214
Graf Thomas ohne Leibeserben mit Tode abginge 45 ),kam nicht zur Ausführung, da Thomas Söhne hinter-liess 46 "). Das Mainzische Lehen Bickenbach kam vonWertheim ganz ab. Graf Johann von Wertheim kaufte(1411) die einige Jahre hei Erbach gewesenen Bicken-bachischen Besitzungen, dem bedungenen Vorbehält aufWiederkauf gemäss, wieder zurück. Aber schon 1427,wahrscheinlich bei Gelegenheit des Hussitenzuges, ver-kaufte er sie wieder mit gleichem Vorbehalt des Rück-kaufs an Haman Ulner und Haman Echter für 4000Gulden. Einige Jahre später (1436) kaufte der SchenkKonrad von Erbach diesen Wertheimischen Antheil ander Herrschaft Bickenbach ohne jenen Vorbehalt zugehen, zum erblichen Eigenthum für 5000 Gulden,von welchem Geld die beiden damaligen Besitzer Ul-ner und Echter 4000 Gulden, der Graf Johann abereintausend Gulden erhielt. Die andern WerlheimischenGrafen willigten in diesen Kaufvertrag ein 461 ").
In Bezug auf die Geschichte Franken's und derbenachbarten Länder ist des Grafen Johann Regierunghöchst bedeutend. Zur Aufrechthaltung des Landfrie—
45) W. U. B. n. CXXXVI a. Die Urk. aus dein gr. Werth. Aich. Je-doch trat Thomas schon 20. Kehr. 1412 (W. U. B. 11. CXXXVI. b.)dem Grafen von Wertheim Burg und Stadt Grünsfeld ab, gegenjährliche Renten.
46") Der Graf Thomas (der 1430 starb), der Neffe der Grafin Margare-tha, Gemahlin des Grafen Johann I. v. Wertheim, hinterliess zweiSöhne, beide Philipp genannt: der Enkel des jiingeru Philipp, auchPhilipp genannt, war der letzte Graf von Rieneek, welcher 1559starb. Vgl. Jäger Gesch. der Grafen von Rieneek a. a. 0.
46 l >) Geschichte der Grafschaft Erbach S. 52. Vgl. Schneider S. 318 fl.S. 44 fll. S. 65 u. llrk. LXXVH1. besonders aber S. 76.