Jüngeres Hans Helpte. 155
junge Leute, denen wir das 13. bezw. 12. Jahr ihres Lebensglaubten zurechnen zu müssen, ein reichlich unmündigesAlter herauskommen. Indessen wird man sich des einzigenpositiven, wenn auch sichtlich falschen Zeugnisses über dieGeburtszeit des einen nicht völlig berauben wollen; und davermag man die Entstehung jener Angabe in der Johanniter-Tafel ans keine andere Art nutzbar zu machen als etwadurch Reduction um genau 10 Jahre. Denn irgend welchesandere Ereigniß in Siegfried Leopold's Leben, dem es ent-nommen und nur durch MißVerständniß auf seine Geburtbezogen sein könnte, ist nicht denkbar. In Berufung aufdie früher angestellten Berechnungen und in Annäherungan das reducirte Datum, welches in concreter Angabe vor-liegt, lassen wir dem Stammhalter der Lübbersdorfer, dannKittendorfer v. Oertzen die Wende der Jahre 1671 und 1672.
Schwerlich in Betracht kommt die Rücksicht auf seinenNamensgeber, den Vaterbruder Siegfried Leopold I., dessenUeberlebendheit zwischen 1666 und 1676 oder gar 1689(s. Bd. III., s 222) sehr zweifelhaft ist. Schwerlich warer bei seines Pathen Taufe persönlich gegenwärtig; nochweniger aber dürfte er selbst am dänischen Hofe ihm nütz-lich gewesen sein. Denn nicht vor 1685 etwa, wo der VaterHenning v. Oertzen längst ohne Kunde von seines BrudersVerbleib war, hat er den Sohn dorthin entlassen. — Destobesser war demnächst Wohl unter Siegfried Leopold's desJüngern Augen dessen etwa 13 Jahre später geborenerBruder aufgehoben, als er, der künftige Urheber der eigenendänischen Linie seines Stammes, sich etwa 1700 in dortigeKriegsdienste begab (H 589). Oder doch Wohl an den ver-schiedenen Vettern aus den weit entfernten, vielleicht hieran fremdem Orte zusammengeführten Linien, den im Alt-Meklenburgischen hausenden: z. B. Helmuth Friedrich ausRoggow (Bd. IV., Z 232) und Siegfried aus Vogelsang(ebd., Z 339). Der zweite Bruder wird deren Protectioninsofern vielleicht noch weniger haben entbehren können,als der künftige Besitzer von Lübbersdorf auch Wohl schonvor dem Tode des Vaters (1705), wenn nicht bereits in dessenHaus zurückgekehrt, doch sicher nicht mehr zu dem könig-lichen Hofe in Kopenhagen in Beziehungen stand.