GRAFEN ZU CASTEL (SCHENKEN-GRAFEN ZU CASTEL).
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rechten Helme erhebt sich ein offener rother Fing, dessen rechter Fliigel mit dreilinken, der linke aber mit drei rechten silbernen Schrägbalken bezeichnet ist. Derzweite Helm ist gekrönt und trägt das rothe Hirschgeweih des 1. und 4. Feldesdes Miltelschildcs. AuT dem dritten, ebenfalls gekrönten Helme wächst der Rumpfeines rothgekleideten Mannes mit abgehauenen Annen, weissem Haar und weissemBarthaar empor; der rothe Leihrock hat einen silbernen Kragen und ist mit sechssilbernen Knöpfen gerade herunter geknöpft. Auf dem linken Helme steht der ge-krönte Rumpf eines jungen Mannes mit rolhem Haar und Bart, dessen Leibrockvon Gold und Blau gerautet ist. Im Wappenbuche des Königreichs Württembergist nur die rechte Hälfte des Leibrocks, wie angegeben, von Blau und Gold ge-rautet, die linke ist rotk; eine Angabe, welche nach Feld 2 und 3 des Anführenswerth ist. Helmdecken rechts rollt und silbern, links blau und golden. — Vor-stehende Beschreibung stimmt mit der Angabe des Wappenbuchs des KönigreichsBayern. Der Abdruck eines neueren Petschaftes zeigt fünf Helme: der hinzuge-kommene Helm steht links und es erheben sich auf demselben zwei Büffelshörner,deren Mündungen anscheinend mit einem dreiblätterigen Kleeblatt besetzt sind. *Den Schild umgiebt ein Hermelinmantel, auf dem ein Fürstenhut steht, und überdiesem erheben sich die Helme. Zwei auswärtssehende Löwen halten den Schild.
Die Grafen zu Caslel in Schwaben stammen aus der Schweiz, unddie Ruinen des Stammschlosses unweit Conslanz zieren noch jetzt dieGegend. Schon im 11. Jahrhunderte blühten die Freiherren v. Caslelals angesehenes dynastisches Geschlecht, doch verliert sich der Ursprungdesselben im Alterthume, da aus früherer Zeil als 1122, in welchemJahre Udalrich II. Freiherr v. Castel Bischof von Constanz war, Urkun-den nicht vorhanden sind. Die Freiherren v. Castel lehton stets mitden Grafen v, Habsburg in enger Verbindung, und nachdem sie eineZeitlang das Schenkenamt hei den letzten Regenten des Hauses Hohen-staufen bekleidet hatten, bekleideten sie dasselbe Amt bei den im Mit-telalter mächtigen Fürst-Aeblen von St. Gallen. Es wurde daher derAmisname mit dem Geschlechtsnamen verwechselt und die BenennungFreiherren und Grafen Schenk v. Caslel erhielt sich gegen 500 Jahre,ja der erslere Name verdrängte den Geschlechtsnamen fast ganz. Umdaher diesen Irrlhum zu heben, haben neuerlich die Glieder der Fa-milie den Namen eines Amtes, welches schon lange nicht mehr bestand,abgelegt lind ihren alten dynastischen Namen wieder ausschliesslich ge-führt. Nachdem sich die Schweiz von Deutschland getrennt hatte undmehrere Glieder dieses Geschlechts geistliche Reichsfürsien gewordenwaren, setzte sich die Familie in Schwaben lest und erwarb mehrereunmittelbare Reichsbesitzungen, auch erhielt dieselbe bedeutende Herr-schaften vom Erzhause Oesterreich zur Lehn. 1638 wurde der Familiedas schon früher besessene Erbmarschall-Amt im Hochstifte Eichstädterneuert; Kaiser Leopold I. bestätigte 19. Juni 1665 den beiden Brü-dern Johann Eusebius Wolfgang Franz und Johann Willibald Schenkenv. Castel die hergebrachte freiherrliche Würde, welche längere Zeil vonder Familie nicht geführt worden war, und als Fürstbischof Marquard ILv. Eichstädt aus diesem Hause lange Zeit k. Principalcommissar aufdem Reichslage zu Regensburg gewesen, wurden 1. März 1681 diesel-ben in den Reichsgrafensland erhoben. Die letzteren Angaben findensich bei Gast und sind wohl richtiger, als die Gauhe'schen.
Das jetzige Haupt der Familie ist: LUDWIG Anton Reichsgraf von