305
der Ereignisse, dass die Uebereinkunft nicht ange-nommen ward und dann die Bauern zur eigentlichenBelagerung der Burg schritten, obwohl Götz von Ber-lichingen und andere Hauptleute davon abriethen. Derunternommene Sturm ward von der Besatzung mitgrosser Tapferkeit zurückgeschlagen, obwohl die 20,000Bauern, welche stürmten, von den Bürgern der Stadtunterstützt worden waren.
Auffallend ist die Nachricht von dem Würzburgi-schen Chronisten Lorenz Friess: «Man sagt auch fürglaublich, dass Graf Georg von Wertheim mit einemFähnlein seiner Bauern und dann Götz von Berlichingenmit etlichen auserlesenen seines Haufens vorsichtig aneinen Vortheil vor das Sclüoss gerückt, in der Mei-nung , wenn das genommen oder sonst übergebenwäre, dass sie zuerst hineinkommen möchten. Es istaber Götzen von Berlichingen (und wolil auch demGrafen Georg von Werlheim) von etlichen andernBauern übel ausgelegt worden, als habe er der Be-satzung einige Hilfe zuführen wollen« 22 ").
Als die Belagerung sich hinauszog, begab sich
nur aus Friess an mehreren Stellen, besonders S. 885 u. 887 er-sichtlich , sondern auch in dem bischöflichen Schreiben an denGrafen Michael v. Wertheim d. d. 11. May 1525. W. U. 15. n. CCXI.ganz klar ausgesprochen.
22») L. Friess a. a. 0. S. 890. Bensen S. 265 spricht sich darüberwie folgt erklärend aus: »Beide hatten wohl keine andere Absicht,als in dem Fall, wenn der Sturm gelingen sollte, ihre Blutver-wandte zu schützen und die Wiederholung der Weinsberger Thatzu verhindern.«
Gesell. A. Grafen v. Werliictm. 20