GRAFEN V. DIETRICHSTEIN.
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Uraltes kärntner Geschlecht, welches nach alten Ueberlieferungenvon den ehemaligen Grafen v. Zeltschach, den Blutsverwandten der altenHerzoge von Kärnten, stammt. Dietrich v. Zeltschach soll im 9. Jahr-hundert ein Bergschloss erkaut, dasselbe Dietrichs-Stein genannt unddiesen Namen auf seine Nachkommen übergetragen haben. Als ersterUrslammvater wird zuverlässig Reinpcrt I., gest. 1004, genannt. EinAbkömmling desselben, Pancraz, gest. 1508, erhielt 1506 vom KaiserMaximilian 1. das Erbmundschenken-Amt im Herzoglhum Kärnten erblichund wurde durch seine zwei Söhne, Franz und Sigismund, der Stamm-vater aller nachherigen Grafen v. Dielrichstein!, welche in zwei Haupt-linien blühen, der von Franz, geh. 1476, gest. um 1 550, gegründetenWeichselstädt-Rabensleinischen Hauptlinie und der von Sigismund, geh.1484, gest. 1540, gestifteten Hollenburg-Finkensleinischen Hauptlinie.
Die Weichselstädt-Rabensteinische Ilaupllinie zerfiel durch die Söhnedes Stifters Franz: Seyfried, geh. 1507, gest. 1586, und Leonhard,welcher um 1559 noch lebte, in eine ältere und in eine jüngere Linie.— Die ältere umfasste die Nachkommen Seyfrieds, dessen Urenkel, dieSöhne Gabriels: Johann Christoph, geb. 1624, gest. 1704, und JohannFranz, geh. 1629, gest. 1712, welche beide 1652 in den Reichsgrafen-stand erhoben wurden, zwei Aeste, den älteren und den jüngeren, stif-teten. Der Stifter des älteren Astes, Johann Christoph, erhielt 1690das Oberjägermeisteramt in Steiermark, und stiftete 1703 ein Fideicom-miss in Steiermark, welches sein Sohn Franz Johann Gottfried 1730und 1748 sehr vergrüsserte. Der Ast erlosch schon 1794 mit demSohne desselben Carl Hanniba], und das Fideicommiss kam an den jün-geren Ast, an die Nachkommen des Johann Franz. — Die jüngere Linieumfasst die Nachkommen Leonhards, dessen driller Solm Seyfried zweiSöhne: Georg Albert und Erasmus, hinterliess, welche zwei Aeste, denälteren und den jüngeren, gründeten. Der ältere Ast erlosch schon1692 mit dem Sohne des Stifters Johann Albrechl. Der jüngere Astwurde durch den Sohn des Stifters Erasmus: Sigismund Ludwig, fort-gepflanzt, welcher Letztere miL seinem Bruder Johann Balthasar vomKaiser Ferdinand IL 1631 in den Reichsgrafenstand erhohen wurde undnicht nur 1633 die von der Familie abgekommene Herrschaft Hollen-burg wieder erkaufte, sondern auch sonst sehr grossen Grundbesitz er-warb.
Die Hohenburg-Finkensleinische Ilaupllinie theilte sich durch diezwei Söhne des Stifters Sigismund: Sigismund Georg, geh. 1526, gest.1593, und Adam, geh. 1527, gest. 1590, in zwei Linien, in die ältereHollenhtirgische oder österreichische Linie und die jüngere Nicolsburgi-sche oder fürstliche Linie. Die ältere Hoilenburgische wurde durchSigismund Georgs vorletzten Sohn: Bartholomäus, geh. 1579, gest. 1635,fortgepflanzt. Der jüngste Sohn desselben: Gundaccar, seiner Zeil sehrberühmt, wurde mit seinem Bruder Christian 1656 in den Rcichsgra-fenstand erhohen und erhielt 1684 vom Kaiser Leopold die reichsfürst-liche Würde. Aus seinen zahlreichen Gütern errichtete er ein Fidei-commiss, welches er seinem Neflcn: Gundaccar Ferdinand, dem einzigen