60 Zweite Abt Ii eilung.
bürg sein konnte, theils daraus, dass Querfurt an die Nachkommen-schaft des oben erwähnten Gebhard von Querfurt zurückfiel.
Dass auch Ludwig, 1166 Abt zu St. Peter in Merseburg*),ein Sohn des Grafen Gero von Seeburg gewesen **), darüber fehlenmir die Beweise. Dass aber die Herren von Seeburg, welche seitder Mitte des 12ten Jahrhunderts in Urkunden vorkommen, dem dy-nastischen Geschlechte nicht angehören, sondern dass sie ein mit demKämmereramte bekleidetes Ministerialgeschlecht gewesen sind ***),dies braucht kaum erwähnt zu werden.
§. 5. Die Grafen von Ludesburg.
Als den zweiten Sohn des Grafen Cristinus und Bruder desGrafen Wigmann von Seeburg lehrt uns der Sächsische Annalist,wie wir vorhin gesehen haben, den Willehelmus comes de Lutis-burh kennen. Diese Lutisburh ist ohne Zweifel diejenige Ludes-burg, woselbst Dieterich, gleichfalls aus dem Querfurtschen Stamme,zur Zeit des Bischof Reinhard von Halberstad (1109 — 1122) eine,demnächst nach dem benachbarten Eilwardesdorp oder Mariazell ver-legte Benediktiner Abtei gründete, die Luideneburg, die bereits 979unter den Burgen des Hassegaues aufgeführt steht f), und im Lo-dersleber Forst bei Querfurth an der Stelle gelegen hat, die nochjetzt die Lüdersburg, auch wohl Lotharsburg genannt wird.
Die Haupturkunde, welche hier näheren Aufschluss, aber auchnoch vieles zu erörtern giebt, ist zu Querfurt am 28. März 1147
*) Schultes direct. dipl. II. 183.
**) Lepsius Bisch, von Naumburg S. 154.
***) 1165 Heidenricus camerarius, Ilenricus frater suus et Erenfridusde Suterhusen (Ludwig rel. V. 12.); 1168 Heidenricus camerarius deSeburg et frater suus Erenfridus de Sutterhusen (ibid. XI. 555); o. J.Urkunde Erzbisch. "Wichmanns: Heidenricus et Henricus frater ejus deSeburch (ibid. V. 11.); 1182. Gardolfus de Seburch (ibid. V.5.); 1257.Heidenricus de Seburg camerarius (Erath p. 209).f) Wenck Hess. Landesgesch. II. Urk. S. 31.