Lahn, Weiler, Fulda, Saale bis an den mittlem Main,wo sie das thüringische Gebiet berührten. Der Mainward ein fränkischer Fluss: die alemannischen undthüringischen Gaue an seinen Ufern, durch Auswanderungihrer frühern Bewohner zum Tlieil entvölkert, erhieltenneue Besitzer. Nach der germanischen Sitte fiel ge-wöhnlich der dritte Theil des eroberten Landes demSieger anheim. Ans diesem Siegesantheil bildeten diefränkischen Könige ihre Hof- oder Saalgüter und ebendaraus erhielten sie die Mittel die Dienste ihres Heer-gefolges zu belohnen. Fränkische Grafen wurden denGauen als Richter und Führer für den Heerbann vor-gesetzt und ihnen von den Eroberungen Ländereienzugewiesen. Mit ihnen wanderten zugleich viele Frankenein, welchen ebenfalls Ländereien angewiesen wurden,welche sie steuerfrei besassen, woher sie auch den Na-men Bargilden (frei von Gülten) empfingen. Diefreien thüringischen und alemannischen Gemeinden, welchezurückgeblieben waren, und den zehnten Theil desErtrags ihrer Ländereien in die königliche Kammer ab-zugeben hatten als Tribut, schmolzen mit den einge-wanderten Franken nach und nach in Sitten, Gebräu-chen und Gesetzen zu einem Stamm zusammen, welchersich vorzugsweise der Fränkische nannte: das Landaber hiess man, um es vom rheinischen Franken unddem Westfranken in Gallien zu unterscheiden, Ost-franken.
Jedoch scheint am Anfang die Verschmelzung nurlangsam von Statten gegangen zu seyn: denn ausserden benachbarten Thüringern und Bayern (letztere vomNordgau her) drängten von Osten her slavische Stämme.