrich Alexander, jetzi-ges Haupt der Linie.
13*